Archiv für Oktober 2018

Right now 2018

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Kleine Serie, hier begonnen, vom Erfinder ganz anders gemeint, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013 und 2014 fortgesetzt. 2015 musste ich offline nehmen, 2016 hatte ich keine Lust. 2017 zum ersten Mal abends erfasst. Das machen wir diesmal auch.

Ich lese… einen Jugendkrimi (Alan Bradley, The Sweetness at the Bottom of the Pie), der mich dann doch für ein wenig zu doof hält (Strickmuster, Stereotypen).

Ich trage… noch den Schmuck des Arbeitstags, werde ihn aber gleich abnehmen. Wo andere Frauen mit einem Seufzer beim Heimkommen den BH ablegen (habe ich noch nie verstanden), ist mir so ziemlich als Erstes nach Ablegen von Halskette und Ohrringen.

Ich habe… nicht viel zu tun.

Ich höre… das Rauschen der Heizung und Herrn Kaltmamsell in der Küche werkeln.

Ich trinke… Retsina zum Essen und Leitungswasser.

Ich esse… gleich Dhal mit gebratenen Kartoffelwürfeln.

Ich stehe… derzeit schwer auf, weil ich nicht gut schlafe.

Ich gehe… zu wenig zum Krafttraining. Auch heute Abend habe ich die Chance verstreichen lassen, weil ich mich so auf einen Abend mit Herrn Kaltmamsell freute.

Ich lache… derzeit tatsächlich recht viel.

Ich sehe… das beleuchtete Wohnzimmer mit gedecktem Tisch.

Ich mag… echt nicht gerne bei windigem Regen draußen sein.

Ich schreibe… weiterhin mit Vergnügen ins Blog. Die täglichen Postings fühlen sich zwar manchmal nach Pflicht an, aber nie nach einer, die mich bedrückt.

Ich weiß… auch nicht.

Ich möchte… mehr Gelassenheit ohne Lethargie.

Journal Dienstag, 23. Oktober 2018 – Lesrunde zu Michael Ondaatje, Warlight

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Der Tag wurde immer grauer, am Nachmittag begann es zu tröpfeln. Ich nahm für den Heimweg den Notschirm aus meiner Büroschublade mit, doch es blieb erst mal trocken. Abends setzte stürmischer Wind ein.

Es traf sich die Leserunde bei uns. Es gab Mejadra, Salat und Apple Crumble zu essen (gute Esserinnen und Esser, in dieser Runde bleibt fast nie etwas übrig) sowie Michael Ondaatjes Warlight zu bereden.

Mir hatte der Roman sehr gut gefallen, auch wenn ich die längste Zeit über nicht so recht wusste, welche Geschichte er mir eigentlich erzählte. Sie spielt auf jeden Fall im Nachkriegs-London, und wie immer war ich ganz begeistert von Ondaatjes Kunst der Erzählperspektive. Wir sehen dieses London aus der personalen Perspektive der Hauptperson Nathaniel, einerseits so beschränkt und schlaglichtartig, wie subjektive Wahrnehmung nun mal ist (also ohne den Überblick und die Herstellung von Zusammenhängen einer mehr wissenden Erzählerstimme), andererseits wird aber diese subjektive Wahrnehmung aus der späteren Sicht dieser Hauptperson reflektiert.

Die Handlung beginnt mit dem Abschied von Nathaniels Eltern, die ihn, den 14-jährigen, und seine wenige Jahre ältere Schwester bei einem Freund zurücklassen, den die Kinder gar nicht kennen und untereinander The Moth nennen. Der Vater geht vorgeblich beruflich ins Ausland, seine Frau begleitet ihn wie damals üblich – was sich später als nicht ganz richtig herausstellt.

Zu einem runden Ganzen wurde der Roman für mich erst am Schluss, und dieses Ganze ist in erster Linie die Geschichte einer Frau, nämlich der von Nathaniels Mutter, und einer Zeit.

Auch die anderen Leserinnen und Leser unserer Runde waren begeistert vom Buch, wir sprachen lange und detailliert darüber. Die skurrile Mischung an Personen, die sich im ersten Teil im Elternhaus von Nathaniel trifft und die grotesken Seiten der Londoner Halbwelt erinnerten Herrn Kaltmamsell an Dickens; mir gefiel vor allem der Unterschied zu Dickens: Ondaatjes Erzählerstimme schildert immer trocken bis lakonisch und ohne Superlative oder Unterstreichungen. Herr Kaltmamsell wies auch auf die Unzuverlässigkeit des letzten und dritten Teils des Buches hin: Hier erleben wir den 28-jährigen Nathaniel, der herausfindet, was die Vergangenheit seiner Mutter wirklich war und was in London nach seinem plötzlichen Verschwinden passierte – aber war das alles so? Nathaniel erzählt lebendig und voller Details – die er unmöglich kennen kann. Und er widerspricht in einigen Aspekten dem, was im ersten Teil des Buches erzählt wurde.

