Journal Samstag, 29. Oktober 2016 – Strohsinglewanderung durch die Maisinger Schlucht

Sonntag, 30. Oktober 2016 um 9:27

Vier glorreiche, glitzernde freie Tage – Sie glauben doch nicht, dass sich mein ständig planendes Hirn nicht längst mit Plänen darauf gestürzt hatte.

Am Freitagabend hatte ich bereits Bagelteig geknetet, das Rezept aus dem Guardian ist mittlerweile mein Standardrezept geworden. Ein paar Bagels wollte ich frisch essen, den Rest einfrieren – ich finde, dass es der charakteristischen Zähigkeit des Gebäcks sogar entgegenkommt, wenn sie eingefroren waren.

An einem von den vier Tagen wollte ich wandern; das Wetter war laut Vorhersage an allen passend dafür. Ich nahm mir gleich den gestrigen Samstag, auch wenn kein Sonnenschein zu erwarten war. Das stellte sich als gute Idee heraus, denn das leuchtende Laub machte den trüben Himmel völlig wett: Hochherbst ist die optimale Jahreszeit für Wandern ohne Sonne.

Nach Einkäufen und Abholen bestellter Bücher nahm ich eine S-Bahn nach Starnberg, ich wollte die Maisinger Schlucht gehen. Schon die Fahrt dorthin genoss ich mit Aus-dem-Fenster-Schauen.

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Viele Gedanken an meine LWS-malade Mutter im letzten Abschnitt: Die Wanderung mit 2/3 Natur und Landschaft, 1/3 interessanten Häusern in Starnberg wäre eigentlich genau das Richtige für sie. Ich hoffe innig, dass sie für sowas nochmal fit genug wird.

Als ich nach dreieinhalb gemütlich gegangenen Stunden zurück am Starnberger Bahnhof war, fuhr gerade die S-Bahn nach München ein – perfekt.

Zum Abendbrot kochte, buk und belegte ich mir zwei Bagels.

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Abends schaute ich die aktuelle Graham Norton Show – weil Benedict Cumberbatch anlässlich des Doctor Strange-Kinostarts zu Gast war. Tatsächlich großartig war sie aber wegen Eddie Redmayne, der zum Kinostart von Fantastic Beasts and Where to Find Them eingeladen war: Er schildert nicht nur, welche mühsamen Folgen es für Schauspieler hat, wenn das Drehbuch eine Szene mit nacktem Oberkörper vorsieht, sondern zaubert auch live.

https://youtu.be/t62R8SfzO_I

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag/Freitag, 27./28. Oktober 2016 – Doctor Strange

Samstag, 29. Oktober 2016 um 8:46

Ticket für die re:publica 2017 gesichert – woohoo! In Zeiten, in denen das Web so etwas völlig anderes wird, als ich es mir erhofft hatte, freue ich mich um so mehr darauf, meine Internet People zu treffen.

Im Kino Doctor Strange gesehen. Der Marvel-Fanboy an meiner Seite war so nett, mir keine Details zu verraten, und Kritiken hatte ich davor auch noch keine gelesen, so konnte ich mich doppelt über SWINTON! als the ancient one freuen (sie ist perfekt besetzt und einfach großartig) und mich völlig in die Hollywood-Illusionen fallen lassen. Auch Cumberbatch macht seine Sache sehr gut, er kann den arroganten Überflieger in deutlich mehr Variationen spielen als nur der von Sherlock. Und entspannenderweise ist seine Figur keineswegs nur sympathisch (z.B. als running gag sein Pochen auf seinem Doktortitel).

Die visuelle Dramaturgie hält sich ans gewagte “mit einem Erdbeben anfangen und dann langsam steigern”: Gleich ganz am Anfang treiben die Bilder die Inception-Ästhetik der gefalteten und verschobenen Städte noch ein paar Schritte weiter – und lassen darin eine klassische Wire fu-Szene spielen (mit SWINTON!).

