Journal Dienstag, 13. September 2016 – Biergartenzauber

Mittwoch, 14. September 2016 um 7:07

Um 4 Uhr aufgewacht, eine Stunde liegen geblieben, dann doch aufgestanden.
Rumgetrödelt, bis ich zum Sport radeln konnte.
Dort kam ich dann doch nicht zu einer Stunde Langhanteltraining: Die Musikanlage machte keine Musik, zehn Minuten nach Beginn der Turnstunde wurde immer noch daran rumgefummelt. Also baute ich meine Geräte ab und stieg statt dessen für 50 Minuten auf den Crosstrainer. (Natürlich setzte genau in dem Moment die Musik ein, als ich den Turnraum verließ – aber selbst dann hätte die Übungsrunde sich durch die Verzögerung für mich zu lang hingezogen.)

Zu Mittag der gewohnte Austausch: „Ah was Gesundes!“ „Nee, der Pfirsich ist schon so alt, da ist sicher kein Vitamin mehr drin, nur noch Zucker.“

Hochkonzentriertes Korrekturlesen.

Nach Feierabend war ich mit Herr Kaltmamsell für ein weiteres Mal zu Spaziergang zum und Essen im Biergarten am Flaucher verabredet. Im Moment fühlt es sich zwar an, als würde der Sommer nie enden (ein großartiges Gefühl), aber das war wahrscheinlich dann doch eine Abschiedsvorstellung.

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Die Weißdornbeeren vorm Haus sind schon reichlich abgefressen (Amseln).

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Ich war erstaunt, wie viele Joggerinnen und Jogger an der Isar im Zappendusteren unterwegs sind (nur zwei davon mit Stirnlampen, und die zusammen) – selbst käme ich nie auf die Idee, weil ich im Dunklen über Wurzeln stolpern oder in Hundekacke treten würde.

§

Xkcd zeichnet die Entwicklung der Erdtemperaturen, der Erde und des Menschen seit der letzten großen Eiszeit auf einem vertikalen Zeitstrahl.
„A Timeline of Earths‘ Average Temperature“.

When people say „the climate has changed before“, these are the kind of changes they’re talking about.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 11. September 2016 – Große Eichkätzchenshow

Montag, 12. September 2016 um 6:46

Nicht so lange geschlafen, wie wegen des späten Zu-Bett-Gehens erhofft, aber mit klarem Kopf aufgewacht.

Bloggen an Kaffee auf dem Balkon, großer Genuss.

Ein besonders albernes Eichhörnchen beobachtet, das minutenlang im Laub raschelte, das die Kastanien wegen des Mottenbefalls vorzeitig abgeworfen hatten. Ich stufte das erst als irgendwas Zielgerichtetes ein, doch sah dann, dass es einfach mit dem Laub spielte und Spaß an dem Geraschel hatte. Vorher hatte es wie ein Lämmlein auf der Wiese umhergesprungen, wild hin und her und vor und zurück.

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Ich radelte an die Isar, Wittelsbacherbrücke, zu einem weiteren Sommerlauf. Es war warm, aber nicht heiß, ich mied Schatten und genoss den Sonnenschein (bildete mir ein, die körpereigene Produktion von Vitamin D geradezu zu spüren).

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Meinen Durst stillte ich hier an der Marienklausenbrücke.

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Nach dem Duschen frühstückte ich einen Rest Oktopussalat und holte mir bei der Eisdiele ums Eck einen Amarenabecher (Erinnerungsflash, wie ich zu Studentinnenzeiten im ersten verliebten Sommer mit Herrn Kaltmamsell zum Frühstücken in die Eisdiele ging – verwegen!).

Zeitunglesen auf dem Balkon, allerdings ziemlich unkonzentriert, weil mich die kontinuierliche Eichkätzchen-Show ablenkte. Ich wüsste ja gerne ihre Laute einzuordnen: Das Tschecken und Glucksen, dass sich immer ein wenig echauffiert anhört, scheint nicht der Kommunikation untereinander zu dienen – ich höre es vor allem, wenn sonst keine anderen Artgenossen in der Nähe sind.

