Archiv für Mai 2021

Journal Donnerstag, 6. Mai 2021 – Beifang aus dem Internetz

Freitag, 7. Mai 2021

Trotz gutem Schlaf morgens schwer aus dem Bett gekommen.

Nachdem mein Vater eine Lösung für das Spiegelproblem im Bad gefunden hatte (den Spiegel, den ich als ideal passend ansehe, besitze ich bereits aus der alten Wohnung, doch er ist brutal schwer und auf der unpassenden Seite mit einer Aufhäng-Vorrichtung ausgestattet) und mich auf einen Bestellknopf bei Amazon für eine Spiegelleuchte geschubst, war ich endlich ausreichend motiviert, nach einem letzten Regal fürs Bad zu suchen. Das ist jetzt auch unterwegs, beim nächsten Einsatz meines Handwerkervaters kann das Bad fertiggemacht werden.

Düsterer Tag. In die Arbeit kam ich noch trocken, doch dann regnete es immer wieder.

Zu Mittag gab es Vollkornbutterbrot (zwei Scheiben waren zu wenig, merken), Apfel, eine Banane – die erste seit einem Jahr, weil sie mir damals plötzlich nicht mehr schmeckten. Vielleicht ist ledigliche meine Toleranz weiter Richtung unreif gerutscht; sie liegt derzeit bei kurz nach raue Zähne und damit weit vor Sommersprossen.

Der Tag wurde immer düsterer, für den kalten Heimweg brauchte ich den Not-Regenschirm aus der Schreibtisch-Schublade. Es regnete so ausdauernd, wie es der Boden eigentlich noch ein paar Wochen bräuchte.

Daheim nochmal die Runde Yoga vom Vortag, diesmal ohne Ablenkung durch Elternsprechtag. Zum Nachtmahl verarbeitete Herr Kaltmamsell Teile des eben geholten Ernteanteils: Rote Bete, Kartoffeln, Lauch wurden Ofengemüse, dazu gab es Sauerrahm/Joghurt mit Ernteanteil-Schnittlauch.

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Die britische Tageszeitung The Guardian wird 200 Jahre alt. Eine gute Gelegenheit an eine Werbung aus dem Jahr 1986 zu erinnern, die verantwortungsvolle Berichterstattung visualisiert (manipulative Berichterstattung zeigt wider besseres Wissen nur eine der Perspektiven).

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/_SsccRkLLzU

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Israel kämpft mit dem immer tieferen Graben zwischen der ultra-orthodoxen Bevölkerung und der säkularen Mehrheit. Die Massenpanik, die am Berg Meron zu 45 Toten geführt hat (sehr gute Seite Drei in der Süddeutschen zu den Hintergründen, gegen €), ist Anlass für diesen aufschlussreichen Kommentar in der Jerusalem Post:
„Meron tragedy underscores dangerous divisions in Israel – opinion“.
via @LilaR

Haredim (ultra-Orthodox), who believe in the literal truth of ancient Jewish teachings and truly desire religion to dominate their lives, cannot be expected to respect secular culture. And increasingly many make no pretense about viewing secular culture (from Ancient Greece to the Enlightenment to contemporary empiricism and liberal democracy) as an “empty cart” worthy mostly of disdain.
Secular people, meanwhile, cannot truly be expected to respect the haredi way. Liberals among them face the classic paradox of how to confront illiberalism.

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Noch nie drüber nachgedacht – aber im Moment der Bekanntschaft sofort fasziniert: Gewolltes Nichtwissen. Zwei Max-Planck-Direktoren haben es in den Fokus der Wissenschaft gerückt.
„Nichtwissen mit Bedacht“.

Hier auch ein Interview mit den beiden, Ralph Herwtig, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, und Christoph Engel, Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern:
„‚Gewolltes Nichtwissen kann als kulturelle Fähigkeit verstanden werden'“.

