Essen & Trinken

Journal Mittwoch, 13. Mai 2026 – Erschöpftes Arbeiten in den Urlaub

Donnerstag, 14. Mai 2026

Gut geschlafen, dennoch Stressgefühl beim Aufwachen: Weil letzter Arbeitstag vor Urlaub (ohne Vertretung), weil Tag vor Reise.

Kalter, düsterer Tag.

Das Frühlingsfest ist noch nicht ganz abgeräumt, da werden bereits wieder weite Teile der Theresienwiese aufgerissen, um an der drunterliegenden Oktoberfest-Infrastruktur zu arbeiten.

Am Schreibtisch Start mit Turbo – weil letzter Arbeitstag vor Urlaub. Kurzer Schreck (das englische dismay enhält auch das gefühlte Sinken des Herzes): Ich wollte für eine dringende Erledigung während meines Urlaubs eine Liste weitergeben, deren Aktualisierung sehr viel Arbeit gekostet hatte, und hielt sie kurz für verschwunden (dass Microsoft Office 365 eine Vielzahl von parallelen Speicherorten und -systematiken enthält, erschwert alles) (boshaftes Amüsement, dass Office 365 zudem ein so großes Sicherheitsrisiko darstellt, dass ihm in der aktuellen IT-Sicherheitsschulung ein eigenes Kapitel gewidmet wurde). Gründliches Suchen brachten mich zum Glück doch dorthin: Selber schuld, mein eigener Fehler bei der Dateibenennung hatte zu dem Schreck geführt.

Vormittags Unterbrechung durch spontane Geselligkeit – der Anlass, ein Abschied, war mir wichtig genug, dass ich meine anti-geselligen Befindlichkeiten beiseite schob und teilnahm.

Keine Lust auf Mittagscappuccino, weil eh überdreht, statt dessen Marsch um die Blöcke – in kühlem, aber trockenen Wetter, da ich diesmal an einen Schal gedacht hatte, fühlte ich mich warm.

Der Genossenschaftsbau Heimeranblock nach der Renovierung und Aufstockung auch bepflanzt, jetzt freue ich mich auf den späteren Anblick mit hochgekletterten und dichteren Pflanzen.

Zu Mittag gab es Apfel (fast so gut wie aus Ernteanteil) sowie Quark mit Joghurt und Leinsamenschrot.

Emsiger Nachmittag, ich hing deutlich vor Arbeitsende erschöpft in den Seilen, man möchte meinen, ich sei urlaubsreif. Lass nachrechnen: Jepp, mehr als vier Tage am Stück hatte ich zuletzt in den Weihnachtsferien frei. Hoffentlich habe ich meine Berlin-Tage vor re:publica nicht zu voll gepackt, ich brauche echt Erholung.

Erledigtsein machte mich langsam, ich kam nicht ganz so früh aus der Arbeit wie geplant. Da bis zuletzt keine Vertretungslösung für meinen Urlaub auftauchte, hinterließ ich lediglich eine Mail mit Links zu den Ablageorten relevanter Unterlagen.

Heimweg im Kühlen über Abendessenseinkäufe – und Bestellung der Rosentagsrosen für nächsten Donnerstag (Floristin freute sich, als ich ihre entsprechende Frage mit “Nein, für einen Herrn.” beantwortete).

Mein persönliches re:publica-Programm hatte ich finalisiert (Trauer, weil ich durch eigenen Auftritt zwei Frauen auf der Bühne verpasse, die ich wirklich gern gesehen hätte), diesmal dran gedacht, vor dem Ausdrucken bei allen Sessions gelb zu markieren, warum ich mich dafür interessiere (vergangenes Jahr zu häufiges “Hä? Wie kommt das da hin?”). Auch markiert: Wann Angela Merkel auftritt, denn um diese Zeit herum wird vor lauter Sicherheit kein Queren der Location oder sonstwie freie Bewegung möglich sein.

Schon am Dienstagabend hatte ich meine Knochenkopfhörer startklar gemacht: Das erratische Ladeverhalten der alten kabellosen Bügel-Kopfhörer war mir ein zu großes Ausfall-Risiko, und ich brauche doch was für die Funk-Bühnen auf der re:publica (plus Option Musikhören im Zug).

Eine Runde Pilates wäre mir zu gehetzt geworden, nach Räumen für Berlin-Urlaub ging ich sofort zum Alkohol über: Erstmal Manhattans mit arabischen Nüsschen. Zum Nachtmahl (grüner Spargel und wunderbares, glückliches Entrecôte) öffnete ich Schweizer Rotwein aus Direktimport: Nez Noir Rouge Domaine Rouvinez aus dem Wallis, also Schwarznasenschafwein – direktimportiertes Geschenk.

Schön rund und aromatisch, passte auch zum Spargel. Nachtisch viele Erdbeeren (sie werden immer besser) und reichlich Schokolade.

Sehr früh ins Bett, nicht mal mehr gelesen.

