Journal Donnerstag, 19. Februar 2015 – Lesenreden mit Pizza

Freitag, 20. Februar 2015 um 6:49

Morgens Bloggen statt Sport, zudem Pizzateig für die abendliche Leserunde bei mir angesetzt.

Bereits am Vormittag lichtete sich der kalte Hochnebel zu einem sonnigen, wenn auch weiterhin recht frischen Tag. Die Schneeinseln auf Straßen und Wiesen schmelzen nur zentimeterweise.

Abendliche Leserunde zu Uhlys Königreich der Dämmerung. Wir mochten den Roman, waren uns einig, dass Uhly fast alle Fallen vermieden hat, die das Thema Fiktionalisierung von Judenverfolgung und Nachkriegszeit aufstellt. Mir gefielen die sperrige Erzählstruktur, die die Aufmerksamkeit aufrecht erhält (Kapitel setzen immer wieder überraschend neu an, Erzählstränge wechseln ab, aber nicht unbedingt auf derselben Zeitebene), der historische Hintergrund (wenn auch in seiner Detailverliebtheit manchmal an Wikipedialiteratur grenzend), das Erbarmen für alle Figuren. Lediglich die Pathologisierung des SS-Monsters stieß mir auf: Der Nazihorror wurde eben nicht von Psychopathen ermöglicht, sondern von ganz normalen Spießern und Spießerinnen.

Den Mitlesenden war das Buch zu lang. Obwohl auch ich fand, dass die abschließende Berlinepisode gut streichbar gewesen wäre, stimmte ich nicht zu. Leseempfehlung.

(Beim Pizzaservieren passierte mir zum ersten Mal, dass ein Gast an Gluten erkrankt war und ihr Teller leer blieb. Ich konnte nur rasch ein Schälchen Nüsse füllen. Ich merke mir: Künftig immer etwas ohne Gluten und Laktose bereit halten. Fleischlose Alternativen verstehen sich ja inzwischen von selbst.)

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Fotos von Kühen am Strand.
“Portraits of South African cows on the daily pilgrimage to the beach”.

Ich misstraue zwar den 19. Jahrhundert-Tropenhelm-Anklängen von “Rimmer, who spent his youth in the Eastern Cape, explains that the Xhosa people have a deeply felt spiritual reverence for their cattle”, aber wenn man dasselbe von bayerischen Almerinnen sagen darf (that the Allgäu people have a deeply felt spiritual reverence for their cattle), und dabei die mir so vertrauten Bilder Kuh auf Almwiese sowie Almabtrieb vor Augen hat, geht’s wieder.

via @TravellerSam

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Viele wundervolle Fotos und ein Bericht von “Schneechaos in Istanbul”.

An Tagen wie heute wirkt das alte Istanbul plötzlich wieder wie hingezaubert an all die mystischen Orte, die wir von tausend Schwarzweißfotos kennen.

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 18. Februar 2015 – Sonderseiten

Donnerstag, 19. Februar 2015 um 10:26

Nach unruhiger Nacht morgens Crosstrainer (Eichhörnchen vor dem Fenster), tagsüber ruhige Arbeit, abends Feldsalat aus Ernteanteil und frische Scones, damit wir endlich die von Herrn Kaltmamsell selbst hergestellte Clotted Cream probieren konnten (gut!).

Radeln durch kalten Nebel nach Haidhausen (der ganze Tag war hochnebelgrau gewesen), dort Treffen mit Freundin über Cocktails.

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Aufgeregt über den Start des Techniktagebuchbuchs. Besonders bezaubernd finde ich die Ansammlung an Vorwörtern. Oder Nachwörtern. Vielleicht Zwischenwörtern? Weswegen sie sehr bald “Vornachzwischenwort” hießen. Die können Sie auch gesammelt lesen.