Ralph Hertwig: Wir unterscheiden mindestens sechs Funktionen von gewolltem Nichtwissen. Eine wichtige Funktion ist die Emotionsregulierung. Bestimmte Dinge nicht zu wissen, kann uns helfen, negative Emotionen zu vermeiden. So treffen manche Menschen zum Beispiel bewusst die Entscheidung, ihre Stasi-Akten nicht einzusehen, weil sie befürchten, Dinge zu lesen, die sie extrem traurig oder auch zornig machen würden. Beispielsweise, dass jemand, der ihnen nahesteht, mit der Stasi zusammengearbeitet hat. Eine zweite Funktion ist das Aufrechterhalten von Spannung und Überraschung: Bei einem Krimi möchten wir nicht vorab wissen, wie er ausgeht. Eine weitere Funktion betrifft den Erwerb neuer Fertigkeiten. Wenn ich mich als Anfänger ständig mit Fortgeschrittenen vergleiche, die besser sind als ich, kann das demotivierend wirken. Gewolltes Nichtwissen kann aber auch strategisch eingesetzt werden. Für jemanden, der eine Leitungsfunktion in der Politik oder Wirtschaft hat, kann es strategisch sehr wichtig sein, wahrheitsgemäß sagen zu können: „Von diesen Vorgängen habe ich nichts gewusst“. So wie Franz Beckenbauer, der im Zuge der Sommermärchen-Affäre sagte: „Ich habe immer blind unterschrieben“. Darüber hinaus kann gewolltes Nichtwissen Menschen vor bestimmten Vorurteilen schützen und so zu besseren Entscheidungen führen. Außerdem können wir gewolltes Nichtwissen als Strategie zum Informationsmanagement einsetzen. Diese Strategie hilft uns zum Beispiel mit der Informationsflut in den digitalen Medien umzugehen.

Konkretes Anwendungsbeispiel (ohne zu einem Ergebnis zu kommen):
„Harry Potter und gewolltes Nichtwissen in der Wohlfahrtsökonomie“.

Journal Mittwoch, 5. Mai 2021 – Feierabend-Highlight Supermarkt

Donnerstag, 6. Mai 2021

Mittelgute Nacht, ich bekam genügend Schlaf.

Zu Regen aufgewacht, es blieb ein regnerischer Tag – aber für uns Bäuerinnen (Genossenschaftsgärtnerinnen) mit zu wenig Regen. Der Weg in die Arbeit war genau die eklige Mischung aus Kälte, Regen und Wind, für die ich als Lohn zumindest ordentlich Wasser auf die Beete haben möchte.

Mittags eine Breze, Quark mit Orange (mag ich derzeit besonders gerne: in eine Schüssel das Töpfchen halbfetten Quark stürzen, drüber die leicht angesuppten Stücke zweier supersüßer und saftiger Spätorangen, die ich vorgeschnitten im Schraubglas dabei habe – hat was von Käsesahnetorte).

Schon seit dem Vortag freute ich mich auf den geplanten Einkaufsabstecher in den Supermarkt. Mich hatte nämlich ungeheure Lust auf abgepackte Vollkornbrotscheiben mit dick Butter ergriffen, und dieses Vollkornbrot wollte ich kaufen (plus ein paar weiterer Lebensmittel, wenn ich schon da war). Kennengelernt hatte ich dieses Vollkornbrot in Kindheit und Jugend durch die Brigitte-Diät, und wie bei einigen Lebensmitteln, die viele Jahre auf dem Diätplan standen, dauerte es lange, bis ich, von den Diätfesseln befreit, herausfand, was davon mir eigentlich schmeckte und was nicht. Magerquark: bäh; Salat und rohes Gemüse: köstlich; Knäckebrot: echt nicht; Vollkornbrot und Pumpernickel: großartig – aber bitte nicht Brigitte-Diät-kaloriensparend mit Tomatenmark bestrichen, sondern mit Messerrücken-dick Butter. Hatte ich seit Jahrzehnten nicht mehr gekauft, zuletzt in der Rehaklinik gegessen und davor bei den Oldenburger Freundinnen, wo es herrlich malzig-schwarzen, säuerlichen Pumpernickel auf dem Markt gibt.
Zudem kaufe ich ohnehin besonders gerne Lebensmittel ein, praktisch überall – ich freute mich also auf ein ganz besonderes Highlight nach Feierabend. (Hey, ich war seit fast acht Monaten nicht mehr auswärts Essen oder Trinken, das muss dafür herhalten!) Im Edeka auf der Theresienhöhe entschied ich mich im großen Angebot für Pumpernickelscheiben.

