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Journal Samstag, 28. März 2026 – Angewandert im Ampertal

Sonntag, 29. März 2026

Richtig gut und lang geschlafen, das war sehr schön.

Schön war beim Aufstehen auch das Wetter, wie vorhergesagt: Das traf sich gut, denn schon seit Langem war der gestrige Tag fürs Anwandern gebucht, auf Initiative von Herrn Kaltmamsell. Dass der Sonnenschein auf niedrige Temperaturen traf, konnten wir ja durch Kleidung ausgleichen. Wir hatten uns auf eine Strecke entlang der Amper hinter Fürstenfeldbruck geeinigt, die wir bereits kannten, aber schon viele Jahre nicht mehr gegangen waren. Gut 14 Kilometer einen Fluss entlang sollten ein guter Einstieg sein.

Interessant übrigens: Wenn ich oder Herr Kaltmamsell gegenüber Kolleg*innen unser Wandern erwähnen, wird nahezu immer von Bergwandern ausgegangen. So erstaunte ich im Wochenendplan-Smalltalk eine Kollegin: Es liege doch überall noch Schnee? Ist das vielleicht eine speziell Münchner (und Autobesitz-)Erscheinung?

Die Entscheidung für diese eher kurze Strecke ließ uns reichlich Zeit für den Aufbruch. Erstmal kochte ich aus Ernteanteil für den Abend Karottensalat mit Koriander, dann ging ich eine Runde Einkaufen, vor allem Schokolade.

Erst gegen elf machten wir uns wanderfertig, unter die superduper, aber ungefütterten Wanderjacken mehrere Schichten Langärmliges. Ich trug die im Vorjahr erworbenen neuen Wanderschuhe, obwohl die für komplizierteres Gelände gebaut sind, um sie weiter einzulaufen. Irritierenderweise verlor ich beim Gehen diesmal zunächst das Gefühl in den Zehen des linkes Fußes, hatte insgesamt ein Engegefühl bei den Zehen – obwohl ich schon mehrfach sehr bequem in den Stiefeln gelaufen war.

Wir spazierten zur S-Bahn am Stachus, ich holte mir unterwegs einen Mittagscappuccino. Durch sonnige, aber winterkahle Landschaft ließen wir uns nach Schöngeising fahren. Dieser S-Bahn-Halt liegt recht weit außerhalb des Orts, den wir erstmal durchquerten, um dann die Amper entlang rechtsseitig nach Fürstenfeldbruck zu gehen. Die Temperaturen waren gnädig mit uns, wir brauchten weder Mütze noch Handschuhe.

Wir sahen Frühlingsblümelein von Traubenhyazinthen über Veilchen und Buschwindröschen bis Schlüsselblumen, waren uns letztendlich aber einig, dass diese Route als Wanderung uns nicht reizvoll genug war, sich eher als Jogging-Strecke eignete.

Altes Forsthaus Schöngeising.

Auf einem Bankerl beim Kloster Fürstenfeld gab es kurz nach zwei Brotzeit: Birne und selbstgebackenes Brot aus der Gefriere.

Zurück wanderten wir auf der anderen Seite der Amper.

Beide waren wir nicht wirklich auf der Fitness-Höhe: Nicht mal vier Stunden Wanderung einen Fluss entlang machten uns so fertig wie sonst nur Ganztagestouren mit viel Auf und Ab. Wir erreichten den Bahnhalt Schöngeising ordentlich erledigt und mit schweren Füßen.

Zurück in München entschieden wir uns auf dem Heimweg dennoch für ein kleines Abenteuer: Wir gingen endlich mal in der Sonnenstraße in einen Mix Markt. Die Supermärkte dieser Kette fallen mir seit einigen Jahren auf, scheinen auf den ersten Blick osteuropäischen Lebensmittelvorlieben entgegen zu kommen. Aber richtig umgesehen hatte ich mich in noch keinem. Das holten wir gestern nach.

Ergebnis: Ja, sehr interessant, ja, osteurpäische Produkte, vor allem russische und polnische. Hier bekommen wir unter anderem künftig Kwas für Okroschka (mindestens zehn verschiedene im Angebot), außerdem wird Herr Kaltmamsell mindestens ein Abendessen aus dem reichhaltigen Sortiment gefrorener Teigtaschen zusammenstellen, von georgischen Chinkali bis russischen Pelmeni. Auch die Metzgertheke wirkte attraktiv, bereits überwältigend das meterlange Angebot an geräuchertem Fisch. Zudem werde ich dringend die offen und einzelnen bunt eingewickelten Süßigkeiten probieren wollen, gestern nahm ich nur eine Packung gefülltes Kleingebäck mit.

