Essen & Trinken

Journal Mittwoch/Donnerstag, 3./4. Juni 2015 – Sommerstart

Freitag, 5. Juni 2015

Am Mittwoch ein ziemlich spätes erstes Mal der Saison: Frühstückskaffee auf dem Balkon.

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In der Arbeit nochmal daran erinnert worden, warum ich da unbedingt weg wollte. (U.a. Auftraggeber, die erst nach Erteilung von Auftrag nachdenken, was sie wollen.)

Feierlicher Abend mit riesigem Porterhouse Steak von Rind aus Hermannsdorf (dazu großartiges Karottengrünpesto, von Herrn Kaltmamsell hergestellt) und spanischem Lieblingsrotwein.

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Fronleichnam begann ich wieder mit Kaffee auf dem Balkon. Die Amseln, die wir regelmäßig mit Rosinen füttern, störten sich kaum an meiner Anwesenheit. Zwei Eichhörnchen beim Spielen beobachtet, mich an einem jungen Kleiber gefreut, der ungewöhnlich wenig schreckhaft ist (sonst fliegen Kleiber bei jeder Bewegung auf dem Balkon fort), aber das Fressen am Meisenknödel noch nicht kann: Er muss sich mit den herabgefallenen Bröseln begnügen.

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Dann: Eröffnung der Freibadsaison (eine Woche zuvor hatten wir noch geheizt, verrückt). Am und im Schyrenbad ging es zu wie an einem Feiertag in den Ferien, dennoch konnte ich ganz gut Bahnen schwimmen. Nach fast zwei Monaten Pause hätte ich mich durchaus mit weniger als 3.000 Metern begnügt, doch es lief wunderbar.

Als ich nach der Schwimmrunde zu meinem Handtuch zurück kam, machte sich gerade auf einem ausgebreiteten Liegeplatz nebenan eine Krähe über eine Bäckertüte her. Ich verscheuchte sie und wies eine Handtuchnachbarin lachend darauf hin. Die meinte lediglich lapidar, sie habe schon öfter beobachtet, wie Krähen Brotzeit klauten. Und tatsächlich kam die Krähe zurück und zupfte weiter an der Papiertüte. Bevor ich sie vertreiben konnte, hatte sie schon eine Vollkornsemmel im Schnabel und flog davon. Sie (oder eine andere Krähe) kam ein paar Minuten später zurück und näherte sich wieder dem einsamen Liegeplatz mit zerrissener Bäckertüte. Diesmal blieb ich aber daneben stehen, bis die Krähe sich trollte.

Ich legte mich mit diesem Ausblick auf meine Decke.

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Wenn Bügeln meine Gelegenheit ist, Podcasts zu hören, höre ich im Freibad am ausgiebigsten Musik. Über den Winter hat sich Herr Kaltmamsell die Mühe gemacht, die zahlreichen Mischkassetten zu digitalisieren (sowie zu identifizieren und beschriften!), die mir in den 80ern und 90ern Freunde und Freundinnen aufgenommen haben, manche auch ich selbst; das geht von damals aktueller Popmusik über Themenkassetten mit Blödsinn (teilweise eigens eingesprochen) und Filmmusik bis zu Demos von Lokalbands und Konzertmitschnitten des eigenen Chors. Diese 370 Stücke begann ich in Zufallsauswahl zu hören und war praktisch durchgehend am Schmunzeln.

Zweimal wurden im Freibad Eltern kleiner Kinder ausgerufen (einmal 2, einmal 4 Jahre alt), die elternlos im Plantschbecken gefunden worden waren – sind Freibäder der Autobahnrastplatz fürs Kinderaussetzen?

Daheim Arbeitsvertragsformulare ausgefüllt, Unterlagen zusammengesucht, offene Fragen notiert.

Zum Nachtmahl echtes Sommeressen: Wassermelone mit Feta und Minze – sehr 2012, ich weiß.

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Dazu den letzten Film der Cornetto-Trilogie: The World’s End. Gefiel mir sehr gut (vor allem möchte ich bitte noch viel mehr Nick Frost sehen), aber mein Liebling bleibt Hot Fuzz.

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Sarah Miller ist ausgesprochen sauer über eine weitere Geschichte, die beweisen soll, dass Weinexperten nur Blödsinn daherreden. Ihre Tirade ist unter anderem lesenswert, weil sie viele Aspekte der aktuellen Fachdiskussion über Weine und Weinanbau anspricht. Und weil sie viele Standardargumente gegen die Möglichkeit einer schieren Existenz von Weinkennerschaft auseinander nimmt.
„Cheap wine sucks: A manifesto“.

