Journal Sonntag, 22. Februar 2026 – Digitalisierung aus der Hölle, Sport in Wolle, Anatomie eines Falls

Montag, 23. Februar 2026 um 6:37

Schlecht geschlafen, weil meine Nase trotz Spray immer wieder zuschwoll, kurz nach sechs ließ ich es gut sein.

Aufgestanden zu Regen mit Wind. Ich bloggte gemütlich und las ausführlich Internet, denn ich wollte sehr gerne raus zu einem Lauf und hoffte auf ein Nachlassen des Regens.

Im dritten Anlauf (über Monate, zweimal aufgegeben) schaffte ich es, an meinen persönlichen Online-Bereich der Audi BKK ranzukommen. UX aus der Hölle, am schlimmsten: Dieselben Dinge werden verschieden bezeichnet, also z.B. mal als “PIN”, mal als “Sicherheitsnummer”. Zudem brauchte ich zwei Web- und zwei Handy-Apps, die aufeinander verwiesen.

Los ging es im November 2025 mit der Papier-Info, dass der Name der “Service-App” geändert werde (nu? Glückwunsch?), “Ihre bisherigen Zugangsdaten zur Service-App verlieren ihre Gültigkeit” – WTF?!

Wie sich gestern herausstellte, spielte beim Neu-Anlegen/Verifizieren/Mit-Funktionen-verknüpfen meines Bereichs ein Papier-Schreiben der Krankenkasse vom vergangenen August eine zentrale Rolle: Mit dem Betreff “PIN für Ihre elektronische Gesundheitskarte (eGK)” hatte ich eine PIN und eine PUK zum Freirubbeln bekommen. No na, ich nahm mir vor, das Schreiben zum nächsten Einsatz der Kassenkarte mitzunehmen, vielleicht musste ich ab jetzt eine PIN zum Einlesen angeben. (Musste ich nicht.)

Gestern erwies sich, dass die wohl überhaupt nichts mit irgendeiner Karte zu tun hat. DAS war nämlich die Nummer, auf die ich seit dem zweiten Versuch im Dezember wartete, als ich im Prozess bis an einen Punkt gekommen war, an dem es hieß: Jetzt fehlte nur noch die Bestätigung per Geheimzahl, die mir innerhalb der folgenden zwei Wochen zugeschickt würde. Doch dann kam nichts. Es war eine dieser Zahlen vom August, die an zwei Stellen des Online-Registrierprozesses eingegeben werden muss, einmal eben als “PIN”, einmal als “Sicherheitsnummer”. Erstmal hatte hatte ich natürlich andere Ziffern ausprobiert (die auch nicht “Sicherheitsnummer” hießen), auf der Kassenkarte stehen ja fünf verschiedenen Zahlenfolgen, zwei davon waren ebenfalls für den Registrier-Prozess relevant – unter anderen Bezeichnungen als auf der Karte, ich folgerte aus der Anzahl der Stellen.

Wenn mal wieder fehlende digitale Prozesse in deutschen Verwaltungsabläufen angeprangert werden, verweise ich neben Bayern-ID auf diesen der Audi BKK, der offensichtlich der aktiven Abschreckung dient. (Mittlerweile weiß ich, dass Barmer und Techniker ähnlich abschrecken, it’s not a bug, it’s a feature).

Jetzt war ich so geladen, dass ich wirklich Bewegung brauchte. Draußen war es mild, ich schlüpfte zum ersten Mal in ein neues Lauf-Shirt: Nachdem mir monatelang Online-Werbung leichte Woll-Shirts als körperfreundlich und geruchsarm für Sport angepriesen hatte (für eine Starkschwitzerin wie mich sehr attraktive Verkaufsargumente), nahm ich eine perönliche Empfehlung und ein Sonderangebot zum Anlass, ein solches zu bestellen. Drüber die Regenjacke.

Ich nehme vorweg: Bei meiner Rückkehr warf ich das Shirt also nicht in die Wäsche (waschen soll man das Woll-Shirt möglichst selten), sondern hängte es zum Trocknen auf. Und tatsächlich roch es abends nicht nach Schweiß.

Der Regen erwischte mich trotzdem, nur im Mittelteil meiner Runde hatte ich 45 Minuten ohne Kapuze. Meine Strecke legte ich über möglichst viele asphaltierte Wege in der Innenstadt, ich rechnete gestern mit Matsch und Pfützen. Der Körper spielte recht gut mit, aber bei dem Wetter war das Vergnügen überschaubar. Ich versuchte, mich auf den Genuss der Bewegung an der frischen Luft zu konzentrieren.

Na also, endlich Winterlinge (die Krokanten waren noch geschlossen).

Nu, besser als kein Lauf.

Nach dem Duschen lackierte ich meine Zehennägel – zum einen, weil ich sie dann lieber ansehe (Altern verändert auch Zehennägel, und nicht zum Schöneren), zum anderen weil mich Frau Pediküre Ende Dezember darauf hinwies, dass der rechte Zehennagel sich ablöst und eine neue Version nachwächst, mich warnte, dass ein vorzeitiges Wegfallen des alten das mögliche und schmerzhafte Einwachsen des neuen begünstigt; der Nagellack soll als Klebstoff fungieren.

