Journal Montag, 28. Oktober 2024 – Ausflug nach Neuperlach

Dienstag, 29. Oktober 2024 um 6:23

Eher unruhige Nacht, verkraftbar nach all dem guten Schlaf.

Nebel über einem herbstbunten Park, schemenhaft ein Kirchturm

Das Draußen war zurückgekehrt zur Nebelsuppe. Bei der Morgentoilette hörte ich über den Innenhof unseres Wohnhauses einen Nachbarn deutlich übler husten als den gebeutelten Herrn Kaltmamsell, aber bei diesem Nachbarn handelte es sich mutmaßlich um den Herrn, der mit starkem Rauchen nachhilft.

In der Arbeit schaffte ich schnell so viel weg wie möglich, stimmte mich mit relevanten Team-Mitgliedern ab, nahm am ersten Teil einer wöchentlichen Online-Runde teil – dann brach ich auf zu meinem Termin Myom-Sprechstunde in der Klinik Neuperlach.

Lange U-Bahn-Fahrt, das letzte Stück ging ich lieber zu Fuß, als mich vom Bus fahren zu lassen, ich wollte ein wenig Neuperlach sehen.

Der Termin involvierte doch einiges an Warterei, aber darauf war ich im Klinik-Betrieb vorbereitet. Die Fachärztin nahm sich viel Zeit fürs vorbereitende Gespräch, dann auch für die Untersuchung, ebenso fürs anschließende Besprechen der Untersuchung und möglicher Konsequenzen. Es stellte sich heraus, dass meine Gebärmutter mittlerweile von meinem (seit vielen Jahren bekannten) Riesenmyom und einigen kleineren Gefährten komplett vereinnahmt wurde, auf dem Ultraschall-Bildschirm war nichts zu sehen außer MYOM, Myome und Gebärmutterhals. Das bedeutet laut der Gynäkologin: Entfernung der Wucherungen selbst unmöglich, doch auch die Entfernung mitsamt Wirts-Organ ist mit für mich überraschenden Risiken behaftet (Frau Dr. hatte tatsächlich Zahlen dazu im Kopf, ich war beeindruckt). Ich werde nachdenken müssen.

Erst nach eins stand ich wieder draußen – und freute mich über einen weiteren Sonnentag, der es durch den Nebel geschafft hatte.

In der Sonne gehen Menschen über eine Brücke, im Hintergrund Wohnhochhäuser und blauer Himmel mit weißen Wolken

Der Himmel über Neuperlach, für mich ein sehr selten besuchtes und deshalb exotisches Stadtviertel Münchens. Doch mir war die lebendige Atmosphäre mit vielen bunten Menschen sofort sympathisch, das viele Grün half ebenfalls, architektonisch fand ich die verschiedenen Wohnblock-Epochen interessant.

Zurück im Büro stürzte ich mich kurz vor zwei exterm hungrig auf meine Brotzeit: Roggenvollkornbrot, Granatapfelkerne.

Dann schaffte ich ordentlich was weg, kam gut durch bis zum Feierabend, musste allerdings selbst an diesem sonnigen Tag die letzte halbe Stunde das Licht im Büro einschalten.

Herr Kaltmamsell muss diese Woche nicht in die Schule und kann seine Zeit frei einteilen: Er hatte die Einkaufsliste leergekauft, ich ging direkt nach Hause. Dort Blumengießen, Wäscheaufhängen, eine halbe Stunde Pilates, Brotzeitvorbereitung.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell aufgewärmt die zweite Runde Gänsebraten mit Semmelknödelfüllung, wieder sehr gut. Auch Gelbe-Bete-Salat war noch da. Nachtisch Nusskuchen und Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 27. Oktober 2024 – Vorübergehender Sonnensieg

Montag, 28. Oktober 2024 um 6:22

Ist mir möglicherweise noch nie passiert: Ich hatte morgens das Ende der Sommerzeit vergessen. Beim Aufwachen zeigte mein Nicht-Funk-Wecker sieben Uhr an, das passte zu meinem Gefühl des Ausgeschlafenseins. Doch später nach Spülmaschine-Ausräumen und Milchkaffeekochen war es auf meinem Handy 20 nach 6, dasselbe zeigte der Laptopbildschirm an. Wo es doch draußen bereits sichtbar tagte? Erst jetzt erinnerte ich mich an den Grund. Und aktualisierte die Uhren an Mikrowelle und Backofen, im Bad und Schlafzimmer.

Beim Aufwachen zogen gerade meine Nasenschleimhäute wieder zu: Am Vortag hatte ich mir einen Chlorschnupfen aus der Hölle geholt und zum Schlafen Nasenspray gebraucht. Herr Kaltmamsell wiederum hustete und schnupfte echt und infiziert, der ärmste, sein Husten klang schon ganz mut- und kraftlos.

