Journal Samstag, 15. November 2014 – Backofenbedienung

Sonntag, 16. November 2014 um 8:20

Um fünf müde und mit Kopfweh aufgewacht, nach einer Stunde vergeblicher Einschlafversuche aufgestanden und mich ans Gewürzbrot des Brotdocs gemacht, allerdings ohne Gewürz. Ging im Ofen nicht ganz wie gewünscht auf, beim nächsten Versuch (am Sonntag, dieses Brot wird Gastgeschenk) werde ich die Stückgare etwas verkürzen.

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Dabei zum zweiten Mal die Dampffunktion des neuen Backofens genutzt. Der Hersteller nennt sie “Klimagaren”, weswegen ich seinerzeit lang recherchierte, bis ich sie richtig einordnete. Die Funktion ist ziemlich kompliziert einzustellen:
1) Linken Knopf auf Klimagaren drehen
– da hiermit eine bestimmte Beheizungsart, Temperatur und Bedampfungsfunktion verbunden ist, die sich nicht zum Brotbacken eignen, über die Änderungsfunktion und den rechten Knopf:
2) manuell Beheizungsart ändern
3) manuell Temperatur ändern
4) manuell die Bedampfung auf manuell ändern
5) Variante einmaliger Dampfstoß wählen
6) Wasser für Bedampfung einsaugen lassen (über ein herzallerliebstes Metallröhrchen, das man links im Backofenrand ausklappt)

Wenn der Ofen die gewünschte Temperatur erreicht: Brot einschießen, Ofen schließen, Bedampfungstaste drücken.
Das meiste davon müsste man auch programmieren können, der Ofen bietet eine Anzahl frei belegbarer Programm-Slots. Aber damit befasse ich mich später; da die Anzeige etwa den Komfort eines Fahrkartenautomaten von 1998 bietet, brauche ich dafür Muße und Kraft.

Meinen Traum von der Webcam im Backofen habe ich längst nach hinten geschoben: Mittlerweile wundere ich mich viel mehr, warum ich all die sensationellen Funktionen und Programme zeitgenössischer Küchengeräte nicht über meinen Heimrechner bedienen kann oder über Apps meines Smartphones. Warum ich an jedem Geschirrspüler und Backofen, an jeder Waschmaschine einzeln Knöpfchen drücken muss (letzthin versuchte ich bei einem Freund den Geschirrspüler einzuschalten und scheiterte, denn die Beschriftung der Knöpfchen am oberen Innenrand der Klapptür war abgerieben – die Bedienung war Expertenwissen geworden). Die Geräte enthalten doch alle Prozessoren.

Tatsächlich ahne ich schon, warum das nicht so einfach ist: Sind ja alles eingebettete Systeme, deren Entwicklung aus einer ganz anderen Richtung kommt und nie eine Schnittstelle nach außen vorsah. Dann wiederum: Unterhaltungselektronik beruhte ursprünglich ja auch auf eingebetteten Systemen, und jetzt kann ich unseren Fernseher übers Wlan und meinen Rechner bedienen.

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In der Dämmerung Amseln getratzt: Ich sah sie in der Kastanie vor dem Balkon, legte Rosinen auf die Brüstung, verschwand aber nicht gleich im Wohnzimmer, sondern blieb draußen stehen – vielleicht würde sich ja doch eine trauen. Taten sie dann aber erst, als ich zumindest drei Schritte weit weg stand.

Dabei ein Kaninchen auf der Wiese gesehen und lange beobachtet.

Späteres Munich Wildlife: In der mächtigen Lärche, die sich erst jetzt herbstlich zu verfärben beginnt, gerieten eine Krähe und ein Eichhörnchen aneinander. Wobei es das Eichhörnchen war, das auf die Krähe losging, die auf einem nahegelegenen Ast saß – und die sich tatsächlich vertreiben ließ, wiederkam, wieder verjagt wurde. Das Eichhörnchen zog sich erst stammabwärts zurück, als es von fünf Krähen umstellt war.

