Essen & Trinken

Journal Dienstag, 25. Februar 2014 – Küchenunruhen

Mittwoch, 26. Februar 2014

Während des frühmorgendlichen Aufwachens gemerkt, dass ich keine Lust auf die geplante Stunde Krafttraining im Sportstudio hatte. Statt dessen ein wenig weitergedöst, dann beherzt aufgestanden und nach dem Duschen an einer möglichen Zukunft gearbeitet.

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Um halb acht kam der Installateur, den der Mitbewohner organisiert hatte, um die Küche wieder ins Ruder zu bringen.

Dass die von den Vormietern ererbte Verrohrung, sehr wahrscheinlich von denselben Laien gebaut wie die gesamte Kücheneinrichtung, heikel war, wussten wir seit dem Einzug vor 15 Jahren (OMG!). Erst als wir 2007 eine neue Waschmaschine bekamen und vom Fachmann verrohren ließen, stand darin nach einem Durchlauf der Geschirrspülmaschine hin und wieder Wasser. Nun, das pumpten wir halt manuell ab.

Doch letztes Jahr beseitigte endlich der Rohrfreimann den Pfropf in den hinteren Wandrohren, der ein Ablaufen des Waschbeckenwassers immer stärker behindert hatte. Seither blieb das Waschmaschinenprogramm immer wieder stehen und meldete Wasseralarm. Der zu Rate gezogene Waschmaschinenfachmann diagnostizierte, dass mit der Waschmaschine alles in Ordnung sei, dass allerdings aus dem Waschbecken Wasser über die Rohre zur Waschmaschine laufe, sich dort irgendwo unabpumpbar sammle und Alarm auslöse. Da könne er nichts machen.

Wir montierten also vor jedem Waschgang die Maschine von Strom und Wasser ab, zogen sie aus der Einbauzeile, kippten sie und ließen dieses gesammelte Wasser ablaufen (waren immer ca. 100-150 ml), schoben die Waschmaschine zurück, schlossen sie wieder an und wuschen. Ähnliche Work-arounds bin ich ja vom Computerarbeiten mit Windows gewohnt.

Bis letzte Woche die Sicherung rausflog, weil dann doch irgendwo dazwischen Wasser ausgetreten war und eine Steckdose erwischt hatte. Seither ist der Stecker der Geschirrspülmaschine schwarz und wir spülen von Hand.

Wir ließen uns von der Hausverwaltung einen Handwerker empfehlen, der gestern kam. Nach einer Dreiviertelstunde Werkeln sah ich ihn auf dem Boden vor dem Spülschrank sitzen, den Blick sehr ratlos auf die Nildelta-artig verästelten Rohre gerichtet. Da begann ich mir Sorgen zu machen.

Aber ich musste in die Arbeit und überließ die weitere Koordination dem Mitbewohner. Er berichtete abends, dass der Installateur keine wirklich Lösung gewusst habe. Er habe schließlich ein Teil der Verrohrung ausgetauscht, nun verhindere ein Ventil, dass Wasser vom Abfluss der Spüle zur Waschmaschine laufe.

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Die von den Vormietern übernommene Kücheneinrichtung mochte ich ja nie. Bislang hatte ich mir vorgestellt, dass sie halt irgendwann immer kaputter gehen würde und wir uns dann nach einem Ersatz umsehen würden. Möglicherweise ist diese Zeit gekommen. Nur dass ich zum einen überhaupt kein Vergnügen an dem Recherchieren und Konstruieren einer neuen Kücheneinrichtung habe, zum anderen Ebbe in meiner Kasse ist (Sie erinnern sich? ein Jahr Auszeit von Ersparnissen gelebt?).

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Die geänderten Manomama-Jeans von der Schneiderin geholt. Jawohl, nachdem ein großer Keil aus der Rückseite entfernt wurde, passen sie jetzt beide, für zusätzliche 16 Euro das Stück.

Das Modell mit den schmalen Beinen geht deutlich über den Bauchnabel, das bin ich gar nicht mehr gewohnt.

