1000 Fragen 901-920

Donnerstag, 8. August 2019 um 15:59

901. Hast du schon einmal eine Rede gehalten?
Ja.

902. Welche Art von Restaurants bevorzugst du?
Hausmannsküche aller Nationen, mit Expertise und Hingabe zubereitet. (Sofort schmerzt mich wieder die Schließung der Marietta.)

903. Welchen großen Vorteil hat es, wenn man als Single lebt?
Eine ganze Wohnung für sich allein.

904. Welchen großen Vorteil hat es, wenn man in einer Beziehung lebt?
Wenn es irgendeine Beziehung ist, fällt mir kein Vorteil ein. Wenn es sich um meine Beziehung handelt, ist der Vorteil das Teilen von Leben und Alltag mit einem Menschen, auf den ich mich vor jeder Begegnung freue.

905. Findest du dich selbst schön?
Ausreichend.

906. Welche Gefühlsregung erlebst du mindestens einmal am Tag?
Harndrang.

907. Wann hast du zuletzt Champagner getrunken?
Vor wenigen Monaten.

908. Bist du ein Sonntagskind?
Nein, ich kam an einem Dienstag auf die Welt.

909. Wie würde das Gemälde aussehen, das dein Leben darstellt?
Kleinteilig, eher matte Farben, dazwischen schwarze und weiße Striche.

910. Mit welchem Kleidungsstück von früher verbindest du gute Erinnerungen?
Mit keinem.

911. Was würde in einer Kontaktanzeige über dich stehen?
Wartungsintensiv.

912. Mit wem hast du zuletzt laut gelacht?
Mit den Gästen und Gastgebern des Paellaessens vergangenen Samstag.

913. In welchen Sprachen kannst du dich verständlich machen?
Deutsch, Oberbayrisch, Englisch, Spanisch.

914. Wozu hast du immer wieder keine Zeit?
Buch lesen. (Und das mir, die ich lange daraug verwiesen habe, dass ein echter Bücherwurm eher für alles andere keine Zeit hat.)

915. Kommt Weisheit mit den Jahren?
Nein.

916. Was ist das schlimmste Schimpfwort, das du jemals einer Person an den Kopf geworfen hast?
Ich beschimpfe Menschen nicht mit Schimpfwörtern.

917. Was war die spontanste Aktion deines Lebens?
Gleich Aktion? Und schon hänge ich beim Nachdenken daran fest, was eigentlich “spontan” bedeutet. Denn ich fälle Entscheidungen schnell und impulsiv – ist das Spontanität? Dann habe ich schon Reisen spontan geplant – aber halt mit Beginn Monate später. Doch eine ganze Aktion kurzfristig beschließen und sofort beginnen? Da fällt mir keine ein.

918. Findest du, dass das Leben erst durch Kinder ein erfülltes wird?
Nein.

919. Wie verhältst du dich in einem Haus, in dem es zu spuken scheint?
Hängt davon ab, ob mich der Spukanschein stört oder beunruhigt. Wenn er das tut, suche ich nach der Ursache und repariere/befestige sie – oder schimpfe, man möge bitte mit dem Unsinn aufhören.

920. Mit wem würdest du gern einen Tag das Aussehen tauschen?
Mit einem Mann.

Quelle: Flow-Magazin.

Zu den Fragen 881-900.
Zu den Fragen 921-940.

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 7. August 2019 – Schlafstörende Behütung

Donnerstag, 8. August 2019 um 6:42

Unruhige Nacht. Kurz vor Mitternacht weckte mich lautes Rufen draußen, das von einer Unterhaltung mehrer Männerstimmen abgelöst wurde, freundlicher Tonfall, aber in Bierzeltlautstärke. Vom Wohnzimmerfenster aus sah ich im Hinterhof fünf Herren des Ordnungsdiensts des Kreisverwaltungsreferats mit Taschenlampen um einen Zivilisten stehen (der einzige mit leiser Stimme), der möglicherweise im Gebüsch übernachten wollte. Was mich deutlich weniger gestört hätte als das Rufen.

Um zwei wurde es nochmal laut, wieder Rufen, diesmal von der Straße. Nach diesem erneuten Wecken schlief ich sehr lang nicht wieder ein. Es war nicht das erste Mal (auch nicht erst das zweite oder dritte), dass mich der Jagdeifer dieses Ordnungsdienstes (eingerichtet, weil viele Anwohnende sich durch die Menschen und den Drogenhandel im Nußbaumpark bedroht fühlen) nachts aus dem Bett hebelte. Ich werde mir ein Herz fassen müssen und bei offizieller Stelle um Schonung des Nachtschlafs der Menschen bitten, die der Ordnungsdienst behüten soll.

