Journal Freitag, 18. September 2026 – Peruanisches Geburtstagsfeiern

Samstag, 19. September 2026 um 8:53

Guter Nachtschlaf. Morgens herzte und küsste ich Herrn Kaltmamsell zu seinem Geburtstag, er holte sich Geburtstagskuchen, und ich schenkte ihm zwei Teilnahmen an einem Kochkurs bei Eataly – mit einer Begleitung seiner Wahl.

Der Bavariaring verbarrikadiert sich gegen das Oktoberfest. (Unteres Foto auf dem Heimweg aufgenommen.)

Aber es gab auch GUTE! Auswirkung des Oktoberfests: Mindestens eine der Baustellen in meiner Wohnstraße wurde so umgestaltet und gesichert, dass man fürs Passieren nicht mehr auf die Straße ausweichen muss, sondern den Gehweg nutzen kann. Das kenne ich von einer anderen Baustelle in der Nähe der Theresienwiese, die jahrelang Verkehrsumstände verursachte, aber dreimal fürs Oktoberfest so umgebaut wurde, dass man ohne Umstände vorbei kam. Danach allerdings wieder verumständet.

Im Büro geordnetes Arbeiten, jedoch bedrückt von menschlichen Schatten. Und immer durchgehenderem LWS-Pieksen ins Bein – ich versuchte vergeblich alle Dehnungen, Lockerungen und Mobilisierungen, die mir einfielen.

Mittagscappuccino aus der Cafeteria. Noch vor meinem Mittagsmarsch um die Blöcke löste ich eine besonders unangenehme Aufgabe: erleichtertes Losmarschieren, erste Wochenend-Gefühle. Und genau diese Bewegung tat meinem Kreuz spürbar gut, mehr Erleichterung.

Zu Mittag aß ich Äpfel und Hüttenkäse – während ein angekündigter eiliger Job reinkam.

Pünktlicher Feierabend bei wunderbar sonnigem Wetter, das jetzt auch wärmer geworden war.

Daheim festgestellt, dass unsere Wohnung ein Wespenfriedhof ist. Sollten wir uns geehrt fühlen, dass so viele Wespen gerade bei uns hereinfliegen (seit Tagen wird jedes Fensteröffnen von Wespensummen gefolgt), nur um dort zu sterben?

Zum Geburtstagsabendessen lud ich Herrn Kaltmamsell ein: Er hatte sich ein Abenteuer gewünscht und zwar peruanisches Essen – wir nahmen eine U-Bahn in die Maxvorstadt zum Nasca.

Wir entschieden uns fürs Menú tradicional, um möglichst viel Peruanisches kennenzulernen. Und stiegen ein mit dem peruanischen Drink: Pisco sour, der schonmal sehr gut schmeckte.

Das Menü startete mit Ceviche: Fisch mariniert in Leche de tigre (mit Limettensaft), dazu Zwiebeln, Koriander, Süßkartoffelpüree, Cancha (frittierten Maiskörnern). Sehr abwechslungsreicher Geschmack, doch wie immer bei Ceviche bedauerte ich, dass ich vom Fisch selbst in all der Zitrus-Säure gar nichts schmeckte, sondern er lediglich Textur beisteuerte.

Sehr gespannt war ich auf das gegrillte Rinderherz gewesen, und tatsächlich war das mein Lieblingsteller des Abends – würde ich das nächste Mal als Hauptgericht und große Portion bestellen, und Herr Kaltmamsell überlegt bereits, ob er es nachbauen kann.

Die Hähnchenbrust in cremiger Sauce, mit Parmesan, Kartoffelscheiben und gekochtem Wachtelei wurde als nahezu kaltes Gericht serviert – anders als bei den Ceviche war ich hier allerdings nicht sicher, ob das so gehörte.

Gegrilltes Rinderfilet in einer herzhaften Sauce mit Reis wieder warm und sehr gut.

Als Dessert gab es Schokoladenküchlein mit flüssigem Kern (genau das richtige gestern) und Lucuma-Eis – Lucuma wurde uns als peruanische Frucht vorgestellt (wenig erkennbarer Geschmack). Dazu der interessanteste Punkt der Getränke-Begleitung: angewärmter Rum, superaromatisch.

Das Lokal war sehr gut besucht, der Service angenehm, durch die geöffnete Fenster-Front sahen wir hinaus auf die Theresienstraße und stellten fest, dass die Münchner Stadtviertel wirklich immer noch einen sehr unterschiedlichen Charakter haben, wie schön. Wir unterhielten uns vor allem über unsere jeweiligen Arbeitswochen und aktuellen Lektüren.

Gemütliches Heimschaukeln in der U-Bahn, die Nachtluft frisch, aber nicht wirklich kalt.

§

Markus Beckedahl erklärt kundig und nachvollziehbar, was Pressefreiheit und die Algorithmen der Monopol-haft dominanten Online-Plattformen miteinander zu tun haben:
“Pressefreiheit entscheidet sich in der Regulierung von Big Tech”.

Das Bundesverfassungsgericht hat 2003 entschieden, dass auch die Zustellung von Presseerzeugnissen in den Schutzbereich von Artikel 5 des Grundgesetzes fällt. Damals ging es um Botinnen und Boten. Die Begründung gilt aber im digitalen Raum unverändert: Ein Medium, das recherchieren und veröffentlichen darf, sein Produkt aber nicht zu den Menschen bringt, ist praktisch nicht frei.