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Das Modell “Bootcut” sitzt nach dem Anpassen wunderbar und ist sehr bequem.

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Auch das weiße T-Shirt ist übrigens von Manomama (ich hatte mein letztes weißes unausbleichbar versaut). Ich war überrascht gewesen, wie dünn und durchsichtig das Material ist.

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Zum Nachtmahl hatte der Mitbewohner auf meinen Wunsch dieses Sellerierisotto (wunderschönes Wort!) zubereitet. Die Keksbrösel hätten extra gebacken werden müssen (die gekauften schmecken mir zu künstlich), also ersetzte er sie durch geröstete Mandelstifte. Das Ergebnis ist eine hinreißende Kombination von Aromen und Texturen, große Empfehlung.

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Gelesen:

Mittlerweile traue ich Frau Novemberregen auch die kalte Fusion zu, so viel weiß und kann sie. Hier ihre klugen und erschöpfenden Ausführungen zu Prüfungen: Vorbereitung auf, Ablegen von, selbst Abnehmen. Idiotensicher und erfrischend zu lesen.

Wahrscheinlich habe ich noch nie auf eine Klickstrecke verlinkt. Aber bitte sehen Sie sich diese an, vom Haus des abgesetzten Generalstaatsanwalts Viktor Pschonka vor den Toren Kiews, betextet von Frau Diener: “Sonnenkönig meets Hornbach”.

Was ich mir in deutschen Bioläden schon immer dachte (Warum bloß kommt gutes Essen immer in Begleitung von Esoterik daher?), ist Michael Schulson in den USA ebenfalls aufgefallen: “Whole Foods: America’s Temple of Pseudoscience“.
Aber er schließt vernünftigerweise:

The moral is not that we should all boycott Whole Foods. It’s that whenever we talk about science and society, it helps to keep two rather humbling premises in mind: very few of us are anywhere near rational. And pretty much all of us are hypocrites.

Herr Merlix war mit seinen Söhnen beim Hamburger Mützenmacher. Ich begrüße das außerordentlich.
(Und wenn jetzt bitte jemand mit zwei kleinen Kindern zum Lederhosenmacher ginge, sie dort ausstatten ließe und darüber schriebe? Nicht mit so einer Oktoberfestverkleidung, sondern mit den kurzen Gebrauchslederhosen, die man auf alten Kinderbildern sieht, die gemeinhin als das praktischste Kinderkleidungsstück überhaupt galten. Bitte?)

Journal Montag, 24. Februar 2014 – Abschied vom japanischen Suppenort

Dienstag, 25. Februar 2014

Das morgendliche Crosstrainerstrampeln war zäh – um fünf aufzuwachen mag doch ein bissl früh gewesen sein.

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Sonnenschein weiterhin strahlend, wenn auch in kühler Luft.

Mittags Treffen mit Exkollegin auf eine Suppe im Shoya – und dabei gelernt, dass der Ort, der mich einst das japanische Suppenessen im München lehrte, kein Suppenort mehr ist. Es gibt nur noch ein Ramen in drei schwer zu unterscheidenden Varianten. Und wo esse ich jetzt japanische Suppen in München?

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Nun widerfuhr es ausgerechnet mir, dass ich für einen Kunden 30 Oktoberfestplätze reservieren sollte. So wie es vergangenes Jahr ausgerechnet mir widerfuhr, dass ich für eine US-amerikanische Kollegin nach einem Krippenplatz in München für zwei Monate recherchieren sollte. Aber auch das nahm ich sportlich und weiß jetzt, wie das Reservierungsprozedere des vermaledeiten Oktifests abläuft. Allgemeinbildung.
Nächste Aufgabe: In Hannover eine CeBIT-Unterkunft für eine Kollegin suchen. Zwei Wochen vor der CeBIT. (Einspieler hysterisches Gelächter.)

