Journal Freitag, 22. Oktober 2021 – Wochenabschluss mit dritter Hose

Samstag, 23. Oktober 2021 um 7:41

Nachts zweimal aus dem Schlaf gerissen worden durch laute Stimmen auf der Straße, aber schnell wieder eingeschlafen.

Weckerklingeln zu Regenrauschen – dem ich zur Einordnung ein paar Sekunden zuhören musste, das Blätterrauschen vom Park klingt sehr ähnlich.

Also unterm Schirm in die Arbeit, zum Glück wehte ihn kein Sturm fort – ich denke bei jedem Schirmaufspannen hier an die Oldenburger Freundin, an der Küste aufgewachsen, die erzählte, ihren ersten Schirm habe sie als Studentin in München besessen und benutzt.

Im Büro Emsigkeiten. Erleichterung über die Meldung der Facharztpraxis: Sie hatten meinen Termin storniert, weil die Ärztin nicht da sein würde. (Als nächstes lernen wir, dass man dann bei der Stornierung gleich eine Alternative anbietet?) Ich konnte den Termin verlegen.

Bauchweh, mal oben, mal unten. Praktisch, wenn ich wenigstens weiß, warum ich nix essen mag. Tat ich mittags vernünftigerweise halt doch: Grüne Paprika (Ernteanteil – und es war sehr spannend, ob es sich bei den spitzen, mittelgroßen grünen Dingern um Chillis oder Paprika handeln würde, beide wurden laut dem Newsletter Kartoffeldruck letzte Woche leergeerntet; es waren nicht-scharfe), Pumpernickel mit Butter, einen Apfel (Ernteanteil), eine Birne. Das Bauchweh blieb unverändert.

Ordentlich Arbeit. Gegen halb vier war mir neben den Bauchschmerzen derart schwindelig, dass ich meine Pläne für nach Feierabend wackeln (haha) sah. Da traf es sich, dass sich der geplante Feierabend eh nach hinten verschob, es fiel Dringendes an. Gegen halb sechs machte ich Schluss, der Schwindel hatte sich gefangen.

Draußen war es kalt, doch ich ging durch wunderschönes Herbstlicht. Ich spazierte runter in die Fraunhoferstraße und zu Oxfam, um nach gebrauchter Kleidung zu sehen; tatsächlich fand ich eine blaue Hose, die passte – jetzt habe ich drei! Ums Eck beim Kräutersepp in der Blumenstraße besorgte ich noch Kräutertees fürs Büro.

Daheim nahm ich Hern Kaltmamsell in die Arme und startete den gemeinsamen Abend zur Feier des Arbeitswochenabschlusses: Heizung auf, Kerzen an, Anstoßen mit Kir Royal.

Nachtmahl war Herrmannsdorfer Rib-Eye-Steak mit Ofenkürbis und Salat, das Gemüse aus Ernteanteil. Dazu ein Glas südafrikanischen Owl Post Pinotage. Nachtisch Süßigkeiten (es wären auch Griechischer Joghurt mit Quitten in Sirup sowie Eiscreme im Angebot gewesen, doch wir hatten mehr Lust auf Schokoladen).

Sehr früh ins Bett, weil wir beide von der Woche erschöpft waren.

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Vanessa Giese schreibt ja nicht nur Romane, sondern berät auch Unternehmen. Und nimmt in ihrem Berufs-Blog auseinander, warum eine beliebte Forderung in komplizierten Situationen (nicht nur von Management, sondern gerne auch von Bürgerinnen und Bürgern) Unsinn ist:
“‘Einfach mal machen!’ – warum diese Management-Forderung nicht funktioniert”.

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Für den dringend nötigen Lacher zwischendurch (Ton an).

Eleanor Morton nailed it again (leider mag ich nur ihre Nummern mit schottischem Akzent):
“1918 woman thinks Spanish Flu is a hoax”.

