Essen & Trinken

Wochenschau

Samstag, 24. Mai 2014

Vergangenen Samstag besuchte ich mit dem Mitbewohner im Marktoberdorf einen gemeinsamen Kommilitonen, dem wir nach vielen kontaktlosen Jahren im März auf dem Konzert der King’s Singers begegnet waren. Ein schöner Nachmittag mit Aussicht, etwas blutarmem Idyll sowie Speisekarten-Allgäuerisch.

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Am Sonntag nach Langen mal wieder ein Isarlauf, ausgiebig und leichtfüßig, vorbei am einsamen Naturbad Maria Einsiedel nach Pullach und zurück.

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Daheim sehr spätes Frühstück mit morgens gebackenem Käsekuchen nach Richensa.

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Dienstagabend Spaziergang zur Leserunde durch Südfriedhof und am sommerlich bevölkerten Isarufer vorbei.

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Mittwoch endlich das passende Wetter, um meine Schuhe aus Israel auszuführen (dass ich mich beim Einfuhrzoll um das eine oder andere Dutzend Euro verschätzt hatte, habe ich erzählt?).

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Abendliche Pizza unter Kastanien.

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Für Donnerstag war schlagartige Hitze angekündigt (die auch eintrat), ich machte mich noch in der Morgenkühle um halb sieben auf an die Isar zum Laufen.

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Die schönen Sandalen, die ich mir in Berlin gekauft hatte, gingen bei ersten Tragen aus dem Leim.

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Warmer Abend auf einem Neuhauser Balkon bei Salat und Börek.

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Der Freitagmorgen begann warm genug für einen Kaffee auf dem Balkon. Doch in der Stunde bis acht kühlte es bereits so sehr ab, dass ich mich für die zweite Tasse Kaffee zurückzog.

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Mittags Spaghetti al nero di sepia bei Marietta, serviert mit Blick auf mein weißes Hemd: “Musst du aufpassen!”

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Berlin im Frühling 2014 – 7

Samstag, 10. Mai 2014

So richtig wurde das mit dem Wetter in Berlin bis zum Schluss nicht, an meinem letzten Urlaubstag präsentierte es sich britisch: Himmel in allen Wolkenfarben mit Blau dazwischen, mal windig, mal warm, immer wieder Regengüsse.

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Deshalb fuhr ich zum Schwimmen nicht wie erhofft ins Prinzenbad unter freiem Himmel, sondern ins Stadtbad Tiergarten (Auswahlkriterien: gute Erreichbarkeit und 50-Meter-Becken). Nach einer Woche sportfrei war mein Körper ausgeruht und energiegeladen, ich zog meine 3.000 Meter kraftvoll und mit Genuss durch. Allerdings ging mir nach der erlebnis- und menschenreichen Woche so viel durch den Kopf, dass ich mich immer wieder in den Bahnen verzählte; möglicherweise bin ich also 3.300 Meter geschwommen, denn im Zweifel nehme ich die niedrigere Zahl.

Als ich unter der abschließenden Dusche stand, kamen fünf kleine nackige Mädchen mit einer Betreuerin in den Duschraum, ca. 6-7 Jahre alt, fröhlich und sehr unterschiedlich bunt und geformt. Die fand sogar ich Kinderverächterin niedlich.

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Mein Plan war gewesen, anschließend an der Friedrichstraße in der Trattoria Peretti mittagzuessen, wo ich mehrfach richtig gut gegessen hatte, auch mit interessanten Weinen. Doch als ich im kräftigen Regen vor der Adresse stand, sah ich ein völlig anderes, sehr improvisiert wirkendes Lokal, und die schwarzen Male über den Fenstern wiesen auf einen Brand hin. Riesiger Hunger, Regen – ich sah keine Möglichkeit, als mich in die nächstbeste Touristenfalle zu stürzen. Ich schaute zwar noch bei einem italienischen Restaurant in der Hannoverschen Straße vorbei, an das ich mich vom Sehen erinnerte, doch das Cavallino rosso war mir für einen Spontanbesuch allein eine Klasse zu hoch. So landete ich im Due Fratelli. Ich habe schon sehr lange kein derart lieblos zubereitetes Mahl vorgesetzt bekommen: Angetrocknete Salatschnipsel irgendwie auf den Teller geworfen, aufgewärmte Pasta. Aber die Bedienung war sehr nett, und frische Kräuter gab es zumindest aufgemalt am Tellerrand der durchgeweichten Supermarkttortellini (der Hunger trieb’s rein) mit Pressschinken (da half nicht mal Hunger).

