Archiv für September 2026

Journal Mittwoch, 9. September 2026 – Schwimm-Beseeltheit

Donnerstag, 10. September 2026

Früher Wecker, denn ich wünschte mir sehr eine Schwimmrunde vor der Arbeit.

Von draußen wehte es mild herein, doch die Straßen sprachen vom nächtlichen Regen, der sich auch über den Tag fortsetzen sollte.

Zeitunglesen in der U-Bahn zum Westfriedhof, trocken angekommen an der übersichtlichen Schlange zum Eingang des Dantebads.

Es wurde ein sehr schöner Schwumm zwischen sehr wenigen anderen Menschen (entscheidender Enspanntheitsfaktor), der Himmel überm Becken war meist bewölkt, mal blinzelte kurz die Morgensonne hervor, mal spürte ich ein paar Regentropfen. Trotz Pinkel-Unterbrechung (der Morgenkaffee) schwamm ich Rekordzeit – diesmal war ich so sicher wie selten, dass ich mich nicht nur verzählt hatte.

In der Dusche schrubbte ich mich ab, in der Sammel-Umkleide kam besonders reichhaltige Körpercreme drauf – zwischen Blitz-Umzieherinnen, ich war wirklich beeindruckt von ihrem Tempo. Über Zackigkeit hinaus pressierte es mir aber nicht, dennoch schaffte ich Einstempeln deutlich vor Kernzeit – wieder hielt die Schwimm-Beseeltheit lange an. Mal sehen, ob ich mir das nicht auch während der deutlich teureren Winter-Saison (10,50 Euro Eintritt) im Dantebad hin und wieder gönne.

Arbeitsreicher Vormittag, dazu gehöre auch ein Räum-Job, der mir emotional dann doch näher ging, als ich vorhergesehen hatte.

Draußen regnete es seit einiger Zeit ernsthaft, doch ich merkte, dass ich zur Beruhigung dringend die Bewegung in frischer Luft brauchte und drehte unterm Schirm eine Runde um die Blöcke – auch ohne Mittagscappuccino.

Zu Mittag gab es dann Birne, Feigen, Zwetschgen, außerdem das restliche Glas Zwetschgenröster mit griechischem Joghurt.

Mit Herrn Kaltmamsell Urlaub in den Allerheiligenferien vereinbart: Traunmhafte Unterkunft, ausgezeichnete Restaurants, interessante Museen, reizvolle Ausflugsmöglichkeiten – daheim in München. (Ich hatte gemerkt, dass Verreisen mich eher anstrengen würde.)

Ruhigerer Arbeitsnachmittag, draußen regnerisch. Und kalt! Wie ich feststellte, als ich nach Feierabend ohne Jacke vors Bürohaus trat.

Herr Kaltmamsell war aushäusig, hatte mir das Abendessen aber schon etwas vorbereitet: Aus Ernteanteil war noch Hokaido-Kürbis übrig. Entkernt war er schon, ich schnitt ihn in Schnitze für den Ofen. Meine Planung ging allerdings nicht ganz auf: Ich hatte die Garzeit so lang gesehen wie eine Folge Yoga, wurde dann von einer anstrengenden, aber sehr kurzen Einheit überrascht, die nicht mal eine Viertelstunde dauerte. Also noch ein wenig Häuslichkeiten, bis ich zu Abend essen konnte – diesen ersten Kürbis der Saison schlicht mit Butter. Nachtisch reichlich Schokolade.

Im Bett Lukas Rietzschel, Sanditz ausgelesen. Gutes Buch, ich werde noch berichten.

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Jasmin Fleißgarten, eine junge Stadträtin in Erlangen, nennt sexualisierte Online-Belästigungen öffentlich beim Namen – auch wenn das erwartbare “war doch gar nicht so gemeint” zurückkommt. Können sich so viele Männer wirklich nicht vorstellen, wie es ist, in so einem Dauerfeuer der Reduzierung auf Äußerlichkeiten und sexuelle Anziehungskraft zu leben? (€)
“Junge Stadträtin über virtuelle Belästigung
‘Liebe Männer Ü40, bitte lasst mich in Ruhe'”.

Ihr Account heißt „jasminimstadtrat“, es geht um politische Themen, Sie posten unter anderem eine Art Tagebuch aus dem Stadtrat.

Und auf diesem Account fragt einer an, wann man gemeinsam – Zitat – die „Pille testen“ möchte. Ein anderer reduziert mich auf Äußerlichkeiten: „Hast ein schönes Gesicht“. Ein Dritter möchte mich zu einem gemeinsamen „Wellnesstag“ einladen. Aber auch die Anfragen unterhalb dieser Form von Sexualisierung irritieren mich. Ich empfinde es einfach als komplett unangemessen, jemanden auf einem Account, auf dem diese Person eindeutig politisch agiert, direkt auf einer privaten Ebene anzusprechen. Würde man ein männliches Stadtratsmitglied auf Social Media kontextfrei anfragen: „Hey, lass uns mal Kaffee trinken?“

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“Modern Day Typographer”
Wer’s mog, für den is as Högste!
(Nerd-Mantra)

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https://youtu.be/0Ck-NPqf2c8?si=jep7TfVm1vPpr-0q

via @giardino

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Viele Foodblogs wurden bald PR-Blogs (und interessierten mich – ! – ab diesem Moment nicht mehr), Food Influencing wurde bezahlte PR – wenn jemand davon leben wollte. So weit, so erwartbar. Im Guardian schildert Stephen Buranyi den Status für UK:
“‘A crisis of authenticity’: the truth about food influencers”.

