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Journal Freitag, 10. April 2026 – Vorbereitungen Wochenende und Urlaub

Samstag, 11. April 2026

Gut und tief geschlafen, ohne Wecker hätte das noch viel länger angehalten.

Düsterer Marsch in die Arbeit in milder Luft, aber einer dunkelgrauen Wolkenwand entgegen; der Schirm in der Hand wirkte als Talisman bis zum Bürogebäude: Es regnete erst später.

Genug zu tun am Schreibtisch, aber nicht zu viel: So mögen wir das vor allem am Freitag. Auch die noch leereren Gänge und Büros als freitags üblich begrüßte ich.

Keine Lust auf Mittagscappuccino, aber auf Draußenluft. In der es allerdings um die Mittagszeit energisch regnete (der Bauer braucht den…).
Dann halt nur kurz und mit Schirm auf eine Erledigung raus.

Zu Mittag gab es reichlich Orangen sowie Skyr, dem ich doch nochmal eine Chance gebe, weil er im Angebot war, mit Leinsamenschrot.

August-Urlaub mit Herrn Kaltmamsell in Brighton angegangen: Ich wollte gern mit ihm in dem Apartment wohnen, in dem ich mich vergangenen Herbst so wohl gefühlt hatte, doch der Preis pro Nacht war auf einmal mehr als doppelt so hoch. Stellte sich heraus: Wir platzen mal wieder in Brightons Pride-Woche. Nachdem wir den Initial-Schrecken überwunden hatten, beschlossen wir:
1. Mia ham’s ja.
2. NOCH mehr wundervoll bunte Menschen in Brighton!
3. Federboas einpacken.
Und so buchte ich.

Pünktlicher Feierabend, auf direktem Weg nach Hause. Es war ziemlich kalt geworden, doch ich kam trocken heim.

Tapferer Kastaniensprössling bei der Villa Wagner.

Nach Ankunft wie geplant umgehend Kochen für Samstag: Ich hatte mich an die Meatball Sandwiches von David Lebovitz erinnernt, die uns begeistert hatten, die ich aber seit Jahren nicht mehr gemacht hatte: Die Hilfsaktion meiner Eltern am Samstag war ein willkommener Anlass für eine Wiederholung (Tomatensauce vielleicht einen Tick zu scharf geworden).

Das verschob unser Nachtmahl ein wenig, weil ich die Küche belegte, aber dann buk Herr Kaltmamsell panierten Käse und koreanische Teigtaschen, briet Ernteanteil-Kohlröschen, während ich Ernteanteil-Salat (plus Radieserl-Blättern, Kresse, Petersilienresten) mit Orangensaft-Haselnussmusdressing anmachte, zudem weitere Crowdfarming-Orangen auspresste (wir verbrauchen sie hektisch immer knapp der nächsten matschigen Stelle hinterher) für den Drink zum Wochenendfeiern: Wodka-Orange.

Nachtisch Osterschokolade.

Früh ins Bett zum Lesen: Lidia Yuknavitch, The Chronology of Water besteht aus so viel Alkohol, sonstigen Drogen und Sex, dass einer bei der Lektüre die Lust auf alles davon vergehen kann.

§

WERBUNG!1

Kleinere Konzerte gehen ja oft unter – in München ärgere ich mich regelmäßig darüber, Interessantes wegen Nichtwissen verpasst zu haben. Das wird in Berlin ähnlich sein, deshalb.
Der Berliner Kammerchor Jeunesse singt am 25.4. und 26.4. in der Berliner Malzfabrik zwei sehr abgefahrene Konzerte: Sie sind eine Games Show, in der das Publikum unter anderem Stimmblöcke des Chors aus- und einschalten kann. Ich weiß davon, weil ein Verwandter beteiligt ist.
Hiermit weitergegeben.

§

Geständnis: Diesen Krautreporter-Artikel hätte ich fast ohne Lesen bereits auf Basis der Überschrift empfohlen – weil allein schon diese Überschrift dem wenig hinterfragten Anspruch widerspricht, dass alles, was Inhalt des Schulunterrichts ist, einen nachweisbaren Nutzen in jedem späteren Erwerbsleben haben muss. (Hat eigentlich schon mal ein Politiker Bildungs-Controlling gefordert? Zumindest einer von der FDP?)

Zum Glück stellte sich der Text selbst dann als sogar noch besser heraus, deshalb schenke ich ihn Ihnen:
“Es ist gut, dass du in der Schule Dinge lernst, die du nicht brauchst”.

Wie nutzlos etwas ist, ist außerdem oft eine Frage des Zeithorizonts: Allgemeinbildung ist eine Lebensversicherung gegen eine unbekannte Zukunft. Schule muss breite Grundlagen legen, weil niemand mit zwölf Jahren weiß, welche Berufe, Probleme oder Technologien mit 30 wichtig sein werden. Du wirst mit Anfang 30 jeden Tag mit KI arbeiten, aber nie wieder Code schreiben, obwohl dir Informatikunterricht als der heiße Scheiß für deine Zukunft verkauft wurde.

