Jahresrückblick 2025

Montag, 29. Dezember 2025 um 16:49

Die am häufigsten geherzten Fotos auf instagram. Auffallend: die Herzen waren 2025 weniger als die Jahre davor – ich glaube nicht, dass meine Fotos schlechter wurden, meiner ist halt definitiv kein Account, wie ihn instagram im aktuellen Geschäftsmodell vorsieht und deshalb per Algorithmus unterstützt. Unter anderem geht es nicht um gute Fotos wie zu Anfangszeiten. Und ich bin immer noch auf instagram (obwohl Big Bad Tech), weil ich darüber Kontakte pflege, die ich nirgendwo sonst antreffe. Mir wäre ja auch lieber, wenn die alle statt dessen bloggten.
Ich lerne aus diesen Favoriten: instagram priorisiert Selfies/Menschenbilder.

Zugenommen oder abgenommen?
Wohl gleich geblieben. “Wohl”, denn ich besitze seit vielen Jahren keine Waage: Das ist für mich (!) die beste self care; ich bitte auch bei ärztlichem Wiegen, mir das Ergebnis nicht zu sagen. In meiner Vergangenheit gibt es eine lange, unheilvolle Dysmorphie, damit verbunden ein hohes Risiko für obsessives Verhalten bei diesem Thema, Wurzeln in Diät und Kalorienzählen ab früher Kindheit. Inzwischen habe ich mir fast echte Gelassenheit erarbeitet, wenn ein vertrautes Kleidungsstück mal enger zu sitzen scheint: In den vergangenen Jahren gab sich das immer von allein, ohne dass ich etwas an meinem Lebenswandel änderte. Überhaupt: Ein so cooles Verhältnis wie derzeit hatte ich mein ganzes Leben noch nicht zu meiner Figur. (Wobei ganz sicher hilft, dass sie sich derzeit auf der schlanken Seite befindet. Was in der Vergangenheit allerdings keine Garantie bedeutete.)

Haare länger oder kürzer?
Etwa gleich kurz, je nach dem, wie lange der letzte Friseurbesuch her ist.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Wahrscheinlich gleich, zur Investition in eine Bildschirmbrille konnte ich mich aber immer noch nicht aufraffen.

Mehr bewegt oder weniger?
Gefühlt etwas mehr, diesmal checkte ich aber meinen Bewegungstracker gründlich. Ergebnis:
Durchschnittliche Schrittzahl täglich: 19.449 (2024: 17.677)
Durchschnittliche Strecke täglich: 12,4 km (2024: 11,2 km)
Durchschnittliche Treppenstufenzahl täglich: 38 (2024: 24)

Die Schwimm-Auswertung ist anstrengender, weil ich alles einzeln zusammenzählen muss: 2025 war ich 52 Mal (2024: 50 Mal).

Also insgesamt mehr Bewegung! Was natürlich auch daran lag, dass ich das ganze Jahr weder richtig krank noch verletzt war.

Und schon muss ich aufpassen, das nicht automatisch zur Benchmark zu machen, die es 2026 zu übertreffen gilt. Als ich auf der Familienweihnacht darüber sprach, dass ich Italienisch am besten in einem Sprachurlaub in Italien lernen würde und man mich darauf hinwies, dass sich dafür doch meine Oktoberfestflucht 2026 ideal eignet, war mein Reflex nicht “super Idee” (was es tatsächlich ist, ich werde dem nachgehen), sondern: “Aber meine Wanderschritte!” Diese Trackerei ist für mich (!) einfach nicht gut.

Öfter oder seltener krank gewesen?
Noch seltener als in den Jahren davor eh schon.

Mehr Kohle oder weniger.
Etwa gleich, etwas mehr Tariflohn, etwas weniger Einnahmen über VG Wort.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger, weil keine Rentenpunkte gekauft.

Der hirnrissigste Plan?
Das Durchhalten mit Leben könnte irgendwann nicht mehr die Hauptenergie abziehen.

Die gefährlichste Unternehmung?
Auch weiterhin nichts.

Die teuerste Anschaffung?
Ein MacBook Air.

Das leckerste Essen?
Ich beschränke mich mal auf ein Gericht, das mein Liebling war: Der Teller mit Maispüree, roter Paprika, Sonnenblumenkernen im Wiener Rosebar Centrala.

Der interessanteste Wein?
Châteauneuf du Pape La Bastide Saint Dominique in der Brasserie Colette.

Das beeindruckenste Buch?
Jenny Erpenbeck, Heimsuchung.

Das enttäuschendste Buch?
Hervé Le Tellier, Romy und Jürgen Ritte (Übers.), Die Anomalie – einfach weil ich mir so viel mehr davon versprochen hatte.

Der ergreifendste Film?
So wenig Film gesehen, dass es nicht güldet – sogar noch mehr über Film gesehen.

Die beste Musik?
Rosalia – aber auch dieses Jahr nicht aussagekräftig, weil ich so wenig Musik gehört habe.