Beim Heimkommen musste ich leise sein: Herr Kaltmamsell hatte Elternsprechtag. Im Wohnzimmer machte ich leise eine gute halbe Stunde Yoga (ok) und lauschte nebenher: In der Lehrerrolle habe ich Herrn Kaltmamsell ja schon von den Kulissen aus erlebt (nicht beim eigentlichen Unterrichten, sondern auf Schulveranstaltungen) und mich über die komplette Persönlichkeitsveränderung amüsiert (-> Greatest Showman), jetzt hörte ich einen erwachsen souveränen und aufmerksamen Gesprächsführer (der sonst von sich behauptet, er könne nicht mal Smalltalk).

Zum Nachtmahl holte ich Pizza aus einer neuen Quelle: Mit anderthalb Jahren Verzögerung hatte vor ein paar Wochen das Strada del Goethe aufgemacht, an der Ankündigung war ich zwei Jahre lang auf dem Weg zum Bahnhof vorbei gelaufen.

Für mich Pizza Napoletana (mit zu vielen Sardellen, deshalb zu salzig).

Herr Kaltmamsell hatte Capricciosa.

Ja, ich habe meine ganz geschafft (recht gut, aber der Rand war zu breit, bei aller hohen Teigqualität), war dann aber so voll, dass ich danach keine Süßigkeiten mehr geschafft habe (Diättrick?).

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Meks Tagebuch hinterher gelesen:

Wie Liebe aussehen kann.

Vom Texten mit Posthörnern und Hüftschwung (letzter Absatz).

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Nachtrag: Ach für andere war gestern der Supermarktbesuch ein Highlight, bitte lesen Sie bei Anne Schüssler.

Journal Dienstag, 4. Mai 2021 – Habe Impftermin!

Mittwoch, 5. Mai 2021

Sehr gut geschlafen, bis auf ein Aufstehen um zwölf sogar tief und durch.

Da die Praxis der Hausärztin ums Eck liegt und erst um acht öffnet, hatte ich Zeit für eine Runde Frühsport; es wurde Rundumkräftigung mit Hanteln und tat sehr gut. Ich guckte wieder auf die Terminliste des Impfzentrums und stellte fest, dass es auch am Montag keine Termine gegeben hätte: Es wird nur immer der aktuelle Tag angezeigt, die Termine müssten drunter gelistet sein, und da stand gestern genauso wenig wie heute.

Bei der Hausärztin Rezept und Attest abgeholt, mich von deren Impfliste streichen lassen.

Fußmarsch in die Arbeit, angenehme Luft. Mit Kolleginnen vereinbart, dass Impftermin alles andere sticht, dass jede jederzeit sofort ihre Arbeit hinschmeißen und losstürmen kann, wenn sich eine Impfmöglichkeit auftut – die anderen vertreten sie und kümmern sich um Terminverschiebungen.

Viel Datenbank- und Recherchearbeit. Zu Mittag gab es marinierten Feta mit einem Stück Ciabatta.

Nachmittags schaute ich wieder auf die Impf-Plattform – und ZACK! IMPFTERMIN! Ich bin nächste Woche dran und habe damit meine ersten Impfung vor einem Haarschnitt. Ich bin derart erleichtert! Auch wenn mir bewusst ist, dass selbst eine Komplettimpfung weder völlige persönliche Immunität noch Ende der Pandemie bedeutet (und schon gar nicht die erste Impfung), sehe ich zumindest eine Zukunft, in der ich weniger Angst zu haben brauche und in der Münchner Innenstadt nicht mehr vor allem auf der Straße gehe.

Weitere Körperlichkeiten: Wieder zerreißt es mir schmerzhaft die Lippen, Lanolin hat also schon mal nicht geholfen (keine Überraschung: es deutet zu viel darauf hin, dass die Ursache für die entzündeten Lippen von innen kommt). Aber jetzt habe ich genug Schmiere für die nächsten Jahre, die zumindest bei Entzündung lindert.