Unter anderem ist mir durch das Beobachten der anderen bei ihrer Arbeit am Techniktagebuchbuch (die zugehörigen Auszüge aus dem Techniktagebuchredaktionschat werden möglicherweise irgendwann gesondert veröffentlicht) nun auch sehr bewusst geworden, dass keiner so recht weiß, was bitte ein E-Book ist. Denn einige Dinge, die wir uns von der elektronischen Form statt Papier erhofft hatten, gingen nicht.
Seit ich ein Kindle (bitte immer schwäbisch aussprechen) habe, hege ich ja den wachsenden Verdacht, dass die E-Book-Technik von der Papierlobby gesteuert wird: Keine mir bekannte Technik ist so hartnäckig userunfreundlich wie diese. (Na gut: Von SAP höre ich Ähnliches.)

Mario Sixtus versuchte schon vergangenes Jahr vergeblich, E-Book-Offizielle auf eine praktikable Definition festzunageln:
“Das Phantom namens Ebook”.

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Deprimierende Geschichte eines chief political commentator1 des britischen Telegraph:
“Why I have resigned from the Telegraph”.
(Hier Stephen Frys Kommentar zum lahmen Dementi.)

Ich weiß, dass derzeit in Deutschland die Enthüllungen von Sebastian Heiser diskutiert werden – doch daran überrascht mich eher die Überraschung. “Sonderseiten” hatte man mir während meines Zeitungsvolontariats als nicht wirklich journalistisch beigebracht; die Sachtexte, mit denen Anzeigen akquiriert wurden, sollten durchaus fachlich belastbar sein, aber auf keinen Fall konfrontativ. Von PR-Seite kenne ich Sonderseiten in Tageszeitungen als den Ort, an dem man Kundentexte (gerne auch erfundene Interviews) zuliefert; wenn sie sachlich genug verfasst sind, werden sie praktisch ohne Änderung verwendet. Manchmal kostet die Veröffentlichung Geld (deutlich weniger als Anzeigen), manchmal nicht. (Als PR-Maßnahme ist das wegen vager Glaubwürdigkeit durchaus umstritten.)
Erst aus dem Artikel von Heiser erfuhr ich, dass die Süddeutsche einen anderen Anspruch an ihre Sonderseiten erhebt.

  1. Verzeihung, die Aufgabenverteilung in einer Redaktion ist im angloamerikanischen Sprachraum so anders als im deutschen, dass jeder Übersetzungsversuch scheitert. []
die Kaltmamsell

EXtrablatt! EXtrablatt! Das Techniktagebuchbuch!

Donnerstag, 19. Februar 2015 um 7:25

Hier die offizielle Ankündigung von Kathrin Passig:

— Anfang der offiziellen Ankündigung —

Das Techniktagebuch hat Geburtstag! Die Idee ist ein paar Tage älter, nämlich vom 7. Februar 2014, aber das Blog wird heute genau ein Jahr alt. In diesem Jahr haben knapp 100 Autoren insgesamt 1730 Beiträge geschrieben, die dank der Tumblr’schen Rückdatierungsfunktion bis ins Jahr 1956 zurückreichen.

Zur Feier dieses Anlasses gibt es das Techniktagebuch jetzt auch als, wie der Name schon nahelegt: Buch. Die Meinungen in der Techniktagebuchredaktion reichten von “hurra Buch” über “warum nicht” bis zu “verstehe nicht, was das soll” und “Hey! Ich hab da noch eine viel bessere Idee! Man bräuchte ein Format, in dem alle Beiträge einzeln angezeigt werden, so irgendwie im Internet, und wo man sie dann auf ganz verschiedene Weisen sortieren kann!” Auf jeden Fall sei es “als Performance zum Medienwandel von unschätzbarem Wert”.

Wie dieses Buch erzeugt wurde, ist ein Thema für einen noch zu verfassenden Beitrag. Clay Shirky schrieb 2012, Publishing sei “not a job anymore. That’s a button. There’s a button that says “publish,” and when you press it, it’s done.” Ich möchte an dieser Stelle nur festhalten, dass das für E-Books noch nicht gilt und ich einige Wochen lang ganz schön viele Knöpfe drücken musste.