§

15 Jahre nach der Zerstörung des World Trade Centers durch Terroristen. Tom Junod schreibt für den Esquire über den eigenartigen Umgang mit bestimmten Fotos des Anschlags.
„The Falling Man“.

Sehr ausführlich und sehr nachdenklich. Allerdings schrieben gestern Nacht in meiner Twittertimeline einige kritische Stimmen über den Artikel.

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§

Wirklich ärgerlich: Es gibt keine gesetzliche Krankenkasse, bei der man nicht automatisch für Paramedizin mitzahlt.
„Krankenkassen kassieren Millionen für Schischi“.

Selbst wenn ich als gesetzlich Versicherter an nichts anderem interessiert bin als Schulmedizin – also all jenen Heilmethoden, Behandlungen und Medikamenten, deren Wirksamkeit „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind“ und die Kassen laut Sozialgesetzbuch in jedem Fall vom Pflichtbeitrag bezahlen müssen – ich habe keine Abwahlmöglichkeit.
Stattdessen muss ich, wie rund 50 Millionen Mitglieder bundesweit, bei jeder Kasse obligatorisch mit meinem Zusatzbeitrag Leistungen für andere Versicherte bezahlen, deren medizinische Wirksamkeit nicht erwiesen ist.

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 10. September 2016 – möglicherweise abgeschwommen

Sonntag, 11. September 2016 um 8:56

Nach gutem und tiefem Ausschlafen Balkonkaffee – Bonus mit Schleifchen. Am Weißdornbusch vorm Balkon schlugen sich die Amseln mit den Beeren das Gefieder voll, Eichhörnchen schabten in der Kastanie Nüsse auf, dazu das Knurpseln der Miniermotten-fressenden Meisen.

Nach ausführlichem Bloggen ging ich auf eine kleine Einkaufsrunde für die Abendbrotgäste.

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Daheim schnell umgezogen, ab zum Schwimmen ins Schyrenbad. Am Eingang hing zu meiner großen Freude ein Zettel mit der Information, dass der letzte Öffnungstag nicht wie offiziell festgelegt der 12. September, sondern der 18. sein würde. Dann schaffe ich es vielleicht ein weiteres Mal, im Freien zu schwimmen.

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Ausgesprochen genussvolles Schwimmen, daher auch diesmal ein paar Bonusrunden, bis es 3,5 Kilometer waren. Sonnetanken und Frühstück (Quarktasche) auf Liegewiese.

Den Rückweg nahm ich wieder über den Südfriedhof und entdeckte auch diesmal Neues.

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Grab einer Frau mit eigener Leistung (bislang hatte ich – neben den Ordensschwestergräbern – nur Gemahlinnen, Töchter, Mütter, Großmütter gesehen, Berufsbezeichnung höchstens „Privatiersgattin“ oder „Braumeisterwitwe“). Den Wikipediaeintrag dazu bekam allerdings nicht Pauline Kolb, sondern Christiane von Preysing.

Den Nachmittag verbrachte ich mit gemütlichen Abendessensvorbereitungen. Ich hatte spanische Familiengerichte angekündigt, und so gab es zur Vorspeise Pulpo a la Gallega (ein non-recipe aus gekochtem Oktopus, gescheibeltem jungen Knoblauch, grünen Spitzpaprika, Petersilie, Zitronensaft, Olivenöl, Pimentón de la vera), Tortilla (von Herrn Kaltmamsell zubereitet) und Manchegokäse, als Hauptgericht Pollo en pepitoria, zum Nachtisch Flan.

Wohnung bisschen aufgeräumt, geduscht, dann kamen schon die Gäste.

die Kaltmamsell

Journal Freitag, 9. September 2016 – Bonussommer und Blogblasen

Samstag, 10. September 2016 um 9:11

Da ich dieses Jahr nach dem schlechten Anlauf eigentlich gar keinen echten Sommer erwartet hatte, empfinde ich jeden sommerlichen Tag als Bonus. Jetzt im September als Bonus mit Schleifchen.

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Auf dem Fußweg in die Arbeit war es bereits überraschend warm.

