Journal Samstag, 26. Juni 2021 – Zurück im Schyrenbad
Sonntag, 27. Juni 2021 um 9:04Zwar unterbrochen, aber ausgeschlafen. Draußen frische Sonne.
Erst mal Bettwäsche und Handtücher in die Waschmaschine, dann wartete ich bei Bloggen, Internetlesen, Morgenkaffee und Morgentee aufs Wärmerwerden.
Gegen halb elf schien mir der Sonnenschein kräftig genug, ich brach auf ins Schyrenbad (kurzer Umweg über die Reinigung). Dort war auch nach einem Jahr Pause alles vertraut, nur dass auf der großen Liegewiese im hinteren Teil einige Bereiche ungemäht geblieben waren und dort die Wiese fast hüfthoch stand: Durch die Beschränkung des Zutritts über Tagestickets braucht es ja weniger Liegefläche.
Auf den drei Schwimmbahnen Betrieb wie extrapandemisch, also überschaubar. Ich kraulte gut und schmerzfrei, gönnte mir zu den peplanten 2000 Metern zusätzlich 200 – und wurde prompt mit einem Krampfversuch in den Waden bestraft.
Im Wasser war mir kalt geworden (weil ich nicht noch nicht wieder schnell schwimmen kann?), umso mehr genoss ich anschließend den Sonnenschein. Abgetrocknet, eingecremt und in trockenem Bikini hörte ich Musik (ich glaube, ich sollte mehr Musik hören, sie tut mir gut) und schlief ein bisschen.
Gegen zwei wurde ich unruhig und packte zusammen. Auf dem Heimweg besorgte ich Obst und Semmeln, kam an einigen Stadtführungen vorbei (auch sonst sehe ich an Menschen mit Touristenblick, dass der Fremdenverkehr in München wieder eingesetzt hat), in einer hörte ich die irrige Behauptung, das sei der Glockenbach – Leser*innen dieses Blogs kennen meinen wiederholten Hinweis, dass man im Glockenbachviertel den Westermühlbach fließen sieht. Der Glockenbach verläuft, wie zahlreiche andere Stadtbäche, unterirdisch.
Zum Frühstück gab’s zwei Semmeln, den Nachmittag verbummelte ich auf dem Balkon mit Zeitunglesen. Herr Kaltmamsell ging nach vielen Monaten Pandemie-Pause zu einem Ukulele-Treffen (im Freien, Ostpark), ich durfte fürs Abendessen sorgen. Der Ernteanteil hatte eine große Portion Mangold enthalten, den ersten der Saison, also gab es Coca de verdura.
Nachdem ich die Coca in den Ofen geschoben hatte, duschte ich Chlor und Schweiß gründlich ab, cremte mich ebenso gründlich ein, um später beim Schlafengehen so frisch wie mein Bettzeug zu duften.
Drinks des Abends: Tinto de verano.
Vergeblich versuchte ich mich zu erinnern, seit wann diese Mischung aus Rotwein und Limo überhaupt einen Namen hat. In meinen Kindheitsurlauben in Spanien stand beim Essen halt immer neben der Flasche Rotwein die Flasche Gaseosa (sah damals so aus, war süßes Limo ohne Aroma), und man mischte sich das halt, Kindern wurde die Gaseosa mit einem Schuss Rotwein rosa gemacht.
Nachtisch Schokolade.
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Das Paradies der Corona-Freiheit, Australien, ist es nicht mehr.
“Australia’s biggest city heading into two-week hard lockdown to contain Delta coronavirus outbreak”.
Aber: Es wird weiter eisern an der No-Covid-Politik festgehalten. Dieser Lockdown wurde bei einer Neuinfektionszahl von 33 landesweit am Freitag verhängt.
Nachdem die Delta-Variante sich in Portugal rasch verbreitet, wurde in Deutschland zumindest für Reiserückkehrende von dort Quarantäne verhängt – die sehr wahrscheinlich genauso wenig überprüft wird wie bisherige Einreisequarantäne.
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Alle Pläne, die ich vom zukünftigen Münchner Hauptbahnhof sehe, haben eine riesige Lücke: Fahrräder inkl. Fahrradparkplätze. Das war wiederholt Thema auf Bürgerversammlungen (der Hauptbahnhof gehört zu meinem Wahlbezirk) und ich werde dafür sorgen, dass das auch auf der nächsten so ist. Die Dichte des Münchner Fahrradverkehrs steigt steil, seit Corona noch steiler – doch nirgends sind Fahrradparkplätze oder Radlverkehrsführung sichtbar.
Im niederländischen Utrecht passierte bei der Renovierung des Hauptbahnhofs (des größten der Niederlande mit den meisten Passagieren) genau das Gegenteil: Das Fahrradparkhaus am Bahnhof ist so riesig, dass es drinnen Fahrradwege gibt. Oder, wie dieses Filmchen betitelt wurde: In Utrecht fährt man nicht mit dem Rad zum Bahnhof, sonder mit dem Zug zur Fahrrad-Station! *SCHLUHUCHZ!*
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Schönes Portrait von Rita Moreno zu ihrem anstehenden 90. Geburtstag: Tänzerin, Schauspielerin, Filmproduzentin (u.a. der Spielberg-Neuverfilmung von West Side Story, deren Verfilmung von 1961 ihr den Oscar für ihre Anita eintrug), Bürgerrechts-Aktivistin.
“Rita Moreno: Pathbreaker, Activist and ‘A Kick in the Pants’”.
Moreno, who is Puerto Rican by birth and Hollywood by steely determination, occupies a singular place in the cultural firmament.