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Mein Smartphone ist wirklich kaputt – der Akku lässt sich nach dem Auf- und Wiederzuschrauben nicht mehr aufladen. Also wollte ich nach der Arbeit im Telekomladen ein neues kaufen, hatte mich auch nach Onlinerecherche schon für ein Modell entschieden. Nur dass der Telekomladen bereits um 18 Uhr geschlossen hatte. Fast wäre ich nostalisch geworden: Ladenschluss um sechs – wie in meiner Jugend!

Journal Samstag / Sonntag, 22. / 23. Februar – gebacken, draußen gewesen

Montag, 24. Februar 2014

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Der Apfelkuchen mit Grießboden und Kardamom war aufwändig in der Herstellung und schmeckte nach Grießbrei mit Äpfeln. Der wäre deutlich weniger aufwändig gewesen.

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Pane Vallemaggia gebacken. Ist mir schon mal fluffiger geraten (allerdings habe ich lokales Weizenmehl 550 verwendet statt des Manitoba).

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Auf Wunsch des Mitbewohners (!) am Samstagnachmittag spazieren gegangen: Auer Mühlbach flussaufwärts. Dabei die ersten Schlüsselblumen gesehen, wenn auch in einem Garten.

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Am Sonntag in herrlichster Sonne Isarlauf.

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140223_23_Isarlauf

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Nachmittag auf einem Familiengeburtstag – köstliche Kuchen (darunter Frankfurter Kranz!) in angenehmer Gesellschaft.

Spülmittel (und ein Exkurs über Geschäftsberichte)

Sonntag, 23. Februar 2014

PR-Veranstaltungen sind privat ja nicht so das Meine. Auch nicht, wenn es um Kochen und Essen geht – es gibt inzwischen genug Foodblogs, die sich auf Teilnahme an und dankbare Berichterstattung über PR-Veranstaltungen spezialisiert haben.

Doch diese Einladung kam über kpunktnull, die Beratungsfirma von Thomas Knüwer – da wollte ich dann doch mal wissen, was sich seine Mannschaft für den Großkunden Henkel so ausgedacht hat (das Projekt für dessen Marke Schwarzkopf war ja ein ganz großes).
Außerdem sollte es um Spülmittel gehen. SPÜLMITTEL! Das konnte doch nur im besten Sinne wahnwitzig werden.
Dass es nicht nur für das Goutieren von Fiktion Suspension of disbelief braucht, sondern auch im Marketing von Markenprodukten – darüber sind wir uns ja wohl einig. Aber wenn ich Nerds respektiere, die jedes Detail der Verlagsrivalität zwischen Marvel und DC im Lauf der Jahrzehnte aufsagen können, respektiere ich auch Spülmittel-Nerds.

Die Geschichte der Spülmittelwerbung ist reich an Ikonen und Topoi. Wir erinnern uns entzückt an Tilly, Palmolive und “Sie baden gerade Ihre Hände darin”:

Wie wunderbar hätte man wiederum mit “Während Villariba schon feiert, wird in Villabajo noch geschrubbt” den Deutschen die korrekte Aussprache des spanischen “ll” beibringen können! (Pst, wie das deutsche j.) Aber es ging dann doch nur um Fairy Ultra.

Sehr ikonisch auch: die Prilblumen.

Gleichzeitig konnte ich mir nicht recht vorstellen, dass sich mit Spülmittel viel Geld machen lässt. Und überhaupt: Wie verkloppt man Spülmittel? Um das zu überprüfen, schaute ich in den Geschäftsbericht von Henkel.

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Exkurs über Geschäftsberichte. Henkel hat vergangenen Freitag den Geschäftsbericht für 2013 veröffentlicht – ich gratuliere dem Team, denn ich kenne die Anstrengung dahinter. Deswegen weiß ich auch, wie sehr es sich lohnt Geschäftsberichte zu lesen, wenn man etwas über ein Unternehmen oder auch nur Unternehmensbereiche herausfinden möchte. Je börsennotierter, desto mehr.
Der Konzernabschluss mit seinen Zahlentapeten und seinem Bilanzdeutsch mag für die Laiin zu speziell sein, aber im Lagebericht finden sich immer interessante Aussagen und Beschreibungen. In den vergangenen Jahren haben sich die Firmen immer mehr um verständliche Sprache bemüht, gleichzeitig unterliegt der Inhalt des Lageberichts strengen Regeln, für deren Einhaltung externe Wirtschaftsprüfer sorgen – das verhindert Marketinggeschwurbel.