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 21. Oktober 2021 – Sturmtanz der bunten Blätter

Freitag, 22. Oktober 2021 um 6:19

Vor Weckerklingeln aufgewacht, frisch und ausgeschlafen. Von draußen kam es immer noch so warm herein, dass ich beim Morgenkaffee die Fenster offenließ.

Auf der Theresienwiese wird übrigens seit dieser Woche das Tollwood aufgebaut; auch das bekomme ich ohne Oktoberfestsperrung zum erstem Mal schrittweise mit – sonst standen die Zelte bereits, wenn man die Theresienwiese wieder kreuzen durfte.

Der am Mittwoch vom Zeitungskasten angekündigte Sturm stellte sich erst ein, als ich schon im Büro saß; für den Weg dorthin hatte ich vorsichtshalber einen Schirm mitgenommen, doch aus der allgemeinen Düsternis fielen nur wenige Tropfen.

Vorm Bürofenster dann großes Herbsttheater: Der Wind riss bunte Blätter von den wogenden Bäumen und warf sie mit beiden Händen vor graubuntem Himmel hinauf bis in den 15. Stock des benachbarten Hochhauses.

Später sah ich aus dem Augenwinkel, wie eine energische Böe in die Bäume des Innenhofs fuhr, auf einen Schlag gut die Hälfte der gelben Blätter mitnahm und durch die Luft überm Hof wirbelte. Am Ende des Tages (jetzt aber mal wirklich und wörtlich) waren die morgens noch bunten Laubbäume fast kahl. Dazwischen vereinzelt Bäume mit dichtem grünen Laub, die ihren Herbst noch gesamt vor sich haben.

Der Sturm war so heftig, dass er sogar einen offiziellen Namen bekam: Ignatz. (Bayerische Koseform: Natzi. Aber das wussten Sie sicher.)

Rumtelefonieren wegen eines dringenden Facharzttermins, den ich vor zwei Wochen online gebucht hatte, Bestätigungsmail erhalten. Am Mittwoch hatte ich unerwartet per Mail eine “Bestätigung Terminstornierung” im Postfach. Also E-Mail-Antwort und Telefonversuche, noch erfolglos.

Mittags ein Glas Birchermuesli mit Joghurt.

Körperlichkeiten: Nachmittags erst Bauchweh, dann Schwindel – ja mei. Der Sturm legte sich, der Wind hatte aber auch die Wärme mitgenommen.

Nach Feierabend ging ich über Einkäufe nach Hause: Lebensmittel beim Vollcorner, Lidstrich im Drogeriemarkt, Obst am Standl.

Herr Kaltmamsell hatte wieder den Ernteanteil geholt. Darin war auch ein dicker Radicchio, der wurde mit Balsamico-Dressing Abendessen. Dazu das Pizzabrot, das ich Mittwochabend aus dem restlichen Weizensauerteig gebacken hatte.

Nachtisch Süßigkeiten.

So viel haben wir aber nur ausnahmsweise im Haus. Ich aß von Mini-Kit-Kats, Schoko-Schoküssen, Schokonüssen, Schokolade mit Nüssen.

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Die Pandemie ist noch nicht vorbei, auch nicht in Europa.
“Ärzte in Rumänien beschreiben Corona-Lage als ‘apokalyptisch'”.

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 20. Oktober 2021 – Baumfasching und Pizza-Wahn

Donnerstag, 21. Oktober 2021 um 6:32

Der Tag daheim hatte mir sehr gut getan, ich wachte frisch und fit auf. Im Osten stand am sternenklaren Himmel der Vollmond.

Draußen weiter warm, an einem Zeitungskasten auf dem Weg in die Arbeit sah ich groß “ERST FÖHN, DANN STURM” als Ankündigung fürs Wetter in München. (Ich liebe die Zeitungskästen sehr.)

Der Herbst kommt in seine bunteste Phase, und die Ahörner sind ja wohl eindeutig die Drag Queens unter den Bäumen.

Anglerstraße im Westend.

Im Büro erst mal ein paar Stunden Chop chop1 – auch wenn nichts angestanden war, zeigt mir ein Tag ungeplanter Abwesenheit, dass ich beruflich nicht nichts tue.