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Was ein echter Trampel ist, zerdeppert eine Rosenthalvase durch einfachen Aufenthalt am Fenster. (Die Vase stand auf dem Fensterbrett, und ich drehte mich leicht. Das reichte.)

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Vergeblicher Versuch, mein Fahrrad zum Winterfestmachen zu bringen: Mein Fahrradschrauber ist die nächste Woche nicht da und bat mich, übernächste Woche wiederzukommen.

Schwatz mit Nachbarinnen im Hausflur. Diejenige, die mich seit Jahren vergeblich zum gemeinsamen Schimpfen über unsere Ehemänner einlädt, nennt ihren jetzt “mein Rentner”. Oy.

Leider keine Meyer-Zitronen beim nächst gelegenen Denn’s gefunden: Katharina Seiser hatte Lieferung in ihrer Wiener Filiale gemeldet, das hatte mich hoffen lassen.

Also statt damit zu backen Gewürzkuchen gemacht.

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In zweistündiger Siesta Schlaf nachgeholt.

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Ernteanteilverarbeitung zum Nachtmahl: Aus Rosenkohl am Stiel und Hokaidokürbis wurde Blechgeröstetes.

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“Und warum seid ihr aus eurer Heimat geflohen?”

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Die Archäologin, die derzeit eine Ausstellung zur Schlacht von Lützen (6. November 1632) vorbereitet – ihr Fachgebiet ist der 30-jährige Krieg – geriet in die diesjährige Gedenkveranstaltung und erzählt ein wenig Hintergrund dieser Schlacht. Und zwar genau die spannenden Details, die wohl für unsere Schulgeschichtsbücher zu speziell waren.
“Lützener Nebel”.

Der schwedische König ritt sein teures Pferd Streiff irgendwo bei der Kavallerie in der Mitte des rechten Flügels. Was nun genau geschah, warum der König im Kampfgetümmel von seiner Leibgarde getrennt wurde und mitten in die feindliche Reiterei geriet, wird sich wohl nicht mehr herausfinden lassen, ob es der berühmte “Lützener Nebel”, der wieder wie aus dem Nichts entstanden sein soll (schwedische Redensart bis heute!) oder schlichtweg der Pulverdampf aus den abgefeuerten Waffen oder die Kurzsichtigkeit des Königs oder sein Pech war?

Kurze Zeit später war er von einer Musketenkugel am Arm, mehreren Pistolenschüssen aus nächster Nähe und von mehreren Stichen von Blankwaffen getroffen, lag am Boden und starb. Und noch schneller waren die Plünderer aus den kaiserlichen Reihen da: bis heute fehlen sein goldener Siegelring, die Halskette, die Uhr, seine Stiefel und die Sporen. Seine berühmtes Elchkoller, eine Art kurzer Reitjacke aus dickem Elchleder, wurde bis nach dem 1. Weltkrieg als Trophäe in Wien aufbewahrt, dann aber aus Dankbarkeit für humanitäre Hilfe Schwedens in den Hungerjahren nach dem 1. Weltkrieg zurück gegeben. Die Leiche des Königs wurde erst etwa eine halbe Stunde, nachdem er verschwunden war, gefunden und geborgen, bis auf’s letzte, vorletzte und vorvorletzte Hemd geplündert (es war ja kalt und der König trug drei Hemden übereinander).

(Zu Pferden schwedischer Könige habe ich aus Herkunftsgründen ein besonderes Verhältnis.)

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Australischer Artikel über heterosexuelle männliche Prostitution – und was die unterschiedliche Perspektive auf männliche und weibliche Prostitution über tief verwurzelte Geschlechterstereotype verrät, unter anderem:
1) Männer können und wollen immer / Frauen suchen in Wirklichkeit emotionale Nähe
2) Männliche Prostituierte sind beneidenswerte Helden / weibliche Prostituierte sind bedauernswerte Opfer

“Male escorts
Is the growing market for male escorts a sign of female sexual liberation or just a re-run of the same old stereotypes?”

