Berlin im August

Samstag, 20. August 2011 um 19:08

Es ist wahrscheinlich doch das schönste Hotel, in dem ich jemals gewohnt habe – oder halt das, das meiner ganz persönlichen Vorstellung vom schönsten Hotel am nächsten kommt: Ackselhaus (Achtung: Soundalarm – scheint auf Hotel-Websites eine unausrottbare Mode). Diese ganz eigene Art der Opulenz, die nichts mit Sternen und Grand zu tun hat, dazu persönliche Aufmerksamkeit, die doch mein überdurchschnittlich hohes Distanzbedürfnis erfüllt. Hier kann ich mir vorstellen, ganz in Hotels zu leben, aber wirklich nur hier. Vor drei Jahren hatte ich schonmal geschwärmt.

Berlinerlebnisse bisher, unter anderem:

1. Es gibt die jüdische Bäckerei Taitler nicht mehr. Erfahren hatte ich von ihr aus kathas Blog, vor drei Jahren ein köstliche Mohntörtchen dort gegessen, Rugelach eingekauft. Ein Anruf bei der Nummer auf der Website ergab, dass die Bäckerei aus persönlichen Gründen aufgegeben wurde und weil kein Nachfolger zu finden war. Sehr, sehr schade.

2. Der Rotgipfler im Glas des Jolesch – eine für mich neue, höchst interessante österreichische Rebsorte.

3. Berlin kann Sommer, aber wie. Wenn ich in diesen milden, flirrenden Sommertagen durch Charlottenburg, Mitte, Prenzlauer Berg laufe, möchte ich umgehend herziehen. (Nur dass ich mich zu gut an dieselben Wege im späten November erinnere, eisig unter bleierner Wolkendecke.)

4. Captain America im Zony Zenter: Hat mir sogar besser gefallen als dem begleitenden Superheldenexperten. Interessanterweise haben sowohl die Süddeutsche Zeitung als auch die FAZ für die ausführlichen Besprechungen des Films echte Fachleute gefunden. Oder ist Fachwissen über Superheldencomics unter besonderer Berücksichtigung von Verlags- und Veröffentlichungsgeschichte dann doch mainstreamiger, als mich der Mitbewohner glauben macht? (Und warum hat Sascha Lobo nicht erzählt, dass er mitspielt – wenn auch mit Melone statt Frisur?)

5. Das Ukulele Orchestra of Great Britain, das Anlass für diese Berlinreise war, hat es immer noch sehr drauf. Zudem weiß ich jetzt dank Hester Goodmans Beispiel, dass eine Ukulele auch vor einen ca. 8-Monats-Bauch passt. (Bei dieser Gelegenheit möchte ich allen Audi-Käufern danken: Mit Ihrer Bereitschaft, die gesalzenen Preise dieser Automarke zu zahlen, haben Sie über Sponsoring das gestrige Konzert mitfinanziert. Ganz lieb, wirklich.)

6. Diese Berlinmenschen, die ich ursprünglich alle aus dem Internet kenne, machen mich mit ihrer Herzlichkeit ganz rührselig.

die Kaltmamsell

14 Kommentare zu “Berlin im August”

  1. MonikaZH meint:

    Das Hotel ist ja hinreissend. Nur schon dass eine Aby nonchalant im Garten auf dem Sofa liegt macht es zum sofortigen Da-will-ich-hin-Hotel.

  2. Ilse meint:

    das unterste Bild ist absolut genial…

  3. Gaga Nielsen meint:

    Ah – déjà vu im Badezimmer!
    Das zauberhafte Boxerfresko aus Akrotiri auf Santorin.
    Bemerkenswerte Liebe zum Detail in all den verschiedenen Zimmern.
    Das Hotel kann man Gästen wirklich empfehlen.
    Sogar welche mit Küche sind dabei, vorbildlich.
    Das einzige was ich nicht verstehe, wieso man immer noch Doppelzimmer mit zwei schmalen Betten in dieser doch sehr hochkarätigen Kategorie möbliert. Ich leide auch wenn ich alleine im Doppelzimmer bin unter der Besucherritze. Und wenn man schon im selben Zimmer schläft, zu zweit, hat man doch meistens eine gewisse Nähe nicht ungern. Das ist ja nicht die Preisliga wo man aus Sparsamkeit zu zweit ein Zimmer nimmt, weil man im selben Chor singt. Sicher gibt es auch Zimmer mit King Size-Bett.