Das beste Theater?
Es war nichts wirklich Herausragendes dabei, am besten gefiel mir noch Die Nashörner am Volkstheater.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Planen und mich verrückt machen.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Draußen sein, auswärts essen mit Herrn Kaltmamsell.

Vorherrschendes Gefühl 2025?
Sind wir schon daha?

2025 zum ersten Mal getan?
Kohlröschen gegessen, Joggen wegen Wadenproblemen abgebrochen, mich mit japanischen Holzschnitten beschäftigt, Cannabis konsumiert.

2025 nach langer Zeit wieder getan?
Mich an meine polnische Famiiliengeschichte gewagt, im August in Augsburg gegessen, Englandaufenthalt ohne Herrn Kaltmamsell.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Schlimm kranke Freundinnen, schlimm kranke Verwandte, Unbeeinflussbarkeiten in der Arbeit.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Ich bin da.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Es kommt mir vor, als hätte ich dieses Jahr überhaupt keine Geschenkideen gehabt – das ist bitter.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Beistand, unbeirrbar.

2025 war mit 1 Wort…?
Durchgehalten.

Worauf ich mich 2026 freue
Gemeinsamer Theaterbesuch in Ingolstadt Ende Februar, Sommer.

Sonderausgabe: “What we do not care much about in 2026”.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 28. Dezember 2025 – Fast missglücktes Brot, Nebellauf

Montag, 29. Dezember 2025 um 8:00

Wieder erst vom 7-Uhr-Läuten geweckt worden, diesmal nach einer überdurchschnittlich guten Nacht. Allerdings hatte mich Chlorschnupfen einmal zum Nasenspray greifen lassen.

Erstmal nächster Schritt Idiotenbrot (aber mit reichlich bemehltem Gärkörbchen, und eine ganze Stunde muss der Ofen nun wirklich nicht vorheizen, um einen gusseisernen Topf heiß zu bekommen), dann erst Café con leche für Herrn Kaltmamsell und mich.

Es tagte zu Hochnebel; als das Brot im Ofen war, erschien es noch möglich, dass er wegsinken würde.

Als das Brot aus dem Ofen war, sah es leicht missglückt aus:

Ich vermute Übergare, ich hatte frische Hefe verwendet und davon eventuell ein Gramm zu viel.

Telefonat mit Mutter (fühlt sich wieder ok), die Sonne aus Ingolstadt schicken wollte (was soll denn das bitte, dass der Himmel in München trüber und nebliger ist als im Nebelloch Ingolstadt?). Doch während meines Laufs ab Haustür über Alten Südfriedhof an die Isar nach Süden wurde aus Hochnebel lediglich zeitweise Nebel-Nebel.

Das Laufen machte Spaß, und nach einer halben Stunde kam ich so richtig in die fröhliche Leichtigkeit, für die ich immer dankbar bin. In Thalkirchen entschied ich mich, weiter nach Süden zu laufen und zurück nur bis zum U-Bahnhof Thalkirchen. Es war frostig, aber nicht unangenehm kalt – lediglich kalt genug, die Mountainbiker fernzuhalten, also traute ich mich, auf den Pfad hinter der Großhesseloher Brücke in die Isarauen abzubiegen.

Vor der Großhesseloher Brücke.

Ein Stück dahinter nach links abgebogen.

Abenteuer!

Aber es blieb neblig.

Auf dem Hinterbrühler See hatte es schon gefroren.

Viel <3<3<3 für den Läufer, der mich auf meinem letzten Stück überholte und offensichtlich zur Musik in seinen altmodischen Kopfhörern ein wenig mitbrummte. Drei Brummer reichten zur Identifikation des Stücks – sofortiger Ohrwurm.

Am Thalkirchner U-Bahnhof stellte sich heraus, dass ich schon wieder deutlich über 1:50 Stunden gelaufen war, ich hatte eigentlich weniger angepeilt. Ging aber problemlos (erst am Nachmittag machte mein Körper mir mit Hüft- und LWS-Steifheit klar, dass er nach dieser Einheit lieber keine Gymnastik wollte).

Frühstück kurz nach zwei: Kimchi, Birne, selbstgebackenes Brot mit Butter und Marmelade.

Anschnitt mittel-ok, zumindest hatte das Brot nicht den befürchteten Wasserrand.

Kurz vor drei kam die Sonne endlich durch – genau in der Position, in der sie mich von Südwesten blendete.

Den Nachmittag verbrachte ich mit Rücklesen im Blog für Jahresrückblick (und ein bisschen Wäscheaufhängen), und ich machte fürs Abenddessert Apple Crumble (seit einer Woche geplant).

Ich hatte zum Aperitif wieder Lust auf einen Drink und rührte uns Negronis.

Zum Nachtmahl kochte Herr Kaltmamsell eine Misosuppe mit übrigen Champignons und Stangensellerie – sehr gut. Von mir kam ein wenig restlicher Endiviensalat mit Joghurtdressing, außerdem der Apple Crumble zum Dessert. Abschließend noch ein wenig Schokolade.

