Journal Freitag, 12. April 2019 – #12von12

Samstag, 13. April 2019 um 8:13

Gestern würde ich wegen eines Arzttermins später in die Arbeit kommen, wegen eines Nachmittagstermins früher Feierabend machen – müsste genug Nichtarbeitstag übrig bleiben, um mich an #12von12 beteiligen zu können.

Der ganz normale Frühstückstisch.

Eine meiner inzwischen seltenen U-Bahn-Fahrten. Die Kennerin sieht bereits am Fußboden, dass es sich um eine U-Bahn der ersten Münchner Generation handelt.

Beim Orthopäden holte ich mir eine weitere Spritze an die Nervenwurzel ab und unterhielt mich unter anderem über die Komplexität des biophysiologischen Systems menschlicher Körper: Ich hatte ein wenig gejammert, dass ich einfach keine Korrelation zwischen meinem Verhalten (Bewegung, Haltung, eben diese Spritzen, Temperatur, sonstigem Befinden) und den Schmerzen herausfand. Mal geht’s gut, mal kann ich vor Schmerzen nicht schlafen – einen Zusammenhang mit was auch immer finde ich nicht heraus. Freundlich und doch nüchtern äußerte Dr. Orth. Verständnis für diese grundmenschlichen Gedankengänge, die immer nach Ursachen und Zusammenhängen suchen. Meinte aber, dass man die ob der ungemeinen Komplexität des Gesamtsystems auch mal fahren lassen müsse – unter anderem könne eine vorgefallene Bandscheibe selbst bei kleinsten Verschiebungen Verschiedenes anrichten.

Kurz vor Arbeit.
Von links lächelte mich freundlich ein junger Mann an, der wohl schon meinen vorherigen Fotoversuch auf der unteren Treppe des U-Bahnhofs beobachtet hatte.
Ob ich Menschen auf Treppen fotografierte?
Ich erklärte kurz, dass doch #12von12 sei, der Tag, an man über den Tag 12 Fotos aufnimmt.
Menschen von hinten?
Nein, sagte ich, einfach den Tagesverlauf.

Wetter weiterhin kalt und grau.

Zum Mittagessen hatte ich mir Bircher Müesli mitgenommen: Am Vorabend Fertigbircher (das von Rapunzel mag ich am liebsten) ins Glas, mit Wasser aufgegossen, am Morgen Joghurt drauf, vor Ort Obst (in diesem Fall zwwi Mandarinen) untergerührt.

Nach frühem Feierabend marschierte ich Richtung Innenstadt, kam unter anderem an diesem Flieder vor dem Pfarrhaus St. Paul vorbei, der aufs Spannendste in den Startlöchern steht.

Anlass des frühen Feierabends: Ein Termin im Projekt „Kleidung für das große Fest“. Von den Vorbereitungen erzähle ich nachträglich, es soll ja die eine oder andere Überraschung für die Gäste bleiben.

Mit Herrn Kaltmamsell feierte ich das anbrechende Wochenende und seinen Start in die Osterferien: Champagner, den mir eine ganz bezaubernde Französischlehrerin geschenkt hatte, zum Dank für einen Gefallen, den ich ihr tun konnte. Dazu die besten libanesischen Mischnüsse, die die Landwehrstraße zu bieten hat. Entdeckten wir vor vielen Jahren in einem der zahlreichen Lebensmittelläden an der Straße, die damals erst begannen, von türkischer Hand in Hände aus dem arabischen Raum überzugehen. Als aus dem Merhaba zur Bergüßung immer häufiger ein Salaam wurde. Der derzeitige Wandel: Langsam nehmen die Läden zu, die afrikanische Ware anbieten. Ich hätte viel mehr Fotos aufnehmen sollen, um den Wandel und damit die Entwicklung der Einwanderung zu dokumentieren.