Nach Bloggen und der Zubereitung von Gelbe-Bete-Salat (Ernteanteil) fürs Abendessen war ich also in neuer Zeitzählung schon um halb zehn fertig für meinen Isarlauf. Zu meiner Begeisterung hatte sich gerade jetzt der Hochnebel verzogen und die Sonne durchgelassen. Ich konnte mich schier nicht für eine Strecke entscheiden, denn auf allen meinen gewohnten gab es Ansichten und Aussichten, die ich gern bei diesem Licht und zu dieser Jahrezeit sehen wollte. Es wurde dann die Strecke direkt weg von der Haustür über den Alten Südfriedhof Richtung Thalkirchen und zurück.

Ich hoffte mit leichtem Zagen auf Lauftüchtigkeit, nachts war ich einmal mit besonders heftigen Kreuzschmerzen bis ins Bein aufgestanden. Doch das hatte keine Auswirkungen, erst gegen Ende meiner gut 100 Minuten zwickte das Kreuz ein wenig. Als sich auf Höhe Maria Einsiedel auch die ersehnte Leichtigkeit in Beinen, Herz und Kopf einstellte, erfüllte mich tiefe Dankbarkeit für die Körpertüchtigkeit, die mir das ermöglichte.

Düsterer Himmel über einem herbstbunten Park, man sieht die Sonne hindurch

Erste Ahnung, dass es die Sonne schaffen könnte.

Denkmal in einem sonnenbeschienenen Herbstpark, auf dessen Sockel sitzen zwei Männer, zwischen ihnen ein E-Roller

Alter, parkähnlicher Friedhof mit Sonnenschein

Etwas erhöhter Blick auf einen Bach, daneben ein Weg, umgeben von Bäumen

Brücke über Fluss, in der Mitte ein Reiterdenkmal, rechts der Fluss, an dessen Ufer sitzen Menschen

München strömte umgehend ins endlich sonnige Draußen, die Weg füllte sich schnell mit Menschen an Hundeleinen, Jogger*innen, Spaziervolk, Sonnensitzer*innen.

Kahler kleiner Baum über Pfade, im Hintergrund Wiese und Sonnenschein

Hohe, fast kahle Bäume über einem Fußweg

Sonnige Flusslandschaft mit weitgehend kahlen Bäumen

Weg mit fast kahlen Bäumen in der Sonne, darauf eine Joggerin, im Hintergrund Schornsteine

Lichter herbstlicher Laufwald in der Sonne, in der Mitte ein Fußweg

Alter, parkähnlicher Friedhof in der Sonne, im Hintergrund ein kleiner Kirchturm mit Ziffernblatt einer Uhr

Frühstück kurz nach eins: Kartoffelsalat mit Majo, Roggenvollkornbrot mit Tomate, Nusskuchen (etwas zu viel). Kurze Siesta, dann Zeitunglesen und Romanlesen im Wohnzimmer – ich musste den Rollladen ein wenig herablassen, um nicht vom Sonnenlicht geblendet zu werden!

Ab Nachmittag roch es köstlich in der Wohnung: Herr Kaltmamsell briet auf meinen Wunsch fürs Nachtmahl die erste Gans der Saison. Sie war gerade gar, als ich eine Runde Pilates durchgeturnt hatte.

Braun gebratene Gans

Bei Geflügel ergänzen sich Herr Kaltmamsell und ich perfekt: Er kommt aus einer Brust-Kultur, ich aus einer Schenkel- und Knochenfiesel-Kultur. Also holte ich mir Keule und Flügel der Gans, er bekam eine Brust, beide bedienten wir uns an der Semmelknödel-Füllung, als Gemüse hatte ich ja Gelbe-Bete-Salat vorbereitet. Schmeckte alles hervorragend – und es blieb reichlich für mindestens eine weitere Mahlzeit übrig. War dann aber doch so viel, dass nur ein winziges Stück Schokolade hinterherpasste, eher aus medizinischen Gründen.

Früh ins Bett zum Lesen, weiter Vergnügen an der Lektüre von Raphaela Edelbauers Die Inkommensurablen und Formulierungen wie:
“Gelbe Barockfassaden standen in der Sonne wie geschmückte Pfingstochsen.”

§

“Der Straßenverkehr ist ein Kriminalitätsschwerpunkt”.

§

Ein schöner Artikel über Kommunikation in Fremdsprachen, mir als Teil einer vielsprachigen Familie mit nicht immer klar abzugrenzenden Überschneidungen ist das vertraut.
“Austausch an der Adria
Jedes Verstehen ist ein Gruppenerfolg”.

Es gibt auf Reisen mehr als Verstehen und Nichtverstehen. Reden in zwei verwandten Sprachen, von denen jede Person am Tisch nur eine spricht, fühlt sich an, als würden zwei Züge in gegensätzliche Richtungen aneinander vorbeifahren. Man nimmt Schemen und Fetzen wahr, ein bisschen Wahrheit und eine Kaskade von Irrtümern. Die jüngere Frau: „Mein Vater lebt in Deutschland.“ Ich: „In welcher Stadt in Deutschland?“ „Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart …“ „Nein, ich meine, wo lebt dein Vater?“ „Wieso mein Vater? Mein Vater ist tot.“ ­Samuel Beckett hätte seine Freude gehabt.