Ich war fürs Abendessen zuständig: Meine Eltern hatten am Samstag auf meine Bitte aus Ingolstadt Bauernwürscht mitgebracht, dazu kochte ich Sauerkraut. Während das köchelte, gönnte ich mir nochmal die Yoga-Einheit vom Vortag; sie gefiel mir so gut, dass ich sie für spätere Wiederholungen vormerkte. Während dessen musste Herr Kaltmamsell das Sauerkraut retten, das dann doch stärker köchelte, als ich es roch. Gutes Abendessen!

Beim Zusammenstellen der Unterlagen für Impf (@katzentratschen hat eine Checkliste zusammengestellt) zum Impfausweis gegriffen (kein Suchen nötig, schon vor Wochen sichergestellt, dass er dort war, wo er hingehört – bei mir mag es nicht ordentlich aussehen, aber alles hat seinen Platz; mit dem Nachteil, dass ich recht hilflos bin, wenn etwas nicht dort ist, weil ich nicht weiß, wo ich suchen soll). Der ist mein zweiter, weil ich mit etwa neun Jahren die Kinderarztpraxis gewechselt habe und die neue einen neuen Impfpass ausstellte, die bisherigen Impfungen übertrug – und meinen Namen vornedrauf falsch schrieb. Nachdem gestern bereits Lockerungen der Infektionsschutzmaßnahmen für Voll-Geimpfte beschlossen wurden und nur noch von Bundestag sowie Bundesrat verabschiedet werden müssen, fragte ich mich, ob der Buchstabendreher das dann wohl zentrale Dokument ungültig machen könnte (wo ich doch schon das große Familientreffen nach durchgehender Vollimpfung für Juli plane). Doch ist dieser gelbe Lappen ja wohl eh an Fälschbarkeit schwer zu übertreffen.

Journal Montag, 3. Mai 2021 – Impf am Horizont

Dienstag, 4. Mai 2021

Gemischte Nacht, aber ich bekam genügend Schlaf.

Kurz vor Mittag DIE! SMS: Freischaltung für Impftermin. (Ich sehe einen Zusammenhang mit dem Tipp des Herrn Kaltmamsell, meine Daten auf dem Impfportal zu aktualisieren – und sei es nur durch erneutes Speichern. Was ich getan hatte, worauf ich eine erneute Bestätigung bekommen hatte.)
Hektisches Wühlen nach dem Passwort fürs Impfzentrum, das funktionierte nicht, Passwort zurücksetzen lassen, durchklicken bis Terminauswahl – gestern gab es nur welche gleich gestern. Also war erst mal dir Luft raus, denn ich brauchte noch die ärztliche Bescheinigung, die meinen Prio-3-Status berechtigte. (Tipp also schon mal für alle in Bayern registrierten: Holen Sie sich so bald wie möglich diese Bescheinigung, um bei Impfeinladung schnell sein zu können.)
Zufällig hatte ich mich aber für Dienstagmorgen eh bei der Hausarztpraxis angekündigt, weil ich ein Rezept brauche, jetzt bat ich darum, bei dieser Gelegenheit gleich die Bescheinigung bereit zu legen.

Dann war ich so auseinand‘, dass ich sehr froh um den verhältnismäßig hirnlosen Job war, den ich eigentlich für die letzte Arbeitsstunde geplant hatte (weil dann nicht mehr viel Konzentration): den kriegte ich gerade noch hin.

Was jetzt spannend wird: Kriege ich eher Impf oder einen Haarschnitt?

Mittags aß ich Käse mit Birnen, die auch vier Tage nach Kauf noch knallhart waren. Aber der Hunger treibt’s rein.

Mein Bauch war offensichtlich weniger abgebrüht und reagierte auf das unreife Obst mit Rumpeln und bösen Schmerzen den ganzen Nachmittag über. Auf dem Heimweg (sonnig und kalt) konnte ich nur daran denken, mich daheim sofort ins Bett zu legen. Ich machte einen kurzen Abstecher in den Vollcorner, um Vorräte aufzufüller – und als ich wieder rauskam, gingen es mir viel besser. Also daheim doch nicht sofort ins Bett, sondern eine Runde Yoga, die mir mit viel Bewegung gut gefiel.

