Essen & Trinken

Journal Sonntag, 23. August 2026 – Rückreise vom Westerwald / Amal El-Mohtar, Max Gladstone, This Is How You Lose the Time War

Montag, 24. August 2026

Auf dem sehr komfortablen Gästebett der Freunde im Westerwald nicht so lange geschlafen, wie ich hätte können. Dafür mit viel Zeit für Morgentoilette und Vorbereitung des Blogposts.

Überraschender Nebelblick, laut Gastgebern der erste solche der Saison.

Wir hatten noch Frühstückszeit, bekamen mehr vom spannenden Haus gezeigt und aus seiner Geschichte erzählt. Es gehört sogar ein Poolhaus dazu! (Ich kenne Leute mit Poolhaus.) (Auch wenn ich ihnen die Bezeichnung erst beibringen musste.)

Zeit für Abschied, wir wurden zum Bahnhof Au (Sieg) chauffiert.

Mit Legende-tauglicher Gleisnummerierung. Abschied mit vielen Umarmungen und mit vollem Herzen.

Unsere Rückfahrt enthielt einen zusätzlichen Umstieg – zusätzliches Risiko, doch wir waren beide gelassen, hatten gestern eh nichts mehr vor und genug Beschäftigung bei uns.

Der Abschnitt Siegburg-Frankfurt wurde spannend: Würde die Verspätung den Anschlusszug noch erreichbar machen? Auch wenn die App der Meinung war: nein, und auch wenn die Zugbindung bereits aufgehoben war, befolgten wir eine der erprobten Regeln des Bahn-Fernverkehrs: Es immer drauf ankommen lassen und ans Anschlussgleis eilen. Voilà! Der ICE nach München stand noch da.

Die Sitze dicht gepackt, wir mussten leider zwei bereits sehr eingerichtete Menschen von unseren reservierten Plätzen bitten (alles in aller Freundlichkeit allerseits). Mittagscappucino bekam ich aber nicht, der Speisewagen war zurückgeworfen auf nur Filterkaffee (auffallenderweise lud auch niemand per Durchsage dorthin ein, kein “sie gerne erwartet”).

Zur Brotzeit um eins hatte ich mir vom Frühstückstisch eine Schinkensemmel mitgebracht und eine Birne, genoss beides (immer noch mit kleinen Bissen und eher vorsichtigem Kauen auf der Seite ohne Loch von rausgerissenem Backenzahn).

München empfing uns mit Sonne und milder Luft, nach einer Runde Räumen und einem halben Stündchen Siesta setzte ich mich zum Lesen auf den Balkon.

Eine Folge Yoga, zum Nachtmahl verarbeitete Herr Kaltmamsell den Erntanteil-Mangold zu einem Nudelgericht mit Linsen.

Sehr gut! Dazu Ernteanteil-Tomaten mit Basilikum, Nachtisch Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen, This Is How You Lose the Time War von Amal El-Mohtar und Max Gladstone ausgelesen. Startet mit einem Wirbelwind an indirektem Erzählen, aus dem der Hintergrund zweier sehr unterschiedlicher Gemeinschaften an Zeitreisenden hervorgeht, die die Zeitläufte im Sinne ihrer sehr unterschiedlichen Interessen beeinflussen. Eine Kriegerin (“agent”) nimmt aus einem Impuls heraus den Kontakt mit ihrem Gegenpart der anderen auf; es entsteht ein Austausch, dessen Medienformen allein schon super-kreativ abgefahren sind, innerweltlich aber herrlich stringent. Die Handlung wird sehr spannend, ist jedoch so dicht erzählt, dass ich mein Lesetempo immer wieder bremsen musste, weil meist jeder Satz zählt, Passagen-weise jedes Wort. Ein echter Ritt, der sich für mich sehr lohnte – ich hatte dringend mal wieder nicht-realistisches Erzählen gebraucht.

§

Ein Nachruf – nicht nur auf eine liebe Nachbarin, sondern auch auf eine ländliche oberbayerische Ära.
“Briefe an die nahe Ferne ( 27 )
Die Schmiedrosi ist heimgegangen.”

Sie konnte unglaublich gut mähen, sehr ruhig und gleichmäßig, Schnitt für Schnitt und ich seh sie noch, wie sie früher bei uns vorbeigegangen ist, mit dem Häuerl (übersetzt: sowas ähnliches wie eine Harke) über der Schulter, hinaus aufs Feld, da hatte sie am unteren Ende des Kartoffelackers einen Krautgarten. Weißkraut, Blaukraut, Ranner(Rote Beete) waren angebaut und mußten behäuerlt werden.

(Aufschreiben, alles aufschreiben!)

Journal Freitag, 21. August 2026 – Return of ze Zahnfee

Samstag, 22. August 2026

TW: Angstpatient*innen lieber NICHT weiterlesen!

Die Fotoidee sah umgesetzt nicht so gut aus wie in meinem Kopf, das Bild soll hier nur Platz zwischen Lesewarnung und Text schaffen.