Das Titelbild wurde von der Zufallsshirtmaschine erzeugt, die dabei weniger murrte als ein Grafiker, zu dem man sagt “könnten wir bitte noch mal 500 neue Entwürfe haben?”

Techniktagebuchbuch

Viele weitere Knöpfe mussten bei der feschen Firma Sobooks gedrückt werden, die das Buch zum Download anbietet. Und zwar für Leute, die alles lesen wollen oder fürchten, dass das Internet demnächst abbrennt, in einer kostenlosen Komplettversion (als PDF, EPUB und MOBI). Internetausdrucker brauchen drei Packungen Druckerpapier, denn die PDF-Version hat über 2000 Seiten.

“Über 2000 Seiten”, hören wir die Leserinnen und Leser sagen, “wer soll denn das lesen!” Deshalb gibt es eine “Best of Techniktagebuch”-Version mit nur 347 Seiten im Sobooks*-, EPUB- und .mobi-Format, aber kostenpflichtig (1,99 €). Wer mehr bezahlt, bekommt also weniger Text, dafür mehr Lebenszeit geschenkt. Auch bei Amazon kann man die Kurzfassung kaufen, dort ist sie einen Euro teurer als bei Sobooks, einfach nur so. An der Executive Summary Edition (Tweetlänge, 29,99 €) arbeiten wir noch.

* Lesen im Browser, das nächste große Ding.

— Ende der offiziellen Ankündigung —

Hier nochmal die Links zum Buch:

Bei Sobooks https://sobooks.de/books/wir-hatten-ja-nix-ein-techniktagebuch-best-of#
Beim Amazon http://www.amazon.de/gp/product/B00TREM814
Beim Goodreads https://www.goodreads.com/book/show/24968377-wir-hatten-ja-nix-ein-techniktagebuch (Kommentar aus dem Techniktagebuchredaktionschat, André Spiegel: “Problem wird sein, dass die einzigen Leute, die deutsche Bücher bei Goodreads bewerten, alle Techniktagebuch-Autoren sein dürften, und die dürfen jetzt nicht.”)

Da ich die ganze Arbeit andere habe machen lassen (zu 95 Prozent nämlich Kathrin Passig), wissen jetzt andere, wie man ein E-Book macht und veröffentlicht. Sollten Sie also irgendwelche Probleme beim Laden oder Lesen haben: Fragen Sie mich nicht. (Sie können sie allerdings in die Kommentare schreiben, ich reiche sie eventuell weiter.)

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 17. Februar 2015 – faschingsfrei

Mittwoch, 18. Februar 2015 um 6:35

Am frühen Morgen wieder im Fitnessstudio schwere Sachen gehoben, einschließlich mich.

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Nachmittags faschingsfrei.

Weißwürscht und Schokoküsse gegessen zur Feier des Faschings, Boyhood angesehen zur Feier des freien Nachmittags.

Ich sah den Film gerne, auch wenn ihm eine Länge unter zwei Stunden gut getan hätte. Hochrespektables künstlerisches Experiment (ich wage auf einen Oscar zu wetten), habe viel über amerikanischen Alltag gelernt, Schauspieler und Schauspielerinnen großartig (allen voran Patricia Arquette), Kinder und Teenager in ihrer Selbstbezogenheit nachvollziehbar dargestellt.

Die ständigen Gardinenpredigten gingen mir allerdings bald auf die Nerven – genau die machten wahrscheinlich die 45 Minuten aus, die mir der Film zu lang war. “Jetzt lasst’s den Buben doch endlich in Ruh”, dachte ich mir bald und begann zu überlegen, ob diese lebenlehrenden Mahnworte überhaupt jemals bei dem oder der Angesprochen ankommen. Möglicherweise gehören sie zum selben biologischen Programm, das Eltern irgendwann sagen lässt: “Oder brauchst du eine Extra-Einladung, Frolleinchen?” Glaubwürdiger erschien mir da schon, dass eine Frau, die einen irgendwie beeindruckt, sagt: “You are smart. You should go to school.” Und man daraufhin sein Leben umkrempelt.