Frühstück um zwei: Äpfelchen (aus jüngstem Ernteanteil und ganz besonders gut), zwei dicke Scheiben selbstgebackenes Brot.

Das Wetter blieb regnerisch, statt ins Kino zu gehen, sah ich mir einen Kinofilm von 2023 in der ARD-Mediathek an (Tab seit Wochen offen):
Anatomie eines Falls.
Obwohl ich praktisch alles über Film und Handlung wusste (ich hatte die Award-Saison 2024 mit Sandra Hüller sehr eng verfolgt), waren Drehbuch und Darsteller*innen so gut, dass er mich fesselte, das ist ein wirklich guter Film. Und ich konnte ihn unsynchronisiert mit Untertiteln ansehen: Dass in ihm Französisch und Englisch gesprochen wird, zu fast gleichen Teilen, spielt in vielen Szenen eine Rolle (die deutsche Version übersetzt beide Sprachen gleich, das finde ich schlecht).

Als Nachtmahl verwendete Herr Kaltmamsell einige Crowdfarming-Orangen für das Orangen-Schwein, das uns beim ersten Versuch sehr gut geschmeckt hatte.

Auch diesmal sehr gut.

Und zum Nachtisch servierte er gebackene Riesen-Marshmallows mit geschmolzener Schokolade zwischen Vollkorn-Keksen – davon hatte er lange geträumt. Ergab beim Essen eine rechte Sauerei. Dann noch etwas Schokolade.

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 21. Februar 2026 – Regensamstag mit Kulinaritäten und Links

Sonntag, 22. Februar 2026 um 8:13

Nicht ganz so durch geschlafen wie ideal, aber fast unverkatert aufgestanden.

Erstmal Brotteig geknetet, es gab schnelles Weizenmischbrot (ich kann mir derzeit einen Brotback-Rhythmus vorstellen, in dem ich es immer abwechselnd mit anderen Sauerteig-Rezepten backe, damit das Anstellgut nicht zu gammlig wird).

Wieder problemlos gelungen.

Es wurde immer später (ungeheuerlich, wie Zeit einfach voranschreitet), ich überlegte bereits, ob ich überhaupt noch Schwimmen gehen sollte. Doch ich wünschte mir nach der Pause so sehr eine Schwimmrunde, und dann fiel mir ein, dass ich doch nachmittags eh nichts geplant hatte – es konnte doch so später werden, wie es wollte!

Bei immer stärkerem Regen brachte mich die U-Bahn zum Olympiapark. Erst nach zwölf glitt ich ins sehr viel genutzte Schwimmbecken. Auf den ersten 1.000 Metern war ich mit Überholen und Ausweichen beschäftigt, dann hatte ich nur noch einen Schwimmer auf der Bahn, auf den ich besonders achten musste (Kraulen ist ja eigentlich ein sehr platzsparender Schwimmstil, nicht aber wenn man dabei alle Arme und Beine kreuzt, jedes Gelenk am Körper abknickt). So richtig Freude hatte ich nicht an meiner Runde, fühlte mich danach aber herrlich durchbewegt.

Es hatte sich eingeregnet, zusammen mit dem schmelzenden Schnee wurden die Pfützen zu Teichen.

Daheim Brotanschnitt:

Alles, wie es sein sollte.

Beim Frühstück (Apfel, Brot mit Butter und Marmelade) war es schon deutlich nach drei. Und ein Chlorschnupfen beutelte mich immer brutaler.

Nachmittag mit Internetlesen, Zeitunglesen, Yoga.

Zum Abendessen öffnete ich eine Flasche Gemischten Satz vom Pfälzer Weingut Marie Adler, den wir im Berliner MaMi’s Food and Wine kennengelernt hatten, spontanvergoren und 12 Monate im Fass. Schmeckte noch besser als in Erinnerung, dazu arabische Nüsschen.

Und passte gut zum Nachtmahl: Herr Kaltmamsell hatte Kürbis und Spinat aus Ernteanteil auf meinen Wunsch mit Kichererbsen und Kokosmilch zu einem leichten Curry verarbeitet.

Den Nachtisch hatte er sich selbst ausgedacht und dafür unter anderem Crowdfarming-Orangen aufgebraucht:

Eine Trifle-Abwandlung mit Tapioka und Kokosmilch – hervorragend. Dennoch holte ich danach noch die Schokoladenkiste und musst mich anschließend über mich ärgern, weil Bauchweh.

Abendunterhaltung: Auf ZDFneo lief Down with love von 2003, den ich seinerzeit mit Herrn Kaltmamsell begeistert im Kino gesehen hatte (und mich lange darauf gefreut). Jetzt gefielen mir Konzept und Umsetzung sogar noch besser – und ich wunderte mich, dass sich so selten auf diese Zusammenfassung und Parodie aller 1960er RomComs (Rock Hudson! Doris Day!) bezogen wird. Ich hatte damals nicht mal mitbekommen, dass der Film an der Kinokasse floppte, und verstehe sehr gut, dass er von einer jüngeren Generation geschätzt wird. (Allein die Musik!)