§

Begrüßenswerter Service für Müncher*innen von @heibie:

Auf rathausmuc.de findet ihr eine aufbereitete Übersicht mit allen Mitgliedern des neuen Stadtrates und allen 25 Bezirksausschüssen. Angereichert mit den Wahlergebnissen pro Person und ein paar statistischen Daten zum jeweiligen Stadtbezirk.

Journal Samstag, 9. Mai 2026 – Genossener Frühsommermaiensamstag

Sonntag, 10. Mai 2026

Recht lang geschlafen, aufgewacht mit der Freude, dass jetzt aber wirklich Wochenende und frei war. (Außer Pflichtpläne wie Schwimmen, Einkaufen, Laufen, Bügeln, Kochen.)

Ich fühlte mich verkatert, nahm das aber hin, weil halt der Preis des freitäglichen Wochenend-Feierns. Bis mir einfiel, dass ich ja gar nicht gefeiert hatte, seit einer Woche gar keinen Alkohol getrunken.

Amüsement über Verpackungsbetrug: Der linke “VORRATSPACK” enthält drei Stück weniger als der rechte normale eines anderen Herstellers, das obere Drittel des linken ist schlicht leer.

Die angekündigte strahlende Sonne versteckte sich noch gründlich hinter Wolken, doch bis zu meinem Aufbruch zur Schwimmrunde war sie rausgekommen. Sensation des Morgens: Obwohl ich am Vorabend keine dritte Ibu des Tages genommen hatte, war ich nahezu schmerzfrei. Nicht mal der mehr als warme Morgenkaffee löste Zahn-Toberei aus. Und schon begann etwas in mir mir Vorwürfe wegen der Riesenwelle mit Arztterminen zu machen, die ich gestartet hatte. Bis die Schmerzen und die Berührungsempflindlichkeit des zuletzt hauptsächlich schmerzenden Zahns sich doch wieder meldeten, ich war paradoxerweise erleichtert: Doch nicht nur angestellt. Und warf eine Ibu ein.

Gründliches Sonnencremen mit Hilfe von Herrn Kaltmamsell, gemütliches Radeln zum Dantebad, noch war ich um Jacke und Halstuch froh. Ich hatte extra Zeit mitgebracht, denn: Die Münchner Bäder stellen ihr Kassensystem jetzt und in den nächsten Monaten um, das Dantebad gehört zu ersten beiden umgestellten (wohl der Grund der besonders frühen Schließung für den Umbau zum Sommerbetrieb). Die Kommunikationskampagne dazu hatte mich früh erreicht, ich hatte Details nachgelesen. Und tauschte gestern meine bisherige aufladbare Bäderkarte gegen die neue. Das funktionierte etwas manueller als erwartet: Im Kassenbereich des Dantebads nahm eine SWM-Angestellte an Extra-Tischchen meine alte Karte entgegen und füllte mit mir ein Papierformular für die Rücküberweisung des Guthabens auf mein Konto aus. Dann ging ich wie eine Neukundin an die Kasse und kaufte eine neue Bäderkarte, belastete sie mit 100 Euro. Dort bekam ich auch einen Tipp für die Bedienung des neuen Eingangs-Automaten: Jetzt hält man die Karte nicht nur davor, man muss den Eingangswunsch zusätzlich durch ein”Ja”-Tippen auf einem Bildschirm bestätigen.

Schwimmen war schön: Becken gerade nicht zu stark beschwommen, und in exakt diesen anderthalb Stunden schien die Sonne von wolkenlosem Himmel. Allerdings fühlte ich mich die ganze Zeit müde, erklärte mir das wieder reflexhaft mit dem freitäglichen Wochenend-Feiern – das es auch weiterhin gar nicht gegeben hatte. Auf der allerletzten Bahn meiner 3.000 Meter ein Wadenkrampf, der mir jede Lust auf eventuelle Zusatzmeter nahm.

Heimradeln unter herrlichstem blau-weißen Himmel mit Umweg über einen Bäcker Wimmer: Ich wollte dringend nach langer Pause mal wieder deren Kernige (Handsemmeln mit Karotten und Körnern). Nerviges Stop-and-Go-Radeln, gestern war wieder Tag der Roten Ampel.

Frühstück um zwei mit zügigem Esstempo, um nicht vor Ende all der Dinge, die ich zu essen plante, satt zu sein. Das klappte: Hausgemachtes Weißkraut-Kimchi, zwei Körnersemmeln mit Butter und Marmelade, letztes Kirsch-Tapioka mit Vanille-Dickmilch. Großartig, ich genoss alles davon sehr. Und hatte selige zehn Minuten danach, bis sich mein Bauch drückend empörte, dass das ja wohl zu viel gewesen sei.

Lesen und Häuslichkeiten (u.a. Umstellen auf Sommerbettzeug, wegen leichterer Winterbettdecke nicht mehr so dringlich wie früher), aber es zog mich nochmal raus ins herrliche Wetter. Ich nahm einen schwieriger zu bekommenen Posten auf unserer Einkaufsliste als Anlass, zur Schwanthalerhöhe zu spazieren, bekam das Gesuchte (großes Glas Dijon-Senf, bisherige Quellen führten nur kleine). Wenn ich schon mal zu Öffnungszeiten in der Gegend war, besuchte ich den Laden von Wir2liebenWein, um zwei Lieblinge nachzukaufen. Wie immer wurden mir Probierschlücke angeboten, und da es mir noch zu früh für Alkohol war, bestanden diese aus Beispielen des alkoholfreien Angebots an fermentierten Getränken. Sehr gut! Jetzt weiß ich, was ich bei der nächsten festlichen Gelegenheit als Alternativen zu Schaumwein und Wein anbieten werde.