Mittagessen war die zweite Hälfte Rote-Bete-Salat, die vom Montag übriggeblieben war (hatte ich zum Glück in den Bürokühlschrank gestellt).

Nachmittags weiter sonnig und warm, mein Kreislauf machte ganz früh Feierabend. Dennoch blieb ich bei meinem Plan, nach Feierabend eine Runde Crosstrainer-Sport zu treiben.

Auf dem Weg in den Verein mehr Baumfasching.

Fröhliches Strampeln mit Filmmusik auf den Ohren, in der Halle unter mir Boxtraining (mittelinteressant, Hollywoodfilme haben falsche Erwartungen aufgebaut). Allerdings schubberte ich mir an den Griffen den Crosstrainers an beiden Daumen außen die Haut auf – brauche ich so Fitnessstudio-Handschuhe? Dabei habe ich ja schon vor Jahren gelernt, den Holm für die Arme nicht mit dem Daumen zu umschließen, weil ich sonst innerhalb kurzer Zeit eine Blase auf der Innenseite bekomme.

Daheim machte ich mich gleich an die Zubereitung des Abendbrots: Alle paar Jahre reitet mich der Vielleicht-kann-man-Pizzeria-Pizza-auch-daheim-machen-Wahn. Diesmal Richtung Weizensauerteig und zu diesem Rezept.

Hübsche Pizza, guter Geschmack – aber hatte nichts zu tun mit Pizzeria-Pizza. Nachtisch Schokolade, diesmal ohne Überfressen.

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Großartige Nachricht: Es gibt das Schmock wieder.

Es waren ja sehr bittere Gründe gewesen, warum der Wirt vor fünf Jahren hingeschmissen hatten. Jetzt betreibt er die Gastronomie des neuen Volkstheaters – ein cleverer Schutz vor den Attacken, “Unter den Fittichen des Münchner Volkstheaters” (relativer Schutz, Antisemitismus wird sich bedrückenderweise nie ganz aussperren lassen).
Der Ton ist zum Glück gleich geblieben: “Mit frisch ondulierten Schläfenlocken freuen wir uns Euch begrüßen und verwöhnen zu dürfen.”

  1. “Chop chop” verwende ich innerlich und im Austausch mit Hern Kaltmamsell regelmäßig, irgendwie aus dem Englischen übernommen, jetzt endlich mal nachgesehen, woher das eigentlich kommt. Hat für mich neben Geschwindigkeit auch die Note von Strukturiertheit. []
die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 19. Oktober 2021 – Daheim

Mittwoch, 20. Oktober 2021 um 6:40

Morgens meldete ich mich in der Arbeit krank, ich habe mich einmal zu oft mit “ach geht schon irgendwie” ins Büro geschleppt.

Mehr geschlafen.

Mittags ein großes Stück restlichen Apfelkuchen, die Kerne der restlichen Granatäpfel.

Der Liefertermin für den Schrank-Korpus, den ich Anfang Juni bestellt habe, wurde soeben zum vierten Mal verschoben, jetzt auf Ende Oktober (die Abstände werden kürzer, YAY!). Nein, Otto-Versand, ich möchte mir weiterhin nicht statt dessen etwas anderes aussuchen, denn zum einen besitze ich bereits vier Stück solcher Bücherschränke und brauche einen fünften gleich daneben, der bitte genauso aussehen soll, zum anderen habe ich bereits seit Juni vom selben Hersteller die Glastüren für den Schrank-Korpus daheim, die meiner laienhaften Einschätzung nach nicht auf den Korpus eines anderen Herstellers passen. Machen Sie jetzt bitte wirklich mal hinne.

Den Nachmittag mit Ruhe und Zeitunglesen verbracht.

In der Dämmerung wollte ich dann aber doch raus in die frische Luft. Es war überraschend mild, den düsteren Tag hatte ich für kälter gehalten.