Foto: Herr Kaltmamsell
Es war immer noch früh am Abend, ich hatte Zeit, mir die Nägel zu schneiden, zu feilen, klar zu lackieren. Die Kanten splittern mittlerweile so schnell, dass ich sie sogar noch früher kürzen muss, als mich ihre Länge nerven würde – und das ist bei mir ja bereits sehr früh.

Auf meine Bitte hatte Herr Kaltmamsell als Freitagsmahl die jahreszeitliche Grie Soß zubereitet – köstlich.

Zur Abendunterhaltung ließen wir uns von Harald Lesch eine gute Stunde lang schwarze Löcher erklären und warum das erste Foto für die Wissenschaft von so großer Bedeutung ist. (YouTube über ChromeCast auf den Fernsehbildschirm.) Mal wieder verstand ich nur Bruchteile, und die lediglich metaphorisch, mir fehlen halt weiterhin die grundsätzlichsten Grundlagen. Kinder, passt im Physikunterricht auf! Dann habt ihr später viel mehr Spaß!

Ich machte mir einen Jux und wählte als zweite Schicht meines Fingernagellacks Farbe. Dann Klarlack drüber.

Wie immer das anstrengendste Foto: Abschließendes Lesen im Bett. Joseph Conrads The Secret Agent fängt schon mal sehr vielversprechend an, sehr 19. Jahrhundert. Die Bleistiftanmerkungen sind von Herrn Kaltmamsell; es ist sein Buch, die Notizen folglich aus seinem Studium.

Blöderweise war das wieder eine Nacht, in der mich der kleinste Mucks von Herrn Kaltmamsell weckte. Ich packte mein Kopfkissen und zog in sein Bett gegenüber.

Und sonst so?
Während ich auf die Menopause hoffe, gibt meine Gebärmutter nochmal alles.

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Ist gut jetzt!

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 11. April 2019 – Grau, aber erfüllter Artikelwunsch

Freitag, 12. April 2019 um 5:28

Morgensport abgeblasen, lieber länger geschlafen.

Es blieb kalt und grau. Mittags Birnen mit Manouri, nachmittags als Snack Nüsse.

Jetzt steht auch im Programm, warum ich Anfang Mai nun doch zur re:publica nach Berlin fahre. Ich freue mich schon sehr.

Daheim wartete der Ernteanteil. Den Salat (der erste echte Salatkopf des Jahres!) machte ich mit einem Zitronensaft-Knoblauch-Olivenöl-Dressing an, der Spinat (Spinat!) kam gedünstet mit einem verlorenen Ei auf den Tisch.

Sehr grünes Abendessen, sehr wohlschmeckend (dazu das Ergebnis des Versuchs von Herrn Kaltmamsell, mit Buchweizenmehl zu backen – so lala). Danach viel Schokolade.

Pläne für die Ostertage gemacht, welcher Feiertag bei welchen Eltern.

§

Ein weiterer Versuch, das Brexit-Schlamassel in Form einer Analogie zu verstehen:
„At last, Brexit explained in two words: Basil Fawlty“.

In a crumbling edifice, a farce plays out. The hapless central character fawns on an aristocrat who turns out to be a conman. He then fails to disguise his unease when confronted with his European neighbours, doesn’t bother to mask a thorough contempt for the Irish, and enters a love-hate relationship with ostentatiously wealthy Americans. Meanwhile, there are questions over food safety and supply (specifically kippers, duck and veal cutlets) as workers scurry around trying to pretend that nothing out of the ordinary is happening. Always disaster hovers at the edge of vision.

§

Oh, das ist schön: Artikel bestellt, Artikel bekommen.

Hier online nachzulesen:
„‚Wir brauchen nur Wasser und Zuschauer'“.

