Dienstag
Den ganzen Allerheiligen-Feiertag um die Abendveranstaltung herum geplant: Ich hatte Gäste zum Ganserlessen. Also Dessert zubereitet (Honig-Walnuss-Parfait, serviert mit Zwetschgenzeugs), Gänsefüllung aus Quitte, Stangensellerie und Maroni erstellt, Gans bratfertig gemacht. Dann nutzte ich das Feiertagsprogramm meines Fitnessstudios, das einen der raren 60-minütigen Stepaerobic-Kurse enthielt (sonst mittlerweile nur 30 oder 45 Minuten lang).
Am frühen Nachmittag schob ich die Gans in den Ofen, wo sie (fünfeinhalb Kilo schwer) bei 120 Grad fast sieben Stunden garen sollte, alle 30 Minuten mit Brühe übergossen.
Den Beilagenwirsing hatte ich schon am Montagabend zubereitet, um ihn zum Essen ordnungsgemäß aufwärmen zu können. Den Teig des Serviettenknödels (Rezept aus dem Bayerischen Kochbuch) stellte ich nachmittags fertig, bevor ich den Tisch deckte. Geräuchteren Saibling für die Vorspeise filetiert.
Dann kamen die Gäste und veranstalteten eine ausgesprochen vergnügliche Dinner Party. Die dürfen wiederkommen.
Mittwoch
Viel zu früh aufgewacht, herumgeräumt, dem Hamburgbesuch an einem eigens dafür genommenen Urlaubstag ein wenig München gezeigt.
Dankbar akzeptiert, dass die Dame schon nachmittags wegen Kränklichkeit wieder ins Bett wollte, da ich mich alles andere als fit fühlte. Daheim rumgeräumt, beim anschließenden Hinsetzen gemerkt, wie unfit ich wirklich war. Deshalb die Eröffnung meiner Kammerspielsaison doch spontan verschoben und früh ins Bett gegangen.
Donnerstag
Völlig wiederhergestellt und frisch gearbeitet, und zwar so richtig und mit Ergebnissen.
Abends eine Runde Gestrampel im Sportstudio. Zum Nachtmahl die letzten Reste der Einladung (an so einer riesigen Gans ist dann doch gar nicht so furchtbar viel Fleisch), zudem Feldsalat und Austernpilze aus der regionalen Biokiste.
Freitag
Schon wieder so richtig gearbeitet. Am Feierabend erst in die Muckibude, dann zur Freitagsküche ins Hukodi: Eine ganz wundervolle Sache mit köstlichen Speisen inklusive Erklärungen des Kochs und Veranstalters Sebastian Dickhaut (Offenlegung: Mit dem ich auch befreundet sein wollte, könnte er nicht kochen.). Und zumindest bei dieser Gelegenheit mit ausgesprochen kennenlernenswerten Essgesellen (darunter ein Viktualienmarkt-Standler).
Vorspeise Lompemois de luxe (des is Hessisch)

Hauptspeise Daube vom Hirsch

Samstag
Amsterdam von Ian McEwan ausgelesen – dafür gab’s 1998 ‘nen Booker Prize? Für diese leichtgewichtige Flughafenlektüre?
Geschwankt, was mir wohl besser tut: Sportlos faulenzen oder schwimmen? Allein schon der Umstand, dass ich ob des sensationell schönen Wetters mit dem Fahrrad zum Olympiabad fahren konnte, brachte mich zum Schwimmen. Auf dem Rückweg ein bisschen Einkaufen, daheim Brotteig angesetzt (dafür), noch eine Runde eingekauft, Karottenkuchen gebacken. Beim Brotbacken schon wieder halb gescheitert (Teig zu flüssig, ging nicht richtig auf – dank meiner Brotfeen aus dem Internet weiß ich, dass ich wahrscheinlich meine Sauerteige auffrischen muss), Lektüre des nächsten Buchs begonnen.
Sonntag
Luxuriöser Isarlauf nach zwei Wochen Pause (Rückengeschichten, die meine Hausärztin vom Laufen abraten ließen – auch wenn es meiner Lendenwirbelsäule nach dem Laufen noch nie schlechter ging) in immer besserem Wetter. UND: Seit Samstag fahren meine wichtigsten Tramlinien wieder wie gewohnt, die Bauarbeiten in der Müllerstraße sind (hoffentlich jetzt für spürbar viele Jahre) abgeschlossen. Ich kann meine Lauferei also wieder völlig flexibel planen.
Und jetzt müssen Sie durch ganz, ganz viele Bilder von diesem Lauf.

Alte Parkbanksitzerin, als ich vorbeilaufe: „Mei, vo dene Jogger is ma aa nirgends sicher.“ Ich so: „Vo dene Grantler aa ned.“ (Natürlich nicht, ist mir selbstverständlich erst zehn Schritte weiter eingefallen.)










Und weil mich Leser und Leserinnen hier immer wieder fragen, wie ich denn beim Dauerlauf einen Fotoapparat mit mir führe: Ganz einfach (große Hände nützen).


(Fotos by Mitbewohner)
Festgestellt, dass der Karottenkuchen noch besser schmeckt, als ich ihn in Erinnerung gehabt hatte.
Camilla Macphersons Am Tag und in der Nacht ausgelesen (Details im morgigen Posting), ein bisschen Hausmusik mit dem Mitbewohner gemacht.