§

Von Mimosen habe ich hier ja schon geschwärmt, jetzt weiß ich unter anderem, warum sie schon im Januar blühen: Das Südfrankreichblog hat eine Mimosenzucht besucht und berichtet – unter anderem mit vielen wundervollen Fotos.
“Mimosen – indoor”.

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Ich weiß: Umweltpolitik und Naturschutz sind derzeit ausgesprochen wenig sexy Themen. Obwohl sowohl Umwelt als auch Natur davon nicht einfach weggehen. Fachfrau Büüsker fasst (wie immer eingängig zu lesen und nachvollziehbar) anstehende Bundespolitik zusammen:
“Die Klima- und Umweltklopper der nächsten Wochen”.

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Ich finde Antje Schrupps Ansatz des Feminismus immer interessant, auch wenn ich in Vielem anders priorisiere und meine, sogar von anderen Prämissen ausgehe. Anlässlich ihres neuen Buches hat Katrin Gottschalk sie für die taz interviewt:
“‘Mit High Heels hat man keine Standfestigkeit'”.

Volle Zustimmung zum Beispiel hierfür:

Schrupp: Die Welt geht nicht unter wegen ein paar Tradwives, die mit Quatsch Geld verdienen. Die Unterdrückung von Frauen im 19. Jahrhundert bestand nicht darin, dass sie gekocht haben, sondern darin, dass sie aus der Öffentlichkeit ausgeschlossen waren. Und es gibt heute nichts Öffentlicheres als eine Tradwife auf Tiktok. Kritikwürdig ist nicht ihre Häuslichkeit, sondern ihre Nähe zu rechtsautoritären Bewegungen.

taz: Mal grundsätzlich: Wo steht der Feminismus Ihrer Meinung nach gerade? Manche sagen, es sei schon viel erreicht, andere sehen überall sexistische Kackscheiße.

Schrupp: Beides stimmt. Feminismus ist keine einheitliche Bewegung. Je nachdem, wo du stehst und was du willst, fällt die Einschätzung unterschiedlich aus – und das ist seine Stärke. Im Patriarchat sind Frauen nicht pluralistisch, sie werden aus männlicher Perspektive in eine Rolle gepresst. Feminismus heißt, diesen weiblichen Pluralismus sichtbar zu machen. Dann will eben eine Chefin werden – und eine andere beim Backen kreativ sein.

die Kaltmamsell

Journal Freitag, 20. Februar 2026 – Besonders dick Schnee, der Kampf der Wahlvorsteherin

Samstag, 21. Februar 2026 um 9:21

Beim Aufstehen immer noch dicker, nasser Schnee, Weg in die Arbeit in weiterem leichten Schneefall von oben und wadenhohem Matsch unten (Winterdienste in vollem Einsatz, viel bereits freigeräumt).

Hier die erwartbaren Fotomotive.

Ihr nennt es Winterzauber, ich nenne es Isgutjetz.

Arbeitsvormittag mit einer großen Stressaufgabe (Stress ganz individuell persönlich, denn eigentlich ein Routinejob für Assistenzen). Ich hielt mich sehr an der Aussicht auf einen Freitagabend mit Freunden, gutem Essen und Alkohol fest.

Wieder war ich so zittrig, dass ich den Mittagscappuccino lieber bleiben ließ. Deshalb auch gestern mittags nur Marsch um die Blöcke, der Matsch mittlerweile nur noch knöchelhoch. Alles suppte, von den Bäumen rutschte der Schnee in Brocken. Ich hoffe, dass alles bis Sonntag weggeschmolzen und versickert ist, damit ich an der Isar mit Genuss laufen kann.

Zu Mittag gab es Apfel, vorgeschnittene Orangen, gemischte Nüsse.

Nach nahezu pünktlichem Feierabend unter düsterem Himmel und in gluckernder Schneeschmelze direkt nach Hause.

Gestern telefonierte ich mein Wahlhilfeteam für die Kommunalwahl am 8. März (fast) durch, sprach mit acht sehr unterschiedlichen Menschen, versprühte eisern Zuversicht und gute Laune – die gerahmte Leutseligkeit. (@novemberregen aus dem Gedächtnis: “Die stärkste Energie bestimmt den Raum.”)
Einer davon war leider komplett überrascht, dass die Wahl a) am 8. März stattfindet, b) zwei Tage Einsatz bedeutet – da könne er nicht. Ich bat ihn, das beim Wahlamt zu melden, damit Ersatz gesucht wurde.
Danach war ich komplett fertig mit der Welt. Alles für das Gefühl, Demokratie nicht nur zu konsumieren. (Das war sowas von das letzte Mal, dass ich mich melde.)