Daheim setzte ich mich lesend auf den Balkon (genau richtige Temperatur, dass auch Sonnenschein sich angenehm anfühlte), turnte vor dem Abendessen eine wohltuende Einheit Pilates, immer wieder entzückt von Gabi Fastners Lob “fleißig!”.

Ich öffnete die nachmittags geholte Flasche Amphoren-Rosé Pittnauer Dogma: Der aktuelle Jahrgang mit neuem Etikett, aber immer noch ein Knaller. Dazu arabische Nüsschen.

Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell auf meinen Wunsch (er hatte mir nach Aufessen des Ernteanteils angeboten, ein Pasta-Gericht zu bestellen) Mafaldine mit Aubergine und Ricotta salata, ganz wunderbar. Nachtisch Erdbeeren und dann Schokolade. Insgesamt wieder zu viel.

Im Fernsehen ließen wir auf 3sat die aktuelle Mephisto-Inszenierung der Münchner Kammerspiele laufen, die ich in meinem Abo vor einem Jahr bereits gesehen hatte. In diesem Fall funktionierte das Filmen überhaupt nicht: Auf der Bühne spielt alles im Theater, auf der Bühne, hinter der Bühne – verfilmt wirkten die Schauplätze der Szenen statt dessen beliebig, die Inszenierungsidee war nicht erkennbar. Dadurch wirkte auch das meiste andere durcheinander und beliebig. Man könnte die (sehr guten) Konzepte hinter dieser Inszenierung schon auch filmisch umsetzen, aber halt mit ganz anderen, filmischen Mitteln.

Vor dem Zu-Bett-Gehen holte ich mir noch einen Schwung Fledermausflattern zwischen den Bäumen vor Herrn Kaltmamsells Fenster – SO NIEDLICH!

Journal Freitag, 8. Mai 2026 – Josef Hader bringt mich zum Nachdenken über Erzählhaltungen im Kabarett

Samstag, 9. Mai 2026

Schlaf nur wenig unruhig (bei jedem halben Aufwachen Schmerz- und Lage-Check) und nur wenig zu kurz, noch ein Glück (!) half Ibu auch in dieser Nacht gegen die Zahn-Sperenzchen.

Aufgestanden zu freundlichem Wetter, das sich beim Marsch in die Arbeit allerdings als knackig kalt herausstellte.

Bilderbuch-Biergarten am Bavariapark.

Morgens ein anstrengender Termin, aber auch morgens: schwächer werdender Schmerz! In Kombination mit Ende des Termins ein Enorphin-Schub.

Die Frühlingsluft zog mich mächtig raus: Mittagscappuccino im Westend.

Nach einigen verspäteten Tätigkeiten (Verspätung nicht von mir verursacht) gab’s zu Mittag Trockenpflaumen sowie Quark mit Sojajoghurt und Leinsamenschrot.

Geregelt abzuarbeitender Nachmittag, pünktlicher Feierabend. Ich nahm U-Bahnen zum Candidplatz, um im Caffe Fausto unsere Espresso-Vorräte aufzufüllen, zurück am Sendlinger Tor ein paar Lebensmitteleinkäufe fürs Abendbrot.

Daheim empfingen mich Blütenpracht und -duft:

Herr Kaltmamsell hatte auch dieses Jahr geschafft, mir Flieder zu besorgen.

Abendessen gab es früher als sonst: Wir hatten Tickets für einen Kabarett-Abend mit Josef Hader in den Kammerspielen. Ich bereitete aus Ernteanteilsalat und -Radiserln (plus die schönsten Radiserl-Blätter) mit Orangensaft-Haselnussmus-Dressing Salat zu, Herr Kaltmamsell briet zugekauften grünen Spargel sowie Grillkäse – der, wie sich herausstellte, vielleicht grillbar, sicher aber nicht bratbar war und einfach wie anderer Käse zerlief. Trotzdem gutes Abendessen.

Die Kammerspiele waren gestern ausverkauft, ich hatte Mitte März nur noch wenig Auswahl gehabt und mich für die letzte Reihe entschieden. Im Theater Erinnerung an meinen allerersten Besuch der Kammerspiele: 1986 Dieter Dorns Inszenierung von Der zerbrochne Krug. Damals hatten wir die letzte Reihe gewählt, weil a) billig und b) man für bessere Sicht auf die Bühne aufstehen konnte, ohne jemandem die Sicht zu verstellen.

Um uns herum alte Leute, also wie wir: Herr Kaltmamsell und ich dürften exakt im Altersdurchschnitt dieses typischen Kabarettpublikums gelegen haben. Und sahen Hader on Ice.

