Journal Montag, 22. April 2024 – Montagmontag mit mehr Schnee
Dienstag, 23. April 2024 um 6:24Unruhige Nacht, ich machte mir um alles Sorgen, sogar um meine Träume: Ich entdeckte den Münchner Ableger eines feinen Restaurants, in dem ich kürzlich in Hamburg ganz ausgezeichnet gegessen hatte und freute mich. Doch dann begann ich zu grübeln: Wann bitteschön war ich kürzlich in Hamburg? Mir fiel kein Anlass ein, keine Reise. Das konnte doch wohl nicht sein, dass ich schon derart vergesslich geworden war? Etc. etc.
Beim Schminken den Lidstrich ordentlich vermasselt. Blöderweise bin ich schon lang aus dem Alter raus, in dem ich behaupten konnte: “Das hat man jetzt so.” (Später den exakt passenden Cartoon von Giselle Dekel gefunden.)
Schon beim nächtlichen Klogang hatte ich es draußen schneien sehen. Ich zog nochmal meinen Wintermantel und eine Wollmütze raus, steckte vorsichtshalber einen Thermorolli fürs Büro ein, sollte ich im Winterkleid ohne frieren. Und auf dem letzten Stück meines Arbeitswegs begann es dann auch wieder zu schneien, in kleinen Januar-Flocken.
Die Bürogänge auf meinem Stockwerk noch leerer als sonst an Montagen: Die Hannover Messe zog viele Präsenzen ab. Mein Vormittag war dennoch emsig. Für den Mittagscappuccino ging ich nur zu Nachbars, allerdings vor allem wegen der Kälte und allgemeinen Greislichkeit draußen.
Zu Mittag gab es eine Scheibe selbstgebackenes Brot, Mango mit Sojajoghurt.
Was mir aus gegebenem Anlass klar wurde: Von Natur aus reagiere ich auf unerwartetes Nicht-Funktionieren mit Ärger und Wut (hat sich seit Kleinkindtagen nicht geändert, sorry, Herr Kaltmamsell), dann bestenfalls Nachdenken. In der Arbeit ist daraus seit einigen Jahren schiere Angst geworden. Warum nur?
Dann aber: Gutes Flurgespräch, ich kam mit neuen Posten für meine Leseliste raus.
Nach Feierabend war es trocken, aber immer noch saukalt. Ich marschierte zu Besorgungen in die Innenstadt (also noch innerer, als ich wohne). Bei den derzeitigen Temperaturen reichten Fingerhandschuhe nicht, ich werde wieder die gefütterten Fäustlinge rauskramen müssen.
Daheim Häuslichkeiten. Herr Kaltmamsell war aushäusig, ich hatte den Auftrag, Ernteanteil-Kartoffeln zu dezimieren, also plante ich als Abendessen Pellkartoffeln mit Käse und Butter. Während die Kartoffeln kochten, gab es eine Runde Yoga-Gymnastik: Nacken- und Schulterdehnung.
Nach Kartoffeln, Käse, Butter passte gar nicht mal so viel Schokolade hinterher.
Früh ins Bett zum Lesen, eine zusätzliche Decke aufs Sommerbett gelegt, um bei zumindest gekippten Fenster schlafen zu können.
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“Warum Kleidung heute schneller kaputtgeht als früher”.
via @kid37
Finde ich sehr spannend, weil es in technische Details der industriellen Kleidungsproduktion geht. Denn rein anekdotisch: Von meinen allerersten H&M-Einkäufen vor über 30 Jahren habe ich immer noch Teile im Schrank. Damals schon billig, die Verarbeitung sieht nicht besser aus als heute (einfache Nähte, keine Stoffzugabe), doch sie haben ihre Form behalten – was mögen die damals wohl besser gemacht haben?
Oder Wollpullover: Ich sehe neu weder am Preis noch am Äußeren, nach wie oft Tragen er abgenutzt aussieht (-> Pilling). Aber meine selbstgestrickten Wollpullis sind auch nach Jahrzehnten noch wie neu. (Ich sollte Stücke aus edler Wolle nur noch in Läden mit Inhaberin kaufen – der ich das Stück um die Ohren hauen kann, wenn es nach zweimal Tragen wie ein Putzlumpen aussieht.)
Der Artikel verweist vor allem aufs Material: U.a. Faserlänge der verwendeten Baumwolle, Geschwindigkeit der Verarbeitung. Keine Chance, das dem Produkt anzusehen.





























