Archiv für Juni 2018

Twitterlieblinge Juni 2018

Samstag, 30. Juni 2018

Nachtrag: Anne Schüßler hat wieder Lieblingstweetsammlungen gesammelt.

Journal Freitag, 29. Juni 2018 – Urlaubsauftakt mit Sommerrückkehr

Samstag, 30. Juni 2018

Frühmorgens eine Runde Kraft- und Cardiotraining nach neuer Fitnessblender-Vorlage. Ich hatte in der Beschreibung übersehen, dass kein Bauchtraining dabei war, das hängte ich selbsttätig dran.

Mit dem Fahrrad in die Arbeit, obwohl es entgegen der Wettervorhersage düster aussah. Es blieb aber trocken, und nachmittags riss der Himmel tatsächlich auf. Ich hörte draußen Vogelgeschrei, und als ich nachsah, schoss gerade ein Falke schreiend an meinem Fenster vorbei, eine Krähe jagend, die er immer wieder attackierte. Dahinter ein weiterer Falke. Wird die Krähe sich ans Falkennest gemacht haben? Morgens hatte ich diese Woche am Heimeranplatz schon mal überm Sheraton-Hotel zwei Falken gesehen.

Angenehmerweise bekam ich meinen Schreibtisch ohne Panik urlaubsleer, ich verließ ihn mit großer Vorfreude. Zur Schusterin geradelt, beim Basitsch daneben Abendbrot besorgt.

Herr Kaltmamsell kam früher als angekündigt von einer Abiturfeier heim, zusammen bereiteten wir Lauchgemüse, Champignons und Entrecôte zu. Als Aperitif gab’s nach fünf Tagen ohne Alkohol Cosmopolitans, zum Essen ein Glas Rotwein, während es draußen warm und sommerlich wurde.

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Der US-amerikanische Science-Fiction-Autor und Essayist Harlan Ellison ist mit 84 Jahren gestorben. Der hat ja mal bei uns angerufen.

Das erinnerte mich intensiv daran, wie das Internet mal war und auf meiner kleinen Insel der Seligen noch sehr oft ist: Menschen und eine Verbindung zwischen ihnen, die es so noch nie gab – vielfältigste Grenzen von Lebenswelten überwindend. Zum Glück war mir das auch damals schon bewusst.

Ich musste besonders daran denken, als ich in der New York Times über eine eigentlich sehr interessante Begegnung mit Jonathan Franzen las:
„Jonathan Franzen Is Fine With All of It“.

Darin wird Franzen zitiert:

“The internet is all about destroying the elite, destroying the gatekeepers,” he said. “The people know best. You take that to its conclusion, and you get Donald Trump.”

So ein Blödsinn! Die beschriebene Haltung kann man tatsächlich in den vergangenen Jahren beobachten (siehe Brexit-Votum); doch das Internet ist doch nur ein Ort, an der sie sichtbar wird, nicht die Ursache dafür. Es tut mir wirklich von Herzen leid, dass nur so wenige die Möglichkeiten des Internets erlebten und erleben wie ich. Vor allem angesichts der Entwicklungen in den vergangenen zehn Jahren weiß ich, dass ich einfach Glück hatte.

Journal Donnerstag, 28. Juni 2018 – Regentag und Beifang aus dem Internetz

Freitag, 29. Juni 2018

Es regnete von früh bis spät, das Tageslicht schaffte es nicht über Kanne-Tee-und-Kerzen-Stimmung – dringend benötigter Regen auf den Feldern und Beeten.

Ich schaffte es nicht, ganz so früh Feierabend zu machen wie an den Vortagen, da ich mir die nächste Woche als Urlaub erarbeiten musste (Bachmannpreis! und davor ein paar Tage Heimaturlaub).

Zum Abendessen hatte Herr Kaltmamsell aus Fenchel, Zucchini, Aubergine, Frühlingszwiebel des frischen Ernteanteils Ofengemüse gebacken und servierte es mit dem Quinoarest aus dem Küchenschrank (der nur nachgekauft wird, wenn wir heimischen finden).

Früh zum Lesen ins Bett, bis Klagenfurt möchte ich den Oskar Maria Graf durch haben, um ein anderes Buch mitnehmen zu können.