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Henkel Geschäftsbericht 2013 also. Spülmittel gehören zum Unternehmensbereich “Laundry and Home Care”. Und der hat auch im vergangenen Jahr wie schon 2012
28 % des Gesamtumsatzes erzielt. Nicht schlecht für Spülmittel. Zur Marktentwicklung 2013 ist von “einem weiter intensivierten Preis- und Promotionswettbewerb” die Rede (nein, keine Doktortitel, sondern Verkaufsaktionen).

Unter “Geschäftstätigkeit und Strategie” findet sich:

Erfolgreiche Produkteinführungen leisteten auch im vergangenen Jahr einen bedeutenden Beitrag zur positiven Geschäftsentwicklung. Im Jahr 2013 ist es uns gelungen, unsere Innovationsrate auf 45 Prozent auszubauen.
Durch die zentrale und effiziente Steuerung des Innovationsprozesses sowie durch vertiefte Einblicke in die Kaufgewohnheiten der Konsumenten können wir Verbrauchertrends schnell erkennen, aufgreifen und beschleunigt in neue Produkte umsetzen.

Na gut, doch ein wenig Geschwurbel. Ich übersetze: Wir haben mehr verkauft, weil wir zum einen herausgefunden haben, dass die Leute lieber immer wieder neue Produkte kaufen, weil wir zum anderen herausgefunden haben, welche neuen Produkte sie am liebsten mögen und weil wir dann eine ganze Reihe solcher neuen Produkte angeboten haben. (Könnte das ein Job für mich sein? Deutschsprachige Geschäftsberichte ins Deutsche übersetzen?)

Genau das erklärte mir auf der PR-Veranstaltung dann auf meine Fragen die Marketingfrau dieses Henkel-Bereichs, Bettina Klinken. Sie überging geduldig meine Frotzeleien und bestätigte genau dieses: Spülmittel verkauft man mit immer neuen Varianten, zum Beispiel neuen Düften. Ich sprach sie auch auf das teure Spülmittel in Form einer lila Blume mit der Aufschrift “Sommernachtstraum” an, das ich im Drogeriemarkt entdeckt hatte (die Einladung hatte mich dazu gebracht, tatsächlich mal andere Spülmittel als die Hausmarke in wahlweise durchsichtig oder grün anzusehen; und ich hatte die Flaschen umgedreht, um herauszufinden, welcher Konzern dahintersteckt). Bettina Klinken korrigierte mich: Das war eine Schmetterlingsform, keine Blume. Und tatsächlich eine weitere Aktion, diesmal auf der Basis von besonders gestalteten Flaschen. Die interessanteste Information war für mich: Das funktioniert, die Leute springen tatsächlich darauf an. Frau Klinken berichtete, dass diese Aktion einen enormen Erfolg gehabt habe, dass Kunden oft diese besonderen Flaschen aufheben, ausspülen und wiederverwenden, weil sie auch in der Küche etwas Schönes stehen haben wollen. Aber sie betonte auch: “Die Qualität muss natürlich stimmen.”

Was mich elegant zum Thema des Abends bringt: Die neue Variante des Spülmittels Pril. Das ist nämlich die Lösung für ein Problem, von dem ich gar nicht wusste, dass man es beim Abspülen haben kann: Stärke. Eine lustige Präsentation brachte uns bei: Tenside lösen Fett, um Stärke kümmern sich Enzyme.
Mit eben dem winzigen Haken, dass ich noch nie Schwierigkeiten hatte, Stärke abzuspülen – löst sich das nicht einfach in Wasser? (Nein, wohl nicht – wie habe ich das bislang bloß geschafft?)
Mein Hauptgegner beim Spülen ist Mozzarella als Überbackungskäse. Nein, nicht allgemein Käse, sondern ganz konkret Mozzarella. Den ich auch nach vielen Stunden Einweichen nur mit Hammer und Meißel von der Auflaufform entfernen kann, sprich mit physischer Gewalt.
Ich habe mit Bettina Klinken von Henkel verabredet, dass ich ihr Spülmittel auch dagegen testen werde und das Ergebnis berichte.