Gestern Morgen lernte ich, wie sehr ich nicht mag,
– wenn die geschätzte Zahnärztin beim Anblick der Problemstelle aufstöhnt,
– dass ich meine liebe Zahnärztin trösten muss, weil sie am letzten Tag vor ihrem Urlaub einen sonst rundum gesunden Backenzahn ziehen muss, der mittendurch in zwei Teile gespalten ist.

Beim Verlassen des Hauses für den 8-Uhr-Termin in Schwabing hatte ich mich noch von Herrn Kaltmamsell damit verabschiedet, dass ich ungefähr so sehr fürchtete, von der Zahnärztin wieder ausgelacht zu werden (nicht dass sie das je getan hätte, statt dessen hatte sie erklärend beruhigt), wie dass es etwas Schlimmes ist.

Nach dem ersten Blick zeigte mit die Ärztin den Grund ihres Stöhnens per Zahnfernsehen (winzige Kamera, die Aufnahmen aus meinem Mund auf den Bildschirm über dem Behandlungsstuhl überträgt): Der hinterste Backenzahn rechts oben hatte einen großen Spalt mittendurch. Es war sofort klar, dass er raus musste. Die Röntgenaufnahme von vergangenem Dezember, die ebenfalls auf dem Bildschirm vor mir zugeschaltet war, ließ mich zumindest hoffen, dass das einfach gehen würde (drei gerade Wurzeln).

Ich war natürlich völlig übertöpelt, doch da gab’s nichts zu diskutieren oder zu erläutern. Während wir die Wirkung der Spritze abwarteten, sprach ich Ersatz/Implantat an: Nein, beim hintersten Zahn sei das nicht üblich. Aber ich solle mal sehen, wie ich zurechtkomme.

Unerwarteter Zwischenschritt nach (tatsächlich schnellem) Zahnziehen: Nase zuhalten und mit geschlossenem Mund pusten – um auszuschließen, dass es eine Verbindung zu den Nebenhöhlen gab.

Als die Wunde genäht war, besah ich die beiden Zahnhälften auf dem Tablett vor mir: sauber gespalten, sonst tadellos. Ich dankte dem Zahn für all die Jahre Unterstützung und verabschiedete mich. (Bis zu welchem Alter sind Zahnfeen zuständig?)

Keine halbe Stunde nach Termin war ich bereits auf dem Weg in die Arbeit, tief erschüttert.

Zahnärztlich vermutete Ursache: Mein brutales nächtliches Knirschen (ich habe seit vielen Jahren eine Schiene, trage sie jede Nacht), das einen Sprung im Zahn hinterließ. Und auf der Heimreise von England gab ihm wohl das Beißen auf eine (sehr gute!) Salznuss, dessen Krachen mir aufgefallen war, den Rest.

Mittlerweile frage ich mich, ob der eine Problemzahn meines Lebens (denn an sich habe ich echt gute Zähne), der ja vor 13 Jahren ebenfalls an einem Sprung verendete, durch den Bakterien eindrangen (und durch ein Implantat ersetzt wurde), vielleicht prä-Knirschschiene ebenfalls schlicht kaputtgeknirscht war.

Die Zahnärztin gab mir ein Blatt “Verhaltensregeln nach einem operativen Eingriff” mit. Diese stellten mich vor ein paar Probleme.
– “Zur Verminderung einer Schwellung nach dem Eingriff sind häufige kühle Umschläge bis zur Folgenacht sehr hilfreich.” Eine Angestellte hatte mir zwar ein Scheckkarten-großes Kühl-Pack mitgegeben, aber das war bereits beim Erreichen des Bürohauses körperwarm. Ich legte es in den Teeküchen-Kühlschrank und sah mich um: In der nächsten Stunde legte ich abwechselnd ein leeres Wasserglas und eine leere Tasse auf die schwell-gefährdete Stelle. Wenn ich meine Hände gerade nicht auf der Tastatur hatte.
– “In den nächsten 24 Stunden sollten Sie weder Alkohol, Bohnenkaffee, Cola oder schwarzen Tee trinken.” 12 Stunden waren ja wohl hoffentlich sowas Ähnliches wie 24 Stunden, wenn ich abends Lust auf meinen Freitags-Alkohol hatte?
– “Für die nächsten Tage weiche, nicht zu heiße Kost”. Nichts an der Essensplanung der nächsten Tage passte dazu. Na, ich würde an den eingesteckte Feigen, Tomaten, Nektarinen zum Mittagessen testen, was ging. “Schonen Sie beim Kauen möglichst die behandelte Seite” hatte ich ja schon über eine Woche geübt.

Am einfachsten konnte ich die auch mündlich mitgegebene Anweisung einhalten, erst drei Stunden nach dem Eingriff etwas zu trinken. Bei einer vorherigen zahnärztlichen Betäubung vor vielen, vielen Jahren hatte ich erfragt, dass der Hintergrund die Verletzungsgefahr bei gefühllosen Stellen im und um den Mund ist. Und auch diesmal erwies sich, dass meine Zahnärztin das Anästhetikum hervorragend dosiert hatte, schon nach einer Stunde war nichts mehr taub. Ich hielt mich brav dennoch an die Drei-Stunden-Frist. Durst hätte ich allerdings deutlich früher gehabt.