Aber unser absurder Diskurs hat auch eine merkwürdige Poesie. Wir wiederholen uns in Endlosschleife, langsam und betont wie Betrunkene. Wenn nichts geht, lächeln wir und trinken mehr Kaffee.

§

Es mag eine Art Aberglaube sein: Je mehr Berichte ich von Menschen lese, die sterbende Angehörige begleitet haben, desto weniger schlimm wird dieses Begleiten für mich werden. Dabei weiß ich doch, dass es Gefühle gibt, auf die ich mich nie werde vorbereiten können. Dennoch hier weitergereicht sieben Geschichten, die Angehörige vom Sterben erzählen:
“Protokoll: ‘Ich habe mir das Sterben irgendwie unwürdiger vorgestellt'”.

Hier noch einer, der bei “Daß ich weder den Tag noch die Stunde kenne” nicht an sein eigenes Ende denkt, sondern an den der allerliebsten.
“Von einer großen Liebe bleibt auch,”.

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 26. Oktober 2024 – Energischer Hochnebel, Kulinaritäten

Sonntag, 27. Oktober 2024 um 7:58

Nach gutem und reichlichem Nachtschlaf gab es Mokkatorte zum Frühstück: Ich hatte am Vorabend bereits die Kuvertüre für das Überziehen des Haselnusskuchens bereitgestellt, und zwar in einer Tasse für Milchkaffee. Schmelzen in der Mikrowelle (seltener Einsatz), Kuchen rundum bepinselt – und in diese Tasse goss ich dann Espresso und geschäumte Milch. Eine üppige Mahlzeit.

Im Vordergrund auf einem kleinen weißen Teller zwei Scheiben Kastenkuchen, im Hintergrund der restliche mit Schokolade überzogene Nuusskuchen

Herr Kaltmamsell ließ sich später zum Frühstück zwei Scheiben servieren und kam zu demselben Ergebnis wie ich beim Kosten am Nachmittag: Guter Haselnusskuchen, aber nicht besser als unsere bisherigen Rezepte. Meine Erkenntnis: Nussgebäck mag ich am liebsten in Form von Hefezopf.

Nach dem Bloggen kochte ich Kartoffeln zur Verwertung der restlichen Majonese, setzte Hefeteig für die Pizza am Abend an, der im Kühlschrank gehen sollte.

Telefonat mit genesendem Familienmitglied: Endlich die erlösende Nachricht deutlicher, sogar schlagartiger Besserung, es fiel der Begriff “Wunder”; da wir beide aber nicht gläubig sind, er zumindest nicht katholisch, fiel uns nicht gleich ein Heiliger oder eine Heilige ein, der wir ein Votivtäfelchen pinseln könnten.

Draußen war es wieder hochneblig düster, aber mild. Ich radelte zum Olympiabad.

Draußen vor einer mehrspurigen Straße ein SUV-Auto in Originalgröße, das aussieht, als sei es mit einer vermodernden Decke überworfen

Am Stiglmaierplatz: Über dieses Kunstprojekt “Mash & Heal” von Folke Köbberling hatte ich bereits im Blog von Heiko Bielinski gelesen. Der scheinbare SUV wurde “aus einem selbsthergestellten kompostierbaren Verbundstoff aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt”. Der Zersetzungsprozess bis Oktober 2025 ist Teil des Projekts – da ich auf dem Weg zum Schwimmen regelmäßig daran vorbeikomme, bin ich schon gespannt auf den wechselnden Anblick. Gestern kehrte ich fürs Foto um (es brauchte ein paar Sekunden, bis ich begriff, was ich da gesehen hatte): Auf dem Heimweg würde ich nicht so nah dran vorbeifahren.

Die Schwimmrunde im eher mehr frequentierten Olympiabad war anstrengend, es wollte sich nicht so recht das Vergnügen an der Bewegung und dem Wasser einstellen. Außerdem zwickte und stoch es heftig im Kreuz, mal auf der einen, mal auf der anderen Seite.

Direkter Weg nach Hause (zweimal abspringen vom Rad für Ohrenzuhalten – wo die so schmerzhaft tutenden Polizeiautos an der nahezu leeren Kreuzung doch eh grün hatten!), dort gab es kurz vor zwei Frühstück: Roggenvollkornbrot mit Butter und Tomate, Nusskuchen.

Dann machte ich mich gleich wieder auf den Weg zur U-Bahn: Ich war am Rotkreuzplatz mit einer genesenden Freundin verabredet. Wir saßen vorm Garibaldi und tranken Cappuccino (gut!), auch hier gute Gesundheitsnachrichten.

Für den Nachmittag war ein Lichten des Hochnebels angekündigt. Das trat nicht ein. Ich begleitete die Freundin noch in ihr Neuhauser Zuhause, nahm dann eine U-Bahn zurück.

Daheim bereitete ich Schmalspur-ensaladilla zu (Kartoffeln, Möhren und Erbsen aus dem Glas, Majo), las dann Wochenend-Süddeutsche – die mir Herr Kaltmamsell auf seiner Einkaufsrunde besorgt hatte, Freitag und gestern war mein Briefkasten leer geblieben.