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Stefan Braun untersucht für die Süddeutsche:
„Fehler, Mythen und Lügen in der Flüchtlingskrise“.

via @EveRoll

(Wobei allein schon der Begriff „Flüchtlingskrise“ meiner Ansicht nach verzerrend wirkt: Diese Menschen sind zwar tatsächlich Anlass für eine politische Krise, doch nicht eigentlich, weil sie sich zu uns gerettet haben, sondern weil sie instrumentalisiert werden.)

Das Klima im Asylstreit wirkt zunehmend vergiftet. Vergiftet von Vorwürfen, die nicht alle falsch, aber auch längst nicht alle richtig sind. Ganz so, als würden auch in Deutschland die Grenzen zwischen Fakten und Fake News immer mehr verschwimmen.

Braun zählt auf und widerlegt dann:

Behauptung 1: Die Kanzlerin hat im September 2015 die Grenzen geöffnet.

Behauptung 2: Die Bundesregierung hätte einfach die Grenze schließen und Flüchtlinge zurückweisen können, ohne dass das große Folgen gehabt hätte.

Behauptung 3: Die Regierung hat damit Recht gebrochen.

Behauptung 4: Die Entscheidung ist ein nationaler Alleingang und deshalb unsolidarisch gewesen.

Aber dann nennt Braun auch die Fehler der Bundesregierung aus seiner Sicht (wobei ich vorsichtig darauf hinweisen möchte, wie viel einfacher eine Analyse im Nachhinein und aus der Distanz ist):

Fehler 1: Die Warnsignale wurden missachtet.

Fehler 2: Niemand in Europa schaute im Jahr 2014 auf die Zuspitzung der Lage in den Flüchtlingslagern.

Fehler 3: Der Glaube, dass das Dublin-System zur Verteilung der Flüchtlinge dauerhaft funktionieren könnte.

Fehler 4: Als die Krise im Sommer 2015 voll ausbrach, gab es von Seiten der Kanzlerin und ihrer wichtigsten Minister keine Auftritte.

Fehler 5: Der letztlich gescheiterte Versuch, andere Europäer mittels Mehrheitsentscheidung zu mehr Solidarität zu zwingen.

Fehler 6: Die Unfähigkeit der Kanzlerin und des CSU-Chefs Horst Seehofer, ihre Asylpolitik in der Folge als Antwort auf die Krise zu präsentieren.

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Es ist wichtig, gesellschaftliche Minderheiten sichtbar machen. Zum Beispiel schwule Landwirte, wie Lutz Staacke es mit dem Hashtag #thegayfarmers tut.

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Ich weiß: Ascot ist schon ein paar Tage her. Ich bin halt erst jetzt zum Hinterherlesen gekommen und empfehle Ihnen diese Fugly-Zusammenstellung:
„The Best Hats of Ascot!“
(Mein Favorit.)

Journal Mittwoch, 27. Juni 2018 – Fußballruhe

Donnerstag, 28. Juni 2018

Wieder früher aufgestanden, wieder Crosstrainersport, wieder viel Freude daran.

Beim Kreuzen der Theresienwiese bewunderte ich den Himmel (hauptsächlich blau) – und sah vier Schwäne in Formation lautlos recht weit oben über mich hinweg fliegen.

Bauarbeiter sind Kacken gegangen?

Nach Feierabend ging ich zu meiner Schusterin, weil auch die Zeha-Sommerschuhe eine ordentliche Sohle bekommen sollten. Die Schusterin erinnerte sich sofort an das andere Paar: „Ah, wieder die coolen Schuhe.“ Mit diesem Lob aus berufenstem Mund, würde ich sagen, habe ich das Thema durchgespielt.

Ich wollte noch frische Blumen und ging zum Laden beim Stephanskircherl. Gerade als ich durch die Türe kam, sagte der Mann im Radio: „…muss der Weltmeister also morgen nach Hause fahren.“ Ich kann mich also auf eher ruhige weitere drei Wochen freuen, auch der Blumenhändler zählte auf, welche Belästigungen ihm durch dieses Fußballspielerlebnis erspart bleiben. Er band mir einen schönen Strauß Pfingstrosen.

Gemüsesuppe mit Kohlrabi und Erbsen zum Abendbrot, zudem reichlich Aprikosen, Trauben, Nektarinen.

Kurz vor dem Schlafengehen sah ich noch drei Fledermäuse ums Nachbargebäude flattern. Ich freute mich sehr, da ich dieses Jahr nur ein paar mal und dann nur eine einzelne gesehen hatte.