People from a 2008 study of people who don’t know anything about wine, and now also this small part of the staff of Vox, like cheaper wine. That’s fine. Cheaper wine is generally sweeter and people in general, especially Americans, like sweet things. In particular, that $8 Santa Rita Cabernet is from a huge producer, and those huge producers notoriously deploy additives—things like oak chips and weird grapey flavors—so their wines are universally appealing. Imagine a study where you asked 19 people to try Honey Nut Cheerios alongside some more expensive and less adulterated cereal, except the Honey Nut Cheerios were liquid and red and after two bowls of them you wanted a cigarette, and afterwards most of the people in the study were like “Honey Nut Cheerios rule.”

(…)

There’s no separating the anti-intellectualism about wine knowledge from other kinds of anti-intellectualism.

via @ankegroener

Journal Samstag, 30. Mai 2015 – Erdbeertag

Sonntag, 31. Mai 2015

Sonne und Wolken gemischt, überraschend warm, ich radelte hinaus an die Isar.

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Außerdem sah ich eine Streifengans auf einem Fahrradweg spazieren (nach dieser Quelle sind die Exemplare, die ich immer wieder im Gebiet des Englischen Gartens sehe, Nachkommen der Streifengänse, die Konrad Lorenz und seinen Mitarbeitern in Seewiesen hielten – diese Quelle bestätigt dies) einen Eichelhäher und Rauchschwalben.

Und da ich mein Telephon mit einer Bewegungsapp dabei hatte, konnte ich für interessierte Leserinnen die gelaufene Strecke messen:

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Da ich sonst etwas weniger lange laufe, allerdings nicht so oft zum Fotografieren stehen bleibe, gehe ich also von einer durchschnittlichen 14-km-Laufstrecke aus.

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Ausgiebige Einkaufsrunde. Ich kam mit zwei Kilo Erdbeeren heim, weil sie gar so gut aussahen und dufteten, und weil ich abends Erdbeermargaritas plante. Da Herr Kaltmamsell sich wacker an die Ansage „Erdbeeren stehen auch ungeschrieben auf dem Einkaufszettel“gehalten hatte, gab es noch mehr Erdbeeren. Das erste Kilo aß ich zum Frühstück, ein weiteres wurde zu ein paar Gläsern Marmelade (jeweils minus 25% angefaulte unten aus der Schale, den Obststandler werde ich mir merken), der Rest schmeckte hervorragend als Margarita.

Journal Donnerstag, 28. Mai 2015 – Klagenfurt gesichert

Freitag, 29. Mai 2015

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Ein Kaninchen gibt’s ja noch (das kranke habe ich nicht mehr gesehen, weiß aber jetzt durch Ihre Kommentare, dass ich das nächste Mal die Tierrettung anrufe), und es stört sich beim Grasen im Nebengrundstück nicht am Pause machenden Personal.

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Persönliche Anwesenheit beim diesjährigen Bachmannpreislesen gesichert (gestern wurden die Kandidaten und Kandidatinnen veröffentlicht): Künftige Chefin ist einverstanden, dass ich meinen neuen Job ein paar Tage später antrete, Zugticket ist besorgt, diesmal habe ich mich sogar offiziell akkreditiert und dabei dieses Blog als „Verlag/Medium“ angegeben.

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Mittags über meiner Süddeutschen sehr gelacht: Roman Deininger schreibt eine Seite 3 über meine Geburtsstadt Ingolstadt:
„Zur Sonne“. (Online lesbar für nur 1,99 Euro!)

Der atmosphärische Einstieg kommt erst nach der Rechtfertigung für den Artikel: Der Fußballverein der Stadt, ein Zusammenschluss der zu meiner Zeit heftig konkurrierenden Vereine ESV und MTV, ist in die erste Fußballbundesliga aufgestiegen. Doch dann rein in die Athmo:

Kurz vor 21 Uhr, Dämmerung legt sich über den größten Tag in der Geschichte des Ingolstädter Sports.
In der Theresienstraße1 spürt man den Puls der Stadt. Sie ist fast leer.

Roman Deininger beschreibt den heutigen Hauptanziehungspunkt der Stadt:

Ingolstadt Village muss man sich vorstellen wie Disneyland ohne Tiere.

Er geht durchaus tiefer, unterhält sich mit dem Audi-(=Ingolstadt-)Werkleiter, beschreibt die charakteristischen Festungsbauten, hinter denen sich Ingolstadt bis heute verschanzt.