Ein gutes Programm mit über die beiden Stunden immer größerem körperlichen Einsatz – und es brachte mich dazu, über die verschiedenen Formen von Ein-Personen-Kabarett nachzudenken, also über das kabarettistische Ich. Hier ein erster Versuch der Einteilung in drei kabarettistische Erzählhaltungen:

1. Kabarettist*in trägt pointierte Texte vor, in denen es vor allem auf Analyse und Sprache ankommt, Bühnen-Ich und Person sind offensichtlich identisch. Beispiele: Dieter Hildebrandt und seine Generation politischer Kabarettist*innen, Hanns Dieter Hüsch, Sarah Bosetti.

2. Schauspiel mit offensichtlichem Schlüpfen in andere Figuren, oft inklusive Kostümierung, die Figuren werden damit karikiert, entblößt, der Lächerlichkeit preisgegeben. Die Beispiele, die mir einfallen, überschneiden sich mit Comedy: Luise Kinseher, Waltraud und Mariechen, Monika Gruber (glauben Sie es oder nicht: die war mal gut), Misfits.

3. Haders Technik wiederum wird gerne mit “dem Publikum den Spiegel vorhalten” umschrieben: Das machte Gerhard Polt in seinen langen besten Zeiten, Helmut Qualtinger auf die bösartigste und meisterlichste Weise immer. Hader erzählt so vor sich hin, witzelt oder schimpft über Umstände, verlockt das Publikum immer wieder dazu, sich mit dieser Persona zu identifizieren – bis es dann vielleicht doch die eine oder andere eskalierende Übertreibung nicht mehr mitgeht. Aber Schimpfen auf entlegene Gegenden, die romantisiert werden, aber in Wirklichkeit dann doch gruslig sind? Geht immer.

Nur manchmal ist das kabarettierende Ich offensichtlich weit entfernt von Josef Hader, zum Beispiel als Verschwörungs-Mystiker oder wenn er das Zerbrechen seiner letzten Ehe mit einer sehr jungen Frau berichtet und die Beziehungs-Interaktion über zwei bis drei Generationen darlegt. Dabei wechselt Hader nicht mal den Habitus: Er stellt sich zur Verfügung für diese Geschichte, die man ihm – wüsste man nicht, wer er ist – bei einer flüchtigen Bekanntschaft als seine abnehmen würde.

Draufgebracht hat mich ein kurzer Abschnitt im Programm, in dem er sich über Facebook-Gruppen lustig machte, inklusive Lästern, wie zu viel Zeit die Leute dort ja wohl haben müssen: Der irritierte mich als 15 Jahre veraltet und offene Türen einrennend – außer Hader äffte damit eine bestimmte seit vielen Jahren immer nur wiederholte und nachgeplapperte Haltung zu Online-Plattformen nach.

Und er hatte sowohl Bühne als auch Publikum im Griff, auch wenn Hader immer stärkere Alkoholisierung und Kontrollverlust spielte. Der Abschlussapplaus toste – aber nur genau so lang, wie Hader es zuließ, bevor er uns alle nach Hause schickte.

Herr Kaltmamsell und ich waren von Arbeitswoche und überhaupt völlig erledigt; während ich mir in der Pause noch Nachtischschokolade beim Heimkommen wünschte, war ich dann tatsächlich daheim um elf nur noch froh, ins Bett zu kommen.

§

Entzückende 20 Minuten Sally Fields:

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https://youtu.be/GwSnqkV7eY0?si=gdsYuFHruPV1a6-3

via @joel.lu

Fields stellt sich als jemand heraus, mit der ich mich sehr gern einen Abend lang unterhalten würde (zum Beispiel über Teilchenphysik) – das geht mir bei den allerwenigsten Hollywood-Schauspielerinnen so. Unter anderem wegen ihrer sehr klugen Reflexionen darüber, was öffentlicher Ruhm und stardom bewirken, auch über ihr Schauspielen.

Schade, dass sie nicht über Not Without My Daughter spricht – der mein Bild von ihr lange Zeit und fälschlich dominierte. Und nicht über ihre Rolle in Emergency Room, die mir zeigte, was sie drauf hat. Kann ich sie ja bei unserem gemeinsamen Abend fragen.

Journal Mittwoch, 6. Mai 2026 – Morgens Lerche, abends Uigure

Donnerstag, 7. Mai 2026

Extrafrüher Wecker, das eigentlich noch frühere Aufwachen energisch weggedrückt.
Mich beim Aufstehen an die Schmerzattacke mitten in der Nacht erinnert – war ich auf der falschen Seite gelegen?

Beim Hellwerden sah ich auf den Straßen, dass es nachts geregnet haben musste. Es war auch kühler geworden, zum kurzärmligen Lauf-Shirt schlüpfte ich in eine Weste – das erwies sich als genau richtig.

Diesmal lief ich auf der westlichen Isarseite nach Süden, also in den Auen, der bedeckte Himmel machte eh keine große Hoffnung auf weite Blicke. Freude an der Bewegung stellte sich schnell ein mit dem Glücksgedanken: I’m really doing this! Der Boden war noch vom Regen feucht, die Pfade zwischen den Bäumen federten herrlich.

