Essen & Trinken

Luxus-Schoko-Nuss-Zopf

Sonntag, 8. Juni 2014

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Es war Kommentatorin Nicole, die mich auf diesen ungeheuer köstlichen gefüllten Zopf der Luxusklasse gebracht hatte. Nachdem ich das Rezept jetzt im Griff zu haben glaube, gebe ich es hier weiter.

Für das eigentliche Backen am Morgen muss man bis zum verzehrbaren Gebäck schon drei bis vier Stunden brutto einrechnen – wie gut traf es sich da, dass ich gestern wieder vor fünf aufwachte und nicht mehr schlafen konnte (wie schon seit Dienstag, ich schiebe das auf die geballte Cortisonbehandlung, die meine gereizten Nerven in den linken Arm beruhigen soll).

Wobei mir mal wieder das Schrumpfen der Kakaopackungen auffiel: Seit ein paar Jahren werden die Mengen, in denen stark entölter Kakao verkauft wird, immer kleiner. Mittlerweile sehe ich fast nur noch 125-Gramm-Kartons, Oetker ist bereits auf 100 Gramm. Verzeihung, aber das reicht bei mir nicht mal für zwei Marmorkuchen. Was kommt dann – Kakaopulver in Briefchen? (Halt! Keine schlafenden Hunde wecken!) Die 250-Gramm-Packung, die ich in der Münchner Innenstadt noch ohne Mühe finde, ist die beim Tengelmann von Gepa.

Gegessen wurde der Kuchen aber erst nach einem wundervollen Schwumm im Schyrenbad mit anschließendem Sonnen.

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Sommereuphorie und Bitte um Waffelrezepte

Samstag, 7. Juni 2014

Der gestrige Freitag begann dann tatsächlich so sommerlich wie angekündigt, ich radelte vor der Arbeit an die Isar zu einem herrlich duftenden, leichtfüßigen Lauf (meine Stimmung schwankend zwischen euphorischem “Hach, wenigstens das kann mir der Tag nicht mehr nehmen” und gereiztem “Und nach sowas Schönem noch ein ganzer elender Arbeitstag”).

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Erstes richtiges Balkonabendbrot. Ich hatte mir zur Saisoneröffnung Nizzanersalat gewünscht, aber der Mitbewohner bat um weniger Arbeitsaufwendiges. Also so richtig verworfen: Abendessen aus dem Sandwichtoaster! Getoastete Sandwichs mit abenteuerlichen Füllungen (der Experte an meiner Seite muss mich jedesmal davon abhalten, zu viel aufzulegen) mag ich sehr gerne, aber das vergesse ich gerne mal über viele Monate. Exotischer Ausflug diesmal: Obatzter und Tomate. (Vor Start der wirklichen Grässlichkeiten wie Banane-Schoko waren wir leider schon satt.)

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Aber. Als ich dem Sandwichtoaster bei seiner Arbeit zusah, entdeckte ich auf dem Deckel diese Abbildung.

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Der Mitbewohner folgte meinem Blick: “Die Einsätze für Waffeln haben wir, glaube ich, noch nie ausprobiert.”

WIR. HABEN. EINSÄTZE. FÜR. WAFFELN?! Wir haben ein Waffeleisen?! Das wusste ich all die Jahre und bis gestern nicht! All die Jahre, in denen ich auch noch so verlockende Rezepte für Waffeln (vor allem Hefewaffeln) traurig wegklickte, weil ich nicht noch ein Küchengerät haben wollte, das nur alle heiligen Zeiten benutzt würde. Dabei war es die ganze Zeit da! Mein LEBEN hätte einen völlig anderen Verlauf genommen!
Bitte, liebe waffelbackende Leserinnen und Leser, bitte helfen Sie mir, das aufzuholen. Jetzt habe ich natürlich keine Zeit mehr, mich durch alle möglichen Rezepte durchzuprobieren, ich brauche erprobte und verlässliche Rezepte, ausgerichtet auf diese Art Elektrowaffeleisen.
Zu den kulinarischen Entdeckungen meiner Jungmädchenzeit gehörten die frischen und fluffigen Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne im Ingolstädter Teatime1 (aufregend – alleine mit Freundinnen in ein Café gehen, selbst bestellen, zusammenlegen und sich zu dritt eine Waffel teilen!). Doch inzwischen sehne ich mich eher nach den festeren Hefewaffeln. Oder Käsewaffeln!
Haben Sie für mich Rezepte? Hefewaffeln, Käsewaffeln, Waffeln, die ich noch gar nicht kenne aus einem Sanwichtoasterwaffeleisen? Ich würde mich sehr freuen.