(…)

Lebensweltbezug heißt deshalb vielleicht, dass du lernst, was dich interessiert. Aber nicht, dass du nur noch lernst, was im Alltag später (eventuell) mal eine Rolle spielen wird. Du wirst in der elften Klasse lernen, wie man eine Steuererklärung macht, weil deine Erdkundelehrerin das für wichtig hält. Die Steuererklärung ist das Paradebeispiel für alltagsnahen Unterricht. Lass dir sagen: Es werden nach deinem Abi zehn Jahre vergehen, bis du deine erste Steuererklärung machen musst. Du wirst absolut nichts mehr von dem wissen, was du in der Schule darüber gelernt hast.

(…)

Die vielleicht wichtigste Funktion fast aller Dinge, die du in der Schule so lernst, ist Metakognition – die Fähigkeit, das eigene Denken zu beobachten. Wann verstehst du etwas wirklich, wann bildest du dir das nur ein? Wo bleibst du hängen, und warum? Wie lernst du am besten? Diese Fähigkeiten entwickelst du nicht, indem du Dinge lernst, die dir leichtfallen. Du entwickelst sie, indem du an Stoff arbeitest, der dich herausfordert. Wenn du dich durch „Kabale und Liebe“ quälst, trainierst du, mit Nicht-Verstehen umzugehen. Das ist eine der nützlichsten Fähigkeiten, die es gibt. Als Erwachsener greifst du praktisch immer beim Lesen von Zeitungsartikeln oder politischen Schriften wie Koalitionsverträgen auf diese Kompetenzen zurück.

Mal wieder hat tip zu meinem damals ganz jungen Altgriechisch-Lehrer Herrn Nusser, der uns als Antwort auf die regelmäßige Frage “Und wozu brauchst du das?” empfahl: “Schule bildet. Schule bildet nicht aus.”
Dabei behaupte ich bis heute, dass ich in keinem Schulfach mehr für mein späteres Leben gelernt habe als in Altgriechisch.
Hat tip auch zum Gymnasiallehrer Herrn Kaltmamsell, der gerne darauf hinweist, man brauche Bildung, um Witze zu verstehen.

Ich empfehle sogar noch mehr die Lektüre der im Artikel verlinkten Festrede von Peter Bieri 2005 an der Pädagogischen Hochschule Bern (unter anderem als sprachliches und rhetorisches Vorbild):
“Wie es wäre, gebildet zu sein”.
(Die mir allerdings die Illusion nimmt, Self Egalness könnte mich weiterbringen.)
Dafür verzeihe ich Bieri sogar den mäßigen Roman Nachtzug nach Lissabon, unter dem Pseudonym Pascal Mercier veröffentlicht.

  1. Von Herzen und nicht von Geld, eh. []

Journal Donnerstag, 9. April 2026 – Keine neue Strickjacke, Hinterfragen von Self Love

Freitag, 10. April 2026

Sehr gut geschlafen, der Wecker weckte mich aus tiefen Träumen (die sich um Berufsdinge drehten, das bräuchte es wirklich nicht).

Der Himmel tagte mit Wolkenschleier, auf dem Weg in die Arbeit war es sehr frisch. Die Grünanlagen um die Theresienwiese sahen ausgesprochen bunt aus: Die Mülleimer darin waren an den sonnigen Tagen davor wahrscheinlich rege genutzt worden, und sie sind oben offen ohne Krähenschutz. Die Krähen waren das begeisterte Schwarze zwischen dem bunten, von ihnen verstreuten Müll.

Außerdem endlich: Der Beweis, dass auch dieses Jahr zum Frühlingsfest ein Theresienwiesen-Flohmarkt stattfinden wird (18. April), das Fehlen der Bodenmarkierungen hatte mich bereits zweifeln lassen.

Am Schreibtisch legte ich mit Tempo los, um einen Konzentrationsjob abzuschließen, der ab Zweitbelegung meines Büros mit nahezu durchgehenden Telefonaten nicht mehr möglich sein würde (ich war am Mittwoch dafür bereits für zwei Stunden in ein leeres Büro umgezogen). Das klappte.

Später erwies sich meine Hast als unnötig: Die Zweitbelegung arbeitete gestern von daheim, das entspannte mich deutlich. (Gestern informierte man mich auch, dass eine Lösung gefunden worden war.) Allerdings fühlte ich mich trotz all dieser Faktoren kränklich und unfit mit leichtem Kopfweh.

Mal wieder raus (kühl und bewölkt, aber mit Frühling in der Luft) auf einen Mittagscappuccino, dabei erlebte ich Sich-alt-fühlen für Fortgeschrittene: Ich brauchte den Barista, um die versehentlich eingeschaltete Handy-Taschenlampe auszustellen. (Wo ist die vielbeklagte Unsichtbarkeit postmenopausaler Frauen, wenn man sie mal Not hat?)

Zu Mittag gab es Apfel, Orange (sehr gut!) und gekauften Linsensalat.

Erträglich emsiger Nachtmittag, nicht zu später Feierabend. Unterwegs bog ich nochmal in den Bio-Supermarkt Vollcorner ab: Mir war eine angemessene Brotzeit für Samstag eingefallen, wenn meine Eltern anreisen, um uns bei ein paar lange liegengebliebenen häuslichen Dingen zu helfen – dafür kaufte ich ein.

Andere Magnolien, diese in der Lessingstraße.

Das mit mir und der neuen Strickjacke soll wohl wirklich nicht sein: Nach der Nachricht, es gebe Schwierigkeiten bei der Auslieferung vom Paketzentrum, wurde ich gestern über die Erstattung des Kaufpreises informiert. Ich hätte wirklich, wirklich gerne diese Strickjacke gekauft. Na gut, vielleicht begegnet mir in den nächsten Jahren nochmal eine, die mir gefällt.