Ich passierte mehrere so abgezäunte Bereiche, vermutete Schutz gegen Biber.

Dominanter Blütenduft: Weißdorn und Bärlauch.

80 Minuten Lauflänge waren optimal – wenn ich öfter zum Laufen käme, könnte ich mich wahrscheinlich leichter darauf beschränken.

Zackige Körperpflege, dennoch beschleunigte ich meinen Arbeitsweg lieber durch U-Bahn für die zweite Hälfte: Ich wusste, dass jemand auf mich wartete.

Über den Terminservice der Kassenärztlichen Vereinigung erjagte ich einen frühren Neurologen-Termin (Umkreis auf 20 Kilometer eingestellt) – aber auch bis zu dem muss ich noch fünf Wochen durchhalten (statt acht). (Las dann gestern von jemandem im Großraum München, die – wahrscheinlich mit der gleichen Methode – den ersten Termin Kinderpychiatrie in 15 Monaten bekam. Das ist deutlich schlimmer auf vielen Ebenen.)

Turbulenter Arbeitsvormittag, dennoch marschierte ich auf einen nahegelegenen Mittagscappuccino, bei all dem abgelenkt von Schmerzen (wenigstens deutlich unter Toben).

Auch dieses Jahr bereitet mir dieser Anblick in der Anglerstraße große Freude.

Zu Mittag gab es ein drittes Mal in Folge Apfel (ein letzter köstlicher aus Ernteanteil) sowie Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot, immer noch nicht langweilig und genau richtig bei eigentlich keinem Appetit.

Nachmittags verdüsterte sich der Himmel massiv: Hoffnung auf echten Regen, auch wenn mir das persönlich überhaupt nicht in die Pläne passte. Kurz nach vier hörte ich Donner, dann endlich Regenprasseln.

Auf einer Bewusstseinsebne das ständige Beobachten von möglichen Kausalitäten des Schmerzverhaltens, vor allem bei beglückendem Nachlassen: War es das Senken des Kopfes mit Nackendehnen? War es das Massieren des Knochens über der Schläfe? Bislang nichts davon reproduzierbar.

Ich hatte Glück, der Regen hörte wenige Minuten vor meinem Verlassen des Hauses auf. Heimweg über Einkauf von Süßigkeiten (Aldi) und Milchprodukten (Vollcorner). Die stellte ich daheim nur ab, dann ging ich wie verabredet mit Herrn Kaltmamsell zu dem uigurischen Lokal, das wir im Vorbeigehen in der Implerstraße gesehen hatten.

Vorspeisen Gurkensalat und scharfer Bohnenpudding, als Hauptspeisen hausgemachte Nudeln einmal klein mit Rind, einmal lang mit Huhn.

Schmeckte alles ok, ein wenig lieblos, vor allem kein Vergleich zum seinerzeitigen Taklamakan am Hauptbahnhof, bei dem wir uigurisches Essen kennengelernt hatten und begeistert waren. Gibt es leider schon lang nicht mehr, auch dessen Nachfolger ist kein Vergleich.

Zurück daheim Brotzeitvorbereitung und noch ein wenig Schokolade.

Die Telekom, bei der ich immer noch meinen Handy-Vertrag habe und der ich mühsam jede Art von Kontaktaufnahme untersagt habe, kündigt einfach mal an:

Künftig möchten wir Sie per E‑Mail und SMS über Empfehlungen zu vertragsähnlichen Produkten und Diensten der Telekom Deutschland GmbH informieren.
Wenn Sie künftig keine Empfehlungen per E‑Mail und SMS mehr erhalten möchten, können Sie bei jeder Ansprache widersprechen. Klicken Sie hierzu auf „Widerspruch“ und melden Sie sich im Kundencenter an.

Und was passiert, wenn ich mich mühsam einlogge und “Widerspruch” anklicke?

Ein Fehler ist aufgetreten.
Ihre Änderungen konnten nicht gespeichert werden.

Mehrfach. Ihr Saukerle. Einmal probiere ich es noch, dann geht Beschwerde an das Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht (ist Ländersache), ich hab den Hals echt voll.

Neue Lektüre Joachim Meyerhoff, Alle Toten fliegen hoch: Amerika, auf diesen Posten meines Wunschzettels hatte ich gerade am meisten Lust. Beim Zu-Bett-Gehen eine Schmerzattacke zur Abwechslung im rechten unteren Kiefer.

Journal Dienstag, 5. Mai 2026 – #WMDEDGT mit aufregendem Kuchentransport

Mittwoch, 6. Mai 2026

Frau Brüllen sammelt wieder am 5. des Monats Tagebuchblogposts unter #WMDEDGT (“Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?”).

Eine gute Nacht, beim Weckerklingeln hatte die Morgenhelligkeit einen großen Sprung gemacht.

