Journal Sonntag, 4. Januar 2026 – Berlin-München im tiefen Winter

Montag, 5. Januar 2026 um 8:29

Geweckt von Wecker nach gutem Schlaf und mit angemehm wenig Kater.

Genug Zeit für Fertigmachen und Auschecken, bis wir eine Tram zum Hauptbahnhof nahmen: Die schneeverkrusteten Wege wollten wir dem Rollkoffer nicht antun.

Vollmond (in Echt VIEL größer) über der Oderberger Straße.

Den Hauptbahnhof (Berlin hat wenigstens einen!) erreichten wir so früh, dass wir uns auf einen Cappuccino setzten.

Der uns sogar an den Tisch serviert wurde, von einer freundlichen Servicekraft (seit ich vor zehn Jahren diesen Artikel über McDonalds als Arbeitsplatz las, “What I Learned from Four Years Working at McDonalds”, inklusive Kommentare unter meinem damaligen Blogpost darüber, habe ich einen anderen Blick darauf).

Mangels echten Wartebereichen in diesem Einkaufszentrum mit Gleisanschluss sammelt sich bei McDonalds viel Wartevolk – und andere Menschen, die Sitzmöglichkeit, Wärme, Steckdosen für Handyaufladen nutzen, wir saßen in interessanter Gesellschaft.

Wieder nahezu pünktliche Abfahrt, stabiles WLAN im ICE (es wird nicht ALLES schlechter!), ich verbloggte den Samstag unseres Berlin-Kurztripps.

Kurz vor Halle an der Saale kam aber die Durchsage des Zugchefs: Die Schnellstrecke nach Erfurt war wegen einer Störung nicht befahrbar, der Umweg würde zu reichlich Verspätung führen. Nun, Herr Kaltmamsell und ich hatten gestern eh nichts sonst vor, es war warm, es gab WLAN und Strom. Letzteres auch deshalb erwähnenswert, weil ein Anschlag 45.000 Haushalte im Süden Berlins für Tage vom Stromnetz getrennt hatte – darunter die Berliner Verwandtschaft (die heißt so: “Berliner Verwandtschaft”) von Herrn Kaltmamsell, wie wir über die WhatsApp-Familiengruppe erfuhren: Berichte über Handyaufladen an eigens dafür eingerichteten Stützpunkten, über Polizei, die mit Megaphonen durch die Straßen fuhr (weil kein Handyempfang), Aufwärmen bei Verwandtschaft in anderen Stadtteilen.

Vorm Zugfenster wieder verschiedene Seiten des Winters: Ab Berlin verschneite Flächen, mal mit Sonne, mal mit Schneefall. Hinter Halle eine Weile Schneefreiheit. Die Umleitung führte durch die alte Strecke zwischen Halle und Erfurt, ich hatte gar nichts dagegen, die früheren Ansichten wiederzusehen.

Deutscher Winter in der ICE-Kofferablage (diese Sorte Schlitten fand ich als Kind unpraktisch – kippten zu leicht nach vorne, meiner war ein Hörnerschlitten).

München erreichten wir dann 50 Minuten verspätet, wurden mit Sonne und knackigem Frost empfangen. Also daheim erst wieder Kampf um Wohnungswärme. Frühstückssemmeln hatte ich noch am ehemaligen Hauptbahnhof besorgt, die gab es kurz nach drei mit Butter und Marmelade, außerdem ein Restl Zwetschgenröster.

Wir waren ja gerade mal mehr als 48 Stunden weg gewesen, das reichte nicht für Fremdeln bei Heimkehr. Ich war sehr dennoch froh um zwei weitere freie Tage vor Arbeitsstart am Mittwoch, und an Heilig Drei König sind wir nochmal bei meinen Eltern eingeladen, hurra!

Nachmittag mit Zeitunglesen in der Sonne. Große Yoga-Sehnsucht, ich startete wieder ein 30-Tage-Programm von Adriene: “True” von 2018.

Zum Nachtmahl gab’s Nudeln mit übriger Rouladensauce vom Donnerstag, davor aß ich Kimchi und saures Blaukraut gegen Gemüse-Gieper.

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Bevor wir durch die Gerichtsinstanzen gehen, ergeben wir uns lieber schnell. Einfach aus Geldgründen. Es sei denn, es ist der Papst.

Herrliches Interview in der Süddeutschen mit Gabriele Rittig, seit 40 Jahren die Anwältin des Satiremagazins Titanic (€):
“‘Wenn du den Witz erklären musst, hast du schon verloren'”.

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Fotograf Jovan Ritopečki (1923-1989) hat ab den 1960ern über viele Jahre das Leben jugoslawischer Einwanderer in Österreich festgehalten. Ein Projekt der Austrian Academy of Sciences Institute for Habsburg and Balkan Studies erforscht seinen Nachlass zu diesem Thema (etwa 19.000 Negative) und stellt hier viele Bilder digitalisiert zur Verfügung:
“Picturing Migrants’ Lives”.
Zum Einstieg empfehle ich diese Fotos zum Thema Wohnen.

via @sauer_lauwarm

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 3. Januar 2026 – Kurztrip Berlin mit Schnee, Grand Show im Friedrichstadtpalast und MaMi’s

Sonntag, 4. Januar 2026 um 10:56

Lang und gut geschlafen, mit Kaffee (löslicher, gestellt vom Hotel, dazu Wasserkocher; für zwei Übernachtungen hatte ich nicht extra die Cafetera eingepackt) und Hotel-Bademantel zurück ins Bett zum Bloggen. Draußen große Winter-Show.

Gebloggt, im Bett Internet gelesen. Das tägliche Aufwachen zu “What’s he done now?” des Trump-Regimes hat in dieser zweiten Runde wirklich neue Dimensionen: Die USA haben Venezuela angegriffen und das Staatsoberhaupt gefangen genommen. Die EU protestiert nicht etwa engerisch, sondern wackelt lediglich besorgt mit dem Kopf.