Die Zustellung übernehmen heute algorithmische Empfehlungssysteme von X, Google, Meta, ByteDance und OpenAI. Der grundrechtlich geschützte Teil der Verbreitung liegt damit bei profitorientierten Unternehmen, die keiner publizistischen Verantwortung unterliegen. Die Regeln dafür werden in Produktabteilungen geschrieben und gelten sofort, ohne Anhörung und ohne Übergangsfrist.

Das Medienrecht hat diese Verschiebung bisher nicht nachvollzogen. Es kontrolliert weiterhin die Konzentration auf der Anbieterseite und lässt die Konzentration bei der Verteilung bisher weitgehend unbeachtet.

Markus schildert die daraus folgende Einschränkung der Pressefreiheit und leitet daraus politische Forderungen ab.
(Ja, schon am Montag gepostet, aber bis ich immer zum Newsletter-Lesen komme…)

§

Menopause SCHON WIEDER. Für mich ist das Thema nicht vorbei, solange noch so viele medizinischen Fragen offen sind. (Und es weiterhin Frauen gibt, die völlig unvorbereitet reinrasseln.) Hier eine frische und gute arte-Doku, die sich vor allem mit dem Forschungsstand und seiner jüngeren Geschichte beschäftigt (Erzählerin Maren Kroymann!).

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=Mf1PiDdCFN0

Teilweise ganz schön gruslig. Auch aufgegriffen werden die aktuellen gesellschaftlichen Kontroversen um die Hormonersatztherapie, jetzt, wo endlich darüber gesprochen wird.
(Und all diese wundervoll sehenswerten nicht mehr jungen Frauen!)

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 17. September 2026 – Kaum Vorkommnisse, aber Link-Empfehlungen

Freitag, 18. September 2026 um 6:28

Nach über acht Stunden gutem Schlaf vom Wecker aus tiefen Träumen gerissen, ich war die erste halbe Stunde so benommen, wie eine Zweijährige nach Mittagsschlaf aussieht.

Von draußen kam es wie angekündigt sehr frisch herein, aber der Regen hatte aufgehört. Ich entschied mich für warme Socken in Schnürschuhen.

Am Arbeitsplatz erwarteten mich ein paar Überraschungen, aber alles im Rahmen meines Jobs.

Draußen wurde es sonnig, ich freute mich über eine Draußen-Runde mit Mittagscappuccino und Markt-Einkäufen (Käse, Äpfel, Zwetschgen).

Später gab es zu Mittag gleich einen der Äpfel (einen sensationell aromatischen Elstar) und ein paar Zwetschgen (leider deutlich saurer als die vom selben Stand vor einer Woche – ich erklärte den Rest zu Kuchen-Belag), außerdem Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot.

Emsiger Nachmittag, trotz dem vielen guten Nachtschlaf sehr müde. Ich werde doch nichts ausbrüten?

Heimweg im Sonnigen, Kühlen. Herr Kaltmamsell war auf Personalausflug, also holte den gestrigen Ernteanteil ich ab – unter Mühen, denn auf mein Klingeln am Designbüro in der Goethestraße, vor dem im 1. Stock die Kisten mit Ernteanteilen stehen, öffnete niemand. Auch nicht auf mein fünftes Klingeln. Ich war reichlich ratlos, doch zum Glück verließ dann jemand das Haus und ich kam an unseren Ernteanteil (für Spaghettikürbis haben wir immer noch kein Rezept gefunden, das seine wässrige Geschmacksfreiheit ausgleicht).

Zu Hause machte ich mich erstmal an den Geburtstagskuchen für Herrn Kaltmamsell: Er hatte sich Marmorkuchen gewünscht.

Zum Nachtmahl bereitete ich den Ernteanteil-Romanasalat mit Joghurt-Knoblauch-Dressing zu, außerdem gab es Käse vom Markt (Bergblick, Emmentaler, Blauschimmel) und Brot. Herr Kaltmamsell war von seinem Ausflug zurückgekommen und aß mit. Nachtisch Schokolade.

Wieder war ich sehr früh müde und torkelte ins Bett.

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Gestern lernte ich eine neue Red Flag: Wenn sich jemand als “unkompliziert” bezeichnet, ist er oder sie nach jetzigem Erfahrungsstand genau das nicht. Meine These: Leute, die sich als “unkompliziert” bezeichnen, halten sich dafür, weil sie alle anderen als (völlig unnötig) kompliziert ansehen. Ihnen fehlt es wahrscheinlich an Einfühlungsvermögen.

Auch gelernt: “Intersuff” als Bezeichnung fürs Oktoberfest, und zwar beim Stadtneurotiker. Übernehme ich.
(Aber dass “Sanka” selbst in München nicht verstanden wird, schmerzt meine innere Bayerisch-Muttersprachlerin.)

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“‘Weder das unmittelbar bevorstehende Ende der Menschheit noch reine Panikmache'”.
Thorsten Holz, Direktor am Max-Planck-Institut für Sicherheit und Privatsphäre, im Interview über die aktuelle Diskussion um Zukunft und Gefahren von Künstlicher Intelligenz. Er wiederholt im Grunde, was Expert*innen seit Jahren betonen.

