Journal Freitag, 24. Juni 2016 – UK mag nicht mehr EU sein

Samstag, 25. Juni 2016 um 9:06

Zweiter Morgenkaffee auf dem Balkon, dort dann die Nachricht vom positiven Ausgang des Referendums in UK gelesen: Eine knappe, aber klare Mehrheit will kein Teil der EU mehr sein.

Bis nachmittags las ich Details und Kommentare, war fassungslos und niedergeschlagen. Ich identifiziere mich sehr mit der EU und mit Europa und glaube nicht, dass das hauptsächlich mit meiner eigenen Herkunft zu tun hat – als Tochter spanisch-polnischer Eltern, die in Oberbayern aufgewachsen ist, und eine nach Italien ausgewanderte, polnisch-stämmige Tante hat, bezeichne ich mich ja gerne als wandelnde EU inklusive Osterweiterung. Und ich habe in Wales studiert. Den EU-Beitritt Spaniens und Polens verfolgte ich wahrscheinlich intensiver als der Durchschnitt, kenne wahrscheinlich ein paar mehr Details dieses Prozesses. Doch vielleicht macht mich meine Herkunft in erster Linie zu einer naiveren Europäerin, die sich schwer vorstellen kann, wie sich jemand nach der Isolation nationalstaatlicher Kleinkrämerei sehnt.

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Die beste zusammenfassende Analyse, die ich gestern las, hat Laurie Penny für den New Statesman geschrieben:
„I want my country back“.

This morning, I woke up in a country I do not recognise. David Cameron’s big gamble – the future of Britain against his personal political ambitions – has backfired so badly that we’ve blasted clean out of the EU. By the time I’d put the kettle on, the stock markets were in free fall, Scotland was debating a new independence referendum, Sinn Fein was making secession noises, and the prime minister had resigned.

There’s not enough tea in the entire nation to help us Keep Calm and Carry On today.

Laurie Penny kann den Ausgang durchaus erklären, weit menschenfreundlicher als mein impulsives „Bloody idiots!“. Zum Beispiel:

There are huge areas of post-industrial decline and neglect where people are more furious than Cameron and his ilk could possibly understand, areas where any kind of antiestablishment rabble-rousing sounds like a clarion call. In depressed mountain villages and knackered seaside towns and burned-out former factory heartlands across the country, ordinary people were promised that for once, their vote would matter, that they could give the powers that be a poke in the eye. Westminster may have underestimated how very much it is hated by those to whom mainstream politics have not spoken in generations.

Nein, Panikmache ist auch jetzt nicht angebracht. Wahrscheinlich werden die viel Leid gewöhnten EU-Politikerinnen und -Beamten auch das irgendwie so hinbiegen, dass niemand es zu heftig ausbaden muss. Weil genau das ihr Job ist.

§

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Abend mit Herrn Kaltmamsell. Da das tatsächlich der dritte Sommertag in Folge war, gab es – angesichts der Tagespolitik mipfleiß – Pimm’s.

Und da gestern fußballfrei war, konnten wir endlich die Schnitzelgartensaison eröffnen (absolvieren?).

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Es mundete ganz ausgezeichnet. Im Unterhaltungsprogramm unter anderem eine Frau am Nebentisch mit höllischem Schluckauf.

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 23. Juni 2016 – Gleißend

Freitag, 24. Juni 2016 um 6:55

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Endlich Morgenkaffee auf dem Balkon.

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Durch den Sommermorgen in die Arbeit, es war schon früh heiß.
Geschäftiger Bürotag.

Übrigens:
Stell dich gut mit der Sekretärin und sie weist darauf hin, dass du gerade Blödsinn von ihr verlangst.
Sei ein Arschloch und sie macht’s einfach.
(Aber das hatten Sie sich vermutlich selbst gedacht. Ist ja nur die kleine Schwester der Fehlerkultur: Bedank dich für den Hinweis auf einen Fehler und du hast eine Verbündete, die mitdenkt. Reagiere zickig auf solch einen Hinweis und sie lässt dich beim nächsten Mal gegen die Wand fahren.)

Auf dem Heimweg in den Schmuckladen geschaut, an dessen Fenster ich mir seit vielen Monaten immer wieder die Nase plattpresse: Silberfisch. Sieben Handwerkerinnen und Handwerker verkaufen hier immer wieder überraschende Arbeiten, diesmal traute ich mich, nach dem Preis von ein paar Stücken zu fragen. Und lernte einen sehr freundlichen Goldschmied kennen, der sich auf das Fassen von Steinen spezialisiert hat. Ich habe ja noch eine ganze Reihe ungefasster Steine in der Schublade, die ich zu ebay-Anfangszeiten günstig ersteigert hatte; vielleicht fällt ihm etwas dazu ein – was an dieses Prachtstück herankommt, das ich mir vor 13 Jahren habe machen lassen.