Morgentoilette und Anziehen, auf dem Bett weitergelesen. Bei Einsetzen von Frühstückshunger aß ich erstmal einen der Äpfel, die das Hotel uns schenkte (sehr willkommene Geste), dann ging ich mit Herrn Kaltmamsell raus in den Schneematsch – Einheimische waren in diesem schneeartigen Zeugs sehr viele unterwegs, Kinder wurden auf Plastikwannenschlitten gezogen.

Nicht weit vom Hotel an der Kastanienallee kehrten wir in eines der vielen Cafés ein. (Habe die blöden Witze so verinnerlicht, dass ich Hemmungen spüre, Bedienungen in Mitte oder Prenzlauer Berg einfach auf Deutsch anzusprechen. Funktionierte aber in diesem Fall.)

Noch vor eins gab es Cappuccino sowie Tomaten-Basilikum-Quiche mit Salat. Auf dem kurzen Weg zurück zum Hotel noch zwei frisch gebackene (warme) Cookies mitgenommen, im Hotel gegessen: Meiner enthielt gebrannte Mandeln und Nougat, mächtig und gut.

Weiteres Lesen im Hotelzimmer, bis wir uns zur Nachmittagsvorstellung im Friedrichstadtpalast fertigmachten: Wir wollten die neue Show “Blinded by Delight” sehen – ich freute mich auf sensationelle Kostüme, schöne Menschen und Tanz, originelle Bühnentechnik, Akrobatik, schmissige Musik und viel, viel Glitzer.

Die schönen Schuhe ließ ich dann doch im Koffer, ich wollte ihnen den Schneematsch zwischen Hotel und Tram nicht antun. Also in Winterstiefeln zur Grand Show.

Und grand war sie wirklich, die Show, wunderschön, ich kam auf meine Kosten. Bühnentechnik: Allein schon auf wie viele Arten und von/nach wie vielen Orten die Darsteller*innen auftauchten oder verschwanden!
Was es an Akrobatik gab, also Einlagen so halb in die (eh nicht so relevante) Handlung eingebaut: Fliegende Männer auf Wippen, eine Verdreh-Frau (contortionist heißt auf Deutsch eigentlich Schlangenmensch, aber der Begriff macht die Erscheinung ja noch grusliger), BMX-Radfahrer (dafür braucht es wirklich diese größte Theaterbühne der Welt; ganz entzückend fand ich auch, dass die Burschen Glitzer-Smokingjacken zu den glänzend schwarzen Helmen trugen), ein Paar an großen Ringen.

Die Reihe, zentrales Element jeder Show im Friedrichstadtpalast, war die schönste, die ich bislang erlebt habe, die Choreografie muss sich ja doch immer wieder was Neues einfallen lassen. Etwa 40 Tänzer*innen mit überraschend diversen Formen (wenn auch selbstverständlich in einem gewissen Norm-Korridor), die in einer Reihe (daher der Name), ihre Beine in Glitzerstiefeln hochschmissen, waren zum Quietschen atemberaubend.

Am Ende der Schlussnummer war Fotografieren explizit erlaubt.

Paradox, aber eine Folge der Schwemme Computer-generierter und -gefälschter Bilder: Während ich mein Staunen über Fotos und Filmchen mittlerweile zurückhalte und erstmal nüchtern checke, ob die überhaupt echt sind, konnte ich mich gestern in diese Show rückhaltlos fallen lassen – die ja eigentlich Illusionen und Traum verkaufen sollte. Aber da standen, tanzten, sangen, wirbelten halt echte Menschen, da blitzte echtes Licht, spritzten Tropfen, glänzten echte Kostüme.

Zurück zu unserem Hotel Oderberger kamen wir so rechtzeitig vor unserer Abendessen-Reservierung, dass Zeit für einen Abstecher in die Hotel-Bar war, deren Coktails ich in besonders guter Erinnerung hatte.

Mein Pflaumen-Drink schmeckte hervorragend, Herr Kaltmamsell war mit seinem sahnigen Cocktail ebenfalls sehr zufrieden.

Einen Tisch reserviert hatte ich in MaMi’s Food&Wine in derselben Straße wie unser Hotel. Auf das feine Keller-Lokal geführt von den Geschwistern Marcel und Miriam hatte mich das Schwärmen einer Berliner Bekanntschaft durch Bilder auf instagram gebracht. Und jetzt schwärme auch ich: Wir aßen ganz ausgezeichnet und lernten so aufregende Weine kennen, dass der Rest des Jahres sich wird anstrengen müssen. Dazu ein wirklich herzlicher und aufmerksamer Service. Das Konzept des Restaurants: Menü aus acht oder zehn Tellern, die in vier oder fünf Gängen serviert und geteilt werden. Die Karte bietet die Gerichte aber auch einzeln an.

Begrüßt wurden wir mit einer Gemüse-Dashi mit Tapioka – super Idee das mit Tapioka als Suppeneinlage.

Links Kopfsalatherzen mit Sauce Café de Paris (besser als die von Herrn Kaltmamsell), außerdem Iberico und Allioli. Im Glas ein wunderbarer Rosé-Sekt aus dem Kamptal (nur bei einem Wein des Abends bemühte ich mich, alle Details festzuhalten, sonst nahm ich mir davon Urlaub).

Links Gelbflossenmakrele mit Koriandercreme und Pastinakenchips, rechts Kürbis als Creme, als Ofenstücke sowie eingelegt, dazu Petersilie und Salzzitrone. Und hier hatten wir den Knaller des Abends im Glas: Eine Cuvée vom Weingut Marie Adler in der Pfalz, angebaut als Gemischter Satz, spontanvergoren – und mit Apfelmus-Düften und Gewürzgeschmäckern ganz großartig.