Daheim Häuslichkeiten und dann doch die nächste Folge Yoga, jetzt wieder reibungslos vom Haus-eigenen Server. Allerdings erinnerte ich mich schnell, dass diese Folge mit dem Titel “Self Love” diejenige ist, die bei mir umgehend zu Self Loathing führt, weil meinem Körper bereits die erste, sehr lang andauernde Haltung mit Beinen im Z unmöglich ist und Schmerzen bereitet. Ich wich auf Schneidersitz aus und brach eh nach zwei Dritteln und entschieden zu viel Besinnlichkeitsgeplapper ab.

Ich zweifle grundsätzlich an, dass hartes Arbeiten an Self Love wirklich das ideale Ziel für alle Menschen ist, es klingt immer so anstrengend. Selbst stelle ich mir Self Egalness deutlich angenehmer und entspannter vor – ja, einfach keine heftigen Gefühle sich selbst gegenüber, das wäre schön. (Wurden nicht ganze Religionen erfunden, um zu Self Egalness zu kommen?)

Herr Kaltmamsell sorgte wieder für Erfreuung per Abendessen:

Ein Rest Grie Soß, außerdem Saubohnen, zudem Ernteanteil-Pastinaken aus dem Ofen mit Parmesan – sehr gut. Nachtisch reichlich Osterschokolade.

Früh ins Bett zum Lesen.

§

Was mich nostalgisch macht: Blog-Kommenatorinnen, die versuchen, manuell und individuell Werbe-Links zu ihrem Business zu posten. Vielleicht die letzte Online-Gruppe, die Blogs noch für relevant hält?

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Marketing-Aktion von Iceland Air: Gesucht wird der/die schlechteste Fotograf*in der Welt – um zu beweisen, dass Island so schön ist, dass selbst sie hier großartige Foto machen können.
“We want to prove that even the worst photographer can take great photos of Iceland. Is that you?”
(Ich glaube, der Wettbewerb würde besser funktionieren, wenn man andere vorschlagen müsste: Meiner Erfahrung nach merken viele grottige Fotograf*innen ihre Grottigkeit nicht.)

Was mich zu Island-Klischees bringt und zum isländischen Roman Eden von Auður Ava Ólafsdóttir1 – aus dem ein ähnlicher Humor spricht. Die isländische Kleinstsprachen-Linguistin Alba, Hauptfigur und Ich-Erzählerin des Romans, sitzt am Anfang im Flugzeug nach Reykjavík und telefoniert mit ihrem Vater – der so ziemlich als erstes fragt, welche gemeinsamen Bekannten mit ihr fliegen. Klischee 1: Die isländische Bevölkerung ist mit nicht mal 400.000 Menschen so übersichtlich, dass wirklich jede jeden kennt. Dieses Motiv ist einer der lustigen Hintergründe der Handlung. Weitere Klischees: Das Wetter ist durchgehend unwirtlich, die Natur malerisch, aber schroff und abweisend, alle mischen sich ins Leben von allen anderen ein, alle Isländer*innen lesen ungeheuer viele Bücher, die Hälfte schreibt auch welche, vor allem Island-Krimis.

Die Handlung: Alba arbeitet nicht nur akademisch, sondern auch als Lektorin/Korrektorin für isländische Literatur – die sie als eher mittelklassig beschreibt. Von einer Erbschaft kauft sich Alba ein recht heruntergekommenes Haus auf dem Land, zieht aus der Stadt dorthin, pflanzt Bäume. Wo eh schon alle alles über sie wissen.

Ich las den kurzen und kompakten Roman durchaus gern, interessierte mich für die Personen – und sah mein Island-Bild bestätigt: Über diese Insel lese und gucke ich lieber, als dass ich sie besuchen möchte.

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Novemberregen fasst schön zusammen, warum ich mich in der Frauen-Sammelumkleide des Dantebads wohl und entspannt fühle: Es ist die Grundatmosphäre.
“8. April 2026 – 13. Arbeitstag vor Urlaub”.

Wenn verschiedene Menschen sich auf relativ beengtem Raum mit wenig Abstellfläche halbnackt und häufig nass auf rutschigem Boden begegnen, halte ich die freundliche Haltung generell für eine vorausschauende Wahl.

Auch wenn im Dantebad die Freundlichkeit nicht bis zum Austausch von Pflegeprodukten geht, der Körperzustand allerdings durchaus häufig bis ganznackt.

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Technik, die Leben rettet:
Automobilhersteller Škoda hat eine Fahrradklingel entwickelt, die auch Active Noise Cancelling nicht filtern kann.

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Der Zauber der re:publica ist für mich untrennbar von der äußeren Gestaltung: Sie drückt jedesmal eine Aufmerksamkeit und Zugewandtheit aus, die ich nirgendwo anders erlebe. Einer der Schöpfer, Mathias Lücking, ist jetzt gestorben, auf der re:publica-Website schreibt Gestalterin Tanja Häusler über ihn:
“Erinnerung an Mathias Lücking”.

Oh ja, an den “2 km langen Ausdruck von Moby Dick, der sich durch die gesamte Station schlängelt”, denke auch ich immer noch.