– “In der ersten Woche nach dem Eingriff sollten Sie körperliche Anstrengungen vermeiden.” Na komm, nach ein paar Tagen probieren kann ich’s doch?

Fettnapf: Der einzige gestern anwesende Kollege, an den ich meine Erschütterung einfach hinreden MUSSTE, stellte sich als Angstpatient heraus und als eigentlich genau vor solchen Geschichten zu schützen. /o\

Meine Durch-den-Windigkeit trübte die Arbeitsfähigkeit erheblich, zum Glück stand nur wenig Dringendes an. (Mit Vorbereitung auf den Eingriff hätte ich wahrscheinlich um Krankschreibung gebeten, aber nun war ich schon mal da.)

Mittags nahm ich mir die Zeit für einen Marsch um die Blöcke, der vor allem meinem durchgewirbelten Gemüt gut tat. Mittagessen Feigen, Tomaten, Nektarinen – alles problemlos auf der Gegenseite der Wunde zu kauen, danach spülte ich gründlich mit Wasser. Essenspläne der nächsten Tage also nur geringfügig betroffen.

Nachmittags beruhigte sich meine Gemütsaufruhr, ich konnte mich wieder konzentrieren und bekam noch einiges weggearbeitet. Draußen setzte der dringend notwendige Flächenregen ein und blieb auch erstmal. Schmerzen vom Zahnziehen blieben auch weit nach Ende der Betäubung ebenso aus wie jegliche Schwellung, sehr erleichternd (aber verstehen tue ich meinen Körper so echt nicht). Abfallende Anspannung hieß aber auch steigende Müdigkeit.

Als es auf meinen Feierabend zu ging, zog der Regen an Heftigkeit an. Ich blieb noch ein bisschen, bis die Tropfen an der Fensterscheibe nicht mehr wie eine Maschinengewehrsalve klangen, und nahm dann die U-Bahn nach Hause.

Dort warf ich mich Herrn Kaltmamsell an die Brust und ließ mich nochmal ein paar Sekunden in die Jämmerlichkeit fallen, ging dann aber die Wochenend-Abstimmung an.

Beim Alkohol (OH DOCH – vielleicht wäre eine wirksame abendliche Entspannung gegen Zähneknirschen im Schlaf ein Glasl Wein?) entschieden wir uns für den Rotwein, den uns die kastilische Familie mitgegeben hatte, natürlich aus der dortigen Region, ein Ribera del Duero.

Ein junger Roter mit reichlich Tannin, der sich mit der Luft interessant entwickelte.

Vorher aber noch Yoga: Ich wusste, dass eine reine Schnauf-, Dehn- und Ruhefolge dran war. Mal wieder hatte Adrienes “Notice how you feel” seinen Effekt: Ich bemerkte dann doch Schmerzen in der Zahnlücke und nahm anschließend lieber Ibu.

Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell vereinbarungsgemäß Salade niçoise und erfreute mich sehr.

Aus Ernteanteil: Grüner Salat, Tomaten, Kartoffeln.

Kauen war kein Problem, gutes Essen hellte mich mal wieder auf. Und der Wein entspannte mich aufs Angenehmste. Nachtisch Eiscreme, dann weitere Süßigkeiten.

Früh ins Bett wegen sehr müde und Wochenendplänen, ich schaffte nicht mal mehr Lesen – aber das hole ich Samstag und Sonntag auf vielen Stunden Bahnfahrt nach.

Journal Dienstag, 18. August 2026 – Einstweiliger Regenjubel und Mammomat

Mittwoch, 19. August 2026

Ein bisschen mehr Schlaf am Stück, aber erholt geht anders.

Der Himmel bedeckt, die Luft kühl, sogar zu kühl für Balkonkaffee. Espresso aus der kleinen 1-Personen-Cafetera: Am Vorabend war bei der Vorbereitung der Kanne von unserer gewohnten 2-Personen-Cafetera die Scheibe des Filtereinsatzes (hat sich vor langer Zeit selbständig gemacht) nicht zu finden gewesen. Die Situation hatte ich schonmal, war nach langem Durchsuchen der Küche davon ausgegangen, dass ich sie in morgentlicher Bewusstlosigkeit beim Reinigen mitsamt dem Kaffeesatz weggeworfen hatte – obwohl sie auch im Müll nicht war. Die Scheibe tauchte damals IN einer Küchenschublade auf, ihr Weg dorthin liegt bis heute im Dunklen. Montagabend hatte ich keine Lust auf nochmalige hysterische Hektik gehabt. Gestern vermeldete Herr Kaltmamsell später Fund im Abtropfgitter neben der Spüle (ich war ganz sicher gewesen, die Scheibe Montagmorgen abgetrocknet und aufgeräumt zu haben).

Den Linden um die Theresienwiese sieht man die Hitze und Dürre an, wie ich es noch nie erlebt habe.