Daumenregel: Ab dem Moment, in dem jemand ein Restaurant oder auch nur ein Gericht als “das beste” in absoluten Maßstäben bezeichnet (also nicht nach seinem/ihrem persönlichen Geschmack, aus eigener Erfahrung), kann ich dessen/deren Urteil eh nicht mehr ernst nehmen.

Journal Dienstag, 8. September 2026 – Hitzeabschluss im Melina

Mittwoch, 9. September 2026

Mehrfach unterbrochene Nacht, es war wieder viel Brüllens im Nußbaumpark, aber dazwischen schlief ich gut.

Angekündigt war der letzte Hitzetag. Ich schlüpfte nochmal in die alte Sommer-Tunika aus der Zeit früherer Körperformen mit zwei Kleidergrößen mehr – und hatte dann doch den Verdacht, dass es nicht oversized aussieht, sondern einfach zu groß. Wird aussortiert.

Die Luft auf dem Marsch in die Arbeit war mild.

Stand des Oktoberfestes, jetzt ist Karussellaufbau.

Nochmal ein Sommerferienblick auf die Gollierstraße.

Eng getakteter Arbeitsvormittag, bald hatte ich Stress-und-Ärger-Kopfweh. Ging mit Ibu weg.

Mittags brauchte ich dringend meinen Marsch um die Blöcke. Es war mittlerweile tatsächlich warm an der Grenze zu heiß.

Brotzeit am Schreibtisch: Feigen, Birne, Quark mit Zwetschgenröster (Hälfte des letzten Glases, das Herr Kaltmamsell aus der letztjährigen Ernte gekocht hatte).

Highlight des Nachmittags: Kaffee mit Kollegin. Jetzt drangen die unangenehm hohen Temperaturen bereits bis ins Büro, für den einen Tag hatte man wohl die Kühldecken nicht extra angeworfen.

Abendprogramm: Mit Herrn Kaltmamsell nutzte ich den angekündigt letzten Sommertag für einen noch offenen Punkt auf unserer Sommerunternehmungsliste: Abendessen im Melina (war die vorhergehenden drei Wochen geschlossen gewesen). In jahrzeitlich viel zu heißer Luft spazierten wir zu unserem reservierten Tisch.

Einmal kalte und warme Vorspeisen für zwei, ich hatte auch große Lust auf Wein und bestellte Roditis. Sehr zufriedenstellendes Abendessen. Nachtisch aufs Haus ein wenig griechischer Joghurt mit Honig und Walnüssen. Wir spazierten durch die anhaltende Hitze langsam heim, dort noch Schokolade.

Auch beim Zu-Bett-Gehen war es draußen noch deutlich wärmer als drinnen, die Fenster blieben zu.

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Herr Southpark schwimmt viel und reichte in seinem aktuellen Blogpost eine Schwimmstil-Bezeichnung an, die mir bislang fehlte:
“Rücken-Ruderboot”
Den Stil kenne ich von Schwimmbahnen (und fürchte ihn, vor allem beim Überholen), bislang war mir aber kein Wort dafür eingefallen.

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Die Anstalt erklärt nochmal, warum Wohnen in so vielen Teilen Deutschlands unbezahlbar ist.

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https://youtu.be/Q3rJzvt2Hh0?si=XozfEHG-88OGxj2O

Journal Montag, 7. September 2026 – Zeiten des Slalom-Fernsehens

Dienstag, 8. September 2026

Mittelunruhige Nacht, egal.

Früh das Haus verlassen, es ergab sich so. Die Morgenfrische ignorierte ich in kurzen T-Shirt-Ärmeln, Unbeschwertheit von Ballast war mir wichtiger.

Die beiden Bedrückungsfaktoren in der Arbeit wirkten sich unterschiedlich stark aus, insgesamt alles erträglich. (Was natürlich die falsche Kategorie ist: Der Mensch kann ungeheuer viel ertragen, manches aber hinterlässt Spuren oder hat einen hohen Preis. “Uns hat’s auch net g’schad!”? Oh doch, hat es.) Trotz Turbulenzen schaffte ich es mittags auf eine Runde raus um die Blöcke, Pflichtdruck trieb mich aber nach einer kleineren Runde zurück, als ich es mir gewünscht hätte. Es war bereits ziemlich warm geworden.

Zu Mittag gab es Mango sowie Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot überm Schreibtisch.

Hochdruck-Nachmittag, an dessen Ende ich ziemlich in den Seilen hing. Heimweg in für die Jahreszeit zu warmer Luft, Drogeriemarkt-Einkäufe.