Zu Hause ruhten wir uns ein wenig aus, bevor ich eine Folge Yoga turnte: Gestern war eine halbe Stunde ruhiges Dehnen dran, das passte perfekt. Wir hatten beide sehr große Lust auf Alkohol, ich öffnete eine Flasche roten Côtes du Rhône, sehr entspannend.

Zu Abend gab es neben dem Karottensalat Ingolstädter Bauernwürscht aus der Gefriere mit selbstgebackenem Brot. Nachtisch Schokolade – eventuell ein bisschen zu viel.

Sehr früh ins Bett zum Lesen, frühes Lichtaus wegen Erledigtsein.

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Die ganz alte Blogwelt trauert um einen weiteren der ihren: Chris Kurbjuhn ist gestorben, die angekündigte Blogpause und raren Posts ließen bereits befürchten, dass seine Krebserkrankung zurückgekehrt war. Ich profitierte immer wieder von seinen Kulinarik-Tipps, und einmal ganz handfest von einem Päckchen Ahle Wurst, das er mir nach Rücksprache zu Demonstrationszwecken schickte, um mich die Bandbreite dieser Spezialität schmecken zu lassen.

Journal Freitag, 27. März 2026 – Wochenausklang mit Aprilwetter

Samstag, 28. März 2026

Sehr gut geschlafen, hätte aber trotz zeitigem Lichtaus länger als bis Weckerklingeln sein dürfen.

Das Draußen trocken, doch der Weg in die Arbeit bitter kalt; ich hatte mit dem Griff zum Wintermantel richtig gelegen, darunter trug ich nochmal ein winterliches Wollkleid. In der Luft vereinzelte Schneeflocken. (Ist ja auch erst März!)

In den ersten Job am Schreibtisch war ich gleich mal so vertieft, dass meine erste große Tasse Tee abkühlte.

Gestern hatten wir sehr laute Handwerker im Haus – laut wirklich die Handwerker, ihr Rufen/Gespräch hallte nahezu pausenlos durchs Atrium, an dem mein Büro liegt; das eigentliche Handwerk hörte man am eher dezentem Klopfen, Akkuschrauber-Surren, Ratschenratschen.

Ich wagte mich auf einen Mittagscappuccino raus, bekam lediglich auf dem Rückweg ein paar Schneeflocken ab.
Der Minimal-Schneefall hielt noch eine ganze Weile an.

Dazwischen aber immer wieder Sonne, der April übte schonmal.

Zu Mittag gab es eine Birne sowie Hüttenkäse mit Leinsamenschrot. Langsam ist selbst mir mit meinen appetitarmen Arbeitstagen nach Abwechslung, ich sollte mir wieder mal angemachtes Gemüse zur Brotzeit mitnehmen.

Superpünktlicher Feierabend, weil ich wirklich durch war. Ich nahm U-Bahnen zum Candidplatz, um zur Kraemer’schen Kunstmühle zu spazieren und im Caffe Fausto Espresso einzukaufen – ich mag diesen Ort. Von dort setzte ich mich in einen Bus Richtung Viktualienmarkt: Auf der Suche nach Spumante von Ferrari hatte ich einen Hinweis auf Eataly entdeckt. Allerdings führten die nur Spezialausgaben dieser Kellerei im Trentinto und nicht den Brot-und-Butter-Spumante. Wenn ich schonmal bei Eataly war – entdeckte ich, dass es auch den früher großen Bereich mit Venchi-Schokolade nicht mehr gibt.

Daheim eine Folge Yoga mit Adriene, bevor ernsthaft ins Wochenende gerutscht wurde. Als Aperitif wünschte ich mir seit Tagen Calvados-Tonic, nachmittags hatte Herr Kaltmamsell (der gestern auch in die Osterferien rutschte) Käse-Crispy-Chilli-Kekse gebacken (Rezept aus geheimer Quelle): Hervorragend.

Als Nachtmahl gab es Kuh auf Wiese:

Sehr gutes Entrecôte mit wunderbarem Ernteanteil-Spinat, dazu öffnete ich eine Flasche Weißwein aus der Pfalz: Pflüger Vom Lebensturm, eine Cuvée 75% Riesling, 25% Gewürztraminer, letzterer dominierte überraschenderweise. Nachtisch Schokolade – die Kiste lichtet sich besorgniserregend, es braucht Nachschub noch vor Ostern.