Ein weiterer Mitleser sah in dem Roman vor allem die hervorragende Schilderung der Nachkriegszeit: Krieg endet nämlich keineswegs mit Kriegsende, er bestimmt das Leben noch viele Jahre danach. (Selbst ich habe Anfang der 70er noch in Bunkerresten gespielt.) Auch die Vieldeutigkeit des Romantitels war Gesprächsanlass, man kann ihn als Färbung des ganzen Lebens auf viele Jahre durch Krieg lesen.

Sie merken schon: Leseempfehlung.

Der fröhliche Abend in dieser Runde tat mir wieder ausgesprochen gut. Eine geplagte Mitleserin sprach gestern aus, was auch ich mir immer wieder gedacht hatte: Da kann der Tag oder das Leben im Moment noch so beschissen gewesen sein, ein Leseabend mit diesen lieben, schlauen, bescheuerten Menschen reißt das jedesmal raus.

Nachtrag: Einige lesenswerte Besprechungen des Romans.

Im Guardian: „Warlight by Michael Ondaatje review – magic from a past master“.

Dwight Garner zieht in der New York Times einen Vergleich, der auch in unserer Leserunde fiel (und auch er assoziiert Dickens, und er meint es nicht nett):

“Warlight” reads, at its not-infrequent best, like a late-career John le Carré novel. It hooks you in ways that make its quiet storm of bombast (“He always knew the layered grief of the world as well as its pleasures”) almost possible to bear.

Im New Statesman fasst Ian Samson zusammen (er meint es als Lob):
„Michael Ondaatje’s Warlight is like watching a Wes Anderson film through a telescope“.

Hirsh Sawhney schreibt im Times Literary Supplement (schöne Illustration zur Besprechung) eine Apologie von Ondaatjes Schreib- und Erzählstil – dem entnehme ich, dass er dafür Gegenwind bekommen hat.
„Don’t listen to the critics“.

Auch Anna Mundow meint in der Washington Post:
„‚Warlight‘ is a quiet new masterpiece from Michael Ondaatje“.

1000 Fragen 361-380

Dienstag, 23. Oktober 2018

361. Was war deine schlimmste Lüge?
Mir fällt reflexartig meine erste große Lüge ein. Ich war fünf. Eigentlich kann ich mich an so gut wie nichts aus meiner frühen Kindheit erinnern, doch die völlige Erschütterung im Gesicht meiner Mutter hat sich mir tief eingebrannt. An das eigentliche Vergehen kann ich mich nicht erinnern: Ich hatte wohl einem Freund aus dem Haus ein 50-Pfenning-Stück gestohlen. Als meine Mutter mich zur Rede stellte, log ich ihr ins Gesicht. Ich saß in meinem Zimmer auf meinem Kinderstühlchen (eine Miniaturausgabe eines spanischen Holzstuhls mit Sitzfläche aus Stroh), meine Mutter kauerte vor mir und sah mich fassungslos an.
Ich schäme mich bis heute.

362. Erweiterst du deine eigenen Grenzen?
Nein. Ich habe genug damit zu tun, meine Grenzen zu ziehen.

363. Kannst du gut Witze erzählen?
Ich kann ganz gut Menschen nachmachen, die einen Witz gut erzählt haben. („Kennstu an Bert?“ „WaffüranBeat?“ „An Camembert! HAHAHA!“ – und jetzt fällt mir nicht mal mehr die Pointe ein. Muss meinen Bruder nochmal fragen. War ein echter Brüller.)

364. Welches Lied handelt von dir?
„Inés, Inesita, Inés“.
(Meine tía Luci begrüßte mich als Kind gerne damit)
Wer mitsingen will: Hier ist der Text.