Nach Sonnenuntergang begann ich nochmal die Pilates-Woche mit Gabi Fastner (obwohl das der vierte Durchgang ist, hatte ich bereits alles vergessen und war nicht gelangweilt), dann stellte ich die Pizza fertig. Zur Vorspeise gab ein wenig ensaladilla.

Auf Backpapier eine gebackene, unregelmäßig runde Pizza Margarita

Hmja, ist mir schon besser gelungen: Der Teig war zu hart geworden. Dazu ein Glas spanischer Rotwein. Nachtisch Schokolade.

§

Hans Well fasst in der Süddeutschen die Misere der deutschen Automobilindustrie zusammen, und ich begreife einfach nicht, warum das eine Minderheiten-Erkenntnis ist (€):
“Die Fossilen”.

„Der Deutsche“ verschnarchte im Schlaf des Selbstgerechten entscheidende Entwicklungen. Konzeptstudien auch für E-Autos verschwanden offenbar zugunsten immer größerer SUVs in Schubladen; frustrierte E-Ingenieure gingen samt technologischem Know-how nach China, wo man ihre Ideen umsetzte. Deutsche Auto-Krattler setzten derweil kriminelle Energien zum Pratzln von Diesel-Kunden um.

Lang lief es ja unter der „Klima“-Kanzlerin für deutsche Autofirmen rosig. EU-Abgasregeln wurden regelmäßig nach deutschen Regeln geregelt. Schadstoffverursacher formulierten EU-Wunschwerte gleich selber. Zahlreiche Lobbyisten verhinderten mit Politikspezln in EU-Kommissionsberatungsgruppen wie Cars 21 schärfere Teststandards. Dabei hätten diese den Dieselskandal der deutschen Rosstäuscher wohl verhindert.

(…)

Minis wuchsen zu Maxis, obwohl die Reichweite von Batterien bei Viertonnern schmilzt wie Grönlandeis; der Klimawandel scheint der Autoindustrie eh wurst zu sein – man hofft wohl auf Märkte für Amphibienfahrzeuge.

(…)

München würde, statt Feinstaub zu bekämpfen, womöglich am liebsten der IAA am Marienplatz auch noch das Rathaus als Showroom bieten. Dabei dräut ab 2025 ein CO₂-Flottenwert der EU von 100 g/km. Das weiß VW schon lange, sieht aber trotz der Überschreitung darin kein Problem, weil die Chefetage gesichert ahnt, dass sie sich auf Lobbyisten und Politiker beim Verhindern von EU-Strafzahlungen verlassen kann.

Dass Politik und Autolobby damit die überlebenswichtige Transformation auf die automobile Neuzeit gefährden, könnte einem am Kotflügel vorbeigehen, wäre Massenarbeitslosigkeit kein potenzieller Turbolader für eine AfD, die schon jetzt bei 18 Prozent steht. Dabei läge es doch im Eigeninteresse aller Parteien, E-Fuel- und Antiverbrenner-Populismus einzustellen und dieser deutschen Schlüsselindustrie mit klaren Leitlinien auf die Sprünge zu helfen.

Und nein: Diesmal geht es nicht darum, dass man hinterher immer schlauer ist. Diese Stimmen und Hinweise samt Belegen gibt es seit Jahrzehnten.

§

Aber: Klimakatastrophe Schmimakatastrophe, kommen wir zu den wahren Skandalen. In England hat sich ein Betrüger 22 Tonnen handwerklich hergestellten Cheddars erschlichen, die hoch geschätzte Neal’s Yard Dairy steht vor großem Schaden.
“Cheesemakers in shock as £300,000 of produce stolen in sophisticated scam”.

The 950 stolen cheeses were Hafod Welsh organic cheddar, Westcombe cheddar, and Pitchfork cheddar, which have won a number of awards and are among “the most sought-after artisan cheeses in the UK”, Neal’s Yard Dairy said.

Jamie Oliver hat zur Unterstützung der Polizei-Ermittlungen aufgerufen.

(Wo zum Henker will der Betrüger seinen Käse gewinnbringend verkaufen? Der Betrug hat sich doch sofort in der Feinschmecker-Community herumgesprochen! HANDELT ES SICH UM EINE AUFTRAGSTAT?!)

die Kaltmamsell

Journal Freitag, 25. Oktober 2024 – Neue Backform, neuer Zauberstab (und persönliche Gottschalk-Erinnerungen)

Freitag, 25. Oktober 2024 um 14:12

Eigentlich wundert mich eher, dass mir das nicht öfter passiert: Einen Entwurf dieses Posts habe ich gestern Nachmittag versehentlich veröffentlicht, durch “privat”-Stellen gleich wieder offline genommen. Ich bitte um Nachsicht für die Verwirrung.

Wieder vom Weckerklingeln geweckt, diesmal aber zumindest mit der Aussicht: Morgen und übermorgen zweimal NICHT!