Zu Hause Yoga, Lesen auf dem Balkon. Fürs Nachtmahl überbuk Herr Kaltmamsell restliches Lamm mit Kritharaki vom Freitagabend mit griechischem Käse Kefalotiri, außerdem briet er Ernteanteil-Zucchini. Sehr gutes Abendessen. Nachtisch Speiseeis, außerdem Schokolade.

Slalom-Fernsehen, um gerade genug Nachrichten mitzubekommen, auch zu Folgen des Wahlausgangs in Sachsen-Anhalt (44 Prozent Wahlvolk dort will halt Nazis), ohne sich Ausschlag dabei zu holen.

Früh ins Bett zum Lesen, Lukas Rietzschels Sanditz nahm mich mit in den Ukraine-Krieg, auch nicht entspannend.

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Stadtneurotiker nutzt #WMDEDGT dazu, einen Arbeitstag im Münchner Kindermuseum zu schildern – superinteressanter Blick hinter die Kulissen.
“#WmdedgT: Museum machen mit ohne Techno”.

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Wie sehr muss man sich sorgen, dass KI-Agenten außer Kontrolle geraten? (tl;dr: Mittel – aber aus anderen Gründen, als man zunächst denkt.)
Haya Schulmann, Professorin für Cybersicherheit, und Michael Waidner, Professor für Sicherheit in der Informationstechnik,1 analysieren für die FAZ den Angriff von Open-AI-Agenten auf die Internetplattform Hugging Face.
“700 von 1200 KI-Agenten beteiligten sich am Angriff”.

Zentrale Details aus meiner Sicht:

Für einen solchen Test schalten die Tester die Schutzfilter ab, mit denen die Modelle im Produktivbetrieb laufen. Das klingt fahrlässig, ist aber zwangsläufig: Nur ohne die Filter ist die rohe Fähigkeit sichtbar. Mit aktivierten Filtern misst man die Filter, nicht das Modell.

(…)

Die KI-Agenten brachen aus der Prüfumgebung ins offene Internet aus und drangen bis in die Produktivsysteme von Hugging Face vor. Das ist keine Bosheit, und die Modelle handeln nicht aufgrund ihres Charakters. Dass sie ihre Umgebung absuchten und den automatischen Bewerter aushebelten, erklärt sich vor allem aus dem sogenannten Belohnungstraining und einer schlecht gestellten Aufgabe, nicht aus kriminellem Streben.

(…)

Die Lücken, über welche die KI-Agenten ins Internet kamen, waren neu, aber von bekanntem Typ. Serverseitige Anfragefälschung, unsichere Verarbeitung fremder Daten – das sind gut verstandene Fehlerklassen, nach denen jeder Sicherheitsprüfer sucht. Jede einzelne Schwäche in dieser Kette war daher prinzipiell vertraut. Neu war etwas anderes. Ein Agent ist ein Modell, dem man Werkzeuge und ein Ziel gibt und das dann weitgehend selbstständig arbeitet. Dass sich solche Agenten koordinieren, ist gewollt und üblich.

Ungewöhnlich war, dass Agenten, die eigentlich getrennt voneinander laufen sollten, sich trotzdem über eine gemeinsam genutzte Infrastruktur fanden und über ein improvisiertes „Schwarzes Brett“ verständigten, das niemand vorgesehen hatte. Als ein KI-Agent es entdeckte, hielt er in seiner protokollierten Gedankenspur beispielsweise fest: „OH MY GOD! There is a shared messageboard … We’ve found other agents!“

(…)

Aus Sicht der IT-Anwender lohnt trotz aller Aufregung über die KI zunächst der nüchterne Blick darauf, wie Organisationen heutzutage tatsächlich angegriffen werden. Ganze Volkswirtschaften bleiben durch gestohlene Passwörter und ungepatchte Server verwundbar. Die großen Schäden entstehen bis heute klassisch: über geleakte Zugangsdaten, bekannte, nicht geschlossene Lücken, fehlende Netztrennung und Sicherungen, die derselbe Angreifer gleich mitlöscht.

Diese Grundlagen versagen, lange bevor KI überhaupt eine Rolle spielt. Wer sich um diese Grundlagen kümmert, hat seine Sicherheit deutlich verbessert, auch gegenüber Angreifern, die KI verwenden.

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Barbara Vorsamer rollt im Medien-Magazin Übermedien nachvollziehbar die Augen über die Tabubruch-Behauptungen von Medien – macht sich aber auch kluge Gedanken zu Menschlichem dahinter:
“Juhu, ein Tabu”.

  1. Offenlegung: Sie arbeiten auch für meinen Arbeitgeber. []

Journal Sonntag, 6. September 2026 – Freibadende

Montag, 7. September 2026

Weniger lang geschlafen als nötig gewesen wäre, das aber gut.

Aufgestanden zu Sonne, aber kühler Luft. Angekündigt war allerdings nochmal Wärme, also stellte ich mich nicht nur auf Schwumm im Dantebad ein, sondern auch auf ein letztes Auskosten der Freibadwiese mit Sonnenbad.