Ich sah nach dem Stand des Herbsts auf dem Alten Südfriedhof und an der Isar. Um die Brücken und am Ufer sah ich immer wieder Fledermäuse flattern, zwischen Wittelsbacherbrücke und Reichenbachbrücke flog mir laut quakend ein großes V Kanadagänse über der Isar entgegen.

Herr Kaltmamsell war aushäusig, ich machte mir zum Nachtmahl zwei Ingolstädter Bauernwürscht aus der Gefriere warm und aß sie mit reichlich Krautsalat. Nachtisch viel Schokolade.

§

In der nachgeholten Wochenend-SZ ein besonders interessanter Artikel darüber, warum Intelligenz und Bildung nicht nur nicht vor der Neigung zu kruden Theorien und Verschwörungsmythen schützen, sondern dafür sogar besonders empfänglich machen könnten (€):
“Prof. Dr. Irrlicht”.

Dumm und ungebildet sind (…) stets die Anhänger des gegnerischen Lagers, die brauchen Bildung. Alleine das sollte misstrauisch machen: Es ist extrem unwahrscheinlich, dass sich, pardon, alle Doofen auf der einen und alle Schlauen auf der anderen Seite versammeln. Vielleicht ist das doch etwas komplizierter mit der Intelligenz, der Bildung und der, sagen wir: Rationalität.

Aus der Psychologie und verwandten Disziplinen sind zuletzt einige Studien gedrungen, die wie Querschüsse klingen. Intelligenz und Bildung bieten demnach nur geringen Schutz vor Irrungen und Wirrungen. Unter manchen Umständen kann ein wacher und schneller Geist die Anfälligkeit für Verirrungen sogar erhöhen. Wer schlau ist und viel weiß, verrennt sich womöglich erst recht in seiner Weltsicht. So berichten zum Beispiel Psychologen um Brittany Shoots-Reinhard von der Ohio State University im Fachjournal Intelligence, dass kognitive Fähigkeiten wie ein Polarisierungsfaktor wirken können: Mit dem Grad des verbalen Vermögens verstärkten sich die ideologischen Gegensätze in der Bewertung der Covid-19-Pandemie. Salopp gesagt, eloquente Diskutanten keifen einander besonders unversöhnlich an. Andere Arbeiten zeigen, dass Intelligenz und Bildung die Neigung zu motiviertem Denken erhöhen können: Mit hoher geistiger Kapazität lässt sich eben fast jede Aussage so interpretieren oder verbiegen, dass sie einen Platz als Stützpfeiler der persönlichen Weltanschauung findet.

Genau deshalb halte ich es für so wichtig, sich möglichst früh mit den Mechanismen von Wahrnehmung und Erkenntnis zu befassen und mit kognitiven Verzerrungen, bias.

§

In UK verrottet die Ernte auf den Feldern und Bäumen.

Offensichtlich hatten die durch Brexit ausgesperrten Einwanderer gar niemandem den Job weggenommen – und in der Feldarbeit sogar noch nie. James Rebanks verlinkt den Aufsatz der Historikerin Caroline Nye von 2016:
“Who picked British fruit and veg before migrant workers?”

Britain’s reliance on migrants to do seasonal agricultural labour is not a recent phenomenon and it’s helpful to look at the history of how British workers turned away from this kind of work to understand the current predicament.

(…)

Prior to the introduction of the Gangs Act in 1867, a large proportion of those performing seasonal work were women and children who provided cheap labour to both gang masters – a term still used today for individuals who organise and employ groups of workers for casual work on agricultural land – and farmers.

(…)

The fact is that many British people simply do not want to carry out seasonal labour because incentives for doing so are very low. Changes in the composition of rural populations mean that areas of high unemployment are often located at significant distances from the farms offering work. Seasonal jobs are also known to be low-paid, hard work, with long hours, and are often associated with unfavourable conditions and diminished social status.