Nach Kaffeekochen erstmal den Bürokuchen geschnitten und transportabel gemacht – mit der Erkenntnis, dass ich mich völlig verschätzt hatte, wie viel Plattenplatz ein Bleck Kuchen einnahm, nämlich dreimal so viel (für nächstes Mal Transport auf Blech und Zerteilen vor Ort einkalkulieren). Zwar fiel mir eine Lösung ein, doch ich wurde gestresst und hektisch.

Die Lösung: Zum ersten Mal war der Zwischenboden der Torten-Box nützlich und ich bekam zwei Teller unter, die Servierplatte oben hielt, wenn ich die Box am unteren Rand griff.

Zusätzlicher Stressfaktor: Der Haupt-Weh-Zahn brüllte bei Kontakt mit jeder Flüssigkeit, auch dem Morgenmilchkaffee in Körpertemperatur, ich musste ein wenig auf den Esstisch trommeln und (eher innerlich) gegenbrüllen.

Wie geplant nahm ich für Kuchentransport einen Bus in die Arbeit: Der 62er braucht mit seinem ausgiebigen Mäandern zwar fast so lang dorthin wie ich zu Fuß in Luftlinie, fährt aber nahezu von Tür zu Tür und eignete sich für diesen Transport deutlich besser als Fußmarsch. Es ging alles gut; ob die Zittrigkeit bei Ankunft von Kaffee (morgens sonst ohne Folgen), Schmerz-Management, Aufregung oder schwerem Tragen kam, ließ sich nicht ergründen.

Die energiefressenden Schmerzen zwangen mich zur bewussten Einteilung meiner Arbeitskraft (und jeder Schluck Getränk wollte wohlüberlegt sein – wenn der erste keinen Schmerzalarm auslöste, trank ich lieber gleich auf Vorrat).

Kuchenservierung klappte, er wurde auch gegessen.
Dazu wirklich lustige Gespräche, darunter: Neben meinem Bewegungstracker hätte ich ja gerne einen Kulturtracker, der mich erinnert, wenn ich nicht genug Kunst bekomme. Gestern erweiterten wir das um einen Social Tracker, der zum Beispiel mitzählt, ob man sich auch beziehungserhaltend genug mit Partner/Partnerin austauscht (amerikanische Wissenschaftler haben wohl ein Minimum von 8 Minuten täglich ermittelt).

Wieder mehr Lust auf Mittagsmarsch als auf Mittagscappuccino, die über 20 Grad fühlten sich unangemessen warm an. Hoffnung auf dringend nötigen Regen wenigstens ab Abend.

Mittagessen Apfel sowie Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot.

Heftiger Arbeitsnachmittag, vor lauter Erledigtsein schier den Absprung nicht geschafft. Hatte aber als Motivation eine begrenzte Öffnungszeit im Nacken, das half.

Kurz vor Feierabend regnete es tatsächlich ein paar Tropfen, aber nicht ernsthaft. Ich spazierte zur Hausarztpraxis für eine neue Neurologie-Überweisung inklusive Vermittlunscode.

Das Frühlingsfest dauert dieses Jahr zum 60. Geburtstag drei Wochen statt sonst zwei.

Ich genoss das Gehen in Mailuft, holte kurz vor Wittelsbacherbrücke die Überweisung ab.

Über den Alten Südfriedhof nach Hause.

Ich kam gleichzeitig mit Herr Kaltmamsell an. Er kümmerte sich ums Nachtmahl, ich machte Pilates (wieder sehr erfreulich). Und dann gab es erstmal Karotten-Fritten mit Labne und arabischem Fladenbrot, dann Ingolstädter Bauernwürscht.

Und zum Nachtisch eröffneten wir die Erdbeersaison (mit flüssiger Sahne) – bis zu wirklich guten Erdbeeren werden wir allerdings noch die echte Saison abwarten müssen. Danach ein wenig Schokolade.

Im Bett Maggie O’Farrell, Hamnet ausgelesen, gut unterhalten.

§

Ich bin der Häme über die aktuelle Regierung müde (u.a. weil es mir mittlerweile schwer fällt, fundierte Kritik und glaubwürdige Einschätzungen zu finden) – aber dieser Merz-Cartoon von Heiko Sakurai trifft meiner Ansicht nach den Nagel etc.
(via @formschub)

Journal Sonntag, 3. Mai 2026 – Zu warmer Isarlauf

Montag, 4. Mai 2026

Gut und ausgeschlafen. Draußen ein weiterer Sonnentag, die vorhergesagte Bewölkung noch nicht zu sehen.

Gebloggt und Mastodon-Timeline hinterhergelesen, rumgetrödelt, in aller Gemütsruhe (und mit reichlich Sonnencreme) für eine Laufrunde fertiggemacht: Plan war, zum Friedensengel zu radeln, ohne Eile und einfach im Strom der vielen zu erwartenden Radeln.

Als ich vors Haus trat, kehrte ich sofort um: Die Jacke würde ich wirklich nicht brauchen, auch nicht fürs Radeln. Es war für Mai viel zu warm.

Lauf ab Friedensengel nach Norden die Isar entlang, es war in Trägershirt gerade mal nicht zu warm.

Lichtspiele unter der Leinthalerbrücke.