Zur Promotion (hihi) des neuen Spülmittels gab es also ein Kochevent, zu dem Journalistinnen und Bloggerinnen eingeladen waren.

Wir kamen in den Genuss der gesamten Marketing-Breitseite für das neue Produkt:

- Aufwendig produzierte Einladung (verschickt in einem Paket mit einem Kartoffelkuchen im Weckglas).

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- Gemeinschaftskochlocation mit einem Kochteam, zu dem jemand gehörte, den man wohl aus dem Fernsehen kennt, wenn man Kochsendungen ansieht: Graciela Cucchiara (ich vermute, das war die karottenrothaarige Frau mit 3D-Film-Brille, weil sie grüßende Worte sprach).
Es war alles so vorbereitet, dass die Gäste ein wenig mitkochen konnten – ich war beeindruckt, wie passgenau organisiert war, uns die Illusion der Mitarbeit zu geben, ohne dass wir ein Gericht wirklich verderben konnten. Ich durfte einen Teil von bereits gerösteten Mandelstiften hacken – der andere Teil war bereits gehackt und wurde mir als Vorbild gezeigt. Ich durfte auch bereits geschälte Zwiebelhälften hacken und zu den bereits gehackten in die Schüssel geben. Es war ein bisschen wie Kindergeburtstag, aber nicht im schlechten Sinn.

- Gutes Essen.

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- Ein junger Wissenschaftler erklärt die Funktionsweise von Spülmittel in Witzig (die Presseinfo war sachlicher).

- Cake-Pops in Logo-Form zum Nachtisch.

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Charmantes Detail: Das Team von Henkel berichtete, dass ihre Firmenzentrale in Düsseldorf eine eigene Konditorei hat, in der auch ausgebildet wird. Und die hatte diese Cake-Pops hergestellt.

- Zum Mitnehmen Gewürze aus der Kochlocation, eine Flasche Spülmittel, noch ein Cake-Pop, und ein USB-Stick in Logo-Form mit einem Texterinnentraum an Spruch vorn drauf.

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Zusammengefasst: Schöne, runde Geschichte. (Spülmittel, tse.)

Nachtrag 26.2.2014: Einigen Bloggerinnen ist wohl ziemlich aufgestoßen (unter anderem Ulrike), dass die Einladung in Paketform verschickt wurde. Liebe Marketing- und PR-Menschen: Das bedeutet für normal arbeitende Menschen, dass sie zum Abholen am Feierabend oder am Wochenende zu einer Ausgabestelle fahren müssen. Glauben Sie mir, dass macht die Absender sehr schnell sehr unsympathisch. Ich hatte einfach das Glück, dass der Mitbewohner beim Eintreffen des Pakets gerade daheim war.

Journal Sonntag, 16. Februar 2014 –
American Hustle

Montag, 17. Februar 2014

Mit ordentlichem Muskelkater vom gestrigen Krafttraining aufgestanden (wenn er schneller als nach 24 Stunden kommt, sorge ich mich ja gerne, dass ich was falsch gemacht habe), und zum Klang des Regens, der meine Laufpläne durchkreuzte.

Bunte Strumpfhose zur Aufmunterung.

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Statt Isarlauf Kino: American Hustle.