Vielleicht sollte man den Pro-Brexit-Wähler*innen, die von einer Rückkehr zu Alten Zeiten träumen – und irgendeinen Tolkien-Roman vor Augen haben – anbieten, Kinderarbeit wieder zu legalisieren? (SCHERZ!)

die Kaltmamsell

Journal Montag, 18. Oktober 2021 – Körperform

Dienstag, 19. Oktober 2021 um 7:21

Schon beim nächtlichen Klogang war mir aufgefallen: Draußen dicker Nebel. Beim Weckerklingeln war er dann schon nicht mehr ganz so dicht, doch auf dem Weg in die Arbeit sah ich von der Mitte der Theresienwiese aus weder Bavaria noch St. Paul am Rand.

Ich hatte durch heißes Waschen und durch Trocknen im Wäschetrockner versucht, wenigstens einen von meinen Winterröcken passend zu machen, setzte meine Hoffnung auf das Material aus fast 100 Prozent Baumwolle – vergeblich. Denn: Mein Appetitmangel seit Frühjahr hat mittlerweile fast meine gesamte Garderobe um ein bis zwei Konfektionsnummern zu groß werden lassen. Die wenigsten Stücke fallen wirklich ganz runter, aber das allermeiste sieht albern aus – als trüge ich die Kleidung meiner großen Schwester. Nach all den Jahren, in denen ich ohnehin mit dem Zusammenhang zwischen Nahrungsaufnahme und Körperform haderte, muss ich mich jetzt auf ganz neue und unerwartete Weise mit dieser bescheuerten Kausalität auseinandersetzen.

Da Jeans, die lediglich ein Gürtel über den Hüften hält, an mir überraschenderweise gar nicht lässig aussehen, kaufte ich mir im Sommerurlaub schnell zwei passende Hosen, eine schwarz, eine rot, mit denen ich mich seither durchschlage. Ich sehe nämlich überhaupt nicht ein, mich komplett neu einzukleiden, weil
a) habe ich reichlich Kleidung, dankeschön,
b) scheue ich den finanziellen Aufwand,
c) ist das ja eh bloß eine vorübergehende Phase und ich würde in absehbarer Zeit nicht mehr in all die neue Kleidung passen.
Am absurdesten fühlt sich die Schere zwischen diesem mir fremden Körper und meiner Kleidung übrigens bei Unterwäsche und Schwimmkleidung an.

Ebenfalls unangenehm: Von allen möglichen und unmöglichen Seiten darauf angesprochen zu werden – natürlich praktisch immer voraussetzend, dass es sich um Diät-Erfolg und Absicht handelt. Denn It is a truth universally acknowledged: Dünner ist besser. Immer.
Wie schlimm muss das erst für eine sein, die durch böse Krankheit dünn geworden ist. (Wobei ich mich durchaus bei Erleichterung ertappe, dass die unbeabsichtigte Veränderung der Körperform in diese Richtung gegangen ist und nicht ins Dickerwerden. Mich sogar dabei ertappe, wie ich mich jetzt normaler fühle, wenigstens vorübergehend – auch bescheuert, aber ich kann halt nicht nicht Produkt dieser Gesellschaft sein.)

Muss ich halt mit sehr übersichtlichem Bestand durch den Winter kommen. Unter weiten Oberteilen sieht man zumindest nicht, wie zu groß der BH ist. Ich hatte schließlich auch schon Zeiten, in denen große Teile meiner Garderobe kniffen.

Arbeit gestern vielfältig, ich war auch ziemlich viel zu Fuß unterwegs. Draußen verschwand der Nebel am frühen Nachmittag.

Mittags gab es den am Vorabend zubereiteten Rote-Bete-Salat mit Granatapfel und Joghurt. Ich schaffte aber nur die Hälfte, mein Bauch fühlte sich komisch.

Mein Arbeitgeber bot wieder eine Grippeimpfung an, ich nahm sie gestern gerne – weniger wegen meiner selbst, sondern vor allem um das Epidemie-Risiko zu vermindern.

Der Arbeitstag wurde länger, als ich über einen Supermarkt-Stop heimging (Süßigkeiten!), dämmerte es schon sehr.

Aufgehender Mond über der Theresienwiese. Sah in Echt viel größer aus – Sie kennen das.