Am Schreibtisch mal wieder ein Eingesperrte-Füße-Moment: Wenn sich gewohnte und gut eingelaufene Schuhe zu eng anfühlen und drücken, obwohl weder die Füße geschwollen aussehen, noch die Schuhe eng geschnürt sind. Ging bislang jedesmal innerhalb weniger Stunden vorbei, ich lockerte halt erstmal die Schnürung.

Datenbankarbeitsvormittag, die Büros um mich herum überraschend gut besetzt. Guter Mittagscappuccino im Westend, zwischen Anwohnenden mit winzigem Baby.

Die anhaltenden Zahnschmerzen brachten mich dann doch dazu, einen Termin bei meiner Zahnärztin zu holen: Meine Zunge spürt in der schmerzenden Gegend eindeutig eine bröselnde Füllung; die hätte ich gern repariert.

Mittags setzte Regen ein, weiterhin hochwillkommen. Auch wenn ich für ein paar Dienstgänge draußen einen Schirm brauchte. Und er war nicht lange und nicht genug für Aussicht auf Ausgleich der Dürre.

Doch dann musste ich mir eine gründliche Fehlkalkulation eingestehen: Rechnertausch drüben bei den IT-Kollegen um drei, Feierabend um halb fünf (pünktlich, weil Arzttermin) hielt ich für locker geplant für die Einrichtung des neuen Arbeits-Laptops. Denn der IT-Support hatte versichert: Einfach dem Einrichtungsassistenten folgen! Und zudem gibt es schließlich Nutzer-Profile, die gewohnte Einstellungen von Gerät zu Gerät mitnehmen.

HAHAHA!

Der neue Laptop wollte erstmal 15 (keine fiktive Zahl) Updates inklusive BIOS, es funktioniert nix, und meine Einstellungen, Zugänge, Oberflächen, Funktionen musste ich alle von Null wieder anlegen. Arschlecken, dann halt am Mittwoch. Was bedeutete, dass ich meine Lerchenschwimmpläne für den nächsten Tag abblies – für die ich ohnehin schlechtes Gewissen hätte verdrängen müssen, weil mein Platz aus Gründen früh eher im Büro sein sollte.

Der Arzttermin war eine Mammographie im Rahmen des deutschen Screening-Programms. Als Innenstadtbewohnerin profitiere ich von der Nähe der Praxen zu meiner Wohnung. Als ich eintraf, herrschte an der Anmeldung Hochbetrieb, aber die Angestellten hatten alles im Griff.

Die freundliche Ärztin am Siemens Mammomat (tihihi!) war gestern allerdings wohl schon sehr lang im Dienst. Als sie mir ein paar Routinefragen nach nicht mal einer Minute zum zweiten Mal stellte, hielt sie kurz inne, sah mich an: “Habe ich das schon gefragt?” Ich äußerte mein Mitgefühl – die wievielte Patientin ich heute denn sei? Die 31.
Doch ihrem sorgfältigen und aufmerksamen Vorgehen mit vielen Erklärungen war das wirklich nicht anzumerken.

Danach ein paar Lebensmitteleinkäufe. Zu Hause war noch Zeit für Pediküre und Yoga. Dann wieder ein Abendessens-Highlight.

Spinat mit Kichererbsen ist eh einer meiner Lieblinge, doch in diesem Fall waren es auch noch kastilische Kichererbsen (garbanzos) aus der eigenen Familie!

Nachtisch Speiseeis, Süßigkeiten.

Im Bett The World According to Garp endlich ausgelesen. Ich mochte den Roman immer noch, vor allem viele seiner liebevoll und vielseitig gestalteten Charaktere, hatte aber einige Passagen nicht so geschwätzig über-detailliert in Erinnerung.

Journal Montag, 17. August 2026 – Spaghetti Carborizo

Dienstag, 18. August 2026

Wieder nicht genug Schlaf: Nach sehr frühem Schlaf wie Stein – ich war vor lauter Müdigkeit ins Bett nur noch getorkelt – gab es ein langes, langes Loch nach Mitternacht, ausgelöst von Gebrüll im Nußbaumpark (Ohrstöpsel schon seit Monaten wieder Standardausrüstung).

Der angekündigte Temperatursturz mit Gewittern war ausgeblieben, ich setzte mich in schwüle Luft auf meinen Balkonkaffee.

Oktoberfestaufbau aktuell.

Schwül auch der Arbeitsweg, mit dem vollen Rucksack (Arbeitslaptop, sonstiges Material) traf ich gut feucht geschwitzt an meinem Arbeitsplatz ein.

Superemsiges, aber geordnetes Abarbeiten, erleichtert durch viele leere Büros. Mittagscappuccino zwischen zwei Terminen aus der Cafeteria, diesmal sogar besonders gut.

Mittags hurtig per U-Bahn in die Innenstadt, um mir in einer Arztpraxis ein Rezept ausstellen zu lassen. JETZT gab es endlich Regen und Gewitter – aber ich Füchsin hatte einen Schirm eingesteckt. Das Beste: Der Regen hielt sogar eine Weile an, mehrere Stunden!