Im Fernsehen ließen wir die aktuelle Folge Kitchen Impossible laufen: mit Jamie Oliver. Den ich ja in erster Linie von seinen Kochbüchern kenne, die Show habe ich nie gesehen, die ihn berühmt gemacht hat. Schon interessant, aber wie alle diese “Challenges” viel zu breit künstlich ausgewalzt: Nur halb so oft der Kamera erzählt, wie aufgeregt man ist etc., würde reichen.

§

Eine kleine Weihnachtsgeschichte, sehr britisch: Chloe Fox beschreibt, wie sie dieses Jahr in Wiltshire, Südwest-England, ihren ersten Buchladen eröffnet hat.
“I opened a bookshop. It was the best, worst thing I’ve ever done”.

Herzlichen Glückwunsch und danke für die vielen praktischen Details! Hoffentlich erfahre ich in fünf Jahren, wie dieses Abenteuer weitergegangen ist. (Ich musste natürlich an Pia Ziefle denken und ihren Buchladen in Mössingen.)

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 27. Dezember 2025 – Ereignisarmer Winterferientag

Sonntag, 28. Dezember 2025 um 8:45

Jetzt habe ich endlich die ersehnte freie Zeit – und komme doch nicht raus aus dem Modus der Arbeitswochen: “Zeit rumkriegen”.

Mittelgut, aber lang geschlafen, an der Zahnfront alles ruhig.

In meinem Bewegungsplan für die Weihnachtsferien (selbstverständlich gibt es einen, der Termine, Reisen, Verpflichtungen, Abwechslung einkalkuliert) war gestern Schwimmen dran, ich ließ mich von einer U-Bahn zum Olympiapark fahren.

Der Hochnebel begann gerade aufzureißen.

Die Schwimmbahnen fand ich auffallend leer vor: Stammgäste noch im Weihnachtsurlaub, Schlechtes-Gewissen-Sportler*innen erst nach 1.1.? Jetzt bestrahlte die Sonne das Becken volll, ich glitt über glitzernden Metallboden, an einer Stelle meiner Bahn stiegen Luftbläschen aus einem Ventil, die in diesem Licht filmreif aussahen; ich bewunderte sie bei jedem Anschwimmen. 3.100 Meter mit Vergnügen und ohne Mühe abgepaddelt.

Daheim verrührte ich erstmal Brotteig (Idiotenbrot, aber in einer neuen Variante), dann setzte ich meinen bereits morgentlichen Wunsch nach Porridge um, eine große Portion auch für Herrn Kaltmamsell.

Dazu gab es für mich Joghurt und Zwetschgenröster aus elterlichen Früchten.

Zwischen Zeitunglesen im sonnigen Wohnzimmer ging ich hinaus auf eine Einkaufsrunde im Vollcorner, genoss die von der Sonne gewärmte Luft im Frost.

Zum Jahresabschluss möchte ich dieses Jahr eine Jahreszusammenfassung posten, die über den sonstigen Fragebogen hinaus geht: Was war 2025 eigentlich alles? Das gerät beim täglichen Bloggen der Tagesdetails ja aus dem Blick. Dafür musste ich natürlich alle Tageseinträge 2025 überfliegen, das kostete überraschend viel Zeit (wer liest das alles?!). Ich kam bis zum Hochsommer 2025 – es war hart, nach den Fotos von Sonne und Grün zurückzukehren in den Fensterblick auf kahle Bäume und frostige Schneereste in früher Dunkelheit, ich spürte physisch, wie mein Herz sank. Darauf eine letzte Runde Pilates, bevor ich wieder ein Yoga-Programm starte.

Aperitiv Green Monkeys – es mussten Sahnereste weg.
Zum Abendessen gab es Gänsereste, Knödel und Wirsing von der Familienweihnacht, trotz berstend vollem Kühlschrank hatte ich auch Endiviensalat und rote Paprika gekauft – die ich wirklich genoss. Nachtisch Stollen (meiner) und weiteres Weihnachtsgebäck.

Früh ins Bett – und zum ersten mal in Reels (das sind die Filmchen auf instagram) versunken. Mit Ihnen teilen möchte ich:
@greipjokes – isländiger Humor (auf Englisch)

§

Gestern begann der jährliche (Chaos Computer Club) CCC-Kongress – auf dem ich seit Jahren Herrn Kaltmamsell sehe, dort müssten genau seine Leute sein (meine Leute sind auf der re:publica). Dieses Jahr schloss er sich meiner Meinung an, ich plante die Weihnachtsferien also um seine Abwesenheit zwischen 27. und 30. Dezember herum. Nur wusste ich nicht, dass es deutlich komplizierter ist, an ein Ticket für den CCC-Kongress zu kommen als an eine Tischreservierung auf dem Oktoberfest (was ich bislang für den Gipfel der Abstrusität gehalten hatte). Mit dem Ergebnis, dass er kein Ticket bekam und jetzt wieder nicht in Hamburg ist.