Zu Hause verarbeitete ich Ernteanteil-Weißkraut zu Krautsalat – allerdings nur zwei Drittel des Krautkopfes, das andere Drittel verwendete Herr Kaltmamsell für Okonomiyaki.

Köstlich! Nachtisch war Apfelkuchen und Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen. Bald schloss ich das Fenster, denn es war klar, dass die Gruppe junger Leute, die da direkt vor meinem Schlafzimmerfenster vor einem wild geparkten Auto stand und einen mords Spaß hatte, das vorerst weiter tun würde.

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Tanzt!

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https://youtu.be/XCdsIkQqAmE

via @klugscheisser

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Adele hat ein neues… Album? veröffentlicht. (Wie sagt man heute zu einer Sammlung von Musik einer Künstlerin, die neu herauskommt? Platte, LP, CD gibt es ja nicht mehr.) Viel interessanter finde ich, dass die Dame für British Vogue das hier aufgenommen hat:
“Adele Eats Spotted Dick, Cockles & 10 Other British Dishes”.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/zDdAPHuRGN0

Come for the food, stay for the dropped aiches and t’s. (“Spo’ ‘ed dick?”)

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 17. Oktober 2021 – Wie ein Fisch / Der neue Bond

Montag, 18. Oktober 2021 um 6:21

Zu früh aufgewacht, bis sieben angenehm gedöst.

Ab dann folgte mein Tag einer recht straffen Planung, denn ich wollte sowohl Schwimmen gehen als auch den neuen Bond-Film No Time to Die sehen.

Wetter wunderschön, ich freute mich aufs Schwimmen – denn ich hatte die Runde im Dantebad und somit im Freien geplant: Dort ist das Wasser wirklich warm, ich hoffte, dass ich endlich nicht frieren würde.

Nach Morgenkaffee über Bloggen machte ich mich mit Duschen und Packen Schwimm-fertig, brachte aber erst mal einen Karton mit Sommerschuhen in den Keller. Radeln ins Dantebad; ich muss künftig daran denken, dass die Einlassprozedur in Schwimmbädern derzeit lange dauert – der 3DG-Check hält auf, vor allem bei Gruppen.

Das Schwimmbecken war überraschend voll, noch dazu hatten praktisch alle Schwimmspielzeug dabei, doch es herrschte allgemeines Wohlwollen und man arrangierte sich gut. Mein Kalkül ging auf: Obwohl sich das warme Wasser zunächst anfühlte, als tauchte ich in Suppe, gewöhnte ich mich schnell daran – und fror nicht! Ich glitt durchs Wasser wie ein Fisch. Nicht nur konnte ich mir so 2600 Meter gönnen, ich schwamm sie auch noch besonders schnell. Zudem genoss ich den Sonnenschein. Bis auf Weiteres schwimme ich also im Dantebad.

Gegenüber vom Dantebad.

Von dort radelte ich direkt zum Kino (Cinema). Ich hatte mir als Frühstück zwei Stück Apfelkuchen eingepackt, die ich gemütlich auf einer Bank vor dem Kino löffelte. Im Kino selbst (zweites Mal nicht nur Check meines Impf-Zertifikats, sondern auch Scan; das erste Mal war Freitagabend im Dantler gewesen) holte ich mir noch einen Cappuccino. Und konnte einer anderen Kinobesucherin helfen: Sie suchte jemand, der ihr Fahrrad mitabsperren konnte; sie hatte ihren Schlossschlüssel vergessen.

No Time to Die war ein schöner Bond, wenn auch zu lang – knapp drei Stunden ist keine 007-Geschichte wert. Aber ich genoss die vielen Anspielungen auf die gesamte Bond-Filmgeschichte, ob in Bild, Text oder Musik (UND Q macht nicht nochmal den Fehler, einen unbekannten Datenträger in einen Netzwerkrechner zu schieben, sondern nimmt explizit die “Sandbox”). Mehrere tragende Frauenrollen, ganz unterschiedlich. Die Story war sogar übersichtlich, es gab ja schon Bonds, bei denen ich ab der Hälfte aufhörte mitzudenken, weil die Story so kompliziert war, und mich statt dessen darauf konzentrierte, welches Weltkulturerbe als nächstes kaputtgemacht wurde. Das Drehbuch räumte ordentlich Handlungsstränge aus mehreren Folgen und alle Bösewichte auf.