Im Bett neue Lektüre: Siri Hustvedt, The Summer Without Men.

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Vanessa schildert eine Anmache am Bahnhof und wie sie der Angemachten zur Seite stand. (In solchen Fällen können das nur wir Frauen.)

Ich wurde beim Lesen mal wieder sturzwütend: WIE KANN IRGENDJEMAND ANNEHMEN, DASS DIESE ANMACHE ANGEBRACHT SEIN KÖNNTE?!
mAN DarF jA NIcHt mAL MEhR KOmPliMEnTe mACheN?!
Eine Frau steht wartend in der Öffentlichkeit rum. Sie möchten Kontakt aufnehmen? Wie würden Sie das bei einem ganz normalen Menschen tun? Vermutlich mit Danebenstellen, irgendwann seufzen und eine Bemerkung machen in Richtung “Dauert heute aber wieder lang…” An der Reaktion sehen Sie dann schon, ob der Kontakt erwünscht wird.
ABER MIT DER BEMERKUNG, SIE SEI SEXY??!! WIE KOMPLETT HIRNVERBRANNT UND ENTKOPPELT VON ALLEM MENSCHLICHEN MUSS EIN MANN DAFÜR SEIN?!
Das ist keine Kontaktaufnahme, sondern Grenzüberschreitung und Bedrohung, eine reine, brutale Machtgeste, einfach weil er kann.
iST DOcH niX PAssIeRt?!
In einer Welt, in der viele Frauen jederzeit auf solche Bedrohung gefasst sein müssen, können sie sich nie unbefangen bewegen.

(Zur Erleichterung schildert Vanessa in diesem Blogpost auch eine herzerwärmende Begegnung.)

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Eine Folge Maithink X über Long Covid und ME / CFS, die auch von Betroffenen empfohlen wird:
“Long Covid & ME/CFS – Blackbox der Pandemie”.

Journal Dienstag, 24. März 2026 – Graue Lerche und Arbeit von daheim

Mittwoch, 25. März 2026

Der Wecker klingelte Lerchenlauf-früh, Schlaf war davor nicht sehr tief gewesen. Zackiges Morgenprogramm, ich schaffte sogar die tägliche Gymnastik, bevor ich das Haus verließ. Und als ich wirklich zu Bewusstsein kam, bereits die Isar entlang trabte, freute ich mich sehr, dass ich das nochmal geschafft hatte, bevor es durch Umstellung auf Sommerzeit nächsten Sonntag erst in einigen Wochen morgens wieder hell genug ist.

Unterm Strich war der Lauf allerdings nicht der schönste: Das Licht eher grau und düster, der Körper angespannt statt geschmeidig, ich fühlte mich hüftsteif bis hüftschmerzhaft. Diesmal war ich über das Ende meiner 70 Minuten sogar erleichtert.

Nach Morgentoilette und Anziehen mit Prio 1 Homeoffice-Kälte-Abwehr (Thermorolli plus dicker Wollpulli, zwei paar dicke Wollsocken, Wollpuschen, dicke Jeans) Arbeitsstart am (höhenverstellbaren!) Schreibtisch von Herrn Kaltmamsell – es ist dann doch praktisch, dass Lehrer vormittags woanders arbeiten. Dazwischen Handgriffe fürs Brotbacken, es wurde eine Häusemer Bauerekrume.

Brot gelungen.

Der Homeoffice-Arbeitsplatz war vormittags mittelbequem, Hüfte und Kreuz plagten mich. Zumindest hatte ich einen Blick auf die Kastanien, die gerade heftig Pfötchen geben, und der Tag wurde fast sonnig.

Insgesamt fühlte ich mich sehr erschöpft und müde. Aber guter Mittagscappuccino aus der eigenen Cafetera.

Mittagessen zur gewohnten Bürozeit: Kiwi, Banane, Birne, außerdem Quark mit Joghurt und Leinsamenschrot. Insgesamt zu viel, ich wurde noch viel müder.

Geordneter Arbeitsnachmittag, die Jobs, für die ich Unterlagen in meinem Büro brauche, konnten bis Mittwoch warten.

Dazwischen folgte ich endlich dem Impuls, den ich seit Monaten zur Seite schiebe, ein paar Sommerturnschuhe in der Waschmaschine zu waschen.