  1. heute ein Immobilienbüro []

Katastrophenbacken

Samstag, 31. Mai 2014

Der Mitbewohner ermahnt mich ja regelmäßig, nett zu seiner Frau zu sein. Da er ein kluger, gütiger Mensch ist, versuche ich mich daran zu halten. Aber manchmal fällt mir das schwer.

Das hier sollte eine Torta della nonna werden.

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Ich habe sie schon einmal mit Erfolg gebacken, zusammengesetzt aus dem Boden von Lorbeerkrone und der Füllung von Ilse. Diesmal wollte ich das Rezept verbloggen, ich hatte mir bereits einige verbessernde Tricks und Tipps notiert. Nur dass die Füllung, die ich gestern Abend vorbereitet hatte, heute Morgen flüssig statt cremig war. Ich wunderte mich sehr und dickte sie mit einer ordentlichen Portion Stärke nochmal an. Schnell fand ich den Grund für mein Problem: Ich hatte unerklärlicherweise statt der angegebenen 500 Gramm Milch 750 Gramm genommen. Irgendwie versuchte ich aus dem Ganzen trotzdem den Kuchen zusammenzusetzen und zu backen, Ergebnis oben.

Und jetzt sagen bitte SIE mir, wie ich da die Frau des Mitbewohners nicht eine Vollidiotin heißen soll!

Wandern/Spazieren im Murnauer Moos

Sonntag, 25. Mai 2014

Auch wenn die Ausflüge zahlreicher werden: Es ist immer noch nicht abschließend geklärt, was einen Spaziergang von einer Wanderung unterscheidet.

Gestern zum Beispiel war ich mit dem Mitbewohner und einer Freundin im Murnauer Moos unterwegs. Die Freundin hat wenig Wanderroutine und bat vor einiger Zeit darum, auf die eine oder andere meiner Wanderungen mitgenommen zu werden. Da sie ein Auto hat, suchte ich auch außerhalb der MVV-Reichweite. Den Tipp mit dem Murnauer Moos hatte mir Helga Birnstiel für die Zeit der Irisblüte gegeben, und er war ein Volltreffer. Aber: Waren diese dreieinhalb Stunden gemütlichen Gehens fast ohne Höhenunterschiede und mit nur Wasser und etwas Süßigkeiten im Gepäck nun eine Wanderung oder ein Spaziergang?

Auf jeden Fall waren sie wunderschön, mit wolkenverhangenen Bergen im Hintergrund, ungewöhnlicher Flora und Fauna im Vordergrund, sehr bequemen Wegen, interessanten Düften – und immer wieder dem Geräusch von Dampfloks in der Ferne.

Wir gingen den Rundweg Murnauer Moos.

Irisblüte: check.

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Bretterweg durchs Hochmoor.

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Hier naschten wir die hellgrünen Triebe der Tannenspitzen – wundervoll sauer-aromatisch und keineswegs nach Schaumbad, wie ich befürchtet hatte (nicht fotografiert, hier ein Beispielbild).

Blick übers Moos:

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Malerizität:

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Bummerl (oberbayr. für Jungstier) mit Kajal:

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Abschließende Brotzeit im Ähndl:

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Wochenschau

Samstag, 24. Mai 2014

Vergangenen Samstag besuchte ich mit dem Mitbewohner im Marktoberdorf einen gemeinsamen Kommilitonen, dem wir nach vielen kontaktlosen Jahren im März auf dem Konzert der King’s Singers begegnet waren. Ein schöner Nachmittag mit Aussicht, etwas blutarmem Idyll sowie Speisekarten-Allgäuerisch.

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Am Sonntag nach Langen mal wieder ein Isarlauf, ausgiebig und leichtfüßig, vorbei am einsamen Naturbad Maria Einsiedel nach Pullach und zurück.

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Daheim sehr spätes Frühstück mit morgens gebackenem Käsekuchen nach Richensa.

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Dienstagabend Spaziergang zur Leserunde durch Südfriedhof und am sommerlich bevölkerten Isarufer vorbei.

