Journal Mittwoch, 8. April 2020 – Hefe heute und Mundschutz-Geschenk
Donnerstag, 9. April 2020 um 6:21Nach gutem Schlaf wieder deutlich vor Wecker aufgewacht, aber frisch.
Als ich mich mit Kaffee an den Tisch setzte, sah ich einen einen riesigen untergehenden Vollmond über den Dächern leuchten, bald in Kombination mit zartem Morgenrot – super Show!
Nach Kraftübungen und Dehnen gab es ein halbes Stündchen Crosstrainer, sehr wohltuend.
Radeln in die Arbeit, unterwegs beim Bäcker Brezenkauf.
In der Arbeit endete der ohnehin dicht geplante Ablauf bereits um neun mit einem überraschenden Querschlag. Die darauffolgenden Stunden verbrachte ich deshalb in Turbotempo, selbstverständlich weiterhin unterbrochen von den üblichen Störungen, deren Behebung zu meinem Job gehört, plus Störungen, denen ich immer noch kein “Nicht zuständig” entgegenzusetzen schaffe. Mittags war meine Tagesenergie eigentlich bereits aufgebraucht. Was damit zusammenhängen mochte, dass mich auch noch böse Menstruationsschmerzen plagten.
Mittagessen: Breze und Quark mit Orange und Maracuja, Nachmittagssnack Eiweißriegel.
Draußen war wunderschönes Wetter, ich hatte den ganzen Tag die Bürofenster gekippt.
Nach Feierabend radelte ich in lauem Wind zur Theresienhöhe für ein paar Besorgungen bei Edeka und Vollcorner. Auf der Einkaufsliste stand auch Hefe, denn ich möchte für Ostern Brot backen und Osterzopf. Dieser Edeka hatte Hefe weder frisch noch getrocknet, beim Vollcorner hatte man sich offensichtlich mit dem Portionieren von Großmarktblöcken beholfen (Schild am Regal, dass jeder nur einen Würfel bekommt).
Auf den Straßen bereits vermehrt Hotpants mit nackten Beinen gesehen, auch sonstige Hochsommerkleidung inklusive Sandalen. Heuer müssen wir leider der schmerzlichen Tatsache ins Auge blicken, dass das keine Touristen sein können – das sind wir selber.
Als ich die Wohnung betrat, duftete es nach Vanillinzucker: Herr Kaltmamsell hatte Torrijas gebacken.
Zum Abendessen gab’s Unterstützung der lokalen Gastronomie: Ich bestellte und holte vom Rumpler zweimal Matjes. Es war mir sehr recht, dass ich mit dem Rad unterwegs war: An diesem wundervollen warmen, frühlingsduftenden Abend waren viele Menschen unterwegs, zu Fuß hätte ich nur mit konsequentem Gehen auf der Straße gesunden Abstand halten können.
Schmeckte ausgezeichnet, ich war ganz begeistert, dass die Salzkartoffeln richtig frisch waren – zu den Dingen die ich ausgesprochen ungern esse, gehören nämlich aufgewärmte Salzkartoffeln, deren Geschmack für mich praktisch nichts mit dem frisch gekochter zu tun hat, brrrrr.
Gestern war ein Päckchen der besten Schwiegermutter von allen eingetroffen: Auch sie hat in den vergangenen Tagen Atemmasken genäht – und auch uns damit versorgt. Ich freute mich außerordentlich, denn ich hatte schon überlegt, welche meiner Bekannten und Freundinnen, die gerade am Maskennähen sind, ich um eine anbetteln könnte: Gerade beim Einkaufen fühle ich mich ohne ausgesprochen rücksichslos. (Selbst habe ich weder Stoff noch Bänder oder Gummi).
Mit Drahtbügel für engen Sitz über der Nase, damit die Brille nicht beschlägt. (Fühlt sich noch eher nach Bankräuberin an. Babababaabababaaa…)
Abendunterhaltung war die aktuelle Folge John Oliver. (Präsidenten-Irrsinn in USA geht weiter: Jetzt behauptete Trump in einer Pressekonferenz, die WHO habe den Corona-Ausbruch in Wuhan verschwiegen und droht mit der Kürzung der US-Beiträge. Wie der Rest der Welt mit Zugang zu Medien weiß, stimmt das nicht, ist aber ohnehin egal: Die Zustimmungswerte in USA für Trump steigen, die Mehrheit der befragten Bürger vertraut ihm, sie werden ihn wiederwählen – es ist einfach komplett irrelevant, was er tut und sagt, Hauptsache nicht Demokratische Partei.)




