Zu Mittag gab es selbstgebackenes Brot sowie Nektarinen.

Nachmittags suchte ich zweimal die Gelegenheit rauszukommen: Tiefe Atemzüge in der herrlichen Regenluft.

Meine Treppenfitness hatte nicht unter der zweiwöchigen Pause gelitten.

Zu Feierabend hatte der Regen aufgehört, die Sonne kam heraus. Ich ging über Einkäufe beim Drogeriemarkt und bei Lidl nach Hause. Dort eine halbe Stunde Yoga, anstrengend und wohltuend.

Highlight des Tages Abendessen.
Wir wissen ja: Sprache schafft Wirklichkeit. Im Englandurlaub war mir das Gericht namens Spaghetti Carborizo eingefallen, also Spaghetti Carbonara, aber mit Chorizo statt Guanciale. Da wollte ich es aber auch mal essen, und Herr Kaltmamsell bekam den Auftrag zur Umsetzung. Den erfüllte er gestern.

Ja, kann man sehr gut machen. Zur Verstärkung des Geschmacks (und für ein bisschen mehr Schärfe) holten wir uns nach dem Foto noch Chorizo-Öl, das beim Braten ausgetreten war – besser!

Als Dessert hatte Herr Kaltmamsell Eton Mess nach Anregung des Restaurants St. John in London gemacht: in die Sahne Frischkäse gemischt (was, wie er bei der Recherche nach dem Mischungsverhältnis herausgefunden hatte, in UK eh gerade ein Trend ist). Guter Nachtisch, aber Herr Kaltmamsell steht möglicherweise vor einer längeren Testreihe Sahne-Frischkäse.
Dann noch Fruchtgummi und Schokolade.

Im Fernseher ließen wir den vielgerühmten deutschen Spielfilm Der Buchspazierer laufen, und ich stolperte bei aller Amelie-Märchenhaftig- und -niedlichkeit über die Realitätsferne des Buchladens (eigentlich ein Antiquariat, das kollidiert aber mit der Handlung) und des Buchverkaufens – was meine Rezeption völlig dominierte. Wie so oft wunderte ich mich über diese künstlerische Entscheidung, weil die Wirklichkeit doch viel interessantere Noten geliefert hätte als diese Verzerrung.

Früh ins Bett zum Lesen.

§

Mir scheint es praxis- und lösungsorientiert, alle politischen Maßnahmen auf Klimaschutz abzuklopfen und auf Linderung von Folgen der Klimakatastrophe, aber mir fallen sofort ganz konkrete Menschen ein, die diese meine Haltung “ideologisch” nennen würden. Obwohl Leute, die solche Einschätzungen beruflich machen, mir beipflichten. Frau Büüsker fasst in ihrem aktuellen Newsletter zusammen:
“Klimasommer 2026 – Und jetzt?”

Obwohl der Nutzen von naturbasierten Lösungen aber vielfach wissenschaftlich klar belegt ist: Sie in ein auf Gewinnmaximierung orientiertes System zu intergieren ist schwierig, weil sich diesen Lösungen kein konkreter Geldwert zuschreiben lässt.

Journal Sonntag, 16. August 2026 – Hoffentlich Abschied von der Brüllhitze und von Ferien

Montag, 17. August 2026

Nachts will ich eigentlich nicht so viel erleben: Fenster auf, weil es von Draußen endlich kühl kommt / Türen der Wohnung lieber zu, weil Wind aufkommt / Klo 1, 2, 3 / Aufwachen von Gebrüll im Nußbaumpark. Ein halbwegs durchschlafene Nacht würde dem Spiel gut tun.

Früh aufgestanden zu bedecktem Himmel, meine ersten Handgriffe galten dem Brotbacken. Blumengießen, Kaffeekochen, Balkonkaffee, Ibu 600 gegen Zahn-/Gesichtsschmerzen (wirkte überraschend schnell, war wohl die genau richtige Dosis). Schlechter Schlaf und Schmerzen am Kopf sind in meinem Assoziationsnetz weiterhin eng mit Verkaterung verdrahtet, ich musste mich immer wieder aktiv daran erinnern, dass ich am Vortag und -abend keinerlei Alkohol getrunken hatte.

Ärger über einen ungegebetenen Gesundheisttipp einer random Blogleserin per E-Mail nach dem üblichen Muster: Irgendeine random Ärztin wurde zitiert mit vagem Bezug zu meinen Beschwerden. Erntshaftes Grübeln: Warum und wozu schreibt mir jemand sowas? Sind das diese parasozialen Beziehungen, die ihr ein Verhältnis zu mir wie zu einer vertrauten Kollegin vorgaukeln, bei deren Gesundheitsbeschwerden man in der Bürotür einfach daherplappert? Zumindest musste ich die Mail nicht ganz lesen – im Gegensatz zu früheren Kommentaren hier im Blog.