Früher hat man kaum sagen können, dass Ingolstadt mit einem Imageproblem kämpft. Es kämpfte ja niemand.

Ich kann der Stadt auch weiterhin nichts konkret vorwerfen, und sie hat sich seit meinem Wegzug vor bald 30 Jahren auch sehr verändert.
Aber für mich wird die Atmosphäre dort immer die sein, die Marieluise Fleißer in ihren Theaterstücken transportiert. Auch wenn das Stück heute nicht mehr Pioniere in Ingolstadt, sondern Autobauer in Ingolstadt hieße.

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Ich würde ja auch hierüber lachen, wüsste ich nicht, dass dieser Beweis für die völlige Willkür von Ernährungstipps in Medien (dazu zähle ich auch nicht-universitäre Bücher) keinerlei Konsequenzen haben wird.
„I Fooled Millions Into Thinking Chocolate Helps Weight Loss. Here’s How.“

The study was 100 percent authentic. My colleagues and I recruited actual human subjects in Germany. We ran an actual clinical trial, with subjects randomly assigned to different diet regimes. And the statistically significant benefits of chocolate that we reported are based on the actual data. It was, in fact, a fairly typical study for the field of diet research. Which is to say: It was terrible science. The results are meaningless, and the health claims that the media blasted out to millions of people around the world are utterly unfounded.

(…)

Here’s a dirty little science secret: If you measure a large number of things about a small number of people, you are almost guaranteed to get a “statistically significant” result. Our study included 18 different measurements—weight, cholesterol, sodium, blood protein levels, sleep quality, well-being, etc.—from 15 people. (One subject was dropped.) That study design is a recipe for false positives.

(Hervorhebung von mir.)

via @DonnerBella

Ich sehe immer bessere Chancen für meine Geschäftsidee Paläo-Brot (Details bekommen Sie kurz vor go life, dann werde ich eh meine Blogkontakte ausschlachten).

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Apropos unmoralisches Marketing: Abends ließ ich mich unter dem Einfluss von drei Gläsern Rosé dazu hinreißen, auf eine PR-Einladung zu einem „glutenfreien“ Event mit einer C-Prominenz, die sich anscheinend durch dreifache Fortpflanzung zur Ökotrophologin qualifiziert hat, ernsthaft zu antworten. Unwahrscheinlich, dass meine Anregung, die Miete doch lieber mit einer anständigen Tätigkeit zu verdienen, bei der absendenden „Junior PR-Consultant“ auf offene Ohren stoßen wird.

  1. mit Ludwigstraße die zentrale Fußgängerzone im Zentrum Ingolstadts []

Journal Dienstag, 26. Mai 2015 – Hot Fuzz

Mittwoch, 27. Mai 2015

Ein weiterer düsterer und kühler Maientag, morgens beim Radeln zum Langhanteltraining wurde ich wieder angeregnet.

Zum Abendessen hatte Herr Kaltmamsell Linseneintopf aus Stevan Pauls Schlaraffenland gekocht – genau das richtige für so kalte Tage, sehr edel und köstlich.

Seit Tagen schwatzt der Herr mir den Film Hot Fuzz auf, den er sich auf einer Dreier-DVD zusammen mit Shaun of the Dead und World’s End gekauft hat. Jaja, man ist ja auch Partner, aber Sie müssen wissen, dass Herr Kaltmamsell einen Filmgeschmack hat, der viel alte taiwanesische Von-Dach-zu-Dach-Springerei sowie erwachsene Männer in Spandexanzügen enthält. Und der ihn bei den allermeisten handelsüblichen Filmen, die gerne auch mal mit Preisen ausgezeichnet werden, „ach, schon wieder Drama…“ augenrollen lässt. Wir treffen uns bei MGM Musicals, Preston Sturges und gut gemachten Superheldenfilmen.1

So war ich davon ausgegangen, dass Hot Fuzz irgendein Untergrund-Trash aus den 70ern sei. Völliger Irrtum: Es handelte sich um eine herrlich schnelle und ausgeklügelte britische Polizeikomödie von 2007 – ich habe schon lange nicht mehr so sehr über einen Film gelacht („… N…arp?“).

Gleich am Anfang war ich irritiert über die Hochkarätigkeit der Besetzung bis in die Nebenrollen (vor allem die Nebenrollen!), ab dann freute ich mich an den vielen liebevollen Kleinigkeiten bis zum immer weiter eskalierenden Wahnsinn.