Auf Höhe des Teichs an der Emmeramsbrücke vielstimmiges, energisches Froschquaken.

Wieder sah ich keine Schwalben – leidet der hiesige Bestand immer noch unter den Folgen der Starkregen-Katastrophe vom Herbst 2024? Noch mehr fiel mir das Fehlen von Flausch auf: Die Enten waren alle nur in Erwachsenenform unterwegs. WHERE ARE SE BIBERL?

Der Boden sehr trocken, was in Kombination mit den vielen Radelnden zu einer fast stehenden Staubwolke über allen Wegen führte.

Zahn-Gesichtsschmerz auf- und abschwellend, manchmal pulsierend, manchmal sogar fast weg. Dominanter Blütenduft: Flieder. Auf dem letzten Abschnitt, Thomas-Mann-Allee, stolperte und fiel ich abrollend auf die linke Schulter: Nur wenig Schreck, keine Verletzung, aber heldinnenhaft dreckiger linker Arm.

Schönes Heimradeln, große Vorfreude auf Wassertrinken: Der eine oder andere Trinkwasserbrunnen im nördlichen Englischen Garten wäre schon sensationell großartig.

Herr Kaltmamsell verarbeitete auf meinen Wunsch den Ernteanteil-Spinat zu einem Vier-Herdplatten-Frühstück:

Kurz nach zwei servierte er edle Eggs florentine – mit der perfektesten Hollandaise, die ihm je gelang.

Müder Nachmittag, vor allem auf dem Balkon gelesen – mit nackten Füßen!

Aber auch die Kiste mit Winterschuhen gegen Sommerschuhe getauscht. Im Keller begegnete ich Nachbarschaft, die gerade Winterjacken verräumte. Und da hörte ich auf, mir selbst genug Platz in meinen Kleiderschränken einzureden: Wenn Herr Kaltmamsell die nächsten Hemden von der Reinigung in Folie heimbringt, nutze ich diese Folie zum Verräumen der dicken Winterjacke und des Wintermantels im Keller.

Kuchenbacken für Dienstag: Ich hatte mich in eine Büro-Liste zum Kuchenmitbringen eingetragen. Es wurde Kirschkuchen mit Rahmguss, ein Familienklassiker, den ich aber offensichtlich noch nicht in meinen Rezepten hinterlegt hatte.

Jetzt schon, hier ist das Rezept (Foto ergänze ich nach Anschneiden).

Auch das Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell, aus den getrockneten schwarzen Ernteanteil-Bohnen hatte er mit Linsen und Soja-Hack sein klassisches Chili gekocht – das ich aber zum ersten Mal bekam. Ausgesprochen köstlich, dazu Labne und eingelegte Japaleños. Nachtisch Marmorkuchen und Kirschspeise (Kirschsaft vom Kuchenbacken mit Sago).

Früh ins Bett zum Lesen.

§

Eine Geschichte von Ausnahme-Resilienz. (Wie immer meine Bitte: Obacht! Diese Einzelfälle beweisen NICHT, dass alles möglich ist, wenn man nur will. Sondern beweisen ein unmenschliches und frauenfeindliches Unterdrückungssystem, in dem seltene Ausreißer zu Geschichten werden, die man einander lange erzählt.)
“Wie konnten Sie und Ihre Mutter die gläsernen Decken durchbrechen, Frau Goldmann?”

Wilhelmine Goldmann war die erste Vorständin in der Geschichte der ÖBB – und die Tochter einer Karrierefrau. Ein Gespräch über den langen Weg zur Gleichberechtigung.

Mir fiel besonders auf:

Die Bürgerkinder aus St. Pölten haben sich über ihre geflickten Kleider lustig gemacht. Aber meine Mutter hat sich sehr dagegen gewehrt und sich darüber beim Direktor beschwert. Der hat die Kinder daraufhin gerügt, sie mussten sich bei meiner Mutter entschuldigen. Das war für sie eine Genugtuung.

Solch eine “Rebellion” basiert auf einer ungewöhnlichen Voraussetzung: Die kleine Wilhelmine war offensichtlich überzeugt, dass sie nicht minderwertig war, hatte die althergebrachte gesellschaftliche Hierarchie nicht internalisiert. Sehr wahrscheinlich rebellieren die allermeisten in ihrer Situation unter anderem deshalb nicht, weil sie den unterdrückenden Kräften irgendwo Recht geben.

§

Robin Detje hat seine greise Mutter verloren und entwickelt aus seiner Trauer eine bedenkenswerte Idee: Stuhlkreise gegen Menschlichkeitsverlust.
“Tod, Platzregen, Patriarchat”.

Zum Beispiel wünsche ich mir so etwas wie „Humans Anonymous“. „Anonyme Menschen“. Ihr kennt die Anonymen Alkoholiker (AA), die in jeder zweiten Krimiserie vorkommen? Da steht dann immer dieser Stuhlkreis, und einer sagt: „Josh, möchtest du heute etwas sagen?“ Und dann sagt Josh: „Ich heiße Josh, ich bin Alkoholiker und bin schon drei Monate nüchtern“, und erzählt etwas aus seinem Leben. Und neben ihm sitzt ein alkoholkranker Detective und findet in Joshs Worten zufällig die Lösung für den Fall mit dem bestialischen Serienkiller.