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Der nächste Punkt auf meinem Tagesplan (nein, ich kann mich nicht “einfach treiben lassen”, meine Phantasie macht unentwegt Pläne) war der Erwerb eines Gürtels. Als ich Sonntag mit Frau Gaga im Bikinihaus war und überlegte, wonach ich suchen könnte, fiel mir mein Gürtelmangel ein: Ich besitze genau einen Gürtel, und der kam vor etwa 15 Jahren mit einem Businesskostüm, das ich längst aussortiert habe. Doch Frau Gaga hielt mich davon ab, im Bikinihaus zu suchen: Es gebe in den Hackeschen Höfen einen Gürtelhersteller, der mir genau nach meinen Vorstellungen einen machen könne, Gürtel Hoffnung. Und da ging ich gestern hin. Ich sah mich gründlich unter den ausgestellten Modellen um und traf meine Wahl. Die bezaubernde Verkäuferin beriet mich, maß meine Gürtelweite (ich wusste zwar die für Kaufhausgürtel, doch bei einer Maßanfertigung muss ja nicht in 5-Zentimeter-Schritten gearbeitet werden), wählte mit mir den Lederriemen aus, und bat mich, in 20 Minuten wiederzukommen.

Ich setzte mich ins Café Hackescher Hof, das ich ohnehin sehr gern mag, weil es ein richtiges Kaffeehaus ist. Außerdem sehe ich bei jedem Besuch, dass sich hier nicht nur Berlinbesucherinnen gütlich tun, sondern auch ganz offensichtlich Menschen, die in der Umgebung arbeiten oder wohnen.

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Die gute Orangen-Joghurt-Torte versöhnte meine Geschmacksknospen.

Und dann holte ich meinen Gürtel ab.

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Was Sie sich bei all dem dazudenken müssen: Kontinuierlicher Kontakt mit den kleinen Internetfreundinnen und -freunden über mein Smartphone, sei es im Redaktions-Chat des Techniktagebuchs auf Facebook, auf Twitter oder per E-Mail.

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Überhaupt: Derzeitige Mode in Berlin.

1) Der Haarschnitt, mit dem ich in München as G’schau habe, ist in Berlin Mainstream. Und dann steht er Tanja Haeusler auch noch besser.

2) Kopftuch: Die besonders schicken jungen Frauen tragen ihr Kopftuch voluminös, ausgestopft bis auf Teletubbie-Größe. Oder sind diese Tücher riesig und werden mehrfach gewickelt? Auf jeden Fall habe ich die in München immer noch angesagte Wickelart mit Pillbox-Einsatz am Hinterkopf praktisch nicht mehr gesehen.

Berlin im Frühling 2014 – 4, re:publica

Mittwoch, 7. Mai 2014

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Die re:publica bereits von den Vortagen durchfeiert anzutreten, war für mich neu. Doch ich stellte überrascht fest, dass die Menschen und die Verabredungen an den Tagen davor meine soziale Energie nicht aufgebraucht haben, sondern mich möglicherweise sogar entspannt.

Das Registrierungsprozedere war dieses Jahr aufs Nebengebäude ausgelagert, gut durchdacht und flüssig. Unter anderem druckten die Helferlein (einer freundlicher und hilfsbereiter als die nächste) die Namensschilder erst bei der Registrierung aus: Die Teilnehmer konnten die Aufschrift also noch beeinflussen. So laufe ich dieses Jahr sowohl als die Kaltmamsell als auch unter bürgerlichem Namen durch die Station.

Erste bekannte Gesichter und Haarfarben traf ich bereits auf dem Weg zur Begrüßung in der riesigen Halle 1; schon hier wurde klar, dass die Teilnehmerinnenzahl im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen war. Das führte auch dazu, dass ich im Lauf des Tages mehrfach an meine erste re:publica denken musste, 2011 noch in Kalkscheune/Friedrichstadtpalast: Zwei meiner Wunschvorträge bekam ich nicht mit, weil der Saal überfüllt war und ich nicht mehr reinkam. Genau das war vor drei Jahren durch den Umzug in die Station behoben worden, hielt aber gerade mal zwei Jahre.

Doch schon nach der Begrüßung saß ich auf dem Affenfelsen innerhalb kürzester Zeit in einem kleinen Rudel von Internetbekanntschaften; dort wurde ich von weiteren solchen erkannt und angesprochen, griff mir Passantinnen, die wiederum ich erkannte.

Vor der ersten Session Frühstück im re:staurant: Mozzarellasalat (reife Avocado, Papayastückchen, Mangodressing mit einem Hauch Ingwer – köstlich).

