Journal Donnerstag, 29. Januar 2026 – Erneuter Winterausbruch, keine Schwimmrunde

Freitag, 30. Januar 2026 um 6:12

Eine Stunde vor Weckerklingeln aufgeweckt worden durch Schneeräumfahrzeuglärm – der einfach nicht aufhören wollte: Wie lang kann es dauern, das Stück Straße und Gehweg vor unserm Haus zu räumen?!

Aufgestanden zu diesem Anblick. Dieser Winter wird NIE enden.

Für den Arbeitsweg in die Schneeschuhe geschlüpft, Kapuze der dicken Winterjacke hochgeklappt, in leichtem, nassen Schneefall (den meine Wetter-App “Dunst” nannte – ?) losgestapft.

Frostig war es aber nicht. Ich kam in meiner dicken Jacke ins Schwitzen, brauchte aber die Kapuze gegen den anhaltenden Schneefall. Und ich freue mich sehr auf eine Zukunft, in der die kleinen Rad- und Gehwegräumfahrzeuge (in der Münchner Innenstadt gründlich im Einsatz, bravo!) nicht mehr von Verbrennungsmotoren angetrieben werden und uns Fußgängerinnen nicht mehr in Abgaswolken hüllen.

Als ich Lust auf meinen Mittagscappuccino bekam, suppte, matschte und schneeregnete es draußen gerade, mir verging jede Lust auf frische Luft und Bewegung. Also Abstecher in die eigene Cafeteria.

Später gab es zu Mittag eine Orange (von der ich lernte, dass ich immer noch sauer-empfindlich bin), außerdem eingeweichtes Muesli mit Joghurt.

Während der Online-Infoveranstaltung ab zwei begann ich Krampf-präventive Dehnung und Mobilisierung von Beinen und Hüfte für mein Feierabend-Vorhaben: Ich wollte ins Dantebad zum Schwimmen.

Doch auch diese Woche wurde nichts damit, diesmal aber, weil ich nicht aus der Arbeit wegkam, sondern mich ein akutes Termin-Tetris am Schreibtisch festhielt: Es dauerte lange, bis ich alle dafür notwendigen Menschen erreichte. Diesmal ärgerte ich mich sehr über den verpassten Sport.

Zumindest hatte ich Gelegenheit, auf dem Heimweg (der Schnee war fast verschwunden) schon mal erste Lebensmittel fürs Wochenende einzukaufen: Am Sonntag treffen wir uns mit meinen Eltern bei den lieben Schwiegers, kochen dürfen Herr Kaltmamsell und ich.

Zuhause knurrte ich kurz Herrn Kaltmamsell an (ich hatte ihm angekündigt, dass ich wegen ausgefallenem Schwimmen zur üblichen Zeit heimkommen würde, wegen des Ausfalls noch schlechter gelaunt als üblich – um ihm die Chance zu geben, sich in seinem Zimmer zu verschanzen), packte meine ungenutzten Schwimmsachen aus, turne eine Folge Yoga – in meiner Gereiztheit fiel mir besonders auf, wie oft Adriene in diesem 30-Tage-Programm (“True”) Einatmen ansagt, aber dann kein Ausatmen, statt dessen nach drei weiteren Bewegungen nochmal Einatmen.

Nachtmahl war zusammengestückelt: Feldsalat aus Ernteanteil, Guacamole aus den nächsten nachgereiften Crowdfarming-Avocados, die aktuell letzten Kartoffeln aus Ernteanteil als patatas bravas, ein Stück Taleggio. Nachtisch Schokolade.

Sehr früh ins Bett zum Lesen: Ich wollte zurück in Sigrid Nunez’ For Rouenna nach Staten Island und in den Vietnamkrieg.

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 48. Januar 2026* – Vorläufiger Abschluss untenrum

Donnerstag, 29. Januar 2026 um 6:21

Endlich mal wieder richtig guter Nachtschlaf. Ich wachte fünf Minuten vor Weckerklingeln auf – von geträumtem Weckerklingeln, lustig.

Meine 90 Minuten zwischen Weckerklingeln und Aufbruch enthalten: Klogang und Schlumpfklamotten anziehen, gegebenenfalls einen Handgriff Häuslichkeit wie Wäscheaufhängen oder Geschirrspülerausräumen, Zubereitung Milchkaffee, parallel Brotzeiteinpacken, Servieren von Milchkaffee an zwei Tische, Gegenlesen und Fertigstellen Blogpost (dabei oft noch Ergänzungen und Recherche, Gefahr des Festlesens), ein wenig Internetlesen (Blogs, Newsletter), Bettmachen, Kleidungrauslegen, Kücheräumen (Kaffeezubereitungs- und -trinkgeschirr), Zeitungholen, Plank-Gymnastik, Morgentoilette (mal mit Haareföhnen, mal ohne), Anziehen, Fertigschminken, Fertiganziehen. Der Teil mit Milchkaffee am Laptop ist mir wichtig: Ich möchte auch ein Leben vor der Arbeit haben.