Plan war eine Schwimmrunde im Dantebad, Aufbruch nach Brotfertigstellung. Da wieder deutlich über 30 Grad angekündigt waren, ließ ich das Fahrrad lieber im Keller und nahm die wohltemperierte U-Bahn raus zum Westfriedhof (mit Umsteigen in Gern: Ferienzeit ist Baustellenzeit).

Unter weiterhin bedecktem Himmel war auf den Schwimmbahnen überraschend viel los, und nicht alle erwiesen sich als freundlich. Doch ich genoss das Schwimmen, kraulte so gedankenverloren, dass mich mehrfach das Bahn-Ende überraschte. Also legte ich gleich mal 200 Meter auf meine 3.000 drauf. Gegen Ende riss der Himmel auf und ließ die Sonne durch. Ich merkte, dass ich in den vergangenen beiden Wochen wirklich genug Sonnenschein abbekommen und keinerlei Lust auf ein Bad darin hatte. Also gleich gründliches Duschen und Pflegen.

Rückweg mit Spaziergang bis Gern, U-Bahn zum Sendlinger Tor; das Apothekenthermometer zeigte im Schatten 33 Grad an. Aber gestern sollte ja der Tag des Umschwungs ins Kühle sein.

Balkon-Situation: Herr Kaltmamsell setzte ein Parmigiana-Rezept um, das ich ihm geschickt hatte (€) und in dem die Auberginenscheiben vor dem Braten in der Sommersonne angetrocknet werden. Da er gestern seine Eltern besuchte, übernahm das Wenden ich.

Frühstück kurz vor zwei: frischgebackenes Brot mit
– Butter
– Butter und Orangenmarmelade
– Butter und Zuckerrübensirup (bei diesen Temperaturen für meinen Geschmack zu dünnflüssig)

Auch gestern probierte ich Siesta, diesmal klappte sie eine halbe Stunde lang.

In der Hoffnung auf Verbesserung des Nachtschlafs auf den Arbeitsmontag fuhr ich den Arbeitsrechner hoch und checkte meine Mails. Keine wirklich bösen Überraschungen, aber deutliche Erinnerung, wie viel schöner Urlaub ist als Arbeiten.

Um wenigstens unbelastet von Bügelwäsche in die Arbeitswoche zu starten, machte ich klar Schiff und genoss Musik auf den Ohren.

Ich freute mich wieder auf Yoga, musste das aber etwas verschieben, weil mein Kreislauf eigene Pläne hatte und mich zweimal durchs ganze Programm mit Schwindel, Schweißausbruch, Frieren schubste.

Rechtzeitig zum Abendessen war ich wieder wohlauf.

Diese Parmigiana mit Sonnenbrand schmeckte ganz hervorragend, dank des verwendeten Scamorza sogar nach Schinken.

Anschließend lud ich Herrn Kaltmamsell zum Dessert auf einen Eisbecher beim benachbarten Eisdieler ein – doch der hatte geschlossen, erklärungslos. War gestern wieder ein wichtiges Fußballspiel (meine Wissens ein valider Grund für ihn, vorzeitig zu schließen)? Also gab es daheim wieder Schokolade.

Aufräumen für den Putzmann und für die Arbeitswoche. Tiefer Seufzer.

Journal Samstag, 15. August 2026 – Mariä Einschulung im Familienkreis

Sonntag, 16. August 2026

Ich möchte bittegerne wieder den guten Nachtschlaf aus Brighton, nicht dieses halbgare Mittelschlafen mit Unterbrechungen und Dankbarkeit für das Ende der Nacht. Den ganzen Tag fühlte ich mich benommen – und das wo ich mich so auf die Einladung bei der Familie meines Bruders samt meinen Eltern freute.

Die dritte Maschine Wäsche aufgehängt, jetzt war ich vorerst mit allem durch.

Sehr frischer Morgen, doch am Tag wurde es wieder deutlich über 30 Grad heiß. Schon auf dem Weg zum Zug nach Ingolstadt suchten wir den Schatten.

Kranballett über weggem Münchner Hauptbahnhof.

Die Holledau überraschte uns beim Durchfahren mit saftigem Grün.

Der Hopfen sah gut aus, der Mais stand hoch mit großen Kolben. Das fiel uns vor allem im Vergleich mit den ausgedorrten Landschaften auf, die wir in Südengland durchwandert und durchfahren hatten.

Beim Spaziergang vom Bahnhof Ingolstadt Audi nach Etting zur Einladung kurz vor dem Mittagsläuten von Sankt Michael war es in der Sonne bereits ausgesprochen unangenehm – und die Strecke ist fast schattenlos.

Anlass der Einladung (nicht dass es dafür Anlässe bräuchte) war die Rückkehr aller aus Urlaub: Jetzt erzählten wir einander davon. Am meisten interessierte der Spanienurlaub der Nifften und meines Bruders bei unserer kastilischen Familie auf dem Land mit vielen Details.