Das Detail, das mir allerdings am intensivsten nachging, mein eigentlicher Star des Films: Der Umhang, The Cloak of Levitation (hinter dem Link ist ein gif davon, das ich mir seit Minuten ansehe). Er ist ein kompletter side kick inklusive Schabernack, und ich werde wohl nie die Bilder vergessen, wie ein Umhang aus schwerem Tuch einen Bösewicht vermöbelt.

Das Drehbuch ist sorgfältig, und wenn auch Superheldencomic-typisch wenige Frauen auftauchen, haben sie Doctor Strange im Film mit Rachel McAdams eine höchst kompetente irdische Freundin gegeben, die ihm als Ärztin mehrfach das Leben rettet.

Tipp mal wieder: Bis zum Ende des Abspanns sitzenbleiben. Ganz zum Ende.
(Und wenn Sie wie ich seit Langem fragen, wie man wohl den Namen Chiwetel Ejiofor ausspricht: So.)

Die Fugly-Damen haben den Filmstart zum Anlass für eine Tilda Swinton-Restrospective genommen. Sie sieht immer besser aus, je älter sie wird – ich kann’s kaum erwarten, wie sie weiteraltert.

Auch zu Benedict Cumberbatch haben sie eine Retrospektive zusammengestellt, die allerdings lang nicht so interessant ist.

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Ich habe frei bis Mittwoch, auf diese vier Tage freue ich mich seit Wochen. Herr Kaltmamsell ist für diese Tage wieder zum Rollenspielen verabredet (Call of Cthulhu, Pen and Paper – tut mir ja auch leid, aber in einer Partnerschaft bleibt mit der Zeit auch ohne echtes Interesse am Thema Fachkenntnis hängen), doch der Start verschob sich um einen halben Tag, so dass ich ihn am gestrigen Abend noch daheim hatte.

So läuteten wir das Wochenende zusammen ein, mit Pizza im The Italian Shot im Glockenbachviertel.

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die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 26. Oktober 2016 – Abgebrochener Tag

Donnerstag, 27. Oktober 2016 um 6:58

Ein ausgesprochen seltsamer Tag. Meine Schnupfensymptome klangen ab, also ging ich trotz Kopfschmerzen und Benommenheit in die Arbeit. Dort ging es mir aber immer schlechter, bis ich mittags Zusammenbruch ankündigte und wegen kompletter Nutzlosigkeit heimging. Daheim aß ich mein für die Mittagspause geplantes Müesli und ging ins Bett – wo ich bis abends praktisch durchschlief. Dann doch schon wieder irgendwas Migränoides, diesmal komplett atypisch?

Lichtblick des Tages: PokémonGo hat mit einem Update ein Halloween-Special gestartet, das unter anderem viel häufigere Monster und schnelleren Punktgewinn durch Herumlaufen enthält. Ich konnte mich gestern vor den sonst so seltenen Tragossos kaum retten.

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Laurie Penny ist ja im gleichen Maß Science-Fiction-Expertin wie politische Feministin. Für The Baffler schreibt sie einen Artikel darüber, warum in der Science Fiction feministische Utopien gerne mal die allerschlimmsten Dystopien sind:
“Fear of a Feminist Future”.

Warum, so fragt Laurie Penny, fällt es uns so schwer, eine Utopie ohne Kapitalismus oder Patriarchie zu erfinden?

Gestern überlegte ich an einer fiktiven Welt herum, in der die bisherigen Errungenschaft des Feminismus rückgängig gemacht würden, Frauen ihren Zweck in der modernen Welt darin sähen, Männern das Leben so schön wie möglich zu machen und nicht etwa selbst eine Rolle zu spielen, in der man sogar endlich mal wieder sagen dürfte, dass Frauen vielleicht doch keine Menschen sind, und wenn, dann aber ohne Seele.

Ist natürlich schon längst erdacht, diese Welt, sie heißt The Stepford Wives.