Der bedeckte Himmel war beim Marsch ins Büro gerade nicht mehr stockdunkel, ich konnte ihn als bedeckt erkennen.

Am Schreibtisch startete ich mit für gestern Morgen Terminiertem, spannende Arbeit.

Als ich zu meinem Mittagscappuccino spazierte, erwischte ich sogar ein wenig Sonne.

Ein Addams-Familienmitglied beim winterlichen Sonnenbad.

Zu Mittag gab es einen Apfel, außerdem Quark mit Joghurt.

Am frühen Nachmittag stempelte ich aus: Arztermin beim Gyn für Zweitmeinung, was mit meiner vollvermyomisierten Gebärmutter passieren kann und soll. Erst als ich den Weg nach Neuhausen recherchierte, merkte ich, dass ich mit Abstand am schnellsten per Radl hingekommen wäre: Die Öffis machten einen enormen Umweg und brauchten doppelt so lang. Egal, jetzt war’s zu spät.

Ergebnis der nochmaligen Untersuchung: Ja, minimalinvasive OP ginge schon, aber es gibt weiterhin keine medizinische Notwendigkeit, zumal die Myome in den vergangenen Jahren nicht größer geworden sind. Wenn ich keine Hormonersatztherapie mehr brauche (dieser Gyn riet, nach ein paar Jahren ein Absetzen zu versuchen), schrumpfen sie höchstwahrscheinlich eh, und meine ohenhin nur vermuteten Beeinträchtigungen könnten zurückgehen. Sollte ich aber den Eindruck haben, dass die Beschwerden zunehmen, könne ich jederzeit für eine OP kommen.

Ich dankte für die zusätzliche Perspektive – und das war ehrlich: In den vorhergehenden Tagen hatte ich erfahren, mit welchen schlimmen Beschwerden, Beeinträchtigungen, Diagnosen sich andere Frauen zu einer Hysterektomie entscheiden; mir war bereits peinlich geworden, überhaupt solch eine Welle zu machen. Nach diesem Gespräch hatte ich das Gefühl, dass sich diese Welle doch für einen vorläufigen Abschluss gelohnt hatte.

Jetzt haben erstmal genug Leute vaginal in mich reingeschaut.

Zurück am Schreibtisch war noch einiges wegzuarbeiten – und nachzuholen: Es hatte nichts genützt, dass ich meine Abwesenheit sorgfältig angekündigt hatte.

Entsprechend später Feierabend, ich marschierte direkt nach Hause. Dort Erledigungen, aber ich fand Zeit für meine Yoga-Einheit.

Die Bergamotte-Schenker hatten auch ein Rezept zur Verwendung mitgeschickt, Herr Kaltmamsell setzte es fürs Nachtmahl um: Linguine mit Bergamotte (Abwandlung Thymian statt Zitronenthymian, etwas Currypulver statt dem noch nie gehörten Currysalz, Mafaldine statt Linguine).

Schon die Düfte beim Kochen waren sehr besonders gewesen, das Ergebnis schmeckte auch besonders und gut. Nachtisch Früchtebrot und Schokolade.

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Für die Chronik: Auf Mastodon habe ich in den vergangenen Wochen vermehrt mit Erklärbär-Männern zu tun, die mir von mir verlinkte Artikel darlegen oder warum ein Scherz von mir in Wirklichkeit auf mangelndem Verständnis beruht. Immer noch viel besser als Attacken und Hass auf anderen Microblogging-Plattformen, zudem mit einem Klick stummgeschaltet (Blocken fände ich überdimensioniert, sollen sie ruhig vor sich hin erklärbärn, ich will es ja nur nicht wissen). Noch bin ich in erster Linie amüsiert über die Bestätigung des Stereotyps.

§

Die Studie “Energy demand and decarbonization in 2025 and beyond” ergab gute und schlechte Nachrichten. Eine meiner Ansicht nach zentrale greift Klimareporter heraus:
“KI saugt die Energiewende auf”.

“KI erfordert enorme Mengen an Energie, und das ist äußerst besorgniserregend”, sagte Studienautorin Diana Ürge-Vorsatz, Physikerin und stellvertretende Vorsitzende des Weltklimarates IPCC. Die Welt und besonders Europa habe sich in den vergangenen Jahrzehnten in eine vielversprechende Richtung bewegt.

In einigen Industrienationen habe sich der Trend einer sinkenden Stromnachfrage in den letzten beiden Jahren aber wieder umgekehrt, so die ungarische Klimaforscherin.

Der Rekordausbau der Erneuerbaren wird laut Studie zu einem großen Teil vom rasch wachsenden Energiebedarf der Rechenzentren für künstliche Intelligenz aufgesogen. “Die Erstellung eines nur einminütigen Online-Videos – und das dreimalige Ausprobieren – kann so viel Energie erfordern wie eine Autofahrt über 100 Kilometer”, erklärte Ürge-Vorsatz in einem Interview mit dem Fernsehsender RTL.

§

Schönes Bild eines alten Warteraums der Londoner U-Bahn und seine Geschichte – ein Loblied auf die kleinen Leute in Architektur- und Designbüros, die den Alltagskram entwerfen und umsetzen, deren Namen in keinen Geschichtsbüchern erwähnt werden.

* gefühltes Datum siehe @sinnundverstand

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 27. Januar 2026 – Sonne, Arbeit, ziviler Widerstand

Mittwoch, 28. Januar 2026 um 6:26

Unwillig vom Wecker geweckt worden: Ich träumte gerade etwas eher Irrelevantes, aber es spielte in mediterraner Stadtumgebung mit Sonne, Sommerkleidung und grüner Vegetation – dort war ich viel lieber als im anbrechenden Münchner Januar-Morgen. Nachts hatte ich wieder einen Stoß Nasenspray in ein Nasenloch benötigt, die Nase hatte komplett zugezogen.
(Weil Frau Brüllen am Montag en passant erwähnte, wie lang sie an einem Arbeitstag zwischen Weckerklingeln und Aufbruch in die Arbeit einplant, nämlich 45 Minuten: Bei mir sind es ca. 90 Minuten.)

Der klare Himmel verhübschte die Theresienwiese.

Am Schreibtisch geordnetes Losarbeiten, bis sich ein als gelöst abgespeichertes Problem als gar nicht gelöst und noch viel komplizierter erwies. Alle Kontaktkarten gezogen, doch das half nur bedingt, schon um halb elf Stress-Kopfweh.1

Nach einer kleinen Geselligkeit ging ich hinaus in die Sonne auf einen Mittagscappuccino im Westend. Mir saß ein Termin im Nacken, deshalb konnte ich die Wege nicht genießen wie auch schon mal.

Zu Mittag gab es Apfel sowie eingeweichtes Muesli mit Joghurt.

Kleinteilig anstrengender Arbeitsnachmittag, aber abgeschlossen mit einer Lösung des Vormittagsproblems, HURRA!

Auf dem Heimweg ein wenig Lebensmitteleinkäufe beim Vollcorner. Zu Hause Yoga von der sportlicheren Sorte – meine schief miteinander verwachsenen Lendenwirbel nahmen mir übel, dass ich sie am Montagabend in kontra-anatomische Haltungen gezwungen hatten, der gesamte Hüftgürtel war noch steifer als eh schon.

Fürs Nachtmahl hatte ich vor der Arbeit bereits Pizzateig angesetzt und zum kalten Gehen in den Kühlschrank gestellt, Herr Kaltmamsell übernahm die Fertigstellung.

Auf die Idee hatten mich die Gläser eingemachter Artischocken gebracht, die ich vor Monaten bei La Vialla gekauft hatte und die ich mir gut auf Pizza vorstellen konnte – die sich allerdings als unangenehm sauer erwiesen. Doch insgesamt eine gute Pizza.

Früh ins Bett zum Lesen.

§

Wie der zivile Widerstand in Minneapolis sich organisiert und trainiert – eine erhellende und gleichzeitig gruslige Reportage von Robert F. Worth (der sich mehrfach auf den arabischen Frühling bezieht) im Atlantic:
“Welcome to the American Winter”.

You do not have to get tear-gassed to observe all of this self-organization; it is visible to anyone walking through Minneapolis. One bitterly cold morning, I approached a man standing across the street from an elementary school, a blue whistle around his neck. He told me his name was Daniel (he asked not to be identified further, because his wife is an immigrant) and that he stood watch every morning for an hour to make sure the kids got into school safely. Other local volunteers come by regularly to bring him coffee and baked goods, or to exchange news. These community watches take place outside schools throughout the Twin Cities, outside restaurants and day-care centers, outside any place where there are immigrants or people who might be mistaken for them.

(…)

Inside the schools, many administrators have been making their own preparations over the past year. Amanda Bauer, a teacher at a Minneapolis elementary school that has a large portion of immigrant students, told me that administrators informed parents last fall about their emergency plans for ICE raids by phone or in person, because they were already concerned about leaving email chains that could be mined by a hostile government.

§

Apropos. Hier die Ratgeber-Kolumne von Sigal Samuel im US-amerikanischen Online-Magazin Vox: Eine Leserzuschrift thematisiert, dass viele Menschen in den USA unpolitisch bleiben und so tun, als wäre alles normal – aber was könne man tun in dem Bewusstsein, dass die Entwicklungen Grund zu Besorgnis geben?
“Your friends are still acting like everything is normal in America. What do you do?”

Stichwort “the grandkid test”.

Tell them that one day their grandkids may ask them what they did in the wake of Minnesota, or under this administration more broadly. Will they be able to answer in a way that makes that young, upturned face beam?

§

Dafür braucht es dringend aufmunternde Gegenmittel. Einfach entzückend: Dean Martin und Caterina Valente – One Note Samba von 1966.

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https://youtu.be/AuEv942wOZs?si=Dic6_JceOApnEQ1g

  1. Nur zur Sicherheit: “Problem” im Sinne von völlige Lappalie in größerem Zusammenhang. Weder hängt ein Menschenleben davon ab, noch ist es naturgesetzlich unlösbar (was ich auch schon hatte), aber ich konnte es nicht bis Haken-dran wegbekommen. []
die Kaltmamsell

Journal Montag, 26. Januar 2026 – Wintermatsch

Dienstag, 27. Januar 2026 um 6:24

Steigende Temperaturen hatten über Nacht aus der Schneedecke Matsch gemacht. Ich marschierte unwillig in leichtem Regen in die Arbeit, die pampige Scheußlichkeit des Wetters konnte nicht durch den Umstand ausgeglichen werden, dass es um diese Zeit nicht mehr finster war.

Auch dieses Jahr fühlt sich der Januar endlos an, einen ganzen Winter lang. Interessanterweise bleibt das auch dann so, wenn ich mir das bereits am Anfang des Monats vor Augen halte und mich nicht mehr davon überraschen lasse.

Im Büro stellte ich fest, dass die Schneestiefel, mit denen ich noch nie richtig glücklich war, auch noch Wasser reinlassen: Meine Strumpfhosenspitzen waren nass. Obwohl sie noch tiptop aussehen, nehme ich das vier Jahre nach Kauf als Erlaubnis für Wegwerfen und Ersetzen.

Geordneter Arbeitsbeginn, nichts Schlimmes unter den E-Mails im Postfach.

Mittagscappuccino aus der Cafeteria, in dieses greisliche, dunkelgraue Gematsche wollte ich nicht raus.

Zu Mittag gab es Rote-Bete-Salat und eine doppelt dicke Scheibe selbstgebackenes Brot (für Weizenmischbrot auch am dritten Tag überraschend saftig).

Mühsamer Nachmittag, meine Laune wollte sich einfach nicht aufhellen.

Nach Feierabend nahm ich eine U-Bahn zum Odeonsplatz, die wärmeren Temperaturen hatten den Schneematsch weitgehend weggeschmolzen. Erster Programmpunkt: Mehlkauf im Hofbräuhausmühlenladen, Weizenmehl 00 und 405, Roggenmehl 1370. Zweiter Programmpunkt: Eine durch Erstwäsche untragbar gewordene Jeans zu COS zurückbringen. Ich erwartete nicht etwa Entschädigung (Kauf am 14.1.2025 und eh keinen Kassenzettel aufgehoben), sondern wollte in erster Linie den Hersteller informieren sowie die Hose entsorgen. Mir wurde aber gleich Erstattung angeboten – allerdings gab das System nur den Sonderangebotspreis her, zu dem die Jeans im Moment verkauft wird. Betrug immer noch mehr als die Hälfte des Kaufpreises, ich war sehr einverstanden und sehe den nicht erstatteten Teil als Miete fürs Tragen bis zur ersten, verheerenden Wäsche.

Auf dem Heimweg kaufte ich im Kaufhaus noch Strumpfhose und bunte Sonderangebotssocken.

Daheim eine längere Yoga-Folge, anstrengend und in großen Teilen für mich nicht mal ansatzweise machbar: Zum Beispiel werden beim Z-Sitz meine Sitzbeinhöcker in diesem Leben nie beide den Boden berühren. Oder werde ich dabei aufrecht sitzen können. Vielleicht kamen diese Haltungen absichtlich gerade in der Folge “self love” vor – weil Leute wie ich dabei so schön mit dem Kampf gegen self hate beschäftigt sind.

Als Nachtmahl gab’s gesammelte Reste: Kopytka mit Sauce vom Sonntag, Quiche vom Samstag, außerdem Käse, Oliven, Essiggurken. Nachtisch Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen.

§

Warum es wichtig bleibt, Nachrichten aus unterschiedlichen Medien zu holen: Dass ein Zyklon Harry vor einer Woche an der italienischen Mittelmeerküste gewütet und zerstört hat, “schlimmster Wintersturm seit Beginn dieses Jahrhunderts”, war mir über all dem Davos-Geschrei komplett durchgerutscht. Erst in der taz las ich:
“Ein zweitrangiges Klimadesaster”.

Der Zyklon zog eine 100 Kilometer lange Spur der Verwüstung an der Ostküste Siziliens von Messina über Catania bis nach Syrakus, und er schlug auch an der Küste des Ionischen Meers in Kalabrien ebenso wie in Sardinien zu.

Die am Meer entlanglaufenden Eisenbahnlinien sowohl Kalabriens als auch Siziliens sind unterbrochen, an diversen Orten schweben die Gleise in der Luft, da das Meer den tragenden Damm unter ihnen weggerissen hatte. Weggerissen fanden sich auch Straßen ebenso wie jene Häuser, die zum Meer hin in der ersten Reihe standen.

§

Die Verfilmung von Helen Macdonalds besonders wundervollem Buch H is for Hawk kommt gerade in die Kinos. Im New Statesman schreibt sie über:
“What it’s like to be played by Claire Foy”.

Ich habe keinerlei Interesse den Film zu sehen, dazu lebt Helen Macdonalds Buch für mich zu sehr von Buchstaben, und ich möchte meine Version in Kopf und Herz behalten. Aber mich interessiert sehr der Prozess, ein Buch in einen Film zu transformieren.

§

Bislang kalkulierte ich die Möglichkeit ein, dass das Lustigmachen in der englischsprachigen Welt über unser1 Durchlüften im Grunde ein Scherz ist, weil: Hin und wieder frische Luft in Zimmer zu lassen, ist ja wohl ein no brainer? Stellt sich heraus: Die meinen das Lustigmachen ernst.
“House burping: should we all adopt this German habit?”

  1. Ich bin nicht sicher, wen das alles einschließt – hat jemand eine schöne geografische Darstellung der Lüft-Regionen weltweit? []
die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 25. Januar 2026 – Erneute Winterrunde, Beifang aus dem Internetz

Montag, 26. Januar 2026 um 6:23

An diesem Wochenende bekam ich kein Ausschlafen geschenkt: Auch gestern wachte ich viel zu früh auf, noch vor fünf, und konnte dann nicht mehr recht einschlafen. Kurz nach sechs gab ich auf.

Sowas wie Tag wurde es zu eisigem Nebel, und es war schon wieder schwer, das Wohnzimmer warm zu bekommen, beide großen Heizkörper auf volle Pulle und sorgfältig geschlossene Zimmertüren halfen nicht.

“In Bayern bleibt es weiterhin frostig kalt.” Ach meia.

Lust auf einen Isarlauf hatte ich dennoch. Diesmal fuhr die Tramlinie 16, die mich Richtung Tivoli brachte, ich stieg an der Paradiesstraße aus.

Körperlich passte alles während der folgenden eindreiviertel Stunden, die Bewegung tat gut, auf den Wegen nur vereinzelt eisige Stellen. Aber zu sehen gab es bei diesem eisigen Nebel halt wenig.

Hier hatte eben noch ein Kormoran das Motiv interessanter gemacht. Aber bis ich das Handy hob, war er abgetaucht.

Zurück daheim wärmte ich mich mit heißer Dusche auf. Doch zum Frühstücken kurz nach eins musste ich wieder im lauwarmen Wohnzimmer frösteln. Es gab zwei dicke Scheiben Brot vom Samstag, eine mit restlicher Guacamole, eine mit Butter und Orangenmarmelade.

Für den Nachmittag hatte ich vage Kino-Pläne, nach einer Runde Bügeln am Fenster im fahlen Winterlicht aber doch keine Lust. Statt dessen las ich herum und ärgerte mich über die nicht wirklich warm zu kriegende Wohnzimmer-Temperatur – die wohl wieder auf unbeheizte, weil unbewohnte Wohnungen über und unter uns zurückzuführen war.

Dafür freute ich mich an den Lilien, die ich mir gegönnt hatte.

Freunde brachten zwei Bergamotten aus Direktimport vorbei, ich freue mich schon sehr auf die Verarbeitung. Draußen begann es zu schneien.

Es fällt mir schwer, bis nach Fasching mit dem Winter-Maulen zu warten.

Fürs Sonntagsessen hatte ich zwei dicke Scheiben Schweinenacken besorgt, Herr Kaltmamsell übernahm die Zubereitung nach Art meiner polnischen Oma. Sogar für Kopytka aus Ernteanteil-Kartoffeln sorgte er, während ich eine Runde Yoga turnte.

Ich steuerte Salat aus den Ernteanteil-Ringelbete bei. Richtiges Sonntagsessen. Nachtisch Schokolade. Draußen schneite es weiter.

Im Bett begann ich neue Lektüre: Sigrid Nunez, For Rouenna.

§

Die protestantische Arbeitsethik erreicht Stellen im Hirn, da kommt bloße Motivation gar nicht hin.

Schreibt Maximilian Buddenbohm. Und es ist ganz erstaunlich, was sie sich unterwegs alles unter den Nagel reißt, was irgendwann mal eigentlich als Vergnügen begonnen hat.

§

Solidarisches Preppen – ich versuche mich in jüngster Zeit zu zwingen, über Katastrophenvorsorge nachzudenken. Nicht weil ich mich um mich fürchte (obwohl ich wirklich sehr, sehr ungern in Winterfrost tagelang ohne Strom auskommen müsste wie die Berliner Verwandtschaft von Herrn Kaltmamsell), sondern um hilfsbereit sein zu können. Für Krautreporter hat Nicole Kauer recherchiert:
“In der Katastrophe retten dich Nachbarn, nicht die Dosensuppe”.

Solidarisch wird das Preppen für Gerriet auch durch eine einfache Tatsache: Wer Wasser oder Lebensmittel hat, benötigt keine Hilfe und bindet keine Rettungskräfte. „Die eigene Vorbereitung bedeutet sogar, im Fall der Fälle selbst helfen zu können.“

Meine ersten Schritte: Aus diesen Tipps von Thomas Wiegold im Techniktagebuch habe ich eine Einkaufsliste erstellt. Mal sehen, wann ich mich dazu bringe, sie auch abzuarbeiten.

§

Eine Liebeserklärung ans Zugreisen:
“Warum wir mit dem Zug reisen”.

Bei mir fängt es mit zwei Zielen beim Verreisen an: 1. möglichst nicht fliegen, 2. nicht autofahren. Und bei der resultierenden Wahl zwischen Fernbussen und Bahn ist mir Zugfahren erheblich lieber. Allerdings profitiere ich davon, dass mich europäische Länder mehr interessieren als weit entfernte. Tagesaktuelle Wunschliste (zufällig gereiht):
– Sizilien
– Bulgarien (eng abgestimmt mit meiner bulgarischen Kollegin)
– Georgien
– Straßburg
– Marseille
– Paris
– Neapel
– Rom
– Kopenhagen
– Belgien (vielleicht angefangen mit Brügge)
– Slowenien
– Steiermark

§

Vanessa Giese schreibt über “die Jugend von heute” (Anführungszeichen im Original):
“‘Wie erlebst du die Jugend von heute?'”

Ich schließe mich ihren Beobachtungen komplett an und freue mich über ihre schlüssige Erklärung dafür. Und auch das erlebe ich und lasse mich manchmal davon verunsichern.

Die Jugendlichen, die heute 16 und 17 sind, haben gesellschaftlich bereits Einiges vollbracht: Sie haben Tausende minderjährige Geflüchtete in ihre Schulklassen und Sportvereine integriert, haben eine Pandemie mit zwei Jahren Unterrichtseinschränkungen, Sorgen und Unsicherheiten kompensiert, waren mit einem Kriegsausbruch in Europa konfrontiert, haben erneut Tausende Geflüchtete integriert – und nebenbei mit einiger Wahrscheinlichkeit die Scheidung ihrer Eltern erlebt und eine neue Form von Familie aufgebaut. Über diese Leistungen spricht niemand.

Zumindest widerspreche ich bei manchem Bashing von Älteren: “Die Jugend” ist mit der Lektüre von Lessing überfordert? Das halte ich für keinen Grund zu lästern, denn ich bin sicher, dass “die Jugend” sehr vieles kann und weiß, von dem die bashenden Älteren mindestens so überfordert sind, show some respect!

§

Ziviler Widerstand in Minneapolis: Drummers against ICE. Meine tiefe Bewunderung.

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 24. Januar 2026 – Winterkalte Wochenend-Häuslichkeit

Sonntag, 25. Januar 2026 um 7:39

Nicht so lang geschlafen wie ersehnt: Als ich beim Aufwachen einen Ängste-Angriff bemerkte, stand ich lieber früh auf. Zudem hatte ich eh Pläne: Erstmal füllte ich die Waschmaschine mit Handtüchern und sonstigem Weißen. Dann knetete ich Brotteig, es sollte Altsauerteig-Weizenmischbrot geben. Neben eingeweichtem Leinsamenschrot warf ich auch ein Restl Kürbiskerne sowie den Bodensatz einer Packung Mohn in die Schüssel (das ist mein Sautrog-Brotrezept) – beim Mohn hätte ich wohl besser bis zur letzten Knetphase gewartet, die Zutaten wollten sich nicht recht mischen.

Jetzt Standardprogramm Milchkaffee und Bloggen, draußen wurde es fast richtig hell mit etwas kaltem Nebel.

Brot fertig, Wäsche aufgehängt.

Mein Sportplan für gestern: Endlich wieder schwimmen, ich nahm eine U-Bahn zum Olympiabad. Sobald ich mich vom Beckenrand abdrückte, fühlte sich die Bewegung im Wasser wundervoll und elegant an. Es war nicht zu viel los, ich kraulte nahezu ungestört meine 3.100 Meter (nahezu, weil zweimal ausdauernde Beckenrandsteher*innen ein Wenden erschwerten).

Zurück daheim schnitt ich um zwei das Brot für Frühstück (plus einer gelben Kiwi) an, aß dicke Scheiben mit Käse, Butter und Orangenmarmelade.

War gelungen, schmeckte gut – den Mohn merkte ich aber nicht.

Angenehm versandelter Nachmittag mit Lesen (Wochenend-Süddeutsche, Internet), draußen kämpfte sich die Sonne ein wenig durch den Nebel.

Abendessen war wieder meine Sache, aus der zweiten Hälfte der gewürzten, ofengebackenen Kürbisschnitze bereitete ich Kürbis-Ricotta-Quiche zu; den Teig hatte ich gleich nach meinem Frühstück geknetet.

Kulinarisches Abenteuer des Abends: Aus dem Uhudler-Paket, das Herr Kaltmamsell bei Mirth bestellt hatte, probierten wir den Frizzante. Den unverkennbaren Uhudler-Geschmack muss man halt mögen, doch mir schien er besonders gut zum Sprudligen zu passen; würde ich als Kuriosität auch Gästen servieren (mit Alternative in der Hinterhand).

Am Dienstag war ein Kistlein Crowdfarming-Avocados eingetroffen; gestern waren genügend davon reif, dass Herr Kaltmamsell als Vorspeise seine legendäre Guacamole batzen konnte (waren aber auch besonders gute Avocados). Dazu gab es wunderbares Knabbergebäck vom Mainbäcker Heinrich.

Auch die Quiche war geraten und schmeckte gut, es passte nur noch wenig Schokolade hinterher.

Früh ins Bett zum Lesen, ich beendete Nora Gomringers Am Meerschwein übt das Kind den Tod. Gefiel mir gut in seiner Vorläufigkeit und Fragmentiertheit: So erinnert man sich, bevor aus größerem Abstand die Erinnerungen an die verstorbenen Eltern rund-gedacht und -erzählt sind, die eigenen Position darin beschlossen. Auch enthielt die Erzählung viele praktische Details des letzten Lebensabschnitts greiser Eltern, des Umgangs mit wachsender Hilfsbedürftigkeit – sie gingen mir nahe.

§

Große Enttäuschung: Ich darf immer noch kein Blut spenden. Nachdem Kommentatorin Beate von einer Änderung der Regeln geschrieben hatte, die das künftig auch Menschen ermöglichen, die wie ich zwischen 1980 und 1996 länger in Großbritannien lebten, hatten meine ersten Recherchen mich Hoffnung schöpfen lassen. Aber gestern stieß ich im Fragebogen des Bayerischen Roten Kreuzes dann doch wieder darauf:

Es gibt also immer noch genug Blut- und Knochenmarkspender*innen, dass kein Test wie in UK eingeführt wurde.

§

Natürlich war das absehbar. Dennoch bleibt es schlimm:
“Science Is Drowning in AI Slop”.

via @aleks

The editors and unpaid reviewers who act as guardians of the scientific literature are newly besieged. Almost immediately after large language models went mainstream, manuscripts started pouring into journal inboxes in unprecedented numbers. Some portion of this effect can be chalked up to AI’s ability to juice productivity, especially among non-English-speaking scientists who need help presenting their research. But ChatGPT and its ilk are also being used to give fraudulent or shoddy work a new veneer of plausibility, according to Mandy Hill, the managing director of academic publishing at Cambridge University Press & Assessment. That makes the task of sorting wheat from chaff much more time-consuming for editors and referees, and also more technically difficult. “From here on, it’s going to be a constant arms race,” Hill told me.

(…)

Conference proceedings are the main publishing venue for articles in AI and other computer sciences, and in recent years they’ve been overrun with submissions. NeurIPS, one of the top AI conferences, has seen them double in five years. ICLR, the leading conference for deep learning, has also experienced an increase, and it appears to include a fair amount of slop: An LLM-detection start-up analyzed submissions for its upcoming meeting in Brazil and found more than 50 that included hallucinated citations. Most had not been caught during peer review.

That might be because many of the peer reviews were themselves done by AI. Pangram Labs recently analyzed thousands of peer reviews that were submitted to ICLR, and found that more than half of them were written with help from an LLM, and about a fifth of them were wholly AI-generated. Across the academic sciences, paper authors have even started using tiny white fonts to embed secret messages to LLM reviewers. They urge the AIs to rave about the paper they’re reading, to describe it as “groundbreaking” and “transformative,” and to save them the trouble of a tough revision by suggesting only easy fixes.

die Kaltmamsell

Journal Freitag, 23. Januar 2026 – Kartoffelsackiges

Samstag, 24. Januar 2026 um 8:21

Morgens hatte ich um 8 Uhr einen Arzttermin in der Nähe, ich gönnte mir 15 Minuten Weckervorstellen – und wurde nach einer guten Nacht dennoch vom Klingeln aus tiefem Schlaf geholt.

Vorsorge-Untersuchung bei meiner Gynäkologin, der erste Termin nach der Myom-Untersuchung im Klinikum Neuperlach. Mittlerweile ist die Praxis in der Übergabephase Richung Rente, zwei weitere Gynäkologinnen stehen auf dem Schild, aber ich wurde von der mir seit 2022 vertrauten untersucht. Währenddessen besprachen wir die Myom-Situation und meine Optionen, es lief wieder darauf hinaus: Ist der Leidensdruck hoch genug, um einen massiven operativen Eingriff in meinen Körper zu rechtfertigen? Diese Bewertung und Entscheidung liegen bei mir – Nachtrag, weil wichtig: Das betonte die Ärztin mehrfach. (Meine Hauptbedenken zugegebenermaßen: Dieser Eingriff würde mich sehr wahrscheinlich je nach Methode zu monatelanger Sportpause zwingen.)

Auf Rat der Gynäkologin hole ich mir jetzt eine zweite OP-Einschätzung bei einem ihrer Gyn-Kollegen, der auf laparoskopische Methoden spezialisiert sei, ich vereinbarte mit der Überweisung gleich einen Termin nächste Woche. Großstädterinnen-Privileg, nehme ich an: Ich hatte mit monatelanger Wartezeit gerechnet.

Laut meiner Dr. Gyn in der Nähe von Rentenalter nannten “früher” alte Professoren eine Gebärmutter wie meine “Kartoffelsack”. Jetzt muss nicht nur ich mit diesem Wissen leben, danke Blog.
Und ich wurde wieder mal “kritische Patientin” genannt. Empfinden Ärzt*innen mein Bedürfnis nach detaillierter Information bis zum laienhaften Kapieren wirklich als “kritisch”? Ich widerspreche doch gar nicht oder äußere gar Kritik?

Eine U-Bahn brachte mich möglichst schnell an meinen Schreibtisch im Büro – wo ich erstmal nicht checken konnte, ob während meiner Verspätung was war, sondern ich meinem Computer 30 Minuten bei Updates sowie Hängenbleiben derselben zusehen musste. Dann legte ich endlich los.

Keine Lust auf Mittagscappuccino, ich nutzte die immer deutlichere Sonne durch eisigen Hochnebel für eine Einkaufsrunde um den Block. Zu Mittag gab es eine Birne, ein paar Nüsse, außerdem Linsensalat vom Vorabend.

Auf dem Heimweg, um fünf war noch eindeutlig Tageslicht am Himmel zu sehen, die restlichen Lebensmitteleinkäufe fürs Wochenende – Herr Kaltmamsell war krank daheim geblieben, ich übernahm.

Wie schon am Donnerstag litt ich unter meinen vielen Aussetzern physischer (Stolpern, Dagegendotzen, Verschütten, Fallenlassen -> blaue Flecken coming up) und geistiger Art – wieder eine Phase, in der ich die Absicht kleiner Tätigkeiten laut vor mich hin murmeln muss, “Eier checken, Eier checken, Eier checken”, um sie nicht bei geringster Ablenkung (“ah, Rucksack noch nicht von Küche in Diele gestellt”) zu vergessen. Bei der derzeitigen Grundgereiztheit rege ich mich auch noch über mein eigenes Trampeltum (mit dem ich ja 24/7 leben muss) ungeheuer auf.

Nach Auspacken der Einkäufe eine sehr ruhige Einheit Yoga, in der Adriene durchgehend derart eindringlich betonte, wie wichtig solche Übungen in stillness zwischen den aktiveren sind, dass mir fast die stillness abhanden kam. Dann sorgte ich für Abendessen: Ich garte den ganzen Hokaido-Kürbis aus Ernteanteil in gewürzten Spalten, die eine Hälfte wird am Samstag zu Quiche, die andere Hälfte gab es als Freitagabendmahl. Außerdem mit ein wenig Gorgonzola Radicchio aus Ernteanteil – der so viel mehr Geschmack und Frische mitbrachte als der gekaufte Radicchio eine Woche zuvor.

Dazu hatte ich eine Flasche roten Kalk und Kiesel von Claus Preisinger aus dem Burgenland aufgemacht: War mir, weil spontanvergoren, als deutlich gewöhnungsbedürftiger in Erinnerung, diesmal fand ich ihn einfach nur pflaumig und hell gut, der ist gar nicht so unkonventionell. Meine Gereiztheit bekam er aber nicht ganz weg, fast hätte ich Dinge nach mir geworfen.

Nachtisch reichlich Schokolade, früh ins Bett zum Lesen.

§

The news has been so overwhelming for so long that I’ve forgotten what it feels like to be simply whelmed.

Same here, Laurie Penny.

Ich empfehle die Lektüre der Einleitung zu ihrem aktuellen Newsletter mit klugen Beobachtungen wie:

Attention can feel like action when one is otherwise helpless; it can feel dangerous to taking your eye off these gangsters of the attention economy.

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Produkte des italienischen Gutshofs La Vialla lernte ich schon vor Jahren als Geschenke kennen. Seit ich dort selbst mal bestellte, werde ich von Marketing-Material geflutet – das mich mit seinem Idyll- und Heile-Welt-Branding in erster Linie misstrauisch machte: Genau so stellt sich seit Jahrzehnten die gesamte Landliebe-Seite der Lebensmittel-Industrie dar, Heuchelei Hilfsausdruck. Doch dann berichtete ein Freund vergangenes Jahr von einem Besuch auf der Fattoria La Vialla, dort wurde eine Hochzeit gefeiert, auf der er Gast war. Und er versicherte: Das geht dort genau so zu, wie in den Katalogen geschildert (inklusive vergrabender Rinderhörner).

Solches beschreibt auch ein Reporter der Financial Times, Adam Weymouth, der von London mit dem Zug in die Toskana reiste und einige Tage auf dem ausgedehnten Anwesen verbrachte. Hier das PDF des Artikels:
“A taste of the good life on the Tuscan farm where guests can stay”.

die Kaltmamsell