365. Welche kleinen Dinge kannst du genießen?
Die man essen kann.

366. Wofür darf man dich nachts wecken?
Für Vieles. (Kann wohl nur eine Kinderlose schreiben.)

367. Was würdest du gern an deinem Äußeren ändern?
Ich hätte gerne fiesel-beständige Nagelhaut an den Fingern.

368. Was soll bei deiner Beerdigung mal über dich gesagt werden?
Sie hat durchgehalten.

369. Lässt du dich leicht zum Narren halten?
Für leichtgläubig halte ich mich nicht.

370. Was würdest du gerne einmal tun, vorausgesetzt dass es keinesfalls schiefgehen könnte?
Hahaha… Verrate ich nicht.

371. Muss man immer alles sagen dürfen?
Ja. (Aber man hat keinen Anspruch, dass jemand zuhört oder auch noch zustimmt.)

372. Wem solltest du mehr Aufmerksamkeit schenken?
Meinen Eltern.

373. Kannst du gut loslassen?
Da ich zu Schwarz-Weiß-Denken neige, werfe ich sogar oft in hohem Bogen von mir.

374. Wofür bist du dankbar?
Dass das Durchhalten in letzter Zeit nicht mehr so schwer ist.

375. Sind Komplimente von Leuten, die du nicht gut kennst, wichtig für dich?
Nein. Sie verstören mich eher.

376. Vor welchem Tier hast du Angst?
Vor jedem, das mich fressen will.

377. Weswegen warst du zuletzt vollkommen verwirrt?
Als ich am Sonntag nach dem Laufen meine Laufschuhe in den Schuhschrank stellen wollte und am Laufschuhplatz bereits Schuhe standen. (Ich hatte versehentlich meine Aerobicschuhe getragen).

378. Was hast du immer im Kühlschrank?
Milch. (Dank Herrn Kaltmamsell.)

379. Genierst du dich dafür, dass du bestimmte TV-Sendungen schaust?
Nein.

380. Wann hattest du die beste Zeit deines Leben?
Als ich in meiner Augsburger Studentenwohnung lebte.

Quelle: Flow-Magazin.

Zu den Fragen 341-360.
Zu den Fragen 381-400.

Journal Montag, 22. Oktober 2018 – Zerfieselte Nägel

Dienstag, 23. Oktober 2018

Etwas unruhige Nacht, Bandscheiben erzeugten Beinschmerzen.

Nun doch ein ziemlich kalter Weg in die Arbeit, aber das ist nun mal der Jahreszeit angemessen. Ich werde die Handschuhe rauskramen.

Anscheinend viel innere Unruhe, Nagelhautfieseln bis aufs Blut. (Den Pflastern in meiner Sekretärinnenschublade hat das Lagern in den hohen Temperaturen gar nicht gut getan: Der Kunststoff zieht Fäden.)

Dazu unangenehme Magenschmerzen, aber das hat man halt hin und wieder, die gehen auch wieder weg (bislang jedenfalls bei mir).

Auf dem Heimweg ein großer Bogen, um am Josephsplatz ein bestelltes Buch abzuholen, das letzte Stück nach Hause nahm ich die knallvolle U-Bahn.

Herr Kaltmamsell briet zum Nachtmahl Ernteanteilkartoffeln in Würfeln, servierte sie mit Dips.

Abenprogramm: Ich sah ich mir das BBC-Gespräch Front Row zwischen Mary Beard und Emma Thompson an. Zwei Feministinnen aus derselben Generation berichten über die Veränderungen seit ihrem Studium in Cambridge.

Journal Sonntag, 21. Oktober 2018 – Der ocean of notions

Montag, 22. Oktober 2018

Bis acht geschlafen. Beschlossen, dass hin und wieder sechs Stunden halt reichen müssen.

Sonniger Tag, die Isar lockte.

Mir Gedanken über Gedanken gemacht, genauer: über Ideen. Woher sie wohl kommen.
Üblicherweise werden das ja vor allem schreibende Künstlerinnen und Künstler gefragt, darunter am häufigsten die, deren Kunst als besonders einfallsreich rezipiert wird: „Wo bekommen Sie eigentlich Ihre Ideen her?“ Ich weiß aus Selbstzeugnissen einiger dieser Herrschaften, dass sie das gar nicht mögen, denn: Woher sollen sie das denn bitte wissen? Sie sind halt irgendwann da, die Ideen. Manche sind so freundlich, sich Geschichte mit Spazierengehen, Landschaft, Duschen, Cafés in Lissabon oder sonstigen Quellen der Inspiration auszudenken, damit die Fragenden eine anständige Antwort bekommen.

Doch wenn ich wie eben am Samstag in Morgenträumen eine richtig gute, große Idee habe (ähnlich ging es mir vor Monaten kurz vorm Einschlafen mit Ideen fürs große Fest nächstes Jahr, die ich an den neben mir liegenden Herrn Kaltmamsell hinerzählen konnte, eine Idee entstand aus der anderen, so dass nach fünf durchplapperten Minuten mehr oder weniger das Gesamtkonzept fürs Fest stand, inklusive erster Formulierungen, die sich daraus für die Einladung ergaben) – freue ich mich zwar, wundere mich aber schon, wo das jetzt bitte gerade her kam.