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Palmenblüte im Wohnzimmer.

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Wieder zwei Absagen.

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Mich zum Nachtmahl bekochen lassen mit einem Ottolenghirezept aus dem Internet: Aubergine Pilaf Cake.

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Wachsender Antisemitismus in Deutschland (jüdischer Friedhof in Oldenburg erneut geschändet – ist überregionalen Medien nicht mal mehr eine Meldung wert), auch in München:
Beitrag aus dem 2DF Heutejournal “Jüdischer Alltag: Bleiben oder Gehen?”
Mir wird ganz schön übel.

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Lizas Welt schreibt über Dan Uzan, “Der Held von Kopenhagen”.

Sehr schrecklich. Halb lachend, halb weinend erinnere ich mich daran, wie ich ca. 2005 bei einem nächtlichen Spaziergang durch Kopenhagen (Geschäftsreise) die Synagoge erst auf den dritten Blick als solche erkannte: Ein Gebäude ohne massiven, sichtbaren Polizeischutz kannte ich aus Deutschland nicht als Synagoge.

die Kaltmamsell

Journal Montag 16. Februar 2015 – Avancen

Dienstag, 17. Februar 2015 um 10:17

In der Arbeit knietief in Buchhaltungszeugs: Der Steuerdienstleister der Firma hatte eine Liste mit Fragen zum Rechnungsjahr 2014 geschickt, ich jagte Rechnungen, recherchierte Bewirtungsgäste, fragte nach Reiseausgaben.

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Auf dem Heimweg kurz vor der Tür von einem freundlichen Herrn angesprochen worden. Er blieb vor mir stehen, nahm seine Brille ab: “Sie sind eine so hübsche und sympathische Frau – würden Sie mit mir zum Essen gehen?” Ich lachte auf. Er ergänzte: “Also gerade mit der Mütze, da musste ich etwas sagen.” Ich dankte dem Herrn ehrlich für das Kompliment, lehnte die Einladung aber ab. Er verabschiedete sich mit: “Und bleiben Sie, wie Sie sind!”
(Sind schon wieder zwei Jahre rum? Das ist bei mir in etwa die Frequenz von Avancen.)

Abendessen war dann eine Pastinaken-Topinambur-Suppe aus Ernteanteil, ausgesprochen wohlschmeckend.

Dazu zwei Folgen Tatortreiniger, unter anderem “Tauschgeschäfte”. Will jetzt Viviane De Muynck heiraten.

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Aus gegebenem Anlass:
“In der Stadt sind Kaninchen gerne Single”.

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Mag sein, dass ich mich wiederhole. Aber auf manche Missstände kann man nicht oft genug hinweisen – vor allem weil sie der Mehrheit der Bevölkerung komplett unbekannt sind. (Waren sie mir ja auch, bevor ich anfing Blogs zu lesen.)
Als da wäre: Das unglaubliche Ausmaß, in dem Behinderte bevormundet werden.
“Nicht alleine ins Schwimmbad”.

Wie selbstverständlich behinderten Menschen aber die eigene Urteilsfähigkeit abgesprochen wird, zeigt die Stadt Neusäß eindrucksvoll. Man traut der Frau nicht zu, dass sie sich alleine orientieren kann, sagt das Bad. Es sei zu laut für sehbehinderte Besucher, die Rutschen zu gefährlich, es könnte eine Tasche im Weg stehen. Dabei maßt man sich an zu beurteilen, was die Kundin kann und was sie nicht kann, obwohl sie seit zehn Jahren beweist, dass sie das Bad problemlos nutzen kann. Wenn man bedenkt, wie viele Vorurteile und falsche Vorstellungen es über Behinderung, in dem Fall über Sehbehinderung gibt, gehen solche Einschätzungen von außen fast immer schief.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 15. Februar 2015 – Montagssonntag