Mit den Freunden waren Herr Kaltmamsell und ich im italienischen (kalabresischen) Restaurant Friulana verabredet, das wir bereits kannten und schätzten (und wo wir, wie wir uns im Lauf des Abends erinnerten, den Jahreswechsel 2019/2020 gefeiert hatten – naturgemäß ohne Ahnung, dass uns in diesem 2020 die Corona-Pandemie ereilen würde und manch anderer tiefer Einschnitt im Leben).

Wir vier waren so schnell in so freudige und intensive Gespräche vertieft, dass ich die Fotos vom wirklich guten Essen vergaß. Es gab erstmal gemischte Vorspeisen für alle mit extra Gemüse, dann teilten sich Herr Kaltmamsell und ich von der handgeschriebenen Speisekarte(-tafel) Pasta quattro formaggi (ganz wunderbar), ich hatte als Secondo Spanferkel-Rollbraten mit Birne und Walnuss (ausgezeichnet).

Als Aperitiv hatte ich um einen Spumante gebeten und einen Franciacorta bekommen, der mir so gut schmeckte, dass ich den Abend über dabei blieb. Santo Palamara, der Wirt und Koch des Friulana, ist berühmt für sein selbst hergestelltes Eis, um mich herum wurde unter anderem das saisonale Bergamotte- und Mandarineneis als Dessert gegessen – selbst war ich leider zu voll für Nachtisch (keine Ahnung, wo der wissenschaftlich belegte Dessertmagen geblieben war).

Dazu aber vor allem fröhliche und weniger fröhliche Gespräche über kürzliche Urlaube, Berufssituation, die allgemeine Weltlage und wie viel davon man ins eigene Leben lässt.

Erst um Mitternacht verabschiedeten wir uns.

§

Das Techniktagebuch gibt es auch zu diesem Geburtstag wieder als Buch, diesmal mit ganz besonders schönem Titel:
“Ãoebersichtlicheres, benutzerfreundliches Design, auch verfügbar für alle führenden Mobilgeräte”.
(Echte Frage: Muss man alt sein, um das lustig zu finden oder können auch Junge darüber lachen?)

§

Lustige Tiere mal ohne Säugetier-Beteiligung.

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 19. Februar 2026 – Schnee, Schnee, Schnee

Freitag, 20. Februar 2026 um 6:27

Nachdem ich schwer eingeschlafen war (der Fernsehfilm arbeitete in mir), schlief ich gut und wurde vom Wecker unwillig geweckt.

Die Luft ein wenig milder: Die Pfützen auf der Theresienwiese waren nicht mehr gefroren.

Der Arbeitsvormittag kam wieder mit Turbulenzen, ich war wieder so gestresst hibblelig, dass sich Koffein in Form von Mittagscappuccino verbot (und ich den Extra-Stress wegen Mitarbeitenden-Gespräch, sonst Stressfaktor auf Höhe Wurzelbehandlung, fast nicht mehr spürte).

Dringend nötig hatte ich aber mittags den Marsch um die Blöcke, boah. Nachdem die Last des Mitarbeitenden-Gesprächs von mir abgefallen war, flog ich fast, auch Treppen hoch – dass es schon wieder schneite, war völlig egal.

Zu Mittag gab es neben vorgeschnittenen Orangen Quark mit Leinsamenschrot.

Jetzt wurde der Schneefall ernst- und dauerhaft.

Nachmittag auch noch geschafft, darin auch belastendes Menschliches.

Heimweg in nassem Schneefall über kurze Lebensmitteleinkäufe (Kapuzen sind super).

Schwanthalerhöhe mit Blick Richtung Theresienwiese.

Daheim eine Waschmaschine mit Handtüchern gefüllt und gestartet, eine Folge Yoga geturnt – die so zackig getaktet war, dass es sich geradezu hektisch anfühlte, zumal einiges sehr überraschend kam. Die möchte ich nochmal machen, um sie auskosten zu können.

Herr Kaltmamsell nahm die Erntanteil-Herausforderung Schwarzer Rettich an (mögen wir beide nicht besonders) und servierte ihn in zwei Gängen:

Hühnerbrühe asiatisch mit gehobeltem Rettich. Hervorragend.

Hühnchen-Gemüsepfanne asiatisch-süßlich mit Sherry, das Bittere des Rettichs störte nichtmal. Nachtisch Schokolade.

Briefwahlunterlagen angefordert (per QR-Code und wenigen Klicks), mich dann ins Wahlhelfer-Portal eingeloggt (ächz: Website -> Ausweisapp auf dem Handy -> Ausweisprogramm auf dem Computer), per Rumprobieren zu der Seite gefunden, auf der mein Wahlhilfe-Team einsehbar war, mit Namen und Telefonnummern: Früher waren diese Infos Teil Berufung auf Papier gewesen, diesmal war ich zufällig auf sie gestoßen, als ich mich nach Berufung online für die Schulung angemeldet hatte – stellte aber fest, dass zu diesem Zeitpunkt noch eine wichtige Rolle unbesetzt war. Deshalb gestern neues Checken: Jetzt war die Liste vollständig, und ich kann mich daran machen, alle anzurufen und die Schichten für 8. März einzuteilen. In der Wahlhilfeschulung hatte man uns Wahlvorsteherinnen empfohlen, für das Team eine WhatsApp-Gruppe einzurichten. Kann ich nicht, weil ich WhatsApp konsequent den Zugriff auf meine Kontakte verwehre und mir so nur sehr eingeschränkte Funktionen zur Verfügung stehen. Zum Beispiel kann ich niemandenen konktaktieren, der oder die nicht vorher mich kontaktiert hat. Mal sehen, ob’s auch ohne geht.