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 25. Oktober 2016 – Der aussterbende Chinese

Mittwoch, 26. Oktober 2016 um 6:46

Auf gestern schlief ich dann elf Stunden, davon die letzten sechs auch durch. Ich erwachte mit deutlicher Schdupfn-Besserung.

Ein regnerischer Tag, aber immer noch eher mild.

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Kann es sein, dass in München das klassische China-Restaurant ausstirbt? Abends wollten Herr Kaltmamsell und ich uns aushäusig nähren, wir hatten Lust auf chinesisch. Doch das einzige Lokal, das uns ums Eck einfiel (“zum Chinesen” hat für mich als Innenstadtbewohnerin genauso fußläufig zu sein wie “zum Italiener”), war das alte Shanghai an der Sonnenstraße kurz vorm Stachus.

Zum ersten Mal war für uns ein Tisch direkt am Fenster frei.

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Wir aßen das Kanton-Menü, bestehend aus klassischen deutschen China-Gerichten.

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Nochmal überlegten wir, ob uns in der Innenstadt China-Restaurants einfielen, doch wir kamen nur auf Thais, Koreaner, Vietnamesen, Uiguren, Japaner, Sechuaner. Das mag durchaus ein Zeichen von wachsendem Anspruch an Restaurantküchen sein, die chinesische Küche gibt es ja wirklich nicht. Und bloß weil ganze Generationen von Deutschen, mich eingeschlossen, beim örtlichen Chinesen das Essen mit Stäbchen gelernt haben, zum ersten Mal frischen Ingwer, Sojasoße oder knackiges Pfannengemüse probiert haben – muss das ja kein Verlust sein. Aber ein bisschen wehmütig wurde mir doch.

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Wieder eine erhellende Geschichte im Techniktagebuch, diesmal übers zeitgenössische Autofahren:
“Ich werde zum Assistenz-Assistenten”.

Bis mir schließlich klar wird: In diesem Auto, dessen Technik (in Grenzen) autonomes Fahren möglich machen würde, bin ich die ganze Zeit mit Sachen beschäftigt, die ohne die Autonomtechnik nicht nötig wären.

Hebe ich mir auf als ein Beispiel für den Umstand, dass technische Errungenschaften die Gesamtkomplexität des Alltags nicht etwa vermindern, sondern nur auf andere Gebiete verschieben.

die Kaltmamsell

Journal Montag, 24. Oktober 2016 – Der Siegeszug des Schdupfn

Dienstag, 25. Oktober 2016 um 6:44

Nach Schnupfennacht (Gerotze, Kopfweh, zugeschwollene Nasenschleimhäute) benommen aufgewacht. Da der Plan allerdings war, dass die Erkältung von da an besser würde, blieb ich nicht daheim (und wegen anstehender Dinge und wegen Putzmanntag).

Der Schnupfen hielt sich nicht an den Plan, abends schlich ich mit brennender Haut und tobenden Nebenhöhlen durch Föhn-milde Luft nach Hause, einen Abfalleimer benutzter Taschentücher hinter mir lassend. Herr Kaltmamsell kümmerte sich umfassend um mich, um sieben hatte ich Spinat, Spiegelei und Kartoffeln gegessen, einen großen Schluck Erkältungslikör eingenommen und schlief.

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Ich halte mich ja für ungeheuer originell und exzentrisch, weil ich meine beiden Nachnamen nicht zu einem vereinfache und echtes Vergnügen an den damit einhergehenden Amtskomplikationen habe. (Zudem ist Integration keine Einbahnstraße und die deutschen Behörden sollen sich bitte nach vielen Jahrzehnten Einwanderung nach Deutschland auf eine deutlich größere Bandbreite an Namenskonstellationen einstellen.)
Es muss eine ähnliche Exzentrik sein, aus der andere Leute sich die Komplikationen aufladen, die mit dem Mobiltelefon-Bezahlen per Edeka-App einher gehen.
“Fünf Wochen, acht E-Mails, ein Joghurt”.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 23. Oktober 2016 – Schdupfn

Montag, 24. Oktober 2016 um 6:41

Ja mei, dann wurde halt aus dem Halsweh ein Schnupfen. Zefix.