Jetzt gab es Zwiebelsuppe, aber wie Hot Pot gewürzt, also eine echte Umami-Bombe, dazu knusprig-cremige Kichererbsen-Kroketten. Auf dem Teller links Pimientos de Padron mit Dulce de Leche, Orange und Cheddar – für meinen Geschmack gingen die Pimientos ein wenig unter. Dazu ein blumig-mineralischer El Gratallunes aus dem Penedés.

Als Hauptgericht angekündigt: MaMi´s Bolo mit Chili, dazu Salat mit Creme Fraiche und der Spielanleitung, die Bolo auf die Salatblätter zu löffeln – eine sehr schöne Kombi. Rechts Kartoffelpfannkuchen, Rote Beete, Jalapeño, braune Butter, Meerrettich – alles davon schmeckte in dieser Zusammenstellung unerwartet und aufregend. Weine gab es gleich zwei dazu: Ein sehr typischer Riesling (Bischöfliches Weingut Trier) zur Kartoffel, zur Bolo als Auftragswein des Restaurants einen Lemberger, abgerundet durch 10 Prozent Cabernet Sauvignon. Ich plauderte mit der einschenkenden Wirtin über Lemberger, den ich schätze, aber sonst nicht auf ambitionierten Weinkarten finde.

Zwei Desserts: Einmal weiße Schokoladencreme mit Tahini und Zwetschge, außerdem ein sehr würziger Apple Crumble. Im Glas eine Riesling-Spätlese.

Der Wein war zu viel (aber so gut!), wir spazierten die 200 Meter ins Hotel betrunken. Zumal wir zuvor ja einen Cocktail getrunken hatten (auch wenn das laut Herrn Kaltmamsell nicht zählt, weil es eine extra Cocktail-Leber gibt in Entsprechung zum Dessert-Magen).

die Kaltmamsell

Journal Freitag, 2. Januar 2026 – Kurztripp Berlin mit Kabarettistischem Jahresrückblick

Samstag, 3. Januar 2026 um 9:41

Nach guter Nacht von Wecker geweckt für den Morgen-Sprinter nach Berlin.

Am Bahnhof stellte sich heraus: Den gebuchten ICE gab es wirklich, unsere reservierten Plätze existierten, und wir fuhren nur zwei Minuten verspätet ab.

Ich las Zeitung, guckte aber immer wieder aus dem Fenster, weil sich das gestern besonders lohnte: Erst beschneite Landschaft, dann Schneefreiheit in der Holledau, in Franken wieder Schnee, Erfurt und Halle schneefrei, bis wir uns Berlin näherten (um halb zwölf holte ich Herrn Kaltmamsell und mir Cappuccino): Eine Stunde vor Ankunft setzte Schneefall ein, der auch bei unserer Ankunft am Berliner Hauptbahnhof (15 Minuten Verspätung zählen wir bei vier Stunden geplanter Fahrzeit ja schon gar nicht mehr) anhielt. Wir setzten dennoch unseren Plan um, zu Fuß zu unserem Hotel in Prenzlauer Berg zu gehen, wozu hatten unsere dicken Winterjacken Kapuzen.
Wurde zwar Regen, aber auch dagegen helfen Kapuzen.

Wir bezogen unser schönes Zimmer, gingen dann aber noch kurz raus auf ein kleines Frühstück für mich, als Überbrückung zum früh geplanten Abendessen: Käsekuchen, ein Hummerschwänzchen (Sfogliatella) mit Vanillefüllung, dazu Basilikum-Zitronen-Limo.

Keine Pläne vor dem Abendtermin, das Wetter reichlich unwirtlich, also machten wir richtig Urlaub und wohnten im Hotelzimmer herum, lasen. Bereits am zweiten Tag des Jahres auf meinem Laptop einen Foto-Unterordner “2601_Berlin” anzulegen, gefiel mir.

Hotelzimmerblick.

Der Abendtermin war der Kabarettistische Jahresrückblick, eine der Vorstellungen im Ernst-Reuter-Saal, Rathaus Reinickendorf. Dorthin brachte uns eine U-Bahn recht früh, damit wir vorher noch abendessen konnte. Das taten wir in einem italienischen Lokal ganz in der Nähe (was in Berlin, das vergesse ich dann doch immer wieder, zehn Minuten Fußweg bedeutet, in München ja höchstens fünf), das wir über den Stadtplan entdeckt und als sympathisch befunden hatten.

Die Überraschung bestand darin, dass das Restaurant bereits vor 18 Uhr fast voll war: In Reinickendorf/Alt-Wittenau wird früh gegessen. Wirklich sympathisches Lokal, wir wurden herzlich umsorgt: Ich bekam gemischten Salat und von der Wochenkarte Ravioli mit Entenfüllung in Sahne-Apfel-Sauce. Flink war man dort ebenfalls, an den Ernst-Reuter-Saal kamen wir weit vor der Vorstellung zurück.

Rathaus Reinickendorf.

Wieder großes Vergnügen, als Moderatorin führte dieses Jahr durch den Abend Heidi Reichinnek. Auftritte hatte aber auch Jogi Löw, Donald Trump und – besonders überzeugend – Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Hier in Berlin ham’s halt keinen Nockherberg mit Starkbierprobe inklusive Fastenrede und Singspiel; der Kabarettistische Jahrerückblick erfüllt ähnliche Funktion. Minus Anwesenheit Politiker*innen. Oder Bier. Oder Bayerischem Rundfunk.

Dieser ist der Abschieds-Jahresrückblick für zwei Herren von den fünfen: Horst Evers und Manfred Maurenbrecher hören nach 28 Jahren auf. Ich bin sehr gespannt, wie die Nachfolge-Zusammensetzung und Show aussieht; angekündigt sind zwei FRAUEN. Und Horst Evers habe ich über die drei Programme, die ich live in Berlin sah, so lieb gewonnen, dass ich bereits die Termine seiner Einzelauftritte recherchierte.

Auf den Heimweg kamen wir recht spät (Verzögerungen bei der Garderobenausgabe) – und standen vor dem Veranstaltungsbau in Schneegewirbel. Doch bis wir eine halbe Stunde später in Prenzlauer Berg waren, hatte das bereits aufgehört.