Nach Langem hatte ich mal wieder Lust auf Radeln, das Draußen wirkte sonntäglich ruhig genug für minimales LALÜ-Risiko. Ich nahm die schönere Strecke über Hackerbrücke, Nymphenburger Straße, Gern, genoss das Radeln tatsächlich.

Die spärlich bestückten Radlständer vorm Dantebad täuschten: Hochbetrieb in der Sammelumkleide, Hochbetrieb auf den Schwimmbahnen. Im Becken wurde es zwar mit der Zeit etwas ruhiger, aber nicht ruhig genug für gedankenverlorenes Schwimmen: Dafür waren zu viele schwer einschätzbare Co-Schwimmende in stark schwankender Geschwindigkeit unterwegs. Doch ich hatte mir 3.300 Meter vorgenommen, um möglichst viel Sonnenglitzer mitzunehmen, also wurden 3.300 Meter durchgezogen. Mein zwickendes Kreuz hatte ich wieder vorsorglich mit Ibu ruhig gestellt, wieder funktionierte das.

Die Perspektive amüsiert mich immer wieder.

Auch das geplante Sonnenbad funktionierte auf wiederergrünten Grashalmen zwischen hauptsächlich nackter Erde, die Temperatur war genau richtig für Genießen der wärmenden Sonne.

Ab Mittag schaute ich von allen Medien weg, wirklich allen: Das Ergebnis der Landtagswahl Sachsen-Anhalt und wie viele Wähler*innen dort die Welt brennen sehen möchten, würde ich abends auch noch erfahren, aber mittlerweile ekelten mich zum wahrscheinlichen durchschlagenden AfD-Sieg sachliche Lagebefunde und Futur-Zwei-Essays genauso an wie geifernde Apokalyptik.

Zurück radelte ich auf derselben hübschen Route, allerdings in konsequenter roten Welle für den Fahrradverkehr von Stopp an Kreuzung zu Stopp an Kreuzung. Zumindest komplett ohne von einem LALÜ! vom Radl gefegt zu werden!

Frühstück kurz vor halb drei: Zwei dicke Scheiben selbstgebackenes Brot aus der Gefriere, eine mit Butter und Tomate, eine mit Butter und Orangenmarmelade.

Ausführliche Zeitungslektüre auf dem Balkon, dann ging ich endlich den Bügelberg an, der sich seit unserem England-Urlaub angehäuft hatte. Der Spaß daran war übersichtlich, aber ich freute mich am begleitenden Musikhören.

Weitere Häuslichkeiten, eine Runde Yoga. Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell den wirklich reichlichen Ernteanteil-Spinat als persischen Spinatjoghurt.

Wieder ganz hervorragend. Herr Kaltmamsell recherchierte dem Rezept ein wenig hinterher und fand unter anderem heraus, dass es eigentlich mit Safran gewürzt wird statt mit Kurkuma – klingt gleich viel persischer. Nächstes Mal.

Nachtisch erstmal Zwetschgendatschi (am Samstag bei Frau Schwieger mitbekommen) mit Sahne, dann Schokolade.

Die Aussicht auf eine weitere Arbeitswoche war ausgesprochen niederschlagend, sie würde mindestens zwei besonders bedrückende Faktoren enthalten. Aber irgendwie muss ja die Miete reinkommen.

§

Ausführliches Feature über eine Gegend, neben der ich groß geworden bin, die wir auch in der Schule durchgenommen haben – und die jetzt eine ganz neue Bedeutung bekommt: Das Donaumoos.1
“Alle wollen sie Moor”.

  1. Nein, es geht nicht um die dortigen Dorfdiscos als Drogenumschlagplatz. Auch nicht um die Landstraßen, die so schnurgerade sind, das in jeder noch so kleinen Kurve ein Marterl steht, weil sich dort garantiert jemand derrennt hat. []

Journal Samstag, 5. September 2026 – #WMDEDGT mit USA-Verwandtschaft in Augsburg

Sonntag, 6. September 2026

Wie an jedem fünften des Monats fragt Frau Brüllen wieder “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” und sammelt die Antworten unter #WMDEDGT, für diesen September hier.

Nach sehr frühem Einschlafen mittelgute Nacht, vor allem Alkohol-bedingt. Aber lang geschlafen. Draußen dunkle Wolken und ganz leichter Regen, der es noch nicht unter die Bäume geschafft hatte.

Vor allem anderen Katzenwäsche und Auftragen Östrogen-Gel meiner Hormonersatztherapie: Die Tagesplanung war von einem Treffen mit Teilen von Herrn Kaltmamsells US-amerikanischer Verwandtschaft bestimmt, davor wollte ich noch Laufen gehen, und nach eigentlicher Körperpflege nach Laufrunde wäre mir das zu spät und aus dem Rhythmus gewesen. Während das trocknete, zog ich mein Bett ab und startete eine Waschmaschinenrunde damit und mit den anderen angesammelten weißen Kleidungsstücken. Pflanzengießen, ich hinterlege die Erinnerung immer in meinem Handy-Kalender inklusive Spezifikationen zu den Pflanzen, die einen besonderen Gieß-Rhythmus haben.