Es schneite weiter, nass und schwer; ich sorgte mich bereits wieder um die Bäume und befürchtete abbrechende Äste.

die Kaltmamsell

Journal Aschermittwoch, 18. Februar 2026 – Arbeitseinstieg mit Kampf

Donnerstag, 19. Februar 2026 um 6:38

Ein bisschen später losgekommen als sonst (Bett abgezogen, Waschmaschine gefüllt und angeschaltet, das Aufhängen übernahm Herr Kaltmamsell mit seinen Faschingsferien) – und länger gebraucht als sonst, weil es auf dem leicht angeschneiten, knackig frostigen Weg in der Morgensonne so viele interessante Anblicke gab.

(Schon Mark Rothko, oder?) Außerdem war es scheißglatt.

Im Büro verschärfter Kampf mit Outlook, und zwar beim Versuch, eine Kalender-Einladung an sechs Personen zu schicken.
– Einmal gesamter Verteiler beim Senden gelöscht.
– Einmal ging die Einladung nur an eine namensähnliche Kollegin (zum Glück intern, zum Glück fragte sie verdutzt nach).
– Nach dem dritten Versuch (mit Screenshot vor Absenden wie bereits bei Versuch 2) hakte ich bei den Eingeladenen nach (Internet like 2001, second screen Telefon: “Ich hab Ihnen gerade eine E-Mail geschickt, ist die angekommen?”)

Aber um mal wieder (WIE IMMER) das Positive abzuleiten: Assistenzen wie ich werden noch lang nicht durch Algorithmen ersetzbar sein, wenn sie neben ihrem eigentlichen Job immer genauer prüfen müssen, ob die technischen Systeme gerade Mist bauen.

Blöderweise schubste mich diese Verunsicherung plus eine weitere spontane Heikelkeit derart aus der Bahn (wichtige Einladung, wichtige Leute), dass ich lange brauchte, um mich zu beruhigen und konzentriert weiterzuarbeiten. Zur üblichen Zeit meines Mittagscappuccinos hatte ich einen Termin, mit meiner Hibbeligkeit hätte mir Koffein eh nicht gut getan. Statt dessen nutzte ich die Mittagszeit für einen ausgedehnten Marsch um mehrere Blöcke.

Als Mittagessen gab es vorgeschnittene Orangen (das wird wohl erstmal so bleiben) sowie Hüttenkäse mit Leinsamenschrot.

Emsiger Arbeitsnachmittag, zum Glück nervenschonender als der Morgen.

Nach Feierabend fuhr ich mit der U-Bahn zu Espressokauf im Caffe Fausto an den Candidplatz. Zurück am Sendlinger Tor weitere Lebensmitteleinkäufe. Dadurch war es schon fast sieben, als ich daheim ankam: Ich ließ Yoga aus, machte mich an Bettüberziehen und Brotzeitvorbereitung.

Herr Kaltmamsell verbrachte den Abend aushäusig mit Freunden, hatte aber nachmittags den Ernteanteil-Lauch zum Favoriten Lauch-Bohnen-Romesco verarbeitet, und zwar mit Riesenbohnen, die wir im Wiener polnischen Supermarkt gekauft hatten. Schmeckte ausgesprochen super.

Dieses Jahr fallen der Beginn der christlichen Fastenzeit und der Beginn von Ramadan zusammen – finde ich sehr charmant.

Abendunterhaltung: Der Fernsehfilm Damen, von dem ich in der Süddeutschen Gutes gelesen hatte, hier in der Mediathek.
So viele schöne München-Bilder im Frühsommer! (Unter anderem aus dem Volkstheater.) Hinreißende Hauptdarstellerin Salka Weber, sehr beeindruckt war ich auch von Mai-Phuong Kollath, und ich mochte die Geschichten von Freundschaft und Familie in einer fast schon realistischen Buntheit und ohne viel Action.

§

Dass bei Kindern und Jugendlichen “Social Media” alles dasselbe ist und nicht Austausch/Information/Konsum/Kreativität/Vernetzung/Unterhaltung – wie halt bei Erwachsenen auch, kann ich mir nicht vorstellen. Nur dass ein Internet-Endgerät im Spiel ist, reicht mir nicht als Definition. Medienwissenschaftlerin Ulla Autenrieth differenziert, deshalb gefällt mit dieses Interview mit ihr.
“Mit Verboten werden Jugendliche zum Schweigen gebracht”.