Unter anderem die übliche Abfolge großer festlicher Familienmahlzeiten, bei denen sich vor der eigentlich angekündigten Hauptmahlzeit (z.B. Paella) bereits der Tisch unter Vorspeisen biegt. Vor diesem Hintergrund kündigte mein Bruder an, dass gegrillt werde – und servierte spanische Vorspeisen von frisch zubereiteter Tortilla über Oliven und Fischkonserven bis besonders feinem mitgebrachtem Käse mit Trüffel.

Irgendwann zogen wir an den Tisch unter dem mächtigen Walnussbaum (und mehreren Sonnenschirmen) im Garten um, weil tatsächlich gegrillt wurde. Es gab vom Grill Lammkoteletts, Schweinefilet, Schweinerippchen, Rinderrippchen, Pimientos de padrón, Auberginen, Zucchini, Tomaten, Fladenbrot, dazu Salate.

Und wir spielten ein wenig “Klimakatastrophe ganz persönlich”:
– Hitzewelle verkürzt Münchenurlaub, weil sie jede Energie nimmt.
– Waldbrände in näherer Sichtweite am Gardasee erschweren Entspannung.
– Warum man wirklich, wirklich keinen Kontakt mit Blaualgen will.
– Müde landwirtschaftliche Verwandtschaft in Kastilien, die wegen Funken- und dadurch Brandgefahr zwischen 12 und 20 Uhr die Felder nicht bearbeiten darf – und auf die Zeiten dazwischen ausweichen muss.

Abschließendes Verteilen der Mitgebsel der kastilischen Familie: Selbst angebaut Knoblauch und Kichererbsen (letztere mit der Empfehlung, sie bis zum Gebrauch einzufrieren), selbst gebackener Kuchen, außerdem Schokolade und Wurstwaren. Viel wichtiger noch: Vorlesen des dazu geschriebenen Briefleins an meinen Vater.

Zur Rückfahrt ließen wir uns in der über 30 Grad prügelnden Hitze von meinen Eltern mit dem Auto bringen, nur wenig verspätet kamen wir mit vielen anderen am Starnberger Flügelbahnhof in München an. Langsam schoben wir uns durch das Baustellen-bedingte Gedränge an den Bahnsteigen zum nördlichen Bahnhofsviertel – ich bin schon sehr gespannt, wie sich die bereits jetzt immer wieder gefährlichen Zustände zur Oktoberfestzeit entwickeln, wenn die sich drängenden Menschen auch noch stark alkoholisiert sind (das Alkoholverbot am Bahnhof wird sich ja wohl nicht auf den Alkoholgehalt im Blut beziehen?).

Daheim turnten alle Yoga (nacheinander, weil nur eine Matte) – wie ich dieses Durchdehnen vor allem der Beinrückseite vermisst hatte! Ich hatte sogar noch Abendessensappetit: Gurke aus Schwägerins Garten (in dem wegen der Dürre seit einer ganzen Weile nur noch Nutzpflanzen gegossen werden), Skyr mit Joghurt, kastilischer Kuchen, Schokolade.

Doof: Seit Freitag habe ich wieder diese merkwürdigen Zahnschmerzen (alle neurologischen Untersuchungen o.B.), die ja nichts mit Zähnen zu tun haben, diesmal mit Schwerpunkt rechts oben und sich über die rechte Gesichtshälfte erstreckend. Ibu 400 kamen bereits an ihre Grenzen, ich werde wohl wieder auf die 600er hochschrauben müssen.

Journal Freitag, 14. August 2026 – Letzter Urlaubstag auf Hitze eingestellt

Samstag, 15. August 2026

Schlechte Nacht, obwohl bald durch die offenen Fenster richtig kühle Luft hereinkam, die mich sogar zu einer Decke greifen ließ. Beim Aufwachen war die Temperatur in meinem Schlafzimmer auf wenig über 23 Grad gesunken.

Langes Ausschlafen hätte mir eh nicht in die Pläne gepasst. Erstmal versorgte ich die Pflanzen, die meine Mutter beim Wohnungshüten gepflegt und gepäppelt hatte. Dann Heimkommschritt mit Balkonkaffee.

So früh wie ohne Hetzen möglich wollte ich die Morgenfrische für einen Lauf nutzen, die wahrscheinlich letzte Gelegenheit für die nächsten beiden Wochen.

Laufen endlich wieder mit Sonnenbrille! (Liebe Tippgeber*innen für Alternativen: Wenn ich das Haus verlasse, habe ich genau drei Dinge IMMER dabei, nämlich Brille – auf der Nase, zählt eigentlich als Kleidung – , Hausschlüssel, Handy. An alles andere muss ich aktiv denken und es einstecken, also auch an Aufsätze oder Überzieher. Da kann ich gradsogut an die Sonnenbrille selbst denken.)