Knapp vor Mitternacht ins Bett. Programm für Samstag: Show im Friedrichsstadtpalast, feines Abendessen.

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 1. Januar 2026 – Sonnenlauf und La storia von Elsa Morante

Freitag, 2. Januar 2026 um 6:47

Gut geschlafen und lang, um Mitternacht dank Ohrstöpseln und geschlossenem Fenster nur wenig gestört von der Knallerei draußen. Lang genug geschlafen, dass der wolkenlose (hurra!) Himmel vorm Fenster bereits ein wenig hell wurde.

Nach dem Bloggen noch die Foto-Ordner auf dem Laptop archiviert/aktualisiert – fürs Sortieren hat der Jahreswechsel also auch für mich Bedeutung.

Eher spät losgekommen zu meinem Isarlauf. Eigentlich hatte ich die Tram zum Tivoli nehmen wollen und besonders weit nach Norden laufen, doch die angekündigte Tram verschwand auf einmal von der Anzeige, es gab Verkehrsstörungen. Also doch eine U-Bahn zum Odeonsplatz und über Hofgarten und Englischen Garten zum Tivoli. Schon nach 20 Minuten kam ich innere Laufruhe und trabte gedankenverloren.

Die sonnigen Uferwege waren bald recht belebt, vor allem von Gruppen, die sehr mit sich selbst beschäftigt waren und denen ich deshalb nur durch Sprünge in die Botanik ausweichen konnte.

Die schlaue Läuferin denkt an Sonnenbrille.

Die Gesamtlaufzeit geriet unbeabsichtigt wieder knapp unter zwei Stunden, mein Körper sagte: 20 Minuten zu viel. Ich werde mir beim nächsten Lauf lieber wieder einen Timer auf 50 Minuten stellen, nach denen ich umkehre.

Zurück erwischte ich gleich eine Tram.

Frühstück um halb drei: Marmeladenbrot, sauer eingelegtes Blaukraut, außerdem Mango und Datteln (wieso vergesse ich immer wieder, dass gute Datteln nach so viel mehr als nur Süß schmecken?) mit Joghurt.

Gemütlicher Nachmittag mit Lesen verschiedener Art. UND Herr Kaltmamsell ließ mich bei der Zubereitung des Abendessens helfen, Rinderrouladen: Ich durfte das Saucengemüse zubereiten.

Elsa Morante, Hannelise Hinderberger (Übers.), La Storia ausgelesen. Die letzten 100 Seiten, die 1947 spielten, waren eher mühsam, weil sie vor allem aus den Schilderungen von Träumen und dem Zitieren agitatorischer, aber wahnsinniger politischer Reden bestanden. Doch bis dahin gefiel mir der Roman sehr gut, der sich um die einfache und meist hilflose Volksschullehrerin Ida und ihre beiden Söhne im Rom der 1940er dreht. Viele Alltagsdetails, liebevolle Beschreibungen von Menschen und ihren inneren Vorgängen, es entsteht ein nachvollziehbares Bild ihres Ausgeliefertseins.
Nachtrag: Diese liebevolle Perspektive zeigt sich unter anderem in dem großen Verständnis für kindliches Verhalten: Sowohl die handelnden Personen als auch die Erzählstimme befassen sich ernsthaft und zugewandt mit kleinen Kindern, die ausrasten, toben, sich sonstwie sozial inkompatibel verhalten; nicht Disziplinierung oder Sanktionierung stehen im Vordergrund, sondern Sorge und das Bemühen herauszufinden, was den oder die Kleine gerade quält. Das hatte ich weder in der Handlungszeit noch in der Entstehungszeit des Romans erwartet.

Jedem der acht Jahreskapitel ist eine Zusammenfassung der Weltereignisse dieses Jahres aus linker Perspektive vorausgestellt (und in meiner Ausgabe in noch winzigerer Schrift), und hin und wieder taucht eine Erzählinstanz als “Ich” auf, die Personen, Orte und Vorfälle aus eigenem Miterleben kennt, aber bis zum Schluss nicht identifiziert wird. Ich kann gut verstehen, dass der Roman Geschichte gemacht hat.

Die lange Laufrunde steckte mir in den Knochen, genauer: in den Gelenken. Ich suchte mir eine halbe Stunde “Runner’s Yoga” von Adriene raus: War einen gute Idee.

Erstes Rauslegen von Kleidung zum Packen für Berlin. Die ICE-Supersparpreis-Tickets hatte ich Mitte Oktober gekauft – und bis jetzt keine Nachricht dazu, keine Änderung. Völlig verunsichert checkte ich, ob die Verbindung am Freitagmorgen überhaupt existierte.

Dann aber: Abendessen!

Rinderrouladen mit Blaukraut und Kartoffelpü, ein Festessen. Nachtisch Schokolade.

Im Bett begann ich die nächste Lektüre: Joachim Meyerhoff, Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke.

§

Oh wie traurig: Der SZ-Lokalredakteur Franz Kotteder ist gestorben.
“Immer echte SZ im besten Sinne”.

In der Schule gab er eine “Art Schülerzeitung” heraus, wie er es selbst einmal genannt hat: ein Heft, das er mit seinem Banknachbarn erstellte und das den Namen “Der kleine Brunnenvergifter” trug.

Ich werde ihn sehr vermissen.

§

Manuela Heim hat für die taz mit Anama Fronhoff gesprochen, die nach einem Hirnstamminfarkt sehr anders kommuniziert als die Mehrheit.
“Locked-In-Syndrom und Kommunikation
‘Manche Leute schreien mich an'”.

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 31. Dezember 2025 – Sonnenschwimmen draußen

Donnerstag, 1. Januar 2026 um 9:06

Letzter Auftritt der Jahreszahl 2025 in der Überschrift.