Als ich Herrn Kaltmamsell auf das Thema ansprach, erinnerte er mich daran, dass die Frage bereits abschließend geklärt ist, nämlich von Salman Rushdie in Haroun and the sea of stories. Die Ideen kommen aus dem ocean of notions, von der great Story Sea:

Nachdem das geklärt war, radelte ich in kühler Sonne zum Friedensengel und lief isarabwärts. Auf den ersten paar Metern spielte ich noch PokémonGo, unter anderem um neue Geschenke einzusammeln, die meine Pokémonfreunde noch nicht kennen – und nach einem Statusaufstieg einer dieser Freundschaften plus ein paar gefangenen Pokémon war ich unvermutet durch mit dem Spiel.

Mal sehen, wie lange die Spannung auf die derzeit neue Pokémon-Generation reicht und wann ich wirklich aufhöre zu spielen.

Jetzt aber begann der eigentliche Spaß: Laufen in herrlicher Herbstluft durch wunderschönes Licht, auf leichten Füßen.

Das gestrige Versehens-Füßebild verrät einen Fehler: Ich trug die falschen Schuhe. Aus irgendeinem Grund hatte ich statt zu meinen Laufschuhen zu den Aerobicschuhen gegriffen, die ich eigentlich nur innen trage (fast ausschließlich aus Dreck-Gründen, zudem sind sie eine Nummer kleiner als meine Laufschuhe). Ich werde die Sohle vor dem nächsten Innen-Einsatz ordentlich reinigen müssen.

Ich scherze ja gerne, dass in München selbst Graffitti hübsch ist. Seit gestern weiß ich: Und selbst Rowdies putzig.

Auf dem Heimweg Semmeln geholt, zu Hause Frühstück, Chocolate Chip Cookies gebacken. Kleine Siesta, dann schon wieder eine Bügelrunde (auch deshalb wären Herbst und Winter jetzt gar nicht so schlecht: deutlich weniger Bügelwäsche).

Die letzten Zeitungsreste der vergangenen Wochen aufgelesen. Die ersten Clementinen der Saison gegessen.

Zum Abendessen kochte Herr Kaltmamsell auf meinen Wunsch aus dem Ernteanteil-Blumenkohl Alu Gobhi, ein Blumenkohl-Curry, das mich vergangenes Jahr mit Blumenkohl versöhnt hatte.

§

Am Samstagabend hatten wir noch einen Brighton-Urlaub vor Brexit gebucht. Zwar habe ich noch Spuren von Hoffnung, dass sich die Briten irgendwie einkriegen, doch ich habe keine Lust, im Falle eines vertragsfreien Austritts aus der EU ins Schlamassel von Visa, Einreiseschlangen und Sonstigem zu geraten – und mir dann vorzuwerfen, ich hätte es kommen sehen können.

Journal Samstag, 20. Oktober 2018 – Tüchtigkeit und Freundinnenabend

Sonntag, 21. Oktober 2018

Wunderbarst ausgeschlafen, in der letzten Phase von einem Traum (ich träumte mal wieder von einer Wohnung – das häufigste bedeutende Thema meiner Träume) zu einer vielleicht genialen Idee inspririert worden.

Wieder hatte ich bereits gepackt und wollte nur noch duschen – als ich meine Schwimmpläne wegen akuter Unlust verwarf. Statt dessen ging ich Einkaufen (Käse auf dem Klenzemarkt, Semmeln beim Wimmer, Äpfel beim Basitsch), es waren Strumpfhosen und Mantel nötig.

Nach dem Mittagsfrühstück (andere Hälfte des Ernteanteil-Endiviensalats, die wieder eine riesige Schüssel ergab, diesmal mit Orangsaft-Dressing) Organisatorisches per E-Mail erledigt, Zeitung gelesen, SZ-Magazin vom Freitag nachgeholt (finde ich Reise-Specials eh meist uninteressant, war dieses so wenig etwas für mich, dass ich das Heft in Minuten durch hatte), Teig für Chocolate Chip Cookies zubereitet, Wanderstiefel gereinigt und gefettet, noch zwei Magazine weggelesen (ging schnell, weil eher uninteressant). Der Nachtmittag fühlte sich angenehm tüchtig an.

Abends war ich mit einer Freundin in Haidhausen verabredet, in einem winzigen nepalesischen Restaurant. Ich ging zu Fuß hin, weil ich mich zum einen unterbewegt fühlte, zum anderen das genau der Weg war, den ich während meiner Fitnessstudio-Zugehörigkeit an so manchem Sonntagvormittag gegangen war und seit Anfang des Jahres vermisste.

