Essen & Trinken

Journal Montag, 20. Juli 2015 – Hirschgarten

Dienstag, 21. Juli 2015

Eine Teilzeitmünchnerin war mal wieder in München, wir hatten uns abends im Biergarten verabredet. Sie hatte den Hirschgarten vorgeschlagen, und da ich tatsächlich in 16 Jahren München noch nie dort gewesen war, stimmte ich zu.

Nach der Arbeit radelte ich in der nicht zu großen Hitze hinüber zum Hirschgarten – und war völlig bezaubert. Die Weitläufigkeit und die schönen alten Bäume, dazu noch der rustikale Ausschank: Man holte sich seinen Maßkrug aus einem riesigen Regal, spülte ihn an einem benachbarten Wasserhahn ein wenig nach und ließ ihn an einer freistehenden Theke mit Bier füllen. Wer ein Radler wollte (ich wollte), schenkte sich selbst zunächst an einem zum Käufer gerichteten Zapfhahn selbst Limo ein.

Das Allerbeste allerdings waren die Tiere: Wir saßen direkt am namengebenden Wildgehege des Hirschgartens, und das Damwild darin konnte uns praktisch in den Bierkrug spucken.

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Das Heimradeln in der beginnenden Abenddämmerung hätte meinetwegen noch länger dauern können.

Journal Freitag/Samstag/Sonntag, 17./18./19. Juli 2015 – Hochsommer erschwommen und erlaufen

Montag, 20. Juli 2015

Am Freitag auf dem Heimweg beim Verdi keinen vertrauenserweckenden Fisch mehr bekommen (Ende Ramadan und Freitagabend – was hatte ich erwartet?), in der ebenfalls fast leergekauften Fleischtheke Merguez entdeckt. Von der Hitze erschöpft, bat ich Herrn Kaltmamsell um Zubereitung.

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Der Samstag startete bewölkt. Ich ging Schwimmen ins Schyrenbad, es lief wunderbar – Forelle Hilfsausdruck. Nach meinen 3.000 Metern war die Sonne herausgekommen, ich legte mich in diese.

Nachmittags bereitete ich Bagelteig (Übernachtgare im Kühlschrank), zudem aus Ernteanteil und Zugekauftem Caponata. Jetzt weiß ich also auch, wie frische Aubergine aussieht und duftet – möglicherweise hatte ich zum ersten Mal eine unterm Messer, die nur wenige Tage zuvor geernetet worden war: Aubergine ist ja eigentlich knackig und saftig!

Nicht gemacht am Samstag: An ihrem Tag der offenen Tür die Hauptfeuerwache besucht (Feuerwehr!), in Schönbrunn beim Kartoffelkombinat mitgegärtnert.

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Sonntag überraschend lang geschlafen, Morgenkaffee auf dem Balkon. Als ich mich zum Laufen fertigmachte, kam Herr Kaltmamsell gerade von seiner Runde Zombie Run zurück: „Ich lass dich da nicht ohne Wasser raus.“ Also kramte ich den ausgeleierten Gummigürtel mit Trinkfläschchen heraus und füllte zwei davon.

Schon als ich mein Rad am Tierpark in Thalkirchen abstellte, war ich darüber froh – obwohl es gar nicht so heiß war. Unterwegs füllte ich die Fläschchen mehrfach nach (Klo im U-Bahnhof Thalkirchen, Brunnen am Schleusenwärterhäuserl Maria Einsiedel).

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Zum ersten Mal jemanden im Isarwerkkanal schwimmen sehen. Er zog an einer Schnur ein Päckchen hinter sich her, in dem ich Kleidung vermutete. Erinnerte mich umgehend an Torbergs Tante Jolesch, in der sich Dschingo Deutscher verteidigt: „Ich habe nicht gebadet – ich bin nach Hause geschwommen.“

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Als ich gerade gefrühstückt hatte, rief meine Mutter an: Mein Onkel aus Madrid sei samt Tante in München, wir träfen uns alle um drei am Marienplatz. Das war ausgesprochen ungünstig, da ich den Sonntagnachmittag für aufgeschobene Erledigungen brauchte. Ich jammerte, warum sie mir denn nicht ein wenig früher Bescheid gegeben habe und sagte ab. Wirklich blöd, denn das geplante Bügeln hätte ich durchaus verschieben können – ich habe wirklich genug Kleidung. Aber ich wollte unbedingt noch das Buch für die nächste Leserunde am Donnerstag lesen: Nabokovs Lolita. An dem einen freien Abend in den Tagen bis dorthin würde ich das unmöglich schaffen. Mit mehr Vorlauf hätte ich den Samstagnachmittag dafür genutzt. Und gerade bei diesem Buch hatte ich mich sehr auf das Wiederlesen gefreut; laut Notiz im Buch ist mein erstes Lesen 24 Jahre her.