  1. Letzthin unterstellte mir eine Freundin: „Du könntest doch auch nicht mit jemandem zusammenleben, der nur Thomas-Clancy-Romane liest.“ Ich hatte widersprochen: Es kommt darauf an, auf welchem Niveau er mir davon erzählt. Daran musste ich denken, als Herr Kaltmamsell letztem Samstagabend neben mir im Bett lag: Ich las den postmodernen Ulverton von Adam Thorpe, er balancierte den Sammelband The Essential Howard the Duck vor seiner Brille. Oh doch, ich schätze sehr, dass er mir von Büchern erzählt, die ich selbst nie lesen werde. Zumal dazu auch altnordische Sagen, Don Quijote sowie 150 Jahre alte Abhandlungen über Typhus gehören. []

Journal Samstag, 23. Mai 2015 – verregnete Migräne

Sonntag, 24. Mai 2015

Zum Glück diesmal ohne die erbärmlich Übelkeit, aber es war eine Migräne, mit der ich aufwachte, nicht einfach bloß Kopfschmerzen. Ich stand dennoch auf, um den 7-Pfünder zu backen, den ich am Vorabend angesetzt hatte, das ging. Was die Migräne allerdings lahmgelegt hatte, war das Planungszentrum in meinem Hirn, das nahezu durchgehend und wenig beeinflussbar Pflichten und Aufgaben auflistet, Ideen dazu hat, sie terminiert und miteinander verzahnt: Ich saß vor meinem Milchkaffee und hatte gerade mal noch im Kopf, dass ich mir dringend die Fingernägel schneiden wollte. Doch wo sonst eine Kette von weiteren Erledigungen lag, die mich im Tag vorantreibt, war nichts. Obwohl ich mich körperlich miserabel fühlte, befand ich mich in völliger Muße. Manchmal bin ich kurz davor zu akzeptieren, dass mir die Migräne etwas sagen will. (Scherz!)

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Gegen Mittag war ich wieder klar genug zu duschen und den Vorrat an BaNuSchoKo-Granola nach Nicky Stich zu erneuern – ist inzwischen Grundausstattung meines Haushalts, diesmal habe ich auch das Rezept notiert.

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Die Lücke in der Versorgung war entstanden, weil mir der Putzmann immer wieder Montags die Banane weggegessen hatte, die eigentlich noch in paar Tage reifen und zu Granola hätte werden sollen. Vergangenen Montag hatte ich einen Zettel drangeklebt.

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Den kalten, verregneten Nachmittag über bei Heizungswärme Internet und Zeitung gelesen. Abends gab es Spargel (unter anderem hatte Herr Kaltmamsell panierten solchen ausprobiert, mit Käse und Schinken unter der Panade – sehr gut!) und Erdbeeren mit Sahne. Für die Eurovisionssingerei konnte ich mich dann doch nicht in Stimmung bringen: Im Grunde interessiert sie mich nicht, zum sicher spaßigen Mitspielen müsste ich mich aufraffen.

Wenn sich das greisliche Wetter vielleicht bitte einkriegen könnte? Ich habe für Montag eine Wanderung geplant?

Journal Freitag, 22. Mai 2015 – Endlich: Wasser aufs Haus und aus der Leitung

Samstag, 23. Mai 2015

Jetzt wissen auch meine Kolleginnen und Kollegen, dass ich nur noch bis Ende Juni ihre Kollegin bin.

Abends im Broeding gegessen, ich war schon lange nicht mehr dort gewesen. Lobenswerte Veränderung seit meinem letzten Besuch: Wasser geht aufs Haus, kommt aus der Leitung und wird in schönen Karaffen wahlweise gesprudelt oder ungesprudelt serviert. Gerade in gehobenen Lokalen bestellte ich bevorzugt Leitungswasser (in schlichten ist mir meist zu bewusst, dass die Wirtsleute auf das Geld für Flaschenwasser angewiesen sind), es gibt kein valides Argument dagegen. Dennoch erlebte ich das als Service gestern zum ersten Mal in Deutschland.

Zu essen gab es:

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Als Gruß aus der Küche marinierte Kalbsbrust mit Zucchini (etwas Curry).

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Dreierlei Räucherfisch: Aal, Saibling und Seeforelle, darunter Avocadopuree und Wildkräutersalat.
Dazu aus der Steiermark einen Werlitsch Ex Vero I, der aufregend war mit ein bisschen Holz und sehr schön passte.