§

“Bill Nighy Breaks Down His Career” für Vanity Fair – drei Jahre alt, aber wir gucken doch tendenziell eh alles mit Bill Nighy?

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https://youtu.be/WDhVSfP7W5A?si=5Eyv5NaKJ1IeuXhY

Darin auch viel über den Berufsalltag von Filmschauspielern, zumindest britischen Filmschauspielern seiner Generation. Bemerkenswert auch seine Abschlussbemerkung.

die Kaltmamsell

Journal Freitag, 26. Dezember 2025 – Familienweihnacht in Ingolstadt

Samstag, 27. Dezember 2025 um 7:46

Gut und über neun Stunden geschlafen – Ultra-Luxus! Weitere Freude: Das Zahnweh war weg, es blieb Beiß-Empfindlichkeit.

Dennoch reichlich Zeit für gemütliches Bloggen und Mastodon-Lesen, bevor es Zeit zum Fertigmachen für Aufbruch nach Ingolstadt war: Im Gepäck Weihnachtsgeschenkverpackung zur Wiederverwertung, außerdem der vegane Beitrag zum Festessen sowie der Nachtisch. Der Himmel über München hochneblig grau, die Luft eisig.

Gemütliche und pünktliche Fahrt nach Ingolstadt. In der Holledau Übergang von Nebel zu Sonne.

Dieselbe Sonne schien auch in Ingolstadt, ganz wunderbar.

Bei meinen Eltern waren wir die ersten Gäste, dann kamen zum Teil zu Fuß, zum Teil per Auto die Mitglieder der Bruderfamilie.

Umarmungen und Weihnachtswünsche, outfit appreciation (u.a. war die Schwägerin ganz in Silber selbsterklärt als Christbaumkugel gekommen), während Sektgläser gefüllt mit Alkoholischem oder Alkoholfreiem verteilt wurden. Zum Anstoßen mussten bereits die ersten in Gespräche vertieften aus Nebenräumen gezerrt werden.

Und dann begann das Schlemmen.

Vegane Pilzsuppe (ließ ich aus, um möglichst viel Platz für die Gans zu haben – ein wirklich saisonales Essen, das ich besonders liebe).

Gans vor Tranchieren (das Herr Kaltmamsell übernahm).

Gans mit Knödel, Blaukraut, Wirsing, davor steht die vegane Festspeise: Gedämpfter Lauch-Pudding, den Herr Kaltmamsell aus englischen Rezepten erarbeitet hatte (wir erinnern uns: pudding war ursprünglich etwas Herzhaftes, das im heißen Wasser oder Wasserdampf gegart wurde), vom Esser als hervorragend gepriesen (Blaukraut und Knödel waren eh vegan). Dazu spanischer Rotwein, Weißwein, auch in Alkoholfrei, und intensive Gespräche. Diese zogen sich auch über Espresso, Rotweincreme, Mousse au chocolat, nach Pause anschließenden Plätzchenteller. Durch Gespräche abgelenkt (es gibt jetzt in der Familie neben mir noch jemanden, der beruflich den Begriff “parlamentarischer Abend” verwendet und sich für die Entstehung von Koalitionsverträgen interessiert – und es ist nicht der Naheliegende!) merkte ich, dass ich hin und wieder sogar auf der bösen linke Seite kaute – Wunderheilung! Aber im Universum geht ja leider nichts verloren: Jetzt war es meiner Mutter unwohl, sie musste sich zurückziehen. Im Ablauf des Festes kein Ausfall, wir halfen eh alle zusammen bei allem, aber es tat mir für sie so leid!

Bei letzter Dämmerung wurden die Reste des Mahls aufgeteilt (unser Samstagessen ist mehr als gesichert), Aufbrüche nach Hause. Auch unsere Heimfahrt verlief ruhig und pünktlich, München empfing uns deutlich weniger frostig als am Morgen.

Ich hatte abends sogar nochmal Appetit: Apfel, Früchtebrot, Lebkuchen. Mit beidseitigem Kauen. (Das Haushaltsmitglied mit deutlich mehr Zahnschmerzerfahrung verwies darauf, dass mal auftauchende und dann wieder verschwindende Schmerzen durchaus üblich sind.)

§

Auf der Bahnfahrt hatte ich liegengebliebene SZ-Magazine gelesen, in der vorletzten Ausgabe fand ich zwei Geschichten bemerkenswert:

Andreas Unger schreibt über seinen christlichen Glauben in einer für mich ausgesprochen nachvollziehbaren Form. Anlass seiner Überlegungen (€):
“Ich wünsche meinen Kindern, dass sie an Gott glauben”.

Denn er merkt, dass er sich dafür erstmal klarwerden muss, was er seinen Kindern eigentlich genau wünscht.