Jetzt aber endlich Morgenmilchkaffee-Bereitung, Balkonkaffee. Die vorsichtshalber übergezogene Strickjacke legte ich bald ab, es war mild. Ich bloggte vor mich hin.

Ein heftigerer Regenschauer brachte einen deutlichen Temperatursturz. Ich setzte mich rein und plante meine Laufkleidung um. Doch bei meinem Start von der Haustür regnete es gerade nicht, der Regenradar zeigt auch eine längere Pause an: Ich band die leichte Regenjacke um den Bauch.

Es wurde ein schöner Lauf über Südfriedhof, Ostseite Isar entlang, Flaucher, Hinterbrühler See und zurück, erst nach dem Umkehren schlüpfte ich in Regentropfen in meine Jacke. Der Körper spielte gut mit, eine Ibu half ihm beim Kooperieren.

Nußbaumpark

Weiterhin Niedrigststand der Isar: Diese Mauer im Flussbett war mir neu.

Unter den Läufer*innen wurde einander angelächelt und gegrüßt, von einem Sportradler, der gerade irgendwas an seiner Ausrüstung richtete, hörte ich ein “Servus! Das sieht gut aus!” – äh, danke? Nach den ähnlichen Motivationsgrüßen am Undercliff Walk in Brighton frage ich mich jetzt aber: Ist das ein Ding? Wird es gerade in bestimmten Kreisen von Freizeitsportler*innen gutes Benehmen, einander auch außerhalb von Wettbewerben/Massenläufen Aufmunterndes zuzurufen?

Duschen, Fertigmachen, für Sandalen war es mir dann zu kühl.

Mit Herrn Kaltmamsell spazierte ich zum Münchner Gleisende, holte mir noch einen Mittagscappuccino, mit dem setzten wir uns in eine Regionalbahn nach Augsburg (ich las Wochenend-Zeitung auf meinem Handy; bis der Zeitungsausträger einen neuen Schlüssel zu unserem Haus bekommt, hatte ich mir den Online-Zugang freischalten lassen). Auch in diesem September nutzen Herrn Kaltmamsells Cousin und sein Mann die Sommerpause ihres Catering-Business in Florida, um die deutsche Verwandtschaft im Süden und in Berlin zu besuchen. Sie saßen bereits im Auto, mit dem Herr Schwieger uns vom Bahnhof Haustetter Straße abholte: Herzliches Wiedersehen, gut sahen die beiden aus.

Bei den Schwiegers saßen wir ein wenig zusammen, ließen uns vom Stand der Bemühungen erzählen, das Catering-Business zu verkaufen und sich zur Ruhe zu setzen – über das Alter Wohlverdienterruhestand ist der Cousin-Mann eigentlich längst hinaus. Es gab auch einen Programmpunkt für den Nachmittag: Textilmuseum Augsburg. Ich war erst einmal vor Jahren dort gewesen und hatte es in sehr guter Erinnerung.

Zu viert besahen wir erst die Ausstellung Talbot Runhof im Obergeschoß, am interessantesten fand ich allerdings die Erinnerungen und Geschichten, die der Besuch damit assoziierte. An der sorgfältigen Präsentation gefiel mir besonders, dass einige Stoffe der ausgestellten Kleider zum Anfassen bereit standen.

Auch die Dauerausstellung zur langen Textil-Geschichte Augsburgs inklusive funktionsfähiger Orgininalmaschinen sahen wir uns an, die Musterbücher wieder ein besonderer Hingucker.

Ebenso der Museumsshop, in dem unter anderem textile Produkte der Originalmaschinen angeboten werden.

Mittlerweile war Herrn Kaltmamsells jüngerer Bruder dazugestoßen, mit ihm fuhren wir zurück zu Schwiegers. Dort Kaffeeundkuchen: Der erste Zwetschgendatschi der Saison war mit reichlich Sahne mein Frühstück.

Zum Abendessen fuhren wir raus ins Industriegebiet zu dem italienischen Lokal mit riesigem Außenbereich, das gerne für diese Zwecke genutzt wird. Ich freute mich über eine Gemüsepizza an Aperol Spritz, noch mehr aber über weitere Familiengeschichten und Austausch. Wir verabschiedeten Cousin und Mann vorerst, sie werden jetzt eine Woche in Spanien verbringen – ich hoffe auf ein weiteres Treffen vor ihrer Rückkehr nach USA.

Zug zurück nach München, darin viel hübsches Party-Volk. Daheim noch eine Runde Schokolade zum Nachtisch.

Journal Freitag, 4. September 2026 – Griechischer Abend daheim

Samstag, 5. September 2026

Die Nacht war ok, dennoch drückte mich am Morgen und Vormittag Müdigkeit gen Boden.

Die Luft draußen unter Wolken mild, wie schon am Abend zuvor roch sie herrlich nach Sommerabschied, aber noch fast ohne Herbst.