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Das erste Panel sah ich mir auf dem Boden sitzend an (und auf einer wattierten Anorakhälfte sitzend, die mir eine neue Bekanntschaft netterweise anbot; später stellten wir fest, dass wir natürlich eine Menge gemeinsamer Internetbekannter hatten): “Stone age minds in a digital world – Evolutionspsychologische Perspektive auf die digitale Welt“. Dass ausgerechnet Psychologen Verhalten in “logisch” und “nicht logisch” unterteilen, wunderte mich schon sehr (der Vortrag begann mit der Feststellung, Nutzung von und Verhalten vor Computern sei nicht logisch). Bereits an diesem Punkt wäre ich gerne eingeschritten und hätte Prämissen erfragt und hinterfragt. Als dann Astrid Carolus auch noch die Gaming-Szene mit “also die Jungs” definierte, hatte ich Mühe, sie richtig ernst zu nehmen. Doch ich lernte, dass Evolutionspsychologie sich auf Fortpflanzungserfolg von Verhalten konzentriert (dass also das Überleben des Individuums und sein individuelles Zurechtfinden in der Welt sie nicht wirklich interessiert). Möglicherweise saß ich hier genau den Menschen gegenüber, die für die Zeitungsartikel über “Frauen müssen sich von Natur aus für Schuhe interessieren, sonst hätten sie in der Steinzeit keinen Partner bekommen” verantwortlich sind.

Die nächste Wunschveranstaltung verpasste ich, weil ich zu doof war, den Tagesplan zu lesen (ZACK! hätte mich in der Steinzeit der Säbelzahntiger gehabt und Schluss wäre es gewesen mit der Fortpflanzung). Nachdem mir aber am Helpdesk ein Helfer erklärt hatte, dass die Buchstaben unter den Veranstaltungen keineswegs die Veranstaltungsorte bezeichneten, schaffte ich es ins Panel “Sind bloggende Väter eine Nischenerscheinung?”. Das wollte ich vor allem wegen der Teilnehmerin dasnuf sehen, und sie sah ich auch.

Mein Highlight des Tages war der Vortrag “Geschichte twittern: Wie, was, wann?”. Ein Historiker und eine Historikerin hinter @9Nov38 erzählten, welche Gedanken und welche Arbeit hinter ihrem Projekt standen, die Ereignisse der Reichsprogromnacht in Echtzeit zu twittern. Ich lernte das Forschungsgebiet public history und Geschichtsvermittlung kennen und war sehr beeindruckt von der Gründlichkeit und Umsicht, mit denen die Historikergruppe vorging.
Nachtrag: Hier der Vortrag zum Anschauen.

Spaßig war es bei Johnny Häuslers “Sie werden nicht glauben, was Sie hier sehen!”. (Johnny von Spreeblick klingt wie ein ernst zu nehmender Adelstitel.)

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In erster Linie machte er mit dem Publikum live Online-Umfragen, die in keinem Fall überraschende Ergebnisse erbrachte (über die Antwortverteilung auf die Frage zum Pinkeln unter der Dusche will ich jetzt einfach nicht nachdenken).

Sascha Lobo hielt in der riesigen und dennoch berstenden Halle 1 (hier traf ich gleich nochmal einen ganzen Schwung meiner kleinen Internetfreundinnen und -freunde) seine Rede zur Lage der Nation.

Darin enthalten viel leidenschaftliche Empörung über die Totalüberwachung mittels Internet, die Snowdens Enthüllungen offengelegt haben, nachvollziehbare Wut auf die Trägheit seiner Interessensgenossinen und -genossen (also auf uns), viel brauchbare Argumentationshilfe – aber möglicherweise ein kontraproduktiver Ansatz, die Missstände zu ändern. Patricia Cammarata erklärt diese Kritik genauer, und ich stimme ihr in ihrer Argumentation zu.

Nach weiterem Geplausch auf dem Hof der Station (und Lesen von Nachrichten, denen ich entnahm, mit wem ich gerade nicht plauschte) völliger Szenenwechsel: Ich war mit einer nicht-re:publica-Bloggerin zum Nachtmahl im wunderschönen Paulysaal verabredet.

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Glasierte dicke Rippe vom Pommerschen Ochsen – löffelweiches Fleisch. Außerdem lernte ich bei dieser Gelegenheit Bröselbohnen kennen: Die grünen Bohnen waren in gerösteten Semmelbröseln gewendet, sehr schöne Idee. Das Grüne links unten sind Grie-Soss-Kräuter, die sich ganz hervorragend zum durchwachsenen Fleisch machten.

Das Tischgespräch war mindestens so reichhaltig wie die Speisen; meine Tischdame schenkte mir sogar eine konkrete Idee für die Zukunft.