Montag, 16. Februar 2015 um 6:44

Zunächst war ich unschlüssig, ob ich in dem kalten Nebel Laufen gehe sollte oder zum Turnen. Nach Morgenkaffee dann doch zum Ostbahnhof für eine Stepstunde geradelt. Keine Stepstunde bekommen, weil kein Vorturner auftauchte. Sowas ist wirklich außerordentlich ärgerlich. Natürlich ist es meine eigene Priorisierung, dass ich nicht in erster Linie für Sauna (nutze ich nie), Getränke, Duschen, Geräte meine 65 Euro Monatsbeitrag zahle, sondern für die Turnstunden. Aber sie sind das einzige, was ich nur dort kriege – und kriege ich sie nicht, fühlt sich mein Monatsbeitrag vergeudet an. Statt dessen den Crosstrainer genutzt, den ich gradsogut daheim habe.

Und dann war daheim die Frühstücksorange auch noch trocken, der Frühstücksapfel auch noch innen verfault. Dieser Sonntag hatte sich wohl ein bisschen zu oft mit Montagen herumgetrieben.

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Zeitungen von der Woche aufgelesen, zudem die Wochenendausgabe der Süddeutschen.

Fürs Techniktagebuch Erinnerungen an die Freundin aufgeschrieben, die bei der Telefonauskunft jobbte. Vorher hatte ich überprüfen wollen, ob meine Erinnerung an die Definition von “Buchsuche” auch stimmt, im Web aber nichts dazu gefunden. Möglicherweise hat das Techniktagebuch tatsächlich eine wichtige, wissenserhaltende Funktion.
Im zugehörigen Redaktionschat Gewirbel unter den Fachkundigen zu den letzten Handgriffen am Techniktagebuchbuch, das dieser Tage zum Einjährigen als E-Book herauskommen wird (Kathrin Passig hatte gerade etwas so Dringendes auf dem Tisch, dass sie als Ausweichmanöver unbedingt herausfinden wollte, wie die Herstellung eines E-Books funktioniert).

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Abends gab’s Carbonara, dazu einige Folgen der 2DF-Fernsehserie Schuld nach Ferdinand von Schirach aus der 2DF-Mediathek.

Sehr gutes Drehbuch, viel wird nicht erzählt, die Zuschauerin nicht für blöd gehalten, viele nette realistische Justizdetails, hervorragende Schauspieler – man fragt sich: Wie konnte das passieren? (Die Illuminatenfolge fand ich eher schwach, mag aber an meinem Überdruss an Illuminaterei liegen.)

Eigentlich hatte ich Boyhood sehen wollen (Endspurt vor der Oscarnacht), das Herr Kaltmamsell bei Amazon gekauft hatte. Nur dass gestern Abend amazon.de ausfiel.

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Falls Sie schon wieder verdrängt haben, wozu die Evolution so fähig ist (von wegen “Die Natur wird sich schon was dabei gedacht haben”):
“Evolution, what are those flatworms doing?”

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Spiegel online berichtet sauber aus Kopenhagen, vorbildlich die Aufzählung “Was wir nicht wissen”.

Israelkritik

die Kaltmamsell

Journal Freitag/Samstag, 13./14. Februar – Tiger in Hellabrunn

Sonntag, 15. Februar 2015 um 8:49

In der Arbeit am Freitag beim Paketaufschneiden ordentlich an der Büroschere verletzt, beim Reinigen der blutigen Schere gleich auch noch an der anderen Hand. Tippen mit verpflasterten Fingern ist lustig.

Mittags einen Vanillekrapfen vom Hölzl am Bahnhof getestet: Füllung ganz ausgezeichnet, der Hefeteig drumrum war mir nicht fluffig genug, stieß außerdem nachmittags fettig auf.

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Wir sind ja noch unschlüssig, was wir von lila Kartoffeln halten. Absichtlich gekauft hätte ich sie vermutlich nie, doch weil sie im Ernteanteil lagen, wurden sie natürlich verarbeitet. In diesem Fall zu Kartoffelpüree, das es zum freitagabendlichen Entrecôte gab.