Vielleicht würde uns insgesamt mehr Dürfen helfen: Nicht-sicher-sein-Dürfen, Staunen-Dürfen, Tasten-Dürfen. Weniger Richtig, weniger Falsch. Mehr Wundern als Wunder. Wer uns daran hindert, das sind wir selbst. Es hat uns aber auch niemand gezeigt, wie es geht, das Dürfen-Dürfen.

Aber halt! Geht hier nicht schon die Saat der Beliebigkeit auf, ist hier nicht der erste Schritt in die »Diktatur des Relativismus« getan, von der Papst Benedikt XVI. sprach, in der jeder sich herausklaubt, was ihm frommt? Dann schließt sich der Himmel, Gottes Wille schrumpft zu Moral, und Jesus, von dem in diesem Text bisher verdächtig wenig die Rede war, wird zum Sonntags­prediger. Von dort ist es nicht mehr weit zu Martin Walsers resignierend-schönem Wort: »Ich bin an den Sonntag gebunden / wie an eine Melodie / Ich habe keine andere gefunden / Ich glaube nichts / aber ich knie.«

Das erinnerte mich an den Selbstbedienungs-Glauben, den ich an manchen Religiösen beobachte, unverbindliches find what feels good wie bei Yoga with Adriene.

§

Der zweite bemerkenswerte Artikel thematisiert, was auch mich bewegt: Bahnhöfe in Deutschland. Vivien Timmler und Dorothea Wagner nehmen sich für ihre Recherche den Hauptbahnhof Bonn genauer vor (€):
“Warum Bahnhöfe so trostlose Orte geworden sind”.

§

Sarah Bosetti nennt gute Gründe, die AfD zu wählen.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=DcZlgoAx_o4

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 25. Dezember 2025 – Fast schon besinnlicher Weihnachtsfeiertag

Freitag, 26. Dezember 2025 um 8:04

Gut und lang geschlafen. Ich spürte das Nachlassen der Ibu-Wirkung an Zahnweh, legte zum Morgenkaffee nach.

Unsere Familienweihnacht bei meinen Eltern in Ingolstadt war auch dieses Jahr auf den 2. Weihnachtsfeiertag gelegt, ein terminloser Tag lag vor mir. Nach sehr gemütlichem Bloggen kam ich erst spät los zu meiner Laufrunde. Ich nahm eine U-Bahn zum Odeonsplatz, lief über den Hofgarten an die Isar. Es war frostig, die Wege hatten viele glatte Stellen. Ich lief etwas verkrampft und mit kleineren Schritten. Schöne Überraschung: Nach einer halben Stunde kam die Sonne raus, ich sah blauen Himmel – jetzt war auch der kalte Wind nicht mehr schlimm.

Start an der Residenz.

Fotograf mit Profi-Ausrüstung vor Monopteros.

Blick vom Monopteros.

Sonne am Föhringer Wehr!

Der Körper spielte gut mit, gegen Ende ziepte und zwickte es allerdings um Hüfte, Kreuz und Oberschenkel. Erst an der Tram-Haltestelle sah ich auf die Zeit, die mein Lauf gedauert hatte: Na gut, 1:56 Stunden waren doch ein bisschen viel.

Bis daheim fröstelte ich – und hatte das seltene Verlangen nach einem Vollbad. Diesmal war ich dafür ausgestattet und badete MIT! Badezusatz (Arnica). Ich genoss es, trauerte aber der Badewanne in der vorherigen Wohnung im 1. Stock nach: Sie hatte ein erheblich größeres Fassungsvermögen. In der aktuellen Badewanne muss ich mich entscheiden zwischen kalten Knien, kalten Füßen oder kalten Schultern, es passt nicht alles unter den Wasserspiegel bis Überlaufschutz.

Frühstück um halb drei: Apfel, Persimon, Früchtebrot von der lieben Frau Schwieger mit Butter, Plätzchen.
Nachmittag im sonnenbeschienenen Wohnzimmer mit Lesen der Feiertags-Süddeutschen. Herr Kaltmamsell bereitete für das Familienfest am Freitag einen veganen Lauchpudding zu, danach übernahm ich die Küche für den Weihnachtsnachtisch: Mousse au chocolat.

Jetzt erst ist dieser Balkon ein echter Balkon.

Romanlesen ohne Zahnweh bis zum Nachtmahl (Kauen aber weiterhin nur auf einer Seite möglich): Es gab das restliche Ossobuco vom Vorabend mit restlichem Risotto. Zum Nachtisch wurde es wieder so richtig festlich: Herr Kaltmamsell übte sich an Iles flottandes.

Hervorragend. Ein paar Weihnachtsplätzchen passten aber noch dazu. (Hätten besser nicht: Überfressen.)

Früh ins Bett, da ich dorthin steinmüde und wie betrunken torkelte (kein Tropfen Alkohol), ohne Lesen Lichtaus.