Der Tag begann noch gemischtwolkig, ich genoss den Fußmarsch in die Arbeit.

Dass ein besonders emsiger Treff der Wohnungsflüchtlinge im Viertel mit morgentlicher Bierflasche in der Hand die Bank vor dem Institut für Rechtsmedizin / Walther-Straub-Institut für Toxikologie ist, sollte dringend in einem launigen Roman fiktionalisiert werden.

Mittags gab es den am Vortag zubereiteten Salat aus gekochtem Buchweizen, frischen grünen Paprika, Tomaten, Thymian und Emmentalerstückchen. Ich war vor Ende der Portion satt, hatte so noch einen Snack für nachmittags.

Es regnete immer wieder, auch auf meinem Heimweg brauchte ich einen Schirm. Herr Kaltmamsell hatte keine Lust gehabt zu kochen – was bedeutete, dass er lediglich ein Rezept für Champignonsalat ausprobiert hatte (Hinweis von mir) und sonst Käse, Brot, Tomaten, Wassermelonen servierte.

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Schabernack auf Twitter, zusammengefasst vom Online-Magazin watson:
“Wenn Frauen über Autoren schreiben, wie sonst nur Männer über Autorinnen schreiben”.

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Die großartige Celeste Barber, die als durchschnittlich geformte Normalfrau die Posen von Modelschönheiten nachäfft, hat es auf ein Vogue-Cover geschafft. Und zeigt hier ein paar Szenen hinter den Kulissen der Fotoaufnahmen.

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 6. August 2019 – Nix Besonderes, aber Sonne und Wind

Mittwoch, 7. August 2019 um 6:57

Der Wecker riss mich aus tiefem Schlaf.

Gestern war ein komischer Tag. Ich ging mit Schmerzen in Kreuz und Hüfte (und ahne, dass meine Rührung über Menschen, die mich mit Mitgefühl auf mein offensichtlich schmerzbedingtes Hinken ansprechen, demnächst erschöpft sein wird), mir war schwindlig, ich fühlte mich matt und erschöpft. Hoffen wir einmal, dass auch das vorbeigehen wird.

Sonniger Tag mit schönem Wind und angenehmenen Spätsommergerüchen. Nach Feierabend machte ich einen Abstecher zum Vollcorner (übrigens, weil’s in meinem Internet gerade Thema war: Die haben die größte Auswahl an festem Haarshampoo, die ich kenne) für Kaffee und Brotzeit für die nächsten Tage.

Schon seit Montag sehe ich keine Mauersegler mehr, sie scheinen für dieses Jahr fort zu sein.

Herr Kaltmamsell hatte nach Pulpo gesucht, als er keinen fand stattdessen Calamari gekauft – und servierte sie zum Nachtmahl auf dreierlei Art:

In Tomaten-Oliven-Soße, aus der Pfanne (meine Lieblingsversion, weil intensivster Calamari-Geschmack) und mit Semmelbrösel gefüllt und geschmort. Ein Glas Chardonnay dazu (mag ich immer noch nicht wieder wirklich), Nachtisch Wassermelone.

Im Fernsehen lief Schräger als Fiktion. Der Film und meine Begeisterung dafür sind mir so präsent, dass mir erst gestern klar wurde, dass ich ihn nur einmal gesehen habe, und zwar vor zwölf Jahrem im Kino. Ich stellte fest, dass auch die synchronisierte Version funktioniert (natürlich nicht die “I brought you flours”-Szene).

die Kaltmamsell

Journal Montag, 5. August 2019 – Start der Nach-Reha

Dienstag, 6. August 2019 um 7:05

Früher aufgestanden, weil ich gestern früher Feierabend würde machen müssen, um den Aufnahmetermin Nach-Reha zu schaffen.
(Höre ich da jemanden fragen: “Aber Kaltmamsell, du hast doch über 120 Stunden Plus auf deinem Zeitkonto, warum bedienst du dich nicht einfach da?”? Woran bitte soll ich mir sonst beweisen können, dass ich nicht komplett faul und liederlich bin, wenn nicht am Stand meines Zeitkontos? HMM?)