Herr Kaltmamsell kam erst um vier aus der Arbeit, da zog ich ohnehin gerade ins Wohnzimmer um: Auf seinen Schreibtisch am Fenster schien die Sonne, locker herabgelassener Rollladen überzog mich in Video-Anrufen mit hart kontrastierten Streifen, ganz herabgelassener Rollladen erforderte für dieselbe Situation umständliche künstliche Ausleuchtung. Die Lichtsituation am Esstisch war viel besser.

Nicht zu später Feierabend, dann ging ich raus in die Sonne auf Erledigungen und Einkäufe: Bluse und Hemden zur Reinigung am Goetheplatz, Spaziergang zum Vollcorner auf der Schwanthalerhöhe für Lebensmitteleinkäufe. Unterwegs freute ich mich sehr über Frühlingsblühen.

Daheim eine Einheit Yoga, dann richtete ich das Abendessen auf Basis des frischen Brots her.

Wacholderschinken, Pastrami, Speckwurst, Butter, rote Paprika, Essiggurken (gekaufte, kein Vergleich zu den bulgarischen selbst eingelegten). Gutes Abendbrot. Nachtisch Schokolade.

Seltsamer Tag durchs Arbeiten daheim: Abends fühlte sich der Morgenlauf bereits Tage her an.

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Auf Mastodon schreibt jemand unter diesem Filmchen, dass eine Orgel im Grunde ja auch nichts anderes ist als in Reihe geschaltete Blockflöten, und jetzt muss ich nachdenken.

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Meiner Ansicht nach müssen noch viel mehr Wechseljahrwitze gemacht werden – weil das auch eine Art und Weise ist, das Thema sichtbar zu machen. Zum Beispiel mit dieser Menopause Hotline.

Journal Montag, 23. März 2026 – Erheiterungen und Belastungen

Dienstag, 24. März 2026

Recht gut geschlafen, dennoch tiefe Erschöpfung beim Aufstehen. Brauche ich vielleicht Urlaub? Auf jeden Fall freue ich mich schon arg auf die vier freien Tage am Stück über Ostern.

Wieder war es morgens beim Marsch in die Arbeit eisig kalt, aber freundlich hell.

Erheiterung von Herzen, als ich in meine privaten E-Mails sah: Schwarzwald-Tourismus begrüßt mich auf meine Anfrage nach Wanderurlaubstipps tatsächlich mit “Kuck Kuck”. Und antwortet sehr ausführlich, das sehe ich bei Gelegenheit in Ruhe durch.

Weil schon wieder wild und ungefragt Tipps ohne Kenntnis meiner Wünsche durch die Gegend schießen:
Ich möchte Ende September / Anfang Oktober an einem eher ländliche Urlaubsort im Schwarzwald unterkommen, Hotel, Pension oder Ferienwohnung, und eine Woche lang von dort aus Tagestouren unternehmen (zwischen 22 und 30 Kilometer). Sowohl der Ort als auch die Wanderungen müssen ohne Auto erreichbar sein. Jetzt können Sie mir Tipps aus eigener Erfahrung (!) geben.

Grafische Darstellung des Ergebnisses OB-Stichwahl München für die Geschichtsbücher:

Am Schreibtisch geordnetes Abarbeiten, auch einige Querschüsse für meine Funktion als Hausl, weil ich halt immer im Büro bin: Wenn man jemanden mit meinem Stundenlohn dafür verwendet, wird das schon seine Richtigkeit haben. Aber auch ein verantwortungvoller Job in den nächsten zwei Wochen, den ich genau deshalb fürchte und der mir bereits am ersten Vormittag ein Fettnäpfchen hinschob, in das ich ganz routinert reintrat. (Aber nix passiert.)

Das Draußen war kalt, aber sonnig geblieben, ich spazierte hinaus auf Mittagscappuccino.

Zu Mittag gab es die letzte hervorragende Birne, außerdem Hüttenkäse mit Leinsamenschrot.

Geschäftiger Nachmittag, Querschüsse auf einer so hohen Ebene, dass ich sie nach Vorabeit nach oben weiterreichen musste.

Ich spüre es zwar weiterhin, das Goldkettchen von meinem italienischen Onkel, dass mich mit 50-jähriger Verspätung erreicht hatte, aber es gefällt mir immer besser.

