Gute Nacht, so frisch aufgewacht, wie das um halb sechs möglich ist.
Yoga und Rumpfkräftigung wie gewohnt.
Auf dem Weg in die Arbeit beim Bäcker abgestiegen und ein Laugenzöpferl gekauft. Die Kundin vor mir stand in einer derart beißenden Parfüm- oder Haarspray-Wolke, dass ich gepeinigt durch den Mund atmete und meinen Einkauf erst draußen einpackte.
Geschäftiges Arbeiten, mittags gab’s zum Laugenzöpferl Grapefruit und Orange, nachmittags Hüttenkäse. Das Wetter kapriolte und macht nochmal einen auf Winter.

Als der Regenradar um Feierabend weiterhin anhaltende Schneefälle anzeigte, ließ ich mein Fahrrad stehen und fuhr mit der U-Bahn in die Stadt. Ich besorgte zum Abendbrot zusätzlichen Salat, Herr Kaltmamsell servierte köstliches Hummus mit Karotten und roten Paprika.
Telefonat mit meinem Vater; da meine Mutter nicht daheim war, plauderte ich mit ihm ein Weilchen. Er warnte mich, dass für München heftiger Sturm angekündigt sei – der eine halbe Stunde nach der Tagesschau tatsächlich losbrach.
Mir geht weiterin die Fleißer durch den Kopf, vor allem ihr Lebensweg. An ihrer Biografie wird mir bewusst, wie sehr ich geeicht bin auf künstlerische Lebensläufe, in denen auf Hindernisse Durchbeißen folgt, wo Kunst gegen alle Widerstände durchgekämpft wird. Doch was, wenn die Künstlerin eher eine passive Natur hat? Sich lieber dreinfindet statt zu kämpfen? An Fleißer lerne ich, dass das ihre künstlerische Natur, den Wert ihrer Kunst nicht mindert. Durch all die Jahre, in denen sie nicht schreiben durfte/konnte, gibt es halt nur deutlich weniger davon.
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Almans (oder einfach Menschen ohne spanischen Hintergrund) scheinen ja massive Probleme im Umgang mit Glasgeschirr zu haben. El País hat die Geschichte des Tischglases in Spanien aufgerollt:
“La historia de Duralex, una vajilla tan irrompible como nuestra nostalgia”.
In der Rubrik DISEÑO wohlgemerkt! (Sicher auch kein Zufall, was Paloma Picasso seinerzeit für Villeroy & Boch designte: Glasteller, u.a.)
via @malomalo
Hier der Tweet, der die Geschichte auslöste – und auf den ganz viele mit ihren Erinnerungen und Fotos reagierten.

Aus den grünen großen Tassen, die jemand im Thread zeigt, wurde während meiner Kindheitsurlaube bei spanischer Familie auf dem Dorf immer der morgentliche café con leche getrunken, hergestellt aus heißer Milch und Nescafé. Weiter unten im Faden (hilo) taucht auch ein Foto des braunen Blechtopfs auf, in dem damals gekocht wurde.
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Ein Tweet brachte mich dazu, die Bedeutung von “gusaba” nachzuschlagen – und so lernte ich einen ganz entzückenden Brauch in einigen afrikanischen Gegenden, unter anderem in Ruanda kennen:
“Gusaba: Where tradition meets modernity”.
During gusaba, elders from the groom’s family lead an entourage of relatives and eminent persons to the bride’s family to officially ask for the daughter’s hand in marriage on their son’s behalf.
Pitted against each other in opposite tents or sitting areas, the elder’s from the groom’s family engage in an exchange, more of a battle of wits, with their counterparts from the bride’s family who show no “willingness” to give away their daughter without a fight.
(…)
It is literally a battle of wits which involves a lot of humour, sarcasm, riddles, tongue-twisting and hide-and-seek games which will involve presenting the wrong girl (or even an old woman in this case) to the asking family, which is all part of the age old practice.
Außerdem erfuhr ich, dass anstelle traditioneller Kleidung als Brautausstattung derzeit indische Saris total angesagt sind.
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Kleine Lehrstunde in Social Media-Verhalten von Unternehmen.
“‘Sue, You’re Shouting At Tea’ Becomes Strong Contender For Quote Of 2020”.
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Die meisten Menschen können sich nicht vorstellen, wie die Wahrnehmung von Verschwörungstheorie-Gläubigen funktioniert. Daniel Laufer ist für netzpolitik.org den Mythen zur Tatnacht von Hanau nachgegangen, die YouTuber Sebastian Verboket verbreitet:
“Der perfekte Verschwörungstheoretiker”. 
die Kaltmamsell