Abends Verabredung mit früherem Arbeitskollegen im Lokal neben Lieblingssüpermarket Verdi, angenehmstes Plaudern bei Mezze und großen Mengen Saftschorle.

Nachts erste bange Blicke Richtung UK-Volksabstimmung, doch es gab noch keine Ergebnisse.

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 22. Juni 2016 – Sommeranfang

Donnerstag, 23. Juni 2016 um 7:01

Der erste Morgen, der nach Sommer roch.

Bei geöffneter Balkontür Krafttraining, neues Programm ausprobiert, das mir sehr gut gefiel. Das Fitnessblender-Angebot ist auf so vielen Ebenen das Richtige für mich. Zum einen natürlich, weil die Breite des Angebots von Kraft über Ausdauer bis Dehnen, und das in allen Längen und Formen, wirklich für alle meine Wünsche etwas bietet. Vor allem aber: Aus den Übungen und Anweisungen spricht nicht Wut auf den Körper und seine Grenzen, niemand wird angebrüllt oder angestachelt, sich weh zu tun, gegen sich zu arbeiten. Im Gegenteil höre ich immer wieder die Aufforderung: nur so weit wie es sich ok anfühlt, „as far as you’re comfortable“. Wir haben Freude am Bewegen, daran, was der Körper so kann, achten auf seine Signale, machen ihn stärker und belastbarer. Und nie, nie wird als Ziel eine bestimmte (ohnehin praktisch unerreichbare) Körperform vorgegeben. Ganz entzückend zum Beispiel, wie Vorturner Daniel bei einer Übung erklärt: „Helps you keep a flat stomach“ – um sich gleich zu korrigieren „… generally speaking“. Genau: Gut stützende Bauchmuskeln sind definitiv ein Ziel meines Trainings (sie erinnern sich? krumme LWS mit Bandscheibenvorfall?); dass man die unter meinem natürlichen Bauchspeck nicht sieht, ist wirklich irrelevant.

Zudem finde ich es enorm motivierend, dass dieser Vorturner selbst immer wieder eine Übung nicht durchhält und kurze Pausen einlegt – genau wie er es uns Turnerinnen vor dem Bildschirm empfiehlt: Wenn’s nicht mehr geht, kurze Pause machen und so bald wie möglich weiter. Mit diesem „ich kann ja jederzeit Pause machen“ traue ich mich viel eher, auch mal die anstrengendere Alternative einer Übung auszuprobieren. Bei „du musst unbedingt durchhalten, sonst!“ wähle ich lieber die leichtere.

Auch das Geschäftskonzept von Fitnessblender ist mir sympathisch: Zwei Profis, die ihr Wissen kostenlos zur Verfügung stellen, die Übungsfilme in Garage und Wohnzimmer aufnehmen – finanziert von Spenden der Nutzer. Ich muss mich also nicht mal über Werbung ärgern. Da zahle ich doch gerne hin und wieder einen Zehner.

§

Durch Lindenblütenduft und das Geschrei der Mauersegler in die Arbeit geradelt. Als es auf Feierabend zuging, bemerkte ich, dass ich fürs abendliche Sporthopsen (endlich mal wieder ein Mittwochabend, an dem ich dafür Zeit hatte) meine Trinkflasche vergessen hatte. Kurz überlegte ich, mir im Studio eine dritte zu kaufen (die zweite kam durch dieselbe Situation in meinen Besitz), dann entschied ich mich aber, lieber noch früher zu gehen und einen Umweg über daheim zu machen.

Mittlerweile war es mit der Sonne sehr warm geworden, die Stadt war mit Radlern und Radlerinnen, draußen sitzenden Menschen, einer bevölkerten Isar endlich richtig sommerlich.

§

Abends erlebt ich das Gegenteil meines Morgensports: Die geschätzte Stepaerobicstunde am Mittwochabend gab es nicht mehr, was ich allerdings erst beim Betreten des Turnsaals merkte. Dieselbe Vorturnerin gab jetzt „TBC“, was „Total Body Conditioning“ heißt (schnelles Krafttrainig rundum, das auch den Puls hochbringt) und ermutigte mich zum Dableiben, auch, als ich sie darauf hinwies, dass ich morgens bereits eine ausführliche Runde Krafttraining absolviert hatte.