Eine Chance zur Reduzierung meiner Sommerkleidung schwindet gerade: Bis vor wenigen Wochen waren zahlreiche Sommerröcke über lange Zeit unbequem eng (da mein Lebenswandel sich nicht verändert hatte, schob ich das auf Hormone). Na gut, dachte ich, dann werden die halt aussortiert.
Doch als ich einem davon vor zwei Wochen eine Abschiedsvorstellung gönnen wollte, war er gar nicht mehr zu eng – genauso wenig wie die anderen Aussortierkandidaten. Da mein Lebenswandel sich in den Wochen davor genauso wenig verändert hatte, schiebe ich auch das auf die Hormone. Sieht so aus, als bräuchte ich noch länger ein Sortiment in drei Kleidergrößen, um für jede Phase passende Kleidung zur Verfügung zu haben.

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Bloggerin Lina Mallon seufzt übers Bloggen:
„Wie lange will ich das eigentlich noch machen?“

Für mich mal wieder ein Blick in eine völlig andere Blogwelt. Sehr schmunzeln musste ich über

Da draußen kaufen Bloggerinnen der ersten Stunde verzweifelt Likes, nur um noch irgendwie relevant am Markt zu bleiben.

Wann mag Lina Mallon wohl diese erste Stunde des Bloggens angesetzt haben? 2010, als Traffic-Seminare für Blogger zum erfolgreichen Geschäftsmodell wurden? Dann lese ich aber zahlreiche prähistorische Blogs. Denn: Muss Melody (*1996) Likes kaufen? (Glückwunsch zum Zwanzigsten!) Chilli und Ciabatta (*2002)? Anke Gröner (*2002)? Stattkatze (*2001 – to be verified)? Sehr unwahrscheinlich.

Aber das erinnert mich daran, dass es da draußen hermetisch abgeschnittene Blogwelten gibt, die Bloggen nicht anders denn als Marktelement kennen. Das ist auch völlig in Ordnung.
Wir alle erleben ja regelmäßig kommerzielle Anfrager, erkennbar an der Verwendung von Wörtern wie „Influencer“ und „Reichweite“, die sich offensichtlich nicht vorstellen können, dass ein Blog mit all seinem Aufwand und Herzblut einfach Ausdruck persönlichen Gestaltungswillens und Mitteilungsbedürfnisses ist – kein Geschäftsmodell. Für das genauso wenig eine geldwerte Gegenleistung erwartet wird wie für das Gestalten der eigenen Wohnzimmereinrichtung (und wenn es Menschen gibt, die von ihren Besuchern Eintritt für die Nutzung ihres mit viel Geld und Mühe eingerichteten Wohnzimmers verlangen, will ich es bitte nicht wissen).

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Stevan Paul war auf Einladung des Goethe-Instituts in São Paulo und hat dort auch ausführlich gegessen:
Paulsen und die 14 Kellner der Shaolin
(meine Überschrift – Sie werden schnell verstehen, woher sie kommt)

§

Musik!

Aus angeheiratet familiären Gründen (und wegen der Biermösl Blosn) habe ich Dudelsack ja schon in so mancher Musikart erlebt. Doch Jazz war mir neu.

Das ist Gunhild Carling, „a Swedish jazz musician and multiinstrumentalist“.

via Thomas Jungbluth auf Facebook

die Kaltmamsell

Fünf Fragen zur Demokratie

Montag, 5. September 2016 um 16:12

Bella, aka @DonnerBella machte sich am gestrigen Abend aus Anlass Gedanken über Demokratie. Und warf ein Demokratiestöckchen.
(Sehr schöne Überschrift übrigens: „Decisions are made by those that show up.“)

Was bedeutet der Begriff Demokratie für dich – unabhängig von seiner Definition?
Demokratie heißt aushalten, dass wirklich alle Menschen gleich viel wert sind. Auch wenn ich sie für dumm halte oder ihre Prämissen für grundfalsch. Auch wenn ihre Lieblingssendung Germany’s Top Model ist. Auch wenn ihnen im Leben alles hinterhergeworfen wurde und sie sich für nichts anstrengen mussten. Auch wenn sie nie auch nur auf einen Funken Selbstreflexion kommen.
Demokratie heißt aushalten, dass deshalb immer alles ausgehandelt werden muss. Darauf zu achten, dass jeder und jede etwas zu sagen haben. Argumentieren statt diktieren, auch wenn diktieren so viel flotter und effizienter wäre. Demokratie ist Arbeit, ständige Arbeit und deswegen scheißanstrengend. Doch jede Alternative widerspricht meinem tief verwurzelten Menschenbild.