Morgens den Nusszopf mit den frisch geknackten Elternhaselnüssen gebacken; den Teig hatte ich am Vorabend angesetzt und im Kühlschrank gehen lassen. Diesmal arbeitete ich mit drei Rollen.

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Fit genug für ein wenig Sport fühlte ich mich aber schon. Ich spazierte durch den schönen Oktobermorgen zum Sportstudio am Ostbahnhof. Den Sport dort beschränkte ich brav auf ein wenig Stepaerobic und Krafttraining. Auch zurück spazierte ich, der Tag war wundervoll sonnig und golden geworden, ich ging große Umwege.

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Am Müller’schen Volksbad.

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Der Schnupfen hatte mein Hirn bis fast zur Entspannung vermatscht, dummerweise begannen genau dann die Nebenhöhlenschmerzen.

Nusszopf und eine Melonen-große Birne zum Frühstück.

Beim Bügeln den Rest eines langen Interviews mit Sascha Lobo angehört: “Netzzäsuren” (ersten Teil hatte ich am Samstag beim Haselnüsseknacken angehört). Darin geht es vor allem um Saschas Internet-Biografie, aber auch seine sonstige. Schallend gelacht bei Saschas Nebenbemerkung, sein Migrationshintergrund (argentinischer Vater) sei völlig “untervermarktet”. Die Details, die er dazu erzählte – unter anderem, wie sein Vater auf dem Spielplatz der Kindsentführung verdächtigt wurde, weil er mit seinem südländischen Aussehen einen blonden und einen rothaarigen Buben dabei hatte -, wären allerdings durchaus mal ein Thema.

Zum Abendbrot servierte ich Rinderrouladen; ich hatte leider den Aufwand unterschätzt und es wurde recht spät. Dazu lief der Münchner Tatort, ganz ok.

Mit Grippostad, Nasenspray und einer Packung Taschentücher ins Bett.

die Kaltmamsell

Journal Freitag/Samstag, 21./22. Oktober 2016 – Unser Web und goldenes Schwimmen

Sonntag, 23. Oktober 2016 um 7:37

Freitagabends heimkommen und Twitter geht nicht ist schon gruslig – vor allem, wenn sich ziemlich schnell herausstellt, dass der Grund ein DDos-Angriff war. Denn, wie Gizmodo schreibt:

Our internet is frightfully fragile in the face of increasingly sophisticated hacks.

(Mittlerweile scheint klar zu sein, dass der Hack über “internet of things” erfolgte.)

In letzter Zeit grüble ich viel darüber, wie komplett anders die Einstellung zum Internet für die Generation ist, die es erst seit wenigen Jahren kennen. Generation meint hier nicht Alter, sondern ersten Internetkontakt – es sind nämlich gerade Teenager und Zwanziger, die mir als Beweis ihrer Online-Expertise als erstes erzählen, was sie alles nicht tun und nutzen. Möglicherweise spaltet sich vor allem in Deutschland die Internetbevölkerung in diejenigen, die in erster Linie Gefahren und Bedrohung sehen und deshalb vor allem Kenntnis dieser Gefahren und Selbstschutz suchen. Und auf der anderen Seite in diejenigen, die sich als Teil des Web sehen, als selbstbestimmte Mitbegründer und Architektinnen seiner unendlichen Möglichkeiten, und die vor allem befürchten, dass man ihnen diesen Lebensraum durch Überwachung, Kommerzialisierung und Kontrolle wegnimmt. Diese andere Seite war schon immer die Minderheit.