Es wurde die Hölle: Im sehr warmen Turnsaal ging es innerhalb weniger Minuten in die Vollen mit schnellen High Impact-Bewegungen inklusive Hanteln überm Kopf. Obwohl ich das Hüpfen bleiben ließ, protestierte mein Körper – so heiß, schlecht und schwindlig war mir zuletzt bei meinem Versuch in Bikram Yoga. Die Vorturnerin turnte alles selbst mit (statt hin und wieder auf die Teilnehmerinnen zu achten), erklärte keine Übung im Detail (welcher Muskel soll trainiert werden, was das Wichtigste ist für die korrekte Ausführung), schwang ihre Hanteln so schlampig irgendwie, dass ich den Sinn und Zweck nicht selbst erschließen konnte.

Ich machte das Ganze auf kleinster Flamme irgendwie mit, für besonders gefährliche Übungen kenne ich zum Glück inzwischen selbst Alternativen. Raus kam ich aus der Stunde elend und traurig – genau das Gegenteil von dem positiven Stimmungskick, den ich nach einer guten Sportrunde kenne. Der Mittwochabend ist also als Sportgelegenheit leider gestorben.

Zu Hause hatte ich nicht mal Appetit, vom sonst so gierig und in großen Mengen genossenen Salat aus Ernteanteil mochte ich nur ein paar Gabeln (aber Erdbeeren und Schokonüsse gingen).

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 21. Juni 2016 – Erstes Draußen-Abendessen

Mittwoch, 22. Juni 2016 um 6:24

Der Vollmond tat seine Wirkung (oder vielleicht auch die Ohropax, mit denen ich meine Umgebung ausschaltete, nachdem mich Autogeräusche aus dem Hinterhof aus dem Einschlafen gerissen hatten – Wachspropfen sind allerdings nicht entfernt so romantisch wie Vollmond): Nach Langem mal wieder tief geschlafen, so tief, dass ich nach Gewecktwerden lange benommen war.
Das Halbjahrhundertereignis Sonnwend inklusive Vollmond hätte ich in der Nacht zuvor schon auch gerne gesehen, doch ich war so müüüüüüde.

Ein grauer, aber milder Tag, zu Fuß ins Büro, dort gemächliches Arbeiten. Auf dem Heimweg meine Wanderjacke von der Schneiderin abgeholt: Der Reißverschluss einer Tasche war gleich beim ersten Tagen kaputt gegangen, sie hatte einen neuen eingenäht.

Mit Herrn Kaltmamsell hatte ich verabredet, dass wir wegen bisherigen Ausfalls des Sommers und der Unsicherheit, ob wir überhaupt einen bekommen werden, gleich die allererste Gelegenheit ergreifen würden, im Schnitzelgarten zu Abend zu essen. Gestern war es endlich warm genug dafür. Doch als wir ums Eck zu den Kastanien bogen, scholl uns bereits der Ton der Großleinwand entgegen: Fußballübertragung. Wir gingen also weiter ins Hey Luigi, das sich als Oktoberfest- und Fußball-freie Oase im Glockenbachviertel einen Namen gemacht hat. Zumindest ein erstes Mal draußen zu Abend gegessen.

Ich hielt mich weiter von Alkohol fern. Dass mir das am Montagabend ausgesprochen schwer gefallen war, halte ich für ein Symptom, wie nötig das mal ist. Nicht dass ich mich regelmäßig betränke, das eigentlich sogar nie. Auch ist die Tagesmenge meines Konsums nicht gestiegen (was ein Suchtkriterium wäre). Doch davor waren fast vier Wochen vergangen, in denen ich täglich Alkohol getrunken hatte, von einem Pint als Mindestmenge bis einem harten Cocktail plus halbe Flasche Wein (das ist meine Obergrenze, mehr vertrage ich nicht, will heißen, dann mag ich keinen Schluck mehr). Eine Woche ohne müsste doch wirklich gehen.

Da deutlich hörbar weitere Fußballspiele folgten und anschließende Hup-Corsos zu befürchten waren (München hat einen Einwandereranteil von fast 30 Prozent – irgendwer freut sich IMMER), schlief ich wieder mit verstöpselten Ohren ein.

die Kaltmamsell

Journal Montag, 20. Juni 2016 – „Geistig verwirrt“

Dienstag, 21. Juni 2016 um 6:42

Wo beginnt „geistig verwirrt“?