Im Stuhlkreis meiner Anonymen Menschen (AM) würde Josh vielleicht sagen: „Ich bin ein Mensch und war schon drei Monate lang nicht mehr böse.“

(…)

Religionsgründung fände ich grundsätzlich auch immer noch toll, mit Religion als Regelsystem, das Menschen aus der Gewalttätigkeit in die Sanftmütigkeit geleitet. Aber ich habe noch nicht verstanden, wie man eine Religion davon abhält, ihr eigenes fieses, Jahrtausende der Menschheitsgeschichte verfinsterndes Gewaltsystem zu errichten. Deshalb bin ich da im Moment noch skeptisch. Ein dezentrales System kleiner unaufgeregter Stuhlkreise, die sich nicht miteinander vernetzen und immer so klein bleiben, dass niemand Macht über die anderen ausüben will, kommt mir sicherer vor.

Journal Freitag, 1. Mai 2026 – Sonniger Maifeiertag mit Schwimmen und Frühlingsfest

Samstag, 2. Mai 2026

Sehr unruhige Nacht, am erholsamsten fühlten sich die letzten beiden Stunden mit echtem Ausschlafen an. Erst wenig vor acht zog ich den Rollladen hoch zu strahlendem Frühlingswetter.

Nach dem Bloggen setzte ich meine Backpläne um, es gab meinen klassischen Marmorkuchen.

Wegen spätem Aufstehen kam ich spät zu meiner Schwimmrunde los. Zumindest hatte sich bis dahin die morgens wieder sehr frische Luft erwärmt, beim Radeln zum Olympiabad musste ich nicht frieren.

Schwimmen sehr gut, ich legte 100 Bonusmeter auf meine 3.000. Aber: Die vormittägliche Ibu hielt nur drei Stunden, und der wiederanschwellende Zahnschmerz nahm den rechten Unterkiefer mit.

Heimradeln durch jetzt warme Innenstadt unter wolkenlos knallblauem Himmel. Frühstück kurz vor halb drei eine hervorragende Birne, viel Marmorkuchen – und eine vorzeitige weitere Ibu, als sich der Schmerz Richtung “tobend” entwickelte. Wenn das Tempo der Verschlimmerung so bleibt, halte ich keine zwei Monate bis zur möglichen neurologischen Hilfe durch.

Herr Kaltmamsell hatte bereits am Donnerstag von Mauerseglersichtung an der Isar berichtet (bevor ich dort Schwalben gesehen hatte!), gestern waren sie auch über der Innenstadt.

Weil mir schwindlig war vor lauter müde, ließ ich den Rollladen zum herrlichen Sonnenschein herunter und legte mich zu einer Siesta hin: Ich schlief tief, das hatte es wohl gebraucht. Allerdings wachte ich auch desorientiert auf, brauchte lang, bis ich wieder ganz da war.

Nachmittag mit Lesen, auch auf dem Balkon.

Die Bäume können bereits wieder Schatten spenden.

Die Entwinterung des Balkons (Bodenputzen) hatte ich mir für das lange Wochenende vorgenommen, doch der freundliche Herr Kaltmamsell fragte, ob er mir eine Freude mit dem Übernehmen dieser Tätigkeit machen könne. Das freute mich wirklich, doch weil er doch der mit Wochenendarbeit war (Abiturkorrigieren), hatte ich auch etwas schlechtes Gewissen.

Eine Runde Pilates: Ich habe weitere Folgen von Gabi Fastner zusammengestellt, die mich immer wieder positiv überraschen, wie vielen ungewohnte Übungen es darin gibt – und das nach Jahrzehnten Gymnastikerfahrung.

Abendessen gab es auf dem Frühlingsfest auf der Theresienwiese, ich stellte mir Langos vor, Bratwurst und Schokofrüchte. Und aß all das in dieser Reihenfolge.

Langos (beste neue Entwicklung der Volksfest-Kulinarik) mit Knoblauch und Käse.

Einmal Polnische, einmal frisch gebratene, knusprige Käsekrainer.

Gemischtes Obst in Schokolade.

Aber es war nur in der Sonne nicht frisch, dass ich keine Jacke dabeihatte, war leichtsinnig. Heimweg zum ersten Mauersegler-Schrillen des Jahres.

§

Stolpersteine in Spanien:
“‘Diese Würdigung ist ein Akt der Gerechtigkeit'”.

Tausende Spanier wurden von den Nazis in KZs deportiert. Auch für sie gibt es – wie in Deutschland – Stolpersteine zum Gedenken. Für ihre Nachkommen ist es eine besondere Würdigung.

Von spanischen KZ-Inhaftierten hatte auch ich erst vor wenigen Jahren erfahren, nämlich in der KZ-Gedenkstätte Dachau.

§

Urbane Choreografie – was alles Tanz sein kann! (Plus Kameraperspektive und Bildausschnitt.)