Nach Feierabend steckte ich meinen Arbeits-Laptop ein und nahm eine U-Bahn zum Odeonsplatz: Im Hofbräuhausmühlenladen kaufte ich Roggenmehl Type 1370 fürs Brotbacken am Dienstag. Wegen einiger Umstände war klar, dass ich vor lauter Trubel an meinem Büroarbeitsplatz zu nichts kommen würde, deshalb zu Hause arbeiten würde. Das mag ich ja gar nicht, denn ich habe daheim keinen Schreibtisch und keine Bildschirme, doch ich machte es mir schmackhaft mit der Möglichkeit, immer wieder kurz in die Küche gehen zu können, um mich um Brotteig zu kümmern. Und hoffte auf eine Laufrunde vor Arbeitsbeginn.

Zu Hause genoss ich nach ein paar Häuslichkeiten eine ruhige Einheit Yoga. Das Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell: Rote Bete und Steckrüben aus Ernteanteil zu geschenkter spanischer Blutwurst morcilla in Scheiben gebraten.

(Auf dieser Aufnahme entfalten die Glasteller ganz besonders ihren Charme.)
Die Morcilla hatte ich schon interessanter gewürzt auf dem Teller, aber sie war schön knusprig. Und die Rüben mochte ich besonders gern. Nachtisch Schokolade, darunter Pura Vida 70% aus dem Pfaffenhofener Land, die ich im Caffe Fausto gekauft hatte: Wirklich gut!

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Auf insta von Johanna Adorjan ein Übernachtungstipp in München für Cineast*innen:

Was für eine tolle Idee: in Zimmer Nr. 30 des Hotels Olympic in München kann sich jetzt jeder, der will, Filme angucken. Dort ist seit kurzem die komplette VHS-Sammlung des Filmkritikers Michael Althen untergebracht, der 2011 mit nur 48 Jahren starb und so unvergleichlich schöne Texte für @sz und später @faz geschrieben hat. Das Filmzimmer befindet sich im ersten Stock, die Tür steht offen. Man kann sich einfach in den Regalen einen Film aussuchen, und das einzige, was man dann können muss, ist es, einen VHS-Rekorder zu bedienen (aber zur Not kann man bestimmt an der Rezeption fragen).

Das Olympic kenne ich und habe zu Agenturzeiten immer mal wieder Kunden empfohlen. Jetzt finde ich es noch toller.

Journal Sonntag, 22. März 2026 – Wahlhilfe bei Stichwahl Münchner Oberbürgermeister mit einer Sensation am Ende

Montag, 23. März 2026

Auch diesmal ein Ausfall im Wahlhilfeteam, aber nicht wegen Erkrankung (versuchte sie einen Spannungsbogen aufzubauen).

Ich schlief mittelgut, bei Weckerklingeln fühlte ich mich kopfbrummend erschöpft. Diese Erschöpfung zog sich durch den ganzen Tag.

Vorher und nachher (ich hatte das Foto für möglichst korrekten Rückbau aufgenommen).

Dazwischen.

Dabei lief das Aufbauen des Wahllokals beim zweiten Mal natürlich deutlich geschmeidiger. Ich traf den Hausmeister gleich beim Ankommen, wir plauderten ein wenig, ich brachte ihn unter anderem dazu mir zu erklären, wie ich in meiner Rolle ihm seine am leichtesten mache. Für die Tische im Wahllokal/Klassenzimmer hatte ich diesmal Putzzeug eingesteckt und musste es auch verwenden. Wo ich einen großen Tisch für die Schriftführerschaft finden würde, wusste ich auch schon. Und ich drehte gleich mal die Heizung auf, wartete nicht erst auf das große Frieren (was später aber dann doch eintrat, schließlich mussten wir die Tür des Zimmers offenlassen).

Wir Wahlteam plauderten, ich lernte zwei weitere interessante Münchner*innen kennen. Wählende kamen den ganzen Vormittag über, nur selten in Wellen, die wir organisieren mussten. Doch ich zählte die Minuten bis Mittag, wenn das Anstrengendste geschafft sein würde.

Nach meiner Schicht trat ich um eins in wunderschöne Sonne, ging über einen sonnigen Umweg nach Hause. Dort Häuslichkeiten, ich war längst jenseits Hunger, dann erst rührte ich mir Quark mit Joghurt und Leinsamenschrot, schnitt eine hervorragende Birne rein. Das machte mich wie erhofft müde genug für eine Stunde Siesta, leider auch die eher unruhig.