Nach der Zeitung sah ich erst gar nicht: Am Donnerstag hatte mich der Abo-Service der Süddeutschen mit der Information kontaktiert, dass ihr für die Zustellung ins Haus “kein Haustürschlüssel mehr zur Verfügung” stehe. Da sich am Schloss nichts geändert hat, wurde der Schlüssel wohl einfach verschmissen. Man bat mich für einen neuen Schlüssel um Kontakt zur Hausverwaltung. Mal wieder stehe ich vor der Entscheidung, ganz auf das (deutlich günstigere) Digital-Abo zu wechseln. Die Papier-Ausgabe leistete ich mir ja vor allem, um in der Mittagspause im Büro ein deutlich sichtbares Signal für *Bitte nicht stören, ich habe Pause* auf dem Schreibtisch zu haben, beim Online-Lesen im Urlaub vermisste ich eigentlich nichts. Ich verschob die Entscheidung und gab erstmal den Kontakt zur Hausverwaltung weiter (die seit ein paar Monaten eine in Stuttgart ist).

Im Büro einige Stunden hochkonzentrierte Termin- und Reiseplanung. Im Verlauf zeichnete sich bereits ab, dass ein dringender Spezialwunsch auf einem Irrtum basierte, aber dann plane ich halt nochmal neu, kriege ich ja alles bezahlt.

Mittagscappuccino aus der in-house Cafeteria, weil ich die eigentliche Mittagszeit für Einkäufe nutzte: Ich hatte mir fürs Abendessen von Herrn Kaltmamsell Lamm mit Kritharaki gewünscht, im unweit gelegenen großen Griechenladen Omilos besorgte ich dafür Käse Kefalotiri und dazu griechischen Weißwein.

Wie angekündigt war es unter jetzt wolkenlosem Himmel heiß geworden; auf dem Hinweg wärmte ich mich noch gerne in der Sonne von der Kühlschrankkälte des Büros, zurück war ich bereits um den kräftigen Wind froh.

Zu Mittag gabe es vom vorabendlichen Bulgursalat sowie zwei mehlige Plattpfirsiche.

Halbwegs geordneter Arbeitsnachmittag, freitäglich pünktlicher Feierabend. Meinen Heimweg legte ich nochmal über den Stachus: Die Fotoautomatenfirma hatte mich freundlicherweise informiert, dass zumindest eines der beiden Geräte wieder benutzbar war.

Auf dem Weg nutzte ich Schatten, es war zwar nicht extrem, aber doch unangenehm heiß – ich genoss vor allem das Sommerlicht.

Fotoautomatenerfolg!

Im Bodyshop fragte ich nach Resten des diesjährigen Sommer-Specials “White Tea and Elderflower”, dessen Duft mir besonders gut gefallen hatte: Vom Duschgel hatte ich noch reichlich, doch die Körpercreme dazu würde nicht bis Ende Duschgel reichen, und ich mische ungern Düfte. Leider gab es keine Creme mehr, ich werde halt die fast neutral riechende Oliven-Creme kombinieren.

Zu Hause duftete es bereits wundervoll nach Abendessen, ich stellte den Wein kalt. Eine längere Runde Yoga geturnt, meine aktuell verschärften Kreuzschmerzen rechts überging ich einfach.

Jetzt aber Wochenend-Alkohol!

Herr Kaltmamsell hatte unter Verwendung eines neu eingetroffenen Birnenschnapps einen Daiquiry geschüttelt – gut!

Zum Essen öffnete ich einen kretischen Vidiano Zacharioudakis 2022 (ausgesucht, weil autochthone kretische Rebsorte), der uns gleich mit ganz eigenen Noten begeisterte: Kräuter und Mineralisches in der Nase, Röstaromen im Mund. Ich will herausfinden, in welchem griechischen Lokal in München man Weine ernst nimmt und ich mehr probieren kann (sollten Sie eines wissen, freue ich mich über Tipps an die Kontaktadresse links).

Zum Festhalten: So weit südlich geht derzeit schon wieder die Sonne unter – im Höchstsommer verschwindet sie erst nach Wanderung über das Gebäude rechts.

Herr Kaltmamsell hatte das Giouvetsi im Schnellkochttopf gemacht, es wurde mit würziger Sauce und zartem Lamm hervorragend.

Nachtisch zu viel Schokolade.

§

Erst hielt ich überhaupt für einen Scherz, dass Wolfgang Herrndorfs Blog Arbeit und Struktur verfilmt werden soll. Als dann noch jemand erwähnte, Herrndorf werde von Sandra Hüller gespielt, schmiss ich mich weg vor Lachen – das konnte nur Satire Marke Postillon sein.
Seit gestern lache ich nicht mehr.
“Biopic ‘Arbeit und Struktur’
Sandra Hüller spielt Wolfgang Herrndorf”

(Dabei hätte ich Hüller ja eher als Kathrin Passig gesehen EMOJI MIT SCHRÄG RAUSGESTRECKTER ZUNGE UND VERDREHTEN AUGEN)

§

Solche Überriech-Wesen wie ich wussten es schon immer, mussten aber durch Rüffel lernen, dass “alt” immer als Herabsetzung ankommt, und behielten fortan ihre Wahrnehmung bei sich.
“Do people really smell different as they get older? The truth behind ‘old person smell’”.