In welcher Form bzw. unter welchen Umständen könntest du dir vorstellen dich außerhalb der Stimmabgabe politisch zu engagieren? Anders gefragt – was hält dich ab?
Leider kann im mir politisches Engagement nicht vorstellen. Davon ab hält mich Faulheit: Das sieht alles so anstrengend aus. Abends statt zu lesen auf Versammlungen gehen, sich mit weiteren Menschen auseinanersetzen. Damit man überhaupt etwas erreicht, ständig Kompromisse schließen zu müssen. Das verbraucht ja schon im Arbeitsleben Großteile meiner Energie. Politik besteht aber in erster Linie aus dem das Finden von Kompromissen, nicht aus dem Durchprügeln von Idealen. Ich bin eine schäbige Demokratieschmarotzerin.

Kannst du dir vorstellen freiwillig in einer anderen Regierungsform als der Demokratie zu leben? Falls ja, in welcher?
Nein, wirklich nicht. Eine Königin zu haben, fände ich charmant, wenn sie anständig wäre und nichts zu sagen hätte – aber hier in meiner Kultur und in dieser historischen Konstellation wäre das aufgesetzt.
Oder vielleicht eine platonische Aristokratie mit lauter Philosophinnen und Philosophen (heute: Expertinnen und Experten) an der Staatsspitze? Doch das widerspräche meiner Grundüberzeugung, dass alle Menschen gleich viel wert sind.

Hast du schon einmal „aus Protest“ gewählt? Wenn nein, kannst du es dir vorstellen? Oder wäre Nichtwählen deine Form des Protests?
Ich wähle ja nicht mal taktisch, so unpolitisch bin ich. Ich wähle genau die Partei, von der ich möchte, dass sie regiert. Und genau die Kandidatinnen und Kandidaten aus der Liste, von denen ich möchte, dass sie mich, mich ganz persönlich, vertreten.
Und ich wähle immer. Damit ich hinterher nörgeln darf. Wer in einer Demokratie nicht wählt, darf meiner Überzeugung nach nicht nörgeln.

Zusammenarbeit und Kommunikation mit dem politischen Gegner – unter allen Umständen? Gibt es eine Alternative zur Diplomatie?
Zusammenarbeit nein, nicht unter allen Umständen. Kommunikation ja. Diplomatie ist für den Umgang mit Menschen/Systemen gedacht, um die man einfach nicht herumkommt: Benachbarte Staaten zum Beispiel. Kompletter Abbruch aller Beziehungen geht praktisch nicht – selbst wenn das vornerum so behauptet wird, reden hintenrum dann doch Diplomanten miteinander. Und das ist wirklich gut so. Ich finde Diplomatie hochspannend – könnte es persönlich aber nicht. Umso mehr Respekt für die Menschen, die es in meinem Namen tun.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 4. September 2016 – Wasser aus der Isar

Montag, 5. September 2016 um 6:33

Gut und tief ausgeschlafen. Ich mag das sehr.
Gleich mal Brotteig geknetet, über die nächsten Stunden weitergeführt. (Dieses Rezept im Plötzblog, doppelte Menge.) Die Backüberwachung übernahm wieder Herr Kaltmamsell, denn ich wollte an die Isar zum Laufen.

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Das Brot ging nicht ganz so auf, wie es soll, ich hatte die Stückgare vermutlich zu früh beendet. Schmeckte zum Abendbrot aber sehr gut.

Dummerweise hatte ich das Isarinselfest vergessen, das mir ein direktes Radeln zum Friedensengeln verstellte; ich machte einige interessante Umwege.

Entdeckung im überraschend warmen Sonnenlicht: Herbstzeitlose – diese Verräterinnen hatten den Sommer offensichtlich bereits beendet.