Beim einzigen Aufwachen in der guten Nacht (Klogang) blinkten immer noch Sterne am Himmel, ich begann auf einen Sonnentag an Silvester zu hoffen: Den bekam ich dann auch zu meiner großen Freude und plante meine gestrige Schwimmrunde unter freiem Himmel im Dantebad.

Dazu machte ich mich besonders früh auf den Weg, denn an Silvester schlossen die Münchner Bäder bereits am frühen Nachmittag. Meine Fehleinschätzung: Ich hatte eher weniger Leute auf den Schwimmbahnen erwartet, es waren dann so viele, wie ich möglicherweise noch nie erlebt habe. Aber wir kamen gut miteinander klar, und schon bereiteten mir Sonnenschein, Gleiten durchs warme Wasser und Atemholen in kalter Winterluft so großes Vergnügen, dass ich mein Tagesziel auf 3.300 Meter erhöhte – mühelos erreicht.

In meiner Mastodon-Timeline wurde sich aus konkretem Anlass gerade verstärkt übers Schwimmen ausgetauscht. Auch ich würde ja bei Sehnsucht nach längeren Strecken / besserer Technik Kurse empfehlen, doch dann kam mir der Gedanke: Vielleicht ist Vergnügen am Schwimmen Voraussetzung für Erfolg von, nicht das Ergebnis von Kursen? Ich sehe im Dantebad so oft wiedererkennbare Menschen offensichtlich vergnügt viele Bahnen ziehen, deren Stil allen Regeln widerspricht (oder gibt es eine Schwimmart Rückenfrosch? Sitzschwimmen mit Flossen? Wasserrühren?), dass Spaß und Strecke eventuell nicht von Technik abhängen.

Nach dem herrlichen Schwimmen kam ich in der Umkleide mit gleich zwei anderen Schwimmerinnen ins Geplauder (nacheinander), ich mag die Mini-Vertrautheit in diesem Bad.

Zurück nahm ich eine Tram, um mehr von der Sonne zu sehen. Am Stiglmaierplatz stieg ich für den Kauf von Frühstückssemmeln aus, spazierte von dort zu Fuß nach Hause.

Plakat der Rosa Liste für die Stadtratswahl Anfang März. Ich freue mich bei jeder Sichtung an der Erinnerung, dass 1996 mit Thomas Niederbühl in München europaweit erstmals ein Vertreter einer schwul-lesbischen Wählergruppe in ein Kommunalparlament einzog – und versuche seit meinem Zuzug nach München 1999 bei jeder Stadtrats- und Bezirksausschusswahl mit meiner Stimme sicherzustellen, dass die Rosa Liste in diesen Gremien vertreten ist. Den aktuellen Stadtratskandidaten Bernd Müller (Thomas Niederbühl tritt nicht mehr an) kenne ich sogar persönlich.

Kurzer Halt in der Schillerstraße für Mittagscappuccino in einem Eckcafé, das mir aufgefallen war: Terramoon.

Boah, die Preise im Central Quartier (bitte französisch aussprechen, wenn sie meinem Viertel einen neuen Namen aufdrücken, bestimme ich zumindest, wie er klingt) sind ja ganz schön g’salzn, 4,50 Euro für einen Cappuccino? Sammer in Berlin?

Frühstück kurz nach eins: Körnersemmel mit Crowdfarming-Manchego, Seele mit Butter.

Es blieb sonnig, ich las im Wohnzimmer Zeitung, kuratierte Lieblings-Microbloposts, las Roman – und atmete viel durch den Mund, denn der Preis für das großartige Schwimm-Erlebnis war wieder Chlorschnupfen.

Gestern hatte das Böllerverbot keine Wirkung: Es knallte wie eh und je am 31. Dezember, je später am Tag und Abend, desto mehr.

Der letzte Tag des Jahres verabschiedete sich mit Abendrot.

Den Unsichtbaren Salat zum Nachtmahl bereitete ich zu, tagesaktuelle Abwandlungen: Viel mehr Vogerlsalat (gab’s an der Einkaufsstelle nur in einem größeren Pack), Apfelessig (war halt da), Mandelblätter statt -stiften (weil ebenfalls vorhanden; für den Crunch sorgte der Chicoree, das Aroma von gerösteten Mandeln blieb), und wie schon seit einigen Malen ersetzte ich den Honig durch Ahornsirup, weil sich bei mir der Honig nie in der Marinade auflöst.

Großartiges Essen. Silvesterlich hielten wir das Getränk des Abends:

Der Albet i Noya Espriu Brut Reserva schmeckte mir überdurchschnittlich gut für einen Schaumwein, merken. Nachtisch Schokolade.

Im Fernsehen ließen wir Die Gräfin von Hongkong laufen, den ich als berühmt abgespeichert hatte, aber noch nie gesehen. Schon nach wenigen Minuten wollte ich wissen, von wem dieses hinkende Drehbuch war: Oh, ich hatte vergessen, dass das 1967 der letzte Film von Charlie Chaplin war, der Regie führte, für das Drehbuch verantwortlich war und auch selbst auftrat. Wirklich kein Meisterwerk.

Mit Ohrstöpseln und bei geschlossenen Fenstern ins Bett zum Lesen. Wünsche einen schönen komplett neuen Kalender.

die Kaltmamsell

Lieblings-Breviloquia* Dezember 2025

Mittwoch, 31. Dezember 2025 um 16:40

Hier meine Lieblingströts von Mastodon – ich danke herzlich!

Auf Bluesky las ich zumindest am Monatsanfang ein wenig mit:

*siehe

die Kaltmamsell

Wie war das nochmal? Mein 2025

Mittwoch, 31. Dezember 2025 um 14:31

Tägliches Journalbloggen hält aktuelle Details und Beobachtungen fest, doch Vergangenheit besteht ja aus größeren Bögen – und die gehen in Tagebüchern verloren. Auch beim Zurücklesen meiner Jahresendposts finde ich bislang nichts, was zumindest fürs Jahr erzählt, was so war: Ein standardisierter Fragebogen beantwortet das nicht. Deswegen ersetze ich dieses Jahr den Foto-Rückblick durch Monatszusammenfassungen.