Wie lassen sich die Risiken durch KI kontrollieren?

Bei leistungsfähigen KI-Systemen sollten wir stärker nach den Prinzipien der klassischen Sicherheitsforschung vorgehen. Wir sollten nicht darauf vertrauen, dass ein Modell aufgrund seines Trainings oder eines System-Prompts unter allen Umständen das gewünschte Verhalten zeigt. Im Bereich der IT-Sicherheit verlassen wir uns nicht darauf, dass sich eine Komponente immer richtig verhält, nur weil sie richtig gebaut wurde. Das heißt übertragen: KI-Agenten sollten nur die Rechte und Zugriffsmöglichkeiten erhalten, die sie für die Erbringung ihrer Aufgaben tatsächlich benötigen. Sie bleiben von kritischen Systemen isoliert, was die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Systeme erhöht. Sicherheitsrelevante Aktionen müssen überwacht, nachvollziehbar und gegebenenfalls unterbrechbar sein. Darüber hinaus sind unabhängige Evaluationen, systematische Sicherheitstests und ein Verfahren zur unabhängigen Untersuchung schwerwiegender Zwischenfälle erforderlich. Wir brauchen überprüfbare Standards und unabhängige Institutionen, die die Fähigkeiten und Risiken messen sowie die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen kontrollieren können. Bei den leistungsfähigsten Systemen wird das ohne internationale Kooperation nicht funktionieren. Wenn Unternehmen oder Staaten aus Wettbewerbsgründen davon ausgehen, dass sie möglichst schnell immer leistungsfähigere Systeme entwickeln müssen, entsteht ein klassisches Sicherheitsdilemma. Aus diesem Grund sind für die leistungsfähigsten Systeme internationale Standards, Transparenz und überprüfbare Kooperationsformen erforderlich.

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Bleiben wir bei Technik. Thomas Knüwer hat im August einen langen Post recherchiert über das, was er “Sinotech-Phobie” nennt (ehrfürchtige Schockstarre bei allem, was China technisch tut) – und den ich deutlich spannener zu lesen fand als die China-Technik-Einschätzungen, die mir bislang in seriösen Zeitungen begegneten:
“Chinesische Gemüsehobler und die Sinotech-Phobie”.

Thomas beleuchtet darin die drei Themenblöcke humanoide Roboter, E-Autos und E-Lkw, chinesische Innovations- und Wirtschaftspolitik.
Außerdem Gurkenhobel-Verkäufer auf Jahrmärkten (auf der Auer Dult übrigens bis heute aktiv).

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Eine kluge Stimme aus der Landwirtschaft (zumindest ein bisschen) zur Frage, ob Tank oder Teller.

Und wieder einmal dürfte es die Irreversibilität und Totalität unserer Antworten sein, die uns mehr schaden wird als nützen.

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Endlich sah ich mir die Doku über die Ingolstädter Sinti-Familie Höllenrainer von 2024 an (ein offener Tab weniger, yay). Ich fand sie sehr informativ und weiterhin für mich im Zusammenhang mit meiner Geburtsstadt Ingolstadt überraschend. Den roten Faden Schwimmen sah ich allerdings nicht so recht – und wenn, assoziierte ich wie so oft Marieluise Fleißer, in diesem Fall ihre Ingolstädter Schwimmverein-Erzählungen.
“Wesley schwimmt”.

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 16. September 2026 – Zahndinge und Beifang, u.a. aus dem Internetz

Donnerstag, 17. September 2026 um 6:25

Gut geschlafen und bei frühem Anfang viel, trotz deutlicher Zahnschmerzen – seltsam. Natürlich spürte ich Angst, dass ich den nächsten gesunden Zahn zerknirscht haben könnte.

Morgens war es mild, ich setzte mich (in Strickjacke) nochmal zum Morgenkaffee auf den Balkon.

Ibu wischte die Zahnschmerzen schnell weg (richtete aber interessanterweise nichts gegen die LWS-Beschwerden mit Stichen ins rechte Bein aus).

Weg in die Arbeit unter bedecktem Himmel.

Drückt es uns armen Oktoberfest-Anwohnenden nur rein.

Im Büro mehr Aufregung, als mir lieb war, gehört halt zum Job. Allerdings machte mich unruhig, dass ich ja über Mittag zwei Stunden wegen Zahnärztin abwesend und unerreichbar sein würde – nicht dass man mich gerade dann brauchte.

Erstmal aber im immer noch Warmen, aber bereits Schwülen zu einem Mittagscappuccino.

Zur eigentlichen Mittagszeit U-Bahn-Fahrt nach Schwabing. Die dentalmedizinische Konsultation war dann mittel ergiebig: Die aktuellen Zahnschmerzen sind wieder unerklärlich, eine erneute Röntgenaufnahme erbrachte genau gar nichts. Wir warten ab. Mit Abklingen der Morgen-Ibu stiegen die Schmerzen.