Also las ich bis halb sieben, alle halbe Stunde nach einer neuen Sitzposition suchend, die die Hüftschmerzen vom Sport erträglich hielt – Ibu hatte ich ohnehin bald eingeworfen.

Zum Nachtmahl gab es die mittags gebackenen Bagel, Caponata und einen Salat, den Herr Kaltmamsell geschnippelt hatte: Stangensellerie aus Ernteanteil, Äpfel, Walnüsse, Zitronensaft und Olivenöl – köstlich.

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Ins Bett gegangen zu Sommerregen.

Nicht gemacht am Sonntag: Tanzen auf dem Kocherlball.

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„28 Things Every Book Lover Wants Their Partner To Know“.

Es erleichtert die Sache, wenn zwei book lovers zusammenkommen.

Journal Donnerstag, 16. Juli 2015 – heiße und kalte Getränke

Freitag, 17. Juli 2015

Gestern den Cappuccino in der Cafeteria der Arbeit getestet, von dem mir mehrere Kollegen und Kolleginnen versichert hatten, der sei wirklich gut (im Gegensatz zum Produkt der Vollautomaten auf den Stockwerken). Um ihn zu erwerben, musste ich in ein Nebengebäude, und der Barista wirkte eher fahrig und unkoordiniert – aber Cappuccino, so stellte ich zurück mit der Tasse im Büro fest, den kann er. Wird wohl ein häufigerer Gang werden.

Abends durch die Hitze nach Haidhausen geradelt, um mich mit einer Freundin im Barroom zu treffen, lange über Cocktails geplaudert.

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Am interessantesten fand ich den Smokey Whiskey Sour, der mit einem extrem rauchigen schottischen Single Malt gemacht war, einem Ardberg (im Bild rechts).

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Als ich nach Mitternacht heim kam, war es draußen immer noch wärmer als in der Wohnung.

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Es gibt viele Themen, die so überwiegend emotional diskutiert werden, dass nachvollziehbar gewonnene, gewichtete und ausgewählte Fakten kaum gehört werden. Gentechnik gehört dazu. Am interessantesten finde ich deshalb, was forschende Wissenschaftler dazu sagen. Zum Beispiel Ralph Bock im Laborjournal.
„Keine Vernunft. Nirgends.
Die systematische Selbsttäuschung beim Thema Gentechnik“.

… ich will hier auch keine Argumente für oder gegen die Nutzung der Gentechnik ins Feld führen. Selbstverständlich hat eine Gesellschaft das Recht, frei zu entscheiden, ob sie eine bestimmte Technologie nutzen will oder eben nicht. Ich will aber die mir vom Chefredakteur zur Verfügung gestellten 17.000 Druckzeichen (ohne Leerzeichen!) nutzen, um die systematische Selbsttäuschung, Scheinheiligkeit und Verlogenheit anzuprangern, die leider in unserer politischen Landschaft zur Gewohnheit zu werden scheint und für die der Umgang mit dem Thema „Gentechnik“ geradezu symptomatisch geworden ist.

(…)

Ich lese weiter im Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion: „Wir wollen eine stärkere Gewichtung der gentechnikkritischen Forschungen, um dem Vorsorgegrundsatz der Umwelt- und Naturschutzpolitik besser gerecht zu werden.“ Was bitte, liebe SPD-Bundespolitiker, heißt das denn auf Deutsch? Wollen Sie die Forscher in Deutschland so lange gängeln, bis sie sich Ihren Wunschthemen zuwenden und verzweifelt versuchen, mit der zwölftausendsten Studie doch noch den Nachweis zu erbringen, dass Gentechnik Krebs auslöst, Marienkäfer tötet und heimische Orchideen bedroht?