Ich habe schon lange kein so gutes Drehbuch gesehen: Auch wenn sich der Film um bekannte Topoi drehte (Con Men, korrupte Politiker, überfeifrige Ermittler), blieben die Details der Handlung und vor allem die Charaktere ganz weit weg von Klischees. Das Resultat waren unerwartete Verhaltensweisen, Dialoge, Entwicklungen. Die Schauspieler und Schauspielerinnen konnten auf dieser Basis zu Höchstform auflaufen: Allen voran gab Amy Adams eine überaus kluge Gaunerin, die bei allem Selbsterhaltungstrieb nie zynisch wirkte (ebenso wenig wie der herzerweichende Christian Bale), Jennifer Lawrence war sehr überzeugend die reichlich unterbelichtete und dadurch verantwortungslose Figur, die sich für besonders schlau hält. Ich mochte auch sehr die Erzählstruktur, vor allem den Anfang, der uns Zuschauerinnen völlig im Unklaren lässt, was da eigentlich passiert und wie die Personen zueinander stehen. Danach werden erklärende Off-Stimmen der beiden Hauptfiguren vorbildlich zum Vorantreiben der Handlung eingesetzt.
Etwas irritierte mich die konsequente 70er-Ausstattung und -Kleidung, die vermutlich nicht mal in den 70ern so 70er-haft war – wieder gut gemacht allerdings durch geschickte Umgehung von Perfektion (unvorteilhaft zerlegene Haare, verschmierter Lippenstift).

American Hustle ist für zehn Oscars nominiert. Ich wünsche ihm den für beste Hauptdarstellerin, bestes Originaldrehbuch, beste Regie, bestes production design (der Link führt zur Pinterest-Seite, die Hintergründe zu diesem Design erklärt).

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Zeitungen weggelesen, gebügelt, zum Nachtmahl Kathas Unsichtbaren Salat gemacht.

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Gelesen:

Sehr erhellend erklärt Norbert Mappes-Niediek in der Frankfurter Rundschau Armutszuwanderung und die Ökonomie dieser Armut (die einfach und aus guten Gründen anderen Regeln folgt als unsere Ökonomie des Wohlstands): “Warum wir Roma nicht verstehen”.

Wer in einem südosteuropäischen Elendsviertel lebt und dort vielleicht schon groß geworden ist, verhält sich am besten so, wie Slumbewohner das auf der ganzen Welt aus guten Gründen tun: Er setzt sich seine Existenz wie aus einem Flickenteppich zusammen. Man verrichtet Gelegenheitsjobs, sammelt Eisen oder Flaschen, treibt ein wenig Handel, beantragt Transferleistungen, wenn es so etwas gibt. Reicht das nicht aus, kommen vielleicht auch Betteln, Prostitution und kleine Diebereien hinzu.

Das Grundgesetz des Überlebens im Slum lautet: Nie alles auf eine Karte setzen! Ein Arbeitsplatz, eine Lohnersatzleistung – das sind flüchtige Versprechen. Man nimmt sie mit, wenn man kann. Aber es wäre viel zu gefährlich, wegen eines Arbeitsplatzes oder wegen Hartz IV den Wohnort zu wechseln. Der Job oder die Leistung sind schnell weg, und dann steht man wieder vor dem Nichts. Alle hier haben die Erfahrung schon gemacht: Nie das Netzwerk aufgeben, nie sich vereinzeln lassen! Wenn es ernst wird, helfen mir kein Staat und kein Arbeitgeber, nur die Familie tut es und vielleicht die engsten Freunde.

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Wenn Sie auch nur halb so leicht zu erheitern sind wie ich: Etwas Spaß zum Montag.

Journal Samstag, 15. Februar 2014 – Frühlingseinbruch

Sonntag, 16. Februar 2014

Für einen Tag schaute der Frühling vorbei, mit so hohen Temperaturen, dass ich nachmittags aus dem Haus ins Warme trat.

Klassische Frühlingskollektion (Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokanten) auf der Wiese neben dem pharmakologischen Institut:

140215_Fruehlingskollektion

Auf dem Weg zum Einkaufen im Verdi Süpermarket die Nutzung der Baulücke in der Goethestraße bewundert.