Meine Bitte um ein Implantat führte zu einem gründlichen Gespräch über Hintergründe (u.a. aha: Oberkieferknochen von Natur aus deutlich weicher als Unterkiefer) und Optionen mit dem Ergebnis der Überweisung an einen Chirurgen für zweite Meinung und mögliche Umsetzung eines tiefen Implantats. Zudem hörte ich erneut, wie stark das Zähneknirschen in der Bevölkerung zunimmt – und viele der riesigen Erfolge der heutigen Dental-Prophylaxe wieder kaputt macht. Gut gepflegte und Karies-freie Zähne, die einfach bersten – ich schwimme mitten im Mainstream.

Zurück im Büro (nichts verpasst) gab’s nach zwei Mittagessen: Apfel, Feigen, Mirabellen, Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot. Und langsame Beruhigung, diese Zahngeschichte nimmt mich durchaus mit. Draußen brach währenddessen Gewitter aus, inklusive ergiebigem und anhaltendem Regen.

Nach Feierabend Busfahrt in die Innenstadt, ich hatte ein Geburtstagsgeschenk zu besorgen. Unterm Schirm nach Hause.

Dort eine Runde Yoga, mit besonders unangenehmem Zwicken rechts der LWS. Aber Nichtbewegen ist halt auch keine Option.

Herr Kaltmamsell servierte Nachtmahl aus der Gefriere: Bauernwürscht und Roggenbrot, dazu frisch gekocht Sauerkraut.

Sehr früh ins Bett zum Lesen, weil so müde sehr früh Lichtaus.

§

Dies scheint ein langes Dokument zu sein. Spare Zeit und sieh dir eine Zusammenfassung mithilfe des KI-Assistenten an.

Dies, blöde Adobe-Software, ist eine RECHNUNG. Was jeder Mensch selbst aus den Augenwinkeln erkennt. NIEMAND braucht von einer Rechnung eine Zusammenfassung.
Wenn dein LLM nichtmal DAS weiß!

Auf meinen gleichlautenden Mastodon-Post schickten Menschen weitere Dokumentarten, zu denen das Adobe-LLM dieselbe Aufforderung schickt:
– Speisekarten
– Konzerttickets
– Fährverbindungen
– Schnittmuster
– Ausmalbild

Und der Zusammenfassung dieser idiotischen Software soll ich dann vertrauen?

§

Gestern brachte ich mich dazu, einen meiner schönen Ringe zu tragen (habe vor etwa 20 Jahren recht abrupt damit aufgehört, weil ich Ring-lose Hände plötzlich eleganter fand).

Wie fast alle meine Ringe in den ersten ebay-Jahren ersteigert, vor über 20 Jahren. Dieser sah bei Kauf völlig ungetragen aus, ich mochte das 1950er-Design, das mich an Nierentische erinnerte. Außerdem passen meiner Ansicht nach Gelbgold und blaue Steine (könnten hier Aquamarine sein) besonders gut zusammen.

Allerdings machte mich kürzlich ein Interview nachdenklich. In der SZ-Reihe “Reden wir über Geld” kam Guya Merkle zu Wort, Schmuckunternehmerin (€). Sie hat sich intensiv mit der Herkunft von Gold und deren ethischem Hintergrund auseinandergesetzt. Unter anderem sagt sie:

Schmuck braucht per se kein echtes Gold mehr. Ich glaube aber, dass die Psychologie von Luxus anders funktioniert. Manchen Schmuckstücken sieht man an, was sie wert sind. So zeigt man: Ich habe es geschafft, ich gehöre dazu. Im schlechtesten Fall sogar: Ich bin besser als jemand anderes. Das versuche ich zu verstehen.

Ich trage seit vielen Jahren nur noch “echten” Schmuck aus Edelmetallen, und ich trage nahezu täglich Schmuck, mindestens an den Ohrläppchen. Für mich (!) fühlt (!) sich Modeschmuck schäbig an.1 Seit der Lektüre der Aussage oben frage ich mich aber: Fühle ich mich mit meinen Lieblingen aus Gelbgold (oder bei Goldschmiede-Arbeiten oft Silber vergoldet) als was Besseres?

§

Nur der Chronik wegen und zum Festhalten. (Und für diejenigen, die mit Fakten noch erreichbar sind.)
“Jetzt amtlich: Sommer mit Hitzerekorden in Bayern”.

Der diesjährige Sommer in Bayern hat nach nunmehr amtlicher Feststellung in mehrfacher Hinsicht Hitzerekorde aufgestellt: Laut dem Landesamt für Umwelt wurden nicht nur neue Höchsttemperaturen in allen sieben bayerischen Regierungsbezirken gemessen, sondern es gab auch so viele Hitzetage wie nie seit Beginn der systematischen Erfassung.

§

Mal wieder sehr sehenswerte Fotos auf dem instagram-Kanal @womeninstreet: Ergebnisse der “‘Summer Sports’ challenge”. Eines cooler als das andere – und eine ungeheure Bandbreite an Techniken, Motiven, Blicken, Kuturen. (Starker Ausdruck- und Wandhängwunsch bei diesem und diesem Motiv.)

  1. Außerdem verursacht der meiste davon bei mir Ausschlag, wie ich schon als Jugendliche feststellte. [↩]
die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 15. September 2026 – Nochmal Biergarten aus dem Sommer rausgeholt

Mittwoch, 16. September 2026 um 6:25

Erster Schultag, ab jetzt verlässt Herr Kaltmamsell wieder vor mir das Haus (weil er an seiner Schule für den Vertretungsplan zuständig ist, der halt vor der ersten Unterrichtsstunde stehen muss und tagesaktuelle Ausfälle berücksichtigen).