Zum Abschluss der Morgentoilette beduftete ich mich endlich wieder mit meinem aktuellen Lieblingsparfum Eidesis (so schön trocken holzig!): In den Monaten davor hatte ich eine stark duftende Körperlotion verwendet, das wollte ich nicht mischen. (Kürzlich im Nachruf auf einen exzentrischen Parfumhändler gelesen, er habe jeden Tag ein anderes Parfum verwendet – und schon konnte ich mir keinerlei Duft-Kompetenz bei ihm vorstellen, welch grauenhaftes Durcheinander selbst bei täglicher gründlicher Körperreinigung -> Kleidung!)

Morgendunkle Altstadtstraße mit herbstbunten Bäumen, parkenden Autos; mitten auf dem Gehweg steht ein neongrünes Leih-Fahrrad

Münchner Humor.

Das Draußen wurde nur zögerlich hell, ließ weitere Erleuchtungen nach der Stufe Lesen-ohne-Lampe-möglich bleiben, Hochnebel.

Emsiger Vormittag, in dem ich mich auch um Dinge kümmern konnte, die niemand im Blick hat (und die nur wichtig würden, wenn irgendwann jemand entdeckte, dass sich seit Jahren niemand darum gekümmert hat).

Bester Mittagscappuccino im Westend, auf dem Rückweg Brotkauf. Vielleicht nehme ich irgendwann das automatische Angebot der Angestellten an, dieses Brot in Scheiben schneiden zu lassen – einfach um herauszufinden, was ein Bäckerei-Brotschneideautomat aus einem frischen und sehr feuchten Roggenvollkornbrot macht, mein Tipp: Matsch.

Mittagessen später am Schreibtisch: Fenchelsalat (Ernteanteil), Roggenvollkornbrot.

Display eines Stationär-Telefons mit Meldung „Notbetrieb“

Dysfunktionalitäten. Ich möchte bitte ein Schild “Notbetrieb” für meinen Schreibtisch und die Auswahl eines solchen Status auf MS Teams. Für alle Fälle.

Ab zwei schob die Sonne den Hochnebel immer weiter weg, doch bevor es richtig sonnig werden konnte, übernahm schon wieder der Hochnebel.

Zäher Arbeitsnachmittag, auch der endete irgendwann in Feierabend.

Über ausführliche Lebensmitteleinkäufe für Abend und Wochenende ging ich nach Hause: Vollcorner, Verdi – inklusive Schwatz mit der Frau an der Kasse von immer über das ständige Wechseln zwischen Sprachen. Diesmal aktualisierte ich die Einkaufslisten-App ganz, ganz oft, um Doppelbesorgungen wie am Freitag zuvor zu vermeiden.

Wie geplant machte ich mich daheim erstmal ans Backen: Die neue 30-cm-Kastenform sollte mit Nusskuchen getestet werden, ich hatte mich für dieses Rezept aus einer Kommentarempfehlung entschieden.

Auch für Teil 1 des gestrigen Nachtmahls hatte ich mich verantwortlich gemacht: Artischocken mit Knoblauch-Majo. Während die Artischocken im kochenden Wasser garten, weihte ich den neuen Zauberstab ein, Spielanleitungs-gemäß verwendete ich die Schlagscheibe für die Idioten-Majo.

Durchsichtiger Becher mit viel Öl, unten ein Ei und Gewürze

Zutaten in Becher (der neue Zauberstab kam mit einem neuen, durchsichtigen). Zauberstab langsam versenken.

Becher, in dem ein Zauberstab steht, oben ein wenig Öl, unten Majo

Zwischenergebnis zwei Sekunden nach Einschalten. Zauberstab langsam hochziehen, dann so lange bewegen, bis kein Öl mehr sichtbar ist.

Durchsichtiger Becher mit Majonese

Majo fertig. Ein Drittel davon mischte ich mit reichlich Joghurt, würzte mit Salz, Pfeffer, frisch gepresstem Knoblauch.

Als Aperitif gab es von Little Crab Orangenwein und Wermut – als Probiererl vor einem Jahr von der Herstellerin geschenkt.

Gedeckter Tisch für zwei mit Bast-Sets, in tiefen Glastellern ganze Artischocken, daziwschen eine weiße Schale mit weißer Sauce, zwei Weingläser, eine Weinflasche mit der Aufschrift "Nouat", auf der gegenüberliegenden Seite sitzt ein Mann mit rotem Shirt und Strickjacke

Nachtmahl, Teil 1: Zur Artischocke hatte ich den mallorquinischen Weißwein Nounat bestellt, den Frau Brüllen empfohlen hatte, den ich in Port d’Alcúdia sogar gesehen hatte – allerdings in einem geschlossenen Weinladen. Jetzt wollte ich aber endlich! Stellte sich heraus, dass diese Cuvée aus Prensal Blanc und Chardonnay tatsächlich sehr elegant und besonders schmeckt – und hervorragend zu den Artischocken passte.

Als Teil 2 hatte ich mir Pfefferleber gewünscht, die Herr Kaltmamsell aus Kalbsleber briet, wunderbar. Nachtisch Süßigkeiten, Schokolade.

Dazu ließen wir im Fernsehen Addams Family von 1991 laufen – und stellten fest, dass wir diesen ersten Teil überraschenderweise viel weniger kannten als die Fortsetzung – dabei war das SO eine Erleuchtung damals im Kino!