§

@evatroelenberg hat sich in Altötting mal wieder unter den Votivtafeln umgesehen – und wunderbare Entdeckungen gemacht. (Sie dachten vielleicht, dass die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf in den 1980ern durch demokratischen Protest und zivilen Widerstand verhindert wurde. Tja.)

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 24. Dezember 2025 – Heilig Abend mit Schräglage

Donnerstag, 25. Dezember 2025 um 9:48

Das war ein sehr seltsamer Heiliger Abend: Maladitäten prägten die Atmosphäre, und obwohl ich (im Gegensatz zum Vorjahr) total bereit war für Weihnachten, fühlte sich alles schräg an.

Gut geschlafen, doch jede Berührung der Knirschschiene (ist auf der unteren Zahnreihe befestigt) am Schmerzzahn ließ mich ein wenig vor Schmerz aufwachen. Zum Frühstückskaffee darauf eine Ibu.

Der Himmel draußen superdüster, die Luft nasskaltklamm. Plan war nach Bloggen und Gymnastik eine Wanderung mit Herrn Kaltmamsell entlang dem Auer Mühlbach wie vergangenes Jahr, inklusive Anmarsch zum Anfang des Bachs bei Maria Einsiedel zu Fuß. Als Gymnastik turnte ich nochmal die lange Pilates-Folge von Gabi Fastner mit Rundum-Kräftigung.

Wie angekündigt wurde es draußen leicht weiß. It‘s beginning to look a lot like White Christmas – der Übergang lässt sich beim Singen hinkriegen. Als wir rauskamen, entpuppte sich der Niederschlag allerdings als Griesl und mit leichtem Wind eher ungemütlich. Die Bewegung im bereits weihnachtsstillen Draußen tat aber gut.

Isarkrokodil, Obacht!

Flaucher-Biergarten im Winterschlaf.

Besichtigung des spektakulären Spielplatzes beim Flaucher-Biergarten. Er heißt Seidenspinner-Spielplatz

und nimmt damit Bezug auf den ursprünglichen Zweck des Flauchers. Denn was heute als ein kleines Stück natürlicher Wildnis in der Stadt wahrgenommen wird, wurde vor mehr als 200 Jahren zur Zucht der Seidenspinner-Schmetterlingsraupen genutzt.

Marienklause. Links durch die kahlen Bäume sahen wir im Tierpark sogar einen Eisbären – eher rostbraun als weiß.

St. Anna auf der Hochleite.

Auer Mühlbach.

Wir kehrten ins Caffe Fausto auf einen Mittagscappuccino (und Espresso-Kauf) ein, bevor Café und Rösterei über die Weihnachtszeit schlossen.

Diesmal gingen wir nur bis zur Ludwigsbrücke, denn richtig gemütlich war das Wetter nicht, und ich fühlte mich nicht so ganz fit. Eine Tram brachte uns zum Sendlinger Tor, auf der Fahrt stellte Herr Kaltmamsell fest, dass sein Handy den Geist aufgegeben hatte (zahlreiche Bemühungen am restlichen Nachmittag fruchtlos).

Frühstück um halb drei: Salatrest vom Vorabend, außerdem Persimon und Apfel mit Sojajoghurt.
Ab dem ersten Bissen leider nicht mehr zu verdrängen: Kauen auf der linken Seite war jetzt vor Schmerz gar nicht mehr möglich, auch beim rechtsseitigen Kauen heulte der Hauptschmerzzahn auf. Jetzt war ich dann doch bei der Form Schmerz angelangt, den die Zahnärztin als ernst zu nehmen beschrieben hatte, blöderweise sechs Tage nach dem Besuch bei ihr. Im Rhythmus des Herzschlags pulsierender Zahn. Lustig. Noch eine Ibu brachte zumindest Ruhe rein. Sie werden natürlich einwenden, ich könnte ja auch mal ein paar Tage das Essen bleiben lassen – aber doch nicht ausgerechnet an Weihnachten!

Und dann war mir auch noch trotz Heizung und dickem Pulli so kalt, dass ich schnatterte, selbst unter zusätzlich warmer Decke. SAMMA!

Draußen schneite es jetzt Hollywoodfilm-mäßig. Soundtrack dazu umgehend: Schneeräumfahrzeuggerassel, als hätten die seit Wochen dafür auf der Lauer gelegen. Nachdem ich kürzlich einen TV-Bericht über einen bayerischen ÖPNV-Busfahrer gesehen hatte, dem der Arbeitseinsatz an Heilig Abend nichts ausmachte, weil er und seine Familie Muslime sind, stellte ich mir vor, dass es auch so manch andere Berufe entlastet, wenn ein Teil der Belegschaft aus anderen Traditionen kommt (und dafür zum Beispiel an Zuckerfest/Opferfest frei bekommt).

Eine zusätzliche Wärmflasche auf dem Sofa unter zwei Decken stellt zumindest das Schlottern ab, aber Füße und Hände blieben kalt. Herr Kaltmamsell drohte bereits damit, mich für krank zu erklären und von der Küche fernzuhalten. Eigentlich hatte ich um vier nochmal zum Alten Südfriedhof spazieren wollen und zu den Weihnachtsliedbläsern singen, doch in diesem Zustand war mir die Lust darauf vergangen.