  1. Diesen diakritisch komplettverseuchten Namen copy-and-paste ich natürlich jedesmal. []

Journal Mittwoch, 8. April 2026 – Lerchenschwumm in Frühlingssonne

Donnerstag, 9. April 2026

Eher unruhige Nacht, ich wachte mehrfach von Herzklopfen auf. Zuletzt kurz vor besonders frühem Weckerklingeln, ich stand halt gleich auf.

Gestern also meine Sorte Abenteuer (nämlich die, die wahrscheinlich sonst niemand als Abenteuer bezeichnen würde): Schwimmen im Freibad vor der Arbeit.

Ich hatte wie für meine sonstigen Schwimmrunden gepackt, zusätzlich nur Schminkzeug, und nahm die U-Bahn zum Westfriedhof. Als ich kurz vor Öffnung um sieben ans Dantebad kam, stand bereits eine Schlange am Drehkreuz.

Erster Blick nach Ausziehen und Duschen übers Becken: Die Sonne vergoldete am wolkenlosen und Hollywood-blauen Himmel die Spitzen der Gebäude. Start auf meiner Bahn mit sehr vielen anderen Schwimmer*innen, doch diese und die nächsten beiden Wellen von Frühvolk waren nach recht kurzen Strecken wieder verschwunden. Dann begann der eigentlich Spaß, während die Sonne immer größere Teile des Beckens beschien – ich begann mich bereits ein wenig um meine Sonnencreme-freien Schultern zu sorgen (wie sich später erwies: unnötigerweise). Glitzerndes Wasser, blendende Sonne beim Luftholen auf die eine Seite, blühende und grünende Bäume beim Luftholen auf die andere Seite, das war schon sehr großartig.

Meine Fitness lag gestern zwar nur bei ca. 85 Prozent, die 3.000 Meter zogen sich schon mal deutlich weniger lang, aber das Gesamterlebnis war einfach Hammer. Anschließende Körperpflege wie sonst auch, also inklusive Austrinken meiner Wasserflasche, nur plus Augenschminken.

Als ich ins Freie trat und mir auf dem Weg zur U-Bahn auch noch Frühlings-leuchtende Schrebergärten und die Jugendstil-Aussegnungshalle des Westfriedhofs entgegenstrahlten, war’s eigentlich bereits knapp vor over the top, Bilderbuch-Frühling Hilfsausdruck.

Jahrezeiten-unabhängige Ästhetik des U-Bahnhofs Westfriedhof.

Einstempeln drei Minuten vor Start der Kernzeit um 09:30 Uhr, auch das passte wunderbar. Dass mein Rechner aber erstmal 45 Minuten Updates fahren musste und ich erst über zwei Stunden später als sonst in meine E-Mails schauen konnte, machte mich dann doch unruhig. Zum Glück verpasste ich auch in dieser zusätzlichen Zeit nichts.

Keine Lust auf Mittagscappuccino, aber auf eine Draußenrunde. Auch gestern marschierte ich durch himmlische Sonne vorbei am Grünen und Blühen, doch es war merklich kühler – das fühlte sich endlich korrekt für die Jahreszeit an.

Später als sonst (der verschobene Arbeitsbeginn verschob den ganzen Arbeitstag) gab es zu Mittag Apfel, reichlich Crowdfarming-Orangen, ein paar Dörrpflaumen.

Das Glück des Morgenschwumms hallte den ganzen Arbeitstag über nach, das mache ich wieder.

Nach sehr emsigem Nachmittag war ich so müde, dass ich mich schier nicht zum Gehen aufraffen konnte, das hatte ich schon lang nicht mehr.

Als ich schließlich loskam, legte ich meinen Weg über Lebensmitteleinkäufe beim Vollcorner.

Eines von den vielen interessanten Lokalen im Westend, an denen ich immer zur falschen Zeit vorbeikomme: Für Essen oder auch Aperó ist es mir zu früh, und wenn ich dann mal daheim bin, habe ich keine Lust zurück zu gehen.

Heimweg in wunderbarer Luft.

Yoga gab’s dann doch nicht: Wie am Vorabend blieb das Laden der Folge von der TV-Festplatte hängen, doch anders als am Dienstag funktionierte gestern auch die Übertragung von meinem Rechner über Chrome nicht – der Browser behauptete zwar, er übertrage auf den Fernseher, doch dort war nichts zu sehen. Ich war gerade fluchend dabei, dann halt meinen Laptop auf den Boden neben die Yogamatte zu stellen, als mir einfiel, dass ich es auch bleiben lassen könnte. Statt dessen Häuslichkeiten.

Nachtmahl war auf meinen Wunsch nochmal Grie Soß, ganz hervorragend. Nachtisch Osterschokolade.

Früh ins Bett zum Lesen, neue Lektüre Lidia Yuknavitch, The Chronology of Water – recht spontan runtergeladen, nachdem ich einem Link zum TED-Talk der Autorin von 2017 gefolgt war (“The beauty of being a misfit” – so berühmt, dass er sogar im Klappentext des Buchs erwähnt wird) und mich erinnerte, dass sich Schauspielerin Kristen Stewart die Verfilmung dieser Memoiren als Regiedebüt ausgesucht hatte.

Journal Dienstag, 7. April 2026 – Sonnewonne UND Osterschokolade-um-die-Hälfte-Tag

Mittwoch, 8. April 2026

Sehr gut geschlafen, vom Wecker dennoch lediglich in den Wunsch nach mehr Schlaf gerissen worden.