Zudem Ergebnisse empirischer Untersuchungen, die genau diese Stereotype widerlegen.

via @journelle

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Ein weiterer Fall von: Habe ich mir nie Gedanken drüber gemacht, aber jetzt, wo du’s sagst.
Wie es zum heutigen Keyboard-Layout kam und warum das vermutlich beste Keyboard aller Zeiten 30 Jahre alt ist.
“King of click: the story of the greatest keyboard ever made”.

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Der Mittagesser hat sein Blog reanimiert und tagebuchbloggt per “Berichtsheft”. Zum Beispiel über den Baustellenstand in Giesing.

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag/Freitag, 13./14. November 2014 – Bauchkrämpfe

Samstag, 15. November 2014 um 9:16

Am Donnerstag versuchte ich die Eintrübung des Gemüts plus Aussicht auf einen Höllentag durch Crosstrainerstrampeln am Morgen und durch komplett alberne Kleidung zu bekämpfen.

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Half nicht. Ich schlich nach wieder fast elf Stunden Arbeit mit Blick zu Boden nach Hause.

Daheim lag ein Serienbrief unterzeichnet von dem Menschen, der jetzt bei meinem früheren Arbeitgeber den Posten hat, den ich zuletzt so ungefähr als Nächstes übernehmen sollte. Mich wieder einmal gezwungen über die Frage nachzudenken, ob ich meinen damaligen Schritt bereue. Nein, es ging damals wirklich nicht anders. Zudem säße ich andernfalls allein schon geographisch, wo ich nicht arbeiten möchte.

Abends kein Appetit mit gleichzeitig Bauchweh, das möglicherweise von Hunger herrührte. Ein paar Bissen von Mitbewohners Kartoffelwaffeln aus medizinischen Gründen, die das Bauchweh allerdings verschlimmerten. Früh ins Bett in der Hoffnung auf Flucht in den Schlaf. Klappte wegen Bauchschmerzen nur mittel.

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Freitagvormittag saß ich dann elend im Büro, plante nachmittägliche Krankmeldung. Doch zum einen hätte ich auch von daheim aus ständig in die Berufsmailbox sehen müssen (Sie erinnern sich? Großveranstaltung nächste Woche? mit allen beiden Kolleginnen so überlastet, dass wirklich niemand für mich einspringen hätte können?), außerdem besserten sich Bauchkrämpfe und Elendigkeit mittags nach ein paar Löffeln Hüttenkäse und einer halben Stunde Frischluft.

Der Biergarten unterm Büro machte es mit seiner Endreinigung definitiv: Es ist Winter.

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Fast pünktlich aus der Arbeit gekommen, auf dem Heimweg fürs spontane Abendessen eingekauft, da der Mitbewohner überraschend verhindert war. Es wurden spiralige Nudeln mit Räucherlachssahne.

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 12. November 2014 – Wessen Toleranz?

Donnerstag, 13. November 2014 um 13:28

Das Morgenlicht war ganz klar, schuf schon in der Dämmerung viel Farbe und Kontraste – alte niederländische Malerei.

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Gemütlicher Morgenkaffee mit Internet.
Arbeitsweg zu Fuß.

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Arbeitsgefüllter Tag, ich nahm mir aber Zeit für eine Mittagspause mit Zeitungslesen.

Abends ins Theater geradelt (es ist zum Glück immer noch nicht richtig kalt): Schande nach J. M. Coetzee.

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Eine sehr verstörende Geschichte. Ich sah, wie ein menschverachtendes System durch ein anderes menschenverachtendes System ersetzt wird. Am untersten Ende der Hackordnung dabei die Frauen, die vorher so wenig selbstbestimmt waren wie sie nachher sind. Bedrückend.
So sehr, dass ich mehr die Geschichte sah als die Inszenierung – ging mir im Theater schon lange nicht mehr so.