Journal Dienstag, 26. Juni 2018 – Verliebt in einen Obststand

Mittwoch, 27. Juni 2018

Als gestern der Wecker früh genug für Sport klingelte, sprang ich vorfreudig auf: Es war im Gegensatz zu Montagmorgen der richtige Zeitpunkt. Und so hatte ich beim Strampeln auf dem Crosstrainer zu lustiger Musik auch so viel Spaß, dass ich gleich eine weitere solche Einheit für die Woche vorsah.

In die Arbeit ging ich unter strahlend blauem Himmel, aber mit kühlen Temperaturen – die mich keineswegs an tropfendem Nachschwitzen hinderten.

Der Tag wurde gemischtwolkig. Nach Feierabend ging ich über die südliche Seite des Bavariaparks zur Theresienwiese und schlenderte besonders langsam darüber, genoss die Weite und den angenehmen milden Wind.

Ich ging wieder am Obststandl vorbei, der mir am Freitag zuvor sehr gutes Obst verkauft hatte. Diesmal Instantverliebung in den Standler: Ich hatte um ein Kilo von den Pfirsichen im Sonderangebot gebeten. Sie waren sichtlich nicht mehr frisch, aber ich hoffte auf Süße und sie würden schon schnell wegkommen. Erst suchte Herr Obst mir sorgfältig die besten davon heraus, doch nachdem ich bereits ein Kilo Aprikosen und ein Kilo Tomaten geordert hatte, erklärte er, dass er mir statt der Pfirsiche Nektarinen geben würde: Die Pfirsiche seien weich und nicht mal saftig, die Nektarinen viel besser. Einverstanden, vom Fachmann lasse ich mich gerne dirigieren. Dann bat er mich, die italienischen Trauben zu probieren: trotz Vorsaison köstlich, ich kaufte Herrn Obst eine große Traube ab.

Zum Abendessen gab’s Wurst, Käse, Brot, Radiserln, Tomaten etc.

Das das frisch gekaufte Obst im Korb schon wieder dicht von kleinen Fliegen umschwirrt war, mischte ich die Fruchtfliegenfalle von Cucina Casalinga.

Ergebnis nach einer Stunde (danke für die kürzliche Erinnerung!).

Wieder machte ich mich früh bettfertig: Ich hatte es am Montagabend sehr genossen, fast eine Stunde am Stück in Grafs Das Leben meiner Mutter zu lesen und wiederholte das.

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Gestern kennengelernt: Das Konzept „Informationsethik“. Es ging um Bibliotheken uns dabei um die Wahl von Dr. Arne Upmeier, stellvertretender Direktor der Universitätsbibliothek Ilmenau, zum neuen Ethikbeauftragten des Deutschen Bibliotheksverbands.

Nach seiner Wahl betonte Dr. Arne Upmeier die Bedeutung, die er seinem neuen Amt als Ethikbeauftragter beimisst: „Bibliotheken sind mit ihrer neutralen und überparteilichen Bestandsauswahl das beste Bollwerk gegen ‚Fake News‘ und einseitigem Meinungsmachen. Dieser Aufgabe immer gerecht zu werden, ist im Einzelfall aber gar nicht so leicht. Typische Fragen im Bibliotheksalltag sind: Wie ist mit extremistischen Schriften umzugehen, egal ob von rechts oder links? Was geschieht mit Büchern wie der Dissertationsschrift von Theodor zu Guttenberg: Sollten sie als historisches Dokument im Bestand bleiben oder als Plagiat vernichtet werden? Wie viel Einfluss darf ein gewählter Bürgermeister auf die Medienauswahl in ‚seiner‘ Bibliothek haben?“

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Nur zur Sicherheit: #notallBayern
Robert Habeck, Grüner Politiker, Umweltminister und stellv. Ministerpräsident in Schleswig Holstein, schreibt darüber in seinem Blog:
„Welche Farbe hat weiß-blau?“

via @claudine

Ob meine Angst vor der Wahl des Bayerischen Landtags im Oktober noch sinken wird? (Klar habe ich mich wieder als Wahlhelferin gemeldet.)

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Babysteps: Deutschland erste queere Briefmarke ist Dr. Magnus Hirschfeld gewidmet, zum 150. Geburtstag des Arztes, Sexualwissenschaftlers und Mitbegründers der ersten Homosexuellen-Bewegung.