Das nepalesische Essen war ausgezeichnet (knackig frisch und sehr fein gewürzt), anschließend spazierten wir noch auf Cocktails in das ehemalige Mauros Negroni, dass jetzt Boulevardier heißt. Gesprächsthemen typisch für solch einen Frauenabend: Technische Entwicklungen in der Landwirtschaft, fehlende Entwicklungen in der bayerischen Politik, organisatorische Hintergründe von Wanderurlaubspaketen von Anbieterseite, Möglichkeiten von Single Sign-on in der Unternehmens-IT, Fremdspracherwerb an bayerischen Gymnasien. So Zeug halt.

Der Heimweg nach Mitternacht wurde beschwerlich: Da ich Öffentliche Verkehrsmittel schon länger nicht mehr regelmäßig nutzte, hatte ich nicht auf dem Schirm, dass an Wochendenen die S-Bahn-Stammstrecke immer wieder wegen Bauarbeiten gesperrt ist: Ich stand am Rosenheimer Platz vor verschlossenen Toren. Für einen nochmaligen 45-Minuten-Fußmarsch war ich zu müde und wartete deshalb auf den Schienenersatzverkehr, der mich zumindest bis zum Odeonsplatz fuhr. Der sich aber so lange verspätete, dass ich ganz zu Fuß früher daheim gewesen wäre. So schlief ich ein wenig genervt ein (da hilf alle Einsicht über die Notwendigkeit solcher Bauarbeiten nichts).

§

Im Techniktagebuch wird mit dem Raum-Zeit-Kontinuum im Bahnverkehr gekämpft:
„Zugbindung in der Zukunft aufheben“.

§

Das hier muss ich schnell noch nachschieben, weil a) Meisterwerk, b) exakte Darstellung meiner Partywochenenden. (Und ich stelle fest, dass ich ganz offensichtlich doch noch nicht alle Folger der OS gesehen habe – Uhuras Abs!)

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https://youtu.be/7ZWaWrvJ7nA

Journal Freitag, 19. Oktober 2018 – Ganz langsam kühlt’s ab

Samstag, 20. Oktober 2018

Es kühlt dann doch ab, ganz, ganz langsam. Ich trug gestern unterm Rock Feinstrumpfhosen und brauchte für den Arbeitsweg in beide Richtungen eine Jacke.

Auf die Gefahr hin, mir auf die nächsten zehn Jahre verregnete Sommer einzuhandeln: Jetzt wäre sogar ich bereit für Herbst, und dann sogar ein bis zwei Monate Winter.

Früher (will heißen: pünktlicher) Feierabend, auf dem Heimweg kurz Besorgungen. Ich fühlte mich nicht ganz gesund (Magenschmerzen, Schwindel), legte mich also daheim ein bisschen hin und las.

Herr Kaltmamsell servierte mein derzeit liebstes Freitagabendessen (das Entrecôte war diesmal besonders köstlich, ebenso der Spinat aus Ernteanteil), ich machte uns davor Cosmopolitans.

Aber jetzt möchten wir beide erst mal eine längere Fleischpause.

§

Zur deutschen Automobilindustrie: Ich empfinde es als geradezu entspannend, dass sie (allen voran Volkswagen) sich inzwischen öffentlich und laut so verhält, dass praktisch allen klar wird, wie faul da grundsätzlich etwas ist. Ich muss gar nicht mehr fuchteln und Zusammenhänge aufzeigen. Praktisch.
Der riesige Umweltwahnsinn Abwrackprämie von 2009 (an den sich immer noch niemand mehr erinnern mag) wurde ja noch unhinterfragt geschluckt.

Nächster Schritt: Wenn wieder berichtet wird, dass die Zahl der Flüge über Deutschland von 1,8 Millionen im Jahr 1993 auf 3,2 Millionen im Jahr 2017 gewachsen ist, erwähnt bitte irgendwer in der Berichterstattung die Auswirkungen auf den Klimawandel.

Quelle: tagesschau.de, aber das Thema war „Paket gegen Verspätungen und Flugausfälle“.

§

Warum Wahlhelfende in München Sonntagnacht so geschwitzt haben: Die Süddeutsche berichtet von Problemen bei der Übertragung der Ergebnisse.
(Daraus „Schlamperei“ abzuleiten, halte ich allerdings für eine Unverschämtheit den Wahlhelfenden gegenüber und für einen weiteren Versuch der CSU, eine Alternativrealität aufzubauen.)


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