Weitere Häuslichkeiten, Pediküre, Hosebügeln für die kommende Arbeitswoche; die restliche Bügelwäsche wird bis zum Sonntag drauf warten müssen. Lektüre der Wochenend-Süddeutschen, Mastodon-Lesen.

Beim Verlassen des Hauses zum Wahllokal klingelte mein Handy: Ein Mitglied des Wahlhilfeteams hatte genau gestern Nachmittag ihren Vater verloren (von dem sie in der Morgenschicht noch erzählt hatte). Wie absolut furchtbar! Selbstverständlich ließ ich sie gleich zur Familie fahren, sie musste nicht nochmal reinkommen.

Wir waren also beim Auszählen zu sechst statt zu siebt – doch auch das ließ sich bei über 300 Stimmzetteln mit nur zwei Kreuzelmöglichkeiten schnell schaffen: Wir waren noch vor sieben Uhr durch inklusive Aufräumen. Abschied vom Wahlhilfeteam sehr herzlich, Abschied vom Wahlhelfen innerlich: Das mache ich nicht nochmal.

Ich radelte zur Bezirksinspektion – diesmal mit meinem eigenen Rad, Herr Kaltmamsell war vergangene Woche so überaus freundlich gewesen, es zum Reparieren zu bringen. Das Radeln durch die junge, klare Nacht machte auf einem guten, für mich eingestellten Radl sehr viel Spaß, ich bekam große Lust auf häufigeren Einsatz.

In der Bezirksinspektion war die Schlange der Leute mit Unterlagen aus Wahllokalen lang: Klar, alle waren schnell fertig geworden. Und es wurden erste Ergebnisse aus den Medien rumgereicht, die sich kurz darauf bestätigen sollten: Sensation perfekt, München bekommt einen Grünen-Bürgermeister, zudem einen jungen (allerdings war Hans-Jochen Vogel bei seiner Wahl zum Münchner Oberbürgermeister 1960 noch ein Jahr jünger) und schwulen. Das wird spannend! Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, dass so viele CSU-Wähler für ihn stimmen würden.

Auch die Einreichung und Bearbeitung der Unterlagen ging flott, alles Profis. Um halb acht war ich daheim und ließ mich bald von Herrn Kaltmamsell (gestern nicht als Wahlhelfer im Einsatz) mit Wunsch-Abendessen verwöhnen.

Conchiglie mit Joghurt-Feta-Erbsen-Sauce, ein Liebling von Ottolenghi. NOCH besser als erhofft, unter anderem schmecken Pinienkerne nie so pinig wie hier in Olivenöl mit Pul Biber gebraten. Nachtisch Süßigkeiten und Schokolade.

Im Bett noch gelesen in der Hoffnung auf dadurch besseren Schlaf.

Journal Samstag, 21. März 2026 – Isarlauf plus mit Besuch Isarspaziergang

Sonntag, 22. März 2026

Gut geschlafen trotz viel Alkohol am Abend zuvor, aber nicht lang genug für Ausnüchterung.
Bloggen und Bettwäschewaschen gingen trotzdem gut.

Am Freitag eingetroffen: Die Uhr mit Ziffernblatt für mein Nachtkastl, damit ich im Schlafzimmer immer schnell weiß, wie spät es ist. Dann doch bei ebay gekauft.

Ab Mittag war ich mit dem Besuch aus Oldenburg verabredet, davor war nach Resträumen und -spülen vom Vorabend (Herr Kaltmamsell hatte das meiste bereits erledigt) noch Zeit für eine Laufrunde.

Ich startete von der Haustür über Alten Südfriedhof am Westermühlbach entlang – und entdeckte auf einer kleinen Grünfläche keine drei Meter von mir entfernt einen Grünspecht! Ich höre sie ja sonst immer nur und hatte mich damit abgefunden, dass sie in Wirklichkeit nur ein erfundender Vogel sind, aber da saß wirklich einer und versenkte seinen Schnabel gerade in dem Moos vor ihm – das exakt die Farbe seines Gefieders hatte. Ich blieb bewundernd stehen, doch das reichte bereits, um ihn hoch in den nächstgelegenen Baum zu scheuchen.

Das Wetter war grau und kalt, der März kehrte von versuchtem Frühling zurück zu entsättigten Farben.

Spannend aber die Pferde, die die Isar kurz hinter Thalkirchen kreuzten.

Der Körper spielte trotz Restalkohol gut mit, allerdings wurde der Rückweg mit Gegenwind überraschend anstrengend.