1000 Fragen 41-60

Dienstag, 26. Juni 2018

41. Trennst du deinen Müll?
Neben Pünktlichkeit und Humorlosigkeit meine deutscheste Eigenschaft.

42. Warst du gut in der Schule?
Zumindest besser als ich damals dachte: fast durchgehend leicht über Durchschnitt.

43. Wie lange stehst du normalerweise unter der Dusche?
Nur so lang wie unbedingt nötig: Rundum nassmachen, Haare shampoonieren, Haare spülen, Körper einseifen, Körper abwaschen.

44. Glaubst du, dass es außerirdisches Leben gibt?
Ich halte es für möglich.

45. Um wieviel Uhr stehst du in der Regel auf?
Wochentags spätestens um 6, wochenends gegen 7.

46. Feierst du immer deinen Geburtstag?
Nein.

47. Wie oft am Tag bist du auf Facebook?
Oft tagelang nicht, mein Online-Leben findet woanders statt.

48. Welchen Raum in deiner Wohnung magst du am liebsten?
Das Wohnzimmer mit seinen großen Fenstern in zwei Richtungen und den Kastanien davor.

49. Wann hast du zuletzt einen Hund (oder ein anderes Tier) gestreichelt?
In Glendalough den Hund des B&B-Wirts.

50. Was kannst du richtig gut?
Frischhaltefolie unfallfrei abreißen. Auch im letzten Meter der Rolle.

51. Wen hast du zum ersten Mal geküsst?
Michael.

52. Welches Buch hat einen starken Eindruck bei dir hinterlassen?
Zuletzt Didier Eribon Rückkehr nach Reims.

53. Wie sieht für dich das ideale Brautkleid aus?
Wie ein Frack.

54. Fürchtest du dich im Dunkeln?
Nein.

55. Welchen Schmuck trägst du täglich?
Ohrringe.

56. Mögen Kinder dich?
Da ich Kontakt mit Kindern schon immer meide, ist die Untersuchungsgruppe zu klein für eine belastbare Antwort.

57. Welche Filme schaust du lieber zu Hause auf dem Sofa als im Kino?
Die Filme, die ich nur auf dem kleinen Bildschirm kenne, also alte.

58. Wie mild bist du in deinem Urteil?
Im Reflex bin ich bösartig und gehässig, bis ich mich über Vernunft zu Milde durcharbeite.

59. Schläfst du in der Regel gut?
Ja.

60. Was ist deine neueste Entdeckung?
Dass der Flaucher-Biergarten fußballfrei ist.

Quelle: Flow-Magazin.

Zu den Fragen 21-40.
Zu den Fragen 61-80.

Journal Montag, 25. Juni 2018 – Sommerkühle und neuer Pokémonspaß

Dienstag, 26. Juni 2018

Unangenehme Träume, unangenehme Nacht: Bei einem Aufwachen verstellte ich die Weckzeit dann doch auf sechs und strich den Morgensport.

Ein kühler Tag, morgens regnete es auch.

Pünktlicher Feierabend (mein derzeitiger Vorsatz), Bauernwürscht aus Ingolstadt mit Kartoffelsalat zum Abendessen. Ich zog mich früh ins Bett zurück, um dort noch zu lesen.

PokémonGo ermöglicht jetzt auch Freundschaftsbeziehungen, nach Freundschaftsschluss kann man Geschenkboxen austauschen, die es an Pokéstops gibt. Tatsächlich nochmal ein Anreiz, auch wenn ich die meisten Freundestrainerinnen und -trainer nicht zuordnen kann (weil die Leut‘ nicht einen Nick durch alle Anwendungen ziehen). Die Geschenke kommen immer mit Bildern des Pokéstops, der sie abgeworfen hat – und plötzlich bin ich in Essen oder Berlin.

§

Große Liebe für diesen Vater:
„If You Ever Hurt My Daughter, I Swear to God I’ll Let Her Navigate Her Own Emotional Growth“.

via @alexmatzkeit

Mario Barth-Humor weist darauf hin, dass die gesellschaftliche Erwartung immer noch ist, dass Väter sich zwischen ihre Töchter und Burschen zu stellen haben, Töchter das gesamte Thema deshalb vor ihnen geheim halten. Traurig und schädlich.


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