Nach frühem Feierabend also Aufnahme in die Nach-Reha beim Reha-Zentrum ums Eck vom Büro. Eine große und interessant durchorganisierte Einrichtung: Die User-Führung dieses modernen Reha-Zentrums ist ausgeklügelt mit Farbkodierung der verschiedenen Abteilungen, die Wartebereiche haben Namen, ich wurde von dem Menschen, mit dem ich zu tun hatte, immer zum nächsten angegebenen Ort gebracht und freundlich mit Anweisungen versehen – das war offensichtlich so geplant und durchorganisiert.

Noch vor dem Aufnahmegespräch bekam ich am Empfang meine Patientenkarte, die auch meinen Spind in der Unkleide schloss, dann gab es in einem Büro Überblick und Terminabsprachen bis Ende des Jahres. Kurzes Warten auf die ärztliche Untersuchung. Dieser Orthopäde führte nach Gespräch und Untersuchung (Auaua! nach dem sportlichen Wochenende konnte ich gestern meine Beschwerden besonders gut live und eindrücklich vorführen) meine Beweglichkeitsprobleme in der rechten Hüfte auf Arthrose zurück und empfahl, das durch eine Röntgenaufnahme zu überprüfen. (Ich überlege noch: Was hätte ich davon?)

Umkleiden im tiefen Untergeschoß. Auf die Maschineneinführung musste ich eine Weile warten – das hatte ich vorher gewusste, dennoch diesen ersten möglichen Termin angenommen, um die Nach-Reha möglichst schnell starten zu können. Die Einführung durch einen freundlichen Herrn Physio war verständlich und nachvollziehbar. An der Beinpresse bat ich von Vorneherein um ordentlich Gewicht, um nicht um jedes Scheibchen schachern zu müssen. Und dann musste ich natürlich doch wieder Eindruck schinden, aus dieser pubertären Phase kriegt mich wahrscheinlich erst Arthrose in allen Gelenken: Abschließendes Bauchmuskeltraining auf der Matte, Herr Physio steigerte den Schwierigkeitsgrad, wies darauf hin, mit welchen Maßnahmen ich mir die Übungen so richtig schwer machen könne und lachte dann, höchste Esklationsstufe seien ja Klappmesser. Sie dürfen raten, wer ihm daraufhin ein Dutzend vormachte, schön langsam. Dabei sollte ich auch die inzwischen und vor allem derzeit wohl besser mal sein lassen.

Bis zum Nachmittag war der sonnige Tag richtig heiß geworden, jetzt am Abend aber ein wenig abgekühlt. Ich spazierte nach Hause, wo Herr Kaltmamsell verabredungsgemäß eine Ernteanteilaubergine als Pizzabelag verwendet hatte.

Die Champignons, die er dazugekauft hatte, passten ganz besonders gut.

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Das neue Twitter-Layout setzt mir hartnäckig “Likes” der abonnierten Kanäle und Werbung in die Timeline – und macht sie damit praktisch unlesbar. Doch ich hatte mich an einen Trick erinnert, von dem ich schon nach dem vorherigen Umbau gelesen hatte (dem ich die oben genannten Störungen noch hatte austreiben können): Listen. Ich schob alle knapp 200 abonnierten Kanäle in eine Liste “Alle” und kann sie seither chronologisch und werbefrei lesen. Doch auch das hat einen Haken: Gefiltere Begriffe scheint diese Darstellung zu ignorieren, ich muss also über Fußball und Fernsehsendungen lesen, die mich nicht interessieren.

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Josa Mania-Schlegel schreibt bei den Krautreportern:
“Den jungen, wilden Ostdeutschen gelingt etwas, an dem Parteien und Politiker verzweifeln”.

Eine Menge junger Ostdeutsche stellt gerade offen das Gelingen der Wiedervereinigung in Frage. Haben sie recht? Jedenfalls schaffen sie es, dass AfD-Wähler über ihre eigentlichen Probleme reden.

via @mspro

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 4. August 2019 – Sonntagsruhe mit Laufen und Bügeln

Montag, 5. August 2019 um 6:23

Ausgeschlafen, allerdings nicht so lange wie erhofft.
Zu einem sonnigen Tag aufgewacht. Ich entschied mich für einen Isarlauf statt einer Schwimmrunde und radelte zum Friedensengel. Auch diesmal wollte ich die Runde abkürzen, ich lief also nur bis zur Leinthalerbrücke, ließ die wunderschöne Strecke bis zur Unterföhrunger Kirche St. Valentin weg. Das war immer noch zu viel, ich war dann aber so vernünftig, das letzte Stück zurück zum Fahrrad zu spazieren statt zu joggen.