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Mairübensuppe mit Pfifferlingen – schmeckte hervorragend. Und nachdem wir mit den Mairüben aus unserem Ernteanteil bislang nie etwas wirklich Schmackiges geschaffen hatten, fragten wir nach der Zubereitung (die uns auch verraten wurde). Die Weinbegleitung war aus Niederösterreich ein Loimer Ruländer mit einiger Restsüße, die sich wunderbar mit den Rübchen verband.

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Schottischer Lachs, Lauch und gegrillte Wassermelone, ein Sößchen aus Kirschtomaten und Salzzitronen. Die gegrillte Wassermelone war der Hammer, gerade in dieser Kombination – den (schönen, saftigen) Lachs hätte es eigentlich gar nicht gebraucht. Dazu hatten wir im Glas einen Polz Morillon Obegg.

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Zweierlei vom Reh mit weißem und grünem Spargel, ein wenig Hagebuttencreme. Das Reh schmeckte sensationell rehig, der grüne Spargel stahl dem weißen die Show.
Weinbegleitung war ungewöhlicherweise ein italienischer Rotwein: Foradori Granato. Die Schwärmerei des Weineinschenkers von Elisabetta Foradori kam mir bekannt vor – kurzer Check bei @vinoroma ergab: Richtig, sie ist großer Fan dieser Winzerin und ihrer Weine.

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Ein wunderbares Mispelsorbet mit Granatapfelkernen.

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Als Dessert Griesflammerie, Erdbeeren und Rhabarber, die sich ganz hervorragend mit dem Wenzel (flash killed deeplinking) Furmint vom Neusiedlersee unterhielten, einen sehr wenig süßen Süßwein.

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„Onkel Amsel – Eine Liebesgeschichte“.

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Warum es zur schlichten Allgemeinbildung gehört, ein bisschen Ahnung von Internet zu haben:
„Verbraucherzentrale NRW verklagt das Internet“.

(Taugt als Arbeitsdefinition von Allgemeinbildung? Das Wissen, das einen in zumindest der eigenen Kultur vor solchen Peinlichkeiten bewahrt?)

Journal Mittwoch, 20. Mai 2015 – Pizza und Mikrowelle

Donnerstag, 21. Mai 2015

Ein kalter, unangenehmer Regentag.

Nach einer energiegeladenen Runde auf dem Crosstrainer legte ich meinen Arbeitsweg trotzdem mit dem Rad (und Regenponcho) zurück: Abends würde ich mein Rad brauchen.

Im Büro unerwartete Arbeitsflut, ich rödelte 9 Stunden durch. Zur Brotzeit hatte ich mir die übrige Pizza vom Vorabend mitgenommen, die ich mir mittags in der Mikrowelle aufwärmte. Sie da draußen, die mit Mikrowellen aufgewachsen sind, werden sofort die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber in diesem Büro erfahre ich meinen erster Alltagskontakt mit solch einem Gerät. Und so musste ich halt in hohem Alter herausfinden, dass kalte Pizza durch Bearbeitung in einer Mikrowelle warmer, fast unkaubar zäher Pappendeckel wird. Die zweite Hälfte aß ich kalt (auch nicht wirklich ein Genuss).

Gleich nach Arbeitsschluss musste ich hurtig zur Abholung des Ernteanteils radeln. Sonst holt ihn Mittwochnachmittag immer Herr Kaltmamsell, doch der war wegen Abnehmens mündlicher Abiturprüfungen verhindert. Zum Glück regnete es nur wenig.

Als Ausgleich fürs eher unangenehme Mittagessen gab es aus dem Ernteanteil sehr viel köstlichen Blattsalat mit Radieserln und Petersilie zum Nachtmahl.

Dazwischen hatte ich mal wieder das Kleingeld unserer Urlaubskasse eingezahlt, diesmal dokumentiert fürs Techniktagebuch.

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Abends in die heftig beworbene neue Fernsehserie Outlander geguckt. Ich kann ja eigentlich suspension of disbelief sehr gut, aber wenn der Kern einer Geschichte ist, wie ein Mensch aus dem 20. Jahrhundert im schottischen Alltag des 18. zurecht kommt und sich dann niemand über die perfekten Zähne einer nicht mehr ganz jungen Frau wundert – steige ich leider schon wieder aus. (Wo ich davor fast noch bereit war zu akzeptieren, dass eine erfahrene Krankenschwester erwartet, dass sie im 18. Jahrhundert um Jod bitten kann und die Leute mit „Bakterien“ vertraut sind.)

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„Hochzeitsgespenst“.