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Da es unerwartet warm war, wurde ich unerwartet durstig. An einem klaren Fluss durstig bleiben zu müssen, erschien mir völlig absurd. Und so setzte ich endlich meinen Vorsatz für solche Fälle um: Ich kauerte mich an den Uferrand und trank zum ersten Mal aus der Isar, mit beiden Händen schöpfend. Denn wenn das Wasser der Isar Badequalität hat, heißt das ja wohl, dass es nicht sehr gefährlich sein kann, ein paar Schlücke daraus zu sich nehmen.

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Das Wasser schmeckte köstlich.

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Daheim schloss ich mich ins Bad zu ausführlicher Körperpflege. Damit mal wieder alles zu Erledigende an Haar, Haut, Nägeln erledigt war. (Das Frauenzeitschriftenklischee vom Genuss eines Selbstpflegenachmittags will bei mir einfach nicht klappen.)

Über den Nachmittag verdunkelte sich der Himmel immer mehr, die Miniermotten-geplagten Kastanien raschelten im plötzlichen Wind. JAJAJAJA, dann herbstelt’s halt. Dazu guckten ich mit Besuch nach den Ergebnissen der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern inklusive Stellungnahmen der Parteivertreter und
-vertreterinnen. Allgemeine Niedergeschlagenheit in der Runde.

Am Samstag hatte ich nach Langem mal wieder Blumen gekauft, am Stand am Sendlinger Tor. Sie erfreuten mich das ganze Wochenende.

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Zum Nachtmahl bereitete Herr Kaltmamsell Shakshuka, der Besuch stellte als Nachtisch gebackene Milch.

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag/Freitag/Samstag, 1./2./3. September 2016 – Sommer mit Besuch

Sonntag, 4. September 2016 um 10:34

Am Donnerstag um fünf aufgewacht, vor klopfendem Herzen und Ängstlichkeit nicht mehr eingeschlafen (nein, kein Anlass, reine Biochemie).

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Es regnete ein paar Mal am Tag, teilweise heftig – auch bei Sonne. Nach Feierabend auf dem Heimweg Einkäufe erledigt, das Nachtmahl bestand aus großen Mengen Salat und Frischgemüse aus Ernteanteil.

Besuchsvorbereitungen, denn spät nachts kamen liebe Urlaubsgäste aus Berlin (so Leute aus dem Internet) für eine Münchenwoche zu uns. Ich hielt mich mit Bügeln und Lesen wach. (The Vegetarian von Han Kang ausgelesen: Dicke Empfehlungen, Details nach dem Treffen meiner Leserunde.)

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Den Freitag hatte ich mir frei genommen, um Zeit für meine Gäste zu haben. In einem wundervollen Sommermorgen holte ich uns Frühstück, und über diesem saßen wir lange plaudernd.

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Da ich Kopfweh hatte und mich wacklig fühlte, knickte ich meine Schwimmpläne und schleppte den Besuch nachmittags an die Isar. Netterweise präsentierte sich München hier so, wie ich es als typisch verkaufe: Bunt, menschenreich, mit vielen Sonnenbrillen und Kinderwagen, in goldenem Sonnenlicht.

Zum Nachtmahl gab es Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat (nach Langem kochte ich mal wieder selbst), der Besuch hatte vom eigenen Spazieren bayerische Whiskys zum Probieren mitgebracht (gut!), Herr Kaltmamsell servierte zum Nachtisch Sticky Toffee Pudding.

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Meine Schwimmrunde holte ich am gestrigen Samstag nach. Nach Frühstückholen spazierte ich ins Schyrenbad.

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Ich hatte so viel Spaß im fast leeren Becken unter wolkigem Himmel, dass mir meine üblichen drei Kilometer zu wenig waren. Es wurden 600 Meter mehr, bei vollem Spaß.

Nachmittags Zwetschgendatschibacken und -essen, Brotteig angesetzt, Kunstgeschichte gelesen.
Den Abend verbrachten wir in milder Luft im Paulaner-Biergarten – in dem sich bei mir irgendwie kein echtes Biergartengefühl einstellen will. Vielleicht weil er doch recht übersichtlich ist? Weil man keine Familien mit eigener Brotzeit sieht? Weil das Personal vollverdirndelt und -verlederhost ist?

die Kaltmamsell