Nach dem enttäuschenden Dusse hatte ich noch Donnerstagabend in die nächste Lektüre reingelesen, wieder termingerecht bereitgestellt von der Münchner Stadtbibliothek: Raphaela Edelbauer, Die Inkommensurablen. Und war im Wien des späten 19. Jahrhunderts gelandet – für meinen Geschmack ein wenig zu faktendicht erklärend, aber ich wollte umgehend wissen, wie es mit dem 17-Jährigen vom Land weitergeht.

§

Ich habe ja das Glück, dass mein Thomas Gottschalk der prä-Wetten-dass ist, den man nur als Alte und als damalige Hörerin von Bayern 3 kennt. Seine Sendung Pop nach acht lehrte mich internationales Pop-Geschäft, sein Tonfall und die Art seiner Interviews mit Studiogäste waren anders als alles, was ich je im Radio gehört hatte. Gottschalk sprang auch in anderen Sendungen ein. Unvergessen, wie ich Mitte der 1980er mal aus der Schule heimkam, im Radio (bei uns lief damals sehr viel Radio, immer Bayern 3) die mittägliche Sendung “Schlagerkarussel”. Eine Dame sang gerade leidenschaftlich “Wer Liebe will, muss auch Liebe geben”, woraufhin sich eine Moderatorenstimme einschaltete (allein das war unerhört: mitten in die Musik reinzusprechen!): “Da könnte ja jeder kommen: ‘Wer Eier will, muss auch Eier legen’.” Der eingesprungene Thomas Gottschalk, und Radiohören war nie wieder wie vorher.

Dann die Zeit in den nur wenig späteren 1980ern, in der Gottschalk mittags die “B3-Radioshow” mit Günther Jauch machte: Doppelmoderation bei der Übergabe, auch etwas, was es zumindest für mich vorher nicht gegeben hatte – und Jauch kannte ich aus der Sendung “Morgentelegramm”, wo er mir durch seine Sachkenntnis und sein unbeirrbares Nachhaken in Interviews aufgefallen war.

Während dieser Zeit, 1987/1988, arbeitete ich selbst beim Privatradio. In den Büros lief natürlich der eigene Sender (genauer: liefen die drei Sender, die sich über den Tag abwechselnd die Frequenz teilten, es waren die wilden Anfangszeiten des Privatsendertums) – nur zwischen 13 und 14 Uhr wurde auf Bayern 3 umgestellt, und wir klebten an jedem Wort. Alle wollten wir moderieren wie Thomas Gottschalk, so witzig und schlagfertig. (Und journalistisch wollte ich sein wie Günther Jauch – weiß man heute ja gar nicht mehr, dass Jauch als richtiger Journalist angefangen hat.)

1988 ging ich nach Augsburg zum Studieren, lebte die nächsten zehn Jahre ohne Fernseher, hörte im Radio vor allem Nachrichtensendungen und Hörspiele: Thomas Gottschalk war ab dann nicht mehr Teil meiner Welt (na gut, bei meinen Eltern habe ich sicher die eine oder andere Folge “Wetten dass” gesehen, zumindest habe ich Gottschalk in abenteuerlichen Stylings vor Augen).

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 24. Oktober 2024 – Right now 2024

Freitag, 25. Oktober 2024 um 6:15

Kleine Serie, hier begonnen, vom Erfinder ganz anders gemeint, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013 und 2014 fortgesetzt. 2015 musste ich offline nehmen, 2016 hatte ich keine Lust. 2017 zum ersten Mal abends erfasst, 2018 und 2022, 2023 wieder.

Heute über den Tag hinweg beantwortet.

Ich lese… heute viel Korrektur, u.a. einen Text über proteinbasierte Süßungsmittel, ein Konferenzprogramm, eine Weihnachtsfeier-Einladung.

Ich trage… Rock und Pulli, Seidenstrümpf – wieder ohne zu frieren. Ich möchte es ja nicht verschreien, aber vielleicht wird das nicht der dritte erbärmlich durchfrorene Bürowinter in Folge.

Ich habe… ein seltsames Ziehen im rechten Trapezmuskel, das bis in Kopfweh ausstrahlt.

Ich höre… das Rauschen, Summen und Klackern von Straßen- und Bahnverkehr draußen, gedämpfte Gespräche in den Nebenbüros.

Ich trinke… meinen Mittagscappuccino lieber weiterhin an den bislang bekannten Orten im Westend: Der in der Süddeutschen besprochene ist winzig, vollgestellt und um die Mittagszeit (im weitesten Sinne) mit Restaurantbetrieb beschäftigt.

Ich esse… heute wirklich spät zu Mittag, weil von ständigen Querschüssen gehindert. Die persönlich in meinem Büro auftauchten und sich deshalb nicht einfach wegklicken oder ignorieren lassen, und “Ich hab jetzt eigentlich Mittag” bekomme ich immer noch nicht über die Lippen. Apfel, Hüttenkäse und Granatapfelkerne futtere ich dann auch recht hastig weg.

Ich stehe… in regelmäßigen Abständen LWS-entlastend an meinem höhenverstellbaren Schreibtisch – einer der vielen Gründe, aus denen mobiles Arbeiten daheim für mich nicht attraktiv ist.