Jüngstes Beispiel: Freitagabend entspann sich ein kurzer Austausch im Twitter-Chat (DM) zwischen mir und alten Webfreundinnen über Kontinente hinweg. Innerhalb Minuten wurde daraus eine Idee, schon bekam ich eine Einladung zu einem Google-Doc, auf dem wir zu dritt die Idee weitersponnen. Diese Art des Austauschs und der Kollaboration in dieser Geschwindigkeit ist mit Angst vor Bedrohung unmöglich.

Oder haben die Bösen schon längst gewonnen und wir Webveteraninnen haben es einfach nur nicht gemerkt?

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Freitagabend war ich mit Halsweh heimgekommen, das mich auch in der Nacht auf Samstag plagte. Doch sonst ging es mir gut, also radelte ich Samstag nach einer kleinen Einkaufsrunde durch die Sonne ins Olympiabad. Erst erschrak ich über die vielen Hilfsmittelschwimmerinnen und -schwimmer auf den Bahnen – das Wasser war durch die Menge (und einen Schmetterlingschwimmer) so aufgewühlt, dass ich auf meinen ersten 100 Metern gleich mal eine kräftige Nasenspülung bekam.
Doch deren Trainingszeit (ich unterstelle diesen Hilfsmittelschwimmern, dass sie nicht “zum Schwimmen” gehen, sondern “zum Training”) war dann wohl um, ansonsten schwomm ich gemütlich und ungestört. Und dann erkannte mich auch noch eine Blogleserin und sprach mich ganz bezaubernd an – hallo!

Zurückgeradelt durch die Sonne, daheim Rest des Vorabendessens gefrühstückt (von Herrn Kaltmamsell bereitete Krautkrapfen).

Tüchtigkeit des Nachmittags: Ich setzte mich mit einem guten Kilo Haselnüsse aus Elterns Garten in das lichtdurchflutete Wohnzimmer und knackte, bis ich Blasen an den Fingern hatte – aber alle Nüsse weiterverwertbar waren.

200 Gramm davon rieb ich auch gleich, daraus wird am Sonntag Nusszopf.

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Selbstverständlich müssen bildende Künstler und Künstlerinnen nicht auch noch schreiben können. Können ja nicht alle ein Wolfgang Herrndorf oder eine Katia Kelm sein.
Zum Glück aber ist zumindest eine bildende Künstlerin Katia Kelm und kann sich erklären, zum Beispiel dass sie’s nicht so mit Farben hat:
“Regenbögen”.

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James Rebanks aka @herdyshepherd wurde vor einem anstehenden Auftritt zu seiner Schriftstellerei interviewt:
“Seriously questioning… James Rebanks”.

Who in history would you most like to have a stinking-drunk night out with? Richard Flanagan (he is still very much alive, and I did it — but I’d like to do it again), the Australian Man Booker Prize-winning writer, likes a beer or two, and took me to a grimy nightclub where we had to shout over thrash metal tracks to hear each other, but I loved talking books with him, and I’d love to do it again. We didn’t agree about a single book (he loves The Great Gatsby, which I think is lousy, and hates The Old Man and the Sea, which I love), but I remember things he said and I loved that night.

Ich glaube, das sagt sehr viel über James Rebanks: Dass er sich am liebsten an ein Gespräch mit jemandem erinnert, der komplett anderer Meinung war.

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Um respektvollen Meinungsaustausch geht es im weitesten Sinn auch Carolin Emcke. Sie nahm gestern in Frankfurt den Friedenspreis des deutschen Buchhandels entgegen, der Tagesspiegel hat sie vorher interviewt.
„’Lieber politisch korrekt als moralisch infantil’.“

Ich bin weiterhin begeistert von der Ruhe und Besonnenheit in Emckes Argumentation, die gleichzeitig Empathie als Treiber sichtbar macht. Sie bietet nie einfache Lösungen, und doch ist es klar, dass es ihr um Lösungen geht, nicht um Schuldzuweisungen.

die Kaltmamsell