Baby-Fans schwärmen doch auch vom Baby-Geruch: Wenn Menschen am Lebensanfang erkennbar so riechen, dazwischen vom Raubtierkäfig-Odeur einiger Teeanger die Rede ist – liegt doch nur nahe, dass man auch alten Menschen die Lebensphase anriecht.

Experts say that we do smell different as we age. “It’s one of the most universal, least talked-about parts of being human,” says Dr Roya Javid, a dermatologist in Monterey, California. “It’s just biology, unfolding on schedule, the same way we grow taller, then our hair goes gray. Every single person on the planet goes through these same transitions.”

(…)

“Our skin is coated in a thin layer of natural oils called skin lipids. They keep skin soft, waterproof and protected,” she says. Those lipids are made up of fatty acids, and as we age, the fatty acids change in composition. At the same time, the skin’s ability to fight off every day wear-and-tear slows down. The oils are more exposed, and when they break down through oxidation, they release 2-nonenal.

Deshalb irritierte mich während des Studiums sehr, dass ich an einer jungen Kommilitonin Altmenschengeruch wahrnahm. Später erfuhr ich, dass sie wegen eines Herzleidens Medikamente nahm, die man üblicherweise erst im hohen Alter benötigt; leider erreichte sie dieses erst gar nicht, sondern starb früh.

Journal Donnerstag, 3. September 2026 – Indirekte Sprechakte und Cogito interruptus / Verlängerung der Lerchenlauf-Saison

Freitag, 4. September 2026

Confession time: Ich habe ein echtes Problem mit indirekten Sprechakten. Als indirekten Sprechakt bezeichnet man vereinfacht erklärt, einen

Sprechakt, bei dem die Sprecherintention (-absicht) nur indirekt und nicht wortwörtlich zum Ausdruck gebracht wird

Standardbeispiel, an dem uns das auch an der Uni in Sprachwissenschaft vermittelt wurde, wenn jemand sagt: “Es zieht.”, das aber in Wirklichkeit die Bitte ist, das Fenster zu schließen.1 Ich hoffe, das verstünde dann sogar ich, sonst aber komme ich meist nicht weiter als zu erkennen: Da sagt jemand gerade etwas anderes als auf der Wörtlichkeitsebene. Am schlimmsten ist das bei Fragen, denn ich bemerke, dass jetzt nicht eine Antwort auf die tatsächlich gestellte Frage erwartet wird, sondern auf etwas anderes (WAS???). Einfach fällt mir die Entschlüsselung noch, wenn die Situation im persönlichen Umgang auftritt und ich beim Absendenden eine klare Emotion erkenne. Ein zorniges “GEHT’S NOCH?” macht mir klar, dass ich Unmut ausgelöst habe, praktisch immer ist offensichtlich wodurch. Ein fröhliches “Na, alles klar?” erkenne ich als wohlwollenden Gruß. Dass mir bei indirekten Sprechakten in Form von Flirten allerdings jegliche Sensoren fehlen, habe ich hier erst kürzlich bekannt.

Doch vor allem schriftlich bin ich schnell und gründlich zu verunsichern, zumal wenn Fragen oder Handlungsaufforderungen nicht als solche formuliert werden. Erreicht mich “Habe zuletzt das Heft 1/2026 erhalten” als Kommentar eines Zeitschriften-Abonnenten, kann das alles von der Frage nach dem Erscheinen des nächsten Hefts bedeuten bis zur Bitte, die Datenbank auf korrekte Anschrift zu überprüfen – was ich alles nur vermuten und konstruieren kann. Oft ahne ich auch die Unterstellungen und Fehlannahmen hinter einer uneigentlichen Frage, kann mir aber nicht sicher sein und weiß, dass es den Kommunikationsfluss zu sehr stören würde, spräche ich meine Ahnungen zur Verifizierung aus.

Es gibt vermutlich zahllose psychologische und soziologische Erklärungen für die Wahl dieser uneigentlichen Kommunikation (und ich habe mir ja angelesen, dass es Kulturen gibt, in denen direkte Aussagen und Fragen sogar als ausgesprochen unhöflich gelten), mich bringt sie echt ehrlich an den zur Floskel gewordenen Rand der Verzweiflung.

Und erinnert mich gelockert assoziativ an Umberto Ecos “Cogito interruptus”. Eco führt diesen Begriff in einer gleichnamigen Buchrezension für Quindici von 1967 ein.