ABER! Um die Zeit, die ich als Start der Weihnachtskocherei angepeilt hatte, fühlte ich mich fit genug: Ich begann die Zubereitung von Ossobuco. Erst beim Befolgen meines eigenen Rezepts merkte ich, dass ich fehlkalkuliert hatte: Das Gericht würde eine halbe Stunde nach eigentlich mit Herrn Kaltmamsell vereinbarter Zeit fertig werden. Egal, wir waren ja nur zu zweit.

Es wurde dann noch später, denn auch Herrn Kaltmamsells Risotto milanese als Beilage dauerte länger, aber das vergnügt: In Verbindung mit Alkohol entspannt Ibuprofen erst so richtig. Wir starteten den Abend offiziell mit Eggnogg.

Ich hatte sogar die Energie aufgebracht, weihnachtliche Tischsets hervorzukramen (blieb aber mit meinem edlen echten Norwegerpulli über Thermo-Rolli im Hütten-Schick und machte mich nicht noch feiner).

Vorspeise Vogerlsalat mit gerösteten Walnüssen und Kürbiskernöl, davor Telefonat mit den lieben Schwiegers (bei denen ich diese Salat-Kombi einst kennenlernte), die eine ihrer beiden Nichten zu Besuch hatten.

Zum Hauptgang öffnete ich eine Flasche sizilianischen Grillo Pettineo, überraschend herb und mineralisch. Das Ossobuco war hervorragend geraten, der Risotto perfekt cremig und doch mit Biss – Beißen konnte ich allerdings nur in kleinen Portionen, vorsichtig und nur auf einer Seite. Es erleichterte mich, dass ich mittlerweile von einer Freundin eine Anlaufstelle für Zahn-Notfälle ganz in der Nähe bekommen hatte, die Ärmste hatte damit Erfahrung, aber zumindest dort sehr gute.

Das Dessert hatte ich von meinem Wanderurlaub aus England mitgebracht: Christmas Pudding. Herr Kaltmamsell erwärmte es nach Anleitung in der Mikrowelle, servierte mit Brandy Butter. Zuvor hatten wir uns noch den vielen Geschenken von Familie, aus dem Freundeskreis, von Kolleg*innen gewidmet, unter anderem: Bei mir wird im Frühjahr ein Feigenbäumchen einziehen, Herr Kaltmamsell muss mit einem edlen Pata-negra-Schinken fertigwerden, ich kann angemessen Kastenbrot backen (Gusseisenform mit Deckel), beide freuen wir uns auf einen Konzertbesuch Ende Februar.

Abschließende Frage des Heiligen Abends:
Wie reagieren auf selbstproduzierten KI-Slop als Weihnachtsgruß?

§

Nicht besinnlich weihnachtlich, aber unbedingt wichtig: Die US-Regierung baut das System nicht nur intern zum Autoritarismus um, sondern bekämpft das Völkerrecht. Zum Beispiel ganz persönlich Menschen in anderen Nationen, die Rechtsstaatlichkeit umsetzen:
“USA gehen gegen HateAid vor”.
Wir sprechen hier von Leuten, die vor drei Monaten das Bundesverdienstkreuz für genau dieses Engagement erhielten.

Dieses Handeln ist völlig unakzeptabel. Es ist wichtig, das als solches zu benennen. Auch ich verspüre bei den absurden Eskapaden von Trump und der restlichen US-Regierung den Reflex, sie einfach zu ignorieren, wie bei einem provozierenden Kleinkind. Aber es ist wichtig laut auszusprechen: Es verletzt das Völkerrecht, Gebiete anderer Nationen zu verlangen (Grönland), das Völkerrecht, das die Basis für den Umgang von Nationen miteinander ist.

Zu meiner Erleichterung sieht meine Regierung das auch so:
“Scharfe Kritik an ‘inakzeptablen’ US-Sanktionen”.

Gleichzeitig beobachtet mein innerer Spock fasziniert, wie sich die internationale Diplomatie zu Offiziellen verhält, die gegen alle Regeln und Gepflogenheiten der Diplomatie verstoßen.

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 23. Dezember 2025 – Weihnachtsannäherung und Waagenfrage

Mittwoch, 24. Dezember 2025 um 8:03

Gut und ausgeschlafen. Aber jetzt brachte jede Flüssigkeit in jeder Temperatur den Hauptschmerzzahn zum Aufjaulen, wieder ließ sich der Schmerz durch Ibu deutlich dämpfen (was gegen eine neurologische Ursache spricht).

Draußen eisiger Hochnebel. Mein Tagesplan:
– Schwimmen
– Letzte Lebensmitteleinkäufe
– Frühstück
– Bügeln

Das Schwimmen wünschte ich mir in besonders warmem Wasser, also nahm ich eine U-Bahn zum Westfriedhof und zum Dantebad. Kalt da draußen!