Sehr spannend wird jetzt, wie es wohl weitergeht im nächsten Bond – wo es erstmals keinen James Bond mehr gibt. Vielleicht fangen sie wieder vorn an und wir bekommen einen Young James Bond, der in den 1940ern spielt? Und einen nächsten Bond wird es geben: Wie man mir früh beigebracht hat, blieb ich bis durch den Abspann im Kino, bis zur allerletzten Zeile auf der Leinwand – “James Bond will return”.

Zu Hause winterte ich die Balkone fertig und entfernte die Bohnenranken. Nächster Tagesordnungspunkt: Fertigbügeln. Check. Für die Montagsbrotzeit kochte ich die Ernteanteil-RoteBete, die Blätter briet ich, aus allem machte ich mit den Kernen eines Granatapfels und Joghurt einen Salat.

Nachtmahl war der Klassiker im Hause Kaltmamsell, wenn Chinakohl im Ernteanteil ist: Chinakohl-Lachs-Nudeln. Nachtisch Scholokade.

Ein sehr schönes Wochenende, doch ich war weder zum Zeitung- noch zum Romanlesen gekommen, hatte es auch nicht auf die Auer Dult geschafft. Muss also eindeutig zu wenige Stunden an diesen Tagen anprangern.

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Am Samstag hatten wir beim Wandern auch nach den Gemeinde-Aushängen der Dörfer geschaut und dabei die Veröffentlichung eines Volksbegehrens “Landtag abberufen” entdeckt. Nachdem ich gestern unterwegs dazu Plakate gesehen hatte, unterzeichnet von der Querdenker-Partei Die Basis, ging ich dem doch mal nach.
“Volksbegehren ‘Bündnis Landtag abberufen’ startet”.

Eine interessante Eskalationsstufe der Haltung, die demokratisch durch Mehrheit gewählten Volksvertreter nicht zu akzeptieren, wenn sie anders entscheiden, als man selbst das gerne hätte. Und dann einfach den Spieß umzudrehen und ihnen die Legitimiertheit abzusprechen – lustigerweise durch das Instrument Volksbegehren, das diese Volksvertreter eingerichtet haben.

Die bayerische Verfassung sei sehr großzügig gegenüber Elementen der direkten Demokratie, sagt der Verfassungsrechtler Martin Burgi von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Dem Professor zufolge wird mit dem Volksbegehren ab heute Neuland betreten, das habe es in Bayern bisher noch nie gegeben. Burgi stellt eine “besonders verdichtete Form des Protests” fest: Anders als bisherige Volksbegehren richte sich dieses nicht gegen einen bestimmten Sachinhalt.

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 16. Oktober 2021 – Wanderspaziergang bei Fürstenfeldbruck

Sonntag, 17. Oktober 2021 um 8:54

Eher unruhige Nacht, das war halt viel Alkohol gewesen.

Nachmittags war ich mit Herr Kaltmamsell zum Wandern/Spazierengehen verabredet (wir haben irgendwann festgelegt, dass der Unterschied im Rucksack mit u.a. Brotzeit besteht, und gestern hatten wir nur Wasserflaschen dabei, keinen Rucksack), den Vormittag nutzte ich zum Backen und Einkaufen.

Sonntagskuchen sollte dieser Italienische Apfelkuchen mit Ricotta und Olivenöl werden, die Äpfel dafür aus Ernteanteil.

Er ließ sich einfach zubereiten – fiel aber nach dem Backen zusammen und wurde sulzig.