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“Großes Bauernbrot” gebacken: Ein schön saftiges, feinporiges und elastisches Brot mit angenehmer Säure, die Kruste durch Stärke und Wasser in einer besonderen Art und Weise knusprig. (Das nächste Mal halte ich mich dann auch an die Anweisung, nach dem Stürzen des Teiglings auf den Backstein die überschüssige Stärke abzubürsten.)

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Beim Backen mein durch Verklebung funktionsuntüchtiges iphone vermisst, dessen wichtigste Funktion wohl der Timer ist. Und beim Brotbacken sind viele, viele Schritte zu timen. Ständig musste ich den Mitbewohner und sein Tablet bemühen.

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Im Sportstudio eine Stunde Krafttraining, das zwar vertraut “Bodystyling” hieß, aber offensichtlich nach einem festen Programm mit fester Dauer jeder Übung vorging. Viele Übungen waren sehr kompliziert und ungewohnt – nun, Abwechslung soll ja beim Krafttraining besonders nützlich sein (neue Reize für Muskeln).

Anschließend eine Stunde fortgeschrittenes Stepaerobic. Und in dieser Samstagnachmittagsstunde, die ich noch vor wenigen Wochen ob der besonders komplexen Choreografien und Rhythmuswechsel fast ausschließlich stolpernd verbracht hatte, war ich an einer Stelle die einzige, die nicht den Faden verlor, als die Vorturnerin uns allein machen ließ. Schaun’S: Auf sowas kann ich richtig stolz sein, so stolz wie auf sonst fast nichts in meinem Leben. Ich will nicht darüber nachdenken, was das über mich verrät.

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Gelesen:

Hakan Tanriverdi bei Süddeutsche online über reddit – von dem ich seit langen den Verdacht habe, dass dort mords Interessantes zu finden ist. Doch jedesmal wenn ich einem Twitterlink folge und dort lande, schreckt mich das Design ab, das nach Arbeit und Forum aussieht. Nach der Lektüre von “Die selbsternannte Titelseite des Internets” habe ich mir vorgenommen, die Mühe auf mich zu nehmen.

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Gelesen:

Isabo haut Matussek seine “defizitäre Liebe” um die Ohren.

Seit vielen Jahren versuche ich Homophobie zu verstehen, sie interessiert mich wirklich, gerade weil ich sie nicht begreife. Vom Doku-Zweiteiler “Out There”, den Stephen Fry darüber machte (Teil 1, Teil 2), hatte ich mir mehr Informationen erhofft, aber immerhin gelernt, dass die befragten Homohasser gleichgeschlechtliche Neigung für anerziehbar halten, möglicherweise sogar für ansteckend. (Wofür es, das sei nur zur Sicherheit betont, keinerlei Beweise gibt.)

Auch der Artikel “Homophob? Muss nicht sein” auf Zeit online reiht im Grunde lediglich einige statistische Hinweise auf, unter welchen Umständen Homophobie am häufigsten auftritt – das ist mir zu dürftig. Warum nur bekämpfen Menschen (außer aus religiösen Gründen, die immer in einer separaten Argumentationswelt liegen) die Liebe anderer Menschen, die sie nicht nur überhaupt nichts angeht, sondern sie selbst in ihrer Liebe und ihrem Leben überhaupt nicht betrifft oder gar einschränkt?

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Gelesen:

Deborah Orr vom Guardian hofft darauf, dass die Stürme und Überschwemmungen, die Großbritannien seit Monaten beuteln, ein Umdenken in der Politik bewirken. Denn anscheinend musste diese Thatcher-Nachkommen erst durch die Katastrophe lernen:

Individuals have some responsibility for protecting themselves against floods. Local councils have some responsibility for protecting their boroughs against floods. But infrastructural protection against floods is a huge job, a national job, a job that the state has to oversee. There is no private-sector solution here, not even in the spacious realm of neoliberal fantasy.
(…)
It is predicted that David Cameron will come to regret his declaration, in the face of the floods, that “money is no object”. That must not happen. He has never said a truer word. It is stupid, pouring money into the management of decline, as successive governments have been doing for a long time now. But pouring money into the management of progress – that is smart. That is a genuine and meaningful investment.