Ich gehe… in ungewohnt kleinen Schritten, weil ich heute im Büro in mitgebrachte hohe Pumps geschlüpft bin. Ein ebay-Kauf vor etwa 20 Jahren, trage ich ein- bis zweimal im Jahr, aber dann sind sie perfekt.

Ich lache… heute eher geschmerzt über die Absurdität von Prozessen und Regeln.

Ich sehe… gegenüber einen leeren Arbeitsplatz, aus dem Fenster mildes Wetter in trübem Licht unter einheitlich grauem Himmel.

Ich mag… nicht darüber nachdenken, wie ich das noch acht Jahre durchhalten soll.

Ich schreibe… täglich, fast immer, versuche mir derzeit gezielt das Schreiben auf dem Smartphone anzutrainieren, um mich weniger abhängig von Tastaturen zu machen.

Ich weiß… schon immer mehr, erschrecke aber regelmäßig darüber, was ich alles vergessen habe.

Ich möchte… eigentlich gar nicht. Aber wenn ich schonmal hier bin, mache ich halt das Beste daraus.

Weißrandiger Teller mit einem Linsen-Kartoffel-Spinat-Eintopf

Besänftigendes Abendessen: Kartoffeln und Spinat aus Ernteanteil von Herrn Kaltmamsell mit Linsen zum Eintopf gekocht, ich goss noch ein wenig Olivenöl drüber. (Salat war diese Woche nicht dabeigewesen.) Nachtisch Süßigkeiten.

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 23. Oktober 2024 – Nebelnieseldunkel

Donnerstag, 24. Oktober 2024 um 6:22

Guter Nachtschlaf auch gestern durch Weckerklingeln unangenehm beendet.

Selfie in Ganzkörperspiegel von einer weißhaarigen Frau in dunkelblauem Cord-Kleidun und Turnschuhen

Beim Verlassen des Hauses setzte feiner Nieselregen ein, im Dunklen hatte ich das Wetter wieder schlecht einschätzen können und keinen Schirm dabei. Doch die Kapuze meines Mantels reichte.

Einen etwas anderen Weg durchs Westend gewählt, weil im Lokalteil der Süddeutschen von einem mir bislang unbekannten italienischen Café dort die Rede gewesen war: Ich erkundete dieses mögliche weitere Ziel für Mittagscappuccino.

Der Tag blieb durchgehend dunkelgrau und nieselig regnerisch.

Mittags fuhr ich mit einer ideal terminierten und pünktlichen S-Bahn zum Marienplatz: Ich brauchte Papiere von meiner Gynäkologin und holte diese in ihrer Praxis (ich bin gespannt, wie die Elektronisierung dieser Prozesse weitergeht; das persönliche Erscheinen einmal im Quartal inklusive Überreichen der Kassenkarte wird wohl am längsten bleiben). Auf dem Weg zurück zum U-Bahnhof Odensplatz über Marienplatz und Theatinerstraße freute ich mich darüber, dass München ein Tourismus-Magnet ist, über den Anblick der vielen bunten Besucher*innen. Es nieselte immer noch, aber immer noch wenig genug für Kapuze.

Mittagessen später am Schreibtisch: Apfel (diese Runde Nikoter schmeckt sehr unterschiedlich intensiv), viele Granatapfelkerne mit Joghurt.

Bis vor zwei Wochen hatte ich eine Phase, in der ich (für meine Verhältnisse) viel Musik hörte, und zwar eine Sammlung von ca. 100 Liedern. Die Folge: Mein Hirn spielt diese Lieder seither abwechselnd, immer wieder, unabstellbar und meist nervig. Ich lasse das mit der Musik lieber wieder bleiben, so war das früher nicht.

Emsiger Nachmittag, ich konnte nützlich sein, nicht zu später Feierabend. Auf dem Heimweg Abstecher in die Apotheke, unerwartet fachlich tiefes Frotzeln mit der Apothekerin über ihre uralte Software (aus den 80ern!). Ohne Umwege durch Nebelnieseln nach Hause.

Daheim bestellte ich nach Ablegen und Auspacken mit Herrn Kaltmamsell vereinbarungsgemäß Sushi als Nachtmahl, turnte dann Yoga-Gymnastik, bald bin ich nochmal mit dem 30-Tage-Programm Flow von Adriene durch. Danach sehe ich erstmal wieder Pilates.

Granatapfelkernfieseln mit hungrigem Magen, die Sushi-Lieferung verspätete sich.

Auf einem Tisch mit Bast-Sets drei geöffnete Schachteln mit verschiedenen Sushi, ein Plastikschälchen mit Spinat, Plastikfischchen voller Sojasauce

Ich bin sicher, dass es da draußen Leute gibt, die Sushi auch in nicht zu großen Mengen bestellen können. Irgendwo da draußen. (Schmeckte, und es blieb sogar Frühstück für Herrn Kaltmamsell übrig.) Nachtisch Süßigkeiten und Schokolade.