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Mittwoch endlich das passende Wetter, um meine Schuhe aus Israel auszuführen (dass ich mich beim Einfuhrzoll um das eine oder andere Dutzend Euro verschätzt hatte, habe ich erzählt?).

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Abendliche Pizza unter Kastanien.

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Für Donnerstag war schlagartige Hitze angekündigt (die auch eintrat), ich machte mich noch in der Morgenkühle um halb sieben auf an die Isar zum Laufen.

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Die schönen Sandalen, die ich mir in Berlin gekauft hatte, gingen bei ersten Tragen aus dem Leim.

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Warmer Abend auf einem Neuhauser Balkon bei Salat und Börek.

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Der Freitagmorgen begann warm genug für einen Kaffee auf dem Balkon. Doch in der Stunde bis acht kühlte es bereits so sehr ab, dass ich mich für die zweite Tasse Kaffee zurückzog.

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Mittags Spaghetti al nero di sepia bei Marietta, serviert mit Blick auf mein weißes Hemd: “Musst du aufpassen!”

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Berlin im Frühling 2014 – 7

Samstag, 10. Mai 2014

So richtig wurde das mit dem Wetter in Berlin bis zum Schluss nicht, an meinem letzten Urlaubstag präsentierte es sich britisch: Himmel in allen Wolkenfarben mit Blau dazwischen, mal windig, mal warm, immer wieder Regengüsse.

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Deshalb fuhr ich zum Schwimmen nicht wie erhofft ins Prinzenbad unter freiem Himmel, sondern ins Stadtbad Tiergarten (Auswahlkriterien: gute Erreichbarkeit und 50-Meter-Becken). Nach einer Woche sportfrei war mein Körper ausgeruht und energiegeladen, ich zog meine 3.000 Meter kraftvoll und mit Genuss durch. Allerdings ging mir nach der erlebnis- und menschenreichen Woche so viel durch den Kopf, dass ich mich immer wieder in den Bahnen verzählte; möglicherweise bin ich also 3.300 Meter geschwommen, denn im Zweifel nehme ich die niedrigere Zahl.

Als ich unter der abschließenden Dusche stand, kamen fünf kleine nackige Mädchen mit einer Betreuerin in den Duschraum, ca. 6-7 Jahre alt, fröhlich und sehr unterschiedlich bunt und geformt. Die fand sogar ich Kinderverächterin niedlich.

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Mein Plan war gewesen, anschließend an der Friedrichstraße in der Trattoria Peretti mittagzuessen, wo ich mehrfach richtig gut gegessen hatte, auch mit interessanten Weinen. Doch als ich im kräftigen Regen vor der Adresse stand, sah ich ein völlig anderes, sehr improvisiert wirkendes Lokal, und die schwarzen Male über den Fenstern wiesen auf einen Brand hin. Riesiger Hunger, Regen – ich sah keine Möglichkeit, als mich in die nächstbeste Touristenfalle zu stürzen. Ich schaute zwar noch bei einem italienischen Restaurant in der Hannoverschen Straße vorbei, an das ich mich vom Sehen erinnerte, doch das Cavallino rosso war mir für einen Spontanbesuch allein eine Klasse zu hoch. So landete ich im Due Fratelli. Ich habe schon sehr lange kein derart lieblos zubereitetes Mahl vorgesetzt bekommen: Angetrocknete Salatschnipsel irgendwie auf den Teller geworfen, aufgewärmte Pasta. Aber die Bedienung war sehr nett, und frische Kräuter gab es zumindest aufgemalt am Tellerrand der durchgeweichten Supermarkttortellini (der Hunger trieb’s rein) mit Pressschinken (da half nicht mal Hunger).

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Der nächste Punkt auf meinem Tagesplan (nein, ich kann mich nicht “einfach treiben lassen”, meine Phantasie macht unentwegt Pläne) war der Erwerb eines Gürtels. Als ich Sonntag mit Frau Gaga im Bikinihaus war und überlegte, wonach ich suchen könnte, fiel mir mein Gürtelmangel ein: Ich besitze genau einen Gürtel, und der kam vor etwa 15 Jahren mit einem Businesskostüm, das ich längst aussortiert habe. Doch Frau Gaga hielt mich davon ab, im Bikinihaus zu suchen: Es gebe in den Hackeschen Höfen einen Gürtelhersteller, der mir genau nach meinen Vorstellungen einen machen könne, Gürtel Hoffnung. Und da ging ich gestern hin. Ich sah mich gründlich unter den ausgestellten Modellen um und traf meine Wahl. Die bezaubernde Verkäuferin beriet mich, maß meine Gürtelweite (ich wusste zwar die für Kaufhausgürtel, doch bei einer Maßanfertigung muss ja nicht in 5-Zentimeter-Schritten gearbeitet werden), wählte mit mir den Lederriemen aus, und bat mich, in 20 Minuten wiederzukommen.