In der Wochenend-SZ stand ein ausgezeichneter Artikel des UK-Korrespondenten Christian Zaschke über die Stimmung in Großbritannien vor dem Brexit-Referendum:
„Gift und Galle“.
(Bei Blendle für 79 Cent nachzulesen.)
Schon im Vorspann heißt es darin: „Der Mann, der die Labour-Abgeordnete Jo Cox umgebracht hat, war vermutlich psychisch krank.“
Und im zweiten Absatz: „… nachdem am Donnerstag ein offenbar geistig verwirrter Mann die Abgeordnete Jo Cox umgebracht hat“. Später ist ein weiteres Mal von „offenbar psychisch gestört oder immerhin labil“ die Rede. Abgesehen davon, dass dieses Epiteton schon kurz nach der Tat fast komisch exakt die Hautfarbe des Herrn mitteilte (wäre sie anders als weiß gewesen, hätte das Epiteton automatisch „Terrorist“ gelautet): Wo beginnt und wo endet „geistig verwirrt“?

Als der 52-jährige Thomas M. nach seinem Namen gefragt wurde, antworte er mit den Worten: „Tod den Verrätern, Freiheit für Großbritannien“.
Die Richterin deutete darauf an, dass es sich um einen geistig Verwirrten handeln könnte.

Quelle

Am Freitag davor hatte ich über den Prozess gegen den Mann gelesen, der Henriette Reker fast umgebracht hätte (bei Blendle für 79 Cent).

Leid tut ihm das nicht, in seiner kleinkindlichen Wahrnehmung gibt es nur ein Opfer: ihn selbst.

Er äußert sich ziemlich ähnlich wie Thomas M., doch er gilt als zurechnungsfähig. Ebenso wie der Massenmörder Anders Breivik, dem es sogar besonders wichtig war, im Prozess bloß nicht als geistig verwirrt eingestuft zu werden.

Was allen drei gemeinsam ist: Sie sehen ihre Handlungen als Reaktion, sich selbst als die eigentlich angegriffenen, die sich verteidigen.

Genau das war die (damals für mich überraschende) Diagnose Sascha Lobos in seinem re:publica-Vortrag vor fünf Jahren: „Jüngste Erkenntnisse der Trollforschung“.

Trolle sehen sich nicht als Agressoren, sondern als Opfer. So wie der Reker-Attentäter sich von Wahlplakaten der Grünen derart angegangen fühlte, dass er nur noch nachts das Haus verließ, fühlen sich Trolle von Meinungen angegriffen, die ihren widersprechen. Ihre resultierenden Aktionen sehen sie als reine Gegenwehr und („sonst ist er ein ganz ruhiger und unauffälliger Mensch“) alternativlos. Und so schreiben dann zum Beispiel Menschen bösartigste Mails am End‘ auch noch von ihrem Arbeits-Account aus – weil sie sich absolut im Recht fühlen. Mittlerweile muss man froh sein, wenn sie es bei schriftlichen Angriffen bewenden lassen und kein Messer in die Hand nehmen.

Dieser Mechanismus verbindet sie übrigens mit den großen Bösen der neueren Geschichte: Auch ein Adolf Hitler, ein Stalin, ein Mao und ein Saddam Hussein sahen sich als Verteidiger, nicht als Angreifer.
(Was, aber das nur nebenbei, James-Bond-Bösewichte für mich immer so blutleer und wenig glaubhaft machte: Die streben immer nur irgendwie nach Weltherrschaft/-zerstörung, ganz souverän, ungehetzt und überlegen.)

An Henriette Rekers Attentäter ist eine bestimmte Art Wahrnehmungsfilter zu beobachten, aller Wahrscheinlichkeit nach auch an Thomas M., den wir Internet-People an Verschwörungstheoretikern und Trollen kennen. So bezeichnete er die drei Menschen, darunter eine 77-jährige Frau, die Reker zu Hilfe eilten und die er schwer verletzte, als Mob, der über ihn hergefallen sei und den er habe abwehren müssen. Oder er bestand darauf, dass er keinen der drei mit seinem Messer verletzt habe, obwohl Laboranalysen ganz klar dieses Messer als die verletztende Waffe identifizierten.1 Alle Gutachten und Analysen, die seiner Schilderung des Tathergangs widersprachen, bezeichnete er als manipuliert.
Ich assoziiere sofort den bekanntesten Geisterfahrer-Witz: „Einer? Alle!“

Wenn das aber anscheinend kein Symptom für geistige Verwirrung ist – wo beginnt sie? Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Grenze schwer zu ziehen ist, schließlich ist alle menschliche Wahrnehmung nachweislich darauf ausgelegt, Belege für bereits getroffene Annahmen stärker zu gewichten als Belege des Gegenteils (siehe confirmation bias).