Sehr früh ins Bett zum Lesen, ich möchte Das Kind in mir will achtsam morden bald wegkriegen.

§

“Bayern gehört zu den Top-Reisezielen im neuen ‘Lonely Planet'”.

Ja super und wir Locals bekommen kleinen Platz mehr in unserem Schnitzelgarten hmpf. (Lonely Planet auch als Negativliste nützlich.)

§

Ein wundervoller Tanzkanal auf instagram: @urbantheory.

via @Klugscheisser

Umgehender Liebling (das Ende!).

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 22. Oktober 2024 – Der vielleicht letzte neue Hausarzt meines Lebens

Mittwoch, 23. Oktober 2024 um 6:17

Nach gutem Schlaf vom Wecker in die Unwilligkeit geschubst worden. Große Abwechslung auf dem Weg in die Arbeit: Ich nahm wegen eines nachmittäglichen Arzttermins das Fahrrad. Möglicherweise zum ersten Mal seit einem Jahr, ich musste aktiv den Weg überlegen.

Ging dann gut, das Wetter war bedeckt und mild (weder Handschuhe noch Mütze nötig), der größter Unsicherheitsfaktor im Verkehr waren andere Radler, unbeleuchtet, keine Handzeichen, über rote Ampeln bretternd. Denn dass Fahrer*innen von Riesenautos (so Spielzeuge, die beruflichen Einsatz in Land- oder Forstwirtschaft vorspiegeln, diese Verkleidung aber durch viel Chrom und durch Sauberkeit zunichte machen) mich beim Abbiegen nicht sehen können, kalkuliere ich ein. Der Arbeitsweg dauerte nur für meinen Geschmack nicht lang genug, ich will doch gar nicht schnell in der Arbeit sein.

Deutlich früher als sonst den Rechner hochgefahren, stand auch nichts anderes drin als sonst (aber vielleicht hätte ich sonst nicht die Muße gehabt, diesem Link zu einem spannenden Artikel in der Times zu folgen, in dem mein Arbeitgeber eine Rolle spielt / auch wenn “AI” mal wieder unpassend verwendet wird, pet peeve).

Emsiger Vormittag mit nur wenig Ungeplantem, ich fand Zeit für einen Mittagscappuccino bei Nachbars. Später gab es zu Mittag einen Apfel, außerdem scharfen Karottensalat.

Arbeitsnachmittag mit Besprechungen und Erledigungen, vor allem aber mit frühem Ende: Ich radelte zu einem Allgemeinarzt, der mein neuer Hausarzt werden soll (Herr Kaltmamsell war kürzlich bereits bei ihm gewesen; wir hatten gemeinsam nach einer Praxis recherchiert, die nah zur Wohnung liegt und keine “Alternativmedizin” oder ähnlich Evidenz-Fernes unter den Leistungen aufführt). Beim Hinradeln war es so mild, dass ich eigentlich keine Jacke gebraucht hätte.

Praxis und Arzt machten einen guten Eindruck, erstere gut organisiert, letzterer zum einen jung genug, dass ich auf den letzten Hausarztwechsel vor Pflegeheim hoffen kann, zum anderen gerade so aufmerksam, wie ich gut finde. Im Patientenfragebogen sollte ich mein Gewicht eintragen, das ich seit vielen Jahren nicht kenne (ist doch auch irrelevant, wenn nicht ein Medikament darauf abgestimmt werden muss? bei mir liegt offensichtlich weder ein Verdacht auf Unter- noch auf Übergewicht vor, das nachgewogen werden müsste) – ich handelte es mit dem Arzt anhand des Augenscheins auf “ca. 65 kg” aus. Sympathisch.

Herbstlicher Park mit viel buntem Laub zwischen den Bäumen

So war ich sehr früh daheim – und suchte erstmal einen Anlass, nochmal raus in den milden Herbsttag zu kommen: Einkäufe beim Lidl.

Wieder daheim Yoga-Gymnastik, meditatives Granatapfelentkernen (Crowdfarming) für Brotzeit, Telefonat mit genesendem Vater (sehr zögerliche Genesung). Fürs Nachtmahl sorgte Herr Kaltmamsell: Aus den Süßkartoffeln im Ernteanteil wurde dieses Jahr eine Variante Mac and Cheese.

Gedeckter Tisch, im Vordergrund auf Bast-Set ein großer Glasteller mit Nudeln in dicker heller orangiger Sauce, dahinter eine Auflaufform mit dem Rest

Gut und wohltuend. Nachtisch Süßigkeiten.

§

Über diesen Cartoon zu Wissenschaftskommunikation (den ich gestern den entsprechend zuständigen Kolleginnen weiterschickte) stieß ich auf dieses schöne Ergebnis (von 2019, deprimierenderweise – die Phase, in der das Thema Klimakatastrophe bei uns Menschenmengen auf die Straße brachte, war wohl nur kurz):

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https://youtu.be/CptBBAxd928?si=LpE47-olZzAwa5_4

Wie anders die USA ticken, erkannte ich hier daran, dass Katharine Hayhoes am häufigsten gesehener Erklärfilm “What does the bible say about climate change?” war.

die Kaltmamsell