Das herrliche Osterwetter sollte erstmal bleiben, ich dachte lange über befriedigende Kleidung dazu nach.

Das Ergebnis.

Der Marsch in die Arbeit dann sehr sonnig, aber überraschend knackig kalt.

Die Magnolie an der Villa Wagner probiert’s doch nochmal mit Blühen.

Nach Rechner-Start wurde mir recht ruckartig die Illusion genommen, dass Urlaubsabwesenheiten etwas Ruhe einkehren lassen würden: Für manche Menschen sind Arbeiten und Leben deckungsgleich, ich bin sicher, dass es längst Hochleistungs-Management-Bücher zum Thema Work-Work-Balance gibt.

Doch im Lauf des Vormittags beruhigte sich die Lage, nach einem Mittagscappuccino aus der Cafeteria, lauwarm, nutzte ich die Mittagszeit für einen Marsch um die sonnenbeschienenen Blöcke.

Heimeranstraße

Gollierstraße

Gaststätte Bürgerheim (vor dem ich manchmal eine Tafel mit Hinweis auf Pub Quiz sehe). Sensationell, wie schnell das heliotrope München in Schanigärten und sonstige Außengastronomie ausbricht.

Geordnetes Arbeiten, zu Mittag gab es Lageräpfel aus Ernteanteil (durchwachsene Qualität) und gekauften Linsensalat.

Emsiger Nachmittag, unter anderem konnte ich mich auf unerwartete Weise nützlich machen.

Vor Feierabend dachte ich daran, für den Mittwochmorgen späten Arbeitsstart anzukündigen: Ich möchte VOR der Arbeit schwimmen gehen – und hatte berechnet, dass ich morgen damit keine Lücke erzeugen dürfte.

Heimweg über einen Edeka, dessen Leitung sich in den vergangenen Jahren verlässlich in der Bestellung der Osterschokolade verkalkulierte: Am gestrigen Osterschokolade-um-die-Hälfte-Tag war immer reichlich Auswahl. Sollte sich das geändert haben (auch das soll ja “KI” mittlerweile besser können), wollte ich an den Marienplatz und zum dortigen Kaufhof ausweichen. War ü-ber-haupt nicht nötig. (Wobei ich an der Summe auch mit Rabatt die gestiegenen Schokoladenpreise deutlich merkte.)

Auch andere hatten gestern Spaß.

Nußbaumstraße

Ich schloss eine leere Wohnung auf: Herr Kaltmamsell verbrachte den Abend aushäusig. Aber auch eine komplett sonnendurchflutete Wohnung, noch gibt es kein Laub, das unsere Fenster verschattet. Darin turnte ich eine Folge Yoga, bis die programmierte Waschmaschine durchgelaufen war. Meine Super-Idee, die einzigen beiden bügelbedürftigen Teile daraus in der Abendsonne gleich wegzubügeln, ging nicht auf: Ich lernte, dass Baumwollgewebe fürs Bügeln wohl zumindest teiltrocken sein muss, lediglich geschleudert wurde unterm Bügeleisen gar nichts glatt.

Also Wäsche aufgehängt, dann die gehälftete Osterschokolade ausgepackt.

Die Kennerin sieht sofort, dass der rechte Korb der für Herrn Kaltmamsell sein muss: Nur eine Person in diesem Haushalt liebt Blätterkrokanteier.

Unterm Tisch steht übrigens die gestern gelieferte 10-Kilo-Kiste Crowdfarming-Orangen: Noch mehr Süßkram! (Aktuell könnte die Küche der kühlste Raum der Wohnung sein.) Vier Orangen daraus schälte und zerteilte ich gleich, füllte ein Brotzeitglas mit den Stücken, und was nicht reinpasste, aß ich gleich.

Zum eigentlichen Abendessen hatte ich morgens Kichererbsen in Jamón-Brühe aus der Gefriere geholt. Ergab zwei Teller voll, zum Sattwerden aß ich einen Käserest. Und machte mich dann über die Osterschokolade her.

Im Bett Auður Ava Ólafsdóttir, Tina Flecken (Übers.), Eden ausgelesen, bis zum Schluss gut unterhalten.

Journal Ostermontag, 6. April 2026 – Familienostern

Dienstag, 7. April 2026

Erst in der zweiten Hälfte der Nacht richtig gut und durch geschlafen.

Auch gestern drehte das Wetter der sehr durchwachsenen Tagesschau-Vorhersage vom Vorabend eine lange Nase: Es blieb herrlich sonnig und fast schon gruslig warm.

Mit dem am Sonntag gebackenen Brot und Herrn Kaltmamsell bestieg ich eine Regionalbahn nach Ingolstadt: Auch dieses Jahr fand unser Familienostern am Ostermontag bei meinen Eltern statt. Wir waren eingeladen zu polnischem Osterfrühstück um halb elf sowie spanischem Ostermittagessen um drei. Traditionell wird der multikulturelle Hintergrund unserer Familie opportunistisch ausgespielt – was uns grad am besten in den Kram passt. (Ich erwähne das deshalb, weil sich andere Menschen durch ihre Wurzeln unter dem Druck fühlen, Traditionen weiterzuführen. In unserem Fall half vermutlich besonders das multi- – wir bedienen uns einfach fallweise aus allem.) (Aber bei so mancher Tortilla- oder Gazpacho-Freizügigkeit hört der Spaß auf und wir protestieren vehement.)