Inklusive einem Argument gegen Alarmismus, das meiner Ansicht nach zu wenig beachtet wird: Alarm ist laut und bekommt dadurch mehr Aufmerksamkeit – auch kommerzielle.

Gibt es denn einen Zusammenhang zwischen Bildschirmzeit und dem Wohlbefinden von Kindern? Als Laiin stelle ich mir vor: je länger, desto schlechter.
Auch hier muss man sagen: Es kommt eben sehr darauf an. Was wird denn während der Bildschirmzeit gemacht? Fernsehen, in der App lernen, mit Freunden chatten: Was zählt da alles dazu? Je mehr soziale Interaktion, je mehr Kreativität in etwas steckt, desto positiver ist es letztlich. Wenn ich mir Tag und Nacht negative Dinge anschaue, hat es natürlich einen negativen Effekt.

Der amerikanische Moralpsychologe Jonathan Haidt behauptet in seinem Bestseller «Generation Angst», Social Media mache junge Menschen psychisch krank. Haben Sie als Medienwissenschaftlerin sein Buch gelesen?
Oh ja. Von Anfang bis Ende.

Wie schätzen Sie als Expertin es ein?
Haidt greift Ängste auf, die viele Eltern teilen, und präsentiert diese in einer sehr zugespitzten Weise. Dabei muss man beachten, dass er Bücher schreibt, um Bestseller zu landen. Haidt lehrt an einer Business School. Das Konzept des Buches erinnert mich an die Bücher von Manfred Spitzer, der mit seinen Thesen ja auch immer sehr präsent ist. Diese Autoren greifen Ängste auf und setzen das Ganze sehr schlagwortartig und marktorientiert um. Die Thesen finden viel Anklang, weil sie Themen und Herausforderungen aufgreifen, die im Raum stehen.

(Außerdem wird Kathrin Passig darin zitiert <3)

§

Der am breitesten getanzte Volkstanz Spaniens? Nein, ganz sicher nicht Flamenco, den tanzt die Minderheit der Gitanes. Es ist die Jota!
Hier eine ganze Plaza in Zaragoza voll Tänzer*innen (Charity-Aktion zum Tag des Kinderkrebses) – sähe in Tracht noch schöner aus, aber die haben natürlich nur wenige (es gibt ja keine Schwundstufe für sowas wie Oktoberfest).

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 17. Februar 2026 – Heimreise und der Raglanmantel am Besitzer plus Umfrage

Mittwoch, 18. Februar 2026 um 6:27

Sehr gut geschlafen bis fünf, dann mit zugeschwollener Nase nicht mehr recht eingeschlafen.

Unser Zug zurück nach München ging erst um halb elf ab Wien Meidling, ich konnte noch bloggen. Packen und Auschecken gingen schnell, es gab Morgen-Cappuccino im Westbahnhof, wo wir auch Brotzeit für die Fahrt besorgten.

Zu den vielen Details, die mir in Wien positiv auffielen, gehörten die viel wenigeren LALÜs als in München. Ja, auch hier machten sich Krankenwagen (aka “die Rettung”) durch Martinshorn vor roten Ampeln an Straßenkreuzungen bemerkbar, aber immer nur ganz kurz und nicht wie in München ganze Straßenzüge lang.

Wir trafen viel zu früh in Meidling ein, zudem zeigte meine App wechselnd lange Verspätung der Abfahrt an. Tatsächlich starteten wir nahezu pünktlich.

Wenn man erstmal akzeptiert, dass dieser Winter nie mehr aufhören wird, geht’s eigentlich.

Ereignisarme Fahrt mit Zeitung- und Internet-Lesen durch Bahnhöfe wie Redl-Zipf – Ortsnamen sind einfach immer für einen Lacher gut, und das auf der ganzen Welt. Auf halber Strecke lag die Verspätung bei gut 20 Minuten, doch beim Blick aus dem Fenster mit erneutem und waagrechten Schneefall dachte ich mal wieder: “Am Steuer eines Autos und auf einer Straße möchte ich gerade noch viel weniger sitzen.” (Was bei mir nicht ganz güldet, weil ich eigentlich nie am Steuer eines Autos sitzen möchte, aber Sie wissen, worauf ich hinaus will.) Zu Mittag aß ich um halb zwei einen Apfel (Geschenk des Hotels) sowie ein Kornspitz mit dick Käse.

Daheim in München schien die Sonne (wie sie es auch unterwegs hin und wieder getan hatte). Und vor der Wohnungstür wartete eine Kiste Orangen – leider nicht wie vereinbart gestern geliefert, sondern bereits am Samstag davor. So konnten wir erst jetzt den Inhalt Frucht für Frucht checken, und ja: ein halbes Dutzend hatte bereits matschige Stellen, Herr Kaltmamsell presste erst mal ein großes Glas Orangensaft aus.

Ein paar Häuslichkeiten, dann bat ich Herrn Kaltmamsell zum Mantel-Modeln – mit verschiedenen seiner Mützen und Hüte.