An diesem sehr frischen, aber sonnigen Morgen marschierte ich besonders zackig in die Arbeit: Ich hatte aus Schlepp-Faulheit keine Jacke über die kurzen Ärmel des Oberteils gezogen.

Durch die spätsommersonnige Gollierstraße, bevor die Schulkinder unterwegs waren.

Der Vormittag im Büro dominiert von einer Info-Veranstaltung mit aktivem Part by proxy.

Vor und nach dem Sommer gibt es ein paar Wochen lang morgens einen Sonnenstand, bei dem die Strahlen von den Fenstern des Nebenhochhauses so blöd gespiegelt werden, dass sie genau mein Gesicht vor dem Computer-Bildschirm treffen. Jetzt begannen diese Nachsommerwochen wieder.

In herrlichem Spätsommerwetter marschierte ich Sonnenwärme suchend zu meinem Mittagscappuccino – und sah ausgesprochen entzückt einige Außengastronomie von aufgerezelten Familien belegt, die Schulanfang feierten, prächtige Schultüten auf den Tischen, dahinter je ein aufgekratztes Kind.

Zu Mittag gab es später eher trockene Feigen, köstliche Mirabellen (ein paar zu viel davon), Quark.

Nebenbei war ich gut mit instagram beschäftigt: Derzeit ergießt sich wieder eine Welle von Accounts mit meist vielen Ziffern hinterm Männernamen (meist ohne eigene Posts oder nur wenigen egalen) in Likes und Kommentare vor allem derjenigen meiner Posts, auf denen ich zu sehen bin. Aus tiefem Ekel blockiere ich sie konsequent. Hat etwas von Handy-Spiel (wie ich mir die vorstelle, die nicht Pokemon sind), bei dem ich alle anderthalb Stunden ein Dutzend Neu-Follower blockiere.

Heimweg in weiter gestiegener Wärme über kurzen Vollcorner-Einkauf. Diesen verstaute ich nur im Kühlschrank, fürs Abendessen (Ernteanteil bereits weggegessen) war ich mit Herrn Kaltmamsell aushäusig verabredet: Das nochmal sommerliche Wetter nutzten wir für den Schnitzelgarten.

Der Kellner hatte mir meine Bestellung Cordonbleu Gorgonzola bei meinem Luftholen bereits aus dem Mund genommen – auch wenn ich nur zwei- bis dreimal im Jahr komme, erinnerte er sich, dass ich das immer bestelle. Herr Kaltmamsell hatte endlich mal die ebenso legendäre Roulade essen wollen, doch die war gestern schon aus. Also wiederholte er meine Bestellung. Gutes Abendessen in wunderbarer Luft. (Nein, wir schafften wieder nicht alles, hatten für den Rest eine Plastikdose dabei.)

Biergartenhimmel am Sommerende.

Auf dem Heimweg blieb ich am geschätzten Nachbarschafts-Blumenladen hängen und gönnte mir Dahlien.

Zu Hause noch Schokolade als Dessert.

Sehr früh ins Bett mit völlig überraschenden Zahnschmerzen links oben hinten – wie praktisch, dass ich Mittwochmittag eh einen Termin bei meiner Zahnärztin hatte zur Besprechung eines Implantants für den abtrünnig zerspaltenen Zahn rechts oben hinten.

Meine neue Lektüre war punktgenau aus der Vorbestellung bei der Münchner Stadtbibliothek als verfügbar gemeldet worden: Mely Kiyak, Dieser Garten.

§

Wenn ich jemanden über den Nahost-Konflikt lesen möchte, dann Carolin Emcke. Wegen ihrer umwerfenden Klugheit, wegen ihrer persönlichen Nähe zum Thema, weil sie sich schon so oft und tief Gedanken und Gefühle gemacht hat über Gewalt und Empathie. Deshalb hob ich mir ihren Text zum Thema fürs SZ-Magazin bis zu einem Augenblick mit Ruhe und Konzentration auf (€):
“Jedes einzelne Leben”.

Und Emcke beginnt auch gleich sehr klug:

Für manche beginnt die eigene Zeitrechnung am 7. Oktober. Das Datum markiert eine Zäsur. Dieses Verbrechen reiht sich nicht ein in eine Chronologie oder einen Kontext. Es hebt die Zeit aus den Fugen. Für andere gibt es eine andere Zeitrechnung, gibt es ein Davor, eine Chronologie, die andere historische Momente, andere Gewalterfahrungen betont. Für manche beginnt es mit der israelischen Besatzung im Westjordanland. Und mit der Abriegelung des Gazastreifens. Für andere noch viel früher. Mit dem Teilungsplan und der Gründung des Staates Israel. Mit dem Krieg, der darauf folgte. Mit der Nakba, der »Katastrophe«, der Gewalt und der Vertreibung der Palästinenser. Für andere beginnt es mit der Shoah. Für wieder andere beginnt es mit den Briten und ihrem Mandat. Mit den Enteignungen und Entrechtungen im Namen britischer Notstandsverfügungen. Mit dem Imperialismus der Briten und ihren kolonialen Techniken der Repression, die später immer wieder zitiert oder kopiert wurden.