Die Bahnfahrt war wegen wechselnder Verspätung spannend: Da ich diesmal eine Verbindung für exakt pünktliches Eintreffen rausgesucht hatte, sah ich uns schon deutlich zu spät kommen. Doch die Verkürzung eines langen, Fahrplan-gemäßen Zwischenhalts in Ingolstadt Hauptbahnhof holte fast alles wieder rein.

Osterdeko meiner Mutter im Windfang des Hauses.

Großartigerweise waren auch meine lieben Schwiegers angereist: Mit steigendem Alter wird das ja immer mühevoller, umso mehr freute ich mich, dass sie diese Mühe auf sich genommen hatten. Die Bruderfamilie kam minus Nichte, plus Schwägerinnenmutter, die Tafel war voll und fröhlich. Es gab Schinken, Wurst, Käse, eine vegane Platte, Brot und Hefezopf, für die besonders polnische Note sorgten frisch pürierte Rote Bete und frisch von Bruder geriebener Meerrettich. Getränk dazu (auch eher polnisch) Tee, aber auch Wasser.

Im Garten meiner Eltern blühte es bereits wunderbar frühlingshaft, die Sonne schien eisern weiter: Die Hälfte der Frühstücksgruppe ging hinaus auf eine Spazierrunde durch den Ingolstädter Ortsteil Unterhaunstadt.

Mehr Gespräche in verschiedenen Konstellationen, ganz wunderbar.

Foto: Herr Kaltmamsell

Spanische Zeit fürs Mittagessen: Um halb vier servierte meine Mutter Altmühltaler Lamm auf kastilische Art aus dem Ofen mit den Beilagen Karotten, Petersilienwurzeln, Paprikakraut, außerdem gab es für den Veganer am Tisch einen Seitanbraten. Mein Job war das Zerteilen des Lamms, siehe Foto oben, mein Vater schenkte dazu Rotwein aus.

Mehr Gespräche, unter anderem über Schattenseiten der bitter armen Kindheit meines Vaters in Madrid. Sogar Nachtisch gab es noch: Aprikosenkuchen und Aprikosencreme.

Abendliche Heimfahrt mit erneuter deutlicher Verspätung, aber wir saßen gut und hatten reichlich zu lesen dabei. An diesen sonnigen Ostertagen wird mir klar, wie viele Schlehenbüsche in meiner Heimat stehen. (Die blühen nämlich gerade.)

Schokolade ging aber als spätes Dessert schon noch. Im Fernsehen ließen wir den Nachklapp zum letzten München-Tatort mit Batic und Leitmayr laufen – fesselte mich aber nicht genug zum Durchhalten. Ich ging ins Bett zum Lesen, mein erster isländischer Romen, Eden von Auður Ava Ólafsdóttir, ist amüsant und schildert Island genau wie ich es mir immer vorgestellt hatte.

Journal Ostersonntag, 5. April 2026 – Sonne und Wärme, Raviolibasteln

Montag, 6. April 2026

Erst nach Veröffentlichen gemerkt, dass ja der 5. des Monats war, an dem Frau Brüllen fragt: Was machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag? #WMDEDGT – da mache ich doch nachträglich mit.

Unruhiger Schlaf, vor allen wegen zuschwellender Nase – aber es dauerte bis in die Morgenstunden, dass ich davon endlich wach genug war, um zum Nasenspray zu greifen. Schön beim Fast-Aufwachen: Anblick des Monds am Himmel, der wieder aufs Bett schien.

Ich hatte mitternächtliches Ostergebimmel von St. Matthäus befürchtet, das kam aber erst morgens.

Die Wettervorhersage der 20-Uhr-Tagesschau hatte mich am Karsamstag noch erschreckt, denn sie kündigte für den Süden Deutschlands Regen an. Doch das Wetter orientierte sich zum Glück an der Vorhersage seit vielen Tage: Der Ostersonntag startete sonnig und wurde warm. Ich freute mich sehr auf den geplanten Isarlauf.

Erstes Mal in der Saison kurzbeinige und -ärmlige Laufkleidung – und ich lag damit genau richtig. Der Lauf wurde sogar wärmer als erwartet, ich genoss den frischen Wind.

Meine Strecke: Von Haustür über Alter Südfriedhof bis Großhesseloher Brücke, zurück bis U-Bahn Thalkirchen. Der Körper machte erfreulich gut mit, ich lief beschwingt bis kurz vor Ende (diesmal nur ca. 5 Minuten zu viel). Auf den Wegen war weniger los als befürchtet; erst am Ende sah ich aus dem U-Bahnhof große Mengen Spaziervolk strömen – ich war wohl einfach vor der Osterwelle.

Frühling im Nußbaumpartk.

Alter Südfriedhof

Frühling am Westermühlbach.

Frühling in Thalkirchen.

Blick von der Großhesseloher Brücke nach Norden.

Fertiggelaufen. Das Oberteil aus Merinowolle roch auch nach diesem siebten oder achten Einsatz ohne Waschen nicht nach Schweiß, ich bin beeindruckt.

Frühstück um zwei: Apfel, Marmeladenbrot, ein Stückchen Cheese and Spinach Pie vom Vorabend. Das machte mich müde genug für ein Stündchen Siesta.