Januar

  • Jahresstart mit einer absurd schönen Schneewanderung am Starnberger See mit Bruder und Schwägerin, Dreikönigstag bei den lieben Schwiegers mit mitgebrachtem Farsumagru.
  • Den zerstörerischen Arbeitsdruck in einem Alarmgespräch thematisiert: Es wird mir eine Verantwortlichkeit abgenommen.

Februar

  • Das Kino am Sendlinger Tor ist Vergangenheit.
  • Besuch einer Vorstellung des Anglistentheaters in Augsburg (eine Dracula-Adaption), wo Herr Kaltmamsell und ich studiert haben.
  • Eine Woche Urlaub in München mit auswärtigem Essen, einem Tag mit meiner Mutter und Besuch der Jugendstil-Ausstellung in der Kunsthalle, Ukulele-Konzert, Alter Pinakothek, Begeisterung über die neue Archäologische Staatssammlung, Demo “Demokratie braucht dich” auf der Theresienwiese.
  • Ein weiterer Schneespaziergang, diesmal an der Isar.
  • Trump schlägt mit der Abrissbirne durch die US-amerikanische Demokratie.
  • Wahlhilfe bei der Bundestagswahl als Schriftführerin, zum ersten Mal beim Briefwahlauszählen.

März

  • Besuch mit Freundin im Alpinen Museum. Bei der anschließenden Einkehr im Caffe Fausto den Espresso (gemahlen für die Herdkanne) mitgenommen, bei dem ich das ganze Jahr über blieb: Barista (mit 40 % Robusta, den brauche ich für UMPF).
  • Nach Langem mal wieder die Übertragung der Oscarverleihung gesehen.
  • Erste richtige Wanderung des Jahres in Sonne um Röhrmoos.
  • Abendeinladung mit mallorquinischem Essen bei uns.
  • Erster Wärme-Einbruch.
  • Die ersten beiden von mehreren Übernachtungsbesuchen der Nichte für eine Fortbildung.
  • Feier des Schwägerinnengeburtstags mit Party, Feiern des Papa-Geburtstags im Oberhaunstätter Kastaniengarten.
  • Erster Lerchenlauf des Jahres, ein voller Genuss.
  • Gemüse-Entdeckung Kohlröschen.
  • Vorerst letzte Veranstaltungsorganisation in der Arbeit, diese Runde “Workshops” ist abgeschlossen.
  • Die Trump-Regierung kürzt massiv Wissenschaftsgelder und bedrängt Universitäten; deutsche Medien erwarten offensichtlich als direkte und sofortige Folge ganze Schiffsladungen von US-Wissenschaftler*innen in Deutschland – und belegen damit ihre komplette Ahnungslosigkeit, wie Berufswissenschaft funktioniert.
  • Ich forsche sehr vorsichtig nach meiner polnischen Familiengeschichte.

April

  • Theaterbesuch im Volkstheater als Treffen mit Bekannten aus der Augsburger Zeit, erstmals Erzählungen über frische Großelternschaft.
  • Rückkehr der Kälte in Deutschland, zumindest bei uns ohne Frost und Bedrohung der Obstbaumblüte.
  • Es gibt eine neue Bundesregierung: CDU/CSU und SPD einigen sich auf einen Koalitionsvertrag, der neue Bundeskanzler heißt Friedrich Merz.
  • Wanderung von Herrsching nach Tutzing auf neuer Route.
  • Meine Empfindlichkeit gegenüber Martinshörnern führt erstmals zu einem echten Meltdown, Schauplatz Sonnenstraße.
  • Ich zeige Besuch aus der Schweiz die Archäologische Staatssammlung und genieße einen Freundinnennachmittag vorzeitig draußen.
  • Erstmals so hartnäckige Wadenprobleme (rechts) beim Joggen, dass ich einen Lauf abbrechen muss.
  • Ostersonntag klassisch polnisch bei meinen Eltern, Wetter wunderbar sonnig und spazier-geeignet.
  • Privatführung durch die Schatzkammer der Residenz – mit besonderer Expertise besonders bereichernd.
  • Wanderung Obst- und Kulturwanderweg Ratzinger Höhe.
  • Auf dem Frühlingsfest auf der Theresienwiese die kulinarische Entdeckung Langos.
  • Ein Stromausfall auf der iberischen Halbinsel erwischt auch Teile meiner Familie.

Mai

  • Mein Fahrrad mal wieder vom Schrauber überholen lassen.
  • Closure einer Restaurant-Historie mit Herr Kaltmamsell: Wir essen nochmal im mittlerweile mit zwei Sternen ausgezeichneten August in Augsburg, an einem herrlichen Sommerabend zunächst auf der Dachterrasse.
  • Eine kleine elektrische Cafetera gekauft für Übernachtungen in Hotelzimmern.
  • Abschied von Margot Friedländer – “man muss es doch wenigstens versuchen”.
  • Artikel anlässlich des 80. Jahrestags des Kriegsendes Zweiter Weltkrieg machen mir klar, dass es immer weitere Abgründe gibt.
  • Ich wandere von Wolfratshausen bis fast nach Hause.
  • Wasseralarm in unserem Bad: Der Hahn wird ausgewechselt.
  • Versuche in neuen Methoden der Balkonreinigung führen zu Recherchen in komplett unterschiedliche Abflusssysteme.
  • Weitere vorsichtige Recherchen in polnischer Familiengeschichte.
  • 32. Rosentag im Rue des Halles gefeiert.
  • Ich entdecke einen riesigen Laden mit griechischen Spezialitäten im Westend.
  • Berlin-Urlaub für ausgesprochen regnerische re:publica-Teilnahme: Ich gerate bei Anreise und Ankunft in Fußballfanmassen, treffe mich mit Offline- und Onlinefreundinnen, erlebte die bereicherndste Ausstellung des Jahres, nämlich Yoko Ono im Gropius-Bau.