Wer spricht oder schreibt über den Nahen Osten, setzt und deutet Anfänge, Bruchstellen, Wendepunkte, Zäsuren, setzt und deutet Hintergründe, Vorgeschichten, bestätigt oder bestreitet Kontinuitäten oder Diskontinuitäten, empfindet und erfährt Wiederholungen, Re-enactments, Retraumatisierungen.

Wenn Sie irgendwie rankommen, empfehle ich die Lektüre dieses Essays. Es geht auch darum, wie Nachdenken, Erinnern und Assoziieren funktionieren, wo Vorwürfe komplett unangebracht sind.
Weinen Sie mit mir.

§

Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach bloggt über den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt, was mir schon lange durch den Kopf geht:
“Nehmt sie endlich Ernst!”

Was mich in den letzten paar Tagen dann aber wirklich irritiert hat, ist, wie wenig die Menschen, die AfD wählen, Ernst genommen werden. Durchweg. Da wird auf ihre Ängste hingewiesen, auf ihre Enttäuschung, auf ihren Frust, auf das verlorene Vertrauen. Als ob das erklären kann, wieso rund 50% der Menschen, die gewählt haben, eine rechtsextreme, eine Nazi-Partei wählen. Wer so über deren Entscheidung redet, als ob sie aus Frust, im Affekt, irgendwie unreflektiert gefallen wäre, macht doch genau das gleiche, was sie vorher als Ursache zu identifiziert zu haben glauben.

Ich drücke es so aus: Diese Leute wollen Faschisten, seht es endlich ein!

Und Wolfgang:

Um es klar zu sagen: wer enttäuscht ist, wütend, sich zurückgelassen fühlt, entscheidet sich bewusst zwischen der Linken und den Nazis. Und nicht zufällig. Es mag vielleicht frustrierend sein und es macht mir ja auch Angst. Aber wenn ich die Menschen Ernst nehme, gibt es nur einen Schluss: sie haben sich bewusst für Nazis entschieden, weil sie die Antwort der Nazis richtig finden.

die Kaltmamsell

Journal Montag, 14. September 2026 – In die Arbeitswoche geschwommen

Dienstag, 15. September 2026 um 6:23

Früherer Wecker nach mittel erholsamer Nacht, damit ich ein letztes Mal vor der Arbeit zu Sommer-Konditionen im Dantebad schwimmen konnte.

Nachts hatte es immer wieder geregnet, die Straßen waren nass. Doch auf meinen Wegen blieb ich trocken, mögliche Regentropfen beim Schwimmen schreckten mich eh nicht. Um dazu zu kommen, war allerdings ein Extraschritt nötig: Die neuen Eintritts-Terminals (das Dantebad war im Mai das erste Münchner Bad, das einen in Betrieb nahm) zeigen an keiner Stelle das Restguthaben der aufladbaren Bäderkarte an. Nach meiner Schätzung war es erst beim Wechsel ins Innenbaden nächste Woche aufgebraucht, doch ich hatte mich verschätzt: Beim Einchecken erschien auf dem Bildschirm ein Stopp-Zeichen, der Text dazu schickte mich zum Aufladen. Und noch ein Glück hatte ich erst in der Vorwoche mal wieder Bargeld geholt: Das Kartenzahl-Gerät an der Kasse trug einen handeschriebenen Zettel als Schürze mit der Nachricht: Geht nicht.

Aber dann. Wieder ein wunderbarer Schwumm, wenn auch zwischen überraschend vielen anderen Menschen. Ich fühlte mich stark und elegant, kam wieder ungefähr bei der Rekordzeit von vorhergehenden Mittwoch am Ende meiner 3.000 Meter an. Wieder mit Pinkelpause – an der gar nicht mal die Unterbrechung im, haha, Flow das Unangenehme ist, sondern das Zurückwurschteln in den sportlich stramm geschnittenen, jetzt aber nassen Badeanzug. Um die Pinkel-Ökonomie beneide ich Männerkörper mit wachsendem Alter immer mehr.

U-Bahn-Glück, ich stempelte noch früher ein. Und sah nach Hochfahren meines Rechners, dass ich niemandem und nichts gefehlt hatte. Dennoch war ich gut beschäftigt.

Über den Vormittag wurde der Himmel blau, die Sonne schien, das freute mich.

Mittagscappuccino aus der Cafeteria, dafür Marsch um die Blöcke – in sehr angenehmer Luft.

Zu Mittag gab es Apfel, Zwetschgen, Skyjolei.

Der Nachmittag wurde dann richtig anstrengend, aber ich war nützlich.

Auf dem Heimweg lediglich Süßigkeiten-Einkäufe. Daheim Yoga.

Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell den restlichen Ernteanteil-Chinakohl asiatisch aus der Pfanne mit Soja-Hack, schmeckte sehr gut. Nachtisch Ernteanteil-Wassermelone, dann Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen, wegen müde sehr früh Lichtaus.