Und so fühle ich mich völlig hilflos: Wie soll man an solche Menschen rankommen? An Trolle, Verschwörungstheoretiker, Fanatiker?

§

Zwei erhellende Beiträge zur Brexit-Diskussion:

Der Londoner mit deutschem Migrationshintergrund Konstantin schreibt:
„I Want My Country Back“.

Un der in den USA lebende Brite John Oliver nimmt die Argumente der Austrittsbefürworter auseinander (um gleichzeitig die EU aufs Übelste zu beschimpfen):


  1. Aus dem Gedächtnis zitiert: Die Papier-SZ vom Freitag habe ich nach dem Lesen weggeworfen, und ich bin zu geizig, nochmal 79 Cent fürs Nachschlagen zu zahlen. []
die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 19. Juni 2016 – Hopfengärten

Montag, 20. Juni 2016 um 9:18

Komischer Tag.
Morgens war es regnerisch und kalt. Mit Herrn Kaltmamsell bestieg ich einen Zug zu einer Geburtstagsnachfeier in Familie – zumindest wurde auf dem Weg dorthin der Himmel heller.

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Der Hopfen ist schon ziemlich weit hochgeklettert – den Anblick der Hopfengärten, wie ihre Geometrie die sanft rollenden Hügel der Holledau prägt, genieße ich jedes Mal.

Plausch mit Bruder und Eltern, kaltes Fühlen der Entfernung zwischen unseren Lebenswirklichkeiten.

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Was da wohl drin steht?

Bei der Abfahrt schien in Ingolstadt sogar ein bisschen die Sonne, ich spielte mit dem Plan, endlich mal im Schyrenbad eine Schwimmrunde zu absolvieren. Doch in München regnete es immer noch. Also statt Schwimmen warme Hauskleidung angezogen, nochmal das Brot vom Vortag gebacken, zwei Stunden lang die Wäsche der vergangenen Wochen weggebügelt.

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 18. Juni 2016 – Chemieexperiment

Sonntag, 19. Juni 2016 um 7:49

Nach zwei Wochen Laufpause radelte ich vormittags raus nach Thalkirchen zu einem teilweise sogar sonnigen, durchwegs aber angenehmen Lauf. Lediglich meine linke Achillessehne schmerzte etwas, ansonsten nichts – ein Geschenk.

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Das Wasser der Isar stand sehr hoch.

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Beim Frühstück beobachtete ich die bettelnden Meisenkinder auf dem Balkonsims, die notfalls auch dem Kleiber anquietschend am Meisenknödel auf den Pelz rücken. Sie wissen noch nicht, was sich gehört und dass er in der Fressordnung über ihnen steht. Er flog dann auch genervt davon.

Für das Techniktagebuch aufgeschrieben, warum man britische Zugtickets nicht online bekommt.

Das wenige Silber im Haushalt (Schmuck, geerbte Besteckstücke) geputzt.
Nicht dass ich das Bedürfnis gehabt hätte, doch bei Ilse hatte ich von einem Chemieexperiment gelesen, das ist auch durchführen wollte. Ich nahm einfach Speisesalz.

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So hell habe ich die von der kastilischen Verwandtschaft ererbte Fleischgabel noch nie gesehen. Hier eine einfach zu verstehende Erklärung. – Ionen! Super Erfindung! (Ok, ok: Ich hatte genau ein Jahr Chemie im Leben und das mit einer Vier abgeschlossen. Ich gebe Chemikerin Frau Brüllen völlig recht: Man hätte mir das Abitur verweigern sollen. Selbst die Kinder Brüllen haben wahrscheinlich mehr Chemie-Ahnung, als ich je zusammenkratzen könnte.)

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Nach Monaten mal wieder Brot gebacken – ich kann’s noch. (Landbrot aus Zeiten, als das Kochtopf-Blog noch nicht völlig PR-Blog war. Ich vermisse die PR-ferne Zorra.)

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Es fühlt sich selbstschulterklopfend an, einen Dank an mich zu verlinken – aber der Text und die Fotos von stattkatze sind so schön, dass ich ihn trotzdem als Lektüre empfehle.
„Bath Tales“.

die Kaltmamsell