§

Am Mittwoch wurde das erste Foto eines Schwarzen Lochs veröffentlicht. Den Algorithmus für die Verarbeitung der zugrunde liegenden Daten hat ein Team um Katie Bouman erarbeitet. In einem TED Talk von 2017 erklärt Bouman als Doktorandin, wie das funktioniert (bis auf die letzten Minuten bilde ich mir ein, ihr folgen zu können, doch warum man die Wahrscheinlichkeit der Darstellung an Teilen von Familienbildern überprüfen kann, war mir zu hoch).
„How to take a picture of a black hole“.

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https://youtu.be/BIvezCVcsYs
die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 10. April 2019 – Pizza und die Wirksamkeit von Selbstverpflichtung statt Quote

Donnerstag, 11. April 2019 um 5:50

Sehr müde aufgewacht. Ich brauchte bis nachmittags, um richtig da zu sein.

Ein grauer, kühler Tag, nicht mehr mild.

Doch nochmal Menstruation. Seit Jahren denke ich bei jeder, das könnte doch jetzt mal die letzte sein. Diesmal kam ich mit ein paar Tagen PMS-Brustschmerzen davon – er kann es noch, der Zyklus. Zumindest werden die Abstände länger. Und um Krämpfe bin ich die letzten Male auch rumgekommen.

Auf dem Heimweg kam ich wieder an diesem Wohlplakat vorbei, wieder lächelte ich.

Ich finde, Die Partei hat der Europapolitik gut getan und sich deutlich konstruktiver als nur als Hofnarr gemacht, der halt alles sagen darf, auch mal die Wahrheit.

Im Vollcorner eingekauft: Birnen, gemischte Nüsse fürs Büro, Darjeeling, Dickmilch, Joghurt.

Langsamer Abschied von der Magnolienblüte.

Zum Nachtmahl durfte ich aus dem Dienstagabend angesetzten Teig Pizza machen (sonst hat Herr Kaltmamsell meist schon andere Ideen ausgebrütet, bis ich den Vorschlag Pizza anbringen kann).

Schmeckte gut, das nächste Mal Temperatur auf 280 Grad hoch und von Anfang an in der Mitte einschieben – dann könnte auch der Teig richtig gut werden.

§

Vielleicht erinnern Sie sich: Die damalige Familienministerin Kristina Schröder hatte 2011 eine Frauenquote für DAX-Konzerne abgewendet, indem sie eine freiwillige Selbstverpflichtung einführte, nach der Konzerne eine „verbindlicher Zielvorgabe“ für Frauenbeteiligung in ihren Vorständen vorlegen müssen. Sie hatte sich gegen die damalige Arbeitsministerin Ursula von der Leyen durchgesetzt.

Die Albright-Stiftung hat sich diese Zielvorgaben für 2019 angesehen und festgestellt, dass zahlreiche Konzerne die verbindliche Selbstverpflichtung erfüllen, indem sie als Zielvorgabe einfach Null eintragen. Keine Pointe.

Und das geht quer durch alle Branchen und Unternehmensarten, da können sie sich noch so hip und offen geben. Sogar das Handelsblatt meint:
„Start-ups sollten auch bei der Frauenquote Vorreiter sein“.

via @fraeulein_tessa

Die Gründer, alles junge, weiße Turnschuhträger, können sehr schön präsentieren, wie sie mit ihren Produkten die Welt, mindestens aber eine ganze Branche revolutionieren wollen. Sie scheren sich nicht um Dresscodes oder übermäßige Regeln. Wenn sie es nicht schaffen, ein längst überholtes Rollenmodell umzukrempeln, wer denn dann?

(…)

Gründe dafür gibt es viele. Einer davon ist, dass auch die Geldgeber zum überwiegenden Teil männlich sind. Die Investoren waren früher oft selbst Gründer, sie haben an den gleichen Unis studiert wie die Männer, an deren Ideen sie glauben. Sie vermitteln einander Deals, Jobs und das gute Gefühl, es schon alles richtig zu machen. Es ist ein Buddy-Netzwerk, so, wie das bei ihren Vätern schon war.