Zum großen Familien-Osterfrühstück am Montag steuere ich das Brot bei. Damit ich nicht zu echten Bäckerzeiten aufstehen muss, buk ich es gestern am späten Nachmittag: Schnelles Weizenmischbrot.

Das Brot gelang.

Das Wetter war sonnig und warm geblieben, ich setzte mich zum ersten Mal im Jahr zum Lesen auf den Balkon. Neue Lektüre: Auður Ava Ólafsdóttir, Tina Flecken (Übers.), Eden. Die Balkontür hatte ich ab Heimkommen vom Laufen offen gelassen und war gespannt gewesen, welche Tiere dadurch als erste in die Wohnung dringen würden: Wanzen.

Ruhige Yoga-Einheit, dann bastelte ich mit Herrn Kaltmamsell das Abendessen: Seit einer halben Ewigkeit steht Raviolimachen auf unserer Liste, gestern setzten wir den Plan endlich um. Nudelteig ohne Ei, Hartweizengries dafür stand sogar noch rum. Und eine Nudelwalze (-maschine) gehörte schon zu meiner studentischen Haushaltsausstattung. Herr Kaltmamsell hatte eine Käsefüllung vorbereitet, bei der Herstellung folgten wir der Anleitung von @giardinos Möwe: Auf einen langen Streifen Teig aus der Nudelwalze setzte Herr Kaltmamsell Bröcklein Füllung, klappte den Streifen längs darüber und drückte ihn fest, schnitt die Ravioli mit einem Teigradl aus.

Das dauerte allerdings länger als erwartet, Abendessen wurde spät (merken: von rohem, geruhten Teig bis Servieren mindestens eine gute Stunde).

Sehr gute Ravioli, eierfreien Pastateig mag ich deutlich lieber als selbstgemachte Eiernudeln – die werden immer so hart. Jetzt, wo wir Übung haben, sollten wir das so bald wie möglich wiederholen.

Nachtisch Ostersaurier mit Saurier-Eiern. Wenn wir als Gesellschaft mittlerweile vergessen haben, dass der Samstag vor Ostersonntag Karsamstag heißt (“Ostersamstag” ist der nach Ostersonntag/-montag), ist’s auch schon wurscht.

Abendunterhaltung: Münchner Abschieds-Tatort mit den Kommissaren Batic und Leitmayr, nach 35 Jahren gehen sie in Rente. Solider Tatort mit vielen schönen München-Bildern. (Ostermontag gibt’s noch einen Nachklapp in Form von Teil 2.)

§

Dasnuf war mit über 50 zum ersten Mal in einem klassischen Konzert – und macht leider gut nachvollziehbar, wo die Hürden selbst für Interessierte liegen.
“Konzert zum Karfreitag”.

Zu meiner Überraschung konnte ich fast alle ihre Fragen beantworten (allerdings nicht so routiniert wie Kommentator Yendolosch): Mein (teils von Mutter ererbter) Snobismus schlug meine Gastarbeiterkind-Herkunft so deutlich, dass ich ab Gymnasialzeiten (ich hatte auf einem humanistischen bestanden) klassische Musik hörte, spielte, besuchte, wovon mir persönliche Freundschaften mit klassischen Musiker*innen blieben – und wenn man mal die Fakten-Matrix dazu hat, bleibt alles Folgende natürlich gut hängen. So lernte ich erst kürzlich eine Berufsgeigerin kennen, die ihr Geld als Springerin in Orchestern verdient.

Mein eigener Besuch eines klassischen Konzerts ist allerdings Jahrzehnte her, und mein Wissen über diese Musik ist vor etwa ebenso vielen Jahrzehnten stehen geblieben.

§

Juna bloggt über die Entstehung einer neuen Biografie über den Fotografen Fred Stein (1909-1967), und ich blieb an den verlinkten Fotografien aus dem Paris der 1930er hängen – so großartig! Auch das New York Portfolio finde sehenswert, gerade weil es so viele Fotografien aus der Hand europäischer Exilant*innen in dieser Zeit gibt; Steins Blick ist ein ganz eigener.

Journal Karfreitag, 3. April 2026 – Lauf in Frühlingsfarben, das Glockenrätsel

Samstag, 4. April 2026

Gut und lang geschlafen, bei einem nächtlichen Aufwachen den Mond gegrüßt, der volle Kanne aufs Bett schien.

Zu Sonnenschein aufgestanden, wohlige Aussicht auf einen freien Tag.

Verdutzt war ich über das besonders heftige Geläute von der benachbarten Kirche St. Matthäus: Dass die evangelischen Glocken an Gründonnerstag nicht nach Rom fliegen, war mir schon klar, aber auch hier hatte ich gelesen, dass sie bis zur Osternacht verstummen würden.

Für gestern hatte ich ohnehin eine Laufrunde geplant, und die Sonne zog mich mit Macht raus. Ich nahm eine U-Bahn zum Odeonsplatz und freute mich sehr auf die Frühlingsfarben im Sonnenschein.

Ich brauchte gut 20 Minuten Traben, bis das Laufen mir Freude bereitete, die letzten 20 Minuten fühlten sich ebenfalls beschwerlich an (nach sehr Langem mal wieder starke Schmerzen im linken Vorderfuß) – aber die mittleren 60 Minuten waren echt super und ein Genuss.