§

Hochgebirgstourismus von komplett unvorbereiteten Laien zum Zwecke des Vorzeigens im Internet: Davon hatte ich natürlich vielfach gelesen – vor allem aus der Warte der Rettungskräfte, die von den Folgen solcher Hirnlosigkeit auf Trab gehalten werden. Frau Brüllen ist am Wochenende beim Bergwandern in solch einen reingerauscht und berichtet aus erster Hand vom “Influencerhorden gucken” (plus eigenen Wanderabenteuern und atemberaubenden Fotos, die erstere Erscheinung erklären).
“130926”.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 13. September 2026 – Wandern über die Ratzinger Höhe

Montag, 14. September 2026 um 6:06

Weckergeweckt, denn ich hatte Pläne: Wandern mit Freundin auf dem Obst- und Kulturwanderweg Ratzinger Höhe. Und vorher wollte ich gebloggt haben.

Das dauerte dann doch etwas länger als geschätzt, was zu ausgesprochen zackigem Tempo beim Vorbereiten auf die Wanderung führte.

Draußen war es bewölkt, aber halbwegs mild. Schon beim Marsch zum Zug stellte sich heraus, dass ich so genau richtig gekleidet war.

Der Rest in Fotos – weniger als sonst, denn die nächsten Stunden war ich mit anregendsten Gesprächen mit der Freundin beschäftigt: Familie, Lektüren, Kunst, Reisen, Berlin, Erwerbsarbeit, Körper, Altern, Kleidung, Kulinarik in Düsseldorf und München, Aussicht, Neurodivergenz – unter anderem. Tiersichtungen unter anderem: Kühe in Ställen, Kühe auf Weiden, Falken, Bussarde, Gänse, Hühner, Schwalben.

Prien

Einer von vielen, vielen reich behangenen Apfelbäumen (dazu kamen Birnenbäume und Zwetschgenbäume, ein Quittenbaum).

Links der Priener Weinberg.

Inzwischen ja eigentlich eine Serie: Fotos von weggen Dingen. Heute: wegges Wegkreuz.

Blick von der Ratzinger Höhe auf den Chiemsee. Hier machten wir um halb eins Brotzeit; ich hatte Apfel und Zwetschgen dabei.

Diese Apfelsorte sollte Aurora heißen.

Körper völlig problemlos, nach gut viereinhalb Stunden waren wir zurück am Priener Bahnhof. In der Wartezeit auf den Zug zurück wurde ich noch auf einen Cappuccino eingeladen (die Bäckerei am Bahnhof ist auch am Sonntag geöffnet!). Auch diesmal wirkte der Trick, sich in Prien ganz ganz hinten an den Bahnsteig zu stellen: Die letzten Wagen des langen, langen und überfüllten Zugs aus Salzburg hatten noch freie Plätze – nebeneinander!

Die Gesprächsthemen reichten locker noch für die Fahrt nach München – und darüber hinaus.

In München setzte gerade Regen ein, doch ich kam lediglich etwas angefeuchtelt daheim an. Überraschung beim Ausziehen: nach Langem mal wieder Wanderkrätze an den Unterschenkeln.

Telefonat mit meiner Mutter, eine Runde Yoga – die ruhige Folge mit hauptsächlich Dehnungen war gestern genau das Richtige. Vorbereitung des Arbeitsmontags mit vorheriger Schwimmrunde.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell wie angekündigt Ernteanteil-Mangold mit Linsen und Nudeln (aus Familientradition reichte ich eingelegte Peperoni zu den Linsen an). Nachtisch Schokolade.

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 12. September 2026 – #12von12 mit marokkanischem Abend

Sonntag, 13. September 2026 um 8:33

#12von12 bedeutet: Am 12. eines Monats zwölf Fotos vom Tag bloggen – gesammelt im Kännchenblog von Caro.

1 von 12: Zu diesem Anblick wachte ich auf, das war schön.

Sportplan war eine Laufrunde. Diesmal knetete ich vorher meine Beinrückseiten lieber mal mit einer Faszienrolle, denn an den vorherigen Tagen hatte ich immer wieder Signale aus meinen Waden wahrgenommen, die sich wie eine Ankündigung von Krämpfen anfühlten: JETZT krampfen wir zwar nicht, aber wir KÖNNTEN!

2 von 12: Laufkleidung.

Ich radelte zum Tierpark Hellabrunn; beim vorherigen Reifenaufpumpen hatte ich festgestellt, dass ich nicht mal fürs Radeln eine Jacke brauchen würde – wenn mir ein wenig Frösteln nichts ausmachte.

Es wurde ein herrlicher Lauf: Perfektes Wetter, in dem es gerade frisch genug war, dass die Sonnenstrahlen angenehm wärmten. (Das ist möglicherweise meine Ideal-Temperatur draußen: Ich genieße die Wärme der Sonne, brauche dafür im Schatten ein Jäckchen. Wie halt damals 1992 in Wales.) Und das Licht! Und die Farben!

Dazu ein ungewöhnlich kooperativer Körper, selbst über die 90 Minuten hinaus (meine Erklärung: Ibu plus Vorkneten).

3 von 12: Schleusenwärterhäusl bei Maria Einsiedel.

4 von 12: Isarwerkkanal mit Blick auf Großhesseloher Brücke.

5 von 12: Blick von Großhesseloher Brücke auf weiterhin extrem niedrigen Wasserstand.

6 von 12: Blick bei Pullach übers Isartal.

7 von 12: Isarwerkkanal mit Familie Schwan.