Osterzopf 2014

Sonntag, 20. April 2014

Das Rezept wartet seit einem Jahr im Entwürfe-Ordner, jetzt habe ich endlich anständige Fotos dazu.

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Die diesjährige Ostertafel mit fruchtigem Osterzopf.

Vor einer Woche hatte meine Mutter noch angekündigt: “Nur damit ihr darauf vorbereitet seid: Dieses Jahr gibt es kein polnisches Osterfrühstück, sondern mal was Anderes.” Der Blick, mit dem ich reagierte, stimmte sie zum Glück um. Auch dieses Jahr gab es große Platten mit Wurst und Eiern, dazu frisch geriebenen Meerrettich und pürierte rote Bete.

Aber auch dieses Jahr war um den anschließenden Spaziergang nicht rumzukommen. Dabei: Ausblick auf ein frisch aufgehübschtes Stückchen Donau.

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Fotos der Woche

Sonntag, 23. März 2014

Einen Schal brauchte es Montagfrüh schon noch.

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Beim Mittagsspaziergang an der Theresienwiese entlang nicht mehr.

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Der Mitbewohner experimentierte mit Kochbananen (das karamelisierte, gebratene Stück auf ein Uhr) und mit Süßkartoffeln (mit Zwiebeln, Chillis und Orangensaft in der Pfanne gegart und dann zerstampft – sehr gut). Dazu gab’s Spinat mit Tahini und vielen Pinienkernen.

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Am Donnerstagnachmittag kurzärmliges Biergartenwetter (am 20. März!). Die Kastanien geben bereits Pfötchen.

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Zumindest morgens weiterhin frisch.

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Samstagvormittag noch fröhliches Radeln durch milde Lüfte zu aushäusigem Frühstück mit Freundin.

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Samstagnachmittag Spaziergang im Nordteil des Englischen Gartens, während dessen das Wetter langsam umschlägt: Es wird immer kälter, und dann setzt Regen ein.

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Am Sonntag dann richtiger Regen – den es wirklich braucht: Die Isar war am Vortag so niedrig wie selten gewesen, ohne Schnee im Winter keine Schneeschmelze im Frühjahr. Musste ich halt mir der U-Bahn in die Turnstunde fahren.

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Beifang aus dem Internet

Mittwoch, 19. März 2014

Übrigens finde ich die meisten dieser Artikel über Hinweise in meiner Twitter-Timeline (die wenigeren in meinem RSS-Feedreader). Doch ich lese meine Timeline meist in großen Blöcken, also den Output mehrerer Stunden am Stück, die angeklickten Links aber sehe ich erst am Ende durch – dann weiß ich schon nicht mehr, von wem der Hinweis war. Ich bitte um Entschuldigung.

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Es ist nicht einfach mit der Gleichberechtigung der Geschlechter im Haushalt:
Das Putzgen.

Ich bin gerührt über diese Geschichte. Wenn das abstrakt Politische konkret die eigene Familie wird, wachsen die Grautöne.
Obwohl (oder weil) ich aus einem Haushalt komme, in dem der Vater die mehreren Putzgene abbekommen hat (nicht die Wäschegene, das sind wohl andere).

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Warum verlinke ich meine eigentlichen und längstjährigen Bloglieblinge eigentlich so selten?
Ach, ich weiß: Weil sie meist durch die Gesamtheit ihrer Posts meine Lieblinge geworden sind. Einen Mosaikstein herauszugreifen und darauf hinzuweisen würde ja völlig verzerren, warum sie meine Lieblinge sind.

Aber diesmal traue ich mich. Wer sowieso schon weiß, dass Anke Gröner eine ausgesprochen schlaue angehende Kunst- und auch sonst Historikerin ist. Wer bereits von ihren Schreibfertigkeiten, ihrer Essmeisterschaft, ihrer Herzensgüte und ihrem Film- sowie TV-Serienwissen bestochen ist. Der und die könnten sie beim Lesen dieses Posts noch besser kennenlernen, in dem sie Kuchen bäckt: “Food for Thought”.

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Sebastian Dickhaut hat für Kabeleins in zehn Minuten Pizza gemacht. Fast ernsthaft. (Warum er mir das mit dem Tomatenreiben bisher verheimlicht hat, will ich aber doch gerne wissen.)

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Mir ist schon lange keine aktuelle Bizarrerie des Hochzeitskults begegnet (ich hielt “Hochzeitsmessen” für das bislang Krankste). Aber jetzt! Surprise Weddings.
“Why surprise weddings are the worst new trend in getting married”

Nein, ich verrate nichts, sie sollen wie ich mit immer offenerem Mund lesen.