  4. Gaga Nielsen meint:

    P.S. erst als ich den Kommentar von Ilse gelesen habe, ist mir das letzte Bild so richtig gedämmert. Ich hoffe mal die Currywurst war nur ein Appetizer zwischendurch und nicht das komplette Hochzeitsmenü. Braut und Currywurst ist in der Tat pikant. Hoffentlich neigt sie nicht so zum Kleckern wie ich, die Braut.

    P.P.S.

  5. die Kaltmamsell meint:

    Beim letzten Bild, Gaga, wünschte ich mir schon arg Ihre Fotografierkünste: Ich entdeckte die Szene und hielt einfach drauf, konnte nur hoffen, dass sie sich nachträglich vorzeigbar machen lassen würde. Sie hätten ein Magnum-Bild draus gemacht.
    Die Boxerchen dachte ich tatsächlich aus Kreta zu kennen, minoische Kunst bezaubert mich ja ganz besonders – vielleicht ja schlicht wegen der großen Augen.

  6. Die Wahrheit meint:

    Liebe Frau Kaltmasell,

    ja, Berlin im Sommer ist wunderbar! Der Sommer entschädigt ganz eindeutig für den November.
    Falls Sie noch ein wenig Zeit in der Hauptstadt haben, empfehle ich einen Spaziergang um den Lietzensee mit anschließendem Besuch, nein, nicht im Bootshaus Stella, das ist zu sehr Massenabfertigung, sondern im Gasthaus Engelbecken
    http://www.engelbecken.de/
    oder auf der Terrasse des Hotel Seehof mit herrlichem Blick auf See und Park (Qualität der Speisen geht so, aber man sitzt so schön auf etwas gewöhnungsbedürftigen Stühlen).
    http://www.hotel-seehof-berlin.de/

  7. New Number 2 meint:

    The Ukulele Orchestra of Great Britain!
    Sehr feine Sache – und wie ich sehe noch in etwa in der Besetzung wie 2008 in Kufstein (leider kann ich nicht alle Gesichter zuordnen).
    Der Variantenreichtum der Lieder und deren jeweilige Interpretation grenzt ans Geniale.

    Danke für die schönen Impressionen aus dem fernen Berlin, das ich nur als graue, verregnete Metropole im Mai 2004 kenne (vier Tage viel Regen, ähnlich der letzten Wochen und 18°C).

  8. KochSchlampe meint:

    Aber gern doch!

    (Ich habe am Sonnabend meinen ersten Audi gekauft…)

  9. togibu meint:

    Werte Frau Kaltmamsell,
    ich möchte Ihnen völlig off-topic alles Gute zum Geburtstag wünschen.

  10. Frau-Irgendwas-ist-immer meint:

    Mannoo, das hätte Sie ja früher verraten können! *beleidigte Schnute zieh*
    The Ukulele Orchestra of Great Britain und Frau Kaltmamsell auf einen Schlag …
    Schön das Ihnen mein Berlin so gefällt, aber ich mag München ja auch sehr.
    Und wenn Sie das nächste Mal vorbei kommen, zeig‘ ich Ihnen (wenn Sie mögen) gerne auch mein Randberlin samt Hauptmann von Köpenick!
    Liebe Grüße!

  11. dyke meint:

    Auch ich wage die nichtsachbezogene Kommentarnutzung, um der verehrten Frau Kaltmamsell die allerherzlichsten Glückwünsche zum Geburtstag zu hinterlassen!

    Die Vorspeisenplatte ist Quell ständigen Vergnügens – danke schön dafür!

  12. Buchfink meint:

    Ihre Ackselhaus-Bilder sind diesmal viel schöner als vor 3 Jahren!

  13. frechdachs meint:

    The Ukulele Orchestra of Great Britain! Kommen auch nach Köln und eine Karte ist schon mein. *vorfreu*

  14. piotr meint:

    Fein schaut das aus! So könnt ich mir auch den Urlaub in berlin vorstellen..

Kommentar verfassen:

XHTML: Folgende HTML-Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>


Sie möchten gerne einen Kommentar hinterlassen, scheuen aber die Mühe einer Formulierung? Dann nutzen Sie doch den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein, Sternchen darüber und darunter kennzeichnen den Text als KOMMENTAROMAT-generiert. Sie müssen nur noch die Pflichtfelder "Name" und "E-Mail" ausfüllen und den Kommentar abschicken.


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen