Journal Donnerstag, 18. Dezember 2025 – Zahn-Entwarnung

Freitag, 19. Dezember 2025 um 6:16

Sehr gut und bis Weckerklingeln geschlafen, beim einzigen Klogang der Nacht schlug ich die Augen auf zu einem Blick durchs Schlafzimmerfenster auf Orion am klaren Himmel.

Marsch in die Arbeit in Plusgraden. Es tagte zu bald strahlender Sonne.

Die Büros füllten sich überraschend zahlreich, am Mittwoch waren die Kolleg*innen doch nicht bereits in den Weihnachtsferien gewesen, sondern arbeiteten lediglich von daheim aus.

Am Schreibtisch noch das Dringendste weggeschafft, dann zweites Zähneputzen des Tages, U-Bahn-Fahrt zur Münchner Freiheit und zu meiner Zahnärztin.

Ergebnis ihrer Untersuchungen war Entwarnung:
– Test, ob ein Zahn tot ist: nein.
– Test, ob alle Beschwerdeführer fest sitzen: ja.
– Zahnfleisch: in Ordnung.
– Röntgenaufnahme, hatten wir schon viele Jahre nicht mehr: ohne Befund (genaue Durchsprache ergab zudem nur den leisesten Hinweis an einer Stelle auf Nebenhöhlenentzündung – nicht mal das ist es).
Frau Dr. dent. tippt auf brachiales Knirschen als Ursache meiner Beschwerden (hatte ich nicht letzens gescherzt, ich sollte meine nächtliche Knirschschiene auch im Büro tragen?). Besorgniserregendes Zahnweh, mit dem ich ja nahezu keine Erfahrung habe, wäre spezifisch auf einen Zahn konzentriert. Sehr wichtig für meine innere Streberin: Es fiel zweimal (!) “sehr gut geputzt” (in meinem Kopf eine schrille Stimme “also an miiiir hat’s nicht gelegen”).

Ich bekam also das “lieber lasse ich mich auslachen” – was vielleicht allein schon zur verordneten Entspannung führt?
Außerdem erfuhr ich beim Plaudern dazwischen, dass das vierte Quartal in zahnärztlichen Praxen immer das anstrengendste ist, das mit den meisten Patient*innen.

Früher als befürchtet war ich zurück am Schreibtisch – die paar Draußenschritte hatten durch herrlich milde Sonne unter strahlend blauem Himmel geführt, in der ich SO gern weitergegangen wäre.

Mittagscappuccino in der Cafeteria, unerwartet emsige Emsigkeit im Büro.
Als ich endlich Zeit für Mittagessen fand, gab es Persimon, Banane, Hüttenkäse.

Auch am Nachmittag wollte sich keine Gelegenheit für vorweihnachtliches Däumchendrehen einstellen, ich hoffe zum Lohn auf einen sanften Wiedereinstieg im Januar.

Nach Feierabend spazierte ich in milder Luft in die Innenstadt für Christkindl-Einkäufe. Ich geriet an lokalen Einzelhandel, der meinetwegen echt Sterben gehen kann, ohne dass es mir leidtut; an lokalen Einzelhandel, der ein Erlebnis und unersetzlich ist; an lokalen Einzelhandel, auf den ich mich einfach blind verlassen kann. Unterm Strich kam ich erfreut nach Hause, alle Geschenke und Beiwerk beisammen.

Daheim holte ich lediglich Herrn Kaltmamsell ab: Abendessen gab es auf dem Christkindlmarkt am Sendlinger Tor.

Erstmal je eine Rengschburger spezial – sehr gut. Die Pommes fand ich nicht recht attraktiv, also holte ich mir als zweiten Gang eine Käsekrainer – auch sehr gut.

Zurück daheim räumte ich erst eine Weile und bereitete den letzten Arbeitstag vor der Weihnachtspause vor. Dann gab’s als Nachtisch Plätzchen und Schokolade.

Früh ins Bett, aber diesmal wieder zum Lesen.

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Religion und Technik – ein besonders interessantes Feld:
“Knopf am Finger”.

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Eine bezaubernde Version der “Bohemian Rhapsody” von den Porkka Playboys (Video ist 14 Jahre alt):

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/irLsjBDPe5c?si=vl75kVv3XpVeRVmM

via @willsagen

(Unkommerziell genug für die Fans? Oder schon wieder zu aggressiv auf unkommerziell gemacht?)

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 17. Dezember 2025 – Dann doch Schmerzkapitulation

Donnerstag, 18. Dezember 2025 um 6:13

Überdurchschnittlich gut geschlafen, das war schön.

Auf dem Weg in die Arbeit war es noch so dunkel, dass ich kein Wetter erkennen konnte. Sowas wie hell wurde es zu bedecktem Himmel und kühler Luft deutlich über Null.

Unerwartet emsiger Vormittag, obwohl viele bereits in die Weihnachtsferien verschwunden waren.

Raus auf einen Mittagscappuccino ins Westend, als sich gerade ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke bissen – aber nur kurz.

Im Notting Hill auf der Theresienhöhe hatte die stade Zeit bereits deutlich um sich gegriffen.

Anhaltende Schmerzen in der linken Gesichtshälfte, die sich vor allem wie Zahnschmerzen anfühlten. Entscheidung auf dem Rückweg vom Café: Ich würde versuchen, noch vor Weihnachten einen Termin bei meiner Zahnärztin zu bekommen. Wenn es doch nicht die Zähne sind, sondern die ewig leicht entzündeten Nebenhöhlen, ist das zumindest abgeklärt, und ich riskiere keinen Zahn-Notfall in den Weihnachtsferien der Zahnärztin. So machte ich es und bekam gleich einen Termin Donnerstagvormittag.

Hoffnung auf Arzttermin-Magie, die Beschwerden allein durch Vereinbarung beseitigt – funktionierte nicht so recht. Eher im Gegenteil: Mit der Terminvereinbarung hatte ich mir selbst offiziell die Schmerzen eingestanden und fühlte mich jämmerlich.

Ich arbeitete also mit erhöhtem Tempo auch Dinge weg, die bis Donnerstag Zeit gehabt hätten – weil ich nicht wusste, ob ich nach dem Termin bei der Ärztin fit genug dafür sein würde.

Dazwischen gab’s zu Mittag Bananen und Quark mit Joghurt.

Emisger Nachmittag, ich musste mich losreißen, um den Feierabend nicht zu spät werden zu lassen.

Auf dem Heimweg Einkaufsstopp beim Vollcorner und bei einem Tchibo, zu dem ich meine zweite Winterlaufhose hatte schicken lassen – diesmal wurde sie sofort gefunden. Kurz vorm Daheim huschte ein Mäuselchen über den Gehweg in die Grünanlage: So niedlich!

Daheim turnte ich endlich die lange und sportliche Folge Pilates mit Gabi Fastner: Ging gut und machte Spaß. Vor Nachtmahl war noch Zeit für das Schreiben von ein paar Weihnachtskarten – so vorbereitet von Herrn Kaltmamsell, wie ich die Weihnachtskarten für meine Chefin vorbereite, ich habe eine Privatsekretär <3

Der auch noch das Abendessen servierte: Sauerkraut und Kartoffeln aus Ernteanteil, dazu besonders gute Blut- und Leberwürscht vom Viktualienmarkt.

Schmeckte herovrragend.
(Jaha – die Blutwürscht waren etwas desintegriert.)

Nachtisch Stollen und Schokolade – ein bisschen auf Vorrat, ich fürchtete die Folgen des Besuchs bei der Zahnärztin.

Sehr früh ins Bett, und zwar ohne Lesen, weil ich schlagartig steinmüde wurde.

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 16. Dezember 2025 – Meine Erstveröffentlichung eines 17 Jahre alten Blogposts

Mittwoch, 17. Dezember 2025 um 6:20

Der Tag startete dunkel und mit Hochnebel, kalt, aber nicht frostig.

Sehr emsiger Vormittag inklusive Menschlichem: Unter anderem nahm ich an Geselligkeit teil.

Der Hochnebel hielt sich, dennoch zog ich raus auf einen Mittagscappuccino im Westend, weiterhin ohne Frost.

Turbulenzen am Schreibtisch, bevor ich zu Mittag essen konnte: Persimon, Haferflocken und Muesli mit Joghurt.

Es ging turbulent weiter.

Feierabend machte ich aber pünktlich: Ich hatte Schwimmzeug dabei und wollte ins Dantebad, freute mich sehr darauf. Zur U-Bahn schlich ich mich außenrum an der beginnenden Weihnachtsfeier vorbei.

Über dem Schwimmbecken hingen dicke Dampfschwaden, die Bahnen waren kaum beschwommen, ich konnte so selbstvergessen durchs soachwarme Wasser gleiten, wie ich es ersehnt hatte. Dann aber doch eine kurze Krampf-Attacke: Zu Beginn meiner dritten 1.000 Meter schnitt mich beim Wenden eine Schwimmerin unerwartet, ich erschrak – und meine rechte Wade krampfte. Ging aber zum Glück schnell wieder vorbei.

Auf dem Rückweg tobende Schmerzen in Nebenhöhlen/Zähnen links – die sich im Lauf des Abends zum Glück legten (WTF?!). Heim kam ich in eine leere Wohnung: Herr Kaltmamsell verbrachte den Abend auf einem beruflichen Termin. Ich erledigte erstmal Häuslichkeiten, bevor ich mir zum Abendessen Linsen mit gebratener roter Paprika, Petersilie und Nudeln machte – und sehr genoss. Nachtisch Schokolade.

Neue Lektüre im Bett: Elsa Morante, Hannelise Hinderberger (Übers.), La Storia von 1974. Ich hatte die Neuübersetzung von Maja Pflug und Klaudia Ruschkowski auf meiner Wunschliste, war vermutlich durch Besprechungen dieser neuen Veröffentlichung darauf aufmerksam geworden. Doch beim Bücheraussortieren war ich auf die alte Ausgabe gestoßen, mit einer Widmung meiner damals engen Freundin Mercedes von 1992 – ich hatte keinerlei Erinnerung daran. Dann las ich doch gleich die!

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Maximilian Buddenbohm hat The Muppets Christmas Carol gesehen, einen meiner liebsten Weihnachtsfilme. Ich wusste, dass ich mal darüber gebloggt hatte, fand den Text aber nicht in meinem Blog. Konnte ich auch nicht, denn er war Teil des Blogwichtelns von 2008 (die Spiele, die wir halt damals so quer durch die Blogs gespielt haben) – doch das Blog, das ihn veröffentlichte, ist nicht mehr online. Wie gut, dass ich digital nichts wegwerfe; hier also nach 17 Jahren zum ersten Mal im eigenen Blog – unverändert, nur mit aktualisierten Links (es war auch ein Foto dabei, ich glaube eine Variante des hier eingebauten):

Weihnachtsmusik für Notfälle

Musik und Weihnachten: ein heikles Thema. Wer, wie ich, in der Münchner Innenstadt wohnt, hat spätestens ab Mitte Dezember bei jedem Einkaufsgang klebrige Gehörgänge – Overkill an “White Christmas”, “Let it snow” und “Parampampampam”. Und doch lege ich mir am 24. Dezember Weihnachtsmusik auf, allerdings eine, die ich garantiert weder beim Karstadt noch auf dem Christkindlsmarkt am Sendlinger Tor gehört habe: den Soundtrack von The Muppet Christmas Carol.

Das Weihnachtsfest 1992, als der Film in die Kinos kam, verbrachte ich nämlich in den USA. Ich besuchte einen Freund, der ein Studienjahr in Dayton, Ohio, verbrachte, und fuhr mit ihm und zwei seiner Komilitonen über Weihnachten und Silvester spazieren über die Seen und Chicago, Toronto und New York. Auf jeder Meile umgab uns brutalstmögliche US-amerikanische Weihnachtsatmosphäre, angefangen mit buntblinkender Deko an Eigenheimen bis hin zum singenden Bing Crosby in jedem Diner.

Am 24. Dezember waren wir gerade im ausgesprochen wenig erwähnenswerten Buffalo, New York. Wir suchten uns ein Kino, in dem The Muppet Christmas Carol gezeigt wurde und setzten uns in die überhaupt letzte Vorführung des Tages gegen 15 Uhr. Der Zuschauerraum war fast leer; außer uns saßen darin noch zwei vermutliche Väter mit ihren Kindern. Wir amüsierten uns sehr, was zwar auch an der Mitwirkung von Michael Caine als Scrooge gelegen haben mag, aber durchaus an der Herzerfrischung durch den Film (na gut, man sollte die Muppets mögen).

Anschließend holten wir uns in einem 24-Stunden-Laden Bier sowie ungesunde Leckereien und fuhren in unser Motel. Dort packte ich meine Weihnachtsgeschenke aus, genauer: Die Polaroids, die meine findige Mutter davon aufgenommen und mir mitgegeben hatte.

Anschließend legte sich der Freund mit Bier in die Badewanne, und ich sah, wie es sich für mein Amerikabild gehörte, im Fernsehen It’s a wonderful live an.

Hier mein Lieblingsweihnachtslied aus The Muppet Christmas Carol, kitsch as kitsch can: “It feels like Christmas”.

Lustiger ist natürlich “Here comes Mr. Scrooge”.

(Auch im CD-Spieler an Weihnachten: Soundtracks von Danny Elfman, angefangen mit Edward Scissorhands, noch lang nicht endend bei Nightmare before Christmas – seine Musik klingt immer ein bisschen weihnachtlich.)

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“Christian Drosten erhält Auszeichnung ‘Rede des Jahres 2025’ der Universität Tübingen”.

Hier kann man die Rede nachlesen:
“Wissenschaft ist Freiheit und Pflicht”.

Was Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen in den Wirtschaftswissenschaften, sicherlich gut kennen, hat uns in der Medizin während der Pandemie ganz plötzlich überfallen: Wenn die Gesellschaft ein Problem hat und man so oder eben auch so mit der Sache umgehen kann – oder sogar muss –, dann wird es politisch. Und da leben wir im Moment in schwierigen Zeiten. Sicherlich hat die Erschütterung der Pandemie einige der heutigen Probleme mit ausgelöst, in die wir sehenden Auges zu rennen scheinen. Oder, um es genauer zu betrachten: Sie hat manchen Kräften die Gelegenheit geboten, ihre schon bestehende Erzählung noch breiter anzulegen – die Chance geliefert, eine verwirrte und verwundete Gesellschaft mit vordergründig plausiblen Auslegungen in die Irre zu führen.

(…)

Eine scheinbar direkte Verfügbarkeit von Informationen – freilich ohne Qualitätsüberprüfung – und die Verwechslung von Alltagsverstand mit methodischer Kompetenz werden immer zur Gewohnheit für diejenigen, die ihre Informationen zu großen Teilen aus sozialen Medien beziehen. All dies gipfelt in der Auffassung, dass jeder die Macht und die Kraft hat, zu eigenen Schlüssen über die Welt zu gelangen, ohne jeglichen Respekt vor Spezialisten – *do your own research*, und schlimmer noch, diese Schlüsse ohne journalistische Prinzipien zu verbreiten – *you are the media*.

Mir macht das erneut deutlich, welch riesiges Glück wir in der Covid-19-Pandemie hatten, dass der auf diese Art Virus spezialisierteste Fachmann Christian Drosten war.

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Hier: Naturfotografie zum Mund- und Augenaufreißen (wer hätte gedacht, dass ich Nacktschnecken niedlich finden könnte -> solar powered slug):
“The best science images of 2025 — Nature’s picks”.

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Und weil wir’s kürzlich von Parallelwelten der Influencerei hatten, ein Filmchen (allerdings nicht mit Weihachtsbäckerei, sondern Garteln):
“Normal people vs influencers – Potting up spring bulbs”.

die Kaltmamsell

Journal Montag, 15. Dezember 2025 – Neither the best of times nor the worst of times

Dienstag, 16. Dezember 2025 um 6:17

Nicht ganz erholsame Nacht, und beim Aufstehen stellte sich heraus, dass Herr Kaltmamsell krank war. Selbst fühlte ich mich lediglich ziemlich entkräftet.

Auf dem Weg in die Arbeit wurde ich auf dem dem Kaiser-Ludwig-Platz an der grünen Fußgängerampel fast von einer Radlerin umgemäht, die bei Rot über ihre Ampel bretterte. Zum Glück erschrak sie rechtzeitig.

Edgar-Wallace-Licht über der Theresienwiese.

Arbeitsvormittag mit Emsigkeiten, einig geplant (mit Gerenne und physischer Jonglage), einige ungeplant. Mittagscappuccino war keiner drin, mir fehlte allerdings auch die Lust darauf. Ich versuchte mit aller Kraft, Freude aus dem Verschwinden des Nebels, schließlich wolkenlos blauem Himmel und Sonnenschein zu ziehen, zudem führten meine Arbeitswege mich auch nach draußen.

Dass mich so böse Kreuzschmerzen wie lange nicht mehr plagten, half allerdings nicht.

Erst spät war Zeit für Mittagessen: Orangen (wir habe die zehn Kilo in elf Tagen weggekriegt!), Hüttenkäse.

Echter Freudenmoment: DAMPFLOK VORM BÜROFENSTER!
War sicher eine der beiden vom Bayerischen Eisenbahnmuseum, die am Wochenende zwischen Ostbahnhof und Hauptbahnhof fuhren.

Arbeitsnachmittag mit Ärger und einem gerüttelt Maß Wahnwitz, aber auch mit immer hilfreichen Kolleg*innen, für die ich mir jederzeit und in jeder Lage ein Bein ausreiße.

Nach Feierabend (jetzt hatten sich die Kreuzschmerzen zu Unterleibschmerzen ausgeweitet) spazierte ich zur Bahnhofspost, Paketabholkarte in der Hand. Entgegen Herrn Kaltmamsells Warnungen, die mich auf mindestens eine halbe Stunde Warten in der Schlange vorbereiteten, stand ich keine fünf Minuten an: Sehr viele Schalter waren besetzt, die Abfertigung ging wie’s Brezelbacken. Und das Packerl stellte sich als nichts Bestelltes heraus, sondern als ein Geschenk von Oldenburger Freundinnen!

Auf dem Heimweg Lebensmitteleinkäufe, daheim erstmal Räumen. Die programmierte Waschmaschine schaltete von 1 Minuten Restzeit auf 31 um – also doch erstmal Gymnastik. Ich entschied mich für eine Folge Yoga mit Jessica Richburg, die sehr gut tat.

Währenddessen traf eine Reaktion von DPD auf meine Reklamation ein: Sie beharrten darauf, mein Paket sei vergangene Woche wie gewünscht abgestellt worden, auf meinen Wunsch, also keine Ansprüche, fertig. Mist, ein Geschenk weniger (und ein durchaus spürbarer finanzieller Verlust). Zumindest den Versuch mit Zettelaufhängen an Nachbarn mache ich noch (in den 26 Jahren, die wir hier wohnen, ist noch nie ein Päckchen weggekommen).

Endlich war die Waschmaschine durch, das Abendessen verschob sich wegen Wäscheaufhängens.

Herr Kaltmamsell hatte ein recipe nach Ottolenghi gemacht, mit Tofu und einer Sauce mit schwarzen getrockneten Limetten, außerdem Spinat, dazu Reis. Schmeckte gut, doch Herr Kaltmamsell war sehr unzufrieden. Nachtisch Stollen und Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen, Johns Steinbecks schönes Travels with Charley ausgelesen.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 14. Dezember 2025 – Nebeldezember an der Isar

Montag, 15. Dezember 2025 um 6:14

Etwas unruhige Nacht, aber ich bekam ausreichend Schlaf.
Aufgestanden zu einem weiteren angekündigten Nebeltag. Erfolg: Ich schaffte endlich, die nervige Brummfliege aus der Wohnung zu bringen, über die Küchenbalkontür. Viel Spaß da draußen, muhahaharrr.

Trotz wirklich gemütlichem Morgen mit einmal alles (Bloggen, Milchkaffee, Wasser, Tee) war ich früh fertig für die geplante Laufrunde. Ich nahm eine U-Bahn zum Odeonsplatz und lief über Hofgarten, Englischen Garten (nach 15 Jahren mal wieder beim Laufen einem ebenfalls laufenden Arbeitskollegen begegnet) an den Tivoli, von dort nach Norden bis Unterföhring und zurück bis Tivoli. Machte Spaß, bereitete keinerlei körperliche Schwierigkeiten, fühlte sich auch nicht mühsam an. Gleich beim Tivoli sah ich eine Wasseramsel auf einem Stein in der Isar landen. Ich tat, was ich sonst nur fürs Fotografieren tue: Ich blieb stehen, vielleicht würde sie ja tauchen! Doch sie flog nach wenigen Sekunden ungetaucht weiter.

Blick vom Monopteros oder wie ein Kind hinter mir vom Schild ablas: vom Moroptulus. (Haben alle zu viel Harry Potter abbekommen.)

Power-Biber

Fertiggelaufen (Bus von Tivoli zu U-Bahn Giselastraße).

Beim Heimkommen erstmal eine zweite Winter-Laufhose bestellt. Ich hatte mich dabei ertappt, wie ich das Waschmaschinen-Timing für dunkle Wäsche um meine Laufpläne herum gebogen hatte – nach nur wenigen Tagen wurde mir bewusst, dass schlicht eine Laufhose für den Winter eine zu wenig war. Blitzkneißerin, die ich bin.

Frühstück kurz nach eins: Orangen mit Joghurt, geschenkter Stollen (wirklich gut). Aber vorsichtiges Kauen, weil weiterhin einige Zähne wehtun (unter anderem beim Joggen – WTF?). Auch sonst setzt sich der Schmerz-Schabernack fort: Am Samstag zum Beispiel auf den letzten beiden Fußwegen des Tages (Elternhaus-Bahnhof, Münchner Bahnhof-Daheim) heftiger Schmerz am unteren rechten Schienbein. Bei Ruhe weg, gestern auch beim Gehen, beim Joggen ebenso.

Der Familienbesuch aus USA hatte für den Sonntag Christkindlmarktwünsche in München angemeldet, doch es war nicht abzusehen, ob er dafür auch fit genug sein würde. Bis zu einer Nachricht begann ich schonmal das spärliche Tageslicht für Bügeln am Fenster zu nutzen (bis kurz nach drei reichte es, der Nebel blieb eisern). Darauf freute (!) ich mich seit Tagen, denn ich hatte mir ein Interview mit der London-Korrespondentin der ARD, Annette Dittert, eingemerkt: Sie hört nach 20 Jahren für die ARD auf, Holger Klein hat sich zu diesem Anlass mit ihr unterhalten. Wie erwartet ausgesprochen hörenswert (unter anderem Ditterts Einschätzung von King Charles III), ich lachte schon am Anfang so laut auf, dass Herr Kaltmamsell erschreckt aus seinem Zimmer kam. Nochmal kam er, als er Nachrichten von der Familie hatte: Nein, aus deren Münchenbesuch würde leider nichts.

Ein Paket war am Samstag tatsächlich wie gewünscht vor die Tür gestellt worden (ein weiteres anderes von DHL allerdings nicht, auch das muss ich in einer Post abholen – allerdings in einer anderen als das nicht gebrachte vom Freitag, le big Augenroll): meine von Meindl reparierten Wanderstiefel. Die Rechnung hatte ich vorab bereits per E-Mail bekommen, doch sie lautete statt auf die angekündigten 50 Euro auf “Kostenfreie Reparatur durch den Hersteller” und 0,00 Euro. Gestern packte ich die Schuhe aus – und auch auf Papier stand genau dieses. Eine sehr erfreuliche Überraschung, vielleicht war auch der Hersteller wie ich der Meinung, dass diese Naht sich nicht so schnell hätte auflösen dürfen.

Es war die Naht oben um das Auge gewesen.

Den geschenkten Nachmittag verbrachte ich mit Lesen: liegengebliebene Newsletter, das SZ-Magazin von vergangenem Freitag. Ich entschied mich gegen Gymnastik: Drangewesen wäre eine 45-minütige, ziemlich sportliche Einheit Pilates, fühlte sich gestern nicht passend an.

Schwarzkohl und Kartoffeln aus Ernteanteil waren die Basis fürs Nachtmahl: Herr Kaltmamsell kochte sie mit weißen Bohnen und spanischem Chorizo/Morcilla/Tocino zu herzhaften Eintopf – ausgezeichnet. Nachtisch Plätzchen von Mama.

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Der Stadtneurotiker war fünf Tage lang in Wien. Wenn Sie Lust haben auf einen Reisebericht mit den deutlichen Schwerpunkten Öffentlicher Nahverkehr (Nerd-Level inklusive Einordnung der Technik, der Infrastruktur, der Fahrzeuge – ich weiß nicht, ob auch die Schienenfahrzeuge im Städtischen Verkehr “Rollmaterial” heißen wie bei der Schweizer Bahn) und Christkindlmärkte: Hier geht’s los.
“Kitsch in angemessenem Ambiente”.

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Nochmal Martin Parr: Im Guardian ein Nachruf in Fotos.
“Martin Parr: the photographer’s career in pictures”.

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 13. Dezember 2025 – Getrennter adventlicher Familienbesuch

Sonntag, 14. Dezember 2025 um 7:50

Ausgeschlafen, das dauerte bis nach halb sieben!

Es wurde hell zu einem Nebeltag.

Vergangene Woche kam der Brief des Münchner Kreisverwaltungsreferats mit meiner Berufung zur Wahlhelferin für die Kommunalwahl am 8. März – zu meiner Bestürzung als Wahlvorsteherin. War ich noch nie, wollte ich nie, jetzt trage ich auch noch bei einer so komplexen Wahl mit zweitägiger Auszählung die Gesamtverantwortung für ein Wahllokal und das ganze Team.

Dafür wollte ich definitiv eine ausführliche Präsenzschulung möglichst nah am Wahltermin. Doch der Prozess, um gestern Morgen an Termine und Anmeldung ranzukommen, hatte sich seit der letzten Wahlhilfe Anfang 2025 schon wieder geändert. Diesmal, so schloss ich indirekt aus dem Berufungsschreiben (“Ihr Einsatz wird aus dem WHP übernommen. Sie brauchen keine WOS-ID.”), musste ich mich wohl im “WahlhelferPortal (WHP)” mit meiner Bayern-ID anmelden. Und wie schon beim letzten Mal, als ich das musste, schaffte ich es nicht ohne Hilfe von Herrn Kaltmamsell – denn die Anleitung auf dem Online-Portal der Bayern-ID lässt schonmal so grundlegende Hinweise aus wie den, dass ich für eine Bearbeitung auf meinem Laptop eine App auf diesem Laptop UND mein Handy samt Ausweis-App benötige. Diese Laptop-App musste ich außerdem erstmal aktualisieren. Ich fühlte mich wie der erste Mensch, und das, um es zu wiederholen, obwohl ich den byzantinischen Prozess der Einrichtung der Bayern-ID bereits vor Jahren absolviert hatte und dies meine dritte oder vierte Anwendung derselben war.

Endlich hatte ich auch die Schulungen gefunden und gebucht, dafür verwendet das Kreisverwaltungsreferat jetzt offensichtlich ein Warenwirtschaftssystem, ich hatte mit Shop und Einkaufskorb zu tun.

Früher als sonst an Samstagen machte ich mich fertig zum Schwimmen, denn ich hatte für den Nachmittag Pläne. Im Olympiapark verschwanden die legendäre Kulisse und der Fernsehturm gründlich im Nebel.

Es war viel los im Schwimmbecken, doch wir kamen miteinander zurecht. Es wurde ein schöner Schwumm, leicht und schnell. Nur anschließende Gereiztheit über Menschen, die sich im Gang zwischen Spinden und Einzelumkleiden vor ihrem offenen Spind umkleiden und fertigmachen statt in einer Kabine und die dadurch ziemlich lang im Weg stehen.

Im U-Bahnhof Sendlinger Tor kaufte ich Frühstückssemmeln, die gab es kurz nach eins mit Butter und Meyer Lemon Curd (sehr gut!), außerdem eine Orange. Ich packte rasch und ging meine Nachmittagspläne an: Besuch bei meinen Eltern in Ingolstadt zum Austausch von Stollen und Plätzchen – der jährliche Adventspaziergang mit Gesamtfamilie ist erst für den vierten Advent angesetzt, das Gebäck sollte doch schon vorher verfügbar sein. Herr Kaltmamsell verbrachte den Tag bei seiner Familie in Augsburg: Aus USA war eine Kusine mit Partner angeflogen für einen Christkindlmarktbesuch.

Pünktliche aber sehr volle Regionalbahn nach Ingolstadt – was sich bereits am vollen Bahnsteig abgezeichnet hatte, umso mehr als sich der einfahrende Zug als nur einstöckig herausstellte. Dennoch kam ich an einen Sitzplatz anhand meiner eisernen Regel, mich auf den allerersten freien Platz zu stürzen und nicht erst noch rumzuschauen. Auch wenn auf diesem freien Platz ein (geschätzter) Dreiviertel-Cello-Kasten stand. Die dazugehörige sehr junge, kleine, zarte Frau führte mir vor, dass man auch mit ihrem Format die ganze Zwischenlehne und ein Stück Nebenplatz vereinnahmen kann.

Die Nebelei hielt die ganze Fahrt über an, und wenn Ingolstadt irgendwas kann, dann ja Nebel. (Und Parkhäuser.) Nach meiner Ankunft ein wenig Verwirrung, weil ich fest davon ausging, selbsttätige Ankunft am Elternhaus durchgegeben zu haben – andere aber von Abholen am Bahnhof ausgingen. Dabei war ich für den Fußmarsch nach überheiztem Bahnhabteil besonders dankbar gewesen.

Kuschliger Plausch bei meinen Eltern, Austausch von Neuigkeiten und Befindlichkeiten, die sich altersgemäß viel um Gesundheitsdinge und letzte Dinge drehen. Aber auch Planung der Familienweihnacht am 2. Feiertag.

Auf der abendlichen Heimfahrt spät im Jahr gewhamt worden, und dann auch noch von betrunkenen TSV-1860-Fußballfans in der Regionalbahn. Sie waren aber bereits heisergegrölt und hielten das Mitsingen nicht bis zum Ende des Songs durch. Dann wurde wieder fußballgegrölt, ihr Verein in irgendeiner Umschreibung “über alles”.

Herr Kaltmamsell hatte bereits durchgegeben, dass er spät und nach dem Abendessen heimkommen würde, also nahm ich mir den Ernteanteil-Lauch vor. Die Scheißbrummfliege lebt immer noch und folgte mir in alle Räume, umbrummte mich auch beim Kochen. Es gab den Lauch geschmort in Butter mit Thymian, abgelöscht mit etwas Weißwein vom Vorabend, Nudeln untergemischt – schmeckte sehr gut. Dann geschenkter Stollen (ganz anders als meiner, herzhaft und gut) und Schokolade.

Gegen neun kam Herr Kaltmamsell heim, Austausch von Familienneuigkeiten.

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Mein Heimatblatt Süddeutsche Zeitung (im Sinne von: sie ist meine Medienheimat, über die Jahrzehnte am vertrautesten und geschätztesten, die Autor*innen fühlen sich wie Familienmitglieder an) verändert sich drastisch: Nach 16 Jahren verlässt Chefredakteur Wolfgang Krach die Redaktion. Im Unfrieden.
“Ruhm und Rendite”.

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Im taz-Kommentar oben ist ein empfehlenswerter ausführlicher Artikel über die Zukunft des deutschsprachigen Journalismus verlinkt, der die wandelnde Rolle von Influencerinnen beleuchtet:
“Zukunft des Journalismus
Die Ich-Geschichte”.

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Tanz mit Hula Hoop-Reifen!
Ich finde den Herrn rumdum bewunderswert. (Und er ist Münchner!)

die Kaltmamsell

Journal Freitag, 12. Dezember 2025 – Wieder eine Arbeitswoche rumgebracht

Samstag, 13. Dezember 2025 um 8:03

Der Wecker holte mich aus extratiefem Schlaf, zum ersten Mal im Leben verstand ich die Verlockung der Snooze-Taste.
(Die Brumm-Fliege lebt immer noch.)

Ich verließ das Haus wieder im Dunklen, wieder ließen dunkle Wolken keinerlei Morgenblau zu.

Zum Start des Arbeitstages sah ich meinem Computer erstmal 45 Minuten bei Updates zu (nicht ganz, ein paar Sachen konnte ich ohne Computer erledigen, außerdem die erste Tasse Tee aufbrühen).

Berufliche Besorgungen brachten mich vor die Tür, ich nahm absichtlich Umwege.

Um die Mittagszeit Ahnung von blauem Himmel, fahles Wintersonnenlicht. Später Mittagscappuccino, es war kälter geworden.

Spätes Mittagessen ohne Appetit, aber muss ja: Orangen, Quark mit Joghurt.

Der Nachmittag wurde dann richtig sonnig mit blauem Himmel und entsprechend buntem Sonnenuntergang.

Etwas späterer Feierabend als geplant, weil ich etwas vergessen hatte und schnell noch wegarbeitete.

Beim Unterqueren des Heimeranplatzes:

Ich verlas natürlich erstmal “The Worst of Hans Zimmer” und dachte sofort: WO ANFANGEN?!
(Auch meiner Meinung nach hat er Filmmusik kaputt gemacht.)

In der Heimeranstraße wieder ein kurzer Blick in die Auslage des vertrauten Goldschmiede-Kollektivs Silberfisch: Dieses Jahr fast ohne Gold – bei den absurd hohen Goldpreisen derzeit müssten die Schmied*innen wahrscheinlich unverkaufbar hohe Preise dafür verlangen. Wie schade, ich mag Gelbgold für meinen Schmuck am liebsten.