Juni

  • Wanderung Kirchseeon-Aying auf neuen Wegen.
  • Rauch von kanadischen Waldbränden sorgt für diesigen Himmel über München.
  • Ende der Beinhaarbeseitigung durch Warmwachs, die Fachfrau schüttete mir durch einmal zu oft Wartenlassen das Kraut aus.
  • Wundervoller Abend mit zahlreichen Genüssen mit Herrn Kaltmamsell im Dantler, Spaziergang bis fast daheim durch eine seelige Sommernacht.
  • Ich kaufe mir nach über zehn Jahren einen neuen Computer: ein MacBook Air.
  • Alleinige Würmwanderung von Gauting nach Süden auf neuen Wegen.
  • Besuch der Ausstellung japanischer Holzschnitte in der Bayerischen Staatsbibliothek, “Farben Japans”, die mich inklusive Katalog nachhaltig beeindruckt und beschäftigt.
  • Erste echte Hitzewelle des Sommers.

Juli

  • Wanderung mit Herrn Kaltmamsell von Possenhofen nach Gauting.
  • 30 Jahre Massaker von Srebrenica, das mir den Pazifismus ausgetrieben hat.
  • Fränkischer Abend bei Freunden (das Schäuferla!).
  • Besuch der Ausstellung von Tina Berning in einer sehr seltsamen Münchner Galerie.
  • Ziemlich verregneter und kühler Juli.
  • Die Nifften reisen zum zweiten Mal zusammen zur spanischen Verwandtschaft auf dem kastilischen Land.
  • Vergeblicher Versuch, mit meinem Vater und meinem Bruder (beide Fans) in die Mortadelo-y-Filemón-Ausstellung im Instituto Cervantes zu kommen (Ausstellungsraum anderweitig belegt).
  • Gescheiterter Wanderversuch mit Herrn Kaltmamsell am Starnberger See (linksrum über Berg), wegen zu heftigem Regen abgebrochen.
  • Erster Test meiner Elektronischen Patientenakte ePa, enttäuschenderweise nur ein paar PDFs drin.
  • Der viele Regen führt zu (mildem) Hochwasser an der Isar.

August

  • Verregneter Anfang der Sommerferien.
  • Wintergrillen bei meinen Eltern.
  • Ich entdecke für mich die TV-Serite Mad Men von 2007 (Original-Start).
  • Hochsommerrückkehr, unter anderem genutzt für echten Biergartenbesuch mit mitgebrachtem Essen (Flaucher) und einem traumhaften Sommerabend in der Rustikeria im Müller’schen Volksbad inklusive Heimspaziergang.
  • Meine vielen Lerchenläufe dieses Jahres (Isarlauf vor der Arbeit) finden ein Ende.
  • Wanderung Starnberg linksrum mit Freundin am Hochsommerende.
  • Eine Woche Urlaub in Wien, in das ich mich schockverliebe: Sommerwetter, 5. Bezirk, Tofu-Manufaktur, Rosebar Centrala, Weinberg-Wanderung inklusive Heurigem, Stadthallenbad, Kunsthistorisches Museum, Loos American Bar, Meiselmarkt, Jüdisches Museum, chinesisch-spanisches Essen, Wien Museum (zweimal), Meierei, Wurstelprater, Zentralfriedhof, Gasthaus Stern, Uhudler.

September

  • Meine Wohngegend am Nußbaumpark nähert sich leider immer mehr ihrem Ruf als “Glasscherbenviertel”.
  • Aufregung vor meiner diesjährigen Oktoberfestflucht: Sieben Tage Wandern des Southdown Ways, eine Woche Brighton, An- und Heimreise mit der Bahn – wie schon im Vorjahr bei meiner Mallorca-Reise stelle ich mich recht an.
  • Wanderung Tegernseer Höhenweg mit Herrn Kaltmamsell, hinter Gmund entdecken wir einen Käse-Automaten mit lokalen Produkten.
  • Ich probiere einen halben Haschkeks, mag die Wirkung (Verdumpfung) nicht: Leider keine Alternative zu Alkohol.
  • Die Freundschaft mit einer früheren Arbeitskollegin wiederbelebt – eine meiner besten Ideen des vergangenen Jahres.
  • Die Nifften ziehen in diesen Monaten von daheim aus: Zwei nach Berlin, eine nach Augsburg.
  • Restaurant-Entdeckung zu Herrn Kaltmamsells Geburtstag: Avin am Glockenbach.
  • Meine Mutter lässt sich operieren, vor Abreise nach England kann ich sie danach noch besuchen und mich beruhigen, dass es ihr gut geht.
  • England-Urlaub, Southdowns Way: Wanderstrecke meist sehr schön, vor allem aber acht Tage ohne einen Tropfen Regen, dafür viel Sonne immer von einer Seite. (Und nervigen Wind.) Unterkünfte von zweimal sensationell (Luxus-B&Bs) über ok (Landgasthöfe) oder unterwältigend (Kettenhotel) bis bestürzend (fensterloses Mini-Zimmer). Der Körper spielt problemlos mit, lediglich meine Füße überraschen mich mit komplett unmotivierten Blasen. Es geht mir fast immer gut.
    England-Urlaub, Brighton: Herrliches Wiedersehen – doch noch mehr als in der Vorwoche vermisse ich die Perspektive und Begleitung von Herrn Kaltmamsell; ich war seit Jahrzehnten nicht mehr ohne ihn im UK und merke erst jetzt, dass er unbedingt dazugehört.