Für ein paar Einkäufe vor Rückradeln schaute ich abschließend zum Edeka Isargärten – doch der war nach einem Brand Anfang August geschlossen (ich hatte vom Brand gelesen, aber nicht mitbekommen, wie verheerend dessen Zerstörung gewesen war).

8 von 12: Wasserwachtübung am Flaucher.

Für Einkäufe radelte ich also im Glockenbachviertel an einem Edeka vorbei.

9 von 12: Zum Frühstück gab es um zwei Roggenvollkornbrot mit Butter und Tomaten, dann noch zwei mächtige Stücke Zwetschgenkuchen.

Den Nachmittag verbrachte ich mit Zeitunglesen (der Lokalteil immer stärker oktoberfestisiert, im Lauf der kommenden Woche werden nur noch die Polizeimeldungen für mich interessant), Blödschaun in die Sonnen-beleuchtete Umgebung.

Auf der Balkonbrüstung stand wie immer eine Schale Wasser. Ich fülle sie täglich auf, offensichtlich wird sie viel von Vögeln genutzt.
Gestern aber saß auch ein Mensch auf dem Balkon: ich.
Immer wieder beobachtete ich, wie vom Park eine Meise (Kohl- oder Blau-) gezielt angeflogen kam (in der Meisen-typischen Wellenbewegung) – und dann ein paar Meter vorm Balkon beiläufig abdrehte in den benachbarten Baum. Manchmal traute sich eine doch kurz heran, aber bis zu einem Bad blieb keine.
Sehr lustig und niedlich.

Außerdem raffte ich mich endlich zu Pflanzen-Wellness auf und entstaubte die Blätter meines Feigen-Oleanders (mit einer schmutzigen Socke, die ich über die Hand zog und immer wieder ausschüttelte).

Zum Abendessen waren Herr Kaltmamsell und ich mit Freunden verabredet: Sie hatten von einem neuen marokkanischen Lokal in Thalkirchen gelesen, dem El Nador, und dort für uns reserviert. Da die U-Bahnlinie in diese Richtung wegen Renovierung gesperrt ist, nahmen Herr Kaltmamsell und ich einen Bus für die erste Hälfte der Strecke und gingen den Rest zu Fuß (keine Lust auf Radeln).

10 von 12: So kamen wir an diesem rasch frischer werdenden Spätsommerabend mal wieder an der Alten Utting vorbei.

Der marokkanische Abend wurde sehr schön: Die Wirtin Naima El Helali, wie sich herausstellte Hessin mit marokkanischen Wurzeln, erzählte uns den Hintergrund zu Gebräuchen, Gerichten und Weinen, wir aßen ganz ausgezeichnet, wurden aufmerksam und liebevoll umsorgt.

Wein des Abends wurde ein marokkanischer Rosé Sidi Brahim, der wirklich interessant schmeckte. Bevor serviert wurde, trat einer der Angestellten mit silbernem Geschirr und Kanne an unseren Tisch: Erstmal wuschen wir uns hier nämlich die Hände.

11 von 12: Als Vorspeisen hatten wir um eine Auswahl für alle gebeten – und bekamen wunderbar unterschiedlich gewürzte Gemüse sowie Krabben in Tomate und eine Erbsencreme.

12 von 12: Auch die Hauptspeisen teilten wir uns, um möglichst viel zu probieren. Es gab Tajine mit Lamm, mit Hähnchen, mit Hackbällchen (es hätte auch eine reine Gemüse-Tajine gegeben), außerdem eine Schüssel Couscous mit Rind und Gemüse. Auch hier schmeckte alles sehr unterschiedlich, aber durchgehend hervorragend.

Auch die Nachtisch-Zusammenstellung überließen wir der Wirtin, sie servierte luftigen marokkanischen Pfannkuchen sowie einen saftigen Grießkuchen mit Mandeln, dazu Vanilleeis – ich musste passen, mein Bauch meldete bereits Überfüllung. Doch den frischen Pfefferminztee, aus großer Höhe und wunderschönem Kännchen eingegossen, nahm ich gerne.

Dazu das eigentlich Wichtige des Abends: Update mit den Freunden, die seit dem letzten Treffen mit Segelboot um Korsika und Sardinien Urlaub gemacht hatten, zum Teil einen völlig neuen Berufsweg eingeschlagen, viel erlebt.

Heimweg dann doch zu noch größerem Teil zu Fuß, weil wir zu lange auf den Bus hätten warten müssen – doch mit Sitzpausen für Herrn Kaltmamsell, der mittlweile nur noch gut zehn Minuten gehen kann, bevor er sich vor Schmerzen setzen muss, ich sorge mich sehr.

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Ein Blog besonders häufig zu verlinken, fühlt sich immer ein bisschen wie Stalking an – aber dann soll’s halt nicht so empfehlenswert schreiben. Lesen Sie hier bei Novemberregen von ihrem Brandschutztraining:
“11. September 2026”.

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Und schon wieder:
“Vorwurf gefilmter Missbrauch: Mann in Hannover vor Gericht”.

Die Ermittlungsgruppe sei zudem auf fast 100 noch unidentifizierte Opfer gestoßen, zu denen weiter ermittelt werde.

Noch jemand mit Not all men!?

die Kaltmamsell