Lebensmitteleinkäufe beim Vollcorner, wegen Gelegenheit auch gleich für Heilig Abend. Am Himmel sah ich die nächste Nebelwand heraufziehen.

’tis the season – der Paketjagd. Beim Heimkommen fand ich einen DHL-Zettel vor, der die E-Mail-Benachrichtigung bestätigte: Mein Pakte habe nicht wie gewünscht vor der Haustür abgelegt werden können, ich muss es am ehemaligen Hauptbahnhof abholen. Und als ich im Web nach dem Verbleib einer DPD-Lieferung sah, fand ich die Behauptung, sie sei am Donnerstagvormittag abgelegt worden – da war aber weder am Donnerstag noch am Freitag etwas. Also gleich mal Kontaktformular mit Reklamation ausgefüllt. Online-Kauf im Inland zweieinhalb Wochen vor Heilig Abend reicht also nicht für sichere Lieferung zur Bescherung.

Eine Einheit Pilates, immer schön durch den Schmerz durch (wenn ich bei jedem Schmerz aufhören würde, hätte ich seit vielen, vielen Jahren gar keine Gymnastik mehr gemacht) – solange das noch geht, kann’s ja nicht so schlimm sein.

In bequemen Schlumpfklamotten bereitete ich die Drinks zum Wochenendfeiern: Es stand fest, dass sie auf frisch gepresstem Crowdfarming-Orangen-Saft basieren würden, Herr Kaltmamsell durfte zwischen Tequila Sunrise und Campari Orange entscheiden und nahm Letzteres. Gut!

Da Herr Kaltmamsell erst abends heimgekommen war, gab es schnelles Abendessen (im Gegensatz zur Verarbeitung des Ernteanteils, dessen Bestandteile diesmal allesamt zeitaufwändiger gewesen wären): Shakshuka, zu dem ich Balkanbrot gekauft hatte.

Im Glas ein Chardonnay Mon Rêve – Fût de Chêne: Langsam nähere ich mich Chardonnay wieder an, dessen klassisch altmodische Varianten mit Holz, Butter, Vanille wie ein Fausthieb mir lange gar nicht mehr geschmeckt hatten. Dieser hier gefiel mir, kräftig mit überraschend mineralische Noten in der Nase, komplett unblumig, wenig Säure, nur ganz leicht holzig.

Da im Fernsehen gar nichts Erträgliches für Nebenher lief, bat ich Herrn Kaltmamsell um Hollywood in den 1930ern (bei Maximilian Buddenbohm hatte mich dieses superniedliche Liebesduett von Bob Hope and Shirley Ross aus Thanks for the Memory von 1938 bezaubert). Er kramte eine Absurdität von 1932 von der Festplatte heraus: Million Dollar Legs mit W. C. Fields und einer hinreißenden Lyda Roberti. Vor allem aber komplett absurd und haarsträubend amateurhaft gemacht. Herrlich.

§

Mek bloggte über Apfelvorlieben, woraufhin ich ihn fragte, ob er seine Apflepflückvergangeheit eigentlich schonmal erzählt habe?
Hatte er.
“Streuobst – 100% Direktsaft”.
(Dass veganer Apfelsaft ein Oxymoron ist, weiß man eh, wenn man auch nur einmal beim Apfelpflücken mitgearbeitet hat.)

§

HAHAHAHA! Ich wusste, dass es in Island sehr viele Schriftsteller*innen in Relation zur Gesamtbevölkerung gibt. Ich wusste auch, dass sehr viele davon Krimis schreiben.
Was ich nicht wusste: Es gibt in Island nur einen forensischen Pathologen, Pétur Guðmannsson – und der bekommt alle, alle Fachfragen der Krimi-Autor*innen ab. Um überhaupt noch Zeit für seine eigentliche Arbeit zu haben, gibt er jetzt einfach Seminare speziell für sie (Artikel von 2023):
“Iceland’s only forensic pathologist is teaching crime writers about death”.

via @baldur

§

Notes for radical living
(Tilda Swinton)

Make friends with chaos
Hold a calm mind
Let things shake
Forgive human frailty
Champion second chances
Defy unkindness
Reverence fellowships
Listen to the quiet
Respect the young
Seek growth
Trust in change
Treasure learning
Inspire faith in evolution
Hold faith in miracles
Reach beyond the binary
Be wary of the doubtless
Honour the brightheaded
Grow plants
Attend to the weather
Be electric
Cherish language
Celebrate silence
Dance daily
Bless the handmade
Magic up fresh beauty
Sing into pain
Find joy in shadow
Challenge assumptions
Follow the wind
Look upwards
Swoon under clouds
Feel your courage
Face forward
Read history
Open your ears
Drop your shoulders
Bend your knees
Raise the roof
Keep breathing
Be trustworthy
Take care of yourself
Believe in goodness
Head for the light

Ich begrüße alles davon (und finde es von Tilda Swinton durch und durch glaubwürdig). Doch ich weiß, dass ich nur zu einem Bruchteil fähig bin.

Quelle

via @fuchsbrom

die Kaltmamsell