“These storms could be a catalyst for just the kind of major works Britain needs”

Über die Überflutungen selbst gibt’s eine Zusammenfassung auf London Leben.

Journal Sonntag, 9. Februar 2014 – Israelisches für Schwiegers

Montag, 10. Februar 2014

Der Mitbewohner hatte seine Eltern zum Mittagessen eingeladen, und wir entschieden uns für eine Menüfolge fast ganz aus dem noch lange nicht durchgekochten Jerusalem. Der Mitbewohner hatte eingekauft und war Küchenchef, ich arbeitete zu (und sah dazwischen nach Monaten mal wieder einen Buntspecht auf dem Balkon – ich hatte mir schon Sorgen gemacht).

Als Vorspeise gab es allerdings unser erprobtes Shakshuka, jetzt mit akzeptablem Foto, deshalb auch als Rezept veröffentlicht.

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Hauptgericht war ein bayrischer Landgockel mit Topinambur und Estragon.

140209_Topinamburhuhn

Mir schmeckt Topinambur ausgesprochen gut, nur bewirkt der Verzehr in meinem Bauch Blähungen von Klima-gefährdendem Ausmaß. Entsprechend selten gönne ich ihn mir. Diesmal passierte erst mal nichts – möglicherweise enthielt das Gericht mit zwölf Knoblauchzehen und einem halben Dutzend Zwiebeln so viel Blähungskonkurrenz, dass die Wirkungen einander aufhoben?

Beilage war Mejadra, ein gewürztes Gemisch aus Linsen und Reis, bedeckt von sehr vielen knusprig gebratenen Zwiebelringen.

140209_Mejadra

Diese Zwiebelringe könnten meinetwegen gerne als Einzelgericht auftauchen.

Als Dessert dann bloß ein bisschen Obst: Birnen in Kardamom-Safran-Sirup – der auf Weißwein basierte und dadurch neben der Zuckersüße auch ordentliche Säure hatte. Dazu ein Löffelchen Crème fraîche. Ein sehr schön rundes Gericht.

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Es ist eine gute Idee, an irgendeiner Stelle solch einer ausführlichen Mahlzeit eine Karamomkapsel zu kauen: Die anschließenden Rülpser sind bezaubernd aromatisch.

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Im Hintergrund unserer Mahlzeit graupel- und schneestürmte es zweimal. Dann wurde es aber wieder ruhig.

Nägel mit Köpfen: Unterkunft für den diesjährigen Bachmannpreiszirkus in Klagenfurt gebucht, Flug zur re:publica gekauft, erste Anfragen für Berlinunterkunft bei airbnb eingereicht.

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Weil die deutschen Medien es nicht für interessant genug halten, mach halt ich Sie darauf aufmerksam: England wird zum dritten Mal in diesem Winter von zerstörerischen Stürmen und überflutenden Regenfällen heimgesucht.
Severe flood warnings issued for Thames
UK storms destroy railway line and leave thousands without power
Auch meinen geliebten West Pier in Brighton hat’s böse erwischt.

Die 20-Uhr-Tagesschau fand es gestern zum Beispiel wichtiger zu berichten, dass es aus der Ukraine nichts Neues gibt.

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Noch a bissl was Vergnügliches für den Arbeitswochenanfang: Hollywood-Stars lesen gemeine Tweets über sich vor.

Und dann eine weitere Folge von Humans in New York.

George Takei (ja, Mr. Zulu) twittert nicht nur auf Amüsanteste, er ist allem Anschein nach auch sonst ein rundum bewundernswerter Mensch. Hier spricht er über darüber, wie er, US-Staatsbürger wie seine Eltern, als Kind für drei Jahre in ein Internierungslager musste, weil er “looked like the people who bombed Pearl Harbour”, und welche Folgen das für ihn hatte. (Pst: Am Schluss spricht er auch Spanisch. <3)