(…)

(Interessenskonflikt und Haftungsausschluss: Der Autor forscht unter anderem auf dem Gebiet der Gentechnik. Er wird von der Max-Planck-Gesellschaft anständig bezahlt und seine Forschung erfreut sich großzügiger Förderung aus öffentlichen Quellen. Auf Zuwendungen der Gentechnik­industrie oder der Protest- und Spendensammelindustrie ist er nicht angewiesen und er erhält diese auch nicht. Er steht allen politischen Parteien in diesem Land fern und betrachtet sich auch sonst in seiner Meinungsbildung als ziemlich unabhängig. Die in diesem Essay vertretenen Auffassungen sind seine persönlichen und resultieren aus seiner Analyse der letzten 25 Jahre deutscher und europäischer Gentechnikpolitik.)

(Es hieße trotzdem korrekt „wider besseres Wissen“. Pet peeve.)

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Die Idee Gif-Interview finde ich fast noch schöner als die Sagen-Sie-jetzt-nichts-Interviews (mit meinem Lieblingsvorbild Fernandel konnte sich bislang eh nur Bully Herbig messen).
„Ohne Worte – Raul Krauthausen im GIF-Interview“.

Journal Dienstag, 14. Juli 2015 – Zu Fuß in die Arbeit

Mittwoch, 15. Juli 2015

Gestern probierte ich den Weg in die Arbeit mal zu Fuß: Ist schön, dauert etwa 35 Minuten, verschafft mir Frischluft und ein wenig Bewegung. Zudem Entdeckungen selbst in eigentlich wohl bekannten Ecken.

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Welch wunderschöne Typografie (an der Medizinischen Fachbibliothek der LMU). Oktoberfest wächst bereits sichtlich, erstaunlich viele Jogger und Joggerinnen um die vielumfahrene Theresienwiese unterwegs.

Anlass gehabt, über echtes Essen im Gegensatz zu Lebensmittelersatz nachzudenken. Wir müssen wirklich, wirklich Lösungen für nachhaltige Landwirtschaft finden, um nicht irgendwann auf Soylent Green angewiesen zu sein. Bitte kaufen Sie öfter Produkte Ihrer örtlichen Landwirte, ihrer örtlichen Handwerksmetzgereien, ihrer örtlichen Handwerksbäckereien. (Was paradoxerweise einfacher ist, je größer die Stadt, und schwieriger, je ländlicher die Region.) In diesem Sinn:

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Herr Kaltmamsell servierte zum Nachtmahl Schweizer Wurstsalat mit Zutaten vom Herrmannsdorfer und aus Ernteanteil. (Die Essiggurken waren allerdings aus der Massenproduktion von Hengstenberg, die auf ihrer Website nicht verraten, woher sie ihre Zutaten beziehen und seit fast einem Jahr keine Pressemitteilung online gestellt haben.)

Fürs Techniktagebuch aufgeschrieben, wie heutzutage ein Büroarbeitsplatz funktionsfähig wird. Tageszeitung zumindest durchgeblättert, Duolingo gespielt.

Journal Montag, 13. Juli 2015 – Erster Oktoberfestbefall

Dienstag, 14. Juli 2015

Ich hatte schon Hinweise gelesen, mein Weg in die Arbeit bestätigte sie: Das Oktoberfest wird aufgebaut, ich kann nicht mehr quer über die Theresienwiese übers Verkehrsmuseum in Luftlinie in die Arbeit fahren. Es sind also insgesamt mehr als vier Monate (vom Aufbau Mitte Juli bis zum Abschluss des Abbaus Mitte November), in denen das Oktoberfest München wie eine Seuche im Griff hat, flächendeckend zum Glück nur gut drei Wochen – in denen ich einen Arbeitsweg mit großem Abstand finden muss. Zumindest besteht dieses Jahr die Chance, dass mich niemand zu einem Besuch zwingt.

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Das Wetter blieb den ganzen Tag so bedeckt und kühl.

Zum ersten Mal durfte ich ein Produkt meines neuen Arbeitgebers teste, und es war auch noch etwas zu essen. Na ja, nicht wirklich Produkt des Arbeitgebers: Die Herstellung eines Bestandteils wurde dort entwickelt, das vermarktbare Produkt kommt von einem ausgegründeten Unternehmen.

Abends heimgeradelt über einen Einkaufszwischenstopp, Herr Kaltmamsell hatte israelischen Schnippselsalat und Käse vorbereitet, dazu ein spanischer Verdejo.

Journal Sonntag 12. Juli 2015 – 12 von 12

Montag, 13. Juli 2015

Am 12. jeden Monats findet in Blogs das Fotoprojekt “12von12″ statt:
12 Bilder vom 12. Tag

Diesmal dachte ich schon am Vortag daran, das erste Bild entstand direkt nach dem ausgeschlafenen Aufwachen um sieben. Mit im Bild: Arm von Herrn Kaltmamsell.