(Es ist mir ein Bedürfnis, bei dieser Gelegenheit mal wieder darauf hinzuweisen, dass man auch ohne Hochzeit heiraten kann, das gildet trotzdem. Heutzutage braucht man dazu nicht mal mehr Trauzeuginnen.)

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Da, schaun’S mal: Das ist das Kartoffelkombinat, in dem ich seit vergangenem Jahr Genossin bin.

Wochenende – Familienfeiern im Wandel der Zeit

Montag, 17. März 2014

Die Wettervorhersage bewahrheitete sich: In der Nacht zum Samstag trübte sich der Himmel ein, meinen Isarlauf trabte ich ohne Sonne in ordentlichem Wind. Dafür war der Boden so ausgetrocknet, dass mich Windböen immer wieder in Staubwolken packten. Das werden auch die paar Regentropfen am Nachmittag nicht ausgeglichen haben. (Neuigkeiten von der Gebrechensfront: In den vergangenen Wochen sind es nicht mehr die Waden, die nach 40 Minuten in Schmerzen ausbrechen und mir den Lauf vermiesen, sondern die Fußballen. Ja, ich brauche mal wieder neue Einlagen, aber das allein kann nicht die Ursache sein.)

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Bevor ich die U-Bahn zurück nach Hause nahm, besorgte ich beim Bäcker im Thalkirchner Untergrund Backwerk fürs Frühstück: “Und zwei von den Hörnderln. Sind des Croissants?” “Des san Sesam.” “Äh, aha, dann bitte zwei davon.”

Nach dem Umbau der U-Bahnhöfe Stachus, Hauptbahnhof und Marienplatz (nur der am Stachus ist wirklich abgeschlossen) wird dieses Jahr mein Heimatbahnhof Sendlinger Tor in Angriff genommen – diesmal auch offiziell, nachdem Gerüste und Teilabrisse in den vergangenen Jahren immer wieder wie der Beginn von genau so etwas gewirkt hatten. Einige Plakatwände werden wohl bereits nicht mehr vermietet, es kommt Archäologisches zutage.

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Eintrübung des Wetters hin oder her: Der massive Frühlingseinbruch der vergangenen Wochen hat dazu geführt, dass die ersten Knospen der Kastanien vor unserem Balkon bereits aufplatzen – das ist wirklich ungewöhnlich früh im Jahr.

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Am Sonntag die Schwarzwälder Kirschtorte für Vaters Geburtstag zusammengebaut, Wählen gegangen. Zum ersten Mal von Infratest um Teilnahme gebeten worden: Die Hochrechnungen enthielten MEINE Stimme!

Zum Papageburtstag in die Geburtsstadt gefahren, angenehme Stunden mit gutem Essen, Weinen, Menschen verbracht.

Komisch, dass sich auch in Familien Dinge ändern. Zum Beispiel kann ich wohl nicht mehr fest damit rechnen, dass mein Vater, der Elektriker, mir bei allen elektrischen Problemen bereitwillig zur Seite eilt. Über dem Hauptgericht (Roschtbief mit Pepperonata) erzählte ich meinem Bruder von meiner widerspenstigen Küche und dem Kurzschluss am Spülmaschinenstecker, der den Mitbewohner und mich seit zwei Wochen zur Handwäsche zwingt. Es müsse halt der Stecker ausgetauscht werden, damit wir die Zeit bis zur neuen Küche (nein, da ist noch nichts vorwärts gegangen) noch mit der alten Spülmaschine überbrücken könnten.
“WIE GUT”, schloss ich theatralisch, alle anderen Gespräche am Tisch übertönend, “DASS WIR EINEN ELEKTRIKER IN DER FAMILIE HABEN, DER DAS ERLEDIGEN KÖNNTE.”
Mein Vater reagierte nicht. Ich wiederholte, “DASS WIR JA ZUM GLÜCK EINEN ELEKTRIKER IN DER FAMILIE HABEN, DER DEN STECKER AN DER SPÜLMASCHINE AUSWECHSELN KÖNNTE”. Dabei winkte ich verdeutlichend meinem Vater zu.

Papa: “Geb i dir a Stecker und a paar Hülsen für die Kabel, dann kannst du selber austauschen.”
Damit hat er natürlich recht, das ist ja wirklich kein Teufelswerk. Aber das war früher nicht so.

Früher sicher so war die Schwarzwälder Kirschtorte, die sich mein Vater gewünscht hatte.

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In diesem Fall ist das genau der Haken: Ich mag sie so nicht mehr, sie ist mir zu Biskuit-lastig und trocken. Hat mir jemand einen Tipp für ein Rezept mit eher Wiener Böden und Cremefüllung?