Ich finde ja, zur Entwinterung der öffentlichen Brunnen sollte es ein eigenes Fest geben, gerne kurzfristig angesetzt – im Hofgarten entdeckte ich nämlich, dass sie wieder sprudeln.

Hin und wieder roch ich Bärlauch – diesen Geruch im Freien mag ich sogar. Den Geschmack wiederum finde ich scheußlich, jeder Vergleich mit Knoblauch beleidigt die Knolle.

Auf die Tram nach Hause musste ich nur kurz warten.

Frühstück um halb zwei: Mango mit ein wenig Joghurt, zwei Scones mit Butter – ich war den Scones beim Einkauf in einem Discounter begegnet und nahm sie sofort zum Testen mit. Na ja, doch sehr weit von selbst gebackenen entfernt, vor allem viel zu süß; ordnungsgemäß kommt die Süße ja von der roten Marmelade, mit der Scones gegessen werden.

Jetzt aber dann doch mal gebügelt, so viel war es doch gar nicht. Und tatsächlich kam ich in unter zwei Stunden durch, begleitet von Musik über Lautsprecher – ich wollte Herrn Kaltmamsell nach all den Kopfhörer-Jahren mal wieder daran teilhaben lassen, welche Musik ich eigentlich höre (und erhoffe mir das auch von ihm).

Lesen, Yoga, Nachtmahl – dafür hatte ich am Donnerstag Käse besorgt, außerdem gab es den ersten kleinen Kopf Salat aus Ernteanteil – noch aus Folientunnel statt Freiland, aber hochwillkommen (Zitronensaft-Olivenöl-Vinaigrette und plus Ruccola ebenfalls aus Ernteanteil).

Zum Nachtisch hatte Herr Kaltmamsell Kodafa in Einzelportionen gemacht.

Mal gestürzt, mal aus der Form – hm, war nicht so gut wie die große Version, aber jetzt wissen wir das, war den Versuch wert. Dann noch ein wenig Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen. Als die Glocken von St. Matthäus auch nach 22 Uhr, sonst letzter Uhrschlag bis 7 Uhr morgens, den einen oder anderen Schlag taten, schlief ich lieber mit geschlossenem Fenster und Ohrstöpseln: Entwedern man pflegt dort eine extrem individuelle Kar-Liturgie oder die Gemeinde hat ihre Technik nicht im Griff.

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Antje Schrupp ungewöhnlich pessimistisch (auf Mastodon begründete sie das mit Karfreitag, sie ist ja unter anderem gläubige Christin):
“Zehn Jahre nach 2016: Warum ich mich nicht mehr empöre”.

Ich habe mich inzwischen mit der Erkenntnis abgefunden, dass Argumentieren in der Politik viel weniger hilft, als ich vor 2016 geglaubt habe. Populistische Dynamiken haben eine faktische Wirkmacht, der gegenüber sachliche Gegenargumente machtlos sind. Eine gute Politikanalyse muss das einkalkulieren, statt immer wieder erstaunt zu sein.

(…)

Ich glaube, wir müssen uns von zwei Illusionen verabschieden.

Erstens: dass die westlichen Gesellschaften wirklich so aufgeklärt, freiheitlich und feministisch sind, wie sie getan haben. In Wahrheit war das immer nur oberflächlich. Was wir als Fortschritt erlebt haben, war eigentlich nur ein Lippenbekenntnis, das in guten Zeiten wenig kostete. Jetzt ist die Maske gefallen.

Zweitens: dass Menschen rational nach ihren Interessen handeln. Das tun sie nicht. Sie folgen Stimmungen, Zugehörigkeitsgefühlen, emotionalen Angeboten. Seit Corona denke ich, dass das keine moralische Schwäche ist, sondern schlicht, wie Menschen funktionieren. Eine Politik, die ausschließlich auf Aufklärung und rationale Argumentation setzt, muss unweigerlich verlieren.

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Beruflich habe ich Parlamentarische Anfragen zu fürchten gelernt – ich habe erlebt, wie viele Kapazitäten die Datenrecherche dafür verschlingen kann und dass sie oft Unterstellungen ausdrücken sollen, nicht etwa Erkenntnisgewinn erzielen. Doch das Ergebnis dieser speziellen ist überraschend und wichtig (auch wenn, siehe oben, Fakten die Politik nur zu einem winzigen Teil leiten).
“Rentenalter und Lebenserwartung
Länger arbeiten, aber nicht länger leben?”

Das Rentenalter steigt derzeit schneller als die Lebenserwartung. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor.

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Laut Statistik hatten 65-Jährige zuletzt Aussicht auf weitere 19,4 Lebensjahre. Dieser Mittelwert der Jahre 2022 bis 2024 lag nach einigen Schwankungen auf demselben Niveau wie zehn Jahre zuvor. Das gesetzliche Alter für eine abschlagsfreie Rente wurde hingegen seit 2012 schrittweise um mehr als ein Jahr angehoben. Auch der tatsächliche Rentenstart verschob sich binnen zehn Jahren im Schnitt um gut 1,3 Jahre nach hinten.

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Die Cartoon-Serie “Foxes in love” hat immer wieder allerbeste Beziehungstipps, zum Beispiel hier.
(Und so entspannend Klischee-frei, allein schon dadurch, dass die beiden Figuren sich lediglich durch die Farben unterscheiden, nach denen sie auch heißen.)