Ich setzte mich ins Café Hackescher Hof, das ich ohnehin sehr gern mag, weil es ein richtiges Kaffeehaus ist. Außerdem sehe ich bei jedem Besuch, dass sich hier nicht nur Berlinbesucherinnen gütlich tun, sondern auch ganz offensichtlich Menschen, die in der Umgebung arbeiten oder wohnen.

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Die gute Orangen-Joghurt-Torte versöhnte meine Geschmacksknospen.

Und dann holte ich meinen Gürtel ab.

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Was Sie sich bei all dem dazudenken müssen: Kontinuierlicher Kontakt mit den kleinen Internetfreundinnen und -freunden über mein Smartphone, sei es im Redaktions-Chat des Techniktagebuchs auf Facebook, auf Twitter oder per E-Mail.

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Überhaupt: Derzeitige Mode in Berlin.

1) Der Haarschnitt, mit dem ich in München as G’schau habe, ist in Berlin Mainstream. Und dann steht er Tanja Haeusler auch noch besser.

2) Kopftuch: Die besonders schicken jungen Frauen tragen ihr Kopftuch voluminös, ausgestopft bis auf Teletubbie-Größe. Oder sind diese Tücher riesig und werden mehrfach gewickelt? Auf jeden Fall habe ich die in München immer noch angesagte Wickelart mit Pillbox-Einsatz am Hinterkopf praktisch nicht mehr gesehen.

Berlin im Frühling 2014 – 4, re:publica

Mittwoch, 7. Mai 2014

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Die re:publica bereits von den Vortagen durchfeiert anzutreten, war für mich neu. Doch ich stellte überrascht fest, dass die Menschen und die Verabredungen an den Tagen davor meine soziale Energie nicht aufgebraucht haben, sondern mich möglicherweise sogar entspannt.

Das Registrierungsprozedere war dieses Jahr aufs Nebengebäude ausgelagert, gut durchdacht und flüssig. Unter anderem druckten die Helferlein (einer freundlicher und hilfsbereiter als die nächste) die Namensschilder erst bei der Registrierung aus: Die Teilnehmer konnten die Aufschrift also noch beeinflussen. So laufe ich dieses Jahr sowohl als die Kaltmamsell als auch unter bürgerlichem Namen durch die Station.

Erste bekannte Gesichter und Haarfarben traf ich bereits auf dem Weg zur Begrüßung in der riesigen Halle 1; schon hier wurde klar, dass die Teilnehmerinnenzahl im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen war. Das führte auch dazu, dass ich im Lauf des Tages mehrfach an meine erste re:publica denken musste, 2011 noch in Kalkscheune/Friedrichstadtpalast: Zwei meiner Wunschvorträge bekam ich nicht mit, weil der Saal überfüllt war und ich nicht mehr reinkam. Genau das war vor drei Jahren durch den Umzug in die Station behoben worden, hielt aber gerade mal zwei Jahre.

Doch schon nach der Begrüßung saß ich auf dem Affenfelsen innerhalb kürzester Zeit in einem kleinen Rudel von Internetbekanntschaften; dort wurde ich von weiteren solchen erkannt und angesprochen, griff mir Passantinnen, die wiederum ich erkannte.

Vor der ersten Session Frühstück im re:staurant: Mozzarellasalat (reife Avocado, Papayastückchen, Mangodressing mit einem Hauch Ingwer – köstlich).

