Journal Dienstag, 14. November 2023 – Namens-Marketing
Mittwoch, 15. November 2023 um 6:29Gut geschlafen, und das auch noch ein wenig länger: Ich musste gestern deutlich später aus dem Haus, da ich mit einem Arzttermin um neun in der Innenstadt den Tag startete (zu früh, als dass ich vorher noch eine Bürorunde einschieben hätte können).
Draußen Regenrauschen.
Ich machte mir einen gemütlichen Morgen, ließ die Möglichkeit zu einer Einheit Krafttraining ungenutzt verstreichen (ein Lauf hätte mich wirklich gereizt, nicht aber bei Dunkelheit und Regen).
Der Arzttermin war eine Mammografie – meine Gyn rückt die Hormonersatztherapie-Medikamente nur unter der Bedingung eines jährlichen Checks raus, selbst halte ich ihn so oft für unnötig.
Der Apparat des Herstellers Siemens trug groß den Namen “Mammomat”. Darunter hätte ich mir dann doch eher ein Fertigungsgerät für Wunsch-Brüste vorgestellt, aber eine Firmensparte, die sich in “Healthineers” umbenannte, lebt sehr wahrscheinlich auf einem anderen Wort-Planeten. Wie erwartet keine Auffälligkeiten – und auch von der Radiologin der Hinweis, dass kein jährlicher Check nötig wäre.
Ich marschierte in wieder einer Regenpause zum Stachus, nahm die U-Bahn in die Arbeit, kam mehr als zwei Stunden später als sonst an. Was den Start in den Arbeitstag ganz schön hektisch machte, es war Einiges aufgelaufen.
Erster Einsatz des neuen Thermo-Rollkragenpullis (den ich am Samstag schon mal daheim getestet hatte) unter einem leichten Pullover: Hurra, ab sofort wird im Büro auch ohne dicke Wolljacke nicht mehr gefroren, der heizt trotz überraschend dünnem Material ordentlich. Hersteller übrigens mein Lieblings-Gegenbeispiel für die Behauptung, ein Markenname dürfe für Erfolg in keiner Sprache von Zielmärkten albern oder anzüglich zweideutig sein: Uniqlo. (gnihihi)
Weitere Bekleidungsfreude: Das Flachdengeln der Schusterin hatte genützt, die Stiefelkante scheuerte mich nicht mehr blutig, ich spürte sie nicht mal – über ein Jahr nach Kauf kann ich die Schuhe nach Herzenslust tragen.
Schneller Mittagscappuccino bei Nachbars (es war mild genug für Mantellosigkeit), zu spätem Mittagessen gab es Äpfel und Pumpernickel mit Butter.
Reichlich emsiger Nachmittag, nach dem späten Anfang verschob sich das Ende des Arbeitstags nach hinten.
Für den Heimweg erwischte ich keine Regenpause, unterm Schirm und mit Pfützenslalom machte er keinen rechten Spaß. Herr Kaltmamsell war in den letzten Zügen der Abendessensvorbereitung: Rotes Thai-Curry mit GEKAUFTEM Brokkoli und GEKAUFTER roter Paprika. Schmeckte sehr gut, dazu Reis, danach Süßigkeiten.
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Novemberregen schreibt aus ihrem Arbeitsleben über Macht.
Ich erhaschte beim Lesen den Zipfel einer Erklärung, warum ich mich vor allem beruflich immer mehr von Menschen und all diesen Dynamiken zurückgezogen habe, statt dessen einfach meine Ruhe möchte und schlicht genug Geld für mein eigentliches Leben verdienen: Unter anderem weil ich immer weniger weiß, was nach dem Erleben von zu viel Beliebigkeit in der Arbeit richtig wäre, und weil ich zum Beispiel die Frage des Eingangsbeispiels der Sitzplatzverteilung beantwortet hätte mit: “Die, die es sich am meisten wünscht.” Das passt nicht in diese Macht-Mechanik, für die mir ohnehin die Lese- und Interpretationsfähigkeit von Menschlichem fehlt.