Ich vermute als Ursache, dass der Teig zu dünnflüssig war: Das Rezept hatte den “Saft einer Zitrone” verlangt, und das ist eine ähnlich unpräzise Angabe wie der berüchtigte Bund Petersilie; meine Zitrone war sehr groß gewesen, doch ich hatte angenommen, dass das Rezept schon darauf hinweisen würde, wenn die Saftmenge relevant wäre.

Einkaufen: Bereits in Wanderkleidung ging ich in Sonne und milder Luft in den Gärtnereiladen am Viktualienmarkt, um einen Untersetzer für eine der vom Balkon geholten Pflanzenkübel zu besorgen. Der Markt und die Fußgängerzone waren sehr belebt, vor allem mit Touristen – vorm Alten Peter stand eine 30 Meter lange Schlange an. Unterwegs besorgte ich Frühstückssemmeln, die gab es dann auch zum Frühstück plus ein Stück warmen Kuchen (schmeckte gut!).

Für unseren Wanderspaziergang hatte Herr Kaltmamsell eine Strecke ausgesucht, die er zum Teil beim kürzlichen Wandertag mit einer Schulklasse gegangen war: S-Bahnhof Fürstenfeldbruck Richtung Osten. Da wir uns beide eher müde und unfit fühlten, schlug er eine kleine Runde vor, doch ich bat darum, im herrlichen Sonnenschein in noch vorwiegend grüner Landschaft Bilder für den anstehenden Winter zu sammeln. Wir gingen also eine größere Runde über Emmering, Eichenau, Biburg.

In der Sonne war es schön warm, doch auf den Anhöhen ging ein scharfer Wind.

Nach gut drei Stunden und etwa 14 Kilometern nahmen wir die S-Bahn zurück.

Während Herr Kaltmamsell daheim das Abendessen zubereitete (Spaghettikürbis aus Ernteanteil als Auflauf – ich fürchte, Spaghettikürbis hat nichts zu bieten außer der lustigen Textur und schmeckt einfach nur wässrig), baute ich für einen angenehmen Sonntag vor: Ich packte schon mal den gewaltigen Berg Bügelwäsche an, der noch hauptsächlich aus Sommerkleidung bestand. Nach einer Stunde war fast die Hälfte weggeschafft, bleibt nur noch etwa eine weitere Stunde für Sonntag.

Der Kürbisauflauf mit Hackfleischsauce und viel Käse war dann ok, der Kürbis verschwand. Etwas interessanter schmeckte die zweite Variante (links), die Herr Kaltmamsell nur mit Ei und Käse zubereitet hatte, weil darin der Kürbis noch erlebbar war.

Dazu im Glas eine Traminer Spätlese aus Sachsen von Steffen Loose, Teil eines Probierpakets, das uns die Empfängerin eines Großteils unserer ausgemusterten Bücher zugeschickt hatte.

Blumig in der Nase, Geschmack dann auch rass, die Süße brauchte zum Einbinden ein wenig Luft.

Eingeschlafen im Mondlicht, das durchs Fenster auf mein Bett schien.

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Jamie Lee Curtis kommt nochmal als queen of scream ins Kino, mit Halloween Kills. Obwohl ich eigentlich alles mit dieser wundervollen Schauspielerin angucke, kann ich halt Horrofilme gar nicht. Zumindest profitiere ich von der Vermarktung des Films, die den wundervollen Menschen zeigt. Zum Beispiel mit diesem Interview/Portrait im Guardian:
“Jamie Lee Curtis: ‘My biggest roles were to do with my body, my physicality, my sexuality’”.

Über ihre Unterstützung der #Metoo-Frauen:

“I think others will be empowered to speak up because of those brave women putting themselves on the line. See, I don’t risk anything by supporting them. I really don’t. What, they’re gonna fire me from Halloween? I’m an old lady. What are they gonna do to me? But those women did have something to lose. That is courage. They have existed throughout history – and, obviously, this is way too little, way too late – but things are changing, for sure.”

Über ihre Karriere heißt es:

The problem is that Curtis started out playing the clever girl in a genre that was considered dumb, so when she starred in genuinely stupid pictures, the disparity between her and the material was startling.

die Kaltmamsell