Gleichzeitig aber Freude über den überragenden Hauptdarsteller. Stephan Bissmeier als zynischer Uni-Dozent David war bedrückend gut (ich bin ja immer auch beeindruckt von schauspielhandwerklichen Details wie Nuscheln, das gleichzeitig glasklar verständlich ist). Interessant und vielversprechend: Zwei Schauspielschülerinnen auf der Bühne, Lorna Ishema und Barbara Dussler.

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Die Werbemotive für die ARD-Themenwoche Toleranz sorgen weiter für Aufruhr in meiner Ecke des Internets.

Auch ich habe erstmal scharf eingeatmet bei dem Anblick. Da braucht man wirklich nicht Theorie-gestählt sein, es reicht eine einfach Übung: Stellen Sie sich vor, Sie gehörten zu der abgebildeten Bevölkerungsgruppe. Und über Sie würde unter diesen Slogans verhandelt.
Jedes Motiv eine Ohrfeige.

Mir gefällt der Kommentar auf der NDR-Website (so viel übrigens dazu, die Öffentlich-Rechtlichen seien gleichgeschaltet):
“Zwischen gut gemeint und gut gemacht”.

Dass Angehörige der stigmatisierten Gruppen eben nicht die Wahl haben, welches Maß an Ausgrenzung oder “Toleranz” der Mehrheitsgesellschaft sie erdulden wollen – diese Erkenntnis scheint den Programmverantwortlichen der beworbenen Sendung noch nie gekommen zu sein.
(…)
Dass Stigmatisierung und Ausgrenzung dennoch stattfinden, ist das eigentliche Problem – und nicht die Existenz von Schwulen, Schwarzen, Behinderten oder anderen “Randgruppen” nach Wahl, die vermeintlich “unsere” Toleranz strapazieren.

Ich bin ganz sicher, dass die Absichten hinter den Motiven gute waren. Doch Schaden wird durch andere Absicht nicht geringer. Es muss eine bessere Form für die Bewerbung dieses Themas geben. Zum Beispiel ist mir eingefallen: Den Spieß umdrehen (genau: den Spieß – denn ein Spießrutenlaufen ist es, was diese Mitmenschen mit Alltag erleben). Toleranz aus der Perspektive der ausgegrenzten Gruppen zeigen:
– Das Frauenpaar Arm in Arm, das gefragt wird: “Und wer ist bei euch der Mann?” (Dazu passt wunderbar “normal oder nicht normal?”)
– Menschen, die nicht nach Vorfahren in Bayern aussehen, und Englisch angesprochen werden. (An “Belastung oder Bereicherung?” müsste man hier vielleicht noch arbeiten.)
usw.

Im Fernsehen dazu Talkshows, in denen ausschließlich diese Menschen zu Wort kommen und erzählen, wie viel Toleranz sie jeden Tag aufbringen.

Hintergrundlektüre aus eben dieser Perspektive:

“Wer muss sich was gefallen lassen?”

“Woher kommst Du? Ich meine wirklich?”

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 11. November 2014 – “How do you know it was nothing?”

Mittwoch, 12. November 2014 um 7:45

Und wieder stellte ich fest: Yep, ab 10 Stunden Arbeit werde ich böse. Abgesehen davon, dass ich abends langsam und unkonzentriert arbeite, für alles dreimal so lange brauche wie morgens. Aber es ist die Woche vor einer Großveranstaltung, da wird die Arbeit sehr viel.

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Morgens zum Krafttraining in Gruppe, vergnüglich gehoben, gebeugt, geschoben, gedrückt. Immer wieder fasziniert, wie wenig man den Frauen ansieht, ob sie große oder kleine Gewichte aufladen.