Ich nahm die Strecke Mehr-Netto-vom-Brutto in der Schattenversion: ab Haustür über den Alten Südfriedhof, Westermühlbach entlang unter der Kapuzinerstraße durch, Isarufer über Flaucher nach Thalkirchen. Und weil jedes Bisschen Sonne unangenehm war, lief ich ebenso schattig zurück. Zunächst waren meine Beine schwer, und meine Lungen vermissten die Seeluft. Doch nach einer Weile mit Konzentration auf Füßeheben kam ich doch in den ersehnten Fluss und genoss die Bewegung. Außerdem gab’s reichlich Schatten (im Gegensatz zu der Strecke im nördlichen Englischen Garten entlang der Isar, deren relative Schattenarmut mich an heißen Hochsommertagen schon mehrfach überraschte).

Schatten zwischen Wittelsbacher- und Brudermühlbrücke.

Schatten kurz vorm Flaucher.

Kein Schatten auf dem Flauchersteg.

Niedrigststand der Isar von Maria Einsiedel aus.

Schatten beim Tierpark Hellabrunn.

Dieses Grün! Dieses Blau! Ich merke, dass ich bereits wieder Farben sammle für den fahlen Winter.

Schatten am Westermühlbach.

Unterwegs begegneten mir auffallend viele Läufer*innen mit der Hautfarbe, die ich vor allem an den Nackerten auf den Isarbänken kenne, Tönung überwürztes Branthendl. Habe ich die Hautkrebs-Olympiade verpassst?

(Schnell aus der Hüfte geschossen, ich wollte den Herrn nicht bei der Arbeit stören.)
Auf dem Alten Südfriedhof mal wieder etwas gelernt. Weil es gerade restauriert wurde, fiel mein Blick auf das Grabmal links mit der Aufschrift “GRABSTAETTE DER CHURPFALZ BAIRISHEN EDELKNABEN” (SIC!).
Die was? Recherche zurück daheim ergab, dass es sich um Edelknaben der königlich bayerischen Pagerie handelte, und dazu finden sich Informationen bei Wikipedia (tl;dr Kadettenanstalt für Adelige).

Im Nußbaumpark wird der erhebliche Polizeidruck fortgeführt, wie schon vor unserer Reise. Auch beim gestrigen Kreuzen sah ich eine Leibes-Durchsuchung. Offensichtlich setzt die Stadtpolitik also tatsächlich auf Verdrängung, wie sie schon am Hauptbahnhof und im Alten Botanischen Garten umgesetzt wurde – mit dem Ergebnis, dass die elenden Gestalten von dort sich zu den bereits vorhandenen im Nußbaumpark gesellten. Weil sie sich bei allem Polizeidruck einfach nicht in Luft auflösten. Jetzt steigt die Spannung, wo sie sich nach erfolgreicher Verdrängung sammeln werden. Am Gollierplatz sehe ich erste Anzeichen.

Kurz nach Mittag hatte ich einen Friseurtermin. Vor zwei Wochen war ich versucht gewesen ihn abzusagen, weil mir die Haare noch kurz genug vorkamen. Doch dann merkte ich, dass mir allein die Menge Fell auf dem Kopf zu viel wurde. Und es war tatsächlich ganz erstaunlich, wie viel Zeug beim Schnitt von kurz auf ganz kurz abfiel.

Ich war ganz besonders zufrieden.

Auf dem Rückweg mit Lebensmitteleinkäufen im Alnatura zeigte das Apothekenthermometer um halb drei 32 Grad im Schatten an.

Frühstück kurz vor drei: Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot, darin zwei Birnen (gibt’s schon aus Italien). Aha, ist also auch weiterhin die Speise, auf die ich gegen Hungerbauchweh bei Appetitlosigkeit am meisten Lust habe.

Danach war ich sehr müde, beschloss also eine Siesta – ausnahmsweise zur korrekten Jahreszeit bei korrektem Wetter zur korrekten Zeit. Und konnte dann nicht schlafen, meia.

Gammeln und Lesen in der gut temperierten Wohnung, Start eines neuen Yoga-Programms: mal wieder “Move” mit Adriene.

Herr Kaltmamsell hatte den Tag mit vielen Einkäufen verbracht. Zum Nachtmahl servierte er Farinata gewürzt mit gebratenen Zwiebeln und Thymian, ich schnitt ein paar Tomaten dazu auf. Wein dazu ein österreichischer Rosé Zorra von den Nittnaus. Und dann hatte er extra mir zuliebe frischen Zuckermais gejagt und im Ofen gegrillt: Mich hatte arg geschmerzt, dass wir den raren (weil im Anbau unerwartet anstrengenden) Zuckermais im Ernteanteil verpasst hatten. Begeistert nagte ich zwei Kolben ab. Und verbrachte dann viel Zeit mit Zahnseide.
Nachtisch Honigmelone, Schokolade.

Abendunterhaltung: Auf Phoenix erwischten wir eine dreiteilige Doku von 2023 über die Neue Deutsche Welle. Mit Herrn Kaltmamsell glich ich Erinnerungen ab, lernte aber auch Neues vor allem über die ostdeutsche Seite der NDW, die ich als Zeitzeugin natürlich nicht selbst mitbekommen hatte.

Beim Zu-Bett-Gehen kurz vor elf hatte es draußen gerade mal genug abgekühlt, dass wir die Fenster öffnen konnten.