Daheim aß ich nach Duschen und Frischmachen von dem Laucheintopf vom Vorabend, dann holte ich den Besuch vom Hotel ab: Sie interessierte sich für meine Laufstrecke, also spazierten wir diese nochmal. Vorher aber herzte und küsste ich das befreundete Hotel-Personal, das überraschend gerade mit eigenem Besuch vor Ort war.

Am Tierpark Hellabrunn bogen wir ab zum Auer Mühlbach. Auch wenn der Tag ein wenig heller geworden war, mussten wir uns für Farben schon sehr auf die Frühlingsblümelein konzentrieren – von denen wir aber eine große Vielfalt entdeckten. Wir spazierten vertieft ins Gespräch, und ich genoss die viele Zeit mit der Besucherin, die Gelegenheit für Plaudern auch über Alltägliches und Nebensächlichkeiten bot.

Einkehren an der Krämer’schen Kunstmühle im Caffe Fausto – das ich noch nie so voll gesehen hatte. Nach Cappuccino und Aufwärmen gingen wir weiter den Auer Mühlbach entlang bis zum Müller’schen Volksbad. Tramfahrt zum Sendlinger Tor, damit vor der Abendessen-Reservierung noch ein wenig Zeit zum Ausruhen blieb.

Diesmal kam Herr Kaltmamsell mit, der den Tag daheim arbeitend verbracht hatte. Zu dritt spazierten wir ein weiteres Mal, jetzt bis zum Restaurant Schmock im Volkstheater.

Wir starteten mit Drinks, wegen des frühen Wahlhilfeeinsatzes am Folgetag beließ ich es lieber bei diesem Alkohol. Wir bestellten gemischte Vorspeisen für drei. Noch bevor wir Luft holen konnten für die Bestellung von Hauptgerichten, erklärte die (hinreißende) Bedienung mit Augsburger Akzent (ich fragte später, ob ich mit meiner Einschätzung nach ihrem ersten Satz richtig lag): “Des war’s dann!” Auf unseren vorsichtigen Protest, schlug sie energisch vor, wir sollten uns erstmal das Bestellte schmecken lassen, dann werde sie nach weiteren Wünschen fragen.

Kluge Bedienung, nach diesen reichhaltigen Vorspeisen hätten wir weder Tscholent noch Königsberger Klopse wie eigentlich geplant geschafft.

Weiteres Plaudern in viele Richtungen, ich erfreute mich unter anderem an dem gelehrten Austausch der beiden Sprachwissenschaftler*innen, erfuhr mehr über die Vielfalt und Entwicklung der Sprachvermittlung an Universitäten.

Heim spazierte ich mit den beiden ungewöhnlich erledigt, war unterwegs überrascht, dass die öffentlichen Uhren erst 21 Uhr anzeigten. Doch ich musste wirklich ins Bett – und verabschiedete mich vom Besuch ja nur bis Juni, wenn ich mit Herrn Kaltmamsell in den Norden fahren würde.

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Sie erinnern sich an den großen Stromausfall in Spanien und Portugal vergangenes Jahr? Jetzt zeigt ein Bericht, wie es dazu kommen konnte:
“Wie auf der Iberischen Halbinsel das Stromnetz kollabierte”.

Journal Freitag, 20. März 2026 – Wahlhilfevorbereitung, Abendgast

Samstag, 21. März 2026

Gut geschlafen, das war schön. Und dann wurde es auch noch zu blauem Himmel hell, wunderbar.

Sonniger Arbeitsweg.

Kurzes Stutzen an der Ganghoferstraße:

Ist das die Münchner Variante von Grün statt Parkplatz? (Zur Sicherheit: Besser als nix, mühsam ernährt sich etc.) Böser Vergleich: Wien mit seinem Stadtplanungsprojekt “Raus aus dem Asphalt”. Medial herumgereicht werden ja gerne die Vorher-Nachher Fotos aus Paris. Lebensnäher und übertragbarer scheinen mir diese aus Wien, Straßen wie die Neubaugasse kenne ich auch in München.