Herr Kaltmamsell hatte zum Abendessen aus den Ernteanteil-Petersilienwurzeln eine Suppe gemacht, mit Apfel, frischem Kurkuma, Curry, Weißwein, Sahne, Chilli – ganz ausgezeichnet mit einem Stück eben gekaufter Ciabatta. Dann Schokolade.

In der Abenddämmerung hielt ich Ausschau nach Fledermäusen – und bekam die ersten des Jahres zu sehen!

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Smelly cat war gestern. (Ok – vor 20 Jahren.)
@meredithbull macht sensationelle Musik mit Katzengeräuschen.

via @malomalo

Journal Sonntag, 2. Mai 2021 – Buchplatznot

Montag, 3. Mai 2021

Dann doch mal wieder eine Nacht mit Schlafpause: Nach kurzem Aufstehen um drei schlief ich nicht mehr ein, gab um vier auf und las eine Weile – nicht schlimm, da ich ja am Morgen den Schlaf nachholen konnte. Klappte dann auch ganz gut, ich wachte erst kurz vor acht richtig auf. Draußen kaltes Regenwetter.

Wieder hatte ich den Wiedereinstieg ins Joggen geplant (Gehen bis Wittelsbacherbrücke, 30 Minuten isaraufwärts joggen, zurückgehen), mich versucht darüber zu freuen, dass der Weg bei dem Wetter zudem nicht – hahaha – überlaufen sein würde. Aber dann war mir nach Bloggen schon drinnen so kalt, und es regnete energisch.

Also nahm ich etwas anderes wieder auf und das erste Vollbad in der neuen Wohnung. Die Badewanne hier ist aus Kunststoff statt Metall der 1950er und fasst schon auf den ersten Blick deutlich weniger Wasser (breiter Rand = schmalerer Innenraum, starke Rückenschräge, weniger tief). Ich ließ sie wie gewohnt zu drei Vierteln ein – und musste fast die Hälfte wieder ablassen, damit ich Platz darin fand: Nach meiner Schätzung fasst die Wanne nur Körper mal zwei, die in der alten Wohnung fasste zirka Körper mal drei bis vier Wassermenge. Ich hätte hier also nicht wie vergangenes Jahr in der alten Wohnung schmerzlindernd floaten können.

Herr Kaltmamsell begann die neuen Bücherschränke zu bestücken. Und stellte nach Leeren der ersten Kiste und Hochrechnen fest, dass wir gerade mal die Hälfte der vorgesehenen Bücher unterbringen würden (alle anderen stehen bereits in den bisherigen Lundia-Regalen im Arbeits- und seinem Zimmer sowie in den alten Paschen-Regalen im Flur). Also weiteres Aussortieren (u.a. den gesamten Pratchett, der ist wirklich einfach zu beschaffen, auch elektronisch, wenn wir ihn lesen wollen), außerdem müssen wir in den anderen, derzeit angenehm unbeengt befüllten Regalen Platz schaffen.

Zum Frühstück Fladenbrot und Käse, eine weitere Tasse Milchkaffee.

Internetlesen, Bügeln: Wichtig war mir vor allem der eben gewaschene Vorhang für den Flur, mühsam zu bügeln. Den hängte ich auch gleich auf, braucht nur noch eine Halterung in der Wand zum Wegraffen.

Fürs Abendessen sollte diesmal ich sorgen, ich bereitete Zitronen-Thymian-Hähnchen vor. Mittlerweile hatte der Regen aufgehört, ich machte mich zu einem Sonntagsspaziergang auf: Sendlinger Straße, Theatinerstraße, Hofgarten, Finanzgarten, über Marstallplatz, Tal und Viktualienmarkt zurück. Dank schlechtem Wetter waren nicht allzu viele Menschen unterwegs.

Hofgarten.

Auch Hofgarten.

Baum mit runtergerutschtem Strumpf.