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Ein sonniger, milder, angenehmer Morgen, ich begann ihn bloggenderweise auf dem Balkon. Besuch von Buchfinken und Amseln.

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Um zehn machte ich mich fertig für einen Lauf an der Isar: Katzenwäsche, ärmelloses Oberteil, dünne Laufhose bis übers Knie, Haare mit Haarreif aus dem Gesicht gesteckt. Ich radelte an den Friedensengel und merkte, dass ich Temperatur und Trinkbedürfnis unterschätzt hatte. Auf dem kühlen Balkon hatte ich mangels Durst nicht mal mein zweites Glas Wasser austrinken wollen, jetzt lief ich eigentlich schon durstig los – sehr unangenehm. Beim Laufen überlegte ich noch, dass ich eigentlich von der Isar trinken könnte: Auch wenn sie nicht sauber genug für den Wasserhahn ist, dürfte man davon nicht krank werden, sonst gäbe es offizielle Warnungen. Mache ich das nächste Mal.

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Nach 15 Kilometern Lauf schlich ich daheim entkräftet an den Wasserhahn und brauchte eine ganze Weile zur Erholung.

Zum Frühstück gab es Tomaten mit Basilikum aus Ernteanteil, dazu ein aufgetautes Croissant aus eigener Herstellung. (Plus ein viertes Glas Apfelschorle.)

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Packen fürs Schwimmbad, ich radelte mit Herrn Kaltmamsell ins Naturbad Maria Einsiedel. Kurzer Halt unterwegs, um von der Wittelsbacherbrücke aus das Hochsommerszenario festzuhalten.

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Das Schwimmbad war sehr voll (keine Überraschung), wir ließen uns im Halbschatten einer hohen Kiefer nieder. Riesenspaß auch bei regem Besuch: Der Isarkanal, der durch das Bad fließt.

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Pfirsiche, Aprikosen, Kirschen zur Brotzeit – und es stellte sich heraus, dass Herr Kaltmamsell das Kinder-Ballwurfspiel „Kirschen essen“ nicht kannte. Wo uns doch gerade das eine heilige Angst vor Wassertrinken nach Kirschen eingejagt hatte!

Gegen fünf hatte ich genug (Herr Kaltmamsell war bereits früher heimgefahren), fotografierte noch meinen Liegeplatz am Rand des Spielareals, dann packte ich und fuhr heim.

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Während der Teig für den Tortano zum Abendessen ging, spielte ich mit Duolingo Spanischlernen.

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Beim Füllen des Tortano musste ich mich ein wenig aufregen: Da machen die Andechser schon Bio-Ziegenfrischkäse, ausgesucht, sorgfältig, yaddayadda – und dann verpacken sie die 125-Gramm-Portiönchen in Plastikdose mit Plastikdeckel, drunter Alufolie, UND drumrum auch noch eine Papierhülle.

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Ziemlich salzig war er auch, der Frischkäse, so dass der Tortano insgesamt versalzen schmeckte – der ist mir schon deutlich besser gelungen.

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Am sonntäglichen Tatort habe ich leider ein wenig die Lust verloren. Gestern hatte er aber auch zu große Konkurrenz, ich entschied mich für Lauren Bacall und Humphrey Bogart in Tote schlafen fest (der sich erstaunlich schlecht gehalten hat). Im Vordergrund der Stapel ungelesener Zeitungen der Woche.

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Mein Experiment mit einer Schlaf-App erklärte ich gestern für abgeschlossen: Ich hatte keine interessanten Erkenntnisse aus ihr gewonnen, fühlte mich auch nicht angenehmer geweckt als mit schlichtem Wecker. Zumindest weiß ich jetzt, dass ich im Durchschnitt 7,5 Stunden pro Nacht schlafe.

Angenehme Schlaftemperatur, im Bett noch ein bisschen altes SZ-Magazin gelesen.

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Bonus Track, in dem weite Teile der heutigen Sexismusdiskussion abgedeckt werden. In schöner Musik!

„Why can’t a woman be more like a man?“

Wozu dieser Text passt, von 1901 – und ebenso aktuell.