Oktober

  • Letzte Urlaubstage in Brighton, sogar mit einem Regentag. Erstmals Schwimmen im Außenbecken Sea Lanes (jetzt weiß ich, wie sich 19 Grad Wassertemperatur 1.500 Meter lang anfühlen). Die Rückreise deutlich anstrengender als der Hinweg, ich tue mich mit frühem Aufstehen so viel leichter als mit Fahrten bis spät in die Nacht.
  • Sehr gute Idee: Ich habe eine weitere Woche Urlaub nach dem Oktoberfest genommen. Darin kaufe ich mir unter anderem neue Wanderschuhe, mein ältestgedientes Paar war auf der letzten Etappe vor Eastbourne mit Spalt in der Sohle zu Müll geworden.
  • Wanderung entlang dem Tegernseer Höhenweg nochmal allein und in Sonnenschein wie in England.
  • Wanderung mit Herrn Kaltmamsell Starnbeger See linksrum.
  • Dieser Oktober ist der vor Herbstbuntheit sensationellste, an den ich mich erinnere: Auch gibt es genug Sonnentage, die das Herbstbunt ideal ausleuchteten.
  • In der Arbeit verliere ich die mühsam errungene Vertretung. Ich beschließe, das nicht mein Problem sein zu lassen.
  • Ungeplanter Einsatz meiner Zahnärztin, weil an einem oberen Schneidezahn die Kante bröselt.
  • Nachgeholtes Geburtstagsfeiern meiner Mutter mit Kirchweihgans in Bergen beim Klosterbräu (ihren Geburtstag selbst hatte sie noch auf Reha verbracht). Vom schlimmen Unfall der Schwägerin im eigenen Bad erfahren.
  • Ärger um die Corona-Impfung, die ich mir einfach jährlich abholen will: Es braucht wieder Recherchen und Tipps dafür, weil viele Hausarztpraxen sie allen verweigern, für die sie nicht explizit empfohlen wird.
  • Treffen in Garmisch mit einer schon immer Bloggerin auf Urlaub.
  • Jüdisches Neujahrskonzert des Jewish Chamber Orchestra Munich im Prinzregententheater, diesmal kommt eine Freundin mit, die wiederum eine Freundin requiriert hat.
  • Hin und wieder Nach-Feierabend-Schwumm im Dantebad.

November

  • Allerheiligenwanderung (Herr Kaltmamsell ist wieder beim Monstertöten) allein von Starnberg nach Herrsching.
  • Weitere der vielen Regenläufe des Jahres.
  • Extreme Sauer-Empfindlichkeit meiner Zähne, die sich über noch nie dagewesene Wochen zieht und mir den Genuss von fünf Kilos Crowdfarming-Granatäpfeln verwehrt.
  • Ein besonders köstlicher Abend in der Brasserie Colette mit Herrn Kaltmamsell.
  • Herr Kaltmamsell verarbeitete einen kompletten Schweinekopf.
  • Frühstücksverabredung mit liebem Besuch aus Erlangen aus dem Internet.
  • Ich kaufe mir die wahrscheinlich letzte weiße Bluse meines Lebens bei van Laack.
  • Mit Brüderchen und Schwägerin Hot-Pot-Essen im Choi.
  • Ich sorge bei meiner Bank dafür, dass ich mit dem Handy endlich über Apple Pay zahlen kann (es stellte sich heraus: dafür muss ich eine Kreditkarte beantragen).
  • Erstmals gegessen im Restaurant Waltz anlässlich Freundesbesuch aus der Schweiz.
  • Winzige Erkältung, deren Symptome mich drei Wochen lang nerven.
  • Früher erster Frost und erster Schnee.
  • Herr Kaltmamsell lädt Arbeitskolleg*innen zu uns zum Abendessen ein.
  • Teilnahme an der Bürgerversammlung, wie immer sehr lohnend und informativ.

Dezember

  • Freundesverabredung auf dem Christkindlmarkt, bis Ende schaffe ich es mit Herrn Kaltmamsell auch zweimal auf Bratwürscht am Sendlinger Tor. Nehme mir fürs nächste Jahr echte Christkindlmarkt-Erkundungen vor, mit Budenbeschau etc.
  • Katja Berlin tritt im Lustspielhaus auf und hat mich zu ihrer Show eingeladen – ich freue mich sehr und genieße.
  • Meyer Lemons dieses Jahr spät und nur auf dem Viktualienmarkt: Ich verarbeite eine zu Lemon Curd, eine gibt es als Whiskey Sour.
  • Meine erste Denkmalseröffnung: Auf dem Salvatorplatz steht jetzt das für die Familie Mann.
  • Das Verschwinden der Eisbachwelle nach einer routinemäßigen Reinigung des Kanals bewegt nicht nur München, sondern die ganze Nation. Zumindest medial.
  • Ich werde für die Kommunalwahl Anfang März zur Wahlvorsteherin berufen und fürchte mich ab sofort sehr davor.
  • In der Arbeit auch weiterhin Veranstaltungsorganisation, der neue Caterer stellt nur im Wagerl hin zum Abholen.
  • Mitte des Monats Beginn seltsamer Zahn-Unpässlichkeit, die ich vor den Weihnachtsferien noch von meiner Zahnärztin checken lasse, die aber nichts findet. In den Weihnachtsferien werden daraus echte Schmerzen, die aber von selbst wieder abklingen.
  • Weihnachtsferienfeiern mit Herrn Kaltmamsell im Blauen Haus.
  • Theaterbesuch im Marstall mit Freundin und anschließendem Einkehren in der Pfälzer Weinstube.
  • Adventspaziergang mit Familie zum Högnerhäusl mit Einkehren in Lenting.
  • Kalter Heilig Abend mit Wanderung am Auer Mühlbach zwischen Schneeflocken, seltsame Unpässlichkeiten bei mir.
  • Familienweihnacht bei meinen Eltern mit Weihnachtsgans und Familienkuschlichkeit, diesmal Unpässlichkeit bei meiner Mutter.
  • Freundinnenspaziergang durch den Westpark mit Einkehren in der Balkanbäckerei.
  • Mit Herrn Kaltmamsell die Sonderausstellung Gladiatoren in der Archäologischen Staatssammlung besucht.

Und jetzt bin ich sehr gespannt, ob diese Zusammenfassung mir später nützlich erscheinen wird.

die Kaltmamsell