Sie können nichts dafür, sagt die Psychologie, es ist der „unconscious bias“, der Männer und übrigens auch Frauen in Stereotypen denken lässt. Aber, Moment mal: Wer eine Künstliche Intelligenz programmieren kann, der wird doch wohl einen Bias in den Griff kriegen.

Der muss doch begreifen, dass er auch die Frauen braucht, wenn er die besten Ergebnisse erzielen will. Und dass er die Guten nur gewinnt, wenn er eine Kultur schafft, in der sie sich wertgeschätzt und beteiligt fühlen. Und auch auf der obersten Ebene repräsentiert sehen.

§

Den Klimawandel zu bremsen oder gar zu stoppen, wird sich auf viele unserer Annehmlichkeiten auswirken. Der Spiegel hat die Geldseite von einigen ausgerechnet:
„Forderungen von „Fridays for Future“
Langstreckenflüge würden bis zu 2000 Euro teurer“.

Fernreisen, Benzin, Fleisch: Die von „Fridays for Future“ geforderte CO2-Steuer würde klimaschädliche Güter drastisch verteuern. Was würde das für Verbraucher bedeuten?

§

Jetzt aber noch was Schönes: Es gibt eine Web-Application, die alle blühenden Bäume in Washington anzeigt.

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 9. April 2019 – Maja Lunde, Die Geschichte der Bienen

Mittwoch, 10. April 2019 um 5:52

Wieder sehr gut geschlafen, selbst nach einem Klogang Viertel nach fünf nochmal bis sechs tief eingeschlafen.

Nach einem Arbeitstag mit viel Manuellem in milder Luft nach Hause spaziert. Dieser Frühling hat nach zwei Jahren Sommer im März und April endlich wieder angemessene Temperaturen, es wärmt sich langsam und mit Rückschlägen auf.

Daheim nur kurz pausiert und gewerkelt, dann mit Herrn Kaltmamsell zum Treffen unserer Leserunde spaziert. Es gab wieder gut zu essen.

Frühlingssalat mit gekochten Kerndln, Spargel und Karotten aus dem Ofen mit Knusperpolenta und Ziegenkäse.
Wichtiger Nachtrag: Dazu gab es großartige Geschichten über Autounfälle und Polizeibegegnungen in Deutschland und Australien.

Geredet wurde über Maja Lunde, Ursel Allenstein (Übers.), Die Geschichte der Bienen, das ich in England gelesen hatte – an einem Tag, denn es sieht nur dick aus, hat aber wenige Buchstaben pro Seite. Und ist inhaltlich dann doch dünner, als man bei der Beschreibung vermuten möchte: Drei Bienengeschichten zu drei verschiedenen Zeiten werden ineinander geschoben. Eine spielt in der Viktorianik und dreht sich um einen Ich-Erzähler, der ein neuartiges Bienenhaus entwickelt. Die zweite spielt in unserer Gegenwart in den USA bei einem hauptberuflichen Bienenzüchter, der das Aussterben der Bienen miterlebt. Die letzte in einer nicht zu fernen Zukunft in einem dystopisch gemeinten China, in dem alle Arbeitskraft in das manuelle Bestäuben von Blüten gesteckt wird, damit die Bevölkerung nicht verhungert.

Wozu diese Handlungsstränge abwechselnd erzählt werden, erschloss sich mir nicht, denn sie beleuchten einander nicht (erst am Schluss stellt sich heraus, wodurch sie zusammenhängen, und selbst dann wird das nicht ganz klar), man hätte sie auch hintereinander hängen können. Und dann sind die Szenerien und vor allem die Personen platt und holzschnittartig. Als Leserin rollte ich nicht nur über die Kurzsichtigkeit der Ich-Protagonisten die Augen, sondern auch über die plumpe Vermittlung derselben. Sogar ärgerlich machte mich die Schilderung des Zukunfts-Chinas: In der zweiten Hälfte dieses Handlungsstrangs soll ein oppressiver Staat geschildert werden – der allerdings in seinem Totalitarismus hinter dem heutigen China zurücksteht und im Grunde das Individuum freier sein lässt als heute. Das wies für mich auf eine peinliche Unkenntnis bestehender Verhältnisse hin.