Journal bis Samstag, 11. Juli 2015 – die erste Arbeitswoche

Sonntag, 12. Juli 2015

Die ersten Tage der Woche fühlte ich mich in einem Tornado an Informationen und Eindrücken. Doch alle Kolleginnen und Kollegen waren unglaublich hilfsbereit und freundlich, gingen offen auf mich zu, erkundigten sich nach meinem Einleben. Eine Kollegin übernahm die Rolle der guten Fee, erklärte mir sorgfältig und strukturiert den Arbeitgeber, Geschichte, Struktur, Situation, Zusammenhänge, Handgriffe. Doch es brauchte halt schon die Woche, bis ich auch auf Drucker zugreifen konnte, auf alle Ebenen des Intranets und der IT-Systeme, mein Telefon bedienen konnte.

Ab Donnerstagmittag fing ich an, mich etwas zu entspannen: Fluss statt Tornado. Ich bin weiterhin enthusiastisch, bislang wurden meine ohnehin hohen Erwartungen an den neuen Arbeitgeber sogar übertroffen. Ja, ich kenne die Gefahren von Überidentifikation mit der Firma, aber noch entdecke ich ständig Großartigkeiten: Ach, das machen die auch! Ach, auch dafür ist gesorgt! Ach, auch daran ist gedacht! (Z. B. gibt es bereits seit Jahren einen freundlich-vernünftigen „Leitfaden zum gendergerechten Schreiben“.)

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In diesem Stockwerk liegt mein Büro, Fenster nach Westen. Eine Kollegin fotografierte mich auf meine Bitte für den lokalen Mitarbeiter-Newsletter.

Schwierig könnte gutes Essen werden: Die kleine Kantine scheint leider eine nicht so vorzeigbare Vertreterin dieser Art von Gastronomie zu sein und machte mich ebenso traurig wie das Snackangebot der Cafeteria (aber die Brezen waren ok!). Klar ist eine mitgebrachte Brotzeit eine Alternative, doch damit ist die Versuchung groß, mittags den Schreibtisch nicht zu verlassen, außerdem fällt die Möglichkeit zu Verabredungen mit Kollegen/Kolleginnen weg. Mal sehen, ob mir dafür eine Lösung einfällt.

Eine solche muss ich mir auch noch fürs Stillen meines Sportbedürfnisses unter der Woche überlegen. Und wie ich zum Zeitunglesen komme, ich schaffte es diese Woche nicht mal zu einer Meinung über die Griechenlandkrise.

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Außerhalb der Arbeit: In der Nacht zum Mittwoch hatte es deutlich abgekühlt, Temperatursturz von über 15 Grad.

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Mittwochabend Theater, Spielzeitabschluss mit Camino Real von Tenessee Williams. Ich war überfordert, versuchte die Choreografien und Sandra Hüller zu genießen, kam aber einfach nicht rein.

Donnerstagmorgen Besprechung der Laborergebnisse zu meinem Blut (wegen der entzündeten Lippen), keine echten Auffälligkeiten, praktisch alle Werte bombig. Wir versuchen es trotzdem mal mit Eisengabe (Werte im unteren Bereich) und B12.

Donnerstagabend Verabredung mit Kollegin aus einem vorvorigen Arbeitsleben in Haidhausen, ich erfuhr den aktuellen Stand des vorvorigen Arbeitgebers sowie des Kinderfußballs im Osten Münchens und hatte einen sehr schönen Abend.

Freitagabend war ich mit Herrn Kaltmamsell zum Essengehen verabredet, um die Muße fürs Erzählen von meiner Woche zu finden. Wir futterten uns im Restaurant Molos durch die Speisekarte (ich weiß gar nicht, wie viele Jahre mein letztes Galaktoburiko her ist), tranken griechischen Rosé dazu.

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Der gestrige Samstag schwang sich dann wieder zu sommerlichen Temperaturen hoch, ich verbrachte einen halben Tag im Schyrenbad: Plaudern mit Liegeplatznachbarinnen – irgendwann erkennt man einander halt, wenn man immer dasselbe Eck der Liegewiese ansteuert, 3.000 Meter Schwimmen (beeinträchtigt von Wadenkrämpfen, langsam habe ich den Verdacht, dass mein Stofwechsel extern zugeführtes Magnesium einfach ignoriert), Nussschnecke und Pfirsiche als Brotzeit, Sonnen und Musikhören.

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Zurück daheim als leichte Zwischenmahlzeit Eiskaffee.

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Während es draußen heftig gewitterte und regnete, erledigte ich die Meldung von 2014er Blogposts bei der VG Wort, dieses Jahr ist die Eingabemaske tatsächlich ein wenig userfreundlicher.