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Geschmeckt hat das ok (sind halt keine Püreekartoffeln), aber die Farbe ist schon arg schräg.

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Samstagvormittag war es geradezu sonnig, ich kam auf die Idee, wir könnten doch den Tierpark besuchen. Sportpläne also über Bord geworfen, Einkaufs- und Besorgungsrunde gedreht, gefrühstückt, ab nach Thalkirchen.

Von den Giraffen in ihrem neuen Haus war wenig zu sehen (ich hatte vor zwei Jahren das zwei Wochen alte Giraffenbaby gesehen und war auf seine Weiterentwicklung neugierig gewesen), dafür taten die Erdmännchen erwartbar Niedliches.

Im Fledermaushaus ließ ich mich umflattern (nach Bestandsliste – wenn auch von 2013 – sind dort über 250 Tiere unterwegs).

Vor dem Fledermaushaus eine erfreuliche Wild-Begegnung: Ich sah nach Langem mal wieder Schwanzmeisen in München. Seit dem Hochwasser 2013, als die rückzügelnden Schwanzmeisen nach dem späten Winter wochenlang bei uns in der Innenstadt aufgehalten wurden, waren mir keine mehr begegnt.

Herr Kaltmamsell drängte zu den beiden neuen sibirischen Tigern: Die recht jungen Tiere balgten sich unterhaltsam, stellten sich aber auch immer wieder ausgesprochen malerisch auf. Humboldtpinguine, Vielfraß mit riesigem Knochen quer im Maul, puschliger Polarfuchs, im Dschungelhaus eine besonders unerwartete Spezies:

150214_13_Hellabrunn_Dschungelhahn

Keine sonstigen Pinguine (Pinguinhaus wird gerade renoviert), dafür Löwen, Seelöwen (darunter ein Jungtier, das sich vom Beckenrand Eisstückchen abbrach und daran lutsche), endlich auch die Eisbärenzwillinge, die Ende 2013 zur Welt gekommen waren. Abschluss mit den roten und den rosa Flamingos, die einander zu Spazierstockchoreographie anbrüllten.

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Zum Nachtmahl das erste Rezept aus Nicky Stichs Reisehunger: Ofenauberginen mit Minzjoghurt zum zweiten Teil des Freitagssteaks (Herr Kaltmamsell hatte es beim Einkaufen ein wenig zu gut mit uns gemeint; in einem beim Thema Essen seltenen Anfall von Vernunft hatten wir den Einkauf auf zwei Mahlzeiten verteilt).

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Wo ich doch noch vergangene Woche rausgeplatzt war:

Dünn_unglücklich

Hier das Ganze im Detail:

“Being Thin Didn’t Make Me Happy, But Being ‘Fat’ Does”.

The other body you see there, the body of “physical hotness,” I attained by eating a “plentiful” 1,000 calories a day; by running 35 miles a week (10 on Sunday); by sleeping an average of three hours a day; by counting every bit of food I ate, down to a single cherry tomato; by writing and tracking my weight every day for a year; by running the stairs of the hospital during my 12-hour shifts; by losing my period; by denying myself food when I was hungry; by denying myself sleep.

(…)

It is to say this: Happiness does not require thinness. Fatness does not presume sadness.

(…)

The world wants you to want to be thin. There are whole industries built on your insecurity. They are bullshit. The world wants you to believe that thin and beautiful equals happy. It wants you to believe that you’re only worthy of love, and life, if you are beautiful. And beautiful people just aren’t fat.

Or maybe they are.

(Wieder mal zur Sicherheit: Selbstverständlich gibt es von Natur aus dünne Menschen, die sich nicht in jeder wachen Sekunde dafür kasteien müssen. Aber ich behaupte, dass auch diese nicht notwendigerweise ihr Lebensglück daraus ziehen.)

via @ankegroener

die Kaltmamsell