Was meinen Sie: Welche Kopfbedeckung passt am besten zu dem Mantel?

  • Keine Kopfbedeckung (2%, 13 Stimmen)
  • Flat Cap (42%, 294 Stimmen)
  • Fedora (37%, 261 Stimmen)
  • Bowler Hat (19%, 132 Stimmen)

Abgestimmt bisher: 700

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Die edlen inneren Werte des Mantels:

Außerdem hat Herr Kaltmamsell (natürlich) den historischen und sprachlichen Wurzeln des Kleidungsstücks hinterherrecherchiert.

Das letzte Tageslicht nutzte ich für eine Bügelrunde. (Nach den vier Tagen Gemeinsamkeit mit Herrn Kaltmamsell und vielen anregenden Gesprächen und Austauschen, in denen ich von dem Vielen profitierte, was ich an ihm mag und schätze, verschwanden wir zu Hause wieder in unsere separaten Welten. Deshalb ist es ja so wichtig, dass wir immer wieder zu zweit solche und ähnliche – Wanderung, Museumsbesuch, Restaurantessen – Unternehmungen unternehmen.)

Nach vier Tagen ohne checkte ich, ob Yoga noch funktionierte: Ja, tat es.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell eine Sensation, die vor einiger Zeit durch mein Internet gegangen war: Paradeiserkraut. Und zwar erst jetzt und damit nach allen, allen anderen, weil wir das nächste Weißkraut im Ernteanteil abwarteten.

Statt Semmelnknödeln gab es bei uns dazu ein leichtes Eiergebäck (knuspriger Biskuit), das wir in der Wiener Bäckerei Ohel gesehen hatten, und das uns als Beilage zu Suppen und Eintöpfen erklärt worden war. Schmeckte ganz hervorragend, kommt auf die Liste der Lagerweißkrautrezepte.

Nachtisch Hamantaschen (gut!) und Schokolade. Seufzende Vorbereitung des ersten Arbeitstags nach Faschingsurlaub.

§

Gisèle Pelicot hat ein Buch geschrieben, ihre Perspektive der Gewalt, die ihr angetan wurde, und des Gerichtsverfahrens, das sie dadurch historisch gemacht hat, dass sie die Öffentlichkeit zuließ. Die New York Times interviewt sie darüber.
“The Interview
‘They All Tried to Break Me’: Gisèle Pelicot Shares Her Story”.

Ich bitte Sie: Lesen Sie dieses Interview mit all seinen Ungeheuerlichkeiten und Abgründen. (Vermutlich am besten wie ich in kleinen Abschnitten.) Die Scham muss die Seite wechseln.
Und was die unglaubliche Resilienz von Gisèle Pelicot angeht: Wie sie selbst gehe ich davon aus, dass es viel damit zu tun hat, dass sie keine eigene Erinnerung an die zahllosen Vergewaltigungen hat. Sie weist meiner Meinung nach zurecht darauf hin, dass es eine ganz andere Belastung ist, wenn man tatsächlich, weil bewusst durch musste.

die Kaltmamsell

Journal Montag (Rosenmontag), 16. Februar 2026 – Wien mit Tierpark Schönbrunn im Schnee und meinem ersten Panda

Dienstag, 17. Februar 2026 um 8:27

Bevor wir diesen Wien-Urlaub buchten, hatten wir uns bei Einheimischen erkundigt, wie Wien es mit dem Fasching hält: Gibt es nicht, wird nicht gefeiert, keine Beeinträchtigungen zu befürchten, hieß es. Also kamen wir her. Beeinträchtigt werden wir zwar tatsächlich nicht (keine Sperrungen und Schließungen), aber so ganz abwesend ist er nicht hier, der Fasching. Angefangen mit dem deutlichen Angebot von Faschingskrapfen in Bäckereien sehen wir ihn in vereinzelter Faschings-Deko in Form von Luftschlamgen und Lampions in den Schaufenstern Inhaber-geführter Geschäfte (von denen es in Wien ja erfreulich reichlich gibt), in Form eines riesigen Ladens für Faschingskostüme und
-Ausstattung in der Leopoldstadt bis hin zu echten Maschkerern am Sonntag auf der Straße.

Nach Ausschlafen und sehr gemütlichem Bloggen waren die gestrigen Tagespläne:
– Besichtigung exotischer Supermarkt
– Cappuccino in Café
– Tierpark Schönbrunn
– Abholung altmodischer Raglan-Regenmantel
– Israelisches Abendessen

Der Supermarkt Bedronka gegenüber vom Hotel präsentierte eine sensationeller Auswahl osteuropäischer Lebensmittel, viele aus Polen, unter anderem einen ganzen Kühlschrank voll Pierogi, aber auch Kopytka und Kluski. Die Kassendame grüßte auch mit “dzień dobry”, was mir von meiner polnischen Oma (deren Todestag sich im Januar zum 20. Mal jährte) so vertraut ist, dass ich ohne zu zögern mit “dzień dobry” antwortete. Wir kauften lediglich superdicke getrocknete Bohnen, gewürztes Apfelkompott und Schokolade, die von Wawel hatte ich in sehr guter Erinnerung.