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Das erste Panel sah ich mir auf dem Boden sitzend an (und auf einer wattierten Anorakhälfte sitzend, die mir eine neue Bekanntschaft netterweise anbot; später stellten wir fest, dass wir natürlich eine Menge gemeinsamer Internetbekannter hatten): “Stone age minds in a digital world – Evolutionspsychologische Perspektive auf die digitale Welt“. Dass ausgerechnet Psychologen Verhalten in “logisch” und “nicht logisch” unterteilen, wunderte mich schon sehr (der Vortrag begann mit der Feststellung, Nutzung von und Verhalten vor Computern sei nicht logisch). Bereits an diesem Punkt wäre ich gerne eingeschritten und hätte Prämissen erfragt und hinterfragt. Als dann Astrid Carolus auch noch die Gaming-Szene mit “also die Jungs” definierte, hatte ich Mühe, sie richtig ernst zu nehmen. Doch ich lernte, dass Evolutionspsychologie sich auf Fortpflanzungserfolg von Verhalten konzentriert (dass also das Überleben des Individuums und sein individuelles Zurechtfinden in der Welt sie nicht wirklich interessiert). Möglicherweise saß ich hier genau den Menschen gegenüber, die für die Zeitungsartikel über “Frauen müssen sich von Natur aus für Schuhe interessieren, sonst hätten sie in der Steinzeit keinen Partner bekommen” verantwortlich sind.

Die nächste Wunschveranstaltung verpasste ich, weil ich zu doof war, den Tagesplan zu lesen (ZACK! hätte mich in der Steinzeit der Säbelzahntiger gehabt und Schluss wäre es gewesen mit der Fortpflanzung). Nachdem mir aber am Helpdesk ein Helfer erklärt hatte, dass die Buchstaben unter den Veranstaltungen keineswegs die Veranstaltungsorte bezeichneten, schaffte ich es ins Panel “Sind bloggende Väter eine Nischenerscheinung?”. Das wollte ich vor allem wegen der Teilnehmerin dasnuf sehen, und sie sah ich auch.

Mein Highlight des Tages war der Vortrag “Geschichte twittern: Wie, was, wann?”. Ein Historiker und eine Historikerin hinter @9Nov38 erzählten, welche Gedanken und welche Arbeit hinter ihrem Projekt standen, die Ereignisse der Reichsprogromnacht in Echtzeit zu twittern. Ich lernte das Forschungsgebiet public history und Geschichtsvermittlung kennen und war sehr beeindruckt von der Gründlichkeit und Umsicht, mit denen die Historikergruppe vorging.
Nachtrag: Hier der Vortrag zum Anschauen.

Spaßig war es bei Johnny Häuslers “Sie werden nicht glauben, was Sie hier sehen!”. (Johnny von Spreeblick klingt wie ein ernst zu nehmender Adelstitel.)

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In erster Linie machte er mit dem Publikum live Online-Umfragen, die in keinem Fall überraschende Ergebnisse erbrachte (über die Antwortverteilung auf die Frage zum Pinkeln unter der Dusche will ich jetzt einfach nicht nachdenken).

Sascha Lobo hielt in der riesigen und dennoch berstenden Halle 1 (hier traf ich gleich nochmal einen ganzen Schwung meiner kleinen Internetfreundinnen und -freunde) seine Rede zur Lage der Nation.

Darin enthalten viel leidenschaftliche Empörung über die Totalüberwachung mittels Internet, die Snowdens Enthüllungen offengelegt haben, nachvollziehbare Wut auf die Trägheit seiner Interessensgenossinen und -genossen (also auf uns), viel brauchbare Argumentationshilfe – aber möglicherweise ein kontraproduktiver Ansatz, die Missstände zu ändern. Patricia Cammarata erklärt diese Kritik genauer, und ich stimme ihr in ihrer Argumentation zu.

Nach weiterem Geplausch auf dem Hof der Station (und Lesen von Nachrichten, denen ich entnahm, mit wem ich gerade nicht plauschte) völliger Szenenwechsel: Ich war mit einer nicht-re:publica-Bloggerin zum Nachtmahl im wunderschönen Paulysaal verabredet.

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Glasierte dicke Rippe vom Pommerschen Ochsen – löffelweiches Fleisch. Außerdem lernte ich bei dieser Gelegenheit Bröselbohnen kennen: Die grünen Bohnen waren in gerösteten Semmelbröseln gewendet, sehr schöne Idee. Das Grüne links unten sind Grie-Soss-Kräuter, die sich ganz hervorragend zum durchwachsenen Fleisch machten.

Das Tischgespräch war mindestens so reichhaltig wie die Speisen; meine Tischdame schenkte mir sogar eine konkrete Idee für die Zukunft.