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Durch ein Kollegengespräch an eine meiner Lieblingskurzgeschichten erinnert worden:
Hemingways “A Clean, Well-Lighted Place”.

Eines der schönsten Details der Geschichte: Wie Hemingway auf Englisch das Spanisch der Kellner einfängt. Ich höre sie beim Lesen immer Spanisch sprechen. Inklusive Körpersprache.

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Magnum zeigt Fotos, die ihre Mitglieder nicht verkauft (= veröffentlicht) bekamen, die ihnen aber am Herzen liegen:
“6 Legendary Photographers Tell The Stories Behind Their Favorite Unseen Photographs”.

(Richard Kalvar sagt, “my photos must be ‘found'” – damit kannn ich viel anfangen.)

die Kaltmamsell

Journal Montag, 10. November 2014 – keine weiteren Aussichten

Dienstag, 11. November 2014 um 6:23

Es sieht aus, als steckte ich tatsächlich auf unabsehbare Zeit fest. Gestern war ich darüber weniger verzweifelt, sondern eher fassungslos. Aussichtslosigkeit erlebe ich in der derzeitigen Phase zum ersten Mal im Leben. Davor fiel mir nicht nur immer etwas ein, ich war auch gewohnt, dass immer irgendetwas davon funktionierte. Doch nicht nur werden durch meine Abwehrfilter die Möglichkeiten immer weniger, Niederlagen lassen die Mutlosigkeit immer früher im Prozess des Einfallens einsetzen. Spaß macht es mir immer noch, Ideen für meine Freizeit zu haben.

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Mittags radelte ich einem nicht ausgelieferten Paket hinterher in die Arnulfstraße. Der Versender packt auch kleine Teile in riesige Kartons, ich hatte mir vorgenommen, den Karton einfach in der Post wegzuwerfen und den Inhalt einzustecken. Doch im trostlosen Ausgaberaum wies ein Plakat in großen Buchstaben und mit Ausrufezeichen darauf hin, dass zum Brandschutz keine Abfallbehälter aufgestellt werden dürfen und man keine Verpackungen hinterlassen kann. Das Paket passte zum Glück hochkant in meinen Fahrradkorb.

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Wenn Sie Englisch sehr gut verstehen und demnächst mal wieder kurz davor sind, irgendeinen toxischen Blödsinn im Fernsehen laufen zu lassen: Schaun Sie sich doch statt dessen das hier an.

DAS DRAMA DER WASSERFLASCHE (ja, an einer Stelle fällt sie dann doch um)
oder:
Randall Munroe über eine Frage aus seinem Buch What if mit ganz vielen chemischen Elementen. Mit allen, um genau zu sein.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 9. November 2014 – Augenzeugen

Montag, 10. November 2014 um 6:44

Sonntägliches Ausschlafen dauerte bis sieben.

Als es ganz hell wurde, zeigte sich ein für die Münchner Innenstadt exotischer Anblick: leichter Nebel.

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Mehr Lust zum Schwimmen als zum Laufen gehabt. Aus einer Laune heraus den Mitbewohner gefragt, ob er ins Olympiabad mitkommen möchte, mit dem Rad – er mochte überraschenderweise. Obwohl für ihn ja schon das gut zwanzigminütige Hinradeln eine Trainingseinheit war.

Wir trennten uns in der Eingangshalle des Olympiabads: Während ich meine Stadtwerkekarte zum Eintritt nutzte, musste er sich erst mal eine Eintrittkarte kaufen, und ich würde ohnehin länger fürs Schwimmen brauchen.

Beim Umziehen auf überwältigte Reaktionen gestoßen.

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Meine 3.000 Meter waren entspannt genug, dass die Gedanken fließen konnten. Es formierten sich Pläne, unter anderem der, unbedingt beim Nachhausekommen einen Schuedi zu backen. Was ich genau so tat.