Der Empfehler des Buches blieb bei seiner Empfehlung, der Rest der Runde war sich einig, dass der Roman überflüssig ist. Aber: Jetzt habe ich auch mal norwegische Literatur gelesen.

Nächtlicher Spaziergang nach Hause, immer noch in angenehm milder Luft.
Daheim noch Pizzateig mit wenig Hefe für Mittwochabend angesetzt.

§

Don Reisinger entdeckt, dass das Internet aus Menschen besteht:
„I Thought I Understood Facebook. Then My Dad Died“.

via @tknuewer

Wir uralten Hasen des Pleistozän-Web wissen das. Es ist rührend zu lesen, wie jemand das nachträglich erkennt.

die Kaltmamsell

1000 Fragen 761-780

Dienstag, 9. April 2019 um 5:52

761. Glaubst du an den Zufall?
Ich glaube, dass Dinge zufällig geschehen, nicht vorherbestimmt.

762. Wie viel Zeit am Tag verbringst du in der Küche?
Wochentags, wenn ich nicht koche: 15 Minuten.
Wochenends (Brot- oder Kuchenbacken, Kochen): Bis zu drei Stunden.

763. In wem hast du dich vor Kurzem wiedererkannt?
In praktisch jedem und jeder, die Fehler machen oder deren Verhalten mich stört.

764. Bist du impulsiv?
JA!

765. Für wen hast du dich vor Kurzem geschämt?
Vor Kurzem für niemanden.

766. Kannst du mit einer Person des anderen Geschlechts eine Freundschaft haben?
Ja.

767. Hast du ein Lächeln, das du nur für Fotos aufsetzt?
Nein.

768. Wen rufst du zuerst an, wenn du eine gute Nachricht hast?
Niemanden. (TELEFONIEREN!?)

769. Was würdest du tun, wenn du keine Verantwortlichkeiten mehr hättest?
Am Wohnzimmerfenster sitzen und rausschauen.

770. Findest du dich selbst attraktiv?
Für manche Menschen ja.

771. Wer hat dich in letzter Zeit stark beeindruckt?
Ich habe eine Reihe Freundinnen, die mich durchgehend stark beeindrucken.

772. Bist du ein gutes Vorbild?
Nein.

773. Welche Tradition wird überbewertet?
Hochzeiten.

774. Packst du Geschenke immer hübsch ein?
Ich packe sie meist ein, „hübsch“ gelingt mir dabei fast nie.

775. Interessierst du dich für Königshäuser?
Nur, wenn sie mir von Gofug präsentiert werden.

776. Welche Note von 1 bis 10 würdest du deinem Leben geben?
Themaverfehlung.

777. Fällt es dir leicht, mit Leuten in Kontakt zu kommen?
Wenn sie anfangen: ja. Wenn es dazu meine Initiative braucht: nein.

778. Wann hast du zuletzt etwas Neues gelernt?
Vergangenen Freitag.

779. Wie hoch ist die Mauer um dein Herz?
Um mein Herz ist keine Mauer. (Zefix, wonach wird hier schon wieder gefragt? Im Märchen sind es Bande um Herzen, keine Mauer – das ist es also nicht? Wird hier gefragt, wie viel Mühe jemand aufbringen muss, damit ich ihn oder sie ins Herz schließe? Oder wie schwer es ist, mein Herz zu erobern? Diese schwurbligen Fragen machen mich fertig.)

780. Machst du manchmal etwas nur widerwillig?
Ja.

Quelle: Flow-Magazin.