Die Digitalanzeige über der dampfenden Sprudelschnecke zeigte 10:40 Uhr und 3 Grad an, bevor ich ins Wasser glitt. Überraschend volles Becken, unter den Mitschwimmer*innen leider auch Idiot*innen (Fachbegriff). Danach bekam ich in der Frauen-Sammelumkleide noch ältere Geschichten von gewalttätigen Idioten mit, Fäuste und Beleidigungen inklusive – mir geht’s ja noch gold! Das Schwimmen selbst war ein Genuss, ich schob mich und paddelte so selbstvergessen durchs Wasser, dass ich mit dem Bahnenzählen immer wieder durcheinander kam. Blick auf die Digitaluhr von oben: Die Gesamtzeit von 1:25 Stunden ließ auf 3.100 Meter Strecke schließen, das passte.

Auf dem Heimweg stieg ich am Stiglmaierplatz aus und besorgte die letzte Zutat fürs Heilig Abendessen: Feldsalat. Zu Hause hatte ich mit den beiden Packungen allerdings ein Unterbringungsproblem: Der Kühlschrank war bereits festtäglich voll. Wehmütige Erinnerung an den stattlichen Kühlschrank der einzigen Küche meines Lebens, die ich mir selbst ausgesucht hatte und in der der Kühlschrank sogar Platz für ein Backblech bot.

Frühstück kurz nach halb zwei: Apfel, das End-Scherzl des am Samstag gebackenen Brots, Mango mit Sojajoghurt.

Nächster Programmpungkt Bügeln: Das Tageslicht reichte dafür auch um zwei nicht, aber Plan ist Plan. Dabei hörte ich die aktuelle Folge “Hock di her”-Podcast, Holger Klein spricht mit Christian Loferer, Hornist an der Bayerischen Staatsoper. Nur dass ich schnell feststellte, dass ich über das Thema Berufsmusiker in Staatsorchestern bereits zu viel wusste, über die Freundschaft in jungen Jahren mit klassischen Berufsmusiker*innen, und ich wohnte in Augsburg einige Jahre in der Wohnung unter einem solchen (Kontrabass). Das Gespräch bot mir zu wenig Neues (ich hätte ganz andere Fragen gestellt), also brach ich ab. Mit der Bügelrunde war ich ohnehin in einer angenehm kurzen Dreiviertelstunde durch.

Eigentlich hatte ich auch noch die Zubereitung von Streuseln für Apple Crumble als abendliches Dessert geplant, doch dann war mir eher danach, abends den Mohnstollen wegzuessen. Crumble verschoben.

Herr Kaltmamsell ging auf eine weitere Einkaufsrunde raus, ich bestand darauf, ihn zu begleiten (hatte noch nicht genug frische Lust bekommen). Und so sah ich, dass der Christkindlmarkt am Sendlinger Tor bereits verschwunden war. Wird Weihnachten bei uns immer mehr wie Ostern in Spanien? Alles Feier-Pulver davor verschossen, und das eigentliche Ereignis wird gar nicht mehr gefeiert?

Nach dem Heimkommen ein Schluck (abgekühlte!) heiße Schokolade – und der Haupt-Schmerzzahn links oben flippte aus wie noch nie: Weißes Toben, das bis zur Schädeldecke schoss, ich konnte nur noch jaulen. Und er beruhigte sich auch erstmal nicht. Echte Glücksgefühle, als der Schmerz unterstützt von einer weiteren Ibu nachließ.

Zum Nachtmahl machte ich Radicchio mit Zitronensaft-Haselnussmus-Dressing an zu den Champignon-Nudeln von Herrn Kaltmamsell. Gutes Abendessen. Nachtisch Mohnstollen, der meiner Mutter ganz besonders gut gelungen war, Schokolade. Im Bett endlich mal wieder eine längere Leseeinheit.

§

Als mir gestern mal wieder das stereotype Witzelthema mit Weihnachtstagen und Vermeidung der Waage begegnete, stutzte ich: Gehören eine Körperwaage und ihre Nutzung wirklich zur Standardausstattung eines deutschen Haushalts? Für mich fühlte (!) sich das irgendwie überholt an.1 Weil ich gerade kein Forschungsinstitut und kein Budget für eine belastbare Untersuchung zur Hand hatte, fragte ich meine Mastodon-Timeline:

Auch die Drukos mit individuellen Berichten von “Gürtel statt Waage” bis zu “inklusive Smartfunktion mit täglicher Auswertung” fand ich sehr interessant und freute mich über die rege Beteiligung.

  1. Seltsames Gefühl: Von Berufs wegen bekomme ich doch mit, dass uns de facto eine IoT-Auswertung aller Körperfunktionen und -flüssigkeiten bevorsteht, inklusive Sensor in der Kloschüssel. []
die Kaltmamsell