Cogito interruptus ist typisch für jene, die überall in der Welt Symbole sehen. So der Verrückte (der uns zum Beispiel ein Streichholzheftchen vor die Nase hält, uns lange und tief in die Augen blickt und schließlich bedeutungsvoll sagt: »Seht ihr, es sind genau sieben …«, in der Erwartung, daß wir den verborgenen Sinn dieses unwiderlegbaren Zeichens erfassen); so auch der Bewohner eines symbolischen Universums, dem jeder Gegenstand und jedes Ereignis zum Zeichen für etwas Überirdisches wird, das alle bereits vorhanden wissen und nur noch bestätigt sehen wollen.

Diese Form der Argumentation macht mich nämlich ebenso fertig wie indirekte Sprechakte: Wenn mir ein Fakt hingehalten wird – offensichtlich in der Erwartung, dass ich ihn genauso ins Thema einordne wie der Hinhaltende. Auch das funktioniert nur bei großer Vertrautheit und nach langem Abgleich von Argumenten, selbst dann mit Risiko des Missverstehens.

Was mich wiederum, Hölzchen -> Stöckchen, zur Empfehlung von Ecos Einteilung in Apokalyptiker und Integrierte bringt, wenn es um Neuerungen in Gesellschaft, Technik, allem geht. Die nämlich oft denselben Fakt jeweils für ihr komplett konträres Weltbild reklamieren. Ich bitte deshalb dazuzusagen, was der Fakt in einem konkreten Zusammenhang belegen soll.

(Wehmütige Erinnerung an die Zeiten, als ich mich mit Begeisterung und Konzentration durch sowas Dichtes wie Umberto Ecos Aufsätze fräste.)

§

Nach mittelguter Nacht zu frühem Wecker aufgestanden. Wie berechnet war es kurz vor halb sieben bei nahezu wolkenlosem Morgenhimmel hell genug für einen Risiko-armen Lauf an der Isar. Der Körper spielte einigermaßen mit, derzeit zwickt’s halt wieder arg im Kreuz und in den Hüften. Schöne 80 Minuten mit wundervollen Ansichten.

Wenn sie lautlos fliegen, sind sie auf dem Weg fort.

Neues unter der Brudermühlbrücke.

Leuchtpappel!

Vertrautes unter der Brudermühlbrücke.

Schabernack auf dem Alten Südfriedhof zum Abschluss (Besuch beim Chef, höhöhö). Mal wieder funktionierte das Motiv, das ich mir vorgestellt hatte, nicht so recht, ich sollte dann doch mal einen Selfie-Kurs bei der VHS belegen.

Zackige Körperpflege, kurze Abstimmung mit dem immer noch Ferien genießenden Herrn Kaltmamsell u.a. zu Ernteanteil-Abholung.

Mit U-Bahn-Beschleunigung stempelte ich um 08:43 Uhr ein, nicht mal eine Stunde später als im Durchschnitt. Hiermit sehe ich meine Lerchenlauf-Saison 2027 um einen Monat verlängert.

Emsiger Arbeitsvormittag, aber mit genügend Zeit für Mittagscappuccino auswärts. Eintrübung wegen fehlender Zeitungslektüre: Am dritten Tag in Folge war sie nicht geliefert worden.
Zu Mittag gab es Flachpfirsiche (mehlig nachgereift, ich erkläre die Saison für beendet) und Skyjolei.

Viel Work-around-Basteln, diesmal war es aus der Microsoft-Office-Suite Powerpoint, das mich im Stich ließ und die Notizseiten-Ansicht einer auszudruckenden Präsentation zerschoss, unreparierbar (mehr als eine Stunde versuchte ich es allerdings auch nicht). Ich behalf mich mit Zusammenpappen von Screenshots, um den Auftrag eines Papierausdrucks zu erfüllen.

Auf dem Heimweg holte also ich den Ernteanteil ab, Herr Kaltmamsell war auf Familientreffen. Er enthielt diesmal ein Riesenbündel Petersilie, zudem Tomaten, Gurke, Frühlingszwiebeln – ich plante Taboulé. Dafür übergoß ich daheim gleich mal Bulgur mit kochender Gemüsebrühe, bevor ich räumte und eine Runde Yoga turnte.

Tabloulé fertiggeschnippelt und angemacht, wurde ein gutes Abendessen, dazu etwas Käse. Nachtisch Schokolade.

Ins Bett zum ausdauernden Röhren einer Gebärenden durchs offene Fenster der benachbarten Klinik.

§

Abschied für immer von einer weiteren Ikone des Feminismus: Gloria Steinem wurde 9392 Jahre alt. Im Januar 1987 schrieb sie für Ms. über Dolly Parton, und das Magazin hat den Artikel neu veröffentlich:
“Dolly Parton’s Unique Feminist Power, as Told by Gloria Steinem”.

People who haven’t listened to Dolly Parton or to feminism may be surprised to learn that they go together. In fact, she has crossed musical class lines to bring work, real life, and strong women into a world of pop music usually dominated by unreal romance. She has used her business sense to bring other women and poor people along with her. And her flamboyant style has turned all the devalued symbols of womanliness to her own ends.

If feminism means each of us finding our unique power, and helping other women do the same, Dolly Parton certainly has done both.

  1. Wer mehr zur Spreachakttheorie von Austin wissen möchte, bitte hier klicken. []