Zu den Fragen 741-760.
Zu den Fragen 781-800.

die Kaltmamsell

Journal Montag, 8. April 2019 – Grau mit Fehlern

Dienstag, 9. April 2019 um 5:41

Gut und schmerzfrei geschlafen! Früher Wecker für Frühsport, der dann auch angemessen anstrengend war.

Der Tag war grau und kühl, die meiste Zeit brauchte es im Büro künstliches Licht.

Zu Mittag ein gewaltiges Butterbrot aus dem sonntags gebackenen Laib; genau so stellte ich mir etwas vor, das woanders „Butterbemme“ heißt.

Nachmittags festgestellt, dass ich in der Vorwoche einen Fehler gemacht hatte; wo genau ich mich verhauen hatte, kann ich nicht sagen, aber das Resultat war ein Serienbrief, der mit der falschen Adressdatei verknüpft war (die aber den richtigen Namen trug). Nichts, was nicht korrigierbar wäre, aber ausgesprochen unangenehm, noch dazu nicht nur für mich.

Auf dem Heimweg noch schnell meine Referenzkirschbäume fotografiert, bevor sie Blütenblätter regnen.

Daheim große Lust auf einen Schluck Wein; es wurde ein spanischer Macabeo. Herr Kaltmamsell verarbeitete den Sellerie aus Ernteanteil zu Schnitzeln, ich komplettierte den am Vorabend hergestellten Kartoffelsalat (Kartoffeln aus Ernteanteil) mit zugekaufter Gurke. Die selbst angebaute Petersilie mischte ich auch unter – eine gute Idee.

Früh ins Bett, um noch zu lesen.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 7. April 2019 – Ruhetag mit Brotbacken

Montag, 8. April 2019 um 4:53

Müde aufgewacht, diesmal hatte ich bis zwei Uhr morgens vor Beinschmerzen nicht einschlafen können.

Zu einem sonnigen Tag aufgestanden, erst mal Brotteig geknetet. Ausführlich und mit Hintergrundrecherchen gebloggt, dazwischen um den Brotteig für einen 7-Pfünder gekümmert.

Sehr gut gelungen. Drei Viertel davon fror ich ein.

Geplant hatte ich eine Schwimmrunde, doch dann sehnte ich mich doch mehr nach Ruhe und Zeit fürs Bügeln und Lesen.

Aus dem Haus ging ich nur, um Semmeln fürs Frühstück zu holen. Danach also Bügeln, Apfeltaschenbacken (ich hatte noch Blätterteig im Kühlschrank), Wochenendzeitung mit Blick auf Balkon – trotz leicht bewölkter Sonne war es zu kühl für offene Balkontür.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell Biergulasch mit Böhmischen Knödeln.

Als Abendunterhaltung schalteten wir zu Hitchcocks Über den Dächern von Nizza – außer den Kleidern von Grace Kelly und der Eleganz von Cary Grant deutlich weniger gut, als ich ihn in Erinnerung hatte – da halfen all die schönen Bilder von der Riviera nichts (superplumpes Drehbuch).

§

Bei Spiegel online ein Interview mit Andreas Knie, dem Leiter der Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).
„‚Parken müsste 15 Euro am Tag kosten. Jeden Tag'“.

Knie: Die Menge der Radfahrer hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Die Radwege sind nur ein paar Prozent mehr gewachsen. Wir haben Staus auf Radwegen, wir erzeugen praktisch täglich gefährliche Situationen.

SPIEGEL ONLINE: Also ist das Auto als Verkehrsträger in Deutschland in der Planung überrepräsentiert?

Knie: Viel zu stark. Wir kommen aus einer Rechtsordnung, in der das Auto immer Vorrang hat. Den müssen wir ihm nicht überall, aber in vielen kleinteiligen mobilen Welten nehmen. Das heißt, es muss mehr Platz für andere Verkehrsteilnehmer geschaffen werden und diese Verkehrsteilnehmer müssen sich dann wiederum auch an Regeln halten – in diesem Fall die Radfahrer.

die Kaltmamsell

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