Nach Langem mal wieder ein versehentliches Schuhfoto. Es war ausgesprochen kühl, das Thermometer am Juwelier Fridrich in der Sendlinger Straße zeigte bei etwas Sonnenschein 10 Grad an.

Das Hähnchen zum Abendbrot schmeckte sehr gut, wir verputzten je ein halbes (sagt man noch „verputzen“?). Und auf das Glas Weißwein dazu hatte ich mich den halben Tag gefreut (meine Alkohollust ist seit einigen Monaten sehr erratisch).

Noch ein billiges Wortspiel als Rausschmeißer?

… aber als Nachtleben.

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Die Johanniter setzen jetzt Technik gegen Handy-filmende Gaffer an Unfallorten ein, ich nenne sie Konter-Technik.

Journal Samstag, 1. Mai 2021 – Schöner Wohnen

Sonntag, 2. Mai 2021

Wenn ein Feiertag auf einen Samstag fällt, ist das für mich als Büro-Arbeitnehmerin ein Ärgernis: Nicht nur bekomme ich keinen zusätzlichen freien Tag, auch noch sind die Pläne für meinen Samstag eingeschränkt.

Gestern war aber eh ein Arbeitstag: Meine Eltern kamen, um uns bei weiteren Schritten der Wohnlichmachung mit Handwerkskunst und Erfahrung zu unterstützen.

Noch vor ihrer Ankunft statteten wir den Balkon mit dem neuen Teppich aus – ein Geschenk meiner Eltern.

Die Bücherschränke, die wir gestern gemeinsam aufbauten, waren ihr Weihnachtsgeschenk zum Einzug. Der erste Schrank kostete ganz schön Anstrengung, uns passierte ein dummer Fehler (trotz wirklich guter Bauanleitung): Wir vergaßen die Blende und merkten das erst, als der Schrank stand – da ein Auseinandernehmen bis zu diesem Schritt nicht nur aufwändig gewesen wäre, sondern die Substanz auch sehr klar nicht auf mehrfache Montage ausgelegt, behalfen wir uns mit einem Winkel von hinten (mein Vater hatte vielfältigstes Material dabei). Als der Schrank endlich stand, war es bereits Mittag. Herr Kaltmamsell servierte Shakshuka, ich holte in der frisch umgezogenen Bäckerei Sultan in der Goethestraße Fladenbrot dazu.

Nach der Mittagspause ging’s deutlich schneller, Schrank 2 und 3 waren im sprichwörtlichen Handumdrehen aufgebaut. Ich ließ mir von meinem Vater möglichst viel erklären. Herr Kaltmamsell hatte währenddessen meine Schlafzimmerlampe zusammengefriemelt: Wie so’ne Ikea-Anfängerin hatte ich angenommen, dass dieses Modell lediglich zusammengelegt verkauft würde – nein, jedes Element musste einzeln gebastelt werden, die Lampe kam als Bausatz mit Kleinteiligkeit ähnlich Revell. Genau für sowas brauchte es die Geduld und den Gleichmut des Herrn Kaltmamsell (der als Kind eine Revell-Phase hatte); ich wäre in mehrere Wutanfälle geraten und holte mir lieber durchs Schraubendrehen beim Schrankzusammenbauen eine Blase im Prinzessinnenhändchen (dieselbe Stelle übrigens, an der ich mal bei einer Party – PARTY! BUHUHU! – eine vom Mojito-Stößeln hatte).

Mein zauberhafter Elektrikervater brachte die Lampe überm Bett an.

Besonders schön finde ich die Schatten an der Decke.

Feiertag hin oder her, wir beschlossen, uns bei den Nachbarinnen und Nachbarn durch Bohren unbeliebt zu machen. Jetzt gibt es auch im vorderen Flurteil eine Lampe (die zumindest eine vage Anmutung von dieser im Treppenhaus hat, die mir so gut gefällt).

Während mein Vater sie anbrachte, außerdem eine Vorhangschiene, entsorgte ich mit meiner Mutter die Styropor- und Papp-Verpackung der Schränke; durch ordentliche Zerkleinerung brauchten wir für die sechs großen Kartons nicht mal eine halbe Papiertonne, also kein weiteres Unbeliebtmachen bei der Nachbarschaft.

Abschließend setzten wir uns nochmal zusammen: Herr Kaltmamsell hatte zum Kaffee ein Matzen-Tiramisu gemacht.

Voilà. Mein Vater wird uns noch Längsstangen zum Zwischenstützen der Regalbretter basteln, damit sie nicht schon bald unter der Last der Bücher durchhängen. Selbst die edlen und deutlich dickeren Paschen-Bretter biegen sich nach über 15 Jahren leicht.

Für Sport war gestern keine Zeit, doch beim Möbelmontieren bekam ich ziemlich sicher genug Bewegung (aus dem Stand in Bauchlage immer im mittlerweile routinierten Ablauf Vorbeuge -> Kobra, während mein Vater in der Krankengymnastik gelernt hatte, aus einem Bodensitz knieschonend über offensichtlich sowas wie einen Herabschauenden Hund aufzustehen).

Ich wusch noch den alten Vorhang, den ich für die eben angebrachte Schiene am Flurfenster zum Hof vorgesehen hatte und war sehr, sehr erledigt. Nach dem Abendessen (Reste Shakshuka und Tiramisu) ging ich noch früher als unter der Woche ins Bett.

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Heiraten in Zeiten von Corona, am Beispiel München Maxvorstadt geschildert von Anke Gröner.
„Freitag, 30. April 2021 – Mein erstes Livekonzert seit März 2020“.

Journal Freitag, 30. April 2021 – Wieder ein Wochenabschluss

Samstag, 1. Mai 2021

Wieder reichlich Schlaf, darin Träume mit Jane-Austen-Setting, aber FFP2-Masken – ich bin stolz auf mein Traumzentrum, gut gemacht! (Da bitte: Ich finde nicht alles schlecht an mir.)

Das Draußen in verschiedenen Grau-Schattierungen mit blauen Flecken am Himmel. Beim Hofgang am frühen Nachmittag erlebte ich sogar richtigen Sonnenschein.

Viel und intensive Arbeit in der Arbeit, gestern stand mir zum Glück die dafür nötige Konzentration zur Verfügung. Mittags aß ich ein Restl Apfelkompott mit Hüttenkäse und zwei wunderbare späte Tarocco-Orangen.

Bei Feierabend war der Himmel wieder düster, ich fing auf dem Heimweg Zierapfel- und Zierkirschblüten ein.

Ein paar Wochenendeinkäufe im Drogeriemarkt (Herr Kaltmamsell hatte die Lebensmittel übernommen). Zu Hause zog ich mich für Yoga um – doch die halbe Stunde bestand bis auf zwei Dehnung ausschließlich aus Atmen im Schneidersitz, Einatmen, Ausatmen durch die Nase in verschiedener Länge. Ich stand bald auf, um im Filmchen am Rechner vorzuspringen, denn Atmen hatte ich bereits den ganzen Tag über gemacht, dafür brauchte ich nicht meine kostbare Sporteinheit. (Allerdings hätte ich bei einem 30-Tage-Programm namens „Breath“ darauf gefasst sein können, dass solche eine Folge dabei sein könnte.) Durchaus Respekt für alle, die damit etwas anfangen können. Ich halt nicht.

Telefonat mit meinen Eltern: Sie kommen am Samstag, um mit Schrankaufbau und Lampenmontage zu helfen, ich freue mich auf das Wiedersehen.

Herr Kaltmamsell servierte ein typisches Freitagabendessen: Fleisch aus Pfanne, Spinat und Kartoffeln aus Ernteanteil. Ich machte uns als Aperitiv Negronis, zum Essen gab es mallorquinischen Rotwein.

Draußen regnete es ein bisschen, viel zu wenig. Zumindest machte das den Himmel schön dramatisch, derzeit bleibt es wundervoll lange hell.

Ich freue mich schon sehr auf die Nutzung des Küchebalkons. Der Blick von dort fühlt sich ungeheuer großstädtisch an.

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https://youtu.be/vf5CMRLqdYw


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