Dennoch zahlte ich für den Lauf und konnte den Rest des Tages nur schwer gehen, weil rechts die Hüfte und das Beim so schmerzten. Das hatte aber auch mit einem Muskelkater von der samstäglichen Gymnastik zu tun.

Beim Heimradeln nahm ich Semmeln mit. Nach dem Frühstück wurde ich müde und bettschwer, legte mich zu einer Siesta hin. Als ich eine schmerzfreie Lage gefunden hatte, schlief ich tief und gut.

Der Bügelberg war schon wieder gewachsen, diesmal sollte er ganz wegkommen. Half ja nichts. Also verbrachte ich zweieinhalb Stunden überm Bügelbrett, hörte dabei Podcast:
WRINT: Andrea Diener verreist nach Osteuropa.

Vor dem Abendessen war dann zumindest noch Zeit, auf dem Balkon die Wochenendezeitung zu lesen. Herr Kaltmamsell hatte elaborierte Spareribs gemacht: gedämpft und dann mit einer lateinamerikanischen Glasur im Ofen gebacken.

Dazu gab es Reis und schwarze Bohnen.

Zum Nachtisch spazierten wir zur Nachbarschaftseisdiele – Schüsselchen und Löffel brachten wir mit.

§

Aus diesem Artikel habe ich nicht nur viel über den Wert von bestimmten Turnschuhen in bestimmten Bevölkerungskreisen gelernt, nicht nur, wie Geldgierler das ausnutzen, sondern auch, wie schädlich sich das auf hochspezialisierte kleine Hobby-Communitys auswirkt. Vor allem aber, mit welchem Schabernack eine dieser Communitys die Kriegsgewinnler ausgetrickst hat:
“Bonkers vs Bots
Wie sich der Frankfurter Shop gegen Reseller wehrt”.

Meine Mama hat immer gesagt: „Wenn dich einer anpisst, dann pisst du dreimal zurück, bis er ertrinkt.“ Also so genau hat sie das nicht gesagt, aber so in der Art.

(Da möchte ich ihn gleich ganz tantig in die Wange kneifen.)

§

Weil grad noch Platz ist.
Wenn Sie gerade nach ökologisch und ethischh vertretbarer, nachhaltig produzierter Kleidung suchen: Überlegen Sie einfach mal als Alternative, gar nichts zu kaufen. Das ist das Umweltfreundlichste. Oder, wenn der Bedarf oder Wunsch zu groß ist: Suchen Sie erst mal nach etwas Gebrauchtem.
Bittegerne.

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 3. August 2019 – Paellaessen mit Freunden bei Elterns

Sonntag, 4. August 2019 um 8:58

Gestern hatten meine Eltern ein paar meiner Freunde zu sich zum Paellaessen eingeladen (auf meine Anregung hin). Wir hatten spanische Mittagessenszeit vereinbart (Eintreffen Gäste um 14 Uhr), also konnte ich vorher nicht nur ausschlafen (im Bett von Herrn Kaltmamsell, sein Schnarchen hatte mich nachts aus meinem vertrieben), sondern auch zwei Maschinen Wäsche waschen, eine Runde Sport drehen (Faszienrolle, Crosstrainerstrampeln, Rundumkrafttraining mit Fitnessblender.com und Hanteln) und nach dem Duschen auf dem Klenzemarkt Käse kaufen (für meine Eltern Bregenzer Bergkäse jung und alt, für uns Emmentaler).

Noch bis in meine Sportrunde hinein hatte aus blauem Himmel die Sonne geschienen, doch für meine Einkäufe brauchte ich einen Schirm: Immer wieder gab es kurze Duscher.

Ich brachte vom Bäcker Schmidt Semmeln für ein Frühstück mit, die frühstückten wir. Dann holten uns zwei der Paellagäste ab, wir fuhren zu viert über die volle A1 nach Ingolstadt. Ich hatte schon wieder vergessen, wie lange man von uns aus, also der Stadtmitte, mit dem Auto raus aus der Stadt braucht. Und dass auf der Strecke nach Ingolstadt immer irgendwo verlangsamener Verkehr herrscht.

Weil auch in Ingolstadt das Wetter wechselhaft war, hatten meine Eltern drinnen gedeckt. Gekocht aber wurde auf der Gasspirale draußen. Es gab herzliche Begrüßung und Wiedersehen von uns aus, die Gäste kannten einander fast noch nicht – passten aber, wie sich über den Nachmittag und Abend herausstellte, ausgezeichnet zusammen.