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Im sonnenbeschienenen Wohnzimmersessel das SZ-Magazin vom Freitag gelesen. Merkwürdige Geschichte über eine Gruppe Jugendlicher, die sich als Schulprojekt 18 Tage lang durch die Uckermark schlagen, ohne Handy und ganz allein. Bis auf die erwachsene Begleitperson, die aber nicht eingreifen soll. Und bis auf den SZ-Fotografen. Und die beiden SZ-Autorinnen. So dass der Begleittross fast so groß war wie die Gruppe Jugendlicher.
Mich irritieren ja auch Fernseh-Dokus von angeblichen Alleingängen in unwirtlicher Gegend, die auf lächerliche Art den Umstand ignorieren, dass eine Unternehmung in Begleitung eines ganzes TV-Teams kein Alleingang ist.
Doch das Interview mit Peter Sloterdijk im selben Magazin fand ich interessant genug, dass ich jetzt mal was von ihm lesen möchte.

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Auf dem Wohnzimmersessel auch die Wochenendzeitung gelesen, während der Mitbewohner in der Küche das Szegediner Gulasch zum Nachtmahl bereitete.

Ein Stündchen gebügelt (dafür musste ich bereits das Licht einschalten), meine Wanderschuhe nochmal ordentlich eingecremt und eingewintert.

Online viele, viele Augenzeugenberichte vom 9. November 1989 gelesen und viele Einordnungen Involvierter.

Aber auch einen besonderen Augenzeugenbericht vom 9. November 1938.

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 8. November 2014 – Brotbackgespräche

Sonntag, 9. November 2014 um 8:15

Wecker auf sieben gestellt, weil ich für eine mittägliche Geburtstagseinladung Brot backen wollte. Zum Glück schon eine halbe Stunde davor aufgewacht, denn ich hatte mich mal wieder in der Zeit verschätzt: Da das Pane Vallemaggia auf zweimal gebacken werden muss, braucht es auch doppelte Backzeit.

Wurde gut, wenn auch immer noch nicht so schön großporig wie bei Petra. Vielleicht sollte ich den Teig weniger ausstoßen.

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In der U-Bahn dorthin neben einem der Kleinkinder gelandet, deren Lautstärkeregler kaputt ist und die NUR IN BIS ANSCHLAG ERHOBENER STIMME SPRECHEN KÖNNEN, DABEI DAS DEZIBELLEVEL EINES MARTINSHORNS ERREICHEN. Mir so dezent wie möglich die Ohren zugehalten.

Giesinger Küchenausblick bekannt aus Instagram und Twitter:

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Auf dem Heimweg zu Fuß Herbstdämmerung über der Wittelsbacher Brücke.

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Auf der Geburtstagsfeier auch übers Brotbacken gesprochen.
Falls von diesen Gästen jemand hierher kommt, ein paar Links, von denen ich beim Brotbacken immer noch profitiere.

Übrigens ist mir jetzt auch eingefallen, welche Art Brot auch im Gasofen funktionieren müsste:
Topfbrot.

Sauerteig:

Sauerteig von Null ansetzen (oder sich von einer Brotbäckerin ein Gläschen Anstellgut geben lassen)

Pflege eines Roggensauerteigs

Als Brotrezept zum Einstieg und für ein einfaches Erfolgserlebnis empfehle ich das Berliner Landbrot.

Gute und verlässliche Brotrezepte finden sich bei:

Chili und Ciabatta

Plötzblog (der auch das empfehlenswerte Brotbackbuch geschrieben hat)

Küchenlatein

Zorra

Brotdoc

Ketex

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Abends dem Mitbewohner American Hustle gezeigt, wieder begeistert von Drehbuch, Schauspielerinnen, Schauspielern.

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Andrea Diener hat für sich vor einiger Zeit Thüringen als Urlaubsgegend entdeckt und schreibt nun auch in der FAZ darüber:
“Im Fluss Gold und Forellen, ansonsten eher arm”.

die Kaltmamsell