Journal Freitag, 30. Juli 2021 – Wochenabschluss mit Schmerzen und gutem Essen
Samstag, 31. Juli 2021 um 8:05Gut geschlafen; nach dem Aufwachen mit Angst und Herzklopfen um drei probierte ich den Trick aus, rückwärts von 1000 zu zählen. Noch muss ich den Versuch reproduzieren, aber diesmal klappte das mit dem Wiedereinschlafen.
Klarer, sonniger und milder Morgen. Mauersegler über dem Kaiser-Ludwig-Platz und überm Westend.
Überraschend arbeitsreicher Tag, aber alles gut machbar.
Mittags gab es Joghurt und Quark mit ein paar Trockenpflaumen. Früher Feierabend, draußen ein echter Sommertag, in der Sonne war es sogar heiß. Auf dem Heimweg erledigte ich meinen Anteil der Lebensmitteleinkäufe: Milchprodukte und Espresso im Vollcorner, anschließend im Süpermarket Verdi (dessen Enge und Abstandsmangel ich seit Impfschutz nicht mehr so fürchte) Obst und Tintenfisch.
Die Schmerzen im Schienbein wurden beim Gehen eher böser als schwächer, die zentrale Schmerzstelle ist heiß, die Schwellung hat sich inzwischen auf den Knöchel ausgedehnt. Wenn’s nächste Woche nicht besser wird, raffe ich mich doch zur Hausärztin auf – mir kam nämlich die Idee, es könnte diesmal nichts Orthopädisches sein, sondern mit den Insektenstichen zu tun haben.
Zu Hause nochmal die jüngste anstrengende halbe Stunde Yoga, Balance-Übungen sind immer noch Slapstick.
Zur Feier seines Ferienbeginns hatte Herr Kaltmamsell nicht ausgehen, sondern selbst kochen wollen. Er servierte Putzenschnitzel Milanese (mit einer Parmesan-Panade) und Nudeln in Käse-Sahne-Soße, ich machte aus dem zweiten kleinen Kopf Ernteanteil-Salat Salat mit jungem Knobauch, Tomate und Gurke. Drinks dazu: Aperol Spritz.
Draußen polterte und goss ein Gewitter.
Nachtisch Wassermelone vom Verdi. Viel Wassermelone. Zu viel Wassermelone. (Andererseits: Ich kann Wassermelone nur in der Menge “zu viel” essen.)
Abendunterhaltung: Eine Folge Lebenslinien vom Bayerischen Rundfunk aus dem Jahr 1994, “Hallo, Fräulein … Die Kellnerin Traudl”. Unter anderem gelernt, dass der Beruf damals “Bedienung” hieß und dass Kellnerinnen in Münchner Wirtschaften kein Festgehalt bekamen.
Mit großem Vergnügen Clemens J. Setz, Indigo weitergelesen. Nicht-realistisches Erzählen auf eine dezidiert unangelsächsische Weise. Heimliche Erleichterung, weil ich ihm anstrengende Literatur unterstellt hatte.
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Bislang nur aus Bequemlichkeit noch nicht gegen Covid-19 geimpft?
Hier ein paar wirklich bequeme Sonderaktionen der Stadt München.
(Bittebitte! Die Delta-Variante hat München bereits wieder in eine Inzidenz über 25 gebracht, und ich habe hier einen Lehrer, der sich nicht recht auf die Aussicht auf Sommerferien freuen kann, weil ihn das absehbare Corona-Durcheinander zum neuen Schuljahr schon jetzt belastet.)
(Sie finden, man könne die Infektion mit dem Virus bei Kindern doch einfach durchlaufen lassen? Quarks hat das mal detailliert zu Ende gedacht.)
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Franziska van Almsick im Interview bei der Zeit mit Schwimm-Tipps (€) – vielleicht gehe ich doch noch mal die Rollwende an:
“‘Man muss sich das Wasser zu eigen machen'”.
Deshalb bewundere ich heute Hobbysportler: Die tun es nur für sich selbst. Sie könnten ja andere Dinge machen, die wirklich Spaß bringen.
Oh. Dann macht mir Schwimmen also mehr Spaß als Franziska van Almsick. Ich wiederum bewundere, dass sich jemand derart in etwas reinhängen konnte, das ihr eigentlich keinen Spaß machte.
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Sie haben vermutlich mitbekommen, dass immer mehr Unternehmen in den USA Ihre Angestellten zum Impfen gegen Coid-19 verpflichten.
“Corporate America to workers: Get vaccinated or get out”.
via @stedten*hopp
It’s good business. Johnny Taylor, Jr, of the Society of Human Resource Management, says most employees want vaccine mandates. They want to know their workplace is safe when people return. His polling shows nearly 70% of employees want their colleagues to be vaccinated. And patience has worn thin with the vaccine-hesitant.
“You must be vaccinated if you want to come to work,” he tells me. “There are some organizations that are trying one more step before that. They’re saying, if you choose not to be vaccinated, then you will have to be tested several times during the week on your own dime. And you will have to wear a mask in the workplace and not any mask, but that N95 surgical mask. I mean, we are going to, at the end of the day, make this a little uncomfortable for you because you’re making it uncomfortable and the workplace less comfortable for your colleagues.”
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Die umweltfreundlichste Kleidung ist die, die man nicht neu kauft. Und das umweltfreundlichste Haus ist das, das nicht neu gebaut wird. Möchte man meinen. Nicht jedoch in Hamburg.
“Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke”.
Es gibt kaum eine schlimmere Energievernichtung und -verschwendung, als Häuser abzureißen und neu zu bauen.


