In dichtem, nassen Schneefall spazierten wir zu sehr spätem Frühstückscappuccino ins Café Kriemhild, gestern bekamen wir problemlos Platz.

Herr Kaltmamsell frühstückte gleich richtig.

Und blickt auf dem Foto in diese Aussicht.

Den Besuch des Tierparks hatte ich mir sehr gewünscht, unter anderem weil ich von einigen frischen Jungtieren gelesen hatte. Als für den dafür geplanten Wien-Tag Schnee und Kälte angekündigt wurden, bremste das diesen Wunsch keineswegs. Bittere Kälte blieb uns auch erspart, es hatte lediglich Temperaturen um Null. Wir gingen zu Fuß die Dreiviertelstunde hinüber.

Palmenhaus des Schlossparks Schönbrunn, merkten wir uns für den nächsten Wien-Urlaub. Beim Eintrittskartenkauf hörte der Schneefall auf.

Der Tierpark erwies sich als wunderschön. Großzügig angelegt mit viel Platz in den Gehegen, viele Bauwerke im Stil des Schlosses Schönbrunn. Und wir bekamen mehr Tiere zu sehen, als ich erwartet hatte. (Und wenige Menschen, es war an diesem Montag im Winter herrlich leer.)

Den Flamingos sah ich eine Zeit lang hingerissen und ganz nah zu (und hörte ihnen zu, sie ware LAUT).

Das Elefantenkalb ist erst im August 2025 zur Welt gekommen.

Wir folgten dem offiziellen Rundweg durch den Tierpark und stiegen hoch zum Tirolerhof mit vielen Haustierrassen. Jetzt kurz nach zwei beschloss ich, dass ich doch mal etwas essen musste. In diesem Tirolerhof wurden neben sehr einladendem heimischen Gerichen (z.B. Erdäpfelgulasch) auch Snacks angeboten, im kleinen Laden kaufte ich Nuss-gefülltes Dinkelgebäck und plauderte mit der freundlichen Verkäuferin. Das Gebäck schmeckte ausgezeichnet.

Auch Stallhasen gehörten zu den Haustierrassen.

Leider war ein spannender Teil des Rundwegs wegen der Witterung gesperrt, der Baumwipfelweg. Es gab auch keine Alternative, wir mussten denselben Weg zurück gehen.

Am Boden des Wasserbeckens im Eisbär-Gehege (kein Eisbär zu sehen) entdeckte ich diesen kleinen Fischschwarm beim Chillen.

Jetzt riss der Himmel auf, ein paar Sonnenstrahlen verschönten die Anlage zusätzlich.

Den Flusspferden sahen wir eine Weile zu – bis sie an ein Fenster schwammen und den Besucher*innen zusahen.

Erdmännchen immer eine Wonne.

Nach gut zwei Stunden waren meine Niedlichkeitsvorräte aufgefüllt, mit dem Vorsatz, im Nichtwinter wiederzukommen, gingen wir Richtung Ausgang – und hätten fast den Panda verpasst, hätte nicht eine kleine Gruppe aufgeregt vor dem Gehege gestanden.

Ich hatte noch nie einen Panda gesehen und freute mich sehr, dass dieser sich auch noch breit thronend beim Bambusfressen präsentierte.

Winterhimmel über Hietzing.

Erstmal genug gesehen, durch das regelmäßige Aufwärmen in beheizten Tierhäusern hatten wir auch nicht viel gefroren. Eine U-Bahn brachte uns zum Opernring und zum Herrenausstatter:

Der Raglanmantel für Herrn Kaltmamsell war fertig gekürzt, er probierte ihn nochmal an und sah wunderbar darin aus.

Spaziergang zum Hotel die Mariahilfer entlang, Abstecher durch die zauberhafte Raimundpassage. Im Hotel ruhten wir uns aus und lasen, bis wir zum Abendessen zu einem israelischen Lokal in der Nähe aufbrachen, von dem ich gelesen hatte: Makom. Dort bekamen wir auch ohne Reservierung einen Tisch und aßen erfreulich viel Gemüse zu einer Flasche Gemischtem Satz (ordentlich) von Pferschy-Seper (in 5. Frauengeneration geführt – die Weinkarte listete nur Winzerinnen auf).

Zur Vorspeise teilten wir uns israelischen Schnipselsalat und Labneh.

Meine Hauptspeise war gebratener Brokkoli scharf mit frischem Babyspinat, Granatapfel und Feta – sehr gut. Gegenüber aß Herr Kaltmamsell eine gebratene Aubergine mit Tomatensauce. (Ich merke mir: Wenn ich im Urlaub dringend Gemüse essen möchte
-> israelisches Restaurant.)

Nachtisch: Knafeh für Herrn Kaltmamsell (überbackene Fadennudel mit Käse, kannten wir süß als Kodafa mit Couscous), Brownie für mich. Gutes Abendessen.

die Kaltmamsell