Das Wahlamt reagierte schnell: Noch vor neun hatte ich mein Berufungsschreiben im Postfach. Auf der Liste des Wahlhilfeteams neben mir nur drei bisherige, die drei neuen versuchte ich umgehend zu kontaktieren. Der erste, den ich erwischte, erklärte mir gleich mal, dass er aber nur vormittags könne und nicht beim Auszählen. Ich bat ihn um Meldung der Verhinderung bei der Bezirksinspektion. Weitere Telefonate ergaben, dass die neuen Leute auf meiner Liste in ihrem ursprünglichen Berufungsschreiben explizit informiert worden waren, dass sie NICHT für die Stichwahl berufen seien. Dass sie auch kein Berufungsschreiben erhalten hatten und durch meinen Anruf zum ersten Mal von ihrem Einsatz hörten. Das machte das Ehrenamt als Wahlvorsteherin schlagartig deutlich aufregender, als ich es mir bei der Stichwahl vorgestellt hatte – ich hatte erwartet, dass die überhaupt keine Aufregung wert sein würde. Zefix.

Sonstige Arbeit im Büro gut machbar, ich konnte gelassen auf meinen Mittagscappuccino ins Westend gehen. Unterwegs geriet ich an einem Zebrastreifen unter Kinder, die gerade verkehrserzogen wurden. Brav reihte ich mich ein und machte das koordinierte Gucken und Gehen mit. Wie hieß es in der Tanzschule gern: Grundschritte zu üben schadet nie.

Bevor ich zurück am Schreibtisch saß, hatte ich mein Wahlhilfe-Team für Sonntag vollständig und informiert – vorerst, ich bin vorsichtig geworden. Währenddessen trafen zwei weitere Berufungsschreiben für mich in meinem privaten E-Mail-Postfach ein, eines mit leichter Variation – das Wahlamt macht gerade echt nicht bella figura. Na gut, dann wiederum: Die jüngste reguläre OB-Stichwahl ist zwölf Jahre her. Vor sechs Jahren war Pandemie; damals wurden zur Wahlhilfe bei der Stichwahl Lehrer*innen rekrutiert, weil die Schulen eh gerade dicht waren (fiel mir ein, als ich dachte, “als wäre das ihre erste OB-Stichwahl”: ist es wahrscheinlich tatsächlich für die allermeisten Mitarbeitenden im Wahlamt).

Jetzt aber noch überraschend aufgelaufene Aufträge abgearbeitet. Dadurch wurde das Mittagessen eher spät: Köstliche Birne, Hüttenkäse mit Leinsamenschrot.

Danach mehr abgearbeitet, darunter sehr Interessantes.

Pünktlicher Feierabend, auf dem Heimweg Besorgungen. Zu Hause Abendgastvorbereitungswirbeln, auch wenn das eigentliche Kochen wieder Herr Kaltmamsell erledigt hatte.

Klingeln an der Haustür, große Freude: Wir hatten den Oldenburger Besuch seit zwei Jahren nicht gesehen. Es gab ausführliche Vorspeisen, damit niemand länger in der Küche verschwinden musste, dazu Luxemburger Cremant. Warme Hauptspeise war dann der beste Lauch-Eintopf aus Ernteanteil: Der Besuch hatte nach einer Dienstreisewoche mit viel Fleisch um eher etwas ohne gebeten. Dazu bot ich erstmal den Gemischten Satz von Marie Adler an – da der recht ungewöhnlich schmeckt, hatte ich aber einen konventionelleren Weißwein in der Hinterhand. Wir blieben beim Gemischten Satz, auch über den Nachtisch hinweg: Auf meinen Wunsch hatte Herr Kaltmamsell Sticky Toffee Pudding vorbereitet.

Vor allem aber Gespräch und Austausch, das war sehr schön. Zumal beides am heutigen Samstag fortgesetzt werden kann.

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Faktencheck von Sarah Bosetti zum Sozialstaat – ichweißichweißichweiß, mit Fakten macht man keine Politik (die Grünen sind beim Versuch fast unterm Bus gelandet), aber bei Sarah Bosetti gibt’s wenigstens was zu lachen.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=lYoYdTHuBn0

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UND JETZT ABER ZU DEN GUTEN NACHRICHTEN!
“King opens world’s longest coastal path around England”.

Ich könnte sagen, dass ich im September 2025 an genau derselben Stelle stand wie König Karl auf dem ersten Foto, wenn ich nicht auf der gegenüberliegenden Seite der Cuckmere-Mündung auf den Coastal Path eingebogen wäre.

Aber dann halt auch:

For the first time in English law there is provision for the route to be moved inland – “rolled back”, Natural England calls it – if the coastline erodes or shifts.
This allows the trail to adapt to the changing shoreline and aims to ensure that the coastal walk remains continuous and practical for generations to come.