Einschließlich der Gastgeber, die uns erst mit Sangria und Oliven versorgten, dann mit Paella und Wein, anschließend mit Espresso, selbst gemachtem Limoncello und anderen Likören und Schnäpsen, nach meiner Mousse au chocolate gab es auch noch Zitronentorte.

– Erinnerungen abgeglichen und aufgefrischt mit der Freundin aus Schulzeiten.
– Eine andere Freundin erzählte vom spontanen Kauf eines Segelboots (Regatta), wie sie sich als komplett Fachfremde erst mal in die Materie einlesen und einrecherchieren muss, um das Boot reparieren zu lassen – und sich selbst segeltüchtig zu machen. (Wir anderen konnten sie nur mit Menüvorschlägen für Sonnenuntergangsessen auf Deck unterstützen. Und mit Tipps für eine Segelboot-Playlist. Herr Kaltmamsell wird wohl Akkordeönchen lernen müssen.)
– Hoteliersfreunde mit Renovierungsneuigkeiten und Mallorcageschichten.
– Austausch von Schöffengeschichten.
– Allgemeines zügelloses Albern.

Es war schon richtig Nacht, als uns die Freunde zurück nach München fuhren.

§

Große Berlinliebe:
“Vor 30 bis 40 Jahren: Fotograf zeigt mit Damals-heute-Fotos, wie sich Berlin verändert hat”.

via @ruhepuls

die Kaltmamsell

Journal Freitag, 2. August 2019 – Weitere Kreise der Traurigkeit

Samstag, 3. August 2019 um 8:03

Der seltsame Moment, wenn scheinbar völlig getrennte Lebensbereiche zusammenfinden: Die geschätzte Carolin Emcke schreibt in der Süddeutschen über die geschätzte Marie Sophie Hingst.
“Licht und Dunkel”.

Eigenartiger Trost, dass Emcke von Sophies Tod berührt war. Dass sie die Last der Öffentlichkeit bei den Trauernden erkennt.
Doch als mir klar wurde, dass hier eine Meisterin der in Worte gefassten Gedanken einen Nachruf auf eine schreibt, die Worte so sehr liebte – musste ich wieder weinen. (Ich bekomme vom Weinen Kopfweh. Das ist schlecht gelöst.)

Immer noch leichtes Zwicken in den Waden: Beim donnerstäglichen Schwimmen immer wieder Krampfansätze – trotz geballtem Magensium (-citrat UND -oxid) davor.

Auf dem Weg in die Arbeit sah ich nochmal Mauersegler am Himmel, ab jetzt ist jeder zusätzliche Tag mit ihnen ein Geschenk.

Mittags für einen Arzttermin ans Sendlinger Tor geradelt. Die Sonne schien unter blauem Himmel, Sommergefühle. Termin für kleinen operativen Eingriff im Herbst vereinbart.

Auf der Rückfahrt weit vor mir ein Eichhörnchen waghalsig eine verkehrsreiche Straße überhuschen sehen. Nichts bringt mich so zuverlässig zum Lächeln wie ein überraschender Eichhörnchenanblick.

Bis zum Nachmittag fühlte ich mich verweint und erschöpft, dann ging’s langsam. Ich machte früh Feierabend.

Daheim stellte ich mich erst mal in die Küche und bereitete Nachtisch für ein Freundestreffen bei meinen Eltern am Samstag zu: Mousse au chocolat nach bewährtem Rezept.

Fürs Abendessen sorgte Herr Kaltmamsell: Ich hatte mir Fleisch gewünscht, er hatte eine halbe glückliche Kuh besorgt.

Dazu der liebste Südafrikaner im Glas: Owl Post.
Ritual vor dem Zu-Bett-Gehen: Nach Fledermäusen Ausschau halten. Gestern mussten wir nicht lange warten.

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Ausführliche Geschichte vom NDR über Entwicklung, Auswirkungen und Hintergründe:
“Klima kippt – Kreuzfahrt boomt.”

Mit dem Zuckerl, dass ein Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff fast immer auch zwei Flüge umfasst: Hin- und Rückreise zum und vom Hafen.

Anbieter und Kunden scheinen sich einig zu sein: der letzte Eisbär und der letzte Pinguin werden nicht zugrunde gehen, bevor jeder Deutsche sich persönlich im Rahmen einer Kreuzfahrt von ihm verabschiedet hat.

§

Was Einstellung zur Klimakatastrophe mit dem Verhältnis zu Individualismus zu tun